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(Nachdruck Veristen.)

Das Erbe von Laubeneck.

Novelle von Franz Eugen.

(Fortsetzung.)

Unser MoltKe tat.

Die Majestät des Todes hat plötzlich, ohne die geringsten Vorboten ihre düsteren Schatten über einem Hause ansgebreitet, welche- einem der edelsten Söhne des Boterlarde», einem der ruhmvollsten Kärger, einem der größten Patrioten zum lnbge- wordenen Heim diente. Schmerzlos, sanft ist der größte Heerführer unsrier Zeit auS seinem arbeit-- und thatenreichrn Leben abterufen, ein beneidens­werter Tod nach einem gewaltigen Leben. Unser Moltke tot!, der Trauerruf flog blitzschnell durch die deutschen Gauen, Moltke tot!, so hallte es wieder in allen Ländern der Erde. Ein Stück

,arn,flati>8 Mutter ruhte; dahinter behüte eta stolzer Buchenwald, von gelbschimmernde» s? wett b«8b»nn, 9f*#SBkftn und alles, kret<6*e' Rauheneckscher Besitz. Armgard waudte deu Kopf zur Seite, nm Rtchwcd die Thräueu zu verbergen, bte stch Heist in ihre ttr8bttb«6tofh^h tooELte zeigen, wie schwer ihr der Abschied von der Heimat wnrde. Aber er erriet ihre Empfiudnngen, nnd sie sanft ex sich ziehend, faßte er: ,j®n opferst mir viel, Armgardf Q. Sie lächelte ihn nnter Thränen an. ,Jn Deiner Liebe finde ich Ersatz für alles.*

Er küßte ihre Thränen fort, fich im Stillen ge­lobend, daß fie es nie berenen solle, nm seinetwillen Sm ,6efleb8 Daterr nnb das Erbe von Rauheueck verzichtet zu haben.

^"0°rd hatte, während fie an Richards Sette S Eiseubahucoup- saß nnb nach E......dem

Wohnort seiner Tante, snhr, immer das Gefühl, al» eL ?e. Einem schweren Traum befangen, nnd mtt heimlichem Bangen dachte fie daran, wie jene ihr fremde Fran fie, die heimatlose, enterbte Tochter, taObeaffi9efl,,flrM,)* Aber W« der erste Blick Jrem KH<5e Autlttz der alten Dame L"^"del>enken, wie eine geliebte Tochter ItÄLk £t0H üt>nJBaWner nnb erklärte fich, als Richard ihr erzählte, was hente in Ranheneck herzlichsten Worten berett, die Brant ihre» Reffen so lange bei fich anfzuuehmen. Daabi»n» m dta"de sei, ihr eine Heimat zu Mete? a ? t«uge Paar begann nnn mtt ihr Pläne für seine Entwerfen, nnb Richard erklärte sofort nit Bestimmtheit, seinen Abschied nehmen zu wollen, >a er, ohne eignes Verwögen, an eine Heirat mtt llrm9ard, wenn er Offizier blieb, in gehren nicht RnrfM.10^»arm0atb widersetzte fich lebhaft dies« Vorsatz» wett fie wnßte, welch ein Ovker er ihr mtt nr» Ä triueS Berufes brachte, aber er schlug

$re Slntoenbnngen damtt nieder, daß er zur Seiet griff nnd sofort sein AbschiedSgesnch anffltz^

ISS, w.

Wöchmüiche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Slug. Koch.

Moltke, des Vorbildes des deutschen Soldaten, ge­denkt und bis zur Beisetzung eine Armeetrauer an­ordnet. Biß dahin darf auch bei den Truppen da» Spiel nicht gerührt werden. Die Leichenparade wird r?en bestehenden Bestimmungen erfolgen. Der Großherzog von Baden, welcher am Sonntag sein Militär Jubiläum feierte, hat alle für diesen Tag angeordneten Militärparaden der badischen Truppe» aufgehoben. Alle kommandierenden Generale, sowie Deputationen der Regimenter, deren Chef der Feld­marschall war, auch aus Oesterreich und Rußland, kommen nach Berlin. Der Große Generalstab der deutschen Armee veröffentlicht folgende» Nachruf: Testern Abend vollendete sein Heldenleben der Generalfeldmarschall Helmuth Graf von Moltke. 55 Jahre hat er dem Generalstabe angehört, 31 an der Spitze desselben gestanden. Chef de» Generalstabes, hat er doch seinen Platz unter den ersten Feldherren aller Zeiten eingenommen. Damit n *« nicht nur dem Generalstabe unserer, sondern

, "Eken eine Bedeutung, welche zu bewahre» die Ausgabe bildet, die er uns hmterlaffen. Berlin de» 25 April 1891. Im Namen der Offiziere des > Generalstabes Graf von Schlieffen."

Dem Fel-marschaü Arafat Moltke widmet der amtlicheReichsanzeiger-einen längere» Nachruf, in welchem es heißt:Deutschlands großer Heerführer, der General-Feldmarfchaü Graf von Moltke ist auS dieser Zeitlichkeit abberufen worden: *>n Herzschlag bereitete am Freitag in der zehnten Abendstunde dem thatenreichen und ruhmvollen Leben der großen Manne« ein jäheS Ende. Seine Majestät der Kaiser und König, seine erhabenen BundeS- genoffe», dar ganze preußische und deutsche Vater- land trauern an der Bahre des großen Schlachten- denkerS, der Preußens und Deutschlands Heere von 8» Sieg geführt und ihre Fahnen mit unver- welklichem Lorbeer umwunden hat. Mit ihm wird einer der größten Helden aller Zeiten, insbesondere drese» Jahrhunderts und der Zeit der nationalen Wiedergeburt Deutschlands, zu Grabe getragen. Nach dem Hinscheiden des hochseligen Kaiser Wilhelms Maiestät und des hochseligen Kaiser Friedrich Majestät ragte Graf Moltke als ein lebendiges Denkmal der großen Zeit des nationalen Aufschwungs in die Gegen­wart hinein: und Verehrung, Dankbarkeit und Liebe empfanden alle Glieder der Nation, Hoch und Niedrig, Alt und Jung, für diesen Paladin der großen Kaiser-, und selbst diejenigen Nationen, die er im blutigen Kampfe befiegte, konnten ihm die schuldige Ehrfurcht

ÄDie Armee.

Kaiser Wilhelm hat eine KabinettSordre erlaffen, sagte der Major, j welche in überau, herzlichen Worten des Grafen

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Heere erhielt und damit den Dank«und Dreßler kann u»S etwa, Vorspielen." Während Ä b s $Ba,Iarb >h>" schuldet. Der dem war der Feldmarschall ausgestanden und hinaus- belcheidene Mann der niemals und zu k-iner Zeit l gegangen. Bald darauf hörte der Major em dumpfes seme Person m drn Vordergrund stellte, hat bis I Stöhnen, eilte hinan» und fand feinen Onkel aus- jut lebten Stunde rm Dienste der deutschen Sache rechtstehend an die Thür eines Nebengemache, ge- !!heitett"uns»"'**"< Tag-stines Leben, lehrch faßte ihn gegen die Stirn und bemerkte, daß °Tb,7ete « s" an einem Plane zur m.li-1 der Kopf ganz starr war. Er ries:Komme schnell tärischen Ausnützung de- Nordostseekanals. jemand her!" worauf der Feldmarschall die Frage .. , H^'s'h runb «hebend wirken heut am Abschluffe lau seinen Neffen richtete:WaS meinst Du?" al» nl" etlbe,n?U 6a^n bte SBoItf' toeW,e s'i«E kais.r-I die Diener herbeigeeilt kamen, war der Graf schon manchem Geder k,age an ihren bewußtlos, und so trug man ihn in das Schlafzimmer Paladin richteten und in denen sie vor aller Welt I und legte ihn auf daS Bett, wo er sogleich verstarb bezeugten, Mit wie klarem und bewährtem TT M, .r. W '

mit wie selbstloser Hingabe derselbe ihnen zur Seite - U. vvk Mv^KttS

nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», soime d,e Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler mFrank^rt a.M., Cassel Magdeburg u.Wien; Rudolf XXVI Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; @. L AA1 Daube u.Lo.in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari»

Seiten von Geistesstörung, wenn Ihr Onkel ihm I Gespräch, .denn bei der GemütSüim^^b^ä trotzdem volle» Glauben schenkt, denn die Papiere,«Vaters ist, wen» Sie fich seinem Willen nt&t bk e5rraDrlem0t/i ^nbund in bester Ordnung."«fügen, vorerst Ihres Bleiben» in diesem Hanse n <^t stEstohleu werden könnten l" I nicht mehr." *

Ditdetb»?ttUbeneMb ^?i?u htoS^srKi81 tod<6e bi<3flfle beS Fremden«, fort'ko» Änb'b«^JTgimffl S

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tt, mi® Dicken dieses kraoken Greises sprach?- I Angenblick an sagte mit ei» inneres Gefühl, daß?er I sammeutraf.^ b"'°ti ^erbtnanb zn- & fSi°?Hrttng8 Sie in dem schreckt" n^dttR^

^zurechnungsfähigen Mann soll baSStt" und Äe »MnMerti $8 SaterFfo «BftMnommen^bai1©?

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- - I mein» Mutter", versetzte Richard. |tn bem rasch dahin tollenden Wagen, aber als fie

Seschichte war ivS Grab gesunken, der Tod hatte gestanden habe. Steht die Nation trauernd an der Kaiser Wilhelm befand sich auf einem Jagdaus-

ben unüberwindlichen Feldherrn überwunden,- doch Bahre de, viel verdienten, drS hoch bewunderten stuge auf der Wartburg in Thüringen, al» ihn die

er erschien ihm freundlich und mild, ohne eine rechte Mannes, so mischt fich in daS Gesühl der Trauer Kunde von dem plötzlichen Hinscheiden de» von ihm

Erkennung deS Zustandes schlummerte unser Moltke und der Wehmut doch da« Bewußtsein, daß ba8, P. hochverehrten Feldmarschalls ereilte. Das Bei-

hinüber m die Ewigkeit. Feldmarschall Graf Moltke erstrebt und errungen,I leid-telegramm de- Monarchen Familie des

Lebendig tritt in dem welthistorischen Augenblick I und wofür er mit Einsetzung st inet letzten Stäftel®111^ Moltke soll folgenden Wortlaut gehabt haben: stwe, Scheiden, auS der Mitte drS ihn nicht »urlgewirkt hat, von der Gesamtheit des Volkes als ein -3$ bin tief erschüttert. Ich habe eine Armee

teuere» Vermächtnis bewahrt werden wird, an dem vEtlore»! Ich kehre sofort zurück.' Der Kaiser

Bild de» Verewigten, daS stlbst bte bitterste auch die Vergänglichkeit der Zeit nicht zu rütteln Itta' 0U4 bereit» am Sonnabend Nachmittag 5 Uhr Leidenschaft der Fernde in kemem Punkt zu entstellen l vermag. Und wen» daS Vaterland fich erinnert, toieber * Berlin ein und begab fich sofort in da»

«rmochte, ein Bild de» schlichten, gottergebenen wo» ihm der verewigte war, wenn die Klage der I GeneralstabSgebäude, vom gegenwärtigen Chef de»

Manne», de» femfinnrgen, für alles Schone undITrauer weithin durch daS Land schallt, dann erhebt Generalstabes, dem Grafen Schlieffen, sowie dem Edle begeisterten Denkers, em Bild des unermüdlich I sich auch vor unserer Seele sein edle» ruhevolles Grafen Waldersee empfangen. Der Kaiser reichte wirkenden Staat»dteoer», de» gen alen Feldherrn Antlitz, und lenkt Denken und Empfinden auf den! den Herren die Hand und schritt sodann die Treppe m» entgegen. Seitdem Tode Kaiser Wilhelm» I Monn, dem seine eigene Zeit die unvergänglichsten b,nQuf- die Gattin de» Major» von Moltke, die Kr atteste und größte Soldat des vaterländischen Ehrenkränze reichte, und deffen rem menschliche Größe Richte des Toten, den hohen Besuch begrüßte. Heere», stand der Heimgegangene geehrt und be-Iin der Hoheit de» Charakter», in der Gottesfurcht Kaffer Wilhelm nahm dann auS der Hand eine- wundert von sedien Zettgenoffen da, die in ihm nicht und Milde de» Wesens einen so leuchtendkn AuS- Dieners einen bereit gehaltene» Kranz. Dieser mr den verdienstvollen Heerführer und Schlachten- druck sand. Friede seiner Asche und Ehre seinem M Blütenknospen tragendem Lorbeer geflochten, knta, sondern vor allem den mit alle» Tugenden «Andenken für alle Zeiten, bei allen Deutschen. | W eine lange weiße Schleife mit dem kaiserlichen -Een Menschentum» geschmuckttn ZeitgenoffenI ... . ! Monogramm in Golddruck. Mit dem Kran» In der

schätzen. Ein Führer und Bahnbrecher im Reich! MS MttltKkS letzte« «Hand begab fich der Kaiser durch da» Arbeitszimmer

der Anschauungen und Gedanken des modernen I AttgetttzlÜKe«. m da» angrenzende Sterbegemach. Mit Thränen

«ttegeS, war der ehrwürdige Veteran die Hoffnung Der Feldmarschall hatte Freitag Nachmittag, '« btn Augen trat der Monarch an das Sterbebett Md ier Stolz der Natton, welche seine Ehrentage gesund und frisch, seinen gewohnten Spaziergang heran, während alle übrigen Personen in einem

p» den chrigeu machte. Unvergänglich sind mit | gemacht, und abends hatte er stch mit seinem Neffen | Nebenzimmer zurückblieben. Nachdem der Kaiser

stwem Namen die Erinnerungen an die ruhmvollen dem Major von Moltke, und deffen Gemahlin zur 'mige Zeit tat füllen Nachdenken verharrt hatte

Legebenherten verknüpft, welche zu der ungeahnten herkömmlichen Whistpartie hingesetzt, bei welcher auch legte er den Kranz auf da» Bett nieder und wandte

Erhöhung der Macht und Größe unseres Vater-1 der MusikN-igent Dreßler zugegen war, welcher den! bann wieder der Familie de» Toten zu. Er I-nd« geführt haben. Feldmarschall schon oft durch seinen musikalischen, ^dachte der Größe des Verluste» und sprach der

4.. K6«!8'»« gehobenen Herzens erkannte es Vortrag erfreut hat. Während des Spiels holte trauernden Familie sein Beileid aus in ergreifenden ^,bE^tsche Volk an, als Kaffer Wilhelm II. den I der Feldmarschall mehreremale tief Atem, was bem | Wörtern Erst nach einer Viertelstunde verabschiedete »ie Bi verblichenen trotz vorgerückten Lebensalter», nicht «Major ausfiel und diesen zu der Frage veranlaßtebet Kaiser und fuhr, von der Menge begrüßt, r,t,7" Ms dem Armeeverbande scheiden ließ, so lange unserOnkel Helmuth, ist Dir nicht wohl?" worauf jener "°ch dem Schloß zurück. '

?°l'ke unter den Lebenden wandelte, daß er den antwortete,Nein, mir ist gar nicht recht wohl" "

Hilden, deffen Name mtt dem Andenken an eine dabei sah er ganz verdrießlich auS.Dann wollen

21253 der größten Epochen der deutschen Geschichte ver-Iwir mit dem Spiel aufhören

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Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preir bei der Erpe» rtVlIlWA.

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Dienstag, 28. April 1891.

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