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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt. Expeditton: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2*/t Ml, bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Psg. iexkl Bestellgeld). Jnserttonsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 25 Psg.

Marburg,

Sonnabend, 9. Mar 1891.

«»zeigen nimmt entgegen die Expeditton d. Blatter, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a.M-, Lasset, Magdeburg u.Wien; Rudolf Moste in Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co- in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

denken gegen den Beschluß der Abgeordnetenhauses

XXVI. Jahrgang.

Deutsches Reich.

Berlin» 8. Mai. Unser Kaiser hat seine durch keinerlei Zwischenfall getrübte, glanzvolle Rhein- teife beendet und wird heute Freitag Mittag zum Privatbesuch des Großherzogs von Baden, seines Onkels, in Karlsruhe eintreffen. Don Köln war der Kaiser nach einer von rauschenden Ovarionen begleiteten Rheinfahrt am Dienstag Abend in Bonn po er studiert hat, eingetroffen und festlich empfangen worden. Am Mittwoch Vormittag fand ein kleines Manöver der Bonner Garnison patt, worauf der Kaiser an der Spitze der KönigShuiaren zur Stadt zurück ritt. Auf der Fahrt zum Manöverplatze pausierte der Prinzessin Adolph von Schaumburg-Lippe, der Schwester deS Kaisers, das Malheur, auS dem Sagen geschleudert zu werden. Die hohe Frau mrde nicht verletzt. Am Donnerstag erfolgte die Begegnung des Kaisers mit den Großherzoge Adolph von Luxemburg, früherem Herzoge von Naffau. Der Kaiser empfing seinen hohen Gast mit könig­lichen Ehren, eine Ehrenwache war ausgestellt, die beide Fürsten nach herzlicher Begrüßung besichtigten. Der Kaiser und der Großherzog fuhren gemeinsam a die Stadt ein, von ununterbrochenen Hochrufen begrüßt. Der Verkehr zwischen den beiden Fürsten war, was allgemein bemerkt wurde, ein sehr unge- Mngener. Die Tafel wurde im Familienkreise eingenommen. Bei der Abfahrt geleitete der Kaiser den Großherzog abermals. Irgend welche politische Folgerungen find an diese Begegnung natürlich nicht p knüpfen. Sie beweist aber, daß der Großherzog durch die Ereigniffe von 1866 wirklich einen dicken Etrich gemacht hat. Der deusche Reichsanzeiger «öffenlltcht den Wortlaut der Trinksprüche, reiche Kaiser Wilhelm auf den ihm zu Ehren ge- ebenen Gastmählern in Düffeldorf und Köln ge- allen hat. Die viel besprochenen, von alle» An- »eseuden gehörten Worte:Einer ist Herr im Lande «d der bin ich; keinen Anderen werde ich neben lir duldens" find in dem Bericht fortgelaffen. Ge- uochen sind sie indeffen, denn in allen an der Tafel übst aufgenommenen Stenogrammen finden sie sich. >er Kaiser ist wohl der Ansicht gewesen, daß diese ßerkündigung genügt und daß es nicht noch der «tlichen Bekräftigung bedarf, durch welche diese Piehin scharfen Worte nur noch mehr verschärft »ürden. In dem amtlichen Texte heißt eS nur, »ß dem Monarchen in dem auf daS Wohl des kwzen gerichteten Streb«» vertrauensvoll zu folgen .* Die Stelle, welche sich auf den Frieden be-

(Rachdruck verboten.)

Schiffbruch im Hake«.

Novelle von W. Höffer.

(Fortsetzung.)

Und nach einigen Minuten erschien Nora wirklich, sie Haltnng war gemeffener als sonst, ihre Ang-u Ickten ruhiger, stcherer; es war, alS wolle fie ihm ügrn, daß er nichts, gar nichts zn hoffen habe.

Halling ging ihr mit anSgestreckter Hand ent» 4tn.Nora", sagte er,Sie ließen mich vergeblich Orten."

Das jnnge Mädchen blieb vollkommen ruhig. h that mir leid, Herr Halling, aber ich konnte ty anders. Diese Unterredung sollte lieber nicht Utfiuden."

Wiflen Sie baB so gewiß?" fragte er «tt be- Moment Blick.

Ich glaube, ja."

»Ich bin anderer Ansicht, Nora, ich hoffe vieles » dieser Stunde."

Er hielt immer noch ihre Hand nnb als fie ihm «selbe zu entziehen fnchte, nm nm so fester.

»Nora", begann er,er mnß zwischen nnr gur Ortzeit, zur bestimmten Entscheidnug kommen! Ich »rage den gegenwärtigen, nnhaltbaren Zustand nicht chr. Darf ich Ihnen also eine Frage, eine sehr verwiegende Frage vorlegen und wollen Sie mir £ ehrliche, ganz aufrichtige Antwort im voran» »sichern?"

Eie nickte, kaum fähig zn sprechen.Ehrlich nnb Ifta gewiß, Herr Halling."

»Nun gut! Nora, barf ich e» vagen, nm diese Hne Hand al» nm da» höchste Gut der Lebens für *6 zu bitten? Ich, deffen erste Liebe einer anderen Zörte, der Ihnen drei Kinder an» Herz legen oßte, nm--*

Er unterbrach den eigenen Satz. Die Augen de» aadcheu» hatten sich momentan geschloffen, ihr Erficht

zieht, lautet imReichtavz.": .Ich wollte nur, der europäische Friede läge nur in Meiner Hand, Ich würde jedenfalls dafür sorgen, daß er nimmer ge­stört würde. Wie dem nun aber auch sei. Ich werde jedenfalls nichts unversucht lassen, wa» an Mir liegt, daß er nicht gestört werde." Die am 27. v. M. im Reichs Eisenbahnamt begonnenen Verhandlungen zwischen deutschen und österreichisch - ungarischen Kommissaren zu gemeinsamer Umarbeitung der beiderseitigen Betriebsreglements für den inneren Eisenbahnverkehr haben in allen wesent­lichen Punkten zu einer erfreulichen Einigung ge geführt und sind gestern geschlossen worden. DerReichsanzeiger" teilt mit, daß die Ver­handlungen zwischen den deutschen und österreichischen Kommiffaren behufS gemeinsamer Umarbeitung der beiderseitigen Betriebsreglements für den inneren Eisenbahnverkehr in wesentlichen Punkten zu einer erfreulichen Einigung geführt haben und heute ge­schloffen worden sind. DiePost" erklärt, daß da» Gerücht von der Verlobung des Erbgroß- herzogs von Luxemburg mit der Prinzessin Mar­garete von auswärtigen Blättern stamme. Hiesige Hoskreise wüßten nicht» davon. Wie diePost" hört, hat der Kaiser dem Frhrn. Karl v. Stumm den Charakter al» Major verliehen. Se. Majestät teilte ihm gestern in Düsseldorf nach dem Festmahle die Verleihung mündlich mit. Schon ganz nahe dem schützenden Hafen ist das E i n k o m m e n st e u e r - gefetz wieder festgesahren. Entgegen dem Beschlüsse des Herrenhauses hält das Abgeordnetenhaus daran fest, den höchsten Satz der Steuer für Einkommen von über 100 000 Mk. von 3 v. H. auf 4 v. H. zu erhöhen und dementsprechend die Skala für Ein­kommen von 30 000100 000 Mk. von 3 v. H. auf 4 v. H. fortschreitend zu gestalten. Die Vorlage muß nun wieder an daS Herrenhaus zurück. Eine? der beiden Häuser muß nachgeben, welches wird eS aber thun? Beide haben ihre Beschlüsse mit großen Mehrheiten gefaßt und werden schwer davon abzu­bringen sein. WaS die Lage noch besonders kritisch gestaltet, ist der Umstand, daß die Regierung nach der Haltung, die fie in der Sache eingenommen, nur schwer einen Druck auf die Streitenden auSübea kann. Der Finavzminister hatte gegen die Beschlüffe deS Abgeordnetenhauses keinen entschiedenen Wider­spruch erhoben, er war dann in der Generaldebatte des Herrenhauses zwar für die Wiederherstellung der Regierungsvorlage eingetreten, hatte aber und tat weiteren Verlaufe der Verhandlung wiederholt und mit Nachdruck betont, daß grundsätzliche Be»

war weiß und die Lippen bebten. Leise legte er den Arm nm ihre schlanke Gestalt nnb zog fie zu sich.

»Nora, bin ich Dir teuer? Gelte ich trotz allem und allem Deinem Herzen genng, nm Dich die Ver, biudung mit dem viel älteren Manne nicht scheuen zu taffen? Sage mir ein einziges Wort nnb ich will Dir danken, so lange ich atme."

Sie kämpfte mit einer Erregung, die nicht» Ge­machte» hatte; ihre Angen waren immer noch ge» schloffen.Herr Halling---

»O Nora, da» kalte Wort! Hast Du kein andere» für mich?"

Da lehnte fie stumm den Kops gegen seine Schnlter; ein Strom von Thränen löste die Spannung ihre» Inneren. Er hörte seinen Namen, kaum g« flüstert, wie iu banger Scheu, aber er hörte ihn doch nnb bedeckte glückselig ihr Gesicht mit Küssen.

Sag' mir'», Schatz, hast Du mich lieb?" Erfährst Du da» heute erst?"

Wahrlich, ja! Du hast mich niemals in Dein Her, hiuetasehen laffen, hast dnrch keinen Blick, kein Wort Dich selbst verraten. Dafür liebe ich Dich nnr nm so inniger, Dn Süße, Holde!"

Er zwang fie, ihn anzusehen. »Wenn die Blätter fallen, Nara, bann wird unsere Hochzett stattfiudeu."

So bald schon?"

Wünschest Dn e» ander» ?"

»Nein, nein. Aber ich rnnß mm Henle Dein Hau» verlassen, Robert."

Er erschrak. »Da» ertrüge ich nicht, Liebste. Nein, nein, ich mag nicht einmal daran denken. Niemand erfährt, daß wir nu» verlobt haben und so kann sich auch gegen Deine Anweferchett keine Stimme erheben. Wa» kümmern an» überhaupt fremde Menschen? Ich will wahrhaftig nm ihret­willen keine Stunde be» Glücke» verschenken."

»Wir sprechen barüber noch", wandte sie ein. ,Lch werde also selbst Rose nicht in da» Vertrauen ziehen."

Niemand, Schatz, niemand. Ist e» nicht Selig»

nicht zu erheben seien. Gelingt es nicht, überein­stimmende Beschlüffe beider Häuser in dieser Frage hcrbeizuführen, so ist damit die Reform der Ein kommensteuergesetze» auf die nächste Tagung ver schoben und damit der Abschluß der Gesamtreform für die laufende Legislaturperiode unmöglich gemacht. DiePoft" schreibt:In den letzten Tagen der vergangenen Woche war man in Schloß Friedrichs- ruh in großer Sorge um die Fürstin BiSmarck. Zu ihrem alten Leiden Hai sich Atemnot gesellt, so daß bange Stunden kamen, in denen man für ihr Leben fürchtete. Der Fürst kommt fast nicht mehr au» dem Hause, so sehr ist er für die Kranke be­sorgt, um ihr stet» nahe zu sein. Bon seinem Er­scheinen im Reichstage wäre auch ohne die Erkran­kung der Fürstin vor Herbst nicht die Rede gewesen. Dafür spricht auch die dankende Ablehnung de» An­erbieten-, das ihm Herr v. Bleichröder mit lieber- laffung seiner Villa gemacht hatte. Im Herbst wird allerdings der Fürst seinen Sitz im Reichstag ein­nehmen, um gegen den Handelsvertrag mit Oester­reich aufzutreten." DieHamb. Nachr." sind ermächttgt, einen vomTempi" veröffentlichten Brief de» Für st en Bismarck an Gra Moltke vom August 1888 für eine Erfindung zu erklären. Die deutsche Presse hat nur vereinzelt von dem thörichten Machwerk Notiz genommen. In einer Polemik gegen dieFranks. Zig ", die gesagt hatte, die Teilnahme des Fürsten Bismark an den Reichstagsverhandlungen würdedie Be­deutung deS Reichstage- heben", be­merken dieHamb. Nachr.":Daß eine Hebung der Bedeutung des Reichstages heutzutage ebenso­wohl die Aufgabe einer voraussehenden Politik sein könne, wie e8 die Verstärkung des Gewichtes der Krone 1862 war, möchten wir unsererseits nicht a priori bestreiten, weil wir Anhänger des Gleich­gewicht» der verfassungsmäßigen Staatsgewalten find und eine Abschwächung der Bedeutung des Reichs­tages über die Grenzen dieses Gleichgewichts hinaus nicht im Interesse der Nation erachten."

Saarbrücken, 6. Mai. Auf der Grubenab­teilungSerio" des Saarbrücker Bezirks erfolgte gestern eine Schlagwetter-Explosion. Dabei wurden 8 Arbeiter gelötet und 3 schwer verletzt. Die Ur- sachen der Explosion sind unbekannt, die Weiter­führung de» Betrieb» ist nicht gestört.

Attfilatth.

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Wien. Kaiser Franz Joseph hat, wie offiziell

kett, solch ein süße», zärtliche»'Geheimnis ganz für sich allein zn besitzen?"

Und fie lächette glücklich, fie gestand ihm, daß fie ibn geliebt habe, immer, schon damals als eS noch Sünde war. Sie fragte ihn:Mußte ich nicht mit siebenfachen Schleiern mein Inneres verhüllen?"

Das erinnerte ihn jählings an Vergangene», aber er bekämpfte den Eindruck nnb gab sich dem Glücke be» Augenblicke» rückhaltlos hin.

Hier unb da findet sich immer ein Biertel- stündcheu des Alleinseins", sagte er leise.Unsere Zukunft glänzt im hellsten Sonnenschein."

Noch ein langer Kuß, bann trennten fie fich; sobald aber Halling allein mar, fand er, daß jene mahnende Stimme seines Inneren nur übertönt, aber nicht zum Schweigen gebracht war. Er wnßte, daß von jetzt an ein trauriges Geheimnis, ja, ein Drnck sein Leben belast« werde. DaS ließ sich nicht bannen, das war vom Willen und dem Entschlüsse ganz unabhängig.

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Die Neubauten erhoben fich in stattlicher Sollen» >nng; aller Schutt, die Gerüste und übriggebliebeneu Materialien waren entfernt worden nnb täglich trafen ans der Stadt ganze Wagenladungen voll von Maschienenteilen, Kesseln nnb sonstigem Zubehör ein, während ein Transport von Arbeitern mit ihren Familien demnächst erwartet ttnrbe.

Morgen kommt der Jugeuienr, meine Damen", hatte Halltag den beiden jungen Mädchen gesagt. Wir erhalten für die nächste Zukunft einen sehr interessanten jungen Hausgenossen."

Nora wandte fragend den Blick.Der Ingenieur?" wiederholte fie.Unb bei nuS soll er wohnen?"

Halling lächelte.(Bnabe, Fräulein Nora!" sagte er scherzenb. ,Zch kann doch den jungen Herrn nicht im DorfwirtShan» ein quartieren."

Kommt er denn aus der Stadt hierher?" Zunächst, ja. Er ist ein Deutsch-Amerikaner." So! So!"

au» Wien telegraphiert wird, den deutschen Militär- bevollmächtigten Oberstleutnant v. Deine» in Privat- audievz empfangen. Man geht sicherlich nicht fehl in der Annahme, daß Kaiser Wilhelm den Oberst­leutnant 6. Deine- beauftragt hat, dem Kaiser Franz Joseph zu erklären, daß das vorgekommene Pamphlet Offene Worte über die österreichisch-ungarische Armee" an der einzig und allein maßgebenden Stelle in Berlin aufs Schärfste verurteilt wird. Uebrigen» meldet ein süddeutsche- Blatt aus Berlin, da» Militärwochenblatt" werde eine Abfertigung der genannten Brochüre bringen. Die Beziehungen der deutschen zur österreichischen Armee seien jetzt gerade die intimsten, wa- schon die gegenseitige Rekomman- dierung der Offiziere dreier Regimenter beweise.

Rom. Die Kammer hat dem Ministerium Rudini auch in der afrikanischen Frage ein volle» Vertrauensvotum erteilt. Damit ist die Stellung desselben auf lange Zeit hinan- befestigt. Ver­schiedene Personen, welche bei den Maitumulten eine Führerrolle spielten, find jetzt verhaftet, und werden vor Gericht gestellt werden. Nach dem Journal Fanfulle" wurde ein junger deutscher Sozialist, Namen- Körner aus Anhalt, Hörer an der römischen Universität, auf Befehl der Regierung verhaftet und au-gewiesen. In seiner Wohnung wurde ein um­fangreicher Schriftwechsel mit deutschen Sozialisten und französischen Kommunisten beschlagnahmt.

Perris, 6. Mai. Dem Vernehmen nach hat sich die Majorität des Krieg-ratS in der gestrigen Sitzung desselben für die Pläne deS Generals Gillon ausgesprochen, nach welchen die bisherigen Be­festigungen der Stadt Paris durch eine Forti- fikationSlinie ersetzt werden sollen, welche daS Boi» de Boulogne, LangchampS, und die Ortschaften SureSnes, Puteaux, Courbevoie, Asni4res, Neuilly, LevalloiS und Clichy einschließen wird. Die Kosten der Umwandlung, welche auf ca. 150 Millionen Franks geschätzt werden, dürften durch den Bei kauf der Grundstücke der bisherigen Ringmauer vollständig gedeckt »erben. Wie authentisch verlautet, ist mit Rücksicht auf die Lage de- französischen Marktes die Vertagung deS 3prozentigen russischen Anleihegesetzes beschlossen worden.

Brüssel. Im Streikrevier spitzt sich die Lage immer mehr zu. Es wird kaum möglich sein, nach allen Seiten genügende Truppenmacht zu senden. E» ist nicht unmöglich, daß der Streik aller belgischen Industriearbeiter zur Durchführung der Verfassung-« «form beginnt.

Petersburg, 6. Mai. Generalmajor Frolow,

E» klang seltsamerweise, al» habe Nora tu dieser letzteren Thatsache eine Beruhigung gefunden, fie antwortete, daß man, wenn e» nun einmal nicht anders sein könne, wobl dem Gaste die beiden Fremdenzimmer etnränmen müsse und damit schien die Angelegenheit für den Augenblick erledigt, nnr Rose beschäftigte fich mit derselben heimlich immerfort Gestern hatte fie in der Begleitung de» Gutsbesitzer» einen fremden jungen Mann gesehen und war auch von diesem be­werft worden. Für'» Leben gern hätte sie gewußt, ob da» der Amerikaner war, denn es knüpfte sich an diese flüchtige Begegnung sogar etwa» wie ein ganz kleine» Abenteuer.

Al» Halling nnb ber Fremde den Bauplätzen znschritteu, da ging fie selbst in da» Dorf hinab und wurde von dem Gutsbesitzer gar nicht bemerkt, während »essen Begleiter fie sekundenlang ansah und ihr bann päter, al» fie zurückkam, nochmal», nun aber allein entgegenging. Ans ber Landstraße entführte der Wind mit plötzlichem Ruck ihren Hut und warf ihn Über eine Hecke, ebenso schnell aber sprang der Fremde nach und holte den Flüchtling glücklich wieder ein, nm ihr bann denselben mit eleganter Verbeugung zu Überreichen. Dabei war außer ber Begrüßung und dem Danke kein Wort gewähsell worden, aber dennoch lebte die Erinnerung an den kurzen Zwischenfall mit nnverwischlichen Zügen in der Seele be» jungen Mädchen» fort Er war so hübsch nnb bescheiben, der Fremde, so--nun, jedenfalls wollte sie von

der Begegnung mit ihm keinem Menschen etwa» er­zählen, selbst Nora sollte nicht» erfahren und da» wollte bei Rose» Verehrung für ihre Freundin sehr viel sagen.

Ob aber wohl dieser Unbekannte nnb ber ameri­kanische Ingenieur eine nnb dieselbe Person waren; da» hätte Rose wissen wögen.

Die Gastzimmer wurden in Stand gesetzt und am anderen Morgen beim Frühstück sah Halling nach bet Uhr.Gegen zehn Uhr kommt unser Mann", fegte er.Ist alle» bereit, Fräulein Nora?"