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Deutsches Reich
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hn, -3“ f?, - k»hr er fort, als das Mädchen trübe v°r Nch blictte; .Du haß dem Vaterland ein Opfer ,u briugeu, Siud, eiu schweres Herzensopfer sogar —
Du, schließlich treffen doch nicht alle i k venke, Hauuchev, der liebe Gott
wird Dir Deine» Leonhard schon behüten.'
DaS Mädchen preßte die Lippen zusammen, als nSu'l b0§ verhüten — aber sie konnte eS netzten »der«' b°6 schwere Thräueoperle« ihre Wange» R, *®8 W schrecklich, Vater', sagte ste mit bebeude» Lippe», .und mich verläßt da» Gefühl nicht mehr, daß »vn alles, alles ans und ,» Ende sei.' «
Der Alte zuckte unmutig mit de« Kopfe.
»Pah, Hauuche»', sagte er, indem er ihre Hand ergriff und langsam streichelte, .Du mußt nicht der. ^agen, mein Kind — unser Herrgott schickt u»S nie w°hr, alS wir zu trage» verwögen. Warum sollte das Schicksal Dir nehme» woran Dein juugeL Herz hängt?— Hm, »eiu, mein Sind, ich denke, der Leonhard kehrt heil und «st Ruhm bedeckt aus dem glorreiche» Sampfe zurück. — Aber, was ich sage» uollte — es benscht wohl schon reges Leben i» der Kaserne? — Dn bist doch vorbeigekommeu?'
Johavua wollte a»tworten; aber die Kinder, welche schon die ganze Zeit unruhig gewesen waren, zerrten ste vu» heftig a» der schwarze» Schürze, welche ste bei ihrem Eintreten »wgebundeu hatte.
Zu gleicher Z-it wurde die Thür avfgeriffe», »»d et» kleiner Savsewind stürmte in das Gemach — derselbe Blondkopf, deffe» Bekanntschaft vir vorhin aus dem Hofe vor der Kaserne gemacht habe».
.Brod, Hauucheu, Brodl' ries er, währeud sei» Sücherrauzev von der Schulter herab iu die nächste Ecke flog — ich habe Huugrr wie eiu Wolsl' H
»Ader Willi', verwies die Schwester, währeud mi£ Wohlgefallen aus der schlanken Gestalt des klriueu Ueberwut haftete«, .vaun willü Du endlich einmal manierlich werde»? Ma» kommt doch -«erst zu« Papa uud sagt schö»; Gute« Dagl'
I kunft zu empfangen und ihn nach dem Altar zu geleiten. Mit dem Zeichen des Kreuzes die Trauer- Versammlung segnend, legte der Bischof den Weg nach dem Altar zurück, wo er unter den üblichen I Feierlichkeiten in die silbergestickten Gewänder seines hohen geistlichen Amtes gekleidet wurde. Umgeben von dem gesamten Klerus, asfistiert von dem Feld- probst Aßmann und dem Probst Jahnel, intonierte s drr Fürstbischof daS Requien, und gewaltig durch, brausten die ergreifenden Klänge der Responsen de» werten hohen Raum. Nach Beendigung des Seelen- amtes wurde dem Fürstbischof die Mitra aufgesetzt, er ergriff den Krummstab und hielt von den Stufen des Altars auf den Verblichenen eine GedächtSni»« rede. Der Fürstbischof besprach den verblichenen Parlamentarier in seiner dreifache» Eigenschaft als Mensch, als Christ und als Staatsmann, prieS seine
| —DerLeichenfeierfür den Abg. Windt- Ihorst in der Berliner HedwigSkirche wohnten bei Ider Reichskanzler von Caprivi, die Staatsministrr Ivon Bötticher, von Schelling, von Berlepsch, Herr- I furth, Miquel, von Kaltenborn, von Heyden, der Staatssekretär Marschall von Bieberstein, die Mi- Nister v. Goßler und v. Puttkamer, der frühere Kriegsminister von Berdy, der Minister des köuig- lichen HauseS v. Wedell und viele andere hohe Be- amte, der Generalleutnant v. Spitz und einige an. dere Ofsiziere. Die Vertreter der Parlamente waren nahezu vollzählig vertrete», auch die Sozialdemokraten hatten sich von der Feier nicht ausgeschlossen. Im U-brigen füllte eine dichtgedrängte Menge de» von Weihrauchduft erfüllten Raum. Mit dem Glocken- schlage 10 erschien als Vertreter des Kaisers der Generaladjutant Graf Wedel, nachdem schon vorher im Auftrage der Kaiserin der Graf Mirbach in Vertretung des Großherzog» von Baden deffen Adju- tant von Galen und der bayerische Gesandte in Ver- tretung deS Privzregenten angelängt waren. Jetzt bewegte sich in langem feierlichen Zuge der Klerus
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I Sattler zog die Stirn Iran».
L „H"' hw, Hauucheu", «-tute er, „Du weißt, ich «lasse Dir Deiueu eigeueu Weg — bist ja doch «eiu liebe», kluge» Kivd - aber siehst Du, ich weiß nicht, ob Du recht daran getha» hast, Dein Her, a» den
I Leonhard zu häuge« —»
, „Wie Da sprichst , Vater 1" entgegnete Johanna befremdet. „Da gabst doch selbst na» Deiueu Segen, als vir vor Dich traten."
Sattler wiegte de« grauen Kopf hin und her.
„Du mußt mich uicht falsch verstehen, Kind", sagte Sattler. „Gegen deu Leonhard iß gewiß nichts eia, zuweude»; es iß so reckt ein Mann »ach meinem Herzen. Aber Du bedeukß die «last nicht — sei» V-üer ist der hochaoqeseheue S-ueralkaff-udirektor 11“Fwjr, ich bin eben »vr ei« arme» Schreiberlein, da» fich durchschlägt schlecht nud recht mit llebersetzin und Kopiere», wem, eS ander» nicht geht."
**®a thust Leonhard Unrecht, wem. Da die» iu di» Waagschale wirfst", eutgeguete Johauua wann.
^«.vierzehnjährige» Schwester wieder znrück, »nd die Kinder bekamen za essen.
wwder geschwätzt mst der Lene', tief Willi beim Eintreten. ,Hm, ja, •» ist eben eia Mädel. Wir Baben thlln so was nicht.'
Nachher durste» die Kt»der »och a»f der Straße spiele«. Der alte Sattler arbeßete »och rüstig während dieser Zett, uud Johanna brachte die Haushaltung in
*1 "rach ab und fchavte seine Tochter forschend an, .HWnchk,.' meinte er mtt sanftem Borwurf, .Da «cht so feitet wie sonst - was fehlt Dir?'
.Die Emilie ist schon um drei Uhr aus der Schule gekommen', berichtete Sattler. .Eie hat von mir Geld verlaugt uud ist dauu gegangen.'
rief der achtjährige Willi altklug, wüffeu wir Alle miteinander verhuugeru, bis di« Fräuleiu Schnecke kommt!' , ®ÄaJL$aILba8 Berweife» ? — Der Ueberwut war ® «ugeublicke mtt einem Satz au» der §,vR«thür, »ad mau sah ihn gleich darauf am Fenster vorbeispringen.
durfch«, meinte der alle Sattler, dem Kleinen schwunzelud uachbltckeud.
•””« sowlld.so wttd —• wendet- die Tochter ein. _ •v°v sagend will auStoben, Hauucheu', lachte! scMler kurz ans u»d beugte fich wieder über feine I lIDttle I
^"4 kiuer Bette kam der kleine U-bermnt mtt!
(Fortsetzung.)
dem Jauern schallte lamer »tuderjabel, und »evirtte, daß eS wie Souurnschein über das Seficht no’8 flog.
.Hauucheu kommt V rief eine frische Stimme.
3m nächsten «ngeublicke wurde die niedere Hans, aufgeriffen, uud eine Schaar Sinder stürzte aus hervor, vou welchem das jüngste etwa vier Jahre rvochte.
D°» jnuge Mädchen strich ihren Geschwistern - Ä18 -liebkosend über die Flacksköpfe schritt mtt ihven über die Schwelle in das Häuschen
Ich habe Hanger.' armer Schelm, es ist noch kein Brod d° ' «ab das junge Mädchen zur antwort, welches ntterdeffen die Ttfch-Schnblade vergeblich aufgezogen
Marburg,
Donnerstag, 19. März 1891.
«8t i'entfi »nd.
(Nachdruck verboten.)
Verlorene Ehre.
Erzählung von Georg Höcker.
Dee onnenen Elementen in Frankreich zu bedenken geben " " ."eue Angriff- auf Deutschland durch chau- vinisttsche Reden und Zeitungsartikel Antworten her- Vorrufen könnten, auf die man, durch zwanzigjährige deutsche Geduld verwöhnt, in Frankreich kaum vor- bereitet fein dürfte.
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Der Junge saß schon ans dem Echooße des alte» Maoaes nnd liefe sich von diesem die frische» toten App" küsse». Er zerrte ihu mit der Hand au dem dichte» graue» Ech»»rrbart, u»d der Vater ließ fich dies mtt gutmütigem Lächelu gefalle». " hw Kl Sausewind', meinte er. .Nu«, 6‘P ®n ""4 hübsch brav geweseu iu der Schule?'
Der Junge schaute betrete» darein.
'H'p sngte er. .Weißt D», Papa, ich habe I Ordnnna. -
* w»ch- ‘ÄÄÄ ’Ä utÄ-i „teSSSS-S S
«ater8 berunterfiefprnnge» uud hatte die grofeeSchwester | frugales Abeodbrod vor. Das juuge Mädchen selbst bei der Schürze. I afe nicht, sonder» setzte fich ihm gegenüber au deu
^-.Hauucheu', sagte er, .giebt'S «och kein Brod? runden Tisch, so dafe fie stets die Thür im Auge behielt.
...... .Erwartest Du Leonhard hente?" ftagte der Later.
,.'-3edeufall8 — ich könnte nicht schlafen, teean et mlyr tarne«
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m Ftank^rt a M-, Cassel, Magdeburg u Wien; Rudolf YYV,
Moss- 'n Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln • & 2 44 ’1 >>lIyrgllNg.
Daube u. Co. in Frankfurt a M., Berlin, Hannover,'Paris'.
en*- -i Reichskanzler von Caprivi b. fink in. — Das »mißische Herrenhaus wild istw. —
»eriin, 17. März. Die Kaiserlichen «-lestaie» wohnten am Montag Abend der npipll "ffuhrurg des „Fliegenden Holländer" im Opern- orioü laufe b„. Am Dienstag Vormittag ließ sich der S ^°'ch Borttag halten. Nachmittag» wurden d.r SS be8 Evangelischen Oberkachenrates Dr. dhoi. r-ikbausen, der General-Auditeur Ittenbach und der Ltr » rent be8 Ober-Verwalturgsgerichte», Geh. Rat "stus vom Kaiser empfangen. — Nach der „N. L ?' el ""Eehr fest, daß der Kaiser sich
Herbstmannövern »ach Oesterreich Ungarn S Sn w!,d stch auch
E"ten Tag, Väterchen!' sagte ste mtt ihrer eustimme und eilte auf deu alte» Manu zi, der r iu Hewdärmel« vor einem Tisch gesessen und leben hatte und mm bei dem Eintreten seiner « Tochter frendig anfblickte.
,Fft die Schule schon aus, Hanucheu?' fragte Mörder hinter das Ohr schiebend nud fich dehnend.
die Zett vergeht — ich glaubte die Arbeit kaum 'Men zu haben."
-^'tzt mußt Du aber eine Pause machen", sagte welche unter deffen Hni und Sonnenschirm 2? Schrank gelegt hatte, welcher an der einen i, so« des einfach eingerichteten Zimmers stand.
iftifl »lächelte fein Kind glücklich an aö » «wfchlang lose ihren Leib, als fie fich neben ihn ।L«nb auf feine Arbett herabsah.
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«uf der Tag!sordnun^stefe^die'Be^ndlung°'^ IFrarz^m n^’loie^öw'e"en ‘Sibfeinb^Se’utfAI ^^^itterung Deutschlands gegen Frankreich,
Steuerreformgesetze. — Der „Hamb. Korr.' der-! erblickt baben nnv DeutschlandsIwenn sie auch nicht in derselben anstößigen Weise
breitet Gerüchte über einen bevorstehenden Rücktritt I kaum eine andere Bedeutuno öutage tritt, wie der Deutschenhaß in Frankreich, in
tü°B $Ö,ti^er- Die Gründe sind keine Zei" gescher^Wa^ L-griffen hat, welche den'be-
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Berliner Arckitek?en N ' „afi*0 ?t8 [r.anf^en Skwiffe deutschfeindliche Manifestationen,' ' "
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Fürst Bismarck den ^Rücktritt I Frankreich^am Ruder gesehen, derartige Kundgebungen
n- , Rücktritt des Kultus zu unterdrücken. Es hot dies mit der Zeit die
betreffenden Artikel heißt"es^ ^F^r°st ^Bismarck ganz guter Beziehungen zwischen Deutsch-
der Einfluß der Kallerin rfiAte nQmeJ1,tl$ soweit I schwach es sich auch gegenüber einem Häuflein von
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^^EE Bettagm: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - --------------------Illustriertes Sonntagsblatt. „» $„lag 3o6 „g M