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Atts dunkler Tiefe.

Bo« Frances Burnett. Autorisirte deutsche Uebertraguug.

16. Kapitel.

.Craddock ist in ernster Verlegenheit*, sagte Mr. Barholm zu den Seiuigeo.

»Der alte Sammy tu Verlegenheit?* sagte «nie*.

»Wieso, Papa?*

Reverend Harald zeigte eine bekümmerte nnd ärgerliche Miene. Und er hatte wahrhaftig Grund, ärgerlich zu sein. Die Lorbeeren, die er bei Sammy Craddock zu ernten gehofft hatte, waren seinem Haupte ferner, als jemals. Eine dunkle Ahnung begavu tu ihm aufzusteigeu, die ihm schwer auf das Herz fiel, daß nämlich hier überhaupt keine Lorbeeren für ihn zu ernteu seien.

»Ihr habt wohl von jenem Bankerott in JllS. beth gehört*, antwortete er. »Die Bank ist voll« ständig verkracht und dabei find Craddock's geringe Ersparniffe, wovon er seine alten Tage fristet, verloren. ES ist eine böse Geschichte.*

»Hast Du Craddock gesprochen?* fragte MrS. Barholm.

.Freilich', antwortete er, und sei» Aerger brach immer mehr hervor. .Ich war bei ihm, sobald ich davon hörte gestern abend noch, doch waS half'S? Ich wäre besser ganz weggebltebev. Ich richte nnn mit Craddock nichts aus, so oder so. Dieser wider­haarige alte Bursche; ich wußte kaum, wie ich mtt ihm darau war. Hab zu alledem ist seiu Weib so uiedergeschmettert von dem lluglück, daß fie das Bett Wen Muß. Ich sprach ihueu zu, ich riet ihueu, stch tu Geduld zu faffeu uud zu dem Urquell deS Heils ewporzublickeu; aber Craddock wollte sich darüber schier erboßeu uud wurde grob gegen mich.'

ES war rin schwerer Schlag, der deu .alten Sammy* betroffen hatte. Bei Lebzette» seiu alles zu verlieren, ist für deu Meuscheu überall aus der srde furchtbar, aber dreifach furchtbar mußte es iu Mggau seiu. Wer Geld .auf Ztuseu Hegen* hatte, wie geringfügig auch die Summe sein mochte, besaß tu Rtggau einen gewiffeu Nimbus. Der Mann mtt einem Einkommen von phn Schilling wöchenütch galt

toxia Nyanza betrifft, so wird darüber in Afrika st löst verhandelt, nachdem Freiherr von Soden dort angekommen ist. Dr. Peters tritt nicht in den Reichs­dienst, wenigstens ist bisher darüber nichts abge­macht worden.

Das neue italienische Ministerium Herr Crisp ist seit seinem Rücktritt wieder Advokat in Rom, da er großes eigenes Vermögen nicht besitzt, und die italienischen Minister außer Diensten Pensionen nicht erhalten besteht seit Anfang dieser Woche Der Kabinetschef Marquis Rudini hat bereits ein Rund­schreiben an die Mächte gerichtet, worin er erklärt, der friedlichen auswärtigen Politik seines Amtsvor­gängers treu bleiben und dahin streben zu wollen, die guten Beziehungen Italiens zu allen Staaten immer mehr zu befestigen. Kommenden Sonnabend wird dos Satin et vor die Kammern treten und seine Programmerklärung abgeben. Die hauptsächlichste Aenderung in der inneren Politik wird sein, daß die Militär - Ausgaben nicht unerheblich ermäßigt werden. In Paris ist von einem regeren politischen Leben zur Zeit überhaupt nichts zu bemerken. Die Monarchisten machen Anstrengungen, ihre verloren gegangene Position im Lande wieder zu gewinnen, aber niemand achtet besonders darauf, weil man weiß, daß diesen Anstrengungen in absehbarer Zeit doch kein Erfolg beschieden sein wird. In der Kammer beschäftigt man sich noch immer mit den endlosen Zollerörterungen. Eine bestimmte Linie für die Höhe derselben ist noch immer nicht gefunden.

Von den Verhandlungen des englischen Parla­mentes hört man so gut wie nichts, ein Beweis, daß auch dort unbedingte Ruhe herrscht. Die Ver- Handlungen innerhalb der wischen Partei, die schon zur reinen Seeschlange geworden find, werden wieder einmal als gescheitert bezeichnet. In Aegypten wird eine neue Expedition gegen die Araber und Suda nesen erforderlich, da die bekannte Festung Suaktn zu hart von denselben bedrängt wird. Die Araber sollen aus ihrem Waffenplatze Tokar hinausgeworfen und dort wieder eine ägyptisch - englische Garnison untergebracht werden. Die britischen Pläne aus Gewinnung des Teiles der großen zentralafrikanischen Seeengebietks, welcher den Engländern im Kolonial- vertrage mit Deutschland zugestandeu ist, werden wohl noch etwas ausgesteckt werden muffen. Der König von Uganda, der über 20 000 wohlbewaffnete schwarze Soldaten verfügt, hat es krumm genommen, daß man, ohne ihn zu fragen, sein Land dem eng» l'Ichen Kolonialbesitze einberleibt hat. Er hat Niemanden totschlagen lassen, wie der Sultan von

Wochenschau.

Die große Arbeit der Parlamentssession, die bisher noch etwas hatte zurückstehen müssen. hat nunmehr ihren Anfang genommen, der Reichstag hat mit der zweiten Beratung des Alb-i'erschntz- gefetzes, daS den Schwerpunkt der ganzen Verhand­lungen bildet, begonnen. Anträge zu den von der Kommission gefaßten Beschlüffen sind in sehr g'oßer Menge eingebracht worden, und es ist also sicher voraukzusehen, daß die Erörterungen hierüber diverse Wochen in Anspruch nehmen werden. Sensationelle Sitzungen und epochemachende Erklärungen find in dieser Zeit allerdings nicht zu erwarten, aber es jubelt sich um hochbedeuttame, praktische Leistungen, da werden gern glänzende Redeleisiungen enibehrt werden. Genau ebenso stehen die Dinge im preußi­schen Abgeordneter Hause, wo mit der zweiten Be­ratung deS neuen Einkommensteuergesi tzes der An­fang gemacht worden ist. Im Reichoiage wie im Abgeordnetenhaufe ist die Annahme ter zur Beratung stehenden Gesetzentwürfe gesichert, und es ist nur zu wünschen, daß ihre Fassung eine solche ist, weite dem wirklichen Leben Rechnung trägt, und sich nicht bloS auf Anschauungen stützt, wie sie am grünen Tische bestehen. Im Reichstage waren vorher noch die Kolonialforderungen bewilligt, bei welcher Ge­legenheit der Reichskanzler von Caprivi an der Hand amtlicher, bisher nicht bekannter Dokumente

auch verschiedene Mitteilungen über die Stellung des Fürsten Bismarck zu einzelnen kolonialen Fragen machte. Es schien erst so, als ob sich daran eine Hitzige Erörterung in der Presse knüpfen sollte, es ist aber bei einzelnen Anfängen geblieben. Es hat auch nicht den mindesten Wert, sich heute noch über den Vortell oder Nachteil von Dingen zu streiten, die längst unumstößliche Thatsachen geworden sind.

derbem genehmigte der Reichstag noch verschie

Etatskapitel und beschloß bei dieser Gelegenheit oie Verbündeten Regierungen um Herabsetzung Tabakssteuer zu ersuchen. Die Novelle zum «mmniweinsteuergesetz wurde in erster Lesung be­raten. Das preußische Abgeoldnetenhans nahm, außer Verschieber en kleinen Sachen, das aus dem Hause selbst beantragte Wildschadengesetz an, welches dem ßanbmann eine Entschätiaung für vom Wilb ongerichteten Schaben sichern will. Zu dem Gesetze hat nun ober auch daS Herrenhaus noch sein Wort zu sprechen, in dem viele große Nimrode sitzen und es bleibt abzuwarten, w.s diese, von ihrem Stand­punkt aus, sagen. Eine parlamentarische Abend-

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(767 _ »Wollen Sie Platz nehmen?" sagte fi- mit einer Stimme, deren Ton ihm neu war.Da steht 'n Stuhl, den Sie nehmen können. Ich darf mich nicht rühren, sonst hab' ich Angst, daß mir'S Kind anfwacht. S ist mir lieb, baß Sie heut abeud noch gekommen find."

(Fortsetzung.)

1, 3« näher fie aber diesem Mädchen trat, desto mehr I schwanden ihre Zoeisel, (ihr Widerstand. Hier war I Zweifelhaftes, und so schwand ihr Stolz, ihr Mißtrauen dahin, wie Gewölk vor der sieghaft hiu- dnrchbrechenden FrÜHHugSsonne. Sie hatte sich gegen rW Bevormundung und Neugier gewaffuet, sie fand W ernsten Freimut und herzliches Vertranen. Sie wurde nicht bevormundet, nicht ausgeforscht, fie kouute so viel vou sich verbergen oder eutdeckeu, als fie immer wollte, fie durfte ihre Geheimuiffe als ihr vollstäudigeS Ügentum für sich behalten. In dieser Weise ge> kältete sich ihr Verkehr im Pfarrhause, nud nachdem sie erst nur einige Minuten bei Aoice verweilt hatte, brachte fie nach und nach ganze Stvuden bei ihr zu. 3n ihrem kleine» Zimmer wachte fie so manchen Eut- vickelungkprozeß dvrch. Die Bücher, die Gemälde, EeS was fie sah, alles wiikte auf ihre noch nube, urs rührte Seele. Zu langen Zügen »ahm fie diese neuen Eindrücke in sich selbst auf.

Witu, aber alle Engländer Missionare, wie Händler aus seinem Reiche vertrieben. Daran, ihn mit Gewalt zum G-Horsam zu bringen, ist gar nicht zu denken, denn eine so starke Expedition, wie sie zu feiaer Bekämpfung erforderlich ist, kann gar nicht von der Küste bis in das Seeengebiet gebracht werden.

Aus Portugal hat von neuen Ruhestörungen nichts verlautet. Die Stärke der Republikaner be­stand nur in großen Worten, aber nicht in kräftigen Thaten, und für ihre Gesinnungsgenoffen ist der Aderlaß von Oporto eine ganz heilsame Abkühlung gewesen. Die Kriegsgerichte sind eifrig bei der Arbeit, die Schuldigen abzuurteilen, die zur Ver­büßung ihrer Strafe bann außer Landes gebracht werben sollen. Neue Putsche sind nicht zu erwarten. In Spanien haben aus Anlaß der Cortes-Neuwahlen verschiedentlich Demonstrattonen im republikanischen Sinne stattgesunden, doch hatte die Sache bei tumultuarischem Geschrei und Fenstereinwerfen sein Bewenden. Polizei jagte die Straßenhelden leicht auseinander. Die militärischen Krawalle in Brüssel haben sich nicht wiederholt. Die Reservisten haben wie unartige Kinder versprechen müssen,so etwas nicht wieder zu ttjun* und sind bann in ihre Heimat entlassen. Weiter wollten sie ja auch nichts. König Leopold empfing eine größere Demonstration von Arbeitern, welche ihn um seine Unterstützung baten, damit daS allgemeine Wahlrecht int Lande eingeführt werde. König Leopold sprach den Arbeitet» seine volle Sympathie aus, erklärte aber, daß in der Frage de- Wahlrechtes die Parlamente die Entscheidung zu treffen hätten.

Der durch die Auslösung des österreichischen Ab­geordnetenhauses herbeigesührte Wahlkampf hält fich in ruhigen Grenzen. Die deutschen Abgeordneten haben einen sehr beifällig aufgenommenen Wahl­aufruf erlassen, in welchem fie sich bereit erklären, bas Ministerium nach Kräften zu unterstützen, wenn die- nur die durch dir Stellung der deutschen in Oesterreich berechtigten Forderungen anerkennen. Der Rücktritt deS Finanzministers von Dunajewski, der verbissenen DeutschenfeindeS, hat in ganz Oesterreich in der That wie ein reinigendes Ge­witter gewirkt.

Deutsches Reich.

Berlin, 13. Febr. KaiserWilhelm begab sich heute zur Besichtigung der Rekruten der dortigen Garde-Regimenter nach Potsdam und Frühstückte daselbst. Im Laufe deS Nachmittag- erfolgte die «IS ein würdiges und respektables Mitglied der Ge­sellschaft; der Mauu ober, der daS doppelte Ei», komme» besaß, wurde mit heimlicher Scheu uud mtt offener Ehrfurcht betrachtet. Er war ein .Besitzender*, seine Gegenwart gereichte jeder Versammlnug zn einer gewiffeu Ehre, ober gab ihr wenigstens etwa» RespettableS. Seine Existenz kouute der Regierung nicht gang unbekannt fein uud seine Bemerkungen über öffeutliche Augelegeuheiteu, über die Handlungs­weise deS Ministeiprästdeuteu nnd bi 8 KabiuetS waren über jeden Zweifel erhaben. Sammy Craddock war ein solcher Mann von zwanzig Schilling wöchentlich gewesen.

Ja seiner Jngeub hatte er hart gearbeitet, und um viel anSzugeben, bazn war er zu verschmitzt und vorsichtig. Sein Weib stand ihm darin bei, uud ein glücklicher Zufall, der ihn zum Erben eines geizigen Verwaudten wachte, that das Uebrige. Seine wöchent­lichen Ersparniffe wauderten nnn aus dem alten Strumpf unter der Matrotze in die Bank und feit ver Zett, wo er arbeitsunfähig geworden war, bezog er daraus fein bescheidenes Einkommen. Al» die Bank zn JllSbety ihre Zahlungen einstellte, war nicht nur sein tägliches Brod, sondern auch fein ganze» Ansehen, worauf fein Stolz beruht hatte, auf einmal dahin. Statt ein Manu vou Besitz zu sein, dessen Stimme in der Gemeinde einen guten Klang hatte, war er ein Bettlet. Er sah fich unter die Kost­gänger deS Staates versetzt; seine polttischen Ansichten hatten ihr Gewicht verloren, tote feine Sarkasmen ihre Wirkung. Wer ehemals ihn mit Augen bet Ehrfurcht betrachtet hatte, fürchtete jetzt von ihm in Anspruch genommen zu »erben und vermied demgemäß ihm zu begegnen.

»'S ist ganz natürlich*, sagte Sammy. ,'6 kann halt Keinern räudigen Hnud anSsteh'n, ob der was für kann oder nicht. Der Hund kann ganz nu- chuldtg dazu gekommen fein. 'S ist nicht der Hund, vor dem die Leute fich fürchten, 'S ist nur feine Räudigkeit.*

(Fortsetzung folgt.)

gefcllschaft findet zu Ende dieser Woche beim Reichs­kanzler von Caprivi statt, zu welcher Abgeordnete aller Parteien geladen find und auch der Kaiser sein Erscheinen zugefagt hat. Ihr Ende erreicht haben im Berliner Schlöffe die FastnachtSlustbar keilen. Während der Fastenzeit werden am Kaistr­hose rauschende Festlichkeiten nicht abgehalten werden.

Eine große Fioanzaktion des deutschen Reiches und des preußischen Staate- steht nahe bevor, mit den von den Parlamenten bewilligten Anleihen soll ernst gemacht und mit einem Schlage 450 Millionen Mark zur Zeichnung aufgelegt werden. Es wäre gut, wenn sich alle Kapitalistenkieise vor Augen hielten, daß deutsches Geld am sichersten immer in Deutschland selbst untergebracht ist, und daß auch daS Ausland den Verlauf einer solchen großen Finanzoperation mit der gespanntesten Aufmerksam leit begleitet. Namentlich geschieht das von Paris aus, wo schon die zweifelhaften Erfolge der letzten deutschen Anleihen mit sehr hämischen Bemerkungen kritisiert wurden. Es ist sehr gut, wenn aller Welt gezeigt wird, daß Deutschland nicht nur Geld hat, sondern auch jederzeit Geld bekommt. Von einer neuen Arbeiterbewegung für da- Frühjahr ist noch nicht allzuviel zu bemerken. Allerdings tragen sich die Bergleute in Rheinland und Westfalen und die Bauarbeiter in Berlin schon mit dem Gedanken an neue Forderungen, aber die Dinge liegen heute anders, wie vor zwei Jahren und ein Konflikt ist nicht so leicht mehr vom Zaun gebrochen. Der hartnäckige Streik der Zigarrenarbeiter in Hamburg hat durch stillschweigende Einigung sein Ende erreicht. Im ganzen verhält sich heute auch die sozialdemo­kratische Agitation recht ruhig. Auch unter der Ar­beiterschaft herrscht ein Gefühl de- Abwarten- oder der Abspannung. Man will sehen, wie sich die Dinge entwickeln werden.

In Sachen der Kolonialpolitik liegt aus Afrika selbst etwas neues nickt vor. In Hamburg ist der Vertrag zum Abschluß gekommen, durch welchen ein erheblicher Teil von Deutsch-Südwestafrika einer neu gebildeten deutsch englischen Gesellschaft, die über er­hebliche Mittel verfügen soll, zur Ausbeutung abge­treten wird. Die deutsche Schutzherrschast bleibt ganz selbstverständlich aufrecht erhalten. Freiherr von Soden, der neuerrannte Generalgouverneur von Deutsch-Ostasrika, bereitet sich zur Abreise auf seinen neuen Posten vor. Am 1. April wird er die Ver­waltung übernehmen und der Reichskommiffar von Wißmann dann nach Deutschland zurückkehren. Was weitere Expeditionen Emin Paschas nach dem Vik-

Ee nahm dankend den Stuhl nnd wartete, daß sie fditfobren möchte. Nur ein paar Minute» saß fie schweigevd da, bann blickte fie zn ihm auf.

Ich hab' in bet Bibel gelesen", sagte sie wie trostlos.Ich weiß nicht, wie'S kam, aber 'S hat mich ordentlich dazu gezogen, ich hab' gemußt. Vielleicht kam mir'S so, weil ich hier mit dem Kinde saß. Und es ist seltsam, muß ich grade von Kindern sprechen wie er fich das Kleine nahm und sich mitten unter fie setzte, und dann, wie er sagt: .Laßt die Kindleiu zu mir kommen.* Ob das wohl alles wahr ist? Ich hab' vorher niemals daran gedacht aber ich wollte nicht gerne, daß ich denken müßte, 'S ist nicht wahr und alles bloS gelogen. Nein, daS mW ich nicht!' Schluchzend fuhr fie fort: .Ich hab' mich niemals viel damit abgegeben, in der Bibel zu lese», das war nichts für mich, aber jetzt, ja, das hier hat mich geweckt. WaS der da gesagt hat wenn er das selber gesagt hat ach, Herr!* schrie fie plötzlich aufach, Herr! Sieh' auch daS Kleine hier an! Du hast'S ja selber gesagt und ich ich kann nicht anders l*

Er fühlte fein Herz höher pochen, seine Pulse flogen. Hier rang fich eine Seele zum Licht empor; in feiner Hand lag dar Hell zweier unsterblicher Wesen 1 .Barmherziger Gott!' tief es in ihm. .Barm, herziger Sott! Hilf mir, mein Beste« zu thuu an diesem Weibel* Er fanb Worte, zu ihr zu spreche» rmd sprach mutvoll und innig. Was er sprach wir wissen es nicht mehr aber er sprach nicht umsonst. Joan lauschte ihm verwundert, von Glauben und heiliger Scheu nächtig erregt

«Ich kann nicht andere!' rief fie einmal Aber daS andere. »Wie könnt' ich das Kleine zurück, halten, wo er'S zu fich kommen heißt? Ja, wenn er bas gesagt hat, bann will ich Dir znhören und alles glauben. .Wehret ihnen nicht!' Nein, Herr, das will ich nicht ich brächt'S nicht flbet8 Herz!*

ES war an einem unfreundlichen Abend, dem ein besonders abspannender Tag torausgegangen war, «18(Brace auf den Gedanken tarn, Joan einen Besuch Carl «bzustatteu, und als er nach einem Besuche bei einem - feiner Pfarrktuder in der Nähe auf feinem Rückwege «ach der Stadt unerwartet bei ihr eintrat, fand er llaet bas Mädchen allein mit dem Kinde auf ihren Rnieen auf einem Schemel fitzend, tote fie es gewohnt war; aber diesmal blätterten die Händchen des Kindes « einem Buche, das auf ihrem Schooße lag. Es *ar Anice'S Bibel.

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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Sonntag, 15. Februar 1891. Jahrgang.

Daube u. «o. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Dari».