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Marburg,
Sonntag, 8. März 1891
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Prei? bei der Erve« büimt 2*/t Mk, bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Psg. («xkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gefpaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 25 Psg.
In Oesterreich haben die Neuwahlen zum Wiener Abgeordnetenhause stattgesunde». Die Partei der Jungzechen, welche die erbittertsten Deutschseinde zählt, hat auf Kosten der gemäßigten zechischen Politiker in Böhmen di« größten Erfolge errungen. Auch die Antisemiten haben viel gewonnen, fast alle Mandate der alte» österretchischen Erblonde find
von den Eingeborenen auf da» Freundlichste empfangen. Die Aussichten sind mithin günstig.
Die neuen Forderungen der rheinisch-westfälischen Bergarbeiter sind von den Gruben Verwaltungen abgelehnt. Besondere Schwierigkeiten werden kaum entstehen, die Dinge liegen für einen großen Generalstreik momentan ungünstig. Da» wird selb in dem stteiklustigen London eingesehen, wo die Ag tationS-Komitee» wiederholte Anläufe zu Ausständen nehmen, bei denen e» aber regelmäßig sein Bewenden hatte, weil den Generälen die Mannschaften, die große Masse der betreffenden Arbeiter, nicht folgen wollte. Die Reichttagsstichwahl in dem meiningrn« schen Wahlkreise Sonneberg-Saalfeld hat mit einer Niederlage der Sozialdemokraten geendet. Der sre sinnige Kandidat Witiy ist gewählt.
Der Zwischenfall, welcher au» Anlaß der Schmähungen der Pariser Zeitungen bei Gelegenheit des Aufenthaltes der Kaiserin Friedrich in Pari» entstanden war und auf welchen die deutsche Reichsregierung mit einer Verschärfung der Bestimmungen über de» Paßzwang an der deutsch - französischen Grenze geantwortet hatte, ist schon wieder etwas in de» Hintergrund getreten. Die erst so krakehl- lustigen Pariser Journale leide» an moralischem Katzenjammer und werfen sich gegenseitig Mangel an guten Manieren vor. Einzelne Maler haben schon wieder erklärt, daß sie die Berliner Kunstausstellung doch beschicke» und sich in diesem Vorhaben nicht beirren laffen werde». Am meisten kränkt e» die Franzosen aber, daß die Elsaß- Lothringer sich bitterböse über die patriotischen Pariser Leistungen der Borwoche äußer». Ein sonst gar nicht deutschfreundliche» elsäfler Blatt giebt dem Revancheapostel Deroulede den Rat, er möge nicht blo» Kränze an der Statue der Stadt Straßburg in Pari» aushängen, sonder» auch seine eigene werte Person. Dann würde» seine Dummheiten wohl ein Ende haben. Und der französische Senator Magnin empfiehlt seiner Regierung, sie möge be ähnlichen Ereignissen in Zukunft alle gewerbsmäßigen Skandalmacher so lange eingesperrt halten, bis die betreffende Feinlichkeit vorüber sei. Da» ist gar lein übler Gedanke.
ihnen zugefalleo. Die Parteigruppierung wird im neuen Parlament eine erheblich andere als bisher sei». In der italienischen Deputiertevkammer hat das Ministerium Rudini den neuen Etat eivgebracht, der ganz erhebliche Ersparniffe aufweist. Der Premierminister wiederholte seine Erklärungen, daß er eine ruhige und maßvolle, nach außen hin sried- liche Politik treiben wolle. Die Radikalen versuchten Angriffe gegen dm König Humbert, kamen damtt aber sehr schlecht an. Ihre Handlungsweise hatte die allgemeinste Mißbilligung gesunde».
Im Orient haben verschiedene Ministerwechsrl stattgefunden. Rumänien hat ein stramm konservative» Kabinett unter dem General Florescu erhalten, Serbien ein halb republikanisches unter dem Abg. Paschitsch, der früher von rusfischen Rubel» lebte und auch hmte, wenigstens in Wien, mit gewaltig mißtrauischen Augen noch betrachtet wird. Zum Glück find die Zeiten vorbei, in welchen diese kleine Raubstaaten Großmacht-Politik spielen konnten und durften. Der Zar hat auch «ingesehen, daß e» nicht gut ist, die Kleine» gar zu ungeniert mit dem Feuer spielen zu laffen, denn fie verbrennen auch den Großm zulekcht die Finger mit Der Rücktritt des langjährigm rusfischen Ministers des Auswärtigen, Gier», der fich nach Ruhe sehnt, soll bald erfolge«. Sein Nachfolger soll angeblich der bisherige Botschafter Baron Mohrenheim in Paris sein. Russischer Botschafter in Pari» soll der Graf Schuwalow, bisher in Berlin, werden.
Aus Südamerika wird berichtet, daß der Bürgerkrieg in Chüe unter viele» Gräueühaten weiter teiltet Regierungstruppen, wie Aufständischen, die ja, wie es dort zu Lande üblich ist, aus argem Gesindel zusammengesetzt sind, hausm wie die Räuber, und das Plündern ist ihre Lieblingsbeschäftigung. Handel und Wandel, sowie jeder geschäftliche Verkehr liegen total darnieder.
Deutsches Reich.
Berlin, 6. März. In der gestern unter dem Vorsitz de» Vize-Präsidenten des Staats-Ministerium», Staatssekretär» de» Innern Dr. von Bötticher abge- haltenrn Plenarsitzung erteilte der BundeSrat dem Entwurf eines Vertrages mit Jtalim über dl« Befugnis der beiderseitigen Konsuln zur Vornahme von Eheschließungen die Zustimmung. Auf den Antrag Sachsen-Weimars und Sachsen-Meiningen» wurde beschlossen, die beteiligten Bundesregierungen zu ermächtigen, die Abgabe für Salz, welche» bei den Ueberschwemmungen im November v. I. zugrunde
Admiralitäts-Vertreters Hollmann, welcher die Schaffung einer großen deutschen Schlachlflotte al» wünschenswert bezeichnet hatte. Auf einem parlamentarischen Diner beim Staatssekretär von Bötticher hatte sich der Kaiser selbst bei den Abgeordneten zu Gunsten der von der Kommission abgelehnten Schiffs - Neubauten verwendet. Im preußischen Abgeordnetenhau e war die neue Eisenbahnvorlage in erster Lesung be raten und dann die dritte Beratung deS Einkommensteuergesetzes begonnen. Die Annahme desselben nach den Beschlüssen der zweiten Lesung ist zweifellos, auch Herr Windihorst hat feierlich erklärt, er könne die Verantwortung für die Ablehnung einer Vorlage nicht übernehme», welche einmal die reichen Lew treffen solle. So wird denn die neue Steuereinschätzung bald genug die preußischen Steuerzahler beglücken, freilich nicht von allen als GlückSgabe empfunden werden.
In der Kolonialpolitik soll es nun etwa» schärfer vorangehe». Wie schon bekannt, reist Freiherr von Soden, der neu- Generalgouverneur von Deutsch- Ostaftika, Ende d. M. dorthin ab, als Kommiffare de» Reiche» werden unter ihm mit bestimmten Vollmachten thätig sein: Emin Pascha, der in den nächsten Wochen wieder an der Küste ankommen dürfte, Dr. Peiers, und wahrscheinlich auch, obgleich da» noch nicht bestimmt geordnet ist, der bisherige alleinige Reichskommiffar. Herr von Wismann hat auf seinem letzten Zuge nach dem Kilimandscharo- Gebirge einen unbedingte» Erfolg gehabt, di« unruhigen Gebirgsleute hab,» die wohlverdiente Züchtigung erfahre», und die Anlage einer deutschen Militärstation wird hoffentlich weiteren Ausschreitungen wirksam begegnen. Bei Mpuapua, der bekannten Station im Innern, find die Eingeborenen sich gegenseitig in die Haare geraten; solche Prügeleien und Raufereien werden auch wohl nie ganz auSzurotten sein, und jedenfalls haben fie nichts Gefährliche» für Deutschland an fich. Zur besseren Nutzbarmachung der Kamerunkolonie wollen die dort thäligen deutschen Firmen eine Anleihe aufnehmen. Au» den Mitteln derselben soll eine Schutztruppe gebildet werden, welche da» Zwischenhandel-Monopol der Dualla-Neger, bei welchem diese extrafaulen Ein- geborene» dick und fett werden und herrlich und in Freuden leben, beseitigt. Die deutschen Kaufleute wollen in direkte Verbindungen mit den produzieren- i>en Stämmen im Hinterlande von Kamerun treten, wobei beide Teile Nutze» haben. In Deutsch-Süd- westaftika hat unsere Schutztruppe eine große Rund- tour durch die Kolonie unternommen und ist dabei
es gehört, tote er es immer Hütte, wenn von Joan Lowrie die Rede toor. Er war stets erregt und uu- ruhtg, too fie erwähnt wurde. Aller Verkehr zvischen hm und de« Mädchen schien beendet zn sein. Sie fielt fich fern von ihm, ohne diese Absicht merken zu laffeo. E» gelang ihm nicht, fie zu treffen. Es war kein Zweifel mehr; er spielte nicht länger mtt einer emporkeimenden Leidenschaft — fie hatte ihn bereits übermannt.
»Man kann fich ihr nicht einmal nähern', wieder, holte er.
Anice blickte ihn fast mttteibtg an.
»Die Zeit wird kommen, wo es anders sein wird', sagte fie.
Abend» vorher hatte Joan Lowrie eine Stunde bei ihr zugebracht. Auf ihre« Wege vou bei Arbeit war fie bei ihr eiugetteteu, bevor fie zu Thwatte's gtug, und war auf dem Saminteppich uiedergekuiet, nm fich zu wärmen. Sei« anderes Licht erhellte da» Zimmer, als das des Saminfeuer», und der Schein desselben, welcher ans ihr Gesicht fiel, zeigte «uice eine Art leidenschaftlicher Bewegung in den Zügen dr» Mädchens.
.Joan', sagte fie, .bist Dn krank?'
Joan blickte einigermaßen bettoffen ans, aber fie wandt« den Blick ab, als fir antwortete:
.Nein, ich bin nicht krank ich war'» noch nie in meinem Leben."
.Was ist e» denn', sagte Anice, .war.ich in Deinem Gesicht lese?'
Ihr schön geschntttene» Sinn, in de« ihre ganze Willensstärke zn Xage trat, bebte einen Augenblick.
»Ich bin müde', antwortete Ioan, .da» ist alle»', nnd ihre Hand fiel auf ihren Schooß herab.
Anice näherte fich ihr.
.Wa» ist'»?' fragte fie innig.
. 30“1» blickte zn ihr auf — nicht trotzig, nicht Ma — «ehr wie Hilfe gegen ihre eigene Trost, lostgkett erflehend.
.Giebt'» keinen weiblichen Wirkungskreis in der
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain _____________Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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Autorifirtr deutsche Ueberttagung.
(Fortsetzung.)
^-hat einer von Euch ba»;@egenteil behauptet?' 3oou wandte fich zu ihw, bleich vor unterdrückter ■«gnng.
.«8 find Leut- untersuch, die ich kaum für seine ,e AAeu hätte. Eine» seh' ich darunter, der -etnWeib, da» auf den Tod lag, '» ist noch so der — und der Pfau' war's, der fie W suchte und ihr Beistand uub Erleichterung ?e5t eta "»derer Mann, dem ein «w» Kind starb, und als e» starb, da war's der «r, der an seinem Brüchen kniete und seine Hand «und zu ihm sprach, wenn e» zagte. Und noch Leute find hier, denen et geholfen hat, ohne ?wußten; und diese Hllse kam von eine» der nicht viel reicher ist al» fie, und in seiner »en so gort arbeitet, tote fie in ihrer. Vielleicht e” die, von denen ich sprach, nicht mehr viel von «ankeu Weibe und dem sterbenden »inde, und Tur fie gethan wurde; und wenn fie'» nicht
«, ist» dem Pfarr'n feine Schuld.'
»Heil' tief Alt Samiry an», »hol' wich Der und toWu Du nicht unter die Frommen gegangen 13°, wahrhaftig, da» bist Du!'
W**, sagtt sanfter, „fromm geworden bin ’«<t. Nur weiblicher bin ich gemotbeu, denn ich «die nicht verletzen seh'n, die'» nicht verdient I?:. Deshalb sprach ich. Ich hab' Euch die Mett über den Pfarr'n gesagt, den Ihr 6er. teben M'.ru« dessen freundliche »orte Ihr zuriickg«. >726 habt.'
I I btU?<te W «Uter den Gefährten Joan Lowrie'» «««owme»e Meinung, daß fie.froren' mm SJ’»J«. Sie konnten keine andere Erklärung W* finden, daß sie für den Pfarr'n etngetretet war.
Welt für mich? Soll' denn immer so bleiben? Kann ich nicht mehr erreichen, mit aller Arbeit, mtt allem Beten? — denn ich habe gebetet. Giebt'» denn »irgend» In der ganzen Wett einen Ott, wo ich Weib sein darf?'
,3a', sagte Anice, ,e» giebt einen, da» ist gewiß.' .Ich dachte, eS müßte irgendwo einer sein. Mauch, «al glaubte ich ficher darau und dann war mir wieder • weh im Herzen, daß ich daran verzweifelt«. Wenn'» einen solchen Platz in der Well giebt, dann muß ich ihn finden — ich muß!'
.Dn wirst ihn finden', sagte Anice, ,Dn wirst ihn sicherlich einmal finden."
Anice dachtt wieder an alle» da», al» fie zu Derrick herüberblickte. Derttck!war hentt mehr al» gewöhnlich aufgeregt. Er hatte seit teiger Zeit die Dinge auf die Spitze zu ttetbeu gesucht; er befand ich tu einer Krisis, die ihn selbst drückte und be. ängstigte. In wenig Wochen sollte eine Versammlung der Eigentümer stattfindeu, und auf dieser Versamm. hing hatte er reinen Tisch zu machen beschlossen.
„Je länget ich in meinet jetzigen Lage verharr«, desto mehr bin ich fiber$engt, daß vir unaufhörlich in Gefahr schweben", sagte er zu Anice. „Ich bin überzeugt, daß da» gegenwärtige Ofensystem mehr Explosionen hervortust, al» man zu glauben gewohnt L. Die Grube ist eine feurige, wie «an sagt, und Tag ffit Tag geht vorbei, ohne daß VorfichtSmaß- regeln getroffen werden. E» find arme Leute, die unter meinet Leitung arbeiten, au deren Leben di« Listenz von Weib und Sind hängt. Ich habe Über ;r Leben zu wachen, und wenn ich nicht eine feste Schranke zwischen ihnen und be« jähen Tobe auf- richten berf, so will ich fie nicht länget der Gefahr in die Atme führen — ich will meine Stellung ans. geben. Da» ist da» mindeste, wa» ich thnu kann."
Dte Lcutt, welche unter seine« Befehle standen, arbetttten mtt einer blinden, stumpfsinnigen Sorg, lostgkett, welche au» der Gewohnheit und der Hebet. |eug»g von ihrer Machtlosigkeit gegen da» Fatum
»3M tea^r, daß Du unter die Frommen ge. gangen bist?' fragte Fran Thwatte da» Mädchen in einer gewissen Erregung.
.Nein', antwortet« fie.
... Da8 Wetb stieß einen Seufzet der völligen Er. Winterung an».
.Dacht' ich mtl's doch', sagte fie. .Ich meinte
be5o3Ro$i98' ,8 'ne Lüge, wie fie'» mir erzählten. Was die noch immer für Klatschereien zu machen haben, diese Leute l'
3u°n hielt in ihrem Spiel mtt dem Kinde ein.
ÄS besser', sagte fie, .da» ist alle«. 34 hab» gelernt, was e» heiß« will, und hab au Dinge glauben gelernt, an bie ich niemals geglaubt habe. Vielleicht ist', da», wa» fi?«it bem Frowmwetbeu meinen.*
..Die Leute hörten nicht mehr davon, al» da». Sie fühlten, daß Joan Lowrie in gemiffer Hinsicht nicht mehr zu ihnen gehörte, aber sie fanden e» nicht ratsam ihr dies unumwunden zu zeigen. w
.Hast' vom Lowrie. Mädel gehört?' sagten sie unter einander. .Die ist rein ansgetanscht, fett der Alte tot ist; ’» war doch sonst ein rechte» wilde» Ding, da» Mädel!'
Nach Lowrie'» Tode kamen Sinke Barholm und Joan öfter zufareuen al» vorher. Wa» zuerst Freundschaft gewesen war, wurde allmählich ,nr innigsten Zuneigung. 8
,3ch denke', sagte Anice zu Grace, .Ioan muß ort von hier und ein neue» Leben beginnen.'
«Da» ist der einzige Ausweg', autwvrtett er; .3n ihrem bisherigen Leben hat fie nichts al» (Hab und Kammer gefunden.'
Derrick saß an einem Tische und blätterte in einem i teste mtt Zeichnungen. Er blickte schnell auf.
,»o soll fie eine neue Existenz finden?' fragte er. .Und wie könnt Ihr dazu behilflich sein? Mau >arf ihr ja auch nicht den Schein eine» Beistände« bieten.*
Sie hatten nicht |u ihm gesprochen, aber er hatte
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Einst mußte kommen, der Tag, an welchem im deutschen Reichstage di« Wogen der Debatte, die feit dem Amtsantritt de» Herrn von Caprivi nur selten über ein stille» Rausche» hinauskamen, auch wieder einmal vom Sturm des harten Parlaments- kampses gepeitscht wurden und er ist schneller gekommen, al» wohl die meisten Abgeordneten geglaubt haben möge». Der Reichskanzler von Caprivi und der Abg. Eugen Richter bestanden einen harten Strauß miteinander und mit einer sehr erheblichen " ärfe erfolgte die Betonung be» leitenden Staats- anneS, daß mit dem Abgeordneten für Hagen über- pt keine Regierung zusammenarbettm könne, ser Bruch ist klar gelegt, aber um so ernster eint dafür die ReichSregie, uug an ihrer in Aus- t genommenen maßvollen Reformpolitik festzuhalten, s beweisen da» verschiedene Kundgebungen im amt sichen deutschen Reichsanzeiger, in welchem sowohl tu den noch im Gange befindlichen Handelsvertrags- Verhandlungen mit Oesterreich. Ungarn festgehalten, Wie zu weitgehenden Forderungen der Bergarbeiter in Rheinland m.d Westfalen in zwar sehr ruhiger, aber nicht minder bestimmter Weise entgegeugetreten wdd. Was bie ReichSregierung im Einzelnen will, ist natürlich abzuwarten, es dämmert aber doch schon «chr und mehr bei alle» Parteien die Ansicht auf, »ß r» sehr viel Arbeit geben wttd, an der Alle ch beteiligen könne». Der Reichstag hat de» Märetat hi zweiter Lesung angenommen. Es
nd allerdings eine Anzahl von Forderungen ab- tthnt, doch ist von allen den Poste», melde die Militärverwaltung al» unbedingt nötig bezeichnete 'knigstens ein erheblicher Teil genehmigt. Rament- ch war da» der Fall bei den Bewilligungen zu Üenstprämien für Unterosfizier«, gegen welche der bg- Richter sprach und worauf dann der Reichs- wzler antwortete. Daran knüpfte sich dann die >on weiter oben erwähnte Auseinandersetzung. S wurde schließlich genehmigt ein BermittlungSan- kag be» Abg. Windthorst, welcher dreiviertel der von a Militärverwaltung geferbeten Summe zugestanb. Mich kam es bei verfchiedemn onbeten Posten. <ta genehmigte der Reichstag ben Etat bet eichS-Eisenbahueu, an welchen fich eine längere De- tte über die Reform der Eisenbahntarife und die chienenlieferungen knüpfte, und ging dann zum ianne-Etat über, bei dem e» heiße Verhandlungen 'er mehrere von der Budgetkommissio» abgelehnte chiffS-Neubauten gab, sowie über Aeußerungen deS
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte?, iotme die Annoneen-Bureanx von Haasenstein und Bögler m Frankfurt a.M., Gaffel, Magdeburg u Wien; Rudolf XXVI Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. ß. AA11 Daube u. Co. in Frankfurt a M., Berlin, Hannover, Paris.