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Im nächste» Augenblick erstickte die Haud auf Kimm Munde eiueu eutsetzlicheu Schrei, der sich fetter Ahle entringen wollte. Sie lehnten fich au das Ge. «der de» Schachtes uud hielte» Nib über deu fiusteru
„Willst Du verspreche»?" fragte» sie ihn. „Laß ih» spreche», Lovrte, hier hört uns keiner."
Nib blickte i» deu Abgrund hinab und brach in m» erschrecktes Winseln ans, indem er den Kops nach seinem Herrn wandte.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-Abonriements-Preis bei der Expedition 2*/« Mk, bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. lexkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 25 Psg.
größere AimierungS-Hebung der Fuß-Artillerie hat bei Metz, eine größere pionier-technische Uebung bei Graudenz stattzufinden. ES ist Anweisung ergangen, daß bei Ausführung aller Uebungen aus Berringerung der Flurschäden bedacht zu nehmen ist.
Marburg, 3. März. Dem soeben erschienenen Jahresbericht des Vorstandes des Fort- bildungS-Vereins in Marburg für 1800 ent» nehmen wir folgendes: In der Vorstand s- fitzung vom 7. Februar wurden gewählt: zum Vorsitzenden Dr. Westerkamp, zu dessen Stellvertreter Apotheker Siebert, zum Bibliothekar O. Stolpe, zum Kassierer W. Boede, zum Schaffner C Barth und zum Schriftführer F. Erdenberger. Außerdem haben als Ordner die Herren A. Fischer, B. Maas, C. Schneider und C Wcnderoth fungiert. — Unterricht ist in der hergebrachten Weise erteilt, und zwar von Herrn Lehrer Schneider im deutschen Aufsatz und Anleitung zur Buchführung vom 14. Januar bis 5. März in 8 Stunden mit 69 Besuchenden, im Rechnen vom 17. Januar bis 7. März in 8 Stunden mit 55 Besuchenden, von Herrn L. Schmidt im Zeichnen vom 7. Januar bi» 25. März in 21 Stunden mit 96 Besuchenden, ferner von Herrn Schneider bezw. Herrn Römer im deutschen Aufsatz mit Anleitung zur Buchführung vom 5. November bis 17. Dezember in 7 Stunden mit 69 Besuchenden, im Rechnen vom 7. November bis 5. Dezember in 5 Stunden mit 51 Besuchenden, von Herrn L. Schmidt im Zeichnen vom 4. November bis 16. Dezember in 13 Stunden mit 148 Besuchenden, von Herrn Trukheim II. im Singen vom 21. Januar bis 23. Dezember in 65 Stunden mit 1012 Besuchenden. Der Unterricht, welchen der Verein im Anschluß an den Unterricht der obligatorischen Fortbildungsschule gewährt, soll die jüngeren Mitglieder in nützlichen Kenntniffkn fördern, welche zu Erfolg im praktischen Leben unentbehrlich sind. Der Vorstand wendet dem Unterricht unausgesetzt lebhaftes Jntereffe zu- er bedauert hervor- heben zu müssen, daß die Teilnahme am Unterricht gegenüber dem Vorjahre abgenowmen hat, ungeachtet auch in diesem Jahre vier Mitgliedern in Anerkennung tüchtiger Leistungen Prämien bewilligt sind. — Die MontagSvorträge find in der Aula des Realgymnasiums vom 13. Januar bis 11. März gehalten. Es haben gesprochen die Herren Professor Dr. Koch, Professor Dr. Wisiowa, Oberlehrer Loeber, Professor Dr Kayser, Professor Dr. Melde, Professor Dr. Rubner und Professor Dr. Fischer. — Die Bibliothek ist von 1710 Bänden
A«s dnnkler Tiefe Bon FraneeS Burnett. Autori sirte deutsche Uebertraguug. (Fortsetzung.)
also sär ihre Flegelei von ihren Anhängern prämiiert worden.
Hamburg, 2. März. Fürst Bismarck ist jetzt ziemlich häufig in Hamburg, wo er von den Wir: de- trägern der Hansestadt zur Tafel geladen wird. Nach allen Berichten ist der Fürst recht aufgeräumt und äußert sich im Gespräch in der heitersten Weise.
Leipzig, 3. März. Der neue Reichsgerichts- Präsident Dr. von Oehlschläger hat am Montag fein Amt unter den üblichen Feierlichkeiten angetreten. In sehr warmen Worten gedachte er seines Vorgängers Dr. Simson.
Sonneberg, 3. März. Bei der ReichstagS- stichwahl im Wahlkreise Sonneberg (Meiningen 2.) ist der freisinnige Kandidat Witte gegen den Sozialdemokraten Reißhaus gewählt worden.
Marburg,
Mittwoch, 4. März 1891
Deutsches Leich.
Berlin, 2. März. Unser Kaiser be'uchte heute Vormittag nach einer Promenade im Tiergarten daS Atelier des Bildhauers Ernst Ho.trr and konferierte längere Zeit mit dem Reichskanzler. 8m Nachmittage entsprach der Monarch einer Einladung des ersten Garde-Feld Artillerie-RegimentS zur Tafel. Am Dienstag abend ist parlamentarische Eoiree beim Staatssekretär v. Bötticher, welcher der Kaiser beiwohnt, Mittwoch abend musikalische Abend- unterhaltung im Schlosse. — Der Prinz und die Prinzessin Adolph von Schaumburg - Lippe werden em Mittwoch von ihrer Orientreise wieder in Berlin ankommen. — Der Kaiser wohnte, wie schon kurz gemeldet, einem Festessen der alten H rrn der Bonner Borussen bei. Er war. überaus hei er mit den Heimen und blieb eine Stunde länger, als er fich vor- genomwen. Das Aufrufen der Semester besorgte von 50 bis 100 der Kaiser selbst. — Tie Budgetkommission de» Reichstages erledigte tun Montag den Rest des Etats. Der Schatz sekretär von Ma'tzahn erllärte dabei osfiziell, daß die jüngste Reichsanleihe 46 Mal gezeichnet sei und gab die Eeklärung ab, daß in nächster Zeit keine neue Anleihe auf den Mmtt gebracht werden würde. — Die .Nordd. Allg. Zig." behauptet, ein Teil der fteisinnigen Abgeordneten unter Führung des Abg. Hänel habe im Reichstage die Unteroffizier» Prämien bewilligen wollen. Der Abg. Richter sei aber dagegen gewesen und habe seinen Willen durchgesetzt. Dr. Hänel sei daraufhin aus Berlin obgereist. — Der General Bronsart von Schellen darf, der frühere Kriegkufinister, hat Betrachtungen über eine zeitgemäße F- chtweise der Infanterie erscheinen lassen. Er sagt darin über daS rauchichwache Pulver: „ES erschwert die Aufklärung ui d damit die obere Führung, eS erleichtert die untere Führung. Seine Vorteile und Nachteile machen fich in der Berteidigung und beim Angriff ziemlich gleichmäßig geltend. Es empfiehlt sich mit dem Gebrauch guter Gläser noch weiter in die unteren Chargen hinabzusteigen. Jedenfalls ist das rauch schwache Pulver ein Kriegsmittel, welches neue anb bedeutende Erscheinungen zeitigen wird. — Anscheinend osfiziöS wird gescklieber: .Rach bester Information sind wir in der Lage, ten Besorgnissen, die man in letzter Zeit in bezug auf eine mangelnde Sicherheit des „neuen Kurses" hier und da erregt hat, jeden Anhatt zu nehme,. WaS zunächst die Be- sürchtung anlangt, eS könnte an allerhöchster Stelle
Hesse«-Nassau.
Marburg, 3. März. Hinsichtlich ter Dienst- alterSzulagen für die Lehrer und Lehrerinnen der hiesigen Volksschulen hatten die hiesigen städtischen Behörden am 21. bezw. 23. 1. auf Anregung der kgl. Regierung in Cassel den Beschluß gefaßt, bei Berechnung der Dienstalterszulagen die erste (provisorische) Anstellung zugrunde zu legen. Die kgl. Regierung hat sich nunmehr bereit erklärt, Ibie durch diesen Beschluß der Stadt erwachsenden Mehrausgaben von jährlich 2400 Mark zu übernehmen und den bereits bewilligten jährlichen Staatszuschuß von 3000 Mk. auf 5400 Mk. zu erhöhen.
Marburg, 3. März. Vorbehaltlich der Genehmigung der städtischen Behörden ist dal Keitel- sche Anwesen, Hau» Nr. 3 nebst Hinterbau in Weidenhausen, für die Stadt und zwar zum Preise von 15000 Mk. käuflich erworben worden.
Marburg, 3. März. DaS diesjährige Kreis - Ersatzgefchäst für den Kreis Marburg beginnt am 18. April und dauert bis zum 25. April.
Marburg, 3. März. Die kaiserliche Verfügung über die größeren Truppenübungen im Jahri 1891 ist nunmehr ergangen. DaS 4. und 11. Armeekorps einschließlich der großherzoglich hessischen (25.) Division halten Manöver vor dem Kaiser ab. Jedes Atmeekorps hat für sich große Parade. Größere Kavallerieübungen werden bei dem 2. und 17. Armeekorps abgehalten. ES werden zwei Ka- valleriedivifionen ausgestellt, die drei Tage gegen einander manöverieren werden; die Uebungen leitet der bekannte Generallieutenant von Rosenberg. Bei dem Garde-, 1., 3, 5., 6., 9., 14., 15., 16. und 17. Armeekorps finden GereralstabSreisen statt. Eine
„Sage ja ober »ei», jssger Satan", sprach er J*b machte etae drohende Bewegüng. „Mr könne» per nicht die ganze Nacht stehe». Versprich, Niememde» »fegen, weder Mann, noch Weib, »och Kind, was v» von ans gehört hast. Wen» ich drei zähle, lasse H den Hand fallen. Sins, zwei —"
Ein Blick ans Nid's Sage», in welchen fich ein »st menschliches Entsetze« «alte, war za . viel für 5«en Herrn. Verzweiflung ergriff ihn. Sr konnte nicht opfern—er konnte de» Man» sicht opfern,
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aber er wird es niemals vergessen, daß Sie iha über» wanden haben."
Sie faßen nach bei Ttfche und diskntterten diese Frage, als Anice, welche dem Fenster gegenübersaß, von ihrem Stnhle avfstaad and an das Fenster trat. Sie zog die Gardine hinweg and blickte httaaS.
„SS war Jemand hier", bebeatete sie bie Andern, welche sie fragend aublickte«. „Eia Gesicht blickte karze Zett durch die Scheibe; ich glaube fest, eS »ar Jnd BateS."
Derrick sprang van fette« Stahle auf. ES schien ihm nicht nnglanblich, daß Jnd auf verbotenen Wegen ging. ES gab ttn Pfarrgarten genug Aepsel, die ein jugendliches Herz in Versuchung führen konnte».
Er öffnete die Thür und fchrttt in die Nacht hinaus, und bald drang der laute Aufschrei etter bekannten Stimme zu den Ohren der Zurückgebliebenen. Fast unmittelbar daraus kehrte Derrick MÜck und zog den Ertappten nach fich.
ES war Jnd BateS, aber er sah keineswegs wie ein in flagranti erwischter Bösewicht ans, obgleich er sehr verstört schien. Er war blaß und atemlos; die Mütze »ar ihm entfallen, er hiett Nib in feinen Armen. Sette Züge verrieten eine gewaltige Erregung.
„3»b", rief Anice, „was hast Du vorgehabtV Warum kamst Du ans Fenster.
„Ich wollte heretaseheu", sagte er bebend.
Alle sahen ernst ans.
„Herettfehen?" sagte Anice. „Warn«? Wen wolltest Du sehen?"
Jnd wies ans Derrick.
„Ihn", antwortete er. ,Lch mußte sehen, ob er schon »ach Hause gegangen war."
„Sber weshalb?" fragte fie wieder.
Sr trat verlegen vo» einem Fuß aus den andern und schlug die Augen zu Boden. Zitternd blickte er ans Nid.
„Ich —" begann er, „ich wollte ihn znrückhalten. Ich — ich wußte nicht — er darf nicht geh'»", schrie
„Sr hat Riggon verlassen", antwortete Derrick.
„Ich hörte eS", erwiderte der Rektor, „und ich werde mich wohl nur getäuscht haben, als ich ihn heute zu sehen glaubte. Ich kenne den Manu so wenig, daß ich mich leicht geirrt haben kau». Aber wo steckt er jetzt?"
„Ich glaube", sagte Derrick ru ig, „er befindet fich in Biggarn Meiner Meinung nach haben Sie fich nicht getäuscht. Daß er hier ist, weiß ich sicher'; er wird wohl seine Gründe haben, fich ruhig zn ver- hatten. Ich kenne seine Züge zu genau, um «ich durch etae eingebildete Sehnlichkeit täuschen za laffeiu*
„Aber was hat er bot?" lautete die nächste Frage. „Die Sache ist nicht so harmlos. Sr ist ein schlimmer Gesell."
„Allerdings", sagte Derrick.
„Führt er etwas in Schilde? St ist zu Allem fähig."
„Ja", sagte Derrick, ,6t hat eS allein ans «ich abgesehen."
Bei diesen Worten blickte er Über den Tisch nach Anice und lächelte ihr beruhigend zu.
„Sie erzählten uns nichts davon, ihn gesehen zu hoben", sagte fie.
„Nein. Sie »einten, ich sollte mich vor ihm in acht nehmen, und ich bin zu eitel, um ohne Weiteres die Möglichkeit jutagebeu, eS könne geraten fein, einen Menschen zu fürchten, selbst wenn dieser Mensch ein Bigganer Kohlengräber ist."
„Aber ein Mensch wie dieser l" wandte Mr. Barholm ein. „Sr erscheint mit allerdings fmchtbar."
„Ich bin stärker als et", sagte Derrick. Er konnte nicht umhin, ans diese Gevißhett stolz zu sein. „Ich habe ihm das schon bewiesen, wie Sie wissen, und bei Leuten seines Schlages pflegt der erste Kampf meist entscheidend zu sein."
„Hm", sagte der Bettet' „hierin scheint mir eher der eigentliche Grnnd seines Hasses z« liegen. Sr kann es Ihne» vergeben, »eggejagt worden zu sein,
Jnd ließ fich das nicht zweimal sagen. Im Augenblick, als er Bib in seinen Arme» fühlte, raunte er ans Leibeskräften über den offenen Baum, der vor ihm lag, um feinen Peinigern nicht Zeit zu lassen, ihren Beschluß zu bereuen. Hätten die Leute sein Gesicht gesehen, so würden fie fich eben nicht seht sicher gefühlt habe». Die Sache war aber die, daß fie fich auf jeden jungen Thunichtgnt in Biggan verlassen haben würden. Uebrigens war eS weniger sein Versprechen, aus baS fie bauten, als auf seine heillose Angst vor den Folgen eines WoribtuchS. ES war weniger Sache der Ehre als der Furcht.
—.. 27. Kapitel.
FetguS Derrick verließ diesen Abend baS Pfarrhaus später als gewöhnlich. Wenn Mr. Barholm in feine Srtfblerlanne laut, so fiel es ihm schwer, ein Snbe zu staben. Derrick konnte nicht umhin, zu- znhöreu und seinen Abschieb immer noch ein wenig aufznschieben; bann wurde bas Abenbbrot anfge» tragen, von bem er fich wiederum nicht ausschließen durste, und um elf Uhr kam Mr. Barholm plötzlich auf rin neues Thema.
,A propoi“, sagte er, „wie stehtS denn eigenllich mtt diese« Sonnte? Ich dächte, er hat Biggan verlassen."
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a.M., Cassel, Magdeburg u Wien; Rudolf XXVI Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
öcherttliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
t »Ich — ich — karm's nicht versprechen", sagte Jnd, Her kt brach dabei in Thränen ans.
J ,Kaß den Hund lvS", sagte Lowrie.
. »Frag' ihn noch 'mal. Willst Du versprechen, »der wir müssen den Hund loSlasseu, Butsche? Wir bollen bem Kerl nichts LöseS thnn, wir »allen ihm ■us wegen seiner Klatscherei einen Streich spielen.' Jnd blickte auf Bib.
„Lowrie sagte, Ihr hättet Vttriol und Knüppel »ei Euch, damit spielt mau den Leuten keine Stteiche", fegte er zitternd.
„Ihr seht, was er alles gehört hat", sagte Lowrie.
„Er wttd nichts versprechen."
. Derjenige, welcher den Hund hielt, verlor äuge» fchetalich die Geduld.
eine zu weitgehende, eine „phai tastische" Arbeiter- schutzpolitik getrieben werden, so dürste sich vielleicht schon in r ächster Zeit Herausstellen, daß maßlosen Ansprüchen der Arbeiter mit voller Energie und Rücksichtslosigkeit et tgegengetreten werden würde, ganz besonders wenn nach voraufgegargener Verständigung mit fremdländischen Arbeitern und nach Zurückweisung vernünftiger Einigungsvorschläge ein Druck auf unser gesamtes Wirtschaftsleben und eine Schädigung deutscher Interessen im großen Stile versucht werden sollte. — WaS die zweite Besorgnis anlangt, eS könnte an leitender Stelle kein ausreichendes Ver ständnis dafür vorhanden fein, daß Deutschland mit seinem Ackerbaue steht und fällt, daß die Landwirtschaft der Industrie aufgeopfert werden könnte, so fehltauch dafür jede Begiündung. WaS den deutsch österreichischen Handelsvertrag betrifft, so ist die Annahme der Basis von 3,50 Mark Zoll durchaus willkürlich. ES ist auf dieser Basis nicht verhandelt worden. In Frage stand eine Herabsetzung des Getieidezolles auf 4,50 Mk., und als äußerste Grenze ein Zoll von 4 Mk., welche Grenze aber wahrscheinlich nicht erreicht »eiben wird."
— Der taktlose Brief der Witwe Meisso- nierS erfährt durch folgende Zuschrift eine» bekannten Kunstsammlers an daS „B. T." eine bemerkenswerte R'-b^ostellimq:
Berlin, 28. Februar 1891. Die Witwe des Mal-rs Meisfonier behauptet in einem Schreiben, daß seit 1870 kein Deutscher das Haus ihres verstorbenen Mannes betreten hat. Die Dame irrt sich. Abgesehen davon, daß die Herren Profesioreu Menzel und Fritz Werner zu wiederholten malen nach dem Kriege bei Meiflonier . geweilt haben, bin ich mit meiner Frau im Jahre li-87 durch einen geborer en Deutschen dort eingeführt worden und habe in dem Atelier des Meisters über IV« Stunden zugebracht. Als ich bei dem Abschiede Meisionier bat sich in mein Album einzuzeichnen, that er es mit der größten Liebenswürdigkeit. Er durchblätterte das Album, das nur deutsche Inschriften enthielt, und bei dem Anblicke einer Zeichnung Fr. Werners erkundigte er sich na» diesem Künstler. Er frug zum Schlusir neugieriger Weise: pCreyez vous Id bas, que Menzel soit plus fort que moi?- (Glauben Sie dort, daß Menzel bedeutender als ich ist?) Bon Chauvinismus war keine Spur zu entdecken. Er bat nur, ihn bei erneuter Anwesenheit in Paris wieder zu besuchen. Den Einladungsbrief besitze ich noch. Hochachtend A. C.
Die Pariser Patriotenliga hat sich nach der Abreise der Kaiserin Friedrich au8 Paris noch ein Extrastück geleistet. In einer Versammlung hat fie die Verleihung silberner Denkmünzen an die Abgg. Cassagrac, Laurent und Deroulede und an Henri Rochefort beschlossen. Diese vier Biedermänner waren die Leiter der letzten Deutscheuhetze, sie sind
der gegen Nib freundlich gewesen war; er hätte fich höchstens für beide opfern können."
„Haiti" schrie er. „Ich vill'S versprechen."
Er hatte Nib gerettet, aber eS bedurfte noch einiger Unterhandlungen, bevor er freigelaffen wurde, ungeachtet seines Versprechens zu schweigen. Hätte Lowrie nach seinem eigenen Kopse handeln können, so würde er zu strengeren Vorsichtsmaßregeln gegriffen haben, der jüngere seiner Gefährte» jedoch, vielleicht von einer Art Bewunderung für den Burschen ergriffen, warf fich ins Mittel. Sie flüsterten einige Minuten zusammen und dann wmde Nib ausgeliefert.
„Da, nimm und lauf, SatanSttnb, und laß nnS nichts mehr von Dir hören. Sonst gnade Gott Dir und Deinem Handel Marsch!"