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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Mrchhain. -
Illustriertes Lonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch. t
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Expedition 2*/t Mk, bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (ejfl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 25 Psg.
Marburg,
Sonntag, 22. Februar 1891.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a.M., Caflel, Magdeburg u Wien; Rudolf XXVI Mostem Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. AAV1 Daube u. Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Paris.
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Amtliches Kreis bl utt für die Kreise Marburg und Kirchhain und
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Tie Exped. der Overh. Zeitg.
Nochenscharr.
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»er.
Gewäh
war schon seit längerer Zelt bekannt, daß der Monarch nicht angenehm berührt war durch die Kritiken derjenigen Zeitungen über d-e Reichsregierung und ihre Absichten, von welchen c8 hieß, daß fie zu dem Fürsten Bismarck in Beziehung ständen. Es ist naheliegend, daß ehemalige Minister auf ihre Amtsnachfolger gewisse Rücksichten zu nehmen haben, wenn diesem die Amtsführurg nicht unnötig erschwert werden soll; so ist eS in allen Ländern Sitte, und auch der Kaiser hat das wohl für selbstverständlich gehalten. Man weiß ja nun nicht, ob nicht in jenen Zeitungen die Ansichten Fürst Bismarcks in so verschärstem Tone viedergegeben find, daß fie eben in Berlin verstimmten, immerhin hätte der Fürst dann schon selbst
Biel Aufsehen haben die Aeußerungen gemacht, « i welche Kaiser Wilhelm, wie unwidersprochen gemeldet worden ist, auf dem jüngsten parlamentarischen Diner beim Reichskanzler von Caprivi gemacht habe. Es
. rinschreiten könnten. Kaiser Bilhclm hat sein Be- Iv' dauern über die ganze Angelegenheit ausgesprochen, «s ist wohl zu hoffen, daß nun eine Aenderung eintritt. Ein offener 61 reit zwischen dem Oberhaupt des Reiches und dem ersten Reichskanzler
würde sicher nirgends angenehm berühren, und da rum ist es bkffer, deß Ruhe und Frieden wieder die Oberhand gewinnen. Daß Deutschland dem Fürsten Bismarck viel verdankt, wer wollte das bestreiten? Aber ebensowenig kann in Abrede gestellt werden, daß auch der Fürst dem Reiche viel, sehr viel verdankt. Sein Rat wird zu allen Tagen gern noch gehört werden, wenn er nur in sachlicher Form kommt, ohne verletzendes Beiwerk der betreffenden Zeitungen. Fürst Bismarck' ist noch ein rüstiger Mann, er kann dem deutschen Volke »och manches Jahr erhalten bleiben. Und wenn das deutsche Reich, wie wir hoffen, sich blühend weiterentwickelt, immer kann der Fürst mit Stolz sagen: „Den Grund zu alle dem habe ich gelegt, ich, des Deutschen Reiches erster Kanzler.'
In den Parlamenten wird gegenwärtig mit einem solchen Eifer gearbeitet, daß bald die Schaffung eines parlamentarischen Noimalarbeitstoges von Nöten wäre. Allerdings sitzt den Herren Volksvertretern auch die Arbeitslast bergehoch auf dem Nacken, jetzt tritt erst zu Tage, wie groß dies Arbeitspensum, wie schwierig die Erledigung ist. Der Reichstag beschäftigt sich mit der zweiten Beratung de« ArbetterschutzgesetzeS. Man nahm an, er würde damit zwei Wochen zu thun haben. Jetzt, nachdem allein die Bestimmungen über die Sonntagsruhe eine ganze Woche voller anstrengender Sitzungen beansprucht haben, wird klar, daß man froh sein kann, wenn in fünf bi- fechs Wochen die Arbeit erledigt ist. Dazu sind die Bestimmungen über die Sonntagsruhe noch die einfachsten im ganzen Gesetz-ntwurfe. Die gefaßten Beschlüffe muffen verschiedentlich erst durch die praktische Ausführung ihre Erläuterung erhalten, doch läßt sich hoffen, daß sie das Richtige treffen. Es wird sich an der Hand der zutage tretenden Erscheinungen ja bald feststellen laffen, wie das Gesetz wirst. Im preußischen Abgeordnetenhause schreitet die Erledigung drS Einkommensteuergesetzes gleichfalls recht langsam vor; es sind aber doch schon die Hauptparagraphen sestgestellt, sowohl der neue Steuertarif, wie die Einführung der Selbstein- fchätzung. Die gefaßten Beschlüffe zeichnen sich durch große Konzessionen an die Steuerzahler gerade nicht aus, und vielleicht werden bis zur brüten Lesung roch einige Milderungen ermöglicht werden. In der nächsten Woche werden übrigens die Beratungen der Gesetze abgebrochen werden muffen, die Budgets harren noch ihrer Erledigung, und der erste April, mit welchem die neuen Etats inkraft treten, liegt nicht mehr in weiter Ferne. Der Reichstag wüd
mit seinen Arbeiten wohl bis Pfingsten durch fein; wann der preußische Landtag, das läßt sich auch nicht entfern sagen. Die StaaiSregierung besteht auf Durchberatung aller Reformgesetze und die Land tagsboten, welche Diäten erhalten, können die Erfüllung dieser Forderung nicht verweigern. Ent stehen dann über die großen Gesetze noch einige Meinungsverschiedenheiten zwischen Herrenhaus und Abgeordnetenhaus, so kann es gut und gern Mitte Juli werden, bis der Sessionsschluß herankommt.
TaS rheinisch-westfälische Kohlengebiet, in welchem vor zwei Jahren der große Streik wütete, tritt jetzt von neuem in den Vordergrund des Tagesinteresses. Die Bergarbeiter planen eine neue Ausstandsbewegung, in welcher die Einführung des Acht - Stundentages durchgesetzt werden soll. Die Zechenverwaltungen haben diese Forderung mit vollster Entschiedenheit abgelechnt, und erklären, daß sie auch in Zukunst außer Stande find, hieraus einzugehen. Es wäre zu wünschen, daß überall im Kohlenrevier die Stimme der Ruhe und Besonnenheit Platz griffe, damit eine Wiederholung all' des Elends, das vor zwei Jahren eintrat, verhütet würde. Der preußische Minister für Handel und Gewerbe hat eine Untersuchung in Folge von Klagen eingeleitet, welche gegen die Zechenverwaltungen wegen lässiger Kohlenlieferungen er hoben find. Hoffentlich werden die Dinge nun end lich ein für allemal klar gestellt werden.
Im AuSlande herrschte im Allgemeinen dieselbe Ruhe, wie auch im deutschen Reiche. Die deutsch- österreichischen Handelsvertragsverhandlungen werden zu Ende d. Mts. wohl zum Abschluß kommen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß durch den Inhalt des neuen Vertrage- alle Teile, die, welche fürchteten, und die, welche hofften, gleichmäßig überrascht werden. Mancher Lärm wird dann einem Streit um deS Kaisers Bart geglichen haben. Im italienischen Par lament hielt der neue Ministerpräsident Rudini seine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Programmrede. Er verspricht darin in der inneren Politik größere Ersparniffe, so daß zur Deckung von neuen Militär- lasten keine neuen Steuern erforderlich werden. In der auswärtigen Politik will er mit reiner Treue an den abgeschlossenen Bundesverträgen festhalün. EtwaS anderes haben Deutschland und Oefierreich- Ungain von Crispis Nachfolger nie erwartet, und die Franzosen, die das gethan, sehen wieder einmal ein, daß Wünschen und Erfüllen zwei grundverschiedene Dinge find.
Noch Paris, wo auch die Kaiserin Friedrich auf der Durchreise nach England zum Besuche ihrer
Muller, der Königin Viktoria, eivgetroffen ist, hat der deutsche Generaladjutant Graf Wedel im Auftrage Kaiser Wilhelms ein Schreiben gerichtet, worin der französischen Akademie der Künste das Beileid des Monarchen zum Hinscheiden des berühmten französischen Malers Meifsonier ausgesprochen wird. Der höfliche Brief hat in Paris einen vortrefflichen Eindruck gemacht und den Erfolg gehabt, daß eine bedeutende Zahl bekannter französischer Maler die diesjährige internationale Kunstausstellung in Berlin beschicken werden. Außerordentlich große Manöver werden in diesem Jahre die Franzosen sich gönnen. Bier Armeekorps sollen daran teilnehmen, es wird also ein Seilenstück zu der bekannten Mobilmachung BoulangerS aufgeführt werden. In den Kammern hat die Budgetdebatte begonnen. In London sind alle Versuche, unter bett verschiedenen irischen Parteien eine Einigung herzustellen, an dem Widerstande Parnells gescheitert. Man ist jetzt verfeindeter, als je und den Vorteil davon hat natürlich die englische Regierung. Die Londoner Dockarbeiter urd ihre Kameraden in anderen großen Hafenstädten drohen mit r euen Riesenstreiks. Die Verwaltungen find in- beffen entschlossen, den Kampf durchzuführen.
Ein politischer Streik droht in Belgien. Die belgischen Arbeiter haben wiederholt schon eine Reform deS bestehenden Wahlrechtes, welches sie vollständig von den Parlaments wählen ausschließt, gefordert, stets haben die Kammern diese Forderung abgelehnt. Jetzt ist sie abermals gestellt und im Falle erneuter Ablehnung wollen die Industriearbeiter deS ganzen Landes mit einem Tage aufhören zu arbeiten. Die belgische Verfassung enthält schwere Ungerechtigkeiten gegen die unbemittelten Stände, die allein auch als Soldaten dienen müssen und das Verlangen nach Abänderung ist deshalb nicht ganz m berechtigt. Verschiedene republikanische Demonstrationen haben m Spanien stattgefunden, sind aber leicht unterdrückt. In Südamerika wütet ein Bürgerkrieg außer in Chile jetzt auch in Bolivia. Mit den Aussichten der chilenischen Regierung steht eS schlecht, die Revolution ist siegreich.
Deutsches Kelch.
Berlin, 20. Febr. Heute, Freitag, wohnte der Kaiser dem alljährlichen Diner des Brandenburgischen Provinziallandtages bei. Der Monarch äußerte seine feste Zuversicht auf eine ondamrnde Erhaltung des Friedens und erhoffte auch eine kräftige Besserung der inneren Verhältnisse. In sozialer Beziehung habe sich schon manches gebessert,
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Aus dunkler Tiefe
Bon FranceS Burnett.
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Mr. Havilerud schüttelte ihm gutherzig die Hand.
jeder unend
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«utorisirte deutsche Uebertragnng.
(Fortsetzung.)
Eamwy erhob sich von feinem Stuhle.
-,3a', antwortete er. „Samuel Craddock ans
»Ja, ja, Reisen macht klug, das ist schon 'was Altes. Und wenn ick bis nach ’m Kontinent reisen sollte, ich gßgnbe, 'S kommt dann immer wieder 'was Anderes, was ich «och nicht geseh'n hab'. Da ist ,1. B. Frankreich — da solle» die Leute noch uicht 'mal verstehe», was ausereiuS spricht. Ja. ja, 'S liebt ebe» auch überall dumme Leute in der Welf ■ Hier öffnete sich die Thür uud Mr. Havilaud W trat ei». Seine frischen blühenden Züge hatten einen Wohlwollenden Ausdruck. Heiteren Temperaments wie er war, stellte er sich mit Jedermann gern auf reuudschaftlichen Fuß, uud ganz besoudet s wünschte V mit diesem affin Burschen nicht in unangenehme Berührung zu kommen, deffeu Mundwerk überall ge- --fürchtet war. Echo» aus eigenem Interesse schlug er «ah» eine» leutseligen To» gegen ihn au.
,Nn»', sagte er, »seid Ihr'», Craddock. Freut «ich sehr, Craddock.'
tarbur Nggau. Der bin ich, Herr." X 5— " - ------- -■
. .Meibt nur fitzen", sagte er. ".Ihr seid älter als ■3*6 »nd werdet wohl anch müde genug von dem Wege ■■i sein. Ihr kommt wegen der ThorwartSstelle?"
1.
.Mahrhastig", sagte Sammy, erregt auf sei»«
♦ - „Dem alte» Pfarr'u sein Mädel —" fuhr Samwy IP Kraus.
** * „Miß Anice Barholm", verbefferte Mr. Havilaud. »3a, fie wollte Euch herfchickeu. Ich hatte früher »och nicht das Vergnüge», fie zu sehe», bi» fie gestern (61 «riherkaw, um Euch die Stelle zu verschaffe». Sie «« allei», um uicht etwa zu spät zu komme»."
„Und vorher tarnte fie Sie «och gar nicht?"
I „Nein."
Stock schlagend, „das Mädel ist »och prächtiger als ich dachte. Die scheut fich vor nichts, die kleine H-xr." Hier machte er feinem Entzücken durch eiu lustiges Kicher« Luft. „Nu soll mir Einer sagen', fügte er hinzu, »ob ’ne Andre noch so 'was fertig kriegt.'
»Ich glaube kaum, daß ein anderes Mädchen das gethan hätte', sagte Mr. Havilaud lächelnd. „Wir find über Miß Barholm also jedenfalls derselbe» Meinung, Craddock, wenn auch vielleicht nicht iu ander« Dingen.'
Sammy zog fein Taschentuch heraus und snhr damit über feinen kahlen ScheUel. Er fand mit einem Male seinen Mnt uud seiu Gleichgewicht wieder. Er fühlte, daß mau ihm mit einer Art vou Achtung uud Wertschätzung eutgegevkaw. Hier war eiu Edelman», der mit ihm freundlich plauderte. Vielleicht würde er fich trotz allem bald mit feinen neuen Verhältnissen befreundet haben. Wenn er seine freie Meinungsäußerung behalt« dürfte, so würde fich das übrige schon mach«. In diese« Gedanken fand er den Mut, einfach uud grade heraus zu Havilaud ,« sprechen, nicht als zukünftiger Diener zum zukünftigen Herr», sonder» al» Man» znm Manne.
»Die Sache ist die', sagte er, „ich kau» 'mal die Fra»«Slente nicht gut ausstehu, '» ist ’n leichtblütiges Volk; sehen Sie; 'S ist nicht viel lo» wit ih’u. Ab» das muß ich sagen, dem ölten Pforrn sei Mädel, die Hot mir'» ougethon — jo vohrhostig, daS Hot fie.'
»Eie würde fich jedenfollS freue», daS z» hör«', fügte Mr. Havllond mit so gut verborgener Ironie, duß Ecuuwy nur nm so zutraulicher wurde.
„DaS will ich schon glaub«', sagte er würdevoll, »daS will ich herzlich gern glaube«, aber ich weiß uicht, ob mau ihr schmeichel» darf. A» solche» Leckerei« tarn sich die klügste vo» '» WeibSleut« de» Mage» verderbe». Ma» m»ß fie ’n bisch« kurz damit halte». ’S ist ober doch ’n ganz prächtiges Mädel, da» muß ich sage», wem'» auch Wo» ’n
Mädel ist! 'S ist jommerschode, doß die kein Junge geworden ist, nicht wahr?'
»Meint Ihr? Nun, doS find Avfichteu. Jedoch wos die ThorwortSstelle bekifft, — Ihr wißt doch, wo» Ihr dabei zu thun habt?'
»Thore hüten und dergleichen. Ja, Herr. Da» kleine Mädchen hat mir da» alles gesagt. Die vergißt gar nichts.'
„Das hör' ich', sagte Havilaud lächelnd. »Und glaubt Ihr, dem vorstehe» z» könne»?'
»Ich denke doch. Man braucht grade kein Riese zu sein, um seine Sache ordentlich zn mach«. So weit werden meine alten Knochen schon noch halten.'
Nach einer weiter« kurzen Unterredung kam man Überein, daß Mr. Craddock in der folgenden Woche in fein Amt als Thorwart eiugeführt werden sollte.
»Was die Politik aubetrifff, sagte Mr. Havilaud beim Abschied, so höre ich, daß Ihr Euch ja auch darauf einigermaßen versteht, Craddock.'
»So ’n bischeu, Herr', antwortete Sammy geschmeichelt und würdevoll, so'n bischen. Ich hab' meine eigene Meinung darüber, im Ganzen genommen."
„So hörte ich, und da» soll Euch bei vielen Leuten geschadet haben, nicht wahr?"
»Ich bin eben kein Speichellecker', antwortete Eamwy selbstbewußt.'
„Nun, Thatsache ist, daß ich eine ziemlich schlechte Meinung von Euch hatte, Craddock, ehe Miß Barholm bei mir war.'
Gr sagte die» etwa» ernsthaft, und Craddock nahm lS al» eine Herausforderung auf.
-Wär' mir lieb, wenn Sie jetzt anderer Meinung find, aber ich häng' «ein« Mantel nicht nach 'm Wind. Ich muß frei vou der Leber sprechen können z» Jederwauu — Edelmann oder nicht.' Und dabei zeigte fein alle», runzliges Gesicht eine so bärbeißige Sutschlofferrheit, aus seiner Denkweise zu be- harre«, daß Mr. Havilavd vor Vergnüg« darüber laut »«flachen musste.
,O, mißversteht «ich nicht", sagte er; ,Haltet fest
an Eurer Meinung, Craddock. Wir wolle» »ns schon vertragen, sei'S anch nur Miß Barholm's wegen. Ich will Euch Euere Ansicht lassen und Ihr mir die meinige — auch ei» ParlameutSmitglied darf seine Meinung haben, wie ihr wißt, wenn er fie de» Leute» nur uicht zu gewaltsam aufdrängt."
Craddock giug iu der beste» Stimmung nach Hanse. Er fühlte, daß er seine Sache aus gerichtet, ohne fich etwas vergeb« z» haben, nud wuchs demgemäß in seiner eigenen Achtung. Er fühlte anch, daß seine Parteigenossen einen neuen Grund hatten, ehrfurchtsvoll zu ihm aufzublicke». ES war ebenso- gut ihre Sache, die er verfochten hatte. Er kehrte in der „Krone" ein, nm seinen MittagSschopp« zu trinken, und seine Selbstzufriedenhell war so unverkennbar in feinen Mienen ausgeprägt, daß e» seinen Freunden auffiel und fie fich znfiüsterte», „da» alle Huhn müsse ein paar Körner gefunden haben."
„Du siehst ja hent so vergnügt a»S, Sammy", sagte Siner."
„Jo, ich bin hent in besserer Lonne wie sonst", sagte er, die Sache wird sich schon mach«."
„Freut mich, daS zu höreu. Aber wie?"
„Na", — sagte Samwy mit studierter Gleichgillig- kett — „'s ist eigentlich kein großes Glück dabei, aber man muß immerhin zufrieden sein, wenn man auf« Trocknen sitzt. Ich hab' die ThorwartSstelle bei Mr. Havilaud gekriegt."
„WaS Du sagst! Wer hätte da» gedacht? Wie hast Du da» nur augestellt?"
„Na, mau hat so seine Verbindungen", sagte Samwy mit Würde. „Sieb mir 'mal daS Glas 'rüber, Tnmwy, ’n anständiger Mann, dieser Haviland, er ist ja auch Parlamentsmitglied. Wir hab« nu» henk morgen» im Bücherzimmer sehr gut unkrhall« mttfammea. 'S ist 'n guter Kopf tu der Politik, wie ich gemerll hab.' Der tarn’» noch zn was bringen."
„Du wkft anch kein Blatt vor'» Mund g«omm« hab«, Eamwy, dafür steh ich", sagte Tnuvuy. „Die