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Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Mrchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt. Spedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

M 74.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartal-Abonnements-Prei« bei der Expe­dition 2*/» Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (ejH. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 29. März 1891.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M-, Tassel Magdeburg » Wien; Rudolf XXVI Moffe in Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln; G- L. AA f 1 Daube u. Eo. in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover, Pari».

Oster«.

Ostern rufet: Auferstrhe «»S dem Winterschlaf, Natur! Holder Frühling! Komm und geh«. Geh' an's Werk in Hain und Flur! Laß die Welt nach finstern Tage», Wo die Lust bei Lebens schwieg, Laß sie wieder freudig fragen: Starrer Tod, wo ist dein Sieg- Starrer Tod, wo ist dein Sieg?

Auferstrhe, auferstehe!

Dich auch mahnt der Ostrrruf; Auferfieh' von deinem Wehe, Da» den Tag zur Nacht dir schuf: Auferstrh' zu heitrer Klarheit, Liebe spricht: Lebendig sei!

Ich bin Leben, ich bin Wahrheit, Und die Wahrheit macht dich frei. Auserstehe, banger Träumer, Schon erwacht die junge Welt! Auferstehe, träger Säumer! Denn bestellt sein will drin Feld. Die voll Mühsal und beladen Bang geharret auf dal Heil, Ausersteht zu neuen Gnaden, Nehmt am Siegelfeste Teil.

Ostern.

DaS FrühliugSfrst grüßt un» wieder, ouf dessen Erscheinen in langen und bangen Winterwochen die allgemeine Hoffnung gesetzt war. Der letzte Winter führte rin autnahmswnje harte» Regiment: manche SpbeitSgelegruheit ruhte Wochen und Monate, Ein­schränkung und äußerste Sparsamkeit mußten die harten Tage in manchen Familien überwinden helfen. Und wenn dal Auge unruhig in die Zukunft blickte, tat Herzen die Sorge vor noch Bitterem sich sorgte, tac Gedanke erhob doch wieder: auf den Winter folgt Ostern und damit der Frühling, besiere Tage, lagt der redlichen Arbeit und des redlichen Ver­dienste!. Und Hoffnung läßt nicht zu Schanden werden! 8it dem Frühjahr lebt die Arbeit wieder auf, ganz besonders in der Landwirtschaft, vielfach aber auch in der Industrie, und Tausende und Aber­tausende hoffen, daß sie gesegnet sein möge.

Wenn wir un» heute umschaucn in Deutschland md betrachte» dann die Zustände in ganz Europa, »w so müffe» wir doch sagen: Wir Deutschen

(Nachdruck verboten.)

Verlorene Ehre.

Erzählung von Georg Höcker.

(Fortsetzung.)

.Du entschuldigst, Herwauu, wen» ich zulauge*, sagte er jovial;aber ich bin so entzückt von Deinen »egaliaS, daß ich immer Sehnsucht habe nach ihueu «halb komme ich auch jetzt so oft zu Dir. Hahaha, alter Schwede. Scherz natürlich!*

«Du bist bei mir zu Hause, dal weißt Du ja*, «ab elfen zurück, ohne in dal Lachen bei Anderen tazustimmen.

.Weiß, weiß fühle mich auch großartig wohl »cher Freuud liebeulwürdtgste Frau Wirtiu >4 Junggeselle Heiz, was verlangst Dn mehr «haha aber Sapperlot, Hermann, war bist Dn für ««Griesgram geworden lachst nicht mehr scherzest «cht mehr Leichenbittergesicht ernst, grabelkall Nh, eS überläuft mich weißt, ich baffe das hahaha, nichts für ungut!*

Da» Antlitz feiner Frennde» vier sehr finstere Schatten ans.

, «Lassen wir da»*, sagte er abwehrend.Wie gehen die Büreangeschäste?*

«Bortteffltchl Apropos, Dn solltest Deine Marren lagern laffen; nene Sendung noch etwas Mch, aber sonst vorzüglich. Ja so, wie die «e- Mste gehen großarttg mtffen Dich nicht.*

Bolünder raffte dabei einige Male den Ranch der Agarre in die Höhe, daß blänliche Ringwölkchen Mithin dnrch die klare Last stiegen.

«Ich werde die Geschäfte wieder selbst übernehmen*, ttinte Eisen leichthin. «Ich fühle mich wieder so siewlich gekräftigt ich löse Dich morgen früh ab, «in Freund.*

Boltader setzte dar ergriffene Glas mit einem «tgen Ruck wieder ans deu Tisch, ohne gettnnken " haben.

«Unmöglich dar darf nicht sein!* tief er, ganz

flehen niemandem nach, hoben nicht nötig un» aus unserer Nationalität hinaus in eine andere hinein- zuwüuschen, und erst recht nicht den Wunsch nach einem internationalen Völkermischmasch auszu­sprechen. Dal Volk, dal nicht aus seine Sitte und seinen Charatter hält, das verdient auch nicht, zu fein, so sagen die großen Geister aller Nationen einmütig und einstimmig, so stet! auch drin in jeder ManneSbrust tief eingeschrieben. Und die» soll sich kein Deutscher rauben laffen; nirgends wird geachtet, wer sein Vaterland verachtet. Eine lebhafte Bewegung Hot im deutschen Reiche be­gonnen, auSzubauen und zu vervollständigen, was noch des Ausbaues und der Vervollständigung be­darf, und wenn heute über Einzelheiten noch Mei­nungsverschiedenheiten obwalten auch das deutsche Reich wird immer älter und klüger, immer reicher an Erfahrungen. Noch in keinem großen Staats­wesen stand mit einem Schlage alles in höchster Vollendung da, es wurde mit mäßig Gutem be­gonnen und immer beffere» und beffere» geschaffen. Deutschland, dal neue deutsche Reich, ist in den zwanzig Jahren seines Bestehen! wahrlich schon weit genug gekommen, und eS hat nicht» von dem An­sehen eingebüßt, welche! eS in schwerer aber großer Zeit sich bei den europäischen Böllern errungen.

Der deutsche Handel, der deutsche Kaufmann, die deutsche Industrie haben manchen Platz für Deutschland erobert, aber nicht mit großen Worten leeren Inhalts, sondern mit unermüdlichem Arbeiten mit deutscher Intelligenz. Deutschland! künftige Er­oberungen sollen nur friedliche sein, unsere Waffen sollen allein heißen: Deutsche! Wiflen und deutsche Arbeit!

DaS Osterfest und der nahe Lenz fachen Unter­nehmung! lust und regen Eifer von Neuem an, e» sollen die Hände gerührt werden, auf daß der Arbeit Lohn die ganze Nation genieße. Und wie nach außen hin soll auch im Innern gearbeitet werden an der Stärkung de» Reiche», nicht mit Worten, sondern durch Thate». Deutschland steht hoch im Rate der Nationen, e» steht hoch in Werken des menschlichen Geistes. Alles das ist geleistet aber nur durch Einig keit, durch friedliches und feste» Zusammenwirken be­deutender Männer. Niemand, wer e» auch sein mag, wird e» fertig bringen, deS Reiche» Grund­pfeiler zu untergraben, deutsche Treue, sie wankt nicht und weicht nicht. Aber e» gilt auch, alle Beun­ruhigung abzuwehren, entschloflen, kräftig, denn die Unruhe ist der Arbeit größte Feindin, sie bringt die Träger der Arbeit, alle Deutsche um den berrch-

ohue feine gewöhnliche Lnstigkctt, indem er sein Segen, über nnstcher ausah.

«Doch, doch*, sagte Eisen entschieden. .Ich bin Dir für Deine anfopfernbe Güte dankbar das weißt Du ja selbst aber ich darf meine Pflichten nicht taget vernachläsfiflen, und Du hast selbst genug zu thun, tun Deinen Posten anSznfüllen.*

Boltadet rückte ans feinem Stuhle unbehaglich hin nnb her.

»DaS ist nun wieder so eine von Deinen Schrullen*, statt « alsdann.Lächerlich, als ob Dn nicht der Pflichteifer in höchster Potenz selbst wärest.*

«Du machst mich nicht irre, Fritz.*

Kommen Sie mir zu Hilfe, verehrte Frau! Hermann bedarf durchaus noch der Schonung er darf fich nicht in den Strudel der teilweise wider» Bärtigen Geschäfte stürzen.*

Aber Fran Anna zuckte leicht die Achseln.

Ich glaube kaum, daß meine Fürbitte in dieser Beziehung irgend welchen Einfluß auf die Eutschließnug meine» Gatten hätte*, sagte ste.Ich meine aber auch, daß gerade die gewohnte Thätigkett*

Verzeihen Sie, wenn ich Sie unterbreche! Nichts erheitert den «eist so wie die Ruhe.*

Aber vir stretten um de» Kaiser» Bart*, sagte Eisen mtt einigem Unmut ,E» bleibt dabei, Fritz! Ihr könnt mich zu morgen wieder erwarten.*

Boltader blickte gereizt vor fich nieder, und sein volle» Anüitz verlor dadurch viel von der ihm eigenen Liebenswürdigkeit >

. »®ie willst*, sagte er, indem er mtt einer raschen Bewegung die erst zur Hälfte gerauchte Zigarre auf den Kiesplatz vor der Laube schlenderte. Wenn Du in einem solchen Tone sprichst, muß ich wohl schweigen. Du bist ja mein Vorgesetzter.*

Sisen gab nicht gttich Antwort er lehnte fich mit einer finsteren Wolle ans der Stirn in seinen Sessel zurück.

Wie Du sprichst*, sagte er endlich.All ob ich

Hgten vollen Erfolg. Diesen Erfolg, wir wünschen ihn allen, auf jedem Felde, auf dem Gebiete gewerb­licher und geistiger Thätigkett, denn dieser Erfolg erhöht auch den Ruhm de» Vaterlande». Da» ist unser Wunsch zum Osterfeste!

Deutsches Reich.

Berlin, 27. März. Am grünen Donnerstage begab sich da» K a i s e r p a a r um 8/« Uhr zum Palais de» verewigten Kaiser Wilhelm, um daselbst, wie alljährlich an diesem Tage, die Feier de» heil. Abendmahls zu begehen. Dieselbe wurde vom Gar­nisonpfarrer Fromme! vollzogen, während die litur­gischen Gesänge von Mitgliedern deS Domchor» auS- gesührt wurden. Nach dem Schluffe der heiligen Handlung kehrten der Kaiser und die Kaiserin zum Schlöffe zurück. Bald daraus unternahm der Kaiser eme Spazierfahrt nach dem Tiergarten, an die sich eine längere Promenade anschloß. Sodann empfing der Kaiser den Kommandanten del königl. Hauptquartier», Generallieutenant v. Wittich, welcher sich im Auf­trage de» Kaisers nach Dresden begiebt, um der Bei­setzung de» sächsischen Krieglminifter», General» der Kavallerie Grafe» v. Fabrici, beizuwohnen. Am Abend wohnten Ihre Kaiserlichen Majestäten einer liturgischen Andacht im Dome bei. Die Kaiserin dürfte am 1. April zu mehrtägigem Besuche in Dresden eintttffen, um daselbst der Konfirmation der Priu- zessin Feodora beizuwohnen. Die Veröffentlichung der am 22. d. M. verfügten Personalveränderungen in der preußischen Armee ist nimmehr im amtlichen Militär-Wochenblatt" beendet. Die Beförderung in höhere Chargen waren für ein derartig beträchtliches Avancement sehr gering. Zum Generalmajor ist ein Oberst befördert worden, während die Obersten­charge ganz leer aulgegangen ist. Beförderungen zu Oberstlieutenants zählen wir 15, nebenbei noch 4 Charakterifirungen von Bezirkskommandeuren, Beförderungen zu Major» 25, außer 4 Charak­terifirungen von Bezirksoffizieren, zu Hauptleuten beziehungsweise zu Rittmeistern 73 und zu Premier- lieutnants 92. Die in die Hauptmannscharge Ein- gerückten sind meist seit Ende 1875 oder Anfang 1876, beim Generalstabe vereinzelt erst feit 1877 Offiziere, während die zu Premierlieutenants Be­förderte» feit 1882 in ihrer bisherigen Charge waren. Verabschiedet sind 2 Generallieutenant», 5 Generalmajors, 6 Obersten, 2 Oberstlieutenants, 10 Majo.s, 37 Hauptleute beziehungsweise Ritt­meister, 11 Premier lieutenant» und 8 Srkonde- lieutenant», zusammen also 81 Offiziere, von

Dich schon jemals den Vorgesetzten hätte fühlen lassen ich denke, wir find Freunde.*

Eben deshalb solltest Du auch den Freund »rat nicht verschmähen*, nahm Boltader seinen Sorteti Snfelbft'^ «mttec a «it Dir, da» weißt

Davon ist keine Rede*

Nun also sei vernünftig und stärke Dich erst gänzlich, ehe Du die Geschäftsiast wieder auf Deine Schultern nimmst.*

, Eisen schüttelte leicht do» Nestchen Rotwein in seinem Glase hin und her.

Er sah vor fich nieder, während Boltader keinen Blick von ihm verwandte. AIS Eisen aufschaute, sah er da» Ange seine» Freunde» mtt beinahe flehendem Ausdrucke auf fich gerichtet.

Er beugte fich vor und schüttette Boltader «arm die Hand.

Du bist ein treuer Freund*, sagte er einfach; «tch will es mir wenigstens Überlegen*

Das alte Lächeln kehrte auf Boltader» Antlitz zurück.

Wie Du mich erschreckt hast* jagte er mit alter Ungezwungenheit, während er fich mtt einem gelbseidenen Taschentuche den Schweiß von der hohen Stirn abtrocknetebin ganz echanffirt hat Mühe gekostet die Ueberreduug*

Aber ich bin Ihnen nicht einmal dankbar*, ge­stand Fran Anna freimfitig. .Ich hätte eS gern gesehen, wenn mein Mann Vrrgeffeuheit gesucht hätte in den Lasten seiner arnllichen Thätigkett.*

Boltader schüttelte mit liebenswürdigem Lächeln den Kopf, während er den Mund wie znm Pfeifen spitzte.

Der Generaldirektor schob sein «la» wett ans den Tisch zurück und legte die flache Hand nachdrücklich ans diesen.

Bergeffen l* sagte er mit harter Stimme, während sein »lick erstarrte;wie Du thöricht sprichst, Frau ich habe nicht» gn vergessen"

Er brach kurz ab und schaute anderwärts.

de» 38 als Bezirk« osfiziere, hn Kriegsministerium u. s. w. Verwendung gefunden haben. Da» valionalliberale Wahlkomitee de! 19. hannover­sche» Wahlkreise» erläßt einen Wahlaufruf für den Fürsten Bismarck, in welchem e!heißt:Wir wolle» mit diefer Kandidatur nicht de» Parteimann, sonder» de» Begründer deS Deutsche» Reich», den größte» Staatsmann deS Jahrhundert» und aller Zett, den Fürste» Bi»marck aufstellen und dadurch unsere» Wahlkreis einer hohen Ehre und Au»! zeichnung tellhaftig werde» laffen wie kein anderer Wahlkreis des große» Deutschen Reichs sich deren rühmen kann.* Der andere von einigen National­liberalen ausgestellte Kandidat vr. Waltemath au» Hamburg ist zurückgetreten. Wie derHamwv. Cour." hört, sollen wehere namhafte nationalliberale Parlamentarier beabsichtigen, demnächst den Wahl­kreis zu bereisen und Wahlreden zu halten. Eine Aeußerung Stöcker'» über den Kaiser wird von dem Genfer Korrespondenten ter Münchener Allgem. Ztg." mitgeteilt. Derselbe schreibt: Nach Schluß der (bekanntlich sehr stürmisch verlaufenen) Versammlung hatte» wtt Gelegenheit, im engere» Kreise Herr» Stöcker's Meinung über manche schwebende Frage in Deutschland zu vernehmen. Unter anderem wurde Herr Stöcker gefragt, wie der deutsche Kaiser Wilhelm II. gegen die Juden ge­sinnt sei? lieber diese etwa» brüske Frage verdutzt, antwortete Stöcker nicht ohne Humor:Ja, dal weiß ich nicht; dal wüsten Sie den Kaiser selbst fragen; eine» nur kann ich Ihnen mit Bestimmtheit sagen: wenn ich die Juden in Ruhe gelosten hätte, so wäre ich noch heute Hofprediger.* DieNationalzeitung" schreibt: Unter dem Namen Compagnie d e C a t a n g a" ist in Brüflel eine neue Gesellschaft zur Verwertung des ganzen südöstlichen Teile» de» Kongostaates mit belgische», deutschen, englischen und französischen Kapitalien ge­gründet worden. Nach den Statute» muß wenigstens die Hälfte der Administratoren Belgier sein, lieber da» Programm für den Besuch de» Kaiser­in England wird au» London geschrieben: Der Kaiser wird seinen diesjährigen Besuch in England nicht auf die Insel Cowes und die dortige Sommerrefidenz der Königin, OSborne-House, be­schränken, sonder» sich auch i» der Hauptstadt zu einem achttägigen Aufenthalt einfinde». Den bisherigen Arrangements zufolge ist die Ankunft auf den 27. Juni festgesetzt; der Kaiser wird im Buckingham- Palast absteigen, wo die Räumlichkeiten in vollem Maße auSreichen, während in OSborne da» kaiserliche

Frau Auua seufzte schmerzlich auf; aber ste wagte nicht, etwas zu entgegnen.

«Was ich fagen wollte*, unterbrach Boltader das unbehaglich werdende Schweigen, welches für eine Welle auf der kleinen «efellfchaft gelastet hatte, tch habe eS vorhin schon Mitteilen wollen gestern große Schlacht vor Sedan gewesen Napoleon ge­fangen unser Regiment auch Tell genommen an dem glorreichen Siege."

Eisen konnte fein Erschrecken für einen Augen- blick nicht meistern. Er blickte den Freund jäh an und wechselte auffällig die Farbe.

Ah das ist ja recht schön", brachte er endlich hervor.Woher hast Du erfahren"

Die Spatzen pfeifen eS auf den Dächern hahaha und Du weißt es noch nicht, Hermann? Heute mittag Depesche gekommen mutz großartige Schlacht gewesen sein."

Eisen atmete schwer auf, und Frau Anna sah mtt banger Sorge, wie die alle Last fich wiederum auf fein Herz zu senken begann.

Waren waren eS viel Verluste auf deutscher Sette?" stieß er endlich mit unsicherer Stimme hervor.

Geradezu enorm" fuhr Boltader rücksichtslos heran»besonders nufer Regiment soll gerade«» decimirt sein fast alle Offiziere weggeschoffeu."

Der stolze, unnahbare Mann stttß einen Wehe, laut ans; das hatte ihn gefaßt und saß nun tief in feinem Herzen.

Boltader sah wie tief erschrocken zu ihm herüber.

31, so", sagte er mtt schmerzlichem Bedauern, indem er die Hände de» Anderen ergriffarmer, armer Freund!"

Dabei stiegen ihm die Thrtaeu in die Augen, und er mußte fich abweudeu, um seine Rührung zu verbergen.

Boltader war der Frau Anna immer gleichgülttg gewesen; von diesem Augenblick aber aufie wußte selbst nicht warn« ergriff fie ein unbesiegbarer