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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Prei? bei der Expe­dition 2*/. Mk, bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

vkrwaltimge» in einer entsprechenden ähnlichen An­gelegenheit ähnlich ausgedrückt haben, die Bergarbeiter toürben eS an scharfen Kritiken nicht haben fehlen lassen. Heute kommt der Kongreß der Arbeiter selbst nicht über inhaltslose Sätze hinaus, e» ist eben un­möglich gewesen, etwas anderer zu leisten. Hier ist der Beschluß:Der Bergarbeiter - Kongreß spricht die Meinung aus, daß zur Erreichung des achtstün-

-er Bergarbeiter-Kongreß in Paris.

Die Mitglieder deS Bergarbeiter - Kongresses in Pari-, die sich als die Vertreter der ungarischen Kohlenbergarbeiter bezeichneten, haben ihre Beratungen beendet. DaS Resultat derselben beweist, daß die Zeit, in welcher der bekannte Gedanke einer inter­nationalen Beibindung der Bergleute aller Staaten praktische Gestalt genommen, etwa- mehr sein wird, als eine papierne Abmachung, die mit schönen Reden gefriert wird, noch in ganz unendlicher Ferne liegt. DaS Resultat derselben zeigt ferner, daß die Berg­arbeiter-Vertreter, die doch gewiß zu den eifrigsten Verfechtern der internationalen Verbmdurg gehören, zum Teil gar keine Lust haben, sich und ihre Same-

bet arbeitsreichsten im Staatsdienste ist. Durch daS Kultusministerium gehen, wie dieKrzztg." schreibt, jährlich etwa 90 000 verschiedene Schriftstücke, welche sämtlich in die Hände deS Unterstaalssekretärs kommen.

der Menschheit in einer Weise dienstbar macht, daß wir in Zukunft kaum noch den dritten Teil deS bis­herigen Kohlenbedarfs gebrauchen. Auch da» ist möglich und die Kohlevarbeiter brauchen dann nicht einmal acht Stunden zu arbeiten. Man sieht, es ist gefährlich, mit dem »Könnte" zu rechnen, da können Dinge zu Tage kommen, die gerade da» Gegenteil von dem, was gewünscht wird, bringen. Der vor­liegende Beschluß ist ein solcher, der in der Ver­legenheit beschloffen wurde, um den Kongreß nicht ohne da» geringste Resultat heimkehren zu laffeu. ES war trotz aller Forderungen der Heißsporen in der Versammlung, trotz des Lärm», welchen ihre Anhänger machten, unmöglich, eine Mehrheit für einen Beschluß zu gewinnen, welcher klar und nett ausspricht, daß ein allgemeiner Streik, eintreten soll, wofern der Achtstundentag nicht bewilligt wird. Man kann sich denken, welche Ansichten nun unter der Mehrzahl der Bergarbeiter in Wahrheit bezüg­lich eines solchen Riefenstreik» herrschen, denn die Kongreß-Mitglieder vertraten in Wirklichkeit von vornherein nur einen Teil ihrer Kameraden. Die ganze Verhandlung wird die langsame, aber sichere Folge haben, daß auch in den etwas aufgeregten Kreisen der Bergarbeiter ruhigere Anschauungen Platz greifen. Der Kongreß in Pari» hat so gut wie nur möglich dafür gesorgt, daß die Versprechungen der Agitatoren nicht in den Himmel hineinwachsen, son­dern mit kühleren Augen betrachtet werden.

ie Naö Sperrsitz 10 Ptz [2191 gram#

Marburg, Mittwoch, 8. April 1891

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Bestellungen

aus die OberheMche Zeitung nebst deren Beilagen werden noch fortwährend entgegen­genommen von allen Postanstalten, der Expe­dition in Marburg, Markt 21, und bei der Agentur in Kirchhain Herrn B. Rindt.

Die Exped. d.Oberh. Ztg."

Deutsches Deich.

Berlin, 6. April. Der Kaiser besichtigte heute in Begleitung de» Prinzen Heinrich, de» Grafen Moltke, de» Staatlsekretär» von Bötticher, de» kom­mandierenden Admiral» von der Goltz die Arbeiten am Notdostseekanal zwischen Kiel und Rendsburg. Der Kaiser wurde überall mit lauten Hochrufen empfangen, unterhielt sich auch mit verschiedenen Ar­beitern und erkundigte sich eingehend nach den Wohl- fahrtSeinrichtungen sür Arbeiter. Ueber da» Fort- schreiten der Kanalarbeiten äußerte Se. Majestät sich sehr befriedigt. Am Mittwoch wird der Kaiser aus Holstein nach Berlin zurückkehren und einer Einladung de» Fürsten Pleß zur Tafel entsprechen. Die Wiederbesetzung de» Posten» eine» Unter«

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k »Sagte hin was hat der Ehrlose «och für «sprüche auf euch!'

Sifeu fing au im Zimmer auf «ud ab ,« geheu, 5® er setzte feine Wanderung durch Stunden nnab- TW fort Sein größter Herzenswunsch war immer m»esen wenn er einmal stürbe, so sollten Frau ««Kind ihm dteAngen zudrückeu, um ihn weinen «d wenn der Leicheuzng durch die Straßen ziehe, «*> sollten die Leute stehen bleiben und sagen: Das «r ein ehrenhafter, braver Manu!

» "an, an dar Sterben ging er wohl dies konnte M Niemand schnöde entwenden. Aber wenn er «Blei geworden, würde «an seinen Sarg aufpackeu, 2® ber Wagen würde nut die Stadt tu weitem Bogen ^fahren, und in der KirchhofSecke würde er ein» wairt werden bas war das Ende.

»Und oben was da oben daun! Der Unglück» 3* atmete tief auf. Wenn er wüßte, wa» e» da ^ea geben würde!

^.Ntefichvorseinen Schreibtisch uud ergriff ^autsch eine Feder.

les. ' Belly. April -stell»«- inet lreichö

Eisen begann,n schreiben, langsam und allmählich entflohen die Worte der Feder:

«Mein Weib!

Verzeihe mir, aber ich konnte nicht anders. Sie haben mir meine Ehre genommen fie haben mir das Her, gebrochen. Du weißt, wie es steht mit «ir ich brauche Dir nichts ,n sagen. Was Du wir Liebes und Gutes gethan die langen Jahre hindurch, dar lohne Dir Sott, Du treue Gefährtin meines Bebens; laß mich einfach begraben und weine nicht um wich. Wenn eS Sommer wieder wird, daun lasse Bäume auf meinen Hügel pflanzen mein Herz wird ans ihnen zu Dir sprechen. Unser HanS verkaufe und alles, was ich besitze. Sieb ihnen das Sündengeld, welches fie verlangen es wird Dir noch so viel bleiben, Deine letzten Tage zu fristen. Lebe wohl, meine «»ne - ich weiß e», Du läßt mich nicht lange allein Du folgst mir bald nach.

Dort oben vollen vir glücklich mtteinauder sein, glücklich mtt unserem Leonhard Sott ist barm, herziger aI8 eS die Menschen find!

Lebe wohl, mein Weib!

m r,. , Hermann Eisen.'

Daun legte er die Feder bei Sette und starrte noch eine lange Wette trübe vor fich hin.

DaS Sude von Allem! ES war so wett eS blieb ihm nur noch der letzte Skt des Trauerspiels zu vollenden Übrig.

Eisen stand auf und trat vor einen kleinen Schrank, welcher neben dem Fenster stand. Er öffnete ihn, und die ftmkeludeu Läufe einiger Jagdgewehre blitzten ihm entgegen.

Eisen war kein Liebhaber der Jagd; aber die Huld deS Fürsten hatte ihn öfters zu deu Hofjagden gezogen er hatte fich deshalb die Büchsen ange, schasst. Nun blickte er fie der Reihe nach unschlüssig an feine Wahl fiel auf einen schön gearbeiteten Jagdrevolver. Er nahm ihn und wog ihn prüfend tu der Hand. I« Schranke lagen die Patronen

raben als diejenigen gebrauchen zu lassen, welche m . anderen die Kastanien au» dem Feuer holen. Der k Haupibeschluß des Kongresse» zeigt deutlich diese vem En^ Verschiedenheit der Ansichten; würden sich Gruben»

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatter, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler m Frankfurt aM., Cassel, Magdeburg u Wien; Rudolf TTVI Mofse in Frankfurt o. M., Berlin, München u. Köln; ®. L. AA1 'KJ® Daube u. Co. in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover, Pari».

! Wenn er denselben auch nur zum Teil eine ringe hende Aufmerksamkeit widmen will, beträgt seine

1 tägliche Arbeitszeit ohne Unterbrechung mehr als t 12 Stunden. Bei Erörterung der Personen- I tarifreform wird in gewissenOpposilionsblättern daS Publikum auch damit gegen die besprochenen Reformplänr der Eisenbahnverwaltung emzunehmen versucht, daß gesagt wird, die höheren Eisenbahn­beamten, insbesondere auch die Beamten deS Mi-

: msteriums der öffentlichen Arbeiten, reisten auf Fre - karten und deshalb sei e» ihnen ganz einerlei, wievie

1 da» Publikum zahle, u. s. w. Diese Behauptung : ist, soweit fie das Ministerium der öffentlichen ' Arbeiten und die Räte und Beamten desselben an- geht, falsch; keiner derselben reist frei. Freikarten hoben vielmehr nur die Beamten der Provinzial- Betriebsverwaltung» d. i. die Mitglieder der Eisen- bahndirrttionen u. s. w. Diese sind gesetzlich ge» nötigt, fich der Freikarten zu bedienen, da sie für ihre Dienstreisen keine Kilometergelder wie andere Beamte beziehen. Da»Berliner Tageblatt' meldet: Der Gouverneur von Deutsch - Ostafrika Freiherr v. Soden trifft heute in Tanga ein und begiebt sich sofort an Bord derSchwalbe' nach dem Gouvernementssitz Dar-es-Salaam, um die Re- gierung»geschäfte zu übernehmen. Der Chef deS Generalstabes des Gardekorps, Major v. Bülow, hatte am Sonntag das Unglück, im Tiergarten mit dem Pferde zu stürzen und ein Bein zu brechen. Der Präsident von Chili erklärte aufgrund deS ckilenischr» Zollgesetzes alle Häfen nördlich von Caldera, solange sie von den Aufständischen gehalten werden, für geschlossen. Bei Zuwiderhandlungen wird Konfiskatton der Schiffe und der Ladungen derselben angrdroht, außerdem find die Produzenten und Exporteure von Salpeter sür den Ausfuhrzoll verant- wörtlich.Da»MarineverorduungSblatt"veröffentlicht folgende Allerhöchste KabinetS-Ordre, betreffend die Kommandantur in Helgoland: Ich bestimme,daß am 1. April diese» Jahres in Helgoland eine Kom­mandantur einzurichten ist, welche von der Marine rrffortiert. Der Kommandant untersteht dem Kom­mando der Marinestation der Nordsee. Cr hat die allgemeinen Besugnisse der FestungS-Kommandanten. Eine Gerichtsbarkeit hat er nicht. Berlin, den 24. März 1891. Wilhelm. An den Reichskanzler (Reichs-Marineamt). Ein Mitglied der Neustadter Abordnung, die dem Fürsten Bismarck ein Ge- bm tstagsgeschenk überbrachte, schreibt derReust. Ztg.' über den Empfang in FriedrichSruh: Als wir bei einer Flasche Forster Kirchenstück beisammen saßen

eS waren Spitzkngeln, und Eisen lud mit ihnen die totbringenbe Waffe.

Dann trat er vorn Schranke zurück unb setzte fich wieder auf den Stuhl vor dem Schreibtische. Er faltete die Hände ans ber Tischplatte und legte seinen Kopf baraus. Er betete zu bem Allwissenden lange, lange Zett. Endlich war er fertig nun lag alle» hinter ihm er hatte abgeschlossen für dieses Sein.

Sein Antlitz war wie aus Marmor gehauen, starr und unbeweglich war auch ber Blick seines Auges. Er fürchtete ben Tod nicht, keine Muskel zuckte, als er ben Hahn spannte. ES knackte eigeuthümltth das Pistol war lange nicht in Gebrauch gewesen und seine Feber daher verrostet.

Eisen setzte ben Lauf vor seine Sttrn, unb sein rechter Zeigefinger umklammerte ben Stecher ber Pistole.

Da im letzten Augenblicke fühlte er fich umschlungen von fünften unb doch riesenstarken Armen. DaS Pistol wurde feiner Hand entwunden, und er sah in daS lutlitz, in bas thräuenüberströmte Geficht seines guten Engel».

Frau Anna war es, welche bie laugen Etunbeu fiudurch im Nebenzimmer in tätlichem Langen ber» urrt hatte. Sie wußte kaum selbst, was fie ahnend 1 ürchtete. Da hörte fie da» knacken de» aufgezogenen Hahne» nun wußte fie es, nnb fie riß bie Thür ans nnb kam eben noch recht. 1

»Hermann!' schluchzte fie aus, unb in diesem

Aufschrei lag ihr ganzes Herz.

Eisen schaute wie tr nuten um sich er hatte schon . abgeschlossen gehabt. War er noch immer ans der Erde?

Er streichelte mechanisch da» blaffe Gesicht seines . Leibes unb lächelte blöde dazu. Er wußte nicht, was ihm war und wo er war.

.Hermann', schluchze Frau Anna tief unglücklich auf,was hast Du thuu wollen?' ;

Da erwachte in Eisen wieder da» Bewußtsein und eine Züge nwdüsterteu fich wie schweres Gewölk. 1

®tfen wandte rasch den Kops zur Sette. i

Die Ehre war ihm abgeschnitten, von bem Freunde Trfl.L. KKchKn, an bem fein Herz gehangen, ber sein Ber. Ar" besessen nnb ohne Ehre Wetter zu leben, Dtt für ihn eine Unmöglichkeit. Morgen ober über» Bttgeu erfuhr bie Stadt seine Schande bann zeigte *a mit Fingern auf ihn.

o wett sollte eS nicht kommen, fein Entschluß gefaßt.

®r atmete tief auf und erhob fich von seinem Sitze.

Da fiel sein Blick ans bie glitzernden OrdenSsteme, *lche noch feine Brust bedeckten.

wifen lachte gellend auf, und dieselben gewaltsam gfffeab, schleuderte er fie tu bie fernste Ecke seines

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Wöchentliche Bellagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Zllustriettes Sonntagsblatt. Spedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

Mgen Arbeitstages für Bergarbeiter ein allgemeiner Aulstand der Bergleute di Deutschland, Belgien, Frankreich, England und Oesterreich - Ungarn nötig werden könnte. Der Kongreß ladet die Regierungen der gesetzgebenden Körperschaften der verschiedenen Staaten ein, sich iuS Einvernehmen zu setzen über em internationale» Abkommen, betreffend das Stu- dmm einer besonderen Gesetzgebung für die arbeiten­de» Klassen.' Das ist die Hauptsache. Ma« sagt, _______________ .. _____________ _____

AuSstand könnte eintreten. Diese Weisheit wc. < macht besondere Schwierigkeiten, da die Stellung eine aber schon seit Wochen und Monaten aller Welt der arbeitsreichsten im Staatsdienste ist. Durch da»

uno der am selben Tage in Neustadt stattfindenden : Bismarckfeier gedachten, äußerte Fürst Bismarck: 1 "3°, ich habe viele Freunde in der Pfalz, wie ich - denn in der Ferne mehr gute Freunde besitze, al» i in der Nähe hier im Norden. E» trifft eben auch 1 bei mir da» alte Sprichwort zu, der Prophet gilt 1 nicht» in seinem Lande, auch sieht man don der ! Ferne besser aus al» in der Nähe. Dazu kommt noch, daß ich in meinem Leben gar viel fechten mußte, und die Gegner wollen immer nur bie Hiebe fühlen/ bie fie erhalten, nicht aber diejenigen, welche sie au»- I teilen." Im weiteren Verlaufe der Unterhaltung 1 gedachte der Fürst rühmend der Haltung der Pfälzer in politischen Fragen, dabei sagte er:Die Pfälzer waren mir in meinen politischen Kämpfen immer ein Tropfen deS Trostes.' Er sprach dann von der Zeit vor 1870 und meinte:E» hat mir stet» wehe gethan, daß eine der herrlichsten deutschen Pro» vinzen infolge ihrer geographischen Lage feindlicher Invasion so sehr ausgesetzt war. Nun, das hat sich ja, Gott sei Dank, geändert, wir haben 1870 durch Elsaß Lothringen einen Schlagbaum vorgeschoben.' Herr von Egidy, ftüher sächsischer Oberst­lieutenant unb Verfasser der bekannten Schrift Ernste Gedanken', in welcher behauptet wird, Christu» sei nicht Gotte» Sohn, sondern nur gott­begnadeter Mensch gewesen, hat zum dritten Pfingst- feieriage alle Männer, die gleich ihm entschlossen sind, zu wirken, daß der Welt ein einziges Christen­tum gegeben werde, nach Berlin für zwei Tage ein­geladen zu einer Beratung darüber, wie seinen Ge­danken und Absichten praktisch eine weitere Folge gegeben werden kann. Egidy ersucht alle diejenigen, welche an dieser Zusammenkunft teilnehmen wollen, ihm hiervon möglichst bis zum 30. April nach Großenhain in Sachsen Mitteilung zu machen.

Kiel, 6. April. Der Kaiser begann heute vor­mittag» mit eigener Hand den Durchstich bei der Landwehr, nach welchem Wafsermaflen in mächtigen Fällen in da» neue Kanalbett ein drangen. Das Frühstück wurde in der KönigSföhrde genommen, dann wurde die Fahri auf der Barkasse der Werst bis Rendsburg fortgesetzt.

Aachen, 6. April. Die vom Pariser Bergarbeiter- Kongresse zurückgekehrten Delegierten Otten, Schröder und Markgraf hoben auf der gestrigen, von etwa 700 Bergarbeitern besuchten Versammlung zu Röttgen die herzliche Aufnahme hervor, die ihnen in Paris zuteil geworden ist. Schröder forderte zu dem Bei­ttitte zu dem Verbände auf, Markgraf teilte mit, der Streik in Belgien beginne in den nächsten Tagen,

»Anna, Du hättest mich gewähren lassen sollen nun wäre alles vorüber.'

»Und ich?' schluchzte Frau Anna von Nene«, »mich hättest Du zurückgelaffeu allein, ganz allein?'

Dich? Dich«' stammelte Eisen sichtlich verwirrt. An mich hättest Du nicht gedacht?' Anna, ich kann nicht länger leben' Sie umschlang heftig seinen Nacken.

Sei ein Manu, Hermann, es ziemt Dir, ba» Schlimmste zu ertragen.'

Anna', rief Eisen tu bem Tone eines wehklagen» ben Kiube»,fie haben mtt meine Ehre genommen.'

Langsam nur konnte seine Gattin an» ihm heraus» ragen, was geschehen war. Wohl erbleichte fie vor Angst nnb Weh, wohl sah fie angstvoll auf btt chmerzverzerrieu Züge bes fiebernden Satten aber rotzdem leuchtete au» ihren Augen ein Feuer ebler Begeisterung.

Hermann, ber Schmerz hat Dich verbleubet, sonst hättest Du Dir nicht vorgenommen, eS wäre Dir nicht in ben Sinn gekommen, wie Du hast thuu wollen.'

Anna, kann man ohne Ehre leben?'

Schmerz nnb Abscheu haben Deinen Sinn ver­wirrt', fuhr Fran Anna mit wachsenber Beredsamkeit ort,Du bist von Sinnen gewesen, Hermann. O, ch habe diesen Boläuber immer mit geheimem Abscheu betrachtet, ohne zu wissen warum ber Instinkt lehrte mich baS Richtige. Er und kein enberer ist e», ber Dich hat verderben wollen.'

Mein Freund mein HerzeuSfteunb', lallte ber gebrochene Manu.

Erbarme Dich, Hermann; er ist ber Schuldige Du mußt Dich rächen'

Rächen, rächen!' schrie Eisen wild auf, während chssein Geficht verirrte.Bei Sott, bem Allmächtigen, Du hast recht. AVer wie wie, Anna? SS ist meine Handschrift, es ist alles von mtt'

»Sott wird Dir zu Deiner Rache verhelfen, Hermann', sagte Frau Anna überzeugungsvoll,bem eS ist eine heilige, gerechte Rache.'

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bekannt; waS kann nicht überhaupt alles in der Welt geschehen? E» kann auch geschehen, daß eine Ent- bt*mg gemacht wird, welche den elekttischen Funken

(Nachdruck verboten.)

Verlorene Ehre.

Erzählung von Georg Höcker.

(Fortsetzung.)