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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonn ements-Preir bei der Expedition 2'/. Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. («xkl Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg-, Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Freitag, 6. März 1891.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, fowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a.M., Cassel, Magdeburg u Wien; Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
XXVI Jahrgang.
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Ficht ckommen. Bevor Herr von Caprivi seine Rede
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weri l-®6““ ich mit ihm obtechne", sagte er zn fich, >t- iS”, wird's so auSseh'n, als thLt tch's wegen dem
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rutschen parlamentarischen Geschichte ausgefaßt. BiS- tt handelte es fich in den Verhandlungen des !m[a richStageS hauptsächlich um ruhige Darlegungen, n - N öflichkeitserklärungen und dergleichen; aber die Ent- -m de ilklung der Staaten wird nun einmal nicht mit Stau Sorten gemacht, sondern mit Thaten und bei dem I- Re Srginn des Abschnittes „Thaten" find wir nun an-
-m4 D der ihn stutzen «achte. Er kroch vorsichtig der v;, Wmng näher, um zu lauscheu. Schritte nahten L1*' 7 ihm. Schritte, die tim bekannt dorkame». Der
erade heraus gesagt, er stehe der Koloniolpolitik „i "Ganzen kühl gegenüber, ebenso offen hat er nun- ' Re "hr gesagt, er könne nicht mit Herrn Richter ! 3 - sammenarbeiten. Aus diesem Auftreten folgt vor Stanz daß der heutige Reichskanzler kein Mann ist »vich R !ür bestimmte Parteiprinzipien begeistert, i Kni es wird wohl richtig sein, wenn behauptet wird,
- werde nie ein solcher werden. Diesem Umstande «d wohl die vielbesprochenen Aeußcrungen zu oer- ____ toten; der leitende Staatsmann hat jetzt, wie 3. Her, gerade heraus gesagt, was et dachte und er 6 { Erd das wohl auch in Zukunft thun. Man darf es er ei der Beurteilung der Caprivischen Reden dies
leit, wurden die Ziele und Pläne der Reichsregierung tzeltz Asach verkannt und mißdeutet. Aker nachdem der 1,63 onzler gesprochen, geschieht dasselbe ebenfalls noch, i bei ien von Caprivi hat eine Absage an die fieifinnige Rutzs lartei ausgesprochen; das ist anerkannt und diese
Tatsache ist auch im Reichstage sofort vom Abg. verk, Wert zugestanden. Hat aber der Reichskanzler
ll Vertreter der Reichsregierung auch nur mit ■i 181 inem einzigen Worte gesagt, daß sie ihre Reform- örste bsichten aufgegeben habe? Davon steht in der ganzen ____kbe kein Wort und dieser Umstand darf nicht außer i lcht gelassen werden; cs könnte sonst späterhin neue lllKntt^U^Un®,n °^er Ueberraschungen, mag man die
)ingc nun nennen, wie man will, geben. Man fter« 'hi °uch sehr fehl, wenn man glaubt, der Reichs- mzler überlege nun noch, waS er thun soll. Herrn , SKI Dn CapriviS Auftreten im Reichstage kann auf i U Htmanben den Eindruck der Unentschlossenheit ge- ”) acht haben; jedes Wort, welches er spricht, ist ...... 2«. ,kühl und sicher, Fürst B-SmarckS Nachfolger ndeb» liD gerade wie fein Vorgänger mit jeder Aeußerung mgrll! !agen, was sie eben sagt, beiden Staaismärnern
^bel. In fein hübsches Erficht soll fie wir nicht •Me mehr vergafft sei», dafür steh' ich."
«S war ihm eingefallen, daß er seinen Haß »och ___i JjF beliebigen würde, wenn er sein Opfer nicht . «ständig töte — voranSgesetzt, wenn er fich im PT ^udlicke der Thal so weit beherrsche» köo»te. ** .,3» diesem Augenblicke schlug ein To» an sei»
'»«rng nug«, um zu langen, exgnne nagte» 7ch«, Schritte, die ihm brkaoot vorkamen. Der hatte fich «tt Wollen überzogen, die Nacht M finster: aber er hatte diese Schritte zn oft ge. EL» m fie jetzt nicht ,n erkennen, jetzt, wo all« r* Geisteskräfte anf's Höchste angespannt waren.
Dks Reichskanzlers R«! e bei Gelegenheit der Dlcubi ktatung der Unteroffizier- Dienstprämien imRnchS- r"„ tl ige wird allgemein, wie wir schon hervorgehoben 3, 4 oben, als der Beginn einer neuen Periode in der
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Autorisirte deutsche Uebertragung.
(Fortsetzung.)
Er kniete ans dem Giase hinter b>r Hecke, welche ben Weg entlang zog. Bor einer Viertelstunde er hterhergekommen nnb hatte seine Position Atblütig gewähtt, wie ein Wanderer sich zn einer ahlzeit im Grünen nieberläßt. ES besanb fich eine Ring in bei Hecke, in bereu Nähe er seinen Platz en mußte, jedoch so, daß er nicht gesehen werben Diese Oeffanng bot ihm nämlich ben Vorteil, erst über die Hecke springen zu »Affen, nm Feind zu fassen. Die Ecke, an welcher seine gjre.--„en verborgen waren, lag nicht wett oberhalb „ « AeS Standpunktes. Die Entfernung betrug kaum “ Meilen, aber diese Zweiteilung der Angriffs. Rerv «sie war notwendig, um da» Wlld nicht ans der it: 1 "bereu Seite entwischen zu lassen.
!nW ^»Jch «ächt' ihn gern zuerst packen", sagte er wild, könnt dann taznkommen."
>05 t bo lag er lauernd au der Hecke und zog 6er» •Wen seinen „Knüppel" näher an fich.
e,Ro i hauptsächlicher Charakterzug eine unbedingte riche Einheit eigen. Herr von Caprivi hat seiner Zeit Cl ' ' " r “ ' ' "
nie vergessen, man braucht nicht herum zu deuteln, was sie wohl sagen könnten und möchten, sie sagen eben, was sie sagen. Von einer bestimmten Partei wird sich das heutige Reichs-Regiment nicht ins Schlepptau nehmen lassen, darüber hat es allen Parteien gegenüber schon zu große Beweise seiner Selbständigkeit gegeben. Daß eine Reformpolitik eintreten wird, die unabhängig von allen Parteiprinzipien ist, steht fest und eS ist wohl zu hoffen, daß sich bei derselben maßvolle Ruhe mit praktischer Berücksichtigung der bestehenden Verhältnisse vereinen wird.
Deutsches Rfid),
Berlin, 4. März. Der Kaiser entsprach am Dienstag abend einer Einladung des Staatssekretärs von Bötticher zum parlamentarischen Diner und blieb daselbst bis 11 Uhr abends. Heute Vormittag unternahm bei Kaiser eine Spazierfahrt im Tiergarten und empfing nach derselben eine Deputation des Ausschusses zur Förderung der Rhein- Weser- Elbe-Kanals, welcher gegenüber der Kaiser sein hohes Interesse litt das Projekt aussprach. Abends fand iw Schlosse eine größere Soiree statt. — Der neueste Reichsanzeiger veröffentlicht die Vereinigung bet Insel Helgoland mit der preußischen Monarchie. — Der Paßzwang an der deutschen-französischen Grenze sst in seiner ganzen Strenge doch nicht wieder eingeführt worden, obgleich dies bekanntlich auS Sttaß- burg gemeldet wurde. Unter anderen sind sämtliche Reisende mit direkten Billets Paris - München nach wie vor vom Paßzwange befreit. Dieser Umstand bewerft schon, daß die Reichsregierung wegen der bekannten Zwischenfälle in der vorigen Woche keinerlei weitere Schritte zu thun gedenkt, dies Kapitel für beide Teile als abgeschlossen zu betrachten ist Die Pariser Zeitungen schweigen fich heute über die Vorgänge gänzlich aus, erheben auch keinen Widerspruch weiter gegen die von neuem aufgetretenen Bestrebungen verschiedener französischer Maler, ihre Kollegen zum gemeinsamen Besuch der diesjährigen Berliner Kunstausstellung zu veranlassen. ES wird auch in Paris nichts so heiß gegessen, wie eS gekocht ist. — Der Berliner Dom, welcher der Reichshauptstadt bekanntlich schon längst nicht mehr zur Zier gereicht, und dessen Umbau im Prinzip beschlossen ist, soll im Herbst abgebrochen werden, sobald im Schloßzarten von Monbijou eine auS Eisen konstruierte Jnletims- kirche erbaut ist. — Der dem preußischen Abgeordnetenhaufe zugegangenen Denkschrift über die Ausführung des AnsiedlungSgesetzes für Posen
Vor ohnmächtiger Wut brach ihm der falte Schweiß auS allen Poren..
»Es ist daS Mädel', fluchte er. „Sie hat 'was gemerkt, nnb ba ist fie denn auch hier, wie fie'S gefügt hat.*
Gr sprang aus und staub einen Moment, zttterub vor Wut, unfähig, fich ,u rege». Er wischte fich mit bem Aerrnel ben Schweiß von bet Stirn nnb trat bann schnell hervor.
»Ich will ben Weg hiuanfschleichen nnb fie fassen, bevor fie bie Burschen bort erreicht. Wenn fie bte Leute steht, ist alle» ans. Ich will ihr eins ans. wischen, daß fie brau denken soll."
Mit diesen Worten schlich er bie Hecke entlang.
»Ich will ihr lehren, wir in bie Quere zn kommen', fanrrte er. »Ich will'S ihr eintränken, so wahr —* aber bet Sotz wurde niemals vollendet. Plötzlich hörte er ein nnverständlichiS Murmeln neben fich, furchtbare Schläge hagelten ans ihn herab, urgleich fühlte er in seinem Gesicht eine Flüsfigkett, die wie Feuer brannte und rasend vor Schmerz sank er mit einem entsetzlichen Aufschrei zn Boden.
29. Kapitel.
Eine Minute später rannten stolpernd und fluchend zwei Männer in der Dunkelheit au Ioan vorüber — vor Entsetzen und Aufregung keuchend und atemlos.
»'S wat Lowtie selber I' hörte sie den einen sage», als er vorbeistürzte. ,
»Vater l Batet, wo bist Du? Baler, bist Du hier?' schrie fie, de»a fie sah Niemauden — u»t de» Schall der Schläge nnb jenen entsetzlichen Schrei hatte fie vemornmen.
Aber keine Antwort drang an ihr lauschender Ohr. Nur der Schall jener flüchtigen Schritte, der »ach »»d nach in der Ferne verhallte, unterbrach daS Schweigen. Kein Stöhnen wurde hörbar. Doch hier — einige Schritte vor ihr — lag ein blutiger, zerstampfter Körper. Tiefstes Dunkel, kein Stern a« Himmel — »er bie undeutlichen Umrisse einer
und Westpreußen ist Folgendes zu entnehmen: Im Jahre 1890 sind der AnfiedlungSkommission frei händig zum Kaufe angeboten: 52 Güter und 46 bäuerliche Grundstücke, davon aus polnischer Hand: 25 Güter und 26 bäuerliche Grundstücke, aus deutscher Hand: 27 Güter und 20 bäuerliche Grundstücke. Sn 52 Fällen trat die Ansiedlungskommission außerdem dem Ankäufe von Gütern und Grundstücken, welche zur Zwangsversteigerung standen, näher. Thal sächlich sind im Jahre 1890 für Zwecke der Ansiedlungskommission angekauft und angenommen: a) 10 Rittergüter, b) ein adeliges Gut, c) ein Freischulzengut, in Summa 12 größere Güter, d) 2 bäuerliche Grundstücke. — Die Bankiers Max Arendt (in Firma W. Arendt) und Fritz Wolff (Firma Hirschfeld und Wolff) sind auf die Dauer von vierzehn Tagen von den Börfen- versammlungen ausgeschlossen worden, weil sie daS bekannte Gerücht über die Erkrankung des Kaisers und Uebergabe der Regierung an den Prinzen Heinrich an der B ö r s e verbreitet haben sollen. Die Herren Arendt und Wolff haben gegen daS Erkenntnis deS Aeltesten-KollegiumS Berufung eingelegt. — Dem „Beil. Tageblatt' zufolge ist in dem benachbarten Orte Friedrichshagen ein dort wohnender Russe, namens Frisca, unter dem Verdachte der Teilnahme an der Ermordung deS russischen General- S e l i v e r st o f f verhaftet worden.
Dortmund, 4. März. Der Oberpräsident von Westfalen und der Regierungspräsident von ArnSberg haben gestern mit dem Oberbergamt über die Lage der Arbeiterverhältnisse verhandelt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Regierung entschlossen ist, einem Au-stand mit rücksichtsloser Entschlossenheit entgegenzutreten.
Ausland.
Wien, 4. März. Bei den Wahlen zum österreichischen Abgeordnetenhause haben, wie fich ziemlich deutlich herausstellt, die Jungczechen und Antisemiten den verhältnismäßig größte» Erfolg davongetragen. In den alten Erblanden sind fast alle Sitze den Antisemiten zugesallen. Immerhin werden die deutschliberalen die stärkste Partei de» Parlamentes bleiben. — Der Zustand des schon lange kränkelnden Premierministers Grafen Taffe hat sich wieder etwa» verschlechtert. — Der ungarische Ministerpräsident Graf Sypary hat erklärt, daß die bulgarische Regierung dem Ansuchen der Mächte, den fich in Sofia aushaltenden Nihilisten etwas auf die Finger zu sehen, durchaus entsprochen habe.
Hesse«-Nassau.
Marburg, 5. März. Herr v. Gontard, Pr. St vom Hess. Jäger-Bat. Nr. 11, ist unter Entbindung von dem Kommando zur Dienstleistung bei dem Großen Generalstabe, al» Adjutant zur 13. Jnf.-Brig. kommandiert worden.
Marburg, 4. März. (Gartenbauverein.) I» der gestrigen gutbesuchten Sitzung de» Gartenbauvereins sand zunächst die Verteilung der zum probeweise» Anbau twm Verein beschafften Garten- sämerrie» unter die Mitglieder statt. Hiernach machte Herr Direktor Dr. Hesse in einem kurzen aber höchst interessante» Vortrag die Anwesenden auf 3 der hervorragendsten Kunstdüngemittel aufmerksam, deren Anwendung er den Gartenbefitzern nicht dringend genug empfehlen könne. Es fei dies 1. der Chilisalpeter, 2. das Thomasmehl und 3. der Rückstand aus den Salinen, das Kalisalz. Alle diese Düngemittel sind von hiesigen Firmen zu beziehen und ergeben bei ihrer Anwendung als wohlfeile Unterstützung der Mistdüngung einen geradezu überraschenden Erfolg. Redner geht sodann auf die Bedeutung und Wirkung derselben näher ein und gab zum Schluffe ein Blld von der Gewinnung der zu so großem Ansehen gelangten sog. ThomaS- schlacke. — Bezüglich der Bibliothek-Verhältnisse de» Verein» wurde bekannt gegeben, daß zum Zwecke der Herstellung eines geordnetere» Lesezirkels für jedes Mitglied eine besondere Lesemappe au» Vereinsmitteln beschafft werden soll. — Hiernach erfolgte die Aufnahme der Herren Holly, R. Euker und Reinhard al» Mitglieder de» Vereins. — Herr Zschorlich zeigte der Versammlung mehrere Prachtexemplare einer selbstgezogenen Kartoffel- und Zwiebelsorte. — Den Rest des Abend» bildete die Versteigerung einer ganzen Anzahl Jahrgänge von arrangierten Gartenzeitschriften, welche in der Ver- einSbibliothek doppelt vorhanden und daher abgegeben werden konnten.
Marburg, 5. März. Der Nationalliberale Verein hielt am Dien»tag Abend eine Versammlung im Restaurant Freidhos ab. In derselben machte der 1. Borfitzende, Herr Professor Paasche zunächst Mitteilung davon, daß der Vorstand aus Anlaß de» bevorstehenden Geburtstages deS Fürsten Bismarck die Veranstaltung eines aDgemeinen Bismarck Kommerses erwogen habe und glaube derselbe im Einvernehmen mit der Versammlung zu handeln, wenn er sich mit den übrigen Vereinen der Stadt zu diesem Zwecke in Verbindung setze. Dieser
Gestalt konnte fie erblicken, welche die eines Mannes zn fein fchi n. Eine Zeit lang täuschte fie jene »ehu- lichkett der Gestalt, die auch seine voreiligen Gefährten getäuscht hatte; als fie aber ntebeifaiete, und die Schulter deS Unglücklichen berührte, wußte fie, daß cS nicht der Ingenieur fei, welcher vor ihr lag.
»'s ist der Vater selbst", sagte fie und zog schanberud ihre Hand zurück. »Er btzttet, o, er blutetle
Er hörte ihre Worte nicht, er fühtte nicht, daß fie ihn anszurichten suchte, sein Haupt hing vornüber, als fie seine» Oberkörper erhob; schwer und regungslos lag er in ihren Armen.
»Sie haben ihn getötet I' sagte fie. »Me kommt'S, daß nicht er e» ist?"
Dir uächstgelegeue Ott, wohin er gebracht werden konnte, war das Gasthaus »zur Krone/ fie erinnerte fich daran, sobald fie wieder einen klaren Gedanken fassen vermochte. Ohne Licht, ohne Beistand konnte fie nichts thun, fie konnte nicht einmal die Art feiner Verletzungen erkennen. Tot oder sterbend, er mußte hier liegen bleiben, bis fie Hilfe herbeigeholi hatte.
Sie nahm ihren Shawl ab, faltete ihn und schob ihn vorfichtig unter seinen Kops. Daun näherte fie ihre Lippen seinem Ohre.
»Vater", sagte fie, »ich gehe Hllfe herbeizuhole». Wenn Du mich verflehst, so erhebe die Hand."
Er erhob fie nicht; fie machte daher ihren Arm so sanft als möglich frei, sprang auf und schritt eilig davon.
Ein halbes Dutzend Menschen befand fich im Schenkzimmer der Wttt-Hause«, all fie die Thür desselben aufstieß. Alle blickten sie erstaunt an.
»Wer von Euch einem sterbenden Man» helfen will", sagte fie, der komme mtt mir. Mei» Vater liegt sterbend aus bem Steiudamm."
Alle» sprang auf. Laternen und andere Geräte wurden herbeigeschafft und Joan, eine »en ben Laternen ergreifend, stellte fich an die Spitze.
All fie ans die Straße htuaulschritteu, kam ein
Manu vorüber, welcher näher trat, als er den Haufen der zu Hilfe Ellenden gewahtte.
»WaS geht vor?" fragte er.
»Auf dem Steindamm ist ’n Manu erschlagen wordm", antwortete ttner der Kohleugräber. „Der Vater des Mädchens, Dan Lowrie."
Der Manu trat näher und ließ beim Schein der Laternen ein tieferregtes Gesicht sehen.
„Erschlagen?" sagte er. Dau Lowrie?'
ES war Fergus Derrick.
Er erkannte Ioan sofort und trat zu ihr.
„Um Himmelswillen", tief er ans, „geh' nicht mtt ihnen. Wenn es wahr ist, waS fie sagen, so ist das kein Ott für Dich. Ich will Dich nach Hanse bringen. Du darfst nicht —"
„Ich war's", unterbrach ihn Ioan, „die ihn sand."
ES gelang ihm nicht, fie zurückzuhalten, er schritt daher an ihrer Seite. Er richtete keine Frage an fie, denn er wußte genug, nm zu verstehen, daß sein Feind in die Grube gefallen war, die er für ihn ge» graben hatte.
- Et faitte zuerst zur Seite beb zu Boden Ge- streckten nieder und hielt die Laterne vor das fast unkenntliche Gesicht. Er wollte die leblose Hand er» fassen, aber Joan, die neben ihm kniete, hielt ihn mtt einer schnellen Bewegung zurück.
„Thn'S nicht", sagte fie bebend, und als er über» rascht in ihr Gesicht sah, verstand er, was fie meinte, »och ehe fie leidenschaftlich hinznfügte: „Es ist Blut daran, das Dein eigenes hätte sein sollen."
„$ier liegt eine Flasche I" tief plötzlich einer von den Leuten. „Sine Flasche, aüf die ich eben trat Jungens, hier war Bttttol drin!"
„3a", rief ein Anderer, „so ist'». JuugeuS, seht her. Die Schmkeu haben ihm Vitriol in'S Gesicht gegoffeul"
Sie legten ihn auf die Bahre, welche sie «ttge» bracht hatten, und trugen ihn nach seiner Hütte. Ioan und Derrick schritten an seiner Seite. -
All sie in die Nähe del Häuschen! gelaugt waren