Beilage pt Nr. 94 der MerhePchen Zeitung.
Der Kampf Wißmauns mit -e« Wakiboscho.
Heber den Kampf, welchen Major v. Wißmann gegen den Häuptling Sinna von Kibofcho zu bestehen hatte, veröffentlicht die Deutsche Colonialzeitung folgenden Bericht des ReichscommiffarS an den Reichskanzler:
Mastude, den 8. März 1891.
Ew. Excellenz melde ich ganz gehorsamst, daß ich am 11. Februar d. Js. von Moschi gegen den Häuptling Sinna aufgebrochen bin. Sinna hatte, wie bereis früher berichtet, ostentativ die deutsche Flagge niedergeholt und an ihrer Stelle die rote Flagge des Sultans von Zanzibar gehißt; er hatte ferner eine friedliche Landschaft, welche unter dem Schutze der deutschen Flagge stand, überfallen, ausgeplündert und einen Teil der geraubten Menschen an Sklaven Händler verkauft und allen Warnungen und Drohungen meines Stationschefs von Moschi Hohn gesprochen, — Sinna war überhaupt im Laufe der letzten Jahre eine Geißel der Bewohner des KilimandscharogebteteS geworden und höhnte über die Macht der Weißen, die er erst sehen müsse, bevor er an sie glaube. Meine Truppe in Stärke von einer Compagnie Sudanesen, zwei Compagnieen Zulus mit einem 4,7 ora Geschütz und dem Maxim Gun hatte ich zwecks Ausnutzung eines eventuellen Sieges sowie besonders um einen Präcedenzfall zu schaffen, daß die unS befreundeten Eingeborenen mit uns zusammen kämpfen, durch 400 Dschagga- krieger, die der Häuptling Mandara stellte, verstärkt.
Nach einem Tagemarsch längs des Südabhanges des Kilimandscharo stieg ich durch ein reich bewäffer- tes, äußerst fruchtbares Gebiet die Länge des Gebirges hü auf. Gegen Mittag des zweiten Marsch tages stieß ich auf die Vorposten des Häuptlings Sinna,- zwei Mann wurden überrascht, gefangen und zur weiteren Führung gezwungen. Nach weiterem einstündigen Marsche durch dicht bevölkerte, jetzt aber flüchtig geräumte, reich angepflanzte Höhenzüge gelangte ich an einen übersichtlichen Bergzug, dessen Rückenlinie von einem tiefen Graben gekrönt war. Ringsum hallte das Gelände wider von dem Kriegsgeschrei der Wakiboscho, die, zürn' Te l noch ihr Vieh vor sich hertreibend, alle nach einer weiter gelegenen, mit Bananen dicht bestan denen Höhe, auf deren Kuppe die rote Flagge wehte, im vollen Kriegsschmuck zueilten. Ein heftiges Feuer aus dem erwähnten Graben, das mich zur Entwicklung zwang, verschaffte dem von allen Seiten herbeieilenden Feinde Zeit, sich zu sammeln. Nach kurzem Feuergefecht schickte ich die Teten- Kompagnie vor, und nahm d eselbe mit dem Bajonett den vom Feinde bis auf die nächste Annäherung der Kompagnie gehaltenen Graben; der Feind trug einige Tote und Verwundete mit sich, verschwand aber sehr bald in dem vorerwähnten dichten Bananenwald. Ich zog meine Truppe zusammen, l-eß die Trägerkolonne mit ihrer Bedeckung im Graben Stellung nehmen, befahl den Wadschagga- Kriegern, sich auf der weiter rückwärts liegenden Höhe zu konzentrieren, und ging zum Angriff auf den vorliegenden, vom Feinde, nach d-m betäubenden Kriegsgeschrei zu urteilen, stark besetzten nächsten Höhenzug über. Schon jetzt wurde es mir klar, daß ich über die Stellung des Feindes durchaus falsch berichtet war. Ohne auch nur einen Menschen zu sehen, erhielten wir aus den Bananenpflanzungen ein wie gewöhnlich schlecht gezieltes, aber heftiges Feuer- ein Sudanese fiel, ein Europäer und ein Zulu wurden verwundet.
Ich dirigierte mich mit zwei Kompagnien gegen den höchsten Punkt der Anhöhe, während die dritte Kompagnie in meiner linken Flanke auf die voraussichtliche Rückzugslinie deS Feindes nach dem Gebirge zu vorging. Da ich nach Meldungen annehmen mußte, daß daS Terrain um die weiter vorwärts liegende Boma deS Häuptlings Sinna frei fei, nahm ich die Geschütze mit mir — leider sollten mir dieselben tu dem denkbar ungangbarsten Terrain noch manche Schwierigkeiten bereiten. Der Bananenwald war vom Feind geräumt und wimmelte von Rindvieh, daS die sich nach der Soma Sammelnden nicht schnell genug hatten forttreiben können. Ich stand plötzlich vor einem drei Meter breiten und sechs Meter tiefen Graben, der sich rings um die Anhöhe zog; das Gelände war so dicht bewachsen, daß die Truppe hier und dort aus einer Entfernung von einigen Schritten Feuer erhielt. Lebhaftes Feuern links zeigte, daß auch die detachierte Kompagnie auf Widerstand gestoßen war. Da durch einige Verwundete unser Vormarsch sehr ausgehalten wurde, so ließ ich dieselben unter dem Schutze einer Abteilung am Graben zurück. Nicht ohne Mühe ward letzterer überbrückt und überschritten. Wir gelangten jenseits in ein jeder Beschreibung spottendes Gewirr von Hecken, Pallisaden, Verhauen und Gräben; jedes einzelne kleine Gehöft war stark befestigt, und, wie sich später heraukstellte, war das besonder- stark verbarricadirte Gehöft deS Häuptlings von etwa 100 Meter im Radius von solchen Befestigungs abteilungen umgeben. Eine Uebersicht über die Truppe war ausgeschlossen,- man sah nur den Mann
vor sich und hinter sich, denn im Gänsemarsch mußte sich die Colonne, von rechts und links von unsichtbaren Feinden beschoffen, durch die Hecken ihren Weg bahnen oder in gebückter Stellung durch die schmalen Pforten drängen. So eingepfercht war oft die Schritt für Schritt vordringende Truppe, als ein Sulu einen Sperrstich erhielt von einem Feinde, den er nicht sehen konnte. Unter diesen Umständen war die einzige Maßnahme, welche uns vor bedenklichen Verlusten schützte, die, daß die vorwärts dringende Truppe fortwährend rechts und links ins Dickicht schoß. Nach einstündigem, ich kann nur sagen Durchwürgen durch diesen Irrgarten in der Richtung auf die linke Flügelkompagnie, die offenbar freieres Terrain haben mußte, da sie mehrfach Salven abgab, trafen wir mit derselben auf einem freien Platze von etwa 60 Mir. im Geviert zusammen. Jedoch auch hier war das Bleiben, besonder- für eine größere Truppe, ganz unmöglich, da wir unausgesetzt von allen Seiten, auch von einer benachbarten, gleichfalls mit Bananen dicht bedeckten Höhe Feuer erhielte». Ich konnte hier wenigstens unter dem Schutze eines mächtigen Baumes die Verwundeten sammeln und die Truppe zusammenziehen, bis auf einen Zug, der in dem Gewirre abhanden gekommen war. Wir mußten nach früherer Aussicht dicht bei der Borna de- Häuptling- sein; —ich unterließ jedoch eine weitere Untersuchung, da meine Leute nach fünfstündigem Marsch und zweistündigem Gefecht in glühender Sonnenhitze (bei unbedecktem Himmel in der heißesten Jahreszeit) sehr ermüdet waren uud beim Versuch des Eindringens in die besonder- stark befestigte Borna mehrfach aus allernächster Nähe verwundet wurden. ES war vor allem nicht möglich, auS dem Gewirr der BomaS heraus die Lage zu übersehen und beschloß ich daher, nach der Stellung, wo die Trägerkolonie lag, zurückzukehren, der Truppe Ruhe zu gönnen und die Verwundeten in Sicherheit zu bringen. Auf der Höhe, auf der ich zuerst auf den Feind traf, nur 300 Mtr. von der Borna deS Häuptlings entfernt, durch eine tiefe Schlucht jedoch von letzterer getrennt, lagerte ich mit der ganzen Truppe in dem bereits erwähnten Graben, der uns gegen das unausgesetzte, wenn auch ziemlich wirkungslose Feuer des Feinde- Deckung bot.
Erst am Nachmittag näherte sick>, fortwährend nach allen Seiten hin das Feuer erwidernd, der abgekommene Zug und stieß, heftig vom Feinde verfolgt, zu unS. Schwere Verluste hatte der Feind, als er sich bei dieser Verfolgung auf- freie Terrain wagte, denn ich hatte im Grabe» sämtliche Europäer zum Feuern auf die sich irgendwo aus dem Dickicht heraus wagenden Feinde an treten lassen. Trotz schwerer Verluste, die hauptsächlich auf das prompte Arbeiten de- Maxim-Gun- wie da- wohtgezielte Schützenfeuer der Europäer zuiückzusühren sind, versuchten die Wakiboscho unausgesetzt fast eine Stunde lang in kleinen Trupp- gegen unsere Stellung einen Vorstoß zu machen, wozu sie offenbar unser scheinbarer Rückzug in die gesicherte Post'.ion verleitete. Da die Dunkelheit hereinbrach, blieb ich mit der Truppe auf derselben Stelle, um am nächsten Morgen den Angriff wieder auzunehmen, wenn nicht die Wakiboscho, durch starke Verluste eingefchüchtert, Unterhandlungen einleiten würden. Diese waren jedoch weit davon entfernt; sie umschlicken uns vielmehr fast auf allen Seiten und schoffen mit Pausen fast während der ganzen Nacht nach unferm Lager. Auch belehrte un8 das deutlich vernehmbare Holzschlagen, daß sie noch an der Befestigung ihrer Bomas arbeiteten. Da wir die Entfernungen ungefähr kannten, so dämpfte ich daS oft in der Nacht erhobene Kriegsgeheul durch eine Lage Maxim feuer in ter Richtung deS Geschreis. Am nächsten Morgen hieß es, daß man uns nur getäuscht habe, die Wakiboscho feien alle ins Gebirge entflohen. Ich schickte zunächst eine stärkere Patrouille, die jedoch bald die Meldung sandte, daß die Boma, und zwar nur die innere, stark besetzt sei. Da ich jetzt die örtlichen Verhält- n'ffe bester kannte, sandte ich Chef Johanne- mit za ei von Dr. Bumiller und gemi aut Priuce geführten Abteilungen nach der Boma. ES wurde nun unter fortwährendem Feuer ins Dickicht in grober Linie auf den Flaggenmast Sinna- eine Boma nach der anderen niedergehauen. Auf Mel düng, daß die Truppe sich fast verschossen habe, sandte ich eine weitere Abteilung unter Leutnant v Zitzewitz und de la §i6moire zur Unterstützung, und gelang es nun, in da- Innere einzud'.ingen. Wie von der Erde verschlungen waren die für Neger erstaunlich zähen Verteidiger verschwunden und zwar zum größten Teil in langen, höhlenartigen Gängen, deren Oeffnungen in die vorher beschriebenen tiefen Gräben mündeten (solche Höhlen sind an diesem Abhange deS Kilimandscharo häufig). ES wurden viel Pulver, Waren und Waffen erbeutet und der um einen Mächtigen Baumstamm aus Stroh erbaute Flaggenturm sowie das Wohnhau» Sinna» angezündet. Eine starke Explosion von verstecktem Pulver blieb trotz der Nähe unserer Leute schadlos. Jetzt sandte ich die Dschagga - Sieger Mandaras vor, um Gefangene und Beute zu machen. Es wurden innerhalb zwei Stunden, in welcher Zeit die Wadschagga auch die Verfolgung deS flüchtigen Feinde» übernahmen, 60
Gefangene, meist Weiber, weit über 2000 Stück Rindvieh, geg«n 3000 Stück Kleinvieh und einige Waren kingebracht. Am selben Tage noch trat ick den Rückmarsch nach Moschi an, der trotz des für afrikanische Verhältnisse blutigen Krieges von verfolgenden Kboscholeuten beunruhigt wurde. Ich habe in meiner 12jährigen Afrikapraxis so tapfere Neger wie die Leute Sinna- noch nicht kennen ge lernt. Der Verlust der Wakiboscho ist, wie ich später durch sie selbst seststellen konnte, gegen 200 Tote 60 Verwundete, während der unfrige 4 Tote, 15 Verwundete (unter letztem Unteroffizier Nowack) be- hug. Da ich heute hier erst eingetroffen bin und die Boten, um Pangani noch rechtzeitig zu erreichen in dieser Nacht aufbrechen müffen, so werde ich mir ganz gehorsamst erlauben, die weitere Berichte? ftattung über den Frieden-schluß mit Sinna wie den Verlauf der Expedition mit nächster Postgelegenheit einzusenden. gez. v. Wißmann.
Brief Emin Paschas.
Da- „Berliner Tageblatt" veröffentlicht einige Briefe Emin Pascha- au8 seiner Station Bukoba am Viktoria Nyanza»See an einen ihm befreundeten Herrn in Sansibar. Ein Brief vom 4. Dezember lautet:
„Mein hochverehrter Herr! Meinen besten Dank für Ihr liebenswürdiges Schreiben vom 3. August, das samt Anlage mir gestern abend zugegangen ist, während die avisierten Sachen noch irgendwo mit den pdres planes herumreifen, daß man doch unbezahlten Rechnungen selbst im „tiefen Inneren" von Afrika nicht entgehen kann. Aber Scherz bei Seite: Seim Sie herzlich bedankt für die große Freund lichkeit, mit welcher Sie meinen Wunsch erfüllt haben. Den Betrag bitte ich, sich von Herrn Wegner gütigst überweisen zu lasten, falls das Reichskommistariat Gagen für mich an die Firma Hansing bezahlt E- könnte sich de n auch fügen, daß Herr Wegner gar kein Geld für mich hat und die Summe, die ich dort deponierte, zu Ende fei. In diesem Falle bitte ich von Chef Ramsch die dort befindliche Summe zu verlangen. DaS Geld von Aegypten dürfte noch nicht angekommen sein — und weil ich gerade beim Bitten bin, gleich vorwärts. Bitte nehmen Sie sich freundlichst meines Kindes an und sehen Sie, daß es ihm an nichts fehlt. Eine genügende Summe soll monatlich in die Hände der Gouver- rante gegeben werden und selbe dasür da» Haus besorgen. Kommen Sie einmal nach Bagamoyo, so suchen Sie mein Hau» auf. Brehme, der öfter hinging, ist leider entfernt worden, und Mariani schreibt nur selten und nicht ausführlich. So j tzt ist mein Bittsack leer. Für alle die intereffanten Notizen Ihre» Briefes herzlichsten Dank. Sie können sich denken, wie mich selbe interessieren. Sollten Gravenreuth und Wißmann wirklich nicht mehr kommen, so ist natürlich auch meines Bleibens nicht, da ich persönlich nur an jene beiden gefesselt bin. E» könnte aber wohl der Tag kommen, wo ich Vohsen um ein Plätzchen ersuchen müßte. Ich habe schon jetzt von Dr. Schmidt einen offiziellen Rüffel bekommen, weil ich mich int Schreiben nicht der rö.igen „Kurialien" (was ist da»?) bedient hätte. Und wenn mehr von der Sorte folgen sollte, so müßte ich ergebenft danken. Ich habe mehr ge than, als ich sollte, habe den Herren für Summen Elfenbein gesandt, Stationen errichtet und statt ein Wort der Anerkennung zu finden, von „meinen Vorgesetzten" einen Rüffel bekommen. Soll man da nicht ärgerlich werden? Mit der letzten Poft hatte ich Ihnen nur zwei Worte geschrieben: „Ver säumen Sie die Zeit nicht und setz n sich hier fest 1" Seitdem höre ich, daß Stokes für Rechnung der deutsch- ostafrikanischen Gesellschaft Waren haben soll. Das ist wahr, aber nur so lange bis sie feine Bevormundung loS werden und auf eigenen Füßen stehen können, d. h. ihre Leute senden. Ich bin im Begriffe nach Ruhanda zu gehen, wohin nie ein Arab.r, geschweige denn Europäer gekommen, und wo es Massen von E.fenbein giebt. Natürlich lenke ich dies nach Bukoba, unserer nächsten Station. Ich werde mit Stokes darüber sprechen. Jedenfalls Attention! So lange ich hier bin, will ich in Ihrem Sinne wirken. Werde ich abberufen, was wohl nicht lange dauern wird, so sorgen Sie weiter. Scllten Sie Leute schicken, so senden Sie nur bessere Stoffe, Fez, Sonnenschirme, Decken, Kleider u. f. w , niemals Glasperlen, Kupfer oder Messing. Mein Stationsbau geht vorwärts; die Gebäude erstehen; der Garten erblüht, und wenn Leutnant Lrngheld kommt, findet er das Nest bereit. Ich baue dann in Raragut einen kleinen Posten. Dort ist der Hauptmarkt für alle umliegenden Länder. Ein Unteroffizier bleibt, und ich gehe bann nach Ruhanda, das ich im Februar besetzen will. ES kommt mir selber lächerlich vor; mich solcher Ausdrücke zu bedienen, aber eS ist doch so. Es war auch eine Unverschämtheit, in daS Arabernest Tabora m t ein paar Soldaten zu rücken und den Arabern Bedingungen zu diktieren. Es glückte ober doch, und obendrein bekam ich die beiden Bluvderbüchsen und Elfenbein. Also e» ist gewagt. — Diese Reise ist
doch meine letzte. Beinahe hätte Ihnen zu danken vergeffen für die Reutertelegramme, die ich nun schon zweimal erholten. Mon wird zwar hier sehr gleichgültig gegen alles, waS die Welt bewegt, und freut sich innigst, nach getaner harter Arbeit eine Zigarre zu rauchen und zu schlafen. Was nützt es doch auch, Würmern voi zuarbeiten und das Gehirn mit Gedanken an den Weltlauf zu ennuyren? Aber gern lieft man doch, wie herrisch die Leute da draußen find und wie sie sich befehden und intri, uieren. Heute früh ist Dr. Stuhlmann nach Sesse gefahren, um Boote für die k deutsche Post Bukoba-Bukumbi zu kaufen. Der französische Bischof war auf einer Fahrt nach Uganda einige Tage unser Gast und morgen erwarte ich Mr. Gedge, Plenipotentiaire der British East Afrika Company, der zu mir kommt, ich glaube nur, um mich zu konsultieren E» ist doch ein Glück, wenn man neben seiner fadenscheinigen Berühmtheit noch ein Handwerk versteht. Ob ich Stanley antworten werde? Noch nicht, erst Casati und Junker, dann ich. Haben Sie Profiffor Kirchhoffs „Stanley und Emin" bekommen? ES ist lesenswert. Stanley kann doch nicht leugnen, (Die nächsten Sätze lasse ich au», um Emins noch zu erwartenden Veröffentlichungen die Herrn Stanleys Treiben „vollauf" beleuchten werden, nicht vorzugreifen). Doch genug. Auch meine Zeit kommt! Der Brief begann mit einer Bettelei und endet mit einer um Briefpapier und KouvertS. entweder rauhes englisches ober liniiertes, daS meinen Augen zusagt, wie die anliegende Probe. Dos beste ist starkes englisches — nicht glattes — note paper. Und nun sagen Sie „daran him!" und schreiben Sie bald wieder. Einige Kuriosa sende an Richter.
Mit tausend guten Wünschen Ihr aufrichtig ergebener Dr. Emin.
Die weiteren Briese betreffen Sendungen von Sammlungen, und dann bittet Emin den Adressaten, ihm ein kleines Haus bauen zu kaffen, falls Geld für ihn vorhanden fei, aber nicht zu teuer.
— LebenSversicherungSbonk für Deutschland zu Gotha. Versichert sind 75 560 Personen mit 590 000 000 Mk. Neu beantragt wurden im März d I. 521 Versicherungen über 3 879 300 Mk. und zum Abschluß gelangten 398 Versicherungen über zusammen 3 261900 Mk Die Zahl der angemeldeten Sterbefälle betrug in der gleichen Zeit 165 mit 1013 400 Mark Ver sicherungSsumme. Die seit dem Bestehen der Anstalt ausgezahlten Bersicherung-fummen beziffern sich auf zusammen 220 350 000 Mark. D>r Bank ondS beträgt jetzt 169 100 000 Mark. Die Ucbcrschüsse werden voll.und unverkürzt an die Verficheiten als Div d nbe zurückgewährt. In diesem Jahre beziffert sich der als Dividende zurückzugewährende Betrag auf 6 226 063 Mk, und zwar werden noch dem alten System mit Dividenden - Nachgewährung auf die letzten 6 Jahre: 37 Proz. der Jahresprämie*) und nach dem g-mischten System 28 Prvz. der Jahresprämie sowie 2,3 Proz. der Prämienreserve gewährt. In Prozent der Jahresprämie ausgedrückt, berechnet sich hiernach die Gesamtdividende nach dem gemischten System für die ältesten dividenden- berechligten Versicherungen bis auf 121 Proz. Durchschnittlich wurde Dividende nach dem alten System gewährt: von 1834 bis 1843: 22,5 Proz., von 1844 bis 1853: 25,4 Proz, von 1854 bis 1863: 30,1 Proz., von 1864 biS 1873: 36,4 Proz., von 1874 bis 1883: 39,5 Proz. und von 1884 bis 1891: 41,1 Proz. Selbstverständlich ergeben sich innerhalb dieser achtundfünfzigjährigen Periode, oft von einem Jahr zürn andern, in dem immer von der Höhe der Heber schüffe abhängigen Prozentsatz der Dividende ziemlich beträchtliche Hnterschiede. Die Versicherungen Wehrpflichtiger bleiben ohne Zuschlagprämien auch im Kriegsfälle in Kraft.
♦ Fände, wie bei den meisten anderen Gegenseitigkeits- Anstalten, die obenerwähnte Nachgewährung nicht statt, so betrüge der diesjährige Satz anstatt 37 Proz. wenigstens 44 Proz, was bei Beurteilung anberroeiter Auslassungen über diesen Punkt wohl beachtet werden wolle.
Beste und billigste Ausführung von Börien- Anfträgen, An- und Verkauf von Staatspapieren, Gelbsorten rc. zum Tagescourse. Kostenlose Einlösung von Coupons und Dividenbenscheinen durch das Bankgeschäft von Eichelberg & Wertheim, Marburg, Wettergafie 25.
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