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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. —
Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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Wgchrtnt tagite an Snttnft* »ach Som» md gtiertagen. — lÜu«tal->bomlement»«Pretr bei der Lrpe- ditton S‘, «L, »et dv, Postämtern 1 BH. 50 Pfg. (exkl. Geßtrllgeld). AchrtimSgebühr für bte gespaltene ZeL» 10 $fg. *M<**eit fflr >ii gdlt 86 Pfg.
Marburg,
Freitag, 23. Januar 1891.
l«|etge» nimmt emge^en sie Srpeditüm d. Blatte» Stute die Annonren-Bureaux von Haafenstein und Vogler
Frankfurt a. M., Laffel, Magdeburg u. Wien: Rudolf Stoffe in Frankfurt a. M., Vertin, München u. Köln: S. g. Daube n. So. in Frankfurt a M Berlin, Hannover. Paris.
XXVI Jahrgang.
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für die Kreise Marburg «nd Kirchhain
und
Mv^riertes Sonntagsbfatt für die Monate Februar und März 1891 werden von allen Postanstalten und Landbriefträgern und für die Stadt Marburg in der Expedition (Markt 2 1) an* genommen. In Kirchhain von unserer Filiale [Herr B. Rindt).
Die Exped. der ©bei6. Zeitg.
Sozialdemokratie rmd -archmirtschast.
Zn den neuliten Berhandlungen des Reichstages über die Kornzölle haben die sozialen mvkra tischen Redner wiederholt sich den Anschein zu geben »«sucht, als sprächen sie ramevtlich auch im Interesse be» kleinen Grundb-sitze», dem der Getreidezoll nicht i» gute käme. Daß diese Behauptung unzuti effend sei. haben namentlich mehrere süddeutsche Abgeord riete nachgewiesen. In Wahrheit kam e» aber auch den Sozialdemokraten nur darauf an, durch die im Reichstage gehaltenen Reden der Agitaiion die Wege
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ebnen zu helfen, welche jetzt unter der lä-blichen Bevölkerung mit Nachdruck in Angriff genommen
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herzige Aeußerungen der sozialdemokraiilchen Puff »er die etgrrtlichen Zile der ländlichen Agitation «s Gedächtnis zurückzurufen. Seit mehreren Mo unten bereits ist bekanntlich die sozialdemokratische Presse von der Parteileitung völlig geknebelt worden. Einige Blätter, welche eine gewisse Selbstständigkeit ju bewahren gesucht, fr b gemaßregelt und an die Stelle der renitent,n R-doktcure solche gesetzt worden welche keine eigene Meinung zu laben wogen, son lern ihre Thätlgkeit ganz und gar .ach d in Muster
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worden ist. Damit jedoch die kleinen bi sitzenden ^tn. Lwdwiite jenen Versicherungen kleinrn Glauben bei- (87 «essen wögen, ist es wohl angebracht, frühere off-n-
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(Nachdruck verboten)
Ans dnnklrr Tiefe.
Bon France» Burnett.
Autorifirtt deutsche Uebettragung.
(Fortsetzung.)
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93 SS'/.
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♦ 108«/, 76*, , 83« , , St',.
6t hatte nicht uut.a,L *u d.ckköpfigeu Sohlen Miet, schwersalltg tm Handeln rote tm Deuk.n, Wen off adar von öden herab ans .den P,arrer/ «Uten .putztgen Äaup8‘ nannten ihn selblt ote der. Madigsten von thaen in sonoerüner Verachtung seiner ßrttugfngtgeu P-isöaitchkeit. Der Iletne, zatlfühlend vitt hatte wirklich kein sehr angenehme» Loos et» • bihlt. Und daS war noch nicht all ». JuSg Helm Mir er noch mit einem ganz anderen U.delftaud «tupfen, über den za klagen er fast sür nnehrenhafl hüll. DerrtckS scharfe Sagen aber hatte» dteS lauge ttkannt; er verstaub den Kummer seines Freundes, tob fern mmühleudeS Herz blieb davon ketUiSoegS Nberuhrt T otz der »ulen Zurückweisungen, die der taue Curat erf.hr.n hatte, wat ,f<m Mat bennoa Atgedrowen, ferne Natur war fest nud wider ftan s- «isttg. 6t hatte sitz diesen Aoend bet dem G-ipiäa «er Zoan So orte sehr erregt, so sehr, daß daS wtttfle, welches der bldße Anblick deS Müdchend ® Derrick erweckte, noch detrüchtttch erdöht rou d-. «ie sprachen »oa> vo thr, al« ste schon am Thore ta bescheidenen Pfartwohunug aagelaugt wat n.
»Du kommst doch mit h rein ?• sagte Paul ® ac.
,,3a', antwortete Deirtck, „auf kurze Z ü. Ich tat müde n. b sehne wich nach einer Taffe von Frau vnrni« gutem Ty-e." Dabet ftrrch er nngtbulbu hin Haar aus der Stirn, wie er za than pfi gu, •»tun et etwas erregt war.
DaS kleine Familievztmmer erschien bei seiaew «ivtritt noch kleiner als gewöhnlich. Er wußte doS Haupt bengen, el8 er durch di- Thür schritt, nnv tttz als er sich tn be» a> ötzt>» L-unftudl geworfen Mte, schien baS nette Zimmer fdn alteS Aussehen •aber zu gewinnen.
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des Zenrralorgan» einrichten. Als aber im ver- wichenen Sommer die Absicht, nunmehr die bisher vernachlässigte Agitation auf dem Lande nachdrücklich zu betreiben, kundgegeben wurde, da laß man in verschiedenen sozialdemokratischen Blättern das unumwundene Geständnis, worauf eS eigentlich ankomme. Daß der eigentliche Zweck der sei, dir Land uirtschaft zu ruinieren, wurde in einem hervorragenden Blatte der Partei unverhohlen und in cy- nilcher Weise ansgesührt. Da» Blatt erläuterte bie Wi lang der Getreibezölle zum Schutze der Landwirtschaft gegen den Wettbewerb be» billiger pro duzierenben Auslandes unb erklärte den Bestand diese» Schutzes geradezu all eine Existenzbedingung der Landwirtschaft. Zwar werde durch bie Ge- treidezölle das Brot unb der gesamte Lebensunterhalt der Arbeiterschaft verteuert, aber durch Frei» handel würde die Nahrung!-wohl billiger, jedoch zugleich sinke das Existenzminimum und mit ihm der Lohn. Die Aushebung der Getreidezölle wäre also durchaus kein Geschenk für die Arbeiter. Das wüßten die sozialistilchen Führer längst, wenn sie aber dennoch die Parole .Kampf gegen die Brotoerteuerer" festhielten, so habe das seinen besonderen Grund. „Besonders wichtig werden" — so hieß e» wörtlich weiter — „die Folgen einer veränderten Zollpolitik sür den Grundbesitz sein. Man kann tagen, daß der Grundbesitz sich jetzt nur noch durch die exorbitanten Zölle hält. Die Zwangsversteigerungen von Grundstücken sind 1888/89 und 1887/88 gegen 1886/87 um ein Viertel zurückgegangen — well in diesen beiden Jahren, wie bekannt, zuerst die Wirkungen des Schutzes sich zeigten. Man kann sich leicht denken, wie die Ziffer in die Höhe schnellen würde, wenn der Schutzzoll aufgehoben würde.' Dem Proletariat könne e» nur erwünscht sein, wenn e» ter Landwirtschaft schlecht ginge. Denn die Notlage der Landwirtschaft bedeute ja nicht, daß etwa bie ländlrche Arbeit unproduktiv geworden, londern daß die Grundrente und damit der Wert der Grundstücke gesunken sei; sie sei also nur eine Notlage der Grundbesitzer. Je tiefer die Gründung sinke, je wertlosir das Grundstück werde, desto klarer werde die Urmöglichkit, bie private Bewirtschaftung beS Grundbesitzes fortzusühren. — Es wäre zu wünschen, daß diese Erinnerung in recht weiten Kreisen der Landwirte Verbreitung fände, damit sie erkennen, daß sie es bei der Sozialdemokratie mit dem geschworenen Todfeinde der Landwirtschaft zu thun haben.
Gr- c mar naebdenktrch an den T Ich getreten und ergriff j tzt, plötzlich und stark en ölend, ein Papier, r> lwes zoischen einigen nnintereffant anSsehenden Briefen lag.
»Ein Billet von Miß Suice*, sagte er, indem er an den Samin trat und mit seinem Federmesser das zierliche Koavert beinahe schonend öffnete.
„Kein Bries, Grace?' fragte Derrick mit einem halben Lächeln.
„Sin Brief? Nein, Frennb, sie hat mir nie einen Brief geschrieben, immer nur kurze BilletS in fast aesckSstSmäß-gem Style. Sie hat ihre eigenen Ansichten vo-n Bcieifajreiben."
Ec las die Karte selbst nvd gab sie dann an Derrick.
Die Handschrift war fest nnb entschieden, durch- au8 frei von dem geringsten und unnötigen Schnörkel
»Lieder H.rr G ac 1
Bielen Da-k für dos Bnch; Sie find wirklich sehr gütig. Bitte, lassen Sie n»S mehr von Ihren Ptunkivdern hören. Ich fürchte, P pa fiad-t 'S sehr entmntigenb, mich aber interessiert eS sehr. G.oßmnma laßt Sie grüßen.
Mit vielem Dank«
Ihre anfrichtige Frenndin Anice Barholm.'
Derrick faltete baS Billet wieder zusammen nnb bändigte eS feinem Freunde ein. Die Wahrh tt zu sagen, wachte eS keinen s-hr günstigen Eindruck auf ibn. Eia Mädchen vo» noch nicht zwanzig Jahren, da» an d'U Manu, der ste liebte ein solches Bill i iaireiben könnt, mußte fast zu viel Selbstzufrieden, heit und Gleichmut defitze».
„Du hast mir niemals viel von dieser Geschichte erzählt', sagte er.
,Da ist nicht viel zu erzählen', sagte der Karat ntebrrnm errötend. .Sie ist de» R kto » Töchterlein und fubet ihresgleichen nicht unter allen Mädchen der Welt. Ich kenne ste nun feit drei Jahren. Al» Dn
Deutsches Reich.
Berlin, 22. Jan. Kaiser Wilhelm ist aus Hannover, woselbst er am Dienstag ganz unerwartet angekommen war und die Garnison alarmiert hatte, im Jagdschloß Springe mit seinem Gefolge eingetroffen und hat dort am Mittwoch zwei Jagden ab- gehalten. Heute Donnerstag erreicht der Ausflug mit einer letzten Jagd sein Ende. Abends erfolgt die Rückkehr nach Berlin. — Minister Frhr. von Lucius stellte den Bettag des ihm erlassenen Fi deikommißstempels (30 000 Mk.) dem Kaiser zur Bersügung. Der „Börsenkurier" will wissen, der Kaiser habe denselben dem Baufond für die Erin- nerungSkirche überwiesen. — Wie man dem „Berl. Tagebl." meldet, wurde in der Sitzung des Bezftk»- Elsenbahnrates in Erfurt von einem Reskripte dis Eisenbahnministers Kenntnis gegeben, in welchem derselbe daS Ersuchen der Handelskammer um Wiedereinführung der „Sonntagsbillets" nach Erfurt mit der Begründung ablehnt, daß eine allgemeine Herabsetzung der Fahrpreise bevorstehe. —Zwischen Deutschland und Italien schweben j-tzt Verhandlungen auf Herabsetzung des deutschen EwgangS- zolles sür italienische Weine. Die einzige, noch zu überwindende Schwierigkeit soll darin liegen, zu 6er hindern, daß Frankreich ebenfalls dieser Vergünstigung teilhaftig wird. — Der Sperrgelder-Ent wurf ist im klerikalen Lagerumit Jubel begrüßt worden; auf liberaler Seite herrscht tiefe Mißstimmung, da der Entwurf eine Unterwerfung der Regierung unter das Centrum bedeutet. In den nationalliberalen Kreisen ist man der Ansicht, baß die Partei unmöglich für den Eviwurf stimmen könne. — Den Berl. „Polit Nachr." zu zufolge erörterten die Regierungskreise augenblicklich die Frage, ob sür bie in Preußen konzessionierten ausländischen Bersicherungs - Gesell schäften wie für inländische Bei sicherungen die Anlegung einer Präwienreferve in Stoatsschuldüteln vorzuschreiben sei. — In letzter Zeit haben, de> „Allg. Fleischerzig.' zufolge, in Berlin nicht nur eine größere Anzahl Ladenschlächter, sondern auch Großschlächtermeister unter der Ungunst der Verhältnisse stark gelitten. So haben in voriger Woche nicht weniger als vier Großschlächtermeister ihre Zahlungen eingestellt.
Hannover, 21. Jan. Se. Majestät der Kaiser und Kiftig trafen gestern unerwartet schon Morgens um 8 Uhr in Hannover ein. Da» Geheimnis der früheren Abreise von Berlin war so streng gewahrt tu Jadieu warst, schrieb ich Dir von meiner Beg-g. nnng mit ihr, wie Dn Dich erinnern wirst. Was das übrige anbetrifft, so verstehe ich kaum selbst, wte ich soweit gekommen bin, wo ich doch so — so wenig Ermutigung fand — eigentlich gar keine Ermutigung. Doch, sei dem, wie ihm wolle, eS ist mir über den Kopf gewachsen, Derrick — meine Zuneigung zu ih hat ihre Warz-lu in mein innerstes Leben geschlagen — und das ist alle». Sie hat sich nie etwas an» mir gemacht, dessen bin ich ganz ff »er. Und in de- That bürste ich baS auch kaum erwarten. E» ist atcht ihre Art, sich so nm bie Männer zn kümmern, wie btefe nm sie; doch da» wird f<ton noch kommen, vermute ich, wenn nur eiff der Rechte kommt. FS- mich ist sie einfach daS, was sie sich hier selbst nennt: meine Fceunbin Aaste Barholm, und ich bin ihr scho- baffir dankbar. Sie würde auch da» nicht schreiden, wenn sie e» nicht so meinte.'
„Heilig'S Kreuz!' ff.4 Derrick ein, indem er doS Haupt nngebnlbtg zurück varf, „nnb btefe» Mädchen tff erst neunzehn Jahre alt, sagst Du?'
„Erft neunzehn', sagte der Curat ttenherzig, ohne die Ungeduld seine» F ennbe» zn bemerk-», .aber ganz verschieden von all n andern Mädchen der W IL*
Thee nnb geröstete Brotschntttcheu wurden an'ge- tragen. Während sie aßen und tranken, lernte Derrick Miß Aust: vollständig tunen, ohne daß er viel genagt hätte. Er erfuhr, wie Grace ff: tn ihrem Vater- Hause gefunden hatte — ein nette» junge» Ding, nnb trotz ihrer frischen Jngenb fchoa so etgenffantg und s Idstdewnßt, nm e» darin mit einem halbe» Dutzend gewöhnlicher Mädch-u aufzunehmen; wte ihn dann "äs reizende Trotzköpfche» gern zu haben schien, rote sie sich einander immer mehr näherten, rote in bewfdb-n Maße eine zarte, tiefgeronrzelte Neigung tn ihm empor, vnch»; rote er endlich eiuseheu lernte, daß er nichts tu hoffen habe — kurz, die ganze G-schichte mU ihren tausend N-venumstäude», wie sie so »ach und nach in ihrer llaterhaltung zu Tage ttaten.
.3ch fürchte, e» wird ihr beim ersten vefnche
worden, daß seihst das Bahnpersonal in Hannover keine Ahnung von der Ankunst Sr. Majestät hatte. ES war dorthin gemeldet worden, daß ein Marstall- zug mit den Pferden und Equipagen eintreffen werde. Ter betreffende Zug wurde denn such auf daS Gütergeleis geleitet. Zur großen Nebenaschurg de» Personals entstiegen einem Wagen, welcher den Güterwagen angehängt war, Se. Majestät der Kaiser, Allerhöchstwelcher auf dem kürzesten Wege unter Ueberschreiiung der Geleise und unter Pasfiren einer Drehscheibe die Mitteltreppe gewann und hier zwischen den übrigen Passagieren und dem Marktpublikum hindurch dem HauptauSgange be» Bahnhofes zuschritt. Aus dem Ernst-August-Platz ons und ab schreitend, warteten Se. Majestät das Ausladen der Pferde ab und ließen dann, nachdem Allerhöchdiefelben zu Pferde gestiegen, die nichts ahnende Garnison alarmieren. Mit dem militärischen Gefolge Sich nach dem Waterloo - Platz begebend, harrten dort Se. Maj stät, Allerhöchstwelcher die Uniform Seine- Ulanen-Regiments angelegt hatte, de» Eintreffen» der verschiedenen Truppenteile. Obwohl die Glätte der Straßen und Wege einer raschen Gangart nicht sörderlich war, ttasen die Kavallerie und tie Artillerie in schlankem Trabe mit dampfenden Pferden auf dem Alarwplatze ein, wo jeder einzeln anlangende Truppenteil von Sr. Majestät scharf gemustert wurde. Die Kunde von dem Eintreffen Sr. Majestät, welche sich mit außerordentlicher Schnelligkeit verbreitete, hatte ein zahlreiches Publikum nach dem Waterlooplatze gelockt, wo es Allerhöchstdieselbe» durch herzliche Zurufe begrüßte. Nachdem die Befehle auSgegeben, erfolgte um 9’/* Uhr der Abmarsch der Truppen zu einer Gefechtsübung bei Kirchrobe. Der Uebung lag folgende Idee zu Grunde: „Ein auf dem Rückzug von der Weser begriffenes Westkorps, welches bei Lehrte Unterstützung erwartet, hat heute (Dienstag) früh Hannover überraschend angegriffen und sich auf den Höhen zwischen Anderttn und Bemerode wieder gesetzt.' Dieses unter dem Kommando von Major von Britzke stehende markirte Cmps wurde unter dem Befehl deS General- Lieutenanls von Settern angegriffen unb au» Anderten gewvrlen. Nach Beendigung de» Gefecht» hielten Se. Majestät bte Kritik ob. Daraus kehrten Aller- höctstdieselben an der Spitze des Infanterie-Regiment» Nr. 74 nach dem Waterloo-Platze zurück, wo sich die Truppen zum Parademarsch formierte». Dteser fand bei der Kavallerie, mit welcher auch die zur Unterosfizier-Reitschule Kommandierten vorbeimarschierten, in EscadronSsront, bei der Artillerie
hier mcht gerade sehr gefallen*, fuhr Grace fort, indem er feine Taffe mit nachdenklicher Miene bei Seite schob, „ich kann den Gedanken nicht ertrage», ratz sie sich vo» dem halbwilden Zustande, tn dem dies, s V>lk lebt, enttäuscht »ab abgestotze» fühlen soll. Sie kennt bte Kohlenbistrtkte noch nicht. Sie hat itets tm Süden gelebt, ohne jemals tn Lavcashtre gewesen zu sein; gegenwärtig verweilt sie bei Frau Barholm» Mutter in Kent. Was nützt es, daß ich in meinen kurzen Briefe» den Versuch gemacht habe, sie auf bie düstere» Seiten b(8 Leben», da» ste hier erwartet, eiuigermatzn vorzubereiten l Ich fürchte, sie otrb e» unerträglich finden; wenigstens wird ffe keinen kleinen Schreck b< kommen, wenn ffe hier anlangt*
„Ste kommt also hierher nach Riggan?* fragte Derrick.
„In einigen Wochen. Sie ist bei Fran Gallo wetz zu B such, seit der Rektor von Ashleyrolde fortzog. Fran B-irholm erzählte mir, datz ffe in ihrem letzten B tefe von ihrer Rückkehr gesprochen habe.*
Der Mond fetten hell, al» Derrick am späten Hbenb auf die Straße herauSttat; da» Wetter war ,-oar etmS küdl, aber keineswegs unangenehm. Er D-rabfä) nie de» Rauch nnb Duust tu ber Heinen dumpfigen Stadt nnb wohnte deshalb lieber vor de« Tdon; überdies war er ein Frennb tüchtiger Bewegung nnb betrachtete de »hold bte Entfernung zutschen seiner Wohnnng nnb dem Schauplatz feine» Tagewerkes eher al8 einen Vo teil.
„Ich verarbeite ein gutes Teil überflüssiger Kraft anf dem Wege von einem Orte bi» zum anbtrn*, tagte er an der Thür zu Grace. „Der kühle Wtud, der erftischeud vou den Bergen herüberroeht, bannt die wilden Träume nnb erregten Gedanken, nnb da» 'st gnt für b?n Menschen. Eine Halde Melle anf t>an .Knüpp-ldawme* genügt oft, nm einen verschrobenen Kopf wieder eiuzurevk n.*
(Fortsetzung folgt)