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Nochknscha«.
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I f®8 mit feiner Gattin ans den gewohnten Plätzen in der Jarminlanbe. nud ans der Stelle, wo sonst immer Leonhard» Platz gewesen war, saß ein dicker, behäbiger Herr.
Herr Boländer liebte den LebenSgennß, dies sah man feinem geröteten Antlitz nnd den lästig snnkelnden Schlitzängelchen an, welche nut wenig hinter den mächtigen Pausbacken hervorschaueu konnten. Ein prächtiger, wohlgepflegter Backenbart von etwas rosiger
nicht mehr. Ihr Her, hing noch mit der alten Liebe au ihm; aber es lag wie ein schwerer Traum über ^gebreitet - fie konnte das gan^ Gräßliche raum fassen.
Wie sollte es enden, fragte fie fich ost anfschlnchzend — o, die Zukunft lag käst und trübe vor ihr. I waren schon mehrere Schlachten geschlagen b.“6 demnächst da» Regiment Leonhards ins Feuer kommen werde.
Heute war ein klarer, schöner September-Rach« mittag.
Marburg,
Freitag, 27. März 1891.
Die Verhandlungen über de» österreichisch- deutschen Handelsvertrag, die die ganze Woche geruht hatten, sind am Dienstag in Berlin wieder aufge« nommen. Unter Vorsitz des Staatsministers von Bötticher fand eine Beratung statt, welcher die Unterzeichnung des Handelsvertrages baldigst folgen dürfte. — äu8 dem Bergarbeiter streik, der wochenlang drohte, wird nun glücklicherweise nichts werden, nachdem die sozialdemokratischen Abgeordneten Singer und Auer den Bergleuten das Bedenkliche eines allgemeinen Ausstandes zugemüte geführt haben. — Aus FriedrichSruh ist zu melden, daß Fürst Bismarck in den lauenburgischen Kreistag gewählt ist Stöcker bereist jetzt das Ausland. In Genf wollte er etre Rede halten, doch er ist nicht recht dazu gekommen. Der Tumult und Lätm war ein zu großer. In der Ausübung der Paßmaßregeln an der französischen Grenze sind wieder Erleichterungen emgetreten. In Frankreich hat der Präsident Carnot vom Zaren den höchsten russi'chen Orden erhallen.
AuS den deutschen Kolonieen ist ebenfalls neues zu melden. In Deutsch - Ostaftika hat Wißmann aufgrund von Berichten und Anträgen Emin Paschas den Handel mit Munition und Geweh en zum Monopol gemacht, und in Kamerun ist Leutnant Morgan mit feiner Expedition nach zweijähriger Abwesenheit aus dem Innern wieder angelangt.
Der deutsch - englische Handelsvertrag, dessen Kündigung von einzelnen verlangt wurde, wird wohl
n»e derselbe sich nach den Beschlüsien des LaodeS- ausschusieS gestaltet hat, die Zustimmung. Außer- dem wurde über zwei Eingaben in Zollangelegenheiten, über den Antrag der Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und für Rechnungswesen wegen I Ergänzung der Ausführungs-Vorschriften zum Taback- I sttuergefetz, über mehrere Gesuche um die Bezeichnung I Sprengstoffen als solche, welche vorzugsweise als Schießmittel gebraucht werden, aufgrund de» Gesetzes Ivom 9. Juni 1884, endlich über eine Beschwerde I wegen angeblicher Gesetzwidrigkeiten in einem Verloren vor dem Reichsgericht Beschluß gefaßt. — »Die „Nordd. Allg. Zig." bezeichnet aufgrund bester Information die Meldung gewisser Blätter, daß General von Albedyll in Münster den Abschied
I erbeten habe, als Erfindung. — Nach demselben IBlatte ist der Generaldirektor von Kaiser Wil- lhelmS-Land, Ed. Wißmann, ferner sind mehrere Beamte und Seeleute in Finschhafen gestorben. Re-
I gierungSrat Rose übernahm interimistisch die Geschäfte des Generaldirektor». Wegen der Malaria ist Finsch. Hasen al» Station aufgegeben und die obere Bet-
l waltung provisorisch nach StephanSort verlegt. — belgische Regierung ernannte den ehemaligen staatsminister Jakobs als Rechtsgelehrten, um auf Ansuchen Englands und Deutschlands über die Ansprüche des deutschen Kaufmann» Julin» HönigS- berger zu entscheiden, welcher angeblich durch da» deutsch-englische Abkommen über Afrika in seinem dortigen Besitz beeinträchtigt wurde. — Der „Reichs- anjeiger“ veröffentlicht eine Verordnung vom 22. SWärj, betreffend die Einführung von Reichsgesetzen m Helgoland. Die Verordnung zählt die einzu- fuhrenden Reichsgesetze auf. Sie enthält weitere nähere Bestimmungen über die Bildung eine» Schöffengerichts .für Helgoland mit dem Sitze daselbst und bestimmt, daß die Einwohner von Helgoland während des Jahres 1891 nicht zu dem Amte als Geschworene heranzvzieh n fb b. Die Verordnung tritt am 1. April 1891 inkrast. — Der „Reichsanzeiger' veröffentlicht : Se. Majestät der König haben dem Konsistorial-Prcside t»n D. Hegel in Berlin die nachgesuchte Enuaffung aus seinem Amt in Gnaden zu erteilen geruh,.
der Charwoche alle» Ruhe und Frieden. Doch b.nso wie nach heiterem Sonnenscheine mit einem male Schneeflocken in dichter Menge vom Himmel herab wirbeln, so zischen auch am politischen Horizonte einzelne Raketen auf, gleichsam, um den Ante, am politischen Leben in dieser stillen Zeit rege zu erhalten. Da ist eS vor allen Dingen der Welfen sondS, der viel Staub aufwirbelt und in aller Leute Mund Jidj befindet. Zeitungen fast aller Parteien haben sich in tiefen Tagen gegen die Existenz dieses Fonds ausgesprochen oder doch wenigstens dem Verlangen Ausdruck gegeben, über die Rente eine anderweite Bestimmung zu treffen. Wenn nicht olle Anzeichen trügen, scheint die Frage deS Welfenfonds noch in dieser Session des Abgeordnetenhauses zur Erörterung zu kommen. Dem Minister v. Bötticher, der gleich $u Anfang mit in die Sache verwickelt ward, haben der Kaiser, der Reichskanzler und zahlreiche Abgeordnete ihre Besuche abgestattet, um so vor der Oeffentlichkeit seiner Person ihr voller Vertrauen zu bezeugen.
Amtsches Reich.
Berlm, 25. März. In der gestern unter dem Vorsitz des Vize > Präsidenten des StaatS-
Seitdem die Parlamentsferien begonnen haben, ^es im politischen Leben bedeutend ruhiger und iller geworden. DaS Herrenhaus hat das Ein- «mensteuergesetz und Wildschadengesetz je einer lmmi'sion überwiesen, nachdem es vorher noch Mm Unwillen über das letztere Gesetz lebhaft Eruck gegeben, und ist dann ebenfalls in die Perserien gegangen. Auch der Bundesrat hat nach lledigung kleiner Vorlagen die Erholungspause ^treten. Am Palmsonntag, dem Geburtstage ' verstorbenen Kaiser» Wilhelm, fand in Charlotten- r» die feierliche Grundsteinlegung der Kaller »Helm - Gedächtniskirche flau, cn welcher die
Herrschaften teilnahmen. So athmet in nun ruhig weiter bestehen'"bleiben,""nachdem^sich
Seiflitn entgegen die Expedition d. Blatte», 1«me die Annoncen-Bureanx von Hänfenstem und Bögler mFrankfiirt a.M-, Cassel, Magdeburg u. Men: Rudolf YYVI Ot/tbrAAHA SWofft in Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln; 0. L Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».
De^N^n^ ^erhause dafür ausge'prochen hat. I Ministeriums, Staatssekretär de» Innern Dr
"Elches Ende fie nehmen wird. Zwischen England und Italien ist ein Abkommen unterzeichnet worden, welches die Grenzlinie der englischen und italienischen Einflußsphäre in Ostaftika festsetzt.
In Abeflynien scheint ein Streit zwischen Italienern und dem König Menelik bevorzustehen. Graf Antonelli soll unter Zurücklaffung seiner Papiere schleunigst das Land haben verlassen müssen. Bon anderer Seite wird ein Bruch mit Abeflynien bestritten. Sehr ftiedlich scheint aber doch da» Ber- hällnis zwischen Italien und Menelik nicht zu sei».
.ön der italienischen Kammer kam eS am Sonnabend zu äußerst lebhaften Auseinandersetzungen. Vor allen Dingen war eS CriSpi, der die jetzige Regierung angriff und einen baldigen Krieg als nicht! unmöglich bezeichnete. Nichtsdestoweniger wurde ein! Antrag, der der Regierung unbeschränktes Vertrauen aussprach, mit großer Mehrheit angenommen. I
3n Serbien haben das serbische KönigSpaar und I ote Regierung einen Vertrag abgeschloffen, wonach! das erstere bi» zur Großjährigkeit de» jungen Königs I ba§ Land nicht wieder betreten darf. I
. 3» Belgien hat der König Leopold durch einen I reimütigen Entschluß, die Kammern aufzulösen, die! Frage der belgischen Verfassungsrevision der end ! gültigen Entscheidung nahe geführt. Selbstverständ lich stößt die Absicht deS König» auf den Widerstand I >es letzigen klerikalen Ministeriums; aber der König! cheint nach Londoner Meldung auch die Eutlaffung I beS Kabinett» in Aussicht- genommen zu haben. I
3" Neu - Orleans in den Bereinigten Staaten I Nch die Aufregung der Bevölkerung erklärlicherweise noch nicht gelegt. Die Italiener sinnen auf! Nache, aber die Polizei hat ein wachsame» Auge.!
tobt der Bruderkampf weiter. Diel Aufständigen bombardieren die Hafenstädte, und biell Regierung läßt bie gefangenen Insurgenten erschießen. I; ™*n ,^trb dort endlich die Ruhe wiederherge-11
« Halmen,Ium mit fchmerzdurebfurckter'I« 25t‘”er ÖatteWein und Zigarre» fervirt und
61 K«tschung») I , D" war fein Herz aufgegangen vor feliger Vater. I sein verstoßener, fluchbeladener Sohn? '
« war geschehen! Fluchbeladen schied der Sohn ÄT ,7?°"e den Blondkopf oft an die Brust ,LeonhardI'
77 °6nt etSt” fiiofl er in den Krieg. U,ckt im Ueberwallen dtsGefühls, und Leonhard! ES war ein Schmer,enSlant aus tiefge quältet!
JjE? betnVeb e8 der Generaldirektor, an denl«^?.^ ihn wiederum geschmiegt, und Me heilige lernst, welcher fich dann seinen Lippen entrang. DaS ^ten zu denken - dann aber konnte er den ^nde» waren an ihnen vorübergezogen. I treue Auge seines blonden LockenkopfeS von ehemals fat.n”^I?lenben ®ebanJ‘n nicht länger wehren. 6 Totenauge, so ernst und vorwurfsvoll l
”J”lebet' J?e”” eI f16 verbannte; fie ließen I ,to“r «roß geworden und zum! Eisen griff sich dann krampfhaft mit beiden Händen
?^onderS als er vor dem Bette I 4 Neulich gehalten, was da-1 °«ch dem Herzen, als ob er fürchten müßte, daß dieses
fd?ftbktnA’.b "krankten Fran faß und bann als »*H*nff,n ^t8nr?„nb,7a”fle versprochen — er war! ^springe vor Uebermaß de» Leide», aber das Herz WJ das Zimmer hüten wußte und der peinigen- «JB Sinn geworden Npriugt nicht so leicht, und ist der verborgen gehaltene,
Vereinsamung de» Krankenbettes gänzlich über-12?b $“*** bestrebt, stets feine Eltern zu erfreuen.! heimliche Schmerz auch der gräßlichste von allen — ™ »ar. * J”" S KUege draußen, und auf seinem b°» Herz pocht wettet; eS hätt ein gut Stück aus
Eouderbar, daß es ihm immer mißlang, in geJ®on*’te r“bte bet Nach de» Vater». I Was hätte der tief unglückliche Mann dafür gegeben I
S 8« geraten, wenn er an den Schimpf I Wenn es so weit gekommen war in dem Gedanken. I B?nB " mit seiner vertrauten Gattin einmal hätte I Ua«ffitK‘D^ea4elnet SWetann0 »ach Leonhard!«äug deS Nachstnuenden, dann hiell e» ihn nicht|“be“ bfitfe« fiber Leonhard — wenn er sein Hoffen! ®8 toar vergebens, so sehr et! länger ans dem Sessel zurück. ’ W |”nb Langen hätte austauschen können mit ihr. Aber!
und strebte. | Eisen sprang bann ans und öffnete wett die Fenster- HL1®” A”, verschüchtert, um mit ihm zu reden, und1
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Ü ^ttrn drückte und mtt Aufgebot I drang in sein stilles Gemach. Daun atmete et schwet «^."ef und schwer gekränkte Vater, sollte er sein I mein Bebäbiae«
WMeuskrast die anstürmenden SedLken -ms, so recht aus ttefinnerster »nißT«b ei ^echt bereuen ? - Nimmermehr, wem bas j n SrbealHtebbaber Ä ^ase den
Mmeigen bringen wollte, dann kam eS erst recht ihm, als ob er nahe daran gewesen toto, ^°e.stickeu 'L mußte dmchgelitten werd«!! vi.llti»e
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