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folgen müsse, und mtt lieblicher Melodie o«s ihm der glückverheißende BerS ia de» Ohre»:
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Tiergarten und lehrten von derselben Mittags ins Schloß zurück. Darauf erledigte der Kaiser Re- girrungSsachen eine Unterredung mit dem Reichs- iavzlrr. Am späteren Nachmittage unternahm der Monarch einen Spazierritt. — Graf Waldersee hat zu seinem neulichen Geburtstag nicht blo» ein Glückwunschtelegramm sondern auch ein lebensgroßes Bild des Kaisers von letzterem erhalten. — Kaiser Wilhelm und Fürst BiSmarck. Vielfach aufgehalten ist jetzt die eisige Kälte, welche in den Beziehungen zwischen dem Kaiser Wilhelm II. und dem ihm früher so eng befteundeten Fürsten herrscht Diese- Verhältnis rührt, wie wir aus gut unter, richteter Stelle erfahren, nicht etwa aus den politischen Meinung-Verschiedenheiten der beiden Männer her, «ich nicht au» den Ercignisien, welche seit dem Mcktriit de- Fürsten sich vollzogen haben, sondern war schon eingetreten, bevor der ehemalige Reichskanzler sein Evtlafiungsgesuch eingereicht hatte. Gleich nachdem Fürst BiSmarck im Januar 1890 nach dkrlin au- Friedrichsruhe zmückgekehrt war, hat zwischen dem Kaiser und dem damaligen Reichskanzler unter vier Augen eine Unterredung stattge- s-nden, in welcher sich der Bruch vollzogen haben wuß. Persönliche Punkte, von welchen nur einige wenige Vertraute genaue Kenntnis haben, find hierbei M Sprache gekommen und zwar in einer Offenheit
.Herrgott, hilf!« stöhnte er aus tiefste« Herze», «web wir meine Ehre wieder!•
^Unterdessen war Sattler seiner Behausung ,»«.
Es war ihm ganz eigeuthümltch zu Mute, gleicht^und toemrig wie seit langer Zett nicht mehr. KeHofsttnug beseelte ihu, daß wieder Glück ans
Wefle den Pfennig, Papa, gell?' schrie dagegen, welcher seinen Bater uuterdeffea erreicht hatte.
.Wrlchen Pfennig?' fragte Sattler beschwichttaeud, "ldem er seinem Jnngeu den buutbestempelten Brie auS der Hand »ahm.
.Nein, ich kriege den Pfennig — ich habe de» etaim n»abt, nnd der Papa hat gesagt, wer etneu Brief von der Johanna bringt__•
,,.'3? d°be thuaber gebracht.-AaSgelacht, Milel' ries der anSgelaffeue Junge.
^..SEler Wt die Aufschrift Le» Briefe» gelesen «"d diese» danu a» feine Lippe» gedrückt — war er doch von seine« HerzeuSkiade, seioer Johauua.
«r##r?*rr .3edeS einen Pfeunig haben', rief er glücklich lachend an». .Aber schämt En« doch, einen solchen Lärm ans der Ettaße zu mache»', fahr er
•»» °L «lück7d°ß e» Niemand hört.'
Beftellungen
ans die Oherhesstsche Leitung nebst deren Beilagen werden noch fortwährend entgegengenommen von allen Postanstalten, der Expedition in Marburg, Markt 21, und bei der Agentur in Kirchhain Herrn B. Rindt.
Die Exped. d. „Oberh. Ztg."
(Nachdruck verboten.)
Verlorene Ehre.
Erzählung von Georg Höcker.
(Fortsetzung.)
Eist» kouute e» auf der einen Sette »och »ich & dieserso lange von ihm verachtete Mann Mlo» fein sollte wie er selbst, uud auf der ander feSr "?bte er stch rückhalllos ringestehen, da kattler so schön nnd edel sich benommen habe, vi 6 toun selbst gehandelt haben würde.
Sattler hatte so znvrrstchtltche Hoffnnngeu wegen h .ausgesprochen; aber ob diese dieselben ^Wirklichtttt umsetzeu werde, da» war eine offene E^Asen blickte mit schwerem genfoer zum Himmel
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Deutsches Keich.
verlm, 10. April. Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen am Freitag Vormittag tme längere gemeinsame Promenade im Berliner
daß die Trennung kaum überbrückt werden wird, daS ist heute noch deutlicher, als vor einem Jahre. — Auf Veranlassung eine- hohen Beamten hat sich die I staat-wiffenschaftliche Gesellschaft zu Berlin jüngst ; mit der Erörterung der bestehenden, viel bellagten , Mißstände an der Börs e und den zur Beseittguvg derselben in Aussicht zu nehmenden Maßregeln eingehend beschäftigt. Bei der hochangesehenen Stellung weiche die gedachte Vereinigung dadurch entnimmt, daß sie fast die gesamten maßgebenden Persönlichkeiten de- hohen uud höchsten Beamtentum-, sowie gefetz geberstchkn Erfolg die Beratungen haben werden. Daß die Frage einer Reform der Börse zu einer brennenden Tagesstage wird, ist übrigen» allgemein anerkannt. — Dre Einkommensteuer-Kommission des Herrenhauses hat den Gesetzentwurf über die Erbschaftssteuer in der Fassung de- Abgeordnetenhaust- angenommen.
Die Einkommensteuerkommission des Herrenhauses nahm den Entwurf in zweiter Lesung unverändert nach den Beschlüffen in erster Lesung an. — Minister Herrfurth mußte die heutige Sitzung des Abgeordnetenhäuser Unwohlsein« halber verlassen. Derselbe hatte sich schon vor Beginn der Sitzung unwohl gefühlt. — Auf persönliche Anordnung des Kaiser» tst da- Kreuzergeschwader zum Schutze unserer Interessen nach Chile entsandt worden. Die mllitärische Macht, welche da» deutsche Reich nunmehr vor den Häfen Chiles entfalten wird, ist, wenngleich sich Panzerschiffe unter dem Geschwader nicht befinden, doch eine recht ansehnliche. Das Geschwader besteht au- den Fregatten „Leipzig", welche al» Kommandeurschiff sungiert, und den Kreuzerkorvetten .Alexandrine" und „Sophie". Die .Leipzig" hat 3925 Tonnen Deplacement, 4800 Pserdekräfte, ist 1875 vom Stapel gelaufen, aus Eiien mit äußerer Holzbeplankung gebaut, und ent- bihrt, tote auch die beiden anderen Schiffe, de- Panzerschütze». Sie läuft 16 Seemeilen pro Stunde, führt 464 Mann Besatzung, hat al» Bewaffnung zwei Stück lange und 10 Stück kurze 17-Centimeter- Geschütze, welche Panzer von 26 Centimetern zu durchschlage» vermöge», 2 leichte Geschütze, 6 Mitrailleusen und ist mit Tmpedoausrüstung versehen. Die „Sophie" ist ei» Schwesterschiff der kürzlich heimgekehrten „Carola", hat 2100 Pferde kräfte, 269 Mann Besatzung und führt 8 Stück kurze 15-Centimeter- Ringgeschütze, 4 Stück 8, 7 Centi meter - Geschütze, vier Revolver kanonen und Torpedo Ausrüstung. Die „Alexandrine" hat 2400 Pferde ' hafte, 268 Man» Besatzung, 18 Geschütze und Torpedoeinrichtung. Im ganzen find dies 3 Schiffe
Die Kinder hängten fich an seinen Arm.
.Warum seid Ihr nicht hübsch in der Stnbe ge. blieben und habt der Emilie gefolgt ?• fragte et während de» Weiterschreiten». 11 “*
.O, die Mtle', ries Willy verächüich, .die brancht un» war z» sagen - der HaseAß ist ja zu«st davon gelaufen I* K 1 F H
,3», der Mann hat aber auch einen so großen schwarzen Bart m>d steht so wild an»', gab Snttlie zu ihrer Entschuldigung an.
.Davongelansen — schwarzer Bart — Mann wild auSseheu?' fragte Sattler unruhig, „nm Himmels- willen, Kinder, e» wird doch nichts posfiert sein?'
.Doch, doch', berichtete die Emilie eilfertig. „Der Mann ist gekommen nnd hat zn Dir gewollt —*
»So, so, wo ist er denn jetzt?'
„Drinnen in der Stnbe."
»Herrgott im Himmel — nnd ganz allein? —Ihr eid Kinder, Euch kann man da» Hau» anvertranen !" .. ..ffi'rLet. stebt auchso bö»", entgegnete Emilie weinerlich, „da haben wir uu» gefürchtet."
Anzeige» nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, forme dre Annoneen-Bureaux von Haasenstein und Bogler Moffe in Frankfurt a. M., Berlir? München m^ln^S.s! XXVI Jahrgang. Daube u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari»'.
.Dn arme» Herz, nnr sei nicht bang, Nnn mnß stch alle», alle» wenden I' er sein Häuschen in Sicht bekam, rannten Ä K^det mit Windeseile entgegen. Die
Me wackelle hinterher nnd plärrte znm Erschrecken. *ll die Geschwister ihr voran Baren.
1 ^»erster erreichte ihu Willy. Der Bursche schwang Brief tu der Hand über dem Kopfe hi» nab *■ ” Wb strahlte ordentlich vor Wonne und Vergnügen.
Sin Brief! Es durchzuckte Sattlet freuMg - ** e® ein Brief war von seiner Johanna!
.Sieb den Brief her, Dn dnmmer Jnnge',- freitote "*uie. welche atemlos hinter Willy herkenchte.
.Der Briefträger hat ihn mir gegeben, nnd der "“9 hat ihu mir ans der Hand gerissen!'
! „Der Wanwan", stotterte nunmehr auch da» Kleinste' I indem er ibn uochm^stoortn^^üfr^Iküä'.
1 tvdem es fich an den Rockschooß de» Vaters hiüg. .aber ich habe X?ett SS ÄiÄt® Sie hatten unterdessen das Haus enettt, nab @rtoner?«g a6ana!6IeD '
- von einer seltsamen Unruhe erfaßt, trat Sattler ei», find Sie?' Q * ®te “
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Milel" hörte er WUy noch gering» I Sattler fahr wie »nm T)n«tt#r »»«w
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uiedetgeschlageuen Augen verlege» I .Pah, ich bi» n»r das Werkzeug gewesen« fatie Äl»bnt»a^Eene« Breiten Krempe feine» braunen iSchöaperl achselzuckend. „Aber ich will Jhueu^ Si& d.» Mm. mtt ÄMta L2Z
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s ääl äs .®«fl <,®et ettte gewalttge|ich meine Rache habe», nnd sollte ich selbst darüber Narbe hinab, welche demselben eine» geradezu et- in'» Zuchthaus kommen!"
Kt««KUh8l?lbtn6 öetlteV Die Augen waren I Sattlet drängte ihn ans einen Sitz.
""schwömmen und zeigten den Gewöhn-! „Reden Sie, sprechen Sie!" stammelle er tonlos
hettSttiuker a», nnb die mattgelbe Gesichtsfarbe wies! „Gemach", lachte Echönpetl raub anf toaffre
an Mer h ff ^Ettschast mit dem Gefängnisse. I Sie erst einen Trunk her; denn ich habe" Vie?«
ktool Ffn‘5n6a V ^CIJ*telrtbe”' uud meine Gurgel ist vertrocknet Herueto ™etr„ welcher durch seine Musterung keines-I wU ich ein Stückchen Botsehnug spielen." totfl^”JL°fenfat6ent Laune versetzt war. | Sattler schritt rasch feinem sm«. nBft6ete?Rn<ff?rf“ie Bttb °“8 seivem I geben, während sein »esnch ben MeÄvM^alff tot
!Är»S M^u^htoe'. b°6 “ e* ”tt stützte nnb finster brütend vor fichEinsatz.
^ernten Sie mich wirklich nicht?" fragte bet] vul
„6ie kommen mir bekannt vor", gestanb SaMet,!Wirtschaft^ toSenJEeile buEtab^ttoche^ftüher
I bie nichts zu wünschen übrig ließ. Von biesem [6925 ^e war da» Verhalten de» Kaisers bem Fürsten . gegenüber gezwungen, wie e» bekanntlich bei bem I UO “lttn parlamentarischen Diner beim Fürsten Bismarc Tage trat, auf welchem der Fürst auch bt ----- «mßerung that: „Ich kann dem Kaiser nicht imponieren!" S» wirb schwerlich in allen Einzelheittn «künnt werde», wa» die beiden Männer trennte •
K. 2.10 , 120 , 140 , 0.80 . 1.30 , 0.75
1.4 0.60 180 095 1.50 1.10 085 (6923 bild
M°»nBesatzung und 38 Geschützen nebenil2. April, wirb in der reformierte» Stadt- und Revolverkano^nund Torpedo-Armierung. Betrachtet Univerfitältkirche morgen» 11 Uhr der Kinder- man unser KreuzergeschWader indezug auf feinenlgotteSbienft wieder feiren Ankon» G-fechttto-rt, soweit die chilevischen Schiffe hierbei ° Watbuta, ilAvrtt fiel, V,nr «sichtlich, daß e» diesen Fittiea hiekselbst ift zS. MitgÜed- der KalsirUch n TbtaÄ/ chilenischen Schiffe Leopoldinisch. Carolinischen AkLemie" der L- tfiL^ nnh9 i ,°6t,r Ungenügend au-ge. forscher erwählt worden. Präsident derselben ist
WfSraaS’mÄ? 1” Z®-[««dünUgi, zu» b“
Hambura 10 «nrik Ttu m * •»<. : = I Kleinkinderschule im Saalbau stattfiudet und 6er» 1 \« eines wessen unter Wiederholung unserer Bitte um recht
tornfrn bW f General I zahlreichen Besuch auf die weitere Bekanntmachung
Grasen Waldersee zum Statthalter der Reichslande I im heutigen Inseratenteil °
a^ersehen, ist dem .Hamburgischen Korrespondente.." Marburg, 11. April.' (Sitzung de» Süiaet» iUf«!«T??°«-sch«ssc-) ®ie "Ü SS Sto*' 10‘m»®01 "Nb Priv-! schuffks traten gestern abend abermal» zu einer Sitzung
' nachmittag« 1 Uhr im Rathau-saÄe' zusammen, um bie al! dringend AdM Ar rin und wurden von bem Prinzen bezeichnet'n Vorlagen betieffenb die „Schützenpfuhl- «bolf und der Prinzessin von Schaumburg - Lippe brücke" und die .Deutschhaulschule" W erledigen Ubr 7 Mnu?n na?" Herrschaft-» reiste» um 3 Infolge der erst am gestrigen Vormittag erfolgten
10 YSer * s v. « Einladung der Mitglieder, nahm das Autschußmitglied Muuster, 10. April. Anläßlich der heuttgen Herr Matthai Veranlassung, gegen den Eintritt in Jubiläumsfeier deS kommandierenden Generals von! die Verhaudlunaen Drotest ru erheben w->ii h,,,* miitaas frvb X abtoe,cnben Mitgliedern die Teilnahme an
ffi Sr flgrä/e diusf°hlst somrtlicher der Sitzung entzogen werden könne. Nachdem jedoch Osfizttre der Garnison, sowie auswärtiger Generäle der AuSschußvorsteher die rechtliche Zulässigkeit einn L Nt C ®saifW ^' derartig beschleunigten «toerLlg eS
^I_^^bilar den Schwarzen Adlerorden. f begründet hatte, trat die Versammlung in die TageS- ordriung ein und erledigte zunächst
ie ^n ^",1, «on I®Itoeib einer Grundstücksparzelle von dem Spediteur ?tm,ec, ausgeschlossenen Groß- l Herrn Schneider durch folgenden Beschluß: Unter ürstrn Michael Mchaelowitsch, hat Petersburg ver-1Ablehnung des vorliegenden Stadtratsbeschluffe» im lassen und sich nach der Krim begebe». übugen beschließt der Ausschuß: 1) daß eine
aus ^n^bor' mir?006« ber,. „Times" I mauer mit cif einem Geländer vorn Knabenschulgebäude
der Mb/d7« o "3Tn -^schließlich de» Thore- bi» an da» Schneid«!
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Explosion sst wahrscheinlich dadurch herbeigesührt, Grundstück zu etoem Preis? von höchsten?i20 Mk rins offen hr™h» Sn 5 Pulverrnaga- pro hessische Quadratrute (gefordert sind 150 Mk) zn-^offen^rennende Lichter gebrauchte. jerworben wird, ohne daß stch die Stadt zurUeber-
Ilassung der Muttererde an Schneider verpflichtet: ei!!!”r5o* 3) bafe für ben Fall, daß obenbezeichneter Erwerb
^"rburg, n- April. Morgen Sonntag, den f gelingt, die Sockelmauer mit eisernem Geländer an
MkchWe Hiihnifl
Wöchenürche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain - "
Jllusirteries Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug Koch.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und LMMN. <
Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Erpe- MJMVnttVd
bitten 2*/t Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (Al.
8d" Sonntag, 12. April-1891.