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.Für die Kosten ist gesorgt«, sagte Richard, .ich itze noch ein Familievkletuod, eine mit Brillanten etzte Dose, die Friedrich der Große einst meinem ahn schenkte, nab so ungern ich mich auch von
Bild des tiefen Denkers, des großen Feldherrn lebendig erhalten wird. BtS zum letzten Atemzuge hat der Verewigte tn bescheidener Einfachheit, selbst loser Pflichterfüllung und unwandelbarer Treue Meinen Erlauchten Vorfahren wie Mir gedient und durch seine hervorragenden Gaben und seine glänzenden Leistungen in siegreichen Kriegen wie im stillen Wirken deS Friedens sich unaussprechliche Verdienste erworben um den Ruhm der Armee und das Wohl deS Vaterlandes, dessen Dankbarkeit nie verlöschen wird. Um aber dem Schmerz und der tiefen Trauer, welche mit Mir Meine ganze Armer für bett von ihr so hoch verehrten General Feldmarschall empfindet, auch sichtbaren Ausdruck zu verleihen, bestimme Ich hierdurch das Nachstehende:
1. Sämtliche Offiziere der Armee legen vom Ta^e des Eingangs dieser Ordre ab acht Tage hindurch den Trauerflor um den linken Unterarm an.
2. Bei dem Kolbergschen Grenadier • Regiment Graf Gneisenau (2. Pommersches) Nr. 9, dessen Chef der Verewigte fast 25 Jahre gewesen ist, dauert diese Trauer zwölf Tage und bei den Offizieren des Generalstabes — welch letzterer seinem Reorganisator und langjährigen Chef seine ruhmvolle Stellung verdankt — vierzehn Tage.
Ich beauftrage Sie, hiernach daS Erforderliche bekannt zu mache».
Berlin, den 25. April 1891.
zwei Majore vom Generalstabe mit gezogenen Säbel» zu Häupten deS Verschiedenen. Unruhig flackern die I Lichter der neuvarmigen silbernen Kandelaber, von welchen je drei zu beiden Seiten auf hohen, schwarzen Postamenten emporragen. Zitternd fällt der Schein auf den wie in tiefen Schlummer versenkten Feld- herin Bis zur Brust mit einer weißen AtlaSdecke verhüllt, ruht er, bekleidet mit weißem Sterbehemde, im Sarge. Die Hände sind übereinandergelegt, und an dem Finger der einen ist der goldene Reif sicht taf. Ueber ihnen ruht ouf der Brust ein Kreuz von Veilchen, welches die Nichte des Toten, Gräfin Moltke, niedergelegt hat. Aber die Blicke suchen vornehmlich das Haupt des Entschlafenen. Von weißseidenrn, goldbordierten Kissen hebt eg sich ein wenig zur Seite geneigt, scharf und klar ab. Un merklich ist die Veränderung in diesen Zügen, der , Tod hat kaum Gewalt über sie gehabt, unb nur die blauen Augen sind geschloffen, nur der feine, schmale Rund rin wenig verschoben und die Farbe inS gelb liche spielend Wie tiefer Friede ruht eS auf dem scharf gemeißelten Antlitz mit der stark gebogenen käse und dem hohen Schädel.
Die Trauerfeier
l Berlin findet heute, Dienstag, Vormittag um 11 Ihr im Generalstabsgebäude statt. Der Zug mit ber Leiche geht sodann um die Siegessäule herum nb burch bie Alsenstraße nach bem Lehrter Bahnhof. He Truppen bilden mit entrollten Fahnen unb standarten Spalier unb erweisen bem verblichenen seldhcrrn bie letzt:» kriegerischen Ehren. Für Oester- reich nehmen an ber ernsten Feier teil brr Chef bes «neralstabeS, FZM Freiherr v. Beck, sowie eine bordnung bes Infanterie-Regiments „Hellmut Graf loltke" von vier Offizieren. Rußland entsendet bordnungen des Andreas-Ordens, der Generalstabs kademie und des Rjäsanschen Infanterie Regiments st. 69. Der König von Italien, drffcn »Vetter" Verstorbene als Ritter des Annunciaten-Ordens
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(Nachdruck verboten.)
Das Erbe von Nanheneck.
Novelle von Franz Eugen.
(Fortsetzung.)
Marburg,
Mittwoch, 29. April 1891
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! Moltke im Sarge.
■ AuS dem liefen Schwarz des verdunkelte» Trauer- I KaumeS, dessen Fußboden mit schwarzem Teppich I gib dessen Wände mit schwärztm Stoff und Flor | schleifen bedeckt sind, zu welchen sich das dunkle i Srün der Pflanzen massen gesellt, leuchtet im milden 1 Schimmer der Wachskerzen der auf mößiz tohem, schwarz überzogenen Podium stehende, von Kränzen umgebene, h-llgclbe Eichenholzsarg mit der Leiche Hellmuth von MoltkeS entgegen. Zwei Hauptleute fthen ruhig wie au» Erz gegossen zu den Füßen,
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlMteS, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Logier in Frankfurt a.M., Löffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXVI Moffe tn Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln; @. L. “’1 JJ***HJ< Daube u. To. in Frankfurt a- M., Berlin, Hannover, Paris.
war, wird durch den Botschafter Grafen Launay vertreten. Prinz Leopold von Bayern erscheint mit den Chef dis GenrralstabcS der bayerischen Armee, Generalleutnant v. Sandt und dem kommandierenden General des zweiten Armeekorps, Generalleutnant v Parseval. Die bayerische Abordnung bringt prachtvolle Kränze des Prinz-Regenten und der bayerischen Arutee. Der König und Prinz Georg von Sachsen, ebenso die Großherzöge von Hessen und Sachsen- Weimar werden persönlich an der Trauerfeier teil nehmen — Es ist bestimmt, daß der Feldpropst der Armee, Dr. Richter, die Gedächtnisrede halten und der Oberhofpretiger Dr. Kögel die Leiche segnen wird. (Eine Leichen Parade unterbleibt nach dem Wunsche deS Verblichene». Ursprünglich beabsichtigten auch die gesammten Kriegervereine, und zwar in einer Stärke von 8000 Mann, a» der Trauerfeier teilzunehmen, im Hinblick auf den beschränkten Raum ist jedoch ihr Gesuch ablehnend beschieden und ihnen anheimgegeben worden, eine kleine Deputation zur Feier zu entsenden. Die Offiziere der Garnison nehme», soweit sie nicht in der Front stehen, auf dem Alsenplatz Aufstellung. — Der Minister von Maybach hat der Familie v. Moltke für die Ueber- führung der Leiche nach Kreisau einen Sonderzug zur Verfügung gestellt, in dem auch die kleine Zahl von Personen Platz nehmen wird, welche zur Teilrahme an der Feier der Beisetzung geladen ist Wann der Zug die Reichshauptstadt verlaßt, ist noch nicht festgestellt. Gestern früh in der neunten Stunde wurde den Kadetten der Zentralkadettenanstalt Gelegenheit gegeben, die Aufbahrung zu sehen. Da sich auch noch viele Leidtragende auS allen Schichte» der Bevölkerung einfanden, wurde die Leiche wie vorgestern nochmals öffentlich zugänglich gemacht.
Da» „Armee - Verordnungsblatt" veröffentlicht folgende
Allerhöchste Kabinetts - Ordre, betreffend die Trauer um den verewigten General- Feldmarschall Grafen von Moltke:
Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß ist am gestrigen Abend der General-Feldmarschall Graf von Moltke auS diesem Leben abberufen worden. Tief erschüttert sehe Ich den greisen Helden, Meinen treuen Freund und Berater, von Meiner Seite gerissen. Ich betrauere auf daS Schmerzlichste den unersetzlichen Verlust, den mit Mir Meine Armee wie das ganze Deutsche Vaterland erlitten hat. Hohe Ehre sei seinem Angedenken, welche» für alle Zeiten unauslöschlich in den Blättern der Weltgeschichte fortleben und den späteren Geschlechtern das
Gasthof zu mäßigen Preisen ein gute8 Unterkommen gesunden. Aw nächsten Tage werde er seine Nachforschungen beginnen und sobald dieselben ein günstiger Resultat gehabt, werde er es ihr Mitteilen, doch könne darüber vielleicht eine längere Zeit vergehen, da er entschlossen sei, nötigenfalls in den Solddistrikt zn gehen, nm genaue Nachrichten über seinen Brnder zu erh lten. Armgard war sehr erfreut zu höre», daß Richard glücklich daS Ziel seiner Reise erreicht und mit froher Zuverficht an die Ausgabe ging, die zu lösen er fich vorgenommen hatte. Sie laS den Brief so oft, daß die Tante fie neckend fragte, ob fie ihn denn immer noch nicht auswendig könne; und wollte ihr das Herz bei dem Gedanken verzagen, den Geliebten in so weiter Ferne nnb mit der Ausführung eines in diesem wenig zivilisierten Laude mit Gefahren verknüpften Vorhabens beschäftigt zu wissen, daun gab ihr ein Blick aus die teuren Schriftzüge wieder Mut und Hoffnung. ES lag aber Über- Haupt ein beständiger, leiser Druck auf ihrer Stimmung, denn wie liebevoll und mütterlich fich Frau von Waldner auch gegen fie zeigte, so konnte fie eS doch nicht vergessen, baß fie ans dem Vaterhaus gestoßen und auf die Güte einer bis dahin ganz fremden Frau angewiesen war. Wenn fie burch die geftorueu Fensterscheiben — eS war inzwischen längst Winter geworden — aus die enge Straße der kleinen Stadt herab blickte, wo die hohen Häuser Sonne und Lust ansschloffen, dachte fie mit tiefem Heimweh an Ranheneck. Wie oft war fie an solch Hellem Wintertag durch den Park gewandelt, venu ans den weiten SraSflScheu der Schnee, wie mit tausend Brillanten bestreut, funkelte, und jeder Ast und Zweig der hohen Bäume mit weißem Reif überzogen war! Daun pflegte fie mit Epheublättern nnb grünen Tanueuzweigeu einen Kranz für daS Grab der Mutter zu flechten und nach bem Mausoleum zu tragen. „Wer wird jetzt wohl die Ruhestätte der ge- liebten Toten schmücken?« fragte fie fich voll Wehmut, und in solchen Momenten hatte fie Mühe, bie
Gleiches Recht für Alte.
Die nun beendete zweite Beratung bes Arbeiter- schutzgesetze» im Reichstage hat bewiesen, daß bie Forderung nach einem gleichen Recht für alle zwar sehr häufig gestellt, aber viel weniger häufig auch wirklich beachtet wirb. Die Auffassung von bem, was Recht ist, ist mitunter, bas Haden abermals bie Parlamentdebatten gezeigt, recht verschieben. Es war im brutschen Reichstage geradeso, wie im bürgerlichen Lebe». Warum werden dort so viele Prozesse vor Gericht geführt? Weil die streitenden Parteien daS für Recht halten, was in ihrem Interesse liegt. Jeder Mensch hat nun einmal eine starke egoistische Ader, er denkt an fich unb seinen Vorteil zuerst, unb was ihm Vorteil bringt, daS hält er auch für fein gutes Recht. DaS ist menschlich. Ebensowenig wie vor dem Richter das persönliche Interesse mit dem berechtigte» Interesse verwechselt werden darf, ebensowenig darf das aber auch in der gesetzgebenden Versammlung eines große» Staates der Fall
Thräueu zurückzudräuge», welche diese Eriuueruugeu tu ihr Auge lockte». WaS ihr aber das Herz noch mehr bedrückte war, daß fie feit jenem ersten Brief noch keine wettere Nachricht von Richard empfangen, obwohl bereits Wochen darüber hingegaugen; und dies lange Schweigen beunruhigte fie von Tag zn Tag mehr. Die Tante suchte fie zwar damtt zu trösten, daß er ja selbst gesagt, er werde nicht eher schreiben, bis er ein günstiges Resultat zu meldeu habe, aber im Stillen machte auch fie fich eruste Sorgen nm den Neffen. Jede» Morgen stand Armgard mit ber Hoffnung auf, heute werbe ein Brief kommen, unb jedesmal, wenn der alte Briefträger, bet täglich an ihrem Hanfe vorüberkaw, mit einem be> dauernden Achselzucken »ach bem Fenster hiuaufnickte, hinter bem immer ihr fragendes Gesicht erschien, ging eS ihr wie ein Stich durch das Herz. Ihre erfinderische Phantasie walte fich zn ihrer eigenen Pein bann alle möglichen Schreckbilber ans. Bald dachte fie fich Richard krank, in bem fremden Lande schlecht und mangelhaft versorgt und gepflegt, bald sah fie ihn auf seiner Reise nach den Goldfeldern, durch einen räuberischen Ueberfall verwundet, sterbend am Wege liegen. Die Qual der Ungewißheit und der beständig getäuschten Erwartung wurde endlich so groß, daß ihre Gesundheit darunter Ittt nnb Fran von Waldner mit Sorge ihre immer bleichet unb schmälet werdenden Wangen und matten Augen bemerkte. Da hielt ihr eines Morgens ber Btiefbote, als fie wieder angstvoll durch das Fenster nach ihm spähte, lächelnd einen Bries entgegen, und im nächsten Augenblick hielt fie daS heißersehnte Schreiben, deffen Adresse wirklich Richards Schriftzüge trug, in ber Hand. Sie traute kaum ihren Augen, als fie auf bem Kontiert ben Poststempel Liverpool erkannte, nnb kaum hatte fie bie ersten Zeilen gelesen, als ein lauter Freudenschrei ihren Lippen entfuhr uub bie Taute ans bem Nebenzimmer herbeilockte. Mit, fliegender Hast la» fie nun dieser ben Inhalt beS Briefes vor. „Gestern, meine teure Armgard«, schrieb Richard, „bin ich in Liverpool
fein, welche bie Grundlage lür ben Rechibegriff ab* giebt, welche darüber zu wachen hat, daß nicht weite Kreise bevorzugt, andere benachteiligt werden. So ist auch bei den Erörterungen über da» Arbeiter* schutzgesetz häufig der Versuch gemacht, persönliche Wünsche und egoistische Forderungen gleichbedeuteud zu machen mit Recht und berechtigten Ansprüchen. Dies Recht, welche- die sozialdemokratischen Arbeiter verlangten, hatte aber ein riesengroßes Loch, sie hatten bei ihren Forderungen gerade bie Hauptsache» übersehen. Keine Klassengesetzgebung! DaS ist in unserer heutigen Zeit der sozialen Bewegung ein oft gehörter Ruf, unb niemand wirb bestreiten, daß tat deutschen Reiche noch ein gutes Stück bestehender Klassenvorurteile vertilgt werden kann, bem wir keine Thränr nachzuweinen brauche». Zuftieben wirb niemand fein, bie Gesetzgebung ist auch keine Dienerin bet persönlichen Interessen, sie bient bem Wohl bet Nation, bas nicht darin liegt, daß jeder machen kann, was et will, sondern darin, daß alle sich eben bem Gesetz untcrorbnen. Das ist daS gleiche Recht für alle, bas wahre gleiche Recht. Alles anbere ist Phrase oder Heuchelei.
WaS im Reichstage verschiedentlich gefordert wurde, sollte dem Arbeiterfchutzgesetz den Charakter einer sogenannten Klassengesetzgebung nehmen. Die Annahme dieser Forderungen hätte aber das direkte Gegenteil bewirkt, dadurch gerade wäre das Gesetz zu einem Kloffengesetz geworden. Es wird für den Arbeiter die volle Gleichberechtigung mit dem Arbeitgeber gefordert, in Worten aber nur, durch die Thal wird versucht, den Arbeiter über den Arbeitgeber zu stellen unb bas geht nicht, toeti es ber natürlichen Entwicklung bet Verhältnisse iuS Gesicht schlägt. Die Entwicklung unserer unb aller industriellen unb gewerblichen Verhältnisse zeigt, baß erst die Industrie ba war, dann die Arbeiter. Die Industrie hat die Industriearbeiter geschaffen, nicht aber ist das Umgekehrte der Fall gewesen. DaS muß man sich stets vor Augen halten, wenn man die Verhältnisse richtig beurteilen, wenn man ein Experimentieren verhüten will, daS keine andere Folge hat, al» den Hunger!
ES ist sehr verfehlt, an brutale Gewalt zu denken, in ihr ein Mittel zur Beseitigung aller Hindernisse zu sehen. Wer daran glaubt daß er mit der Faust und der Axt die Welt reformieren kann, ist ein Thor, er wird nur unter den Trümmern dessen, waS er zerstört, begraben werden. DaS deutsche Volk hat auch in allen feinen Kreisen einen gefunden praktischen Sinn; man kann ärgerlich und verdrießlich sei», man kann in solchen Momenten
gelandet unb bin glücklich, Dir sagen zu können, baß meine Reise ben vollkommensten Erfolg gehabt. Eta wunderbarer Zufall hat mir ben Manu eutgrgenge- führt, ber Ferbinanb lange gekannt und bei seinem Tobe gegenwärtig mar. Doch ehe ich Dir wettet erzähle, waS ich von ihm gehört, will ich Dir vor allem ben Gruub meines langen Schweigens erklären, das, wie ich fürchte, Dich unb bie gute Tante recht beunruhigt haben wirb, ober bie Nachrichten, bie ich Hütte geben müssen, würden Euch noch viel mehr Angst unb Sorge bereitet haben. Meine Nachforschungen blieben in Melbourne ganz erfolglos, weder eine Behörde noch eine Privatperson konnte mir auch nur einen Fingerzeig geben, ob Ferdinand tot sei ober lebte unb wo er zu finden. So entschloß ich mich beim, nach bem Golbdistrikt zu gehen, aber sei es Folge beS ungewohnten Klimas ober aller bet Aufregungen, welche bie letzten Monate mir gebracht: ich erkrankte plötzlich so schwer, baß an Reisen nicht zu denken war. WaS ich tn jenen Wochen gelitten habe, bie ich, elenb und krank, allein mit meinen traurigen Gedanken in dem kahlen, dürftigen Zimmer de» Gasthofs verbrachte, können Worte nicht anSsprechen. Nicht nur bie Vorstellung, daß ich so verlassen und fern von Dir, mein süße» Lieb, in diesem fremden Lande vielleicht sterben müsse, quälte mich, sondern auch die Sorge, daß meine Geldmittel durch die Kosten bet Krankheit aufgezehrt werden würben unb ich nicht weht bie Kosten der Reife nach den Golddistrikten befreiten könnte, so daß ich unverrichtetet Sache wieder nach Hause zutück- kehten müßte. Znm Glück hörte ein tn Melbourne lebender deutscher Arzt, ber in meinem Gasthof seinen MittagSttsch hatte, baß ein SaubSmann von ihm dort krank barnieber liege, er besuchte mich darauf, nahm fich meinet in jeder Weise an, und seinem freundlichen Zuspruch dankte ich e», daß ich nicht ganz der Verzweiflung anheim fi-l. AIS wir näher bekannt geworden, teilte ich ihm mit, welches Anliegen mich nach Australien geführt und wie vergeblich bis jetzt
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn« und Feiertagen. — Ouartal-Abonnements-Preir bei der Expedition 2‘/t Ml, bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnserttonsqebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
,O, thue da» nicht!" rief Armgard, entsetzt bei Gedanken, daß der Geliebte ans eine so nn» ere Hoffnung hin eine solche Reise unternehmen e, und vor ber langen Trennung bangenb.
.Versuche nicht, mich in meinem Entschluß wankenb machen«, sagte er, „Du erschwerst mir dadurch ben Abschied, denn reifen will und muß ich.« „«bet hast Du auch an die Kosten bet Reise ge. t?« wandte Frau von Waldner ein, „Du hast Vermögen und ich bin leider außer Stande, Dir i Ke Beihilfe zu gewähren, da ich nur von meiner Mtt, «ittwenpenfion und einer Leibrente lebe.«
MedjÄe 3i’iliini|
i Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. —
Illustriertes Sonntagsblatt. Expeditton: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
teuer» Erbstück trenne, so bin ich doch ent» jlrllfloffen, e» zu verkaufen und von dem Erlö» bie 3 Reisekosten zu befreiten.«
[15 Vergeben» bemühte fich Atmgarb, ihn von seinem ■j Krsatz abgubringen, er blieb all ihren Bitten nnb lUf Hräneu gegenüber fest, nnb schon am nächsten Tage Khm er Abschied von ihr nnb feiner Tante, nm zu Stofe alle» Nötige zu otbnen unb fich so rasch als Uflltdj nach Liverpool zu begeben, von wo, wie er . ^tfllRefen, tu bet Kürze ein Schiff nach Australien ab, ikMhen sollte.
9 * Richard hatte Armgard versprochen, ihr gleich b seiner Ankunft in Melbourne zu schreiben, und Aich erhielt fie auch pünkttich den sehnlich er. . tteten Brief, bet in einem heitern und hoffnnng»- ■ßercigwen Ton geschrieben mar, von feiner glücklichen L angenehmen Ueberfahrt erzählte und den groß.
len Eindruck schilderte, den die australisch, Metro, ans ihn gemacht, mo et in einem anständigen