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öchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - ^llnsirieries SanniagshlaK. M°r» 21.Redamon, B-r^ m aug. >>,4.

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J6. 9o* dition 2>/. Mr, bei allen Postämtern s Mk. 50 Pfg. (exkl -.VlWlVWt^ von Haasenstem und Bögler

- Mittwoch, 22. April 1891. UVI Jahrgang.

Daube u. So.in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

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Neuzugehmde Abonnenten für die Monate Kai und Juni (Preis für beide Monate sammen 1 Mk. 20 Pfg.) erhalten die [tihmg vom Tage der Bestellung an bis nn 1 Mai gratis.

z-m Bezüge der GberhesÜlchkN Ztttmtg nebft deren Beilagen Amtliches Krcisblat f6r die Kreise Marburg und Kirchhain un Mftriertes Ionntggsblgtt werden jeder- >och von allen Postanstalten, Landbriefträgern, (24? r°n unserer Agentur in Kirchhain, sowie von

der Expedition selbst (Marburg, Markt 21)

Mit Ende dieses Monats beginnt im saiilletonistischen Teil der Abdruck der Höchs "e. ®c tzannenden Novelle von Franz Eugen: eDas Erbe von Rauheneck."

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Berlin, 20. April. Kaiser Wilhelm it, wie schon mitgeteilt, am Sonnabend im Berliner

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estxarten bei Uebergate der neuen Fahnen an die F kuppen eine Rede gehalten. In der Ansprache 9 klonte der Monarch die Erwartung, daß die Re- «enter die neuen Feldzeichen ebenso in Ehren zu en, sollt alten wüßten, wie dir alten und schloß: Seien es sonstig« ch neue Bänder und neue Stangen, so müsse au: ein gld ! doch die alte Treue und Tapferkeit übertragen [125 »erden. Stets solle das Feldzeichen den Truppen

en, wenn nur die geliebte Mutter erst wieder Wich lächeln wollte. Sch, daS gute Stad wußte Ä daß Arbeit, die Arbeit, die es so mit Stolz Mut, sogar als eine Schande betrachtet werden kauu, --* Mlich uur von Leuten, die »eben einer guten Her. H *S und viel Selb sonst nichts anszuweisen haben. Bell' Der nächste Tag*war ein Sonntag. Alt nnd jung lhe, 1 wte fröhlich hinaus in die freie, schöne Natur, Ächt* 1 sich von den Mühen der vergangenen Woche zn t. g°kn. Anch Elisabeth hatte mit ihrer Mutter Stabt verlassen, nm einen kleinen Spaziergang -TzrLtternrhmeu, nnd während fie ein kleines Tauueu- ttm»» Rz, wo die Lnst kühl, nud der Boden mit feinen besäet war, durchschritten, saug nnd jnbelte Mbeth mit den Vögeln nm die Wette.

>u lieblichen Eommeretabliffemenfmachtes

Siege voranrauschen und sie gemahnen an treue und strengste Pfl chterfüllung. So er- er, daß jeder Truppenteil fein neues Feld hoch halten und es vor jedem Fleck bewahren e, sei es im Kampfe gegen einen äußeren oder n Feind.* Die .Post" schreibt: Gegenüber in den letzten Taxen bemerkten Beunruhigung r öffentlichen Meinung ist es Pflicht, mitzuteilen, in der Mitte der vorigen Woche an maß- dster Stelle die Versicherung gegeben worden daß der Friede weniger denn je bedroht und

Verhältnis mit Rußland so gut sei, wie seit Zeit nicht. DerNoidd. Allg Ztg." zu­entbehren die Meldungen v r schredener Blätter

^Nachdruck verboten.)

Elisabeth.

Novellette von Hedwig Erlin.

hieß Elisabeth nud war stebzehn Jahre alt. anmnttge. schöne Gestalt nud freundliche, weuu nicht regelmäßige, so doch interessante Gefichtszüge

fie zu einer angenehmen Erscheinung.

Soeben tritt fie ans dem eleganten Koufektious- , in welchem fie seit kurzem als dritte Wer.

angestellt ist. Ihre Wangen find etwas , gewiß von der vielen Arbeit der vergangenen nnd vom Aufenthalt in dem staubigen, drückeu-

Lokal, bei der entsetzlichen Jnlihitze.

3a früher, als der Vater noch lebte, hatte fie alles nicht nötig gehabt, da war ihr sogar der

einer höheren Schule vergönnt gewesen. Doch der Ernährer plötzlich vom Tode ereilt wurde, das Wohlleben ans und fie mußte der einsamen

die Sorgen tragen Helse». Um in ihrer r veränderten Lebensweise irgend etwas Der. es zu finden, dazu war Elisabeth noch zu S; gern arbeitete fie, gern wollte fie alles

ne!

i.4.|

Über ein angebliches Abschiedsgesuch des Generals v. Albedyll jeder thatsächlichen Begründung. Z Disch en den Vertretern der deutschen Rhedereien und denen der Ruhrkohlenwerke hat, wie dirKöln. Ztg." meldet, in Berlin eine Einigung stattgefunden, rach welcher die Kohlenlieferuug für die deutschen Seeschiffe durch die inländischen Zechen gesichert er­scheint. Auch am Niederrhein find unter den bisher am holländischen Kshlrvgeschäst beteiligten Händl.rn neuerdings Bestreburgen im Gange behufs Gründung eines Verbandes unter Anlehnung an die bestehenden Vereirigungen der Zechen. Den beiden Häusern des Landtages wird demnächst eine Denkschrift über die Entwickelung der Fort bildunzs- und gewerblichen Fachschulen in Preußen, soweit dieselben zum Ressort deS Ministeriums für Handel und Gewerbe gehören, vorgelegt werden; die Ausgabe für den Buchhandel wird in Carl Heymanns Verlag in Berlin erscheinen. TaS Beil. Tageblatt" meldet auS Sansibar: Major v. WißmannS Gesundheitszustand ist besser als jemals zuvor. I« Deutsch-Ostafrika sind wieder Briefe Emin PaschaS eingegangen. Der Pascha ist darin etwas unmutig über die ihm einmal erteilte Mahnung zur Sparsamkeit. Er glaubt so­gar, er werde aus dem Reichsdienste entlassen werden, woran natürlich niemand denkt. Er betont, er werde nur mit Wißmann und Gravenreuth zu sammen im Dienste bleiben. DaS wird ja geschehen. Der Chef der katholischen Mission in Dar-es- Salaam, Pater Bonifazius, ein allgemein beliebter Mann, ist dort gestorben. Für daS Offizier­korps der deutschen Armee wird, derKreuz-Ztg." zufolge, die Einführurg eines grauen PaletotS an statt deS bisherixeo schwarzen in Aussicht genommen. Zunächst haben einige Offiziere deS 1. Garde-Regi­ments zu Fuß und deS Kaiser Alexander - Garde- Grenadier-Regimrnts denselben zur Probe angelegt. DaS rauchschwache Pulver sowie die Patronen und Gewehre für dasselbe sind durch den BundeSrat laut Bekanntmachung imReichSanzeiger" unter des Dynamitgesetz vom 9. Juni 1884 gestellt worden Danach ist die Herstellung, der Vertrieb und der Besitz vorstehender Gegenstände nur mit polizeilicher Genehmigung zulässig und haben Diejenigen, welche sich mit der Herstellung oder dem Vertrieb davon befassen, ein Register über Bezugsquellen und Ver­bleib zu führen. Diese Ausdehnung des Dynamit­gesetzes hat anscheinend mehr eine militärpolitische al« sicherheit-polizeiliche Bedeutung. Der bekannte Vortrag des Kaisers überKrieg.

die Mutter endlich Halt und beide beschlossen, hier ei» weuig zu raste». Da eS »och ziemlich früh am Tage war, fanden fie den Garte» wenig besetzt. Lisa links zur Seite saß au einem kleinen Tische einsam ein junger, eleganter Herr, anscheinend sehr tu eine Zeitung »erlieft; doch ein aufmerksamer Beobachter hätte wahrnehmen können, daß seine Blicke viel mehr aus seiner hübschen Nachbarin ruhte». Hinter ihm u«b Lisa saß eine Gesellschaft von zwei Damen und eben so viel Herren. Zufällig wandte sich Elisabeth nm und erkannte in beiden Damen Elsa und Margot Vollert, zwei frühere Schulfreundinnen von ihr. Freundlich grüßte fie hinüber, doch die Damen dankten kaum. Da die Gesellschaft dicht hinter Lisa saß, und der; eine ber Vettern noch dazu eine helle, leichtverständliche Stimme hatte, so »ahm das ivvae Mädche» bald darauf folgeude, ziemlich deutlich, ge« sprochene Bemerkung wahr:

t .Du, Margot, kennst Du denn bie junge Dame be btflben?*

_ bifitfe Dich bentlicher ans, wen meinst Du eigentlich?'

»Na, mein Sott, das junge Mädchen, baS Dich vorhin grüßte!'

Ach, was weiß ich, wer es war l'

»Na, stell' Dich doch nicht so an, Du mußt fie doch kenne», mich grüßte fie jedevsalls nicht.'

»Sch richttg, ich erinnere mich, nun wenn Du Dich für bie so interessierst, so wisse, baß der Gegen­stand Deiner Bewunderung nur eine Konfektioneuse st; ich kaufe alle meine Binder und Schleifen bei hr, daher auch der zuvorkommende Gruß.'

»Ach was, so, so! Hätte nicht geglaubt, baß bie Kleine nur eine GeschäftSfee wäre!'

Die Unterhaltung ging auf etwas aubereS Über. Inb Elisabeth? Jedes ber gefallenen Worte hatte fie verstauben nnb wie Dolchstöße trafen fie biefelbeu. Ihre Brust war zum Zerspringen voll, nein, fie konnte )ier nicht länger ruhig fitzen bleiben.

»Mütterchen, laß mich ein wenig in bie Anlagen

sührung zur See" hat im Avslande be­sonders in Frankreich, großes Aufsehen erregt und zu ernsten Erwägungen Stoff geboten. In der That verdiente der Vortrog die weitgehende Beachtung auch der polilifchen Kreise. Wenn auch die Kaiserlichen Andeutungen in weiser Selbstbeschränkung bei aller Betonung der Initiative mit dem Flottenerneuerungs­pion von 1889 rechneten, so liegt doch ihr Schwer- puntt in der Betonung der Aktionsfähigkeit der Flotte, wie fie schon mit der Teilung der früheren Arbeitslast der Marineleitung nach den Gesichtspunkten des militärischen Oberkommandos und der technischen Verwaltung eingeleitet wurde. Nun erst ist dem kom­mandierenden Admiral schon in Friedenszeiten jene Befreiung von dem Ballast der Verwaltungsgeschäfte zu Teil geworden, welche seine Kräfte und die seine« AdmiralstabeS für die höheren militärischen Aufgaben erst wirklich frei macht. Die Folgerungen, welche die Nation auS den beredten Darlegungen des Kaiser« zu ziehen hat, sind weitgehende. Nunmehr find die Besorgnisse zerstreut, welche sich an die bekannten jüngsten Vorgänge im Reichstage und in der Riichstagskommisfio» knüpften. Das deutsche Volk darf im Ernstfälle aus eine organische, ausgiebige Verwendung der Kriegsflotte rechnen. Das ist genau das, was es wünscht. Dagegen scheinen die Schluß­folgerungen, welche der PariserTempS" an die Ausführungen des Kaisers knüpft, viel zu weitgehend. Der Kaiser hatte ausdrücklich bemerkt, daß mit dem vorhandenen Material, bezw. der zu BerteidigungS- zwecken nach dem Plane von 1889 noch zu schaffenden Verteidigungkflotte gerechnet werden müsse. Das französische Blatt erdichtete aber, daß der Kaiser eine Flottenvergrößerung beabsichtige, welche die anderen Rationen zu neuen Rüstungen zur See zwinge. Daß eine Persönlichkeit wie der Kaiser dem alt­preußischen Grundsätze der angriff-weisen Verteidigung Ausdruck verleiht, ist kein Grund, letzterem jetzt einen besonderen Einfluß auf dienumerische Stärke" anderer Flotten zuzuschreiben; denn der Grundsatz liegt bereit» der Schaffung einer Schlachtflotte für die angriffsweise Verteidigung zur See und in einer durch die technischen Wandlungen veränderten Form dem Flottenerneuerung-plan von 1889 zu Grunde. Der Vortrag des Kaisers sollte lediglich im Gegenteil dem Gedanken Ausdruck geben, daß in jeder Hinsicht die höchsten Krieg-leistungen zu erstreben find, ohne dem Lande die Opfer eines für feine Verhältnisse allzu großen Flottenbaues aufzuerlegen.

Hamburg. 20. April. DieBörsenhalle" meldet aus Valparaiso, 18. April: Der Schließung der

gehen, ich möchte ein Sträußchen winden.' Mit diesen Worten sand fie eine Gelegenheit, der Mutter, die in eine Zeitung vertieft, Überhaupt nichts von dem ganzen Vorgang bemerkt hatte, ihr Verlassen des Platzes zu erklären.

Bald hatte Slisabtth eine einsame, ganz im Laub versteckte Bank gesunden. Hier war fie endlich allein und den Kopf in beide Hände geborgen, weinte fie bitterlich. »Nur eine Sonsektionense! Das also war eS, warum man sich von ihr znrückzog. Man ber. achtete fie, weil fie für Geld arbeitete. Ach, fie alle wußten'« ja nicht, wie süß eS war, dem geliebten Mütterchen das selbsterworbene Geld in die Hände zu legen nnb ihren Dank, ihr Lächeln dafür zn empfange». DeS armen Mädchens Thränen stoffen reichlicher, ob ans verletztem Stolz, oder ob ans Mitleid mtt seinem eigenen.Ich', das wußte eS selbst kram.

Plötzlich rascheste eS im Laube. Erschrocken chante Elisabeth auf. Vor ihr stand derselbe Herr, >er im Garten ihr Nachbar gewesen war. Errötend, ich ihrer Thränen schämend, fentte fie bie Blicke nieber. ES war eine peinliche Situation, benu ber F»mbe blieb unbeweglich stehen nnb sah forscheub ans das verlegene Mädchen.

»Rein Fräulein!' sagte er endlich eigentümlich langsam, bann schwieg er wieder.

Elisabeth hatte erwartungsvoll ausgeseheu, jetzt wagte fie endlich bie naive Frage: »Ja, was wolle» Sie benu eigentlich von mir, weshalb sehe» Sie mich immerfort a»?'

»Wett Sie meinten, mein Fräulein, nnb well ich wußte, warum Sie weinten.'

»Nein, bas konnten Sie ja gar nicht wissen!'

»Doch, mein Fräulein, man kränkte Sie, ich weiß alles, denn ich saß irn Garten dicht neben Ihnen, sah Ihr Erbleichen...'

.Wieder stopfte eine venäterische Thräue von Lisa'» Wange.

,O, verderben Sie doch nicht Ihre wunderschönen Augen mtt diesen unnützen Thränen', snhr ber Fremde

Ladehäfen, sowie dem Zolldkstet vom 30 Januar wurde seitens Deutschlands, Englands und Frank­reich« die Anerkennung verweigert.

Essen. Die militärischen Konstolversamwlungen, welche alljährlich zweimal stattfinden, kosten jedeSmal die zum Erscheinen verpflichteten Reservisten und Landwehrleuten einen halben oder auch einen ganzen Arbeitstag und verursachen den industriellen Werken manche Störung. Mehrere größere Werke am Rhein haben sich deshalb vor längerer Zeit an daS zu­ständige Bezirks-Kommando mit dem Ersuchen ge­wendet, die in ihren Betrieben beschäftigten Arbeiter und Beamten von dem persönlichen Erscheinen bei den Kontrolversammlungen zu entbinden, wenn dem Kommando durch die Werkleitung der Nachweis von der Anwesenheit des Verpflichteten geliefert mürbt, Das Bezirks-Kommando ist darauf eingegangen, und es werden dort jedeSmal einige Tage vor den Kontrolversammlungen die Namen ber Arbeiter rc. dem BezirkS-Kommando unter Beifügung der Militär- Pässe mit dem Ersuchen, die Leute vom Erscheinen zu entbinden, mitgeteilt. Damit ist die Kontrole für alle dabei Beteiligten, auch für die Militärbehörde, auf die einfachste und bequemste Weise geführt.

Attslsmr.

Athen, 20. April. Die Blätter melden, daß Unruhen in Cors» gegen die jüdischen Einwohner ausxebrochen find. Angeblich sind die Unruh-n ver­anlaßt durch daS Auffinden der Leiche eines ermor­deten jungen Mädchen- im Judenviertel. Militärische Verstärkung soll zur Aufrechthaltung der Ordnung nach Cotfu abgegangen seien.

Galvestou, 20. April. Das Bureau Reuter meldet: Präsident Harrison äußerte in einer gestrigen Versammlung, er könne sich nicht zufrieden damit erklären, daß die Nationen Europas sich saft bett gesamten Handel Südamerikas angeeignet hätten, der wegen der Nachbarschaft und der Sympathie, welche die monarchielose amerikanische Welthälfte mit ihr verbinde, naturgemäß der nordamerikanischen Union gehöre. Er halte eS für wahrscheinlich, daß dem ReciprocltätSvertrage mit Brasilien andere Verträge mit den Ländern in Zentral - Südamerika folgen würden und verspreche sich großes von der Fertig­stellung des Nicaragua-Kanals.

Hesse« -Nassim.

Marburg, 21. April. (Bürger-Au-schuß.) Der Bürger-Au-schuß hielt gestern abend eine außer-

fein lächelnd fort, unbeirrt durch baS Erröten Lisa'S, »und nun erlauben Sie, daß ich mich ein wenig zu Ihnen setze und Sie tröste; ich hoffe doch» meta Fräulein, daß wir uns vertragen ...'

Elisabeth war eS merkwürdig zu Mute. Sie war »och so »»erfahre», was sollte fie eigentlich thu»? Sollte Sie beu Fremden bitten, fie zu verlassen? DaS konnte fie doch anch wieder nicht, den» ber Herr war ja ganz artig nnb bann schließlich bürste er sich anch ohne ihre Erlaubnis ans bie Bank setzen, höchstens hätte fie bann aufstehen können. Aber bas ging doch auch nicht fo ohne Weiteres.

Jetzt stellte er sich Hr vor. RechtSanwall von Sendler nannte er sich. Wie vornehm baS klang, nein, ba wagte fie nichts zu sage». Aeugstlich rückte le auf bie Seite nnb nur zuweilen blickte fie ber« chSwt auf ihren Nachbar, ber halb prüfend, bald ietonnbernb fein scharfes Auge auf ihr ruhen ließ. Jetzt kam er ihr sogar ganz nahe und sagte in eigen« thümlichem Tone: »Ich kenne Sie bereits, meta Fräulein.'

Kindlich erstaunt schaute Lisa Hu an. »Unmöglich, woher benu?'

Als ob er sich besinnen wollte, wandte er sich ab. »Hm ja, nun mein Gott, vom Sehen!' Eine leine Pause nnb er frng teilnehmend:ES ist wohl recht schwer, so Tag für Tag im Geschäft auShalteu zn rnüffe», alle Launen ber Käufer zu ertragen?'

,O nein', unterbrach ihn Elisabeth, und Hre Ingen, »och feucht von den vergossenen Thränen, euchteteu freudig, »mir fällt es gar nicht schwer, >enn ich thue es gern, well ich damit meiner lieben Hutter Sorgen abnehme, nnb bereu hat fie genug eitbeju ber Vater tot ist.'

»Stab Sie gatlz allein mit ber Mutter?'

»Ja, Geschwister habe ich nicht, bie find alle ge» torben.'

Elisabeth war ganz zutraulich geworben. Der kechtsauwatt schwieg eine Welle, als ob er sich be­tauen wollte, bann fragte er langsam, in flüsterndem