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Unsere auswärtigen Leser bitten wir das Abonnement auf das zweite (April-) Vierteljahr der

' schichte Kaiser Wilhelm I. vollendet, das 1 au« zwei Bänden besteht. Das Weik, welch-S nur in 200 Exemplare» erscheinen soll, ist ausschließlich für die regierenden Fürsten Europa- und die könig. lichen Familienmitglieder bestimmt. Außerdem werden die deutschen Staatsbibliotheken je rin Exemplar er­halten. Der Kaiser habe den Text unter Geheimrat HintzpeterS Beihilfe fertig gestellt und vielfach hand­schriftliches Material des Fürsten BiSmarck zugrunde gelegt.

DieZe ntru mSfraktiouen des Deutschen Reichstages und des Preußischen Abgeordnetenhauses, als deren Vertreter Graf von Ballestrem und Frei­herr von Heerema» unterzeichnet sind, widmen dem verstorbenen Abgeordneten Dr. Windthorst folgenden Nachruf:

»Am heutigen Tage (14. März) vollendete im 80. Lebensjahre, wohlversehen mit den heiligen Sterbesakramenten, sein arbeitS- und segensreiche- Leben Seine Exzellenz der Staatsmir ister a. D., Reichstags- und Landtags Abgeordneter Herr Dr. Ludwig Windthorst. Kirche und Reich trauern am Sarge dieses hochbegabten und hochverdienten Mannes, welcher durch unerschütterliche UeberzeugungStreue, durch hohe staatsmännische Begabung, durch die über­wältigende Macht seines beredten Wortes, zugleich auch durch seltene Liebenswürdigkeit und Herzensgüte in ungewöhnlichem Maße hervorragte. WaS er für das deutsche Vaterland und al» treuer Sohn der katholischen Kirche für diese in einer langen Reihe von Jahren geleistet, lebt in der treuen Erinnerung und den Herzen aller Zeitgenossen und die Geschichte wird es künftigen Geschlechtern verkünden. DaS katholische Volk Deutschland- verliert in dem Ent- chlafenen den bewährtesten und eifrigsten Vertreter, den geliebtesten und hochverehrtesten Führer, den ge- wattigsten Vorkämpfer. Einsam und verlassen stehen wir, seine FraktionSgenoffen, trauernd an der Bahre diese- edlen Manne», der mehr als 20 Jahre in umsichtiger und unermüdlicher Thätigkeit an unserer Spitze stand- wir beweinen in dem Verewigten unsiren Stolz und unsere Freude. Im Vertrauen auf Gott empfehlen wir die Seele de» entschlafene» Freundes dem Andenken im Gebet."

Der zunehmende Bedarf der Forstver­waltung an Kainit, Thornasschlacke und anderen mineralischen DüngungSmitteln zur Verbesierung von ! Viesen- und Moorflächen macht e» wünschenswert, >en Bezug dieser Stoffe in preiSwürdigrr guter Be- chaffenheit dadurch zu sicher», daß die Bestellung bei bewährten Lieferanten durchweg von der Ver-

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Amtliches Lreisblatt für die Kreise Marburg u. Kirchhain sowie

IUnKriertes Somttagsblatt schon jetzt bei den Postanstalten, auf dem Lande auch bei ten Landbrief­trägern machen zu wollen, damit in der Zustellung keine Unterbrechung eintritt.

In Kirchhain nimmt unsere Agen­tur Herr B. Rindt Bestellungen entgegen.

Neu zugehende Abonnenten in hie­siger Stadt erhalten daS Blatt vom Tage der Bestellung an bis zum 1. April gratis zugesandt.

Die Exped. der Oberh. Zeitung, Marburg, Markt 21.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Prei? bei der Erve- bitwn 2*/» Mk, bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (erkl Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Heile 10 Psg-, Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Mittwoch, 18. März 1891

befunden. Excellenz von Stephan soll ein Ent- : lassungSgesuch eingereicht haben und dies der Grund ' Beratungen sein. DaS Leichenbegängnis Dr. ' Windthorst- ersolgtMittwoch vormittags 9 Uhr , tn Hannover. Die Leiche wird im feierlichen Zuge

vom Bahnhöfe in Hannover nach der Marienkirche 1 überführt und nach einem feierlichen TrauergotteS- dlenste in der vor dem Hochaltar errichteten Gruft beigesetzt. Der Papst übersandte der Familie ' Wind! horst ein längeres Beileidstelegramm.

Dem Vernehmen nach wird der Graf Ballestrem die Leitung der Zentrum»fraktion int Reichstage, Freiherr von Heermann die derjenigen int Abge­ordneten hause übernehmen. Die Brannt­weinsteuer - Kommission hat ihre Arbeite» im Reichstage vollendet. Die Hauptbestimmung hat folgende Faflung: »Der Branntwein beträgt: 1. für L'queur aller Art 180 Mk. für 100 Kilogramm. 2 Für allen Branntwein: a) in Fässern 125 Mk., b) in andern Umhüllungen 180 Mk. für 100 Kilo­gramm- Der Befehlshaber der deutschen südwest­afrikanischen Schutztruppe, Hauptmann von Frar tzois, ist jetzt zum Reich-kommiflar für Deutsch- Südwestafrika ernannt worden. Von Major W i ß m a n n S letzter Expedition wird »och folgendes gemeldet: Wiffmann hat nicht nur in Moschi, sondern auch in Mafinde eine befestigte Station angelegt, fo laß die beiden Häuptlinge Mandara (in Moschi) und Simbadja (in Masinde), deren Haltung in manchen Fällen zweideutig war, fortan unter strengster Aufsicht stehen. Die Karawanenstraßen rach dem Cilimandjaro sind gründlich gesäubert. Am schlimmsten find bei der Züchtigung die Massai weggekommen; einzelne Stämme derselben find vollständig verarmt, da WIßmann ihnen zur Strafe für ihre Räubereien alles austreibbare Vieh weggenommen hat, und dar wenige, welches ihnen verblieben, einer Viehseuche erlegen ist, welche an dem oberen Lauf des Pangani ausgebrochen. Chef Johannes ist noch mit einer Abteilung der deutschen Schutztruppe mit der Ver- olgung der geschlagenen Massai beschäftigt. Aus dem Süden des deutschen Schutzgebietes kommt die Nachricht, daß Häuptling Machemba, gegen welchen chon verschiedene resultatlo» verlaufene Expeditionen unternommen wurden, Boten nach Mikindani geschickt und um Frieden gebeten hat; zum Zeichen seiner guten Abfichten hat er seinen Sohn als Geisel in Mikindani zurückgelassen. Der deutsche Postdampfer Bundesrat" tritt die Heimfahrt mit voller Fracht an. i Kaiser Wilhelm hatnach einer Berliner Meldung der HamburgerReform" ein WerkDie Ge-

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etnflefälaflene Weg führte ihn »ach einem lauschige» Plätzcheu, welche- vom Immergrün umgeben und sas 9«» E Beilcheu bepflanzt war, deren Duft sich deshalb hier bemerklicher machte, al» au jeder aodereu Stelle de- Garteu». Joau staub mitten unter den Veilchen er sah fie bereits, als er tu deu Weg eiubog ein braune» Wolleukletd »whülltr ihre eble Gestatt. So staub sie regungslos zwischen deu *occtcn«

.Sie hörte deu Ton feiner Schritte und schreckte aus ihrer Träumerei empor. Wenige Schritte noch nud er stand vor ihr.

-Sie sehen ans, als ob ich Sie durch mein Kommen erschreckt hätte', sagte er.Und doch bi« ich e», der bange« Herzen, vor Ihne» steht.'

Ihre Hand zitterte und ein paar der Veilchen, welche sie zwischen ihren Finger» hielt, fielen zur ^/de. Ihr volles Haar war mit einem Strauß dieser lieblichen Blumen geschmückt. Die herab, fallenden Veilchen schienen fie an» ihrer halben Be- täubnng wachzurufen. MU fast stolzer Geberde trat le «neu Schritt zurück; aber das Blut wich aus ihren Wangen nab ihre Augen suchten den Bode«.

Iann Sie nicht hören', sagte sie.

Die leichte Veränderung, die sich in ihrer Sprech, weise bemerkbar machte, mutete ih« eigentümlich an. Diese Veränderung war eine sehr «abedenteude. Sie sprach langsamer and zögernder, obgleich ihr nordischer Accent unverkennbar war.

Nein, nein', sagte er,Du mußt mich höreu. Du gabst wir das Leben zurück. Du wirst es nicht es ganzen Wertes berauben, de» es für mich bat Benn Du mich nicht lieben kannst, so wäre eS weuiger zransam von Dir gewesen, mich liegen zu lasse», wo ich lag ein toter Mao« für de» aller Scharerz aad Kammer vorüber war.'

.Sie btttea «ich, Ihr Weib ,a fetal' rief sie.

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«Uwortete er.Dich aad keia audereS Weib!»

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Gimh. ZttlWg nebst beten Gratisbeilagen

Wöchentliche Beilagm: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - _________illustriertes Sonntagsblatt. «MM« 31f.,,s

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler m Franksirrt ° M-, Cassel, Magdeburg u.SBien; Rudolf XXVI Qrtfirrtrtttrt Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. ß.1

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Öu.TZ'LTjlCn w,rut"»' I Sie streckte ihm herzlich die Hand evtaeaeu.

-üab ihrer Bitte vach and fie givgea zasammeu. IJoan ist im Gartea' faate n» »inin.n

»klein.« fiwSahl»5*61 geschrUteu. Wetter nach Norde» hin hatte er aoch

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A«S -ttttklrr Tirfr. £rt erhellte, erweckte sei»Anblick das Gefühl Bon France, »urnett. Ischaurtgtt Oede »ud Verlassenheit. Untrant wuchs

«Utoristrte deutsche Uebertragung. f ®rl b-d-ckte deu Fuß.

fethiufi i I b" Läden hingen lose and zerbrochen herab,

Fraat» n. i<* 1 Q , . . I feuchtes Moos überzog die Stetuschwelle.

e fie nach ihrem Äinbt? sagte Auice. I Eta kalter Schauder überlies fie als fie wnr her

»*^aI8 ob fie"ae^°n!mnÄ h1#?6®! Thür standen und aus die Schwelle derselben blickten,

twk fle?*Qea,n^ toD. «lr8 hinge. Ans ihrem feuchten MooSüberzug lag ein dunkler ÄÄ? ,Ot w/r. «ber fie Gegenstand-eta menschlicher Körper-Vin heima" tn £o»t£* 8 8 fttab 80 ^äwen, all nm loses Geschöpf, dal dort wohl gestrauchelt und htu-

«bin r, wn _ I gefalle» sein mochte, oder dos sich auch selbst dahin

»Weitz fie, wo es begraben liegt? fragte «race, gelegt hatte, nm zu sterbe». ESwar Liz. Sie lag *Dank' ct* -..«r ,, , Iruit dem Gesicht »ach »llteu; ihre tote Hand stemmte

3hne». Ich will nach dem Kirchhofe sich gegen die geschlossene Tbür

«E. sagte er zn Auice gewendet.Dort wird sie B1S n ne xar*

» an finden sein.' I 42. Kapitel.

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164, 'N-n Sie mich «ttgehen - nm Joaa's willen!" 1

Sie stand einen Augenblick regungslos, daun wandte sie sich plötzlich von ihm weg nnd legte das Geficht anf ihren Arm, den fie gegen den Banm lehnte unter d«m fie stauben. Ihre herabhäugende Hand hielt die Ephenranke nmfaßt, welche den Stamm desselben um. zog. Eta «ufschlnchzen, da, fie schnell nnterdrückte, gab ihr die Sprache zurück.

»Ich kann Dich nicht von mir stoße»', sagte fie. ,O, ich ton» es nicht!"

»Heiliger Gott!' ries er. »Dank, tausend Dank!' Er wollte fie au seine Brust ziehen, aber fie er­hob abwehrend ihre Hand.

»Noch nicht', sagte fie, »noch nicht. Ich tarn Dich nicht von mir stoßen, aber Eirs mußt Du mir gewähren. Gieb mir Zett, mich zu Dir emporzubilden laß «ich danach ringen und streben. Hab' Ge­duld mit mit, bis der Tag erscheint, wo ich vor Dich treten kann, mit dem Bewußtsein, daß ich mich neben Dir nicht z« schämen brauche. Sie sagen, ich lerne schnell so warte denn nnd steh zu, wie ich arbeite» werde für den Manu für den Maun, den ich liebe!«

(Nachdruck verboten.)

Verlorene Ehre.

Erzählung von Georg Höcker.

Ans die Sttaßen der Stadt brannte die Mittagl- oune mit unbarmherzigen Strahle» hernieder. Die breiten Steinplatten der Fußgänger schienen Feuer zu atmen, eine solche Hitze strömten fie ans, und die Vafserfnhrwerke, welche in regelmäßigen Strahlen >as wohlthätige Naß versendeten, vermochten dieser negeuüber nichts ausznrichten. Demzufolge waren die Straße» auch wie auSgestorbeu, fette« weuu hier u«d da Jemand eiligen Laufes nud mit fchweißbe- deckte« Gesicht die menschenleere Straße htaabka«, nm sich selbst so schnell wie möglich wieder ta den chützenden Bereich der Hänsermafle zurückznztehen.

Nur anf dem groß« Kasernenhofe mitten ta der

Ein anderer Teil verfolgt eine entschiedenere Richtung, und zwischen beiden Gruppen seiner Fraktion war Windthorst der Vermittler, der eS meist verstand, seiner Ansicht Geltung zu verschaffen. Ein Nach- folger, welcher den Verstorbenen völlig ersetzen könnte, ist nicht vorhanden, kein Zentrums - Abgeordreter besitzt die Autorität Windthorst'», und bte Partei würde aller ding» kaum noch lange fest geschlossen dastehen, wenn nicht Rom wäre. Die Weiterexistenz, der Zentrumspartei ist für de» Vatikan, für die deutschen Bischöfe gar nicht zu entbehre», und von katholisch-kirchlicher Seite wird darum ganz gewiß das Aeußerste aufgeboten werden, die Einheit der Partei, fit es auch nur in kirchlichen Dinge», zu ei hallen. Und diese Anstrengungen werden für ge­raume Zeit in der Zukunft ganz gewiß nicht ohne Erfolg bleiben. Eine andere Frage ist c8, ob die Gesamtpartei so llar die Ziele verfolgen wird, wie Windthorst eS verstand und that. Hier find Zweifel gestattet, und cS wird der neuen Fraktionsleitung wohl kaum etwas anderes übrig bleiben, als die Zügel der Parteidisziplin zu lockern. Daraus er geben sich aber für die Reichsregierung, wie für alle Parteien im Reichstage veränderte Verhältnisse. Bit her wußte Jedermann, wie er mit der Zentrums­fraktion dran war, sobald Windthorst gesprochen hatte. In ganz seltenen Fällen stimmte einmal eine kleine Abgeordnetenzahl anders, als der Partei­führer. In Zukunft werden die verschiedenen Flügel gewiß entschiedener auf ihrem Willen bestehen, in der allgemeinen Politik ihre Spezialansichten ent­schiedener betonen, als die, welche gerade der Fraktions­vorstand hat. Bei Windthorst konnten die Zentrums- Abgeordneten überzeugt feto, daß er das Partei- inttreffe obenanstellte, auch wenn seine Wege einmal »ln-thorst's Tod und -le II nicht ganz klar zu sein schienen. Neue Leute werden I

fttrifdir 6m» * in if)ren Handlungen einer schärferen Kritik unter-

-> u m I morsen, und fehlt die Autorität, so werden auch die

iSn ollen Nachrufen, welche dem dahingeschiedenen! Ansichten von anderen in bestimmterem Tone vorae- Lmtrumsfuhrer gewidmet sind, wird übereinstimmend bracht. Alles in Allem: Die Zentrumspartei wttd ^rvorgehobe», daß Windthorst'» Tod^erne: sehr große! sicher noch geraume Zeit, wenn nicht dauernd, be- ^ ^uvg für unser parlamentarische» Leben habe, | stehen bleiben, aber mit des alten Windthorst Tode wd daß sich daran ganz unerwartete Folgen knüpfen hört sie auch auf, die alte zu sein tonnten. Fast allgemein erwartet man auch früherI "ta später eine Auflösung der Zenttumspariei. Deutl'ckeS Velck.

S,Ie(^erfesar*a^nnft °ber schwerlich eine solche, Berlin, 16. März. Kaiser Wilhelm hat ' . Richtig ist, daß dem König Humbert von Italien zu dem am Sonn- ,

bcrp°tschledeneSttömungen abend stattgehabten Geburtstag desselben ein sehr !

1 25 ^arler\ "'n konservativ und herzliches Glückwunschtelegramm gesandt. - Zwischen

9ta0en abgesehen, dem Kaiser und dem Reichskanzler haben in den tts- ö konservativen Parier so gut wre gar nicht.! letzten Tagen wiederholte lange Konferenzen statt- I