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eines sehr großen Teiles von Deutsch-Südwest- Afrika an eine deutsch-englische Gesellschaft mit dem Hauptfitze in Hamburg perfekt geworden ist, und daß die neue Gesellschaft Ende voriger Woche vom Reichskanzler die Konzession erhalten hat. Der Preis, welcher der deutschen Gesellschaft als früherer Besitzerin gezahlt worden ist, ist ziemlich beträchtlich. Nähere Einzelheiten dürften aber erst mitgeteilt werden, nachdem die neue Gesellschaft sich völlig konstituiert hat, was wohl noch einige Wochen dauern wird. Selbstverständlich ist eö, daß die neue deutschenglische Gesellschaft ebenfalls unter deutschem Schutz bleibt.
—Ueber die bevorstehenden großen Anleihen macht die National - Zeitung folgende Mitteilungen: Die Reichs- und Preußische Regierung werden unmittelbar nach der Mitte dieses Monats dreiprozentige Reichs- und Preußische Anleihen in ungefährem Betrage von vierhundertundfünfzig Millionen Marken ausgeben. Es dürfte auf jede der beiden Finanzverwaltungen die Hälfte dieses Betrages kommen. Seit sehr langer Zeit ist cs da» erste Mal, daß die Regierungen direkt an das Publikum durch öffentliche Auflage der Anleihen appellieren werden. Die Anleihen sollen in Stücken dis auf 150 Mark herab bei einer großen Anzahl von Zeichnungsstellen aufgelegt werden und zwar zu einem Kurse, der unter 85 Prozent bleibt, sodaß die Verzinsung der Anleihe sich über 31/» Prozent stellt. Es werden für die Uebernahrne von Zeichnungen außer der staatlichen Seehandlung, den preußischen Regierungshauptkaffen, der Reichshauptbank, den Reichsbankhauptstellen, Reichsbankstellen auch solche Nebenstellen der Reichsbank in Anspruch genommen werden, welche mit Kaffenhaltung fungieren. Außerdem wird eine große Anzahl angesehener Banken und Bankhäuser in Berlin, in den Provinzen Preußens und in den deutschen Bundesstaaten, in letzteren natürlich nur für die Auflage der Reichsanleihe, herangezogen werden, um ihre Dienste der Subskription zu widmen, so daß etwa 70 solcher Emissionsstellen in Funktion treten. Es wird also dafür gesorgt, daß dem Privatkapital in allen seinen Schichten möglichste Bequemlichkeit in Bezug auf seine Beteiligung an der Subskription geboten wird. Auch die Fristen der Einzahlung werden soweit und auf solche Termine verlegt, daß sie die Geldmärkte nicht beengen. — Angesichts der bevorstehenden Auflage der Anleihe ist auch versucht, derselben durch Verbreitung von allerlei Sensationsgerüchten Steine in den Weg zu werfen. Zu diesen Gerüchten gehört
Gedanken beschäftigte, so fand er, daß das Gegenteil einfach zu den Unmöglichkeiten gehörte. Oft schon hatte er sich selbst gesagt, e8 würde eines TageS ein Liebhaber kommen, der des Weibes würdig wäre, die zu gewiuueu er nicht hoffen konnte. Und wer war ihrer würdiger, als FerguS Derrick—wer glich mehr als er dem Halbgotte, dem solche Frauen Herz nud Hand zu schenken pflegen? Ja, wenn er selbst o -io Manu gewesen wäre, so meinte er in der Treu. Herzigkeit seines Füblens, dann hätte er vor weiter nichts zu bongen. Und dann waren die Beiden so oft mit einander in Berührung gekommen, würden auch fernerhin so oft in Berührung kommen! Errief ich ins Gedächtnis zurück, wie FergnS in den Famtltcu. reis anfgeuommen wurde, und indem taufend kleine Ereignisse vor feinem Geiste erwachten, mußte er über eine eigene Blindheit lächeln. Als er am folgenden Tage Sn!ces Botschaft empfing, so nahm er fie fast als direkte Bestätigung seiner Anstcht. ES hätte ihr ulcht ähnlich gkseben, ohne schwerwiegende Ursache and Abficht, eine Gunst zu gewähren.
ES war für ihn nichts Leichtes, bei feinen Be.
im Pfarrhause mit Suice zusammen zu fein, nichts Leichtes, Mr. Barholm'S Rede zu lauschen, wenn Sinke und Fergus Derrick bet einander saßen "No plauderten. Manchesmal dachte er mit ängstlicher Besorgnis, daß einmal die Zeit kommen dürste, wo sein Freund nicht mehr oder doch nur weniger kreund sein könnte, weil er sein Nebenbuhler wäre. Schon der bloße Gedanke an diese Möglichkeit marterte ihn. Er mar nicht im Stande, ihn zu ertragen, seine edle, hochherzige Natur schauderte vor diesem doppelten Verlust an Liebe in sich selbst zurück. Ja einem Herzen sand der Neid gegen einen ihm über, legeuen Mann wenig Raum. Gewiß hatte FerguS eine Ahnung von seinem geheimen Kummer. Er sand ihn unverändert.
,x Z« Reverend Paul'S privaten Obliegenheiten ge. wVÄ! ^‘/"e Abendschule, welche einzurichten ihm allmählich gelungen war. Bald hier, bald da bekam
hat die Welt klug gemacht, sondern fie hat erst von dem, was war und was ist, gelernt. Sie hat gut, von ihrem Standpunkt aus betrachtet, gelernt, das muß man sagen, aber sie war immer doch nur Schüler und sollte sich als Meister erst zeigen bei der Ausführung ihres ureigenen fozialistifchen Programmes, welches die Welt auf neue Grundlagen stellen wollte. Herr Bebel und Herr Liebknecht, die ja doch etwas weiter sehen, als andere Abgeordnete ihrer Partei, erklärten stets, wenn es soweit ist, wird unser Programm schon ansgesührt werden können. Das wollte niemand recht glauben, aber die beiden Herren hielten ihre Behauptungen ohne Widerspruch von ihrer Seite aufrecht, und der Mangel diese- Wideisoruchs genügte ihnen. Nun kommt das Marxfche Urteil! Warum ist aber das sozialdemokratische Parteiprogramm wirklich ein .demoralisierendes ?« Wir haben kommunistische Gemeinwesen gehabt, in denen es sehr ehrbar zuging, wir haben Staaten gehabt, in denen alle Bürger gleich fein sollten — in dem Mangel an Bedürs- niffen, aber keines von diesen Gemeindewesen, keiner von diesen Staaten hat sich erhalten, obwohl ihre Einrichtungen die Förderung deS Fleißes und der Einfachheit anstrebten. Wie soll nun ein Programm Sinn haben, Erfolg versprechen, in dem jedem Müßiggang und Schwelgerei von vornherein in Aussicht gestellt wird? Da- muß erst recht demoralisieren. Die Sozialdemokratie will die Gleichheit aller Bürger bis zum letzten Punkt auf den 1. Das ist unmög lich, weil Menschen keme Engel sind. Möglich ist hingegen die gleiche Berücksichtigung der Jnteieffen und Rechte aller Bürger, gleiche Achtung aller Stände. Und dahin werden wir mit allseitigem guten Willen immer mehr und mehr kommen.
So sah Mr. Grace fein Unternehmen schon verraten, nnb er war ziemlich kleinlaut, als Miß Barholm einige Tage später die Rede darauf brachte.
»Ich bin dafür«, sagte Sinke. .Ioan Lowrie lernte in einer Abendschule lesen und schreiben. Mr. Derrick erzählte mir'S.«
Siu neuer Gedanke schien dabei in ihr aufgetaucht zu sein.
»Mr. Grace«, sagte fie, .warum sollte ich Ihnen nicht dabei helfen können? Dars ich?«
Sein Entzücken spiegelte fich in seinen Zügen. Sein erster Gedanke dabei war etwas egoistisch und keineswegs geistlicher Natur, und schwere GewissenS- biffe darüber ließen ihn sofort bis zur Sttru erröten. Dennoch war seine Antwort ganz ruhig.
«Ich sehe keinen Grund für das G-geutell — wenn Sie wollen«, sagte er, .außer wenn Mr. Barholm etwas einwenden sollte. Ich brauche Ihnen kaum zu sagen, wie sehr Sie wich verpflichten würden.«
.Papa wird nichts dagegen haben«, sagte fie ruhig.
AIS die Zöglinge das nächste Mal zusammen kamen, erschien fie ebenfalls im Schulzimmer.
Z-hn Minuten, nachdem ihr «race ihre Obliegen- hetten Übertragen hatte, war fie darin so zu Hause, als ob fie von Anfang an dabei gewesen wäre.
.«roß ist fie gerade nicht», sagte einer der Jungen, -ab» fit. 'ch-i-t nicht leicht in» Bockshorn zu jagen' Sie scheint kurz angebunden ,n sein.«
Sie hatte fich Paul Grace während ihrer Freuud- chatt noch nie so genähert, als aus ihrem gemein- chastlicheu Heimwege. Sein Ansehen nahm bei ihr n — fie fühlte etwas wie Ehrfurcht vor seiner pflichttreue. Sie hatte ihm stet» Zuneigung und Verttaneu geschentt, aber seit Kurzem hatte fie ihn noch höher schätzen gelernt. Sie erkannte die Reinheit mrd Unschuld seiner Lebensführung immer mehr an. Sie klagte fich au, ihn unterschätzt zu haben.
»vttte, Mr. «race«, sagte sie, .kommen Sie zu mir, wenn ich etwas für Sie thuu kann; e» wird mir hin und wieder möglich sein, meinen Einfluß
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Ans dunkler Tiefe, Bon Frances Burnett.
Auwrisirte deutsche Uebertragung.
(Fortsetzung.)
und an seiner Stelle der Inspekteur der Marine- Infanterie, Oberst von Natzmer, zum Kommandeur deS 1. Garde-Regiments zu Fuß ernannt worden. — Noch nicht 44 Jahre alt starb am 8. d. M. Hierselbst nach kurzem Krankenlager der Geheime Ober-Justiz Rat Freiherr von Wilmowski. DaS Justiz-Ministerium, welchem der Verstorbene als Vortragender Rat angehörte, verliert in ihm ein hervorragendes Mitglied. — Namens des bergmännischen Rechtschutzvereins im Sa ar gebiet hat deffen Vorsitzender, der bekannte Agitator Marken, eine Adresse an den Kaiser gerichtet, worin dem Monarchen der Dank der Arbeiter sür die kaiserliche Fürsorge ausgesprochen wird. —Im Reichstage gelangte heute der Etat der Zölle und Verbrauchssteuern zur Beratung. Auf eine Anfrage Brömels (freis), ob die Erneuerung der gekündigten Handelsverträge bereits eingeleitet sei, erklärte Staatssekretär Frhr. v. Maltzahn, keine Auskunft geben zu können. — Der dem Abgeord- »ktknhause zugegangene Gesetzentwurf, betreffend die Erweiterung des Staatseisenbahnnetzes, verlangt zur Herstellung neuer Linien nebst Beschaffung der Betriebsmittel für letztere 36 008 000 Mk., zur Anlage zweiter bezw. dritter Geleise 26,305,500 Mark, zu Bauaussührungen 29.424,000 Mark zur Beschaffung von Betriebsmitteln für bereits bestehende Staatrbahnen 53,800,000 M., insgesamt 145,537,000 M. Die Staatsregierung wird in dem Gesetzentwürfe ermächtigt, zur Deckung Staatsschuldverschreibungen im gleichen Betrage auszugeben. Der Fuhrpark der preußischen Bahnen hat in den Jahren 1889—91 eine Verstärkung um 801 Lokomotiven, 1240 Personenwagen und 17 684 Gepäck- und Güterwagen erfahren. Derselbe umfaßt gegenwärtig 9653 Lokomotiven, 15 343 Personenwagen und 196798 Gepäck- und Güterwagen. — In der Budgetkommission des Reichstages erklärte der Vertreter der Reichseisenbahnverwaltung, letztere werde dir Tarife pari passu mit Preußen ändern; die Verhandlungen seien noch nicht beendet, doch könne er sagen, daß eine Ermäßigung der Frachten und des Pcrsonenfahrgeldks erfolgen werde. — Der „Reichsanzeiger" erklärt eine von verschiedenen Blättern gebrachte Nachricht von der Ermordung eines Deutschen, namens Krüger, in Tunis, für unbegründet. — Wie aus Zanzibar berichtet wird, hat Major von Wißmann auf seinem Zuge zum Kilimandscharo die unruhigen Wasindistämme angegriffen und gänzlich geschlagen. Die Eingeborenen haben sich nunmehr unterworfen. — Es wird der „Nordd. Allg. Zig." bestätigt, daß der Berkaus
Deutsches Reich.
Berlin, 10. Febr. Der Kaiser wohnte am Montag Abend der mit großem Beifall aufgenommenen ersten Darstellung von Wildenbruchs „Der Neue Herr" im Berliner Schauspielhause be». Der Dichter des Stückes, welches den Regierungsantritt des Großen Kursürsten behandelt, erhielt dW Roten Adlerorden 4. Klaffe. Am Dienstag Abend fand im Berliner Schlöffe der übliche große Fastnachtsball tatt, zu welchem gegen 2000 Einladungen ergangen waren. Am Donnerstag entspricht der Kaiser einer Einladung des französischen Botschafters in Berlin zur Tafel. — Der Flügeladjutant des Kaisers, Oberst von Plessen, ist zum Generalmajor und Kommandeur der 55. Jnfanteriebrigade in Karlsruhe
13. Kapitel.
Ungeachtet Antce zn feinen Gansten wirkte, so sand MU seine Aufgabe nur um weniges leichter. Es "wu, als ob jede Überwundene Schwierigkeit nur S? “tut" Platz machte; oftmals hatte er dazwischen Ml Zett, ruhig Atem ,n schöpfen. Und trotz aller Mengungen waren schließlich seine Erfolge ziemlich HW, 3t besser er die Rigganer und ihre Eigen. Zllichke ten kennen lernte, desto schwerer fiel eS ihm, 8 ihnen zu verständigen. Sein .Departement* N ftr dem ärmeren Stadtteüe, in unfreundlichen ®Men und Alleen, zwischen Schmutz, Dummheit «d Starrsinn. Er quälte fich vergeben» ab, Leute
er einen von den denkfaulen Burschen zu saffeu — juei oder drei ®rnbenjungen und ebensoviel Mädchen und erwachsene Männer, nm deren guten Willen er fich 1» lauge «nd so schwer bemüht hatte, daß er von seinem schließlichen Erfolge selbst ganz überrascht war. Er wußte selbst kaum, wie er das fertig gebracht batte, ober es war Thatfache: seine Zöglinge saßen in dem kleinen, bflftern Raum der .Volksschule« nnb erwarteten ihn an zwei bis drei Abenden in der Woche, an welchen Abenden er fie nach seinem besonderen Plane unterrichtete. Er hatte die Sache von Anfang m ^"^aussichtslos gehalten, daß er fie ganz a.s Privatsache ansah und gegen Niemanden etwas darüber äußerte, bi» seine Freunde zufällig Kenntnis davon erlangten.
So sagte Jnd BateS bei einer vertraulichen Unter, pdtnng zu Anke: .Bist Du früher 'mal in ’ne Abend, schule gegangen?«
. .Nein«, sagte Anice.
3ad zupfte mtt überlegenem Lächeln an Nib'S Ohren herum.
sSS ab«', und ich geh' wieder hin. Nib auch. Er hält eine.«
hagte Anke, denn Jnd hatte durch eine entsprechende Geberde zu erkennen gegeben, daß mtt diesem Er nicht der Hund gemeint war, sondern irgend eine andere Persönlichkeit im Städtchen.
»Der kleine Pfart'.«
.. -ffage lieber: Mr.«race«, bemerkteAnice. .Es hört fich besser au.«
Ariuetwegeu — Mr. «race — aber fie nennen Alle blos den kleinen Pfarr'n. Er hätt hier eine Abendschule und hat mir gesagt, ich möcht' doch hin, tommen, und da bin ich hingekommen. Den Nib hab'
«itgeuomwen und wir lernten unsere Buchstaben, k AA $ All sagen, ich lernte meine; und Nib, ber spitzte bie Ohren dabei und hätte scharf zu, und drrlleine — nnbMr. «race lachte. Er war gar nicht böse, daß Nib mttkam. Er sagte blos: »ring' ihn immer mtt, wett er so artig ist."
jju yaoeu. eui du» wurde ihm nur zu J®. als er einst am Thore de» Pfarrhauses staub M einer Warnung seines Frennbes in betreff be» MMöchterlein» znhötte. Derrick'» Worte waren an ? einfach genug, aber fie klangen bem jungen Curat |S in bie Ohren, fie schnitten ihm tu» Herz — nnb O trug hieran nur sein Herz die Schuld; und es ihm plötzlich wunderlich vor, daß er niemals an ^Möglichkeit einer solchen Verkettung der Umstände W*cht hatte. Diese Möglichkeit war so naheliegend, ^wahrscheinlich; ja, wenn er fich ernsthaft mtt diesem
mcchM Reitling
Wöchentliche Beilagen: KreisBlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain - ” _________________Illustriertes Sonntagsblatt. «... _L„. ... L _
W Marrschr Urteil über das sozialdemokratische Parteiprogramm, welches kürzlich bekannt geworden ist, ist von den sozialdemokratischen Zeitungen entweder gar nicht, oder nur teilweise veröffentlicht. Die schlagenden Sorte Marx, daß rach seiner Ueberzeugung daS ganze Programm ein durchaus verwerfliches, demo- wlifierendeS und gar nicht ausführbares ist, hat hin einziges sozialdeniokiatisches Journal seinen Lesern verkündet. Die Sache ist in der That für die Führer der Sozialdemokralie äußerst fatal. Sie haben Ma,x von je den Vater des Sozialismus genannt, deffen Aussprüche als wahrheitsgemäß und desilmmend für ihre Partei hingestellt, und nun iommt von diesem selben Mann ein schon vor Jahren Mtks, bisher sorgfältig geheim gehaltenes Urteil, ba$ auf gut deutsch sagt: die ganzen Bestrebungen des sozialdemokratischen Parteiprogramms sind noch schlimmer als Schwindel. Karl Marx ist schon seit einigen Jahren tot, und das Urteil, das ohne Zweifel echt ist, ist jetzt von dem ihm geistesver- loandten Engels in London veröffentlicht. Warum jcht erst? Ist auch hinter den Kouliflen der Sozialdemokratie einmal etwas vorgegangen, „roa§ tief blitfen läßt?" Es ist das nicht bekannt, auch fraglich, ob es so bald bekannt werden wird. Dieser Punkt ist aber auch ganz gleichgittig, die Hauptsache ist, daß der Mann, welcher von bcr deutschen Sozialdemokratie als ihre Autorität bezeichnet ist, schon vor Jahren gesagt hat, daß alles, was die deutsche Sozialdemokratie laut ihrem Programm er- predt, Unsinn ist. So ist wohl noch keiner einzigen politischen Partei in ganz Europa mitgespielt worden, M iolchen geradezu vernichtenden Aussprüchen haben och kaum die schärfsten Antisozialisten verstiegen, die doch nicht selten sagten, die sozialdemokratischen Be-
J Übungen gehen von einem berechtigten Kern aus, | P®" fie auch selbst nur Phantasien sind. Das Rarxsche Urteil über das sozialistische Parteipro Kmm wird die Sozialdemokratie noch nicht zer- en, aber es wird doch in weiten Kreisen zu der H Frage Anlaß geben: „Wenn das, was in unserem Jtoteigrogramm steht, Unsinn ist, was hat denn «nn eigentlich bei der ganzen Sache Sinn?" selbstverständlich entbehrt richt alles, waS die vozialdemokratie verlangt hat und verlangt, der Berechtigung, aber waS von ihren Forderungen
St i" fussührbar ist, dafür sind Volksfreunde *2°n dngctreten, bevor überhaupt es eine siegelte deutsche Sozialdemokratie gab. Nicht die letztere
langen nimmt
»»tt du Annonttn-Bureaux von Haasenstein und Seglet
m» «affet, Magdeburg u. Men; Rudolf XXVI
Moffe in Frankfurt e. M., Berlin.München u. R6ln; ®. g. AA*1 Ditnbe u. io. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, ^ariS.
Erscheint täglich sntzer an Äteftna** «ach Sonn- und snx <
Marburg,
Donnerstag, 12. Februar 1891
B bearbeiten, die ihm, wie er oft meinte, keinerlei "Wt dafür boten. ES sah in der That ans, als
2 ant) Nicht bedürften; auch erschien ihm ge.
Kntlich bie Sache in noch schlimmerem Lichte — nnb vrete JJtoar iS, waS ihn am meisten nitberbrfitfte — Mich, daß er für Diejenigen, welche zufällig seine mabmk ^L brauchten, nichts Rechtes thun konnte.
raj? - Dazv kam ein stets wiederkehrender Kummer. Es « und L?m schwer, seine schlichten Predigten zu halten, 6 “T, Mr feine Gedanken darauf zu beschränken; oftmals SV'er fich sogar den Vorwurf, seine Pflicht vir. it »^lüsfigt zu haben. All das wurde ihm nur zu