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Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.

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Illustriertes Sonntagsblatt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal. Abonv ements-Prei« bei der Expe­dition 2*/t Ml , bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. sexkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Mittwoch, 25. Februar 1891.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXVI H-aüraana. Mofse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.

Daube u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

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»zum deutschen Reichstage statt; vier Wochen später ttat Fürst BiSmarck von der Leitung des ReichS-

so begreiflichem Selbstgefühle seine warnende Stimme

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Gleiche Sonne, gleicher Win).

Am 21. Februar 1890 sanden die Neuwahlen

kanzlrramteS zurück und.neue Männer- übernahmen dir Zügel der Regierung, welche dereiserne Kanzler" so lange Zeit mit fast souveräner Machtsülle in der Hand gehalten. Mit den .neuen Männern" kam ein »neuer KurS" und brachte in unserem innerpo­litischen Leben so mannigfache und zum Teil tief­gehende Veränderungen, daß eine kräftige Reaktion mancher besonders stark in Mitleidenschaft gezogener Aemente unausbleiblich erscheine« mußte. In der That ist diese Reaktion in der letzten Zeit auch mehr und mehr hervorgetreten, und zwar in doppelter Richtung. Die eine ist mehr persönlicher Art. Sie knüpft an die hochragende Gestalt bei früheren Kanz­lers an, der die .süße Gewohnheit" der beinahe

erheben zu muffen glaubte gegenüber dem unge­stümen Dränge» nach neuen, dem Wechsel der Zeiten

Neubestellungen für den Monat März auf die D-irhiss. Ieitimg nebst deren Gratisbeilagen

Amtliches Kreisblatt

ir die Kreise Marburg und Kirchhain und

IUnstrirrtes Sonirtagsblatt werden schon jetzt von allen Postanstalten und Landpostboten, sowie von der Expedition Markt 21), in Kirchhain von Herrn B. R i n d t entgegengenommen. Neu zugehenden Abon­nenten wird je ein Exemplar unseres Schreib­und Wandkalenders für das Jahr 1891 nachgeliefert. Die Abonnenten aus hiesiger Stadt erhalten vom Tage der Bestellung biü

t, C Lieb eypol

c*. mmmschränkten RegierungSgewalt nur mit degreis- <* licht« Widerstreben aufgegebtn hatte und in eben

l Schö, H-»f« -rr Ehr rg

77 zum 1. März die Zeitung gratis.

IW US Die Exped. der Oberh. Zeitg.

entsprechenden Lebrnssormen, deren Berechtigung er o lange hindurch mit der vollen Wucht seiner Au- toiität befüitten und bekämpft hatte.

Neben dieser aus de» persönlichen Anschauungen des Fürsten Bismarck entspringenden Opposition läuft noch eine andere, auf mehr oder minder sachlichen Motiven beruhende her. Tiefe letztere hat ihre Wurzeln vor allem auf wirtschaftlichem Boden. Sie will nichtl zu thun haben mit der persönlichen Oppo ition .Derer um BiSmarck"; sie weist von sich da! Zeldgeschret .Hie Kanzler, hie Kaiser"; sie wendet ich sogar mit gutgespielter Entrüstung von den un berechtigten und vielfach peinlich berührenden lieber- treibungen der FriedrichSruher Fronde ab. Glaubt sie doch fürchten zu müssen, daß die bedrohten Inter­essen, welche sie zu verteidigen hat, durch die Identi­fizierung mit den Warnungen des Fürsten Bismarck in den Augen der jetzigen Machthaber nur kompro­mittiert werden könnten.

Es sind die Vertreter der industriellen und agra­rischen Schutzzollpolitik, welche sich zu jener zweiten Oppositionspartei zusammengefunden, also gerade die Männer, welche unter demalten Kurse" die festesten Stützen der Regierung gewesen find. Man wird zugeben müssen, daß die nette Zeit ihnen manche Bitternis gebracht hat und daß die Zukunft noch manche hett>e Erfahrung für sie im Schooße zu bergen scheint. Die Aushebung des Sozialistenge­setzes, die Opfer, welche der erhöhte Arbeiterfchutz ihnen auferlegt, die Milderung des Vieheinfuhr­verbotes, die bevorstehende Herabsetzung der Korn­zölle, das Zuckersteuergesitz: das alles find Punkte, welche den Widerstand dieser Jnteressenkreife gegen die jetzige Richtung unserer inneren Politik verständ­lich machen. Mächtig rüttelt eben die neue Zeit an den Schranken, welche die Schutzzoll - Aera des verflossenen Jahrzehnt» um Deutschlands Grenzen gelegt, auf denen so lange Jahre unser ganze» wirt schaftliches System aufgebaut war. Und e» ist natür­lich, daß eine neue Fundamentierung der wirtschafts­politischen Verhältnisse manche Erschütterung, manchen Nachteil für den einzelnen mit sich bringen muß.

Man wird da» Hervortreten einer Opposition gegen denneuen Kur»" also nur begreiflich finden können. Weniger verständlich aber ist das Schlag­wort, mit dem die Presse dieser Richtung in der neueren Zeit zu arbeiten liebt. Da ist überall von derUnsicherheit" undUnklarheit" unserer Ver­hältnisse die Rede, da wird hingedrängt auf ein erlösende»" Wort der Regierung. Und doch ist die Haltung der letzteren für jeden, der Augen hat

zu sehen und Ohren zu hören, und der sehen und hören will, Har und sicher genug. Der Ausspruch des Kaiser»:Wir können doch nicht einzelne Stände bevorzugen!" flieht den Schlüssel zu der Politik, welche dieneuen Männer" zu befolgen gesonnen inb und in der That bisher verfolgt haben. Der einseitige Jnteressenschutz ist au» der inneren deutschen Politik verschwunden und zugleich rst etwa» Andere» verschwunden: da» Wort ReichSfeind." Die jetzige Regierung kennt keine Reichsfeinde" in der früheren Bedeutung diese» vielbe­rufenen Wortes mehr. Sie stellt ihr Vorlagen auf nach rem vorhandenen Bedürfnis und heißt die Unter- tützung, woher sie auch kommen mag, will» ommen. Jene» Motiv, da» in früherer Zeit nicht selten im Parlamente zu hören war:weil der Freisinnige, der Sozialist, der Ultramontane für dieses Gesetz find, muß e» schlecht fein" diese» Motiv ist aus den Reden der RegierungSvertreter ver­schwunden und klingt nur noch selten in dem Speech eines Kardorff oder Frege anachronistisch wieder. Die Regierung kennt keinParteimonopol für RegierungSpolittk; gleichen Wind und gleiche Sonne gewährt sie allen Partei- bestrebungen; sie nimmt, wie die» ja Herr v. Caprivi bei seiner ersten Programmrede so offen und klar au»gesprocheu, fruchtbare und verständige Anregungen von allen Seiten auf, woher sie auch kommen.

Da» ober ist der große Schmerz derjenigen, welche in früherer Zeit allein da» Vertrauen der Regierung ger. offen haben. Ihnen däucht e» un­faßbar, daß auch die vielgehaßten .Reichsfeinde" jetzt das Ohr der Regierung haben, wen» ihre Wünsche, ihre Bestrebungen beachtenswert und tauglich erscheinen. Daß die Regierung sich nicht mehr allein auf diestaaterhaltenden" Parteien älterer Ordnung stützt und stützen kann, sondern ohne jede Partei­krücke unbeirrt in sicherer Haltung ihren Weg zu gehen vermag das will manchen Politikern nicht in den Kopf. Darum herrschtUnsicherheit" und Unklarheit" in unserer Politik. Vergebens aber flehen jene Männer um da»erlösende" Wort, daS den alten Zustand wieder herstellt, die Freisinnigen und Zentrumsleute wieder hinabschleudert in den Orku» derReichsfeindschaft" und die Sonne der Gnade wieder allein scheinen läßt über den Haupt­kern der echten und gerechten StaatSstützen im Sinne derKöln. Ztg." und derKreuzzeitung." Dieses Wort dafür bürgt die ganze, wenn auch nur kurze Vergangenheit der neuen Männer, dafür bürgen die festen und ernsten Aussprüche, die Kaiser

Wilhelm bei mehr wie einer Gelegenheit gethau dieses Wort wird nicht gesprochen werden.

Und eS ist gut so! Je gründlicher mit der Reichsfeindschaft" aufgeräumt wird, um so eher wird eine Gesundung unseres zerrütteten und zer­rissenen Parteilebens eintrete» könne». Wir Deutsche müssen uns endlich daran gewöhnen, unsere poli­tischen Gegner nicht von vornherein al» schlechte Kerle, al» gedorne Verbrecher zu betrachte»; wir müssen herauskommen au» der alten Parteischablone und au» den Kinderschuhen deS faktiösen Treibens. Und darum gleichen Wind, gleiche Sonne für alle Parteien! Mögen sie zeigen, was sie wollen und können! Kampf bis auf» Messer freilich dq, wo Egoismus und Strebertum, Korruption und Speku- ation auf alle niedrigen Gelüste der menschlichen Natur die Triebfedern sind aber Achtung vor >em Gegner, dem da- Wohl de» Vaterlande», der Allgemeinheit da» höchste Ziel rst. Mag er e» auf anderem Wege erstreben, al» wir Niemand ist unfehlbar! Mag er beweise», daß sein Weg der bessere, seine Kraft die stärkere ist. Ein ehrlicher, offener, sachlicher Kampf um große Ziele, um große Gesichtspunkte das ist e», was un» not thut, was allein un» die unschätzbare Gabe de» Fortschritt» auf der Bahn menschlfther Kultur und Gesittung zu sichern vermag.

Deutsches Nrich.

Berlin, 23. Fedr. Kaiser Wilhelm wohnte am Montag Vormittag dem Schlußturnen in der Militär-Turnanstalt in Berlin bei und sprach zum Schluß den anwesenden Zöglingen seine volle Be­friedigung au». Später hatte der Monarch eine längere Konferenz mit dem Kulturminister und dem Chef de» Zwilkabluett». Der Kaiser gedenkt dem­nächst einen kurzen Ausflug nach Elsaß-Lothringen zu machen, und dort da» von ihm gekaufte Gut Urville bei Metz zu besichtigen. Die greise Groß­herzogin Alexandrine von Mecklenburg, jüngste Schwester Kaiser Wilhelm» 1, feierte am Montag ihren 68. Geburtstag. Der Urheber der über das Befinden des Kaiser» an der Berliner Börse in Umlauf gesetzten Berichte ist bereit» entdeckt. ES ist, wie dieHamb. Rachr." melde», ein bekannter Börsenspekulant. Er behauptet, e» sei ihm au» Hamburg telephonisch mitgeteilt, daß dieHamb. Nachr." eine dahingehende Mitteilung brächten; eS ist in dem Blatte aber darüber nicht» enthalten. DenBerliner Politischen Nachrichten" zufolge er­ließ der Kultusminister eine Verfügung an die Oher-

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Bo» Franke» Burnett. Auwrisirte deutsche Uebertragung. (Fortsetzung.)

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Da wohnt jetzt der Sohn von ein'« Grnbenbe- Ker hier im Hotel", bemerkte eine» Morgen» eine : Kohlenarbeitertunen,'n feiner junger Mensch, Me ans der Modenzeitung geschnitten, gerade al» ol rr frisch vom Schneider käme. 'S ist 'm allen Landsell

-afte' lkin Junge."

~ ,, Joan hielt einen Augenblick siu der arbeit inne. SpitzelWeißt Du da» sicher?" fragte sie besorgt.

itoirn tiDaß er 'm allen Landsell fein Junge iS? Ja, in groß« da» stimmt. Der Obersteiger hat'» selber gesagt." erdm z- Da» also war der Grund für Lizzie'» Aufregung.

3rei6 vcr Al» Ioan abend» nach Hanse ging, machte sie sich

(97t bittere Vorwürfe, daß sie mitunter die Geduld ver- - loten habe. Liz'S Augen zeigten Spuren von Thräuen, al» Joan in» Zimmer trat. Joan verlor keine Zeit. Sie mußte ihr die Ruhe wiedergebeu. Sie setzte sich ans einen Stuhl in ihrer Nähe sie * zog ihr Köpfchen ans ihren Schooß und strich zärtlich Mit der Hand durch ihr lockige» Haar.

Lizzie, liebe» Kind", sagte sie,Du kannst mir

. Li, stieß einen leisen Seufzer au» und schwieg.

Ich hörte heute davon", fuhr Joan fort,und lw hat i nun wundert'» wich nicht mehr. (68 erinnert Dich wieder an die alle Geschichte."

mirmrl Liz seufzte stärker und fing bau» leise zu weinen an.

Ach, Joan! Ioan! sei mir nicht bösesei nicht böse. Ich kann nicht» dafür, daß er wieder da ist Mrd» ist mir schon schwer genug."

Auch jetzt hegte Ioan noch keinen Verdacht. Sie fand e» ganz natürlich, daß da» arme, schwache Herzchen bei der leisesten Berührung in Seufzer und khränen anSbrach. Ihre fHand fuhr nur leichter durch da» weiche, wellige Haar al» zuerst.

War da» nicht der Geist, den Du auf« Feld­wege gesehen hast?" fragte fie.

Ja", schluchzte Liz,ich wollt'» Dir nicht sagen. ES nahm mir beinahe den Atem und krampfte mir'S Herz zusammen. Sei nicht böse mit mir, Ioan sei nicht hart die Andern find schon hart genug. Du meinst 'S ja gut mit mir, Ioan nicht wahr, Dn meinst 's gut?"

,3«, Stob, das kannst Du stcher sein", antwortete Ioan.Glaubst Du, ich würd' böse werden? Nein, Mädchen, bei mir bist Du geborgen, wie Dein Kind ans meinen Armen. Die Well ist so voll von Jammer, daß ich nicht noch dazu beitragen möchte. Und sollt' ich meine Hand nicht auSstrecken, wo ich einem armen Wesen helfen kann? Sch könnt ich'« doch; ich wollte Gott danken armes Kind armes Sind." Und sie beugte fich herab und küßte sie wieder und wieder.

23. Kapitel.

Die Abendschule gewann allmählich Loben. Die Schülerzahl wuchs beständig, so daß (Brace alle Hände voll zu thuu hatte.

Sie haben harte Köpfe, diese Leute", sagte Reverend Harold,und wenn '«al einer nicht hart­köpfig ist, so ist er gewiß desto widerspenstiger. E» wird mir wenigstens mitunter schwer genug, mit ihnen auSzukornrneu, und wenn e» mein Amt nicht erforderte, mtt ihnen zu verkehren, io würde ich mich dafür be­danken. ES ist, als ob fie fich darauf verspitzt hätte«, alle» schon vorher zu erraten, va» ich sagen will. Unangenehme Geschichten daS. Grace arbettet schon so lange au ihnen herum, daß fie fich wahrscheinlich bereit« au seine Methode gewöhnt haben; er hat ge­lernt, wie sie ,n fassen find, sozusagen. Wie ich sehe, hören fie aus ihn und scheinen ihn auch zu verstehen. ES steht am Ende doch fast an«, al» ob gerade da» seine starke Seite wäre. .Er ist zwar durchaus kein brillanter Kopf und wird niemals etwa» Außerordent- liche» leisten, aber er besitzt eine ganz seltsame Be.

harrlichkeit in dem, wa» er unternimmt und das bringt ihn bei solchen Leuten vorwärts. Er steht fich gut mit den Riggaueru, glaub' ich. Er ist im richtigen Fahrwasser."

Jud Late» undder beste Dächsel in Riggan" zählten zu feinen treuesten Anhängern. Die Ver­ehrung de» Knaben für Anice erstreckte fich auch bald auf Grace. Die freundliche Duldung, die er Nib zu Teil werden ließ, hatte viel dazu betgetrngen. Nib erschien stet» mit feinem Herrn und fein Betragen war so gesetzt und anständig', al» ob er nie etwa» mtt dem gemeinen Rattenvolle zu thuu gehabt hätte. Er pflegte ruhig zu Jud'S Füßen zn'liegen, die Nase zwischen den Pfoten und verständnisvoll hinter den struppigen Augenbrauen hervorznbltnzelu; mitunter gab er durch Schwanzvedeln seine Befriedigung zu erkennen. Einige Male kam eS vor» daß er während eines kurzen unruhigen Schlummers feinen erregten Gefühlen durch ein scharfe» Bellen Lust zu machen suchte, aber niemals, ohne dabei sofort zu erwachen und über fein unbewußte» Sichgeheulaffen tiefe Be­schämung zu zeigen.

Bei einem Besuche im Pfarrhause fielen Jud'S Augen einmal auf ein Buch, da» aus Auice'S Tisch hg. ES war voller vflder Illustrationen zu den Schicksalen und Erlebnissen einer beglückten Unglück- liche«, beffen verlassenes Eiland zum Paradiese für Tausende geworden ist, dessen Ziegeufellkleiduug mehr Neid erregt hat, alS der Pnrpnrmantel deS mächtigsten König», beffen Lammfellmütze ein Zeichen unum­schränkterer Herrschaft war, al» irgend eine Krone. Denn der Manu, der diese uuzivilisterte Kleidung trag, hat unumschränkt im Reiche der Romantik ge­herrscht, welche» in seinem vollen Glanze nur der glücklichen, arglosen Knabeuzett bekannt ist.

Jud ergriff da» Buch und öffnete den goldge­preßten Karmoistn - Eiubaud. Als Anice in da» Zimmer trat, fand sie ihn darin vertieft. Seine zerriffeue Mütze lag tu Gesellschaft Nib'S zu seinen Füßen, sein Gesicht strahlle; feine Hände lagen fest

nachgeheu.

(Fortsetzung folgt.)

in seinen Haaren, die Ellbogen waren aus den Tisch gestemmt. Er buchstabierte fich mit Mühe, aber eifrig durch die Geschichte von der Fußspur im Saude hindurch. Anice sah ihm einen Augenblick zu, ehe fie ihn störte.

Jud", sagte fie,wenn Du lesen kannst, werde ich Dir den Robinson Crusoe geben."

In weniger al» sechs Monaten hatte fie ihr Ver­sprechen eiuzulösen.

Die» geschah einige Wochen nachdem Craddock in feine neue Thorwärterstelle bei Mr. Haviland einge« jagen war. Sn dem Tage, an welchem Jud seine wohlverdiente Belohnung empfing, hatte Anice ein Packet an Mr. Craddock zu senden, und als der Knabe nach seinem Buche kam, benutzte fie ihn als Boten.

Benn Du Mr». Craddock diese Gegenstände über­bringen willst, werde ich Dir sehr verbunden fein', sagte fie.Du kannst ihr auch mitteilen, daß ich fie morgen besuchen werde."

Jud übernahm den Auftrag gern. Bon Nib ge­folgt und den Robinson Crusoe unter dem Arme, waren ihm drei englische Mellen eine Kleinigkeit. Er trollte lustig pfeifend ab. Auf seinem Wege stärkte er fich ab und zu durch einen Blick auf feinen Helden und dessen Diener Freitag. WaS hätte er nicht ge­opfert, wenn eS ihm geglückt wäre, mtt Nib auf eine verlassene Insel verschlagen zu werden?

Alt Sammy" saß in der Kamiuecke und rauchte seine Pfeife, er laS die Parlameutsberichte au» einer kleinen, aber wohlunterrichteten Zeitung und bUbete im Geiste seine wohlerwogene unb strenge Meinung über bie politischen Vorgänge tu bet gegenwärtigen Session. Er schüttelte mißbilligend sein Haupt über die leidenschaftlichen Besprechungen, aber er hielt eS für angebracht, fein Urteil für eine auSgewählte Zu­hörerschaft in derKrone" anszusporen und so konnte MrS. Craddock ungestört ihren häuslichen Verrichtungen