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Mittwoch, 21. Januar 1891. 1XV1 Jahrgang

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Wöchenüiche BeUagm: Kreis-Blatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain. —

Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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Aue -em Reichstage.

haut haltet schon im Dezember und brachte

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bei« mrg, lend. V btt

Wirtschaftspolitik Abstand genrmwen werden, wir Haden die Kolonialpoftlik, Militär- und weforderungen, von anderen Dingen ganz abge- und wenn e» so weiter geht, wie bisher, jeder dieler Spezialetais gut und gern eine beitswoche für sich in Anspruch nehmen. Alles wird also der Reichstag, und der preußische ag nicht minder, bis Mitte März «ine äußerst engende Arbeitszeit haben, und von einer terhaltung des parlamentarischen Normal. -tStageS kann, wenn man nicht total stecken n will, keine Rede sein. Die Aussichten aut ® Zustandekommen der Etats bis zum veisnssungS-

sRachdruck verbot«.)

Nach -em Sturme.

Novelle von C. v ollbrecht.

iS-rtsetzimg.)

Eine solche nnfichlvare .augenverbefferta* wvßt- vohl an v« flogen sein, denn was ihr sonst en d w tLen Setter g> soll n, daS erregte jtzi threv illen oder lt>ß sie gleichgiltig.

Stint Pferde, und Hnvdegesch'cht«, der ganz t, tote langweilig und feen d«gewesen! Wie vi l mochte Lüge sein, wir viel S «ndt übertrieben, e Art zu sprechen, die ihr sonst so k>ästig, io ich nnd nnter haltend ersLi««n. däuate ihr j.tz mal roh. Und wenn fi an jenen Abend -n niteil G-bnrlStag dachte, an j-ne Angenblickk, einander die Gatten zu» letzten Mal« gegenüber.

g kill dies aber hinderte sie nickt, ftöhlich mit dew zu plandern, nnd Alle» nnveräudert zu er. en, nur nicht sich selbst.

Sie hatte and) allerhand Pflichten, die zu erfüllen «gen verip ochen hatte.

Zuerst: Die alle gebrechliche Uhr anfzvziehev. dedanptete zwar, Eageu sei ein .Pedant, daß °«z wurmstichige G häufe liebe*. und Edith stinytt ,ia das Lachen über den bauten*, aber sic Übte doch gewiffer hast ihre» Amt 8. Wenn dar.» schwache z rpende Stimme avhod ihr Kirchenlied •feflen, bann strich ihre Han» ost leise über der "tan Eol vkops, der da» Zffrblatt überragt-, i konnte dt>s tbnn. Niemand sah «8, die Uhr halt ' die Zeit von Eager» Abwesenheit Uuterknnst ti ntln Zimmer gefunden. WaS sollt ste um ihrer, “'n tagtäglich durch W Uer nutz Wind tu» Herren. ’’ gehen? u»d — »8 war eine hüosche Srtnnerun». 1 »ihn', .tick tack, ttck-tack.'

Daun da» Schreiben. Täglich einen Brief. Er e*t Nachricht vom Gute habeu und ste nah« ge.

nach den eben stattgrhabten Erörterungen und QQ fr Hinblick auf den kommenden deutsch öst rreichischen ^"delsvertrag von einer abermaligen Debatte über

ltzen, daß die Reichsboten sich vortrelflrcher Lungen steurn und von der Redelust und Gabe nach en Gebrauch machen. Bei der zweiten Be- 8 deS ReichshauShalteS wird nun allerdings

In einer schwierigeren GelchäftSlage, al» gegen- iditig, hat sich das deutsche Parlament noch nie tfeibin. Wir find beim letzten Drittel deS Januar --naelangt, und eben wird erst mit der zweiten Be tttag des ReichShauShalte» begonnen, der bis zum M :1. April versoffungSmäßig fettig gestellt fein soll. a Wie Beratungtfrrst wird noch dadurch verkürzt, daß W sch« Mitte März in diesem I hre die Osterferien rjy tezirnen, — das Osterfest' fällt in diesem Jahre findet t^nnhwSweise früh —, und dem Reichstage bleiben roq« ch) kaum zwei Monate mehr, in welchen er in L " Metern Bierteljahr Sitzungen noch abhaltrn kann _____KSHrr begann man mit der zweiten Beratung de»

ä Mm zurück ist, als der Reichstag. Die Der

» Aniffr find also für beide Parlamente in Berlin

acht Astig, und fie könnten nur etwa» gebtfiert e 5 «dm, wenn man den Redestrom nach Möglichkeit * §- toämmt Aber auch daraus ist nicht f<hr zu m § rechnen. Die viertägigen Debatten, die jetzt eben § ? der die Getreidezollstagen stattgrfunden haben,

eiluuq, .

^ stie dritte Lesung noch gerade vor dem 1. April zu be mit diesmal sängt man jetzt erst an, und zugleich 5393 iN* noch der preußische Landtag, dem außerordent- , lich wichtige Gesetze zur Beschlußsaffuna «yterhreitet

■----- ß>d. In früheren Jahren mußte ÄrS preußische

QAÄalamtnt vor d-m Reichstage zurücksteben, diesmal -n hat der Reichstag auf den Landtag Rücksicht zu tarnen, der noch viel weiter mit seinen Statt

mäßigen Termin find heute schon verzweifelt schwach, und man wird fich also mit einer provisorischen Vollmacht wohl Helsen müffeu, damit am 1. April die Gehaltszahlungen an dir Beamten ohne Schwierig­keiten erfolgen können.

Aetttsches Reich.

Berkin, 19. Jan. Die von dem hiesig« Sa p-llen vereine zum Gedächtnis Kaiser Wilhelm» I und Kaiser Friedrich» erbaute Friedeu»kirche in der Ruppinerstraße wurde heute in Gegenwart de» Kaisers und deS Prinzen und der Prtnzeffin Albrecht durch den Probst Brückner feierlich ringeweiht. Die EröffnungSpredigt hielt Superintendent Krückeberg — Der erste Vizepräsident de» Herrenhauses, Han» von Roch o w-Plessow, ist gestern im Alter von 66 Jahren gestorben. Bekannt ist Herr von Rochow besonder» durch sein Duell mit dem Perliner Polizeipräsidenten von Hinkeldey geworden, den er erschoß. Herrrnhau» - Präsident war er feit zwei Jahren. — Die B ud g e tkomm isf ion deS Reichstage» beriet heute den Post- und Telegraphen- Etat. Staatssekretär v. Stephan erklärte sich bereit, dem Etat künftig eine Ueberficht aller Veränderungen der Gebührensätze beizusügen, und sprach fich gegen­über den Petition« aus Ermäßigung verschiedener Gebührensätze resp. Kosten au», indem er die Herabsetzung der Kosten für Fernsprechanschlüsse für j tzt ablehnte. Redner bezifferte den Einnahme- Ausfall durch die bevorstehende Herabsetzung der Telegraphengebühren auf 1800 000 Mk. Die Ab­stimmung über die Petitionen wurde au-gesetzt. Dir Emnahmeposten de» Etat» werden genehmigt. — Die Strafgesetznovellr, betreffend den Schutz der Post- und Telegraphen - Anlagen, wurde von der Kommission de» Reichstag- unter Einbeziehung des Telephons in den Rahmen des Gesetze- angenommen. — Die Kommission des Reichstag» sür die Novelle zum Kranken- kassen gesetzt nahm mit geringsügigen Aende- rungen dir §§ 2t bi» 26 (Zulässigkeit von erhöhten Stiftungen der Ortskrankenkassen, Genehmigung deS Statuts zur Erwerbung de» Rechte- auf Unter stützung) an. — Der hier abgehaltene Genossen IchastStag deS deutschen Bauernbünde», der Vereinigung der Steuer- und WirtschaftSreformer, de» KongreffeS deutscher Landwirte und der deutschen Zentralgenrffenschaft sprach fich sür einen starken Sck utz der Landwirtschaft au» und nahm eine Reso lution an, worin Direktiven sür die Bildung von Einzelgenoffenschasten mit beschränkter Haftpflicht im

treultd) den L richt de» Set malt er 8 entgegen, bann über da» B finden Aller.

So war der Winter doch vergangen nnd als Edttd eines Morgen» die Uhr anizog, geschah e» in der glücklichsten Stimmung. Dann beugte fie fick ‘•lebet zu de« .alten G häufe* nnd flüsterte einige Worte hinein. Sie klangen arte: .H-ate kommt er.*

Al» er bann aber zu früherer Stunde eiugetroffen «ar, als man voranSgefeben, und fie davon erfuhr, du ckz.ckte e8 fk arte Echt ck. Sie zögerte ein- Werte, ehe ste ihr Gemach verließ und fich Groß­mutters vondoft näherte, wo fie ihm begegnen sollte. Ec saß neben bet alten Dame, auch bei Graf und Harald waren anwesend. Er schien zu erzählen. Aller Antlitz war ihm mit frohem Ausdruck zeige, wendet. Bei Edith» Eintritt brach et feine 8t.be otort ab nnb erhob fich, fie zu begrüßen.

Wie es feit ihrer Kindheit Brauch nach langer Ab -efenheit war, einen verwandtschaftlichen Kuß zu wechseln, wollte er auch jetzt seinen Mund dem ihriger »ädern, fie aber wich, etn-r plötzlich auftzeigenden, fi' gänzlich beherrschenden Bewirtung folgend, UN- willkürlich zurvck. Eugen machte sein Reckt nicht weiter gelten», sondern begütigte fich, ihre Hand zu kaffen. Während ste fich mit tief geröteten Wangen •nb einer, j d » Wort zurtickdrängenben B Hemmung nteberli ß nnb auch Euaeu seinen Platz wieber ein. aei owweu hatte, bemerkte fie, baß er außerordentlich glücklich, wie durchströwt von einem ibn beseligenden S-dank u anSsah. Sach der alten Gräfin und Harald drängten fich solche Wahrnehmnugeu auf, die fie mit ♦bttbt ® in tritt zu verknüpf-» nicht zögerten. Während aber b r alten Dome bte reizenisteu Zukunftsbilder erstanden, bemäcktigte fich HaroltS S eie eine an» balttnbe B rstimmuvg. Es wollte fett Sagens Rück- k dr b-r alte herzliche Ton fick nickt einfiabeu, bet v-ide Brüder bisher geeint hatte. Jeder von ihner latte da» Bewvßsein, b m anbeten im Wege zu st Heu. Einer Hütt den anderen ost wett hmwegge- «ünscht, während in rührender Uebereinstimmung jeder

ganzen Lande, für die Zufammenschließung ju freien Verbänden, für die Pildung von Genoffenschafts- kasfen, für die Gründung eine» Hauptverbande» und einer HanptgenoffenschaftSbank und für die Heran­ziehung der landwirtschaftlichen Zentralvereine zur Förderung de» i8^nostenschaft»wefen» gegeben werden. — Die „Nordd. Allg. Zt4* schreibt: Durch dieBlätter geht die Nachricht, Major von Wiffmann sei schwer nervös erkrankt. I» den zunächst interesfierten Sphären liegt eine authentifche Bestätigung dieser Meldung nicht vor, doch erzeugt eben da» Aus­bleiben von Nachrichten die Besorgnis, daß irgend ein unerwünschter Zwischenfall eiogeireten fei. Da­gegen besagt ein Privattelegramm de» ,Berl. Tgbl" au» Sansibar, Major von Wiffmann fei am 15. Januar mit 10 Offizieren und 500 Mann in bet Richtung noch dem Kilimandscharo aufgebrochen. — Da» Herrenhaus tritt, tote der „S. ge- meldet wird, schon am 20. Januar zusammen, um die in diesen Tagen dort eingehende Sperrgelder­vorlage zu beraten. — Für da» Bismarck Denkmal in Berlin find bi» jetzt 913836 Mk. gesammelt worden. — Die Petitiontkommlssion de» Reichstag» verhandelte gestern u. a. auch über die vom Abg. Reckert überreichte Petition de» Allge meinen deutschen Frauenvereins, betreffend Zu­lassung bet Frauen zu« Studium bet Medizin und Ausübung der Praxi». Der Referent, Abg. Goeser, beantragte, die Petition für ungeeignet zur Erörterung tat Plenum zu erklären. Dagegen wurde von mehrere» Setten Widerspruch erhoben. Abg. Gmfleisch beantragte Ueberweisung zur Erwägung an die Regierung. Der RegiernngS- kommiffat Geh. Rat Dr. Kopf gab die Erklärung ab, daß die Sache im wesentlich« in her Hand der Einzelstaatkn liege, denen die Fürsorge und Be stimmung über da» Unterrichtswesen zustehe. Der Antrag Guifleisch wurde mit 10 gegen 8 Stimmen abgeh bitt und Utbetgang zur Tagesordnung be­schlossen. — Untersuchungen, welche ein Mitarbeiter der „Grenzboten" über die Wehrkraft der ländlichen und der städtischen Bevölke­rung angi stellt hat, haben ergeben, daß in den Städten durchschnittlich nur 3,8 waffenfähige Männer auf jede» Tausend der Bevölkerung entfallen, auf dem platten Lande einschließlich der Städte, die keinen eigenen Stadtkreis bilden, nicht weniger al» 9,8. Die Landberölkerung wäre demnach für die Wehrkraft der Natton fast dreimal mehr wert, als die städttfche. — Der eng're Ausschuß für die Schulreform hat nach einer Berliner Korrespondenz

der „Schlesischen Volkszeitung* bezüglich der Ge­halt»- und Rangverhältniffe der Lehrer beschloss«, da» Durchschnittsgehalt der Gymnasial­lehrer dem der Richter der ersten Aistanz gleich zu stell« und da» höchste Gehalt auf 6000 Mk. und Wohnung»geldzuschuß zu erhöhe». Da» An- sangSgehalt de» Gymnasial-Dtteftor» soll mit 6400 Mk. beginn« und bi» 6600 SRI steigen. Große Schwierigkeiten verursachten bei der Regelung der Frage die städttsch« Anstalten. Die Ansichten war« geteilt, ob man ein Gesetz erlassen solle, durch welche» dir Kommunen gezwungen wütd«, die Er« Höhung der Gehälter ganz nach der Norm der könig­lichen Ar statt« eintret« zu lasse«, ober auch ob nicht alle höher« Lehranstalt« rtasach zu verstaat­lichen feien.

Kiel, 19. Januar. Der Reich»kriegShaf« ist durch die Borlagerueg einer etwa 10 Aß starke» Eisbank, die fich von Laboe nach Fort Brauneberg 1600 Meter lang erstreckt, völlig gesperrt. Drauß« fitzen nicht weniger al» acht große tiferne Dampfer im Eile fest. Die gefährdete Stelle, an der fich in diesem Jahre nicht zum elften Mal die Barre gebildet hat, liegt im Rayon de» Kriegshaftn». Wie wir erfahren, soll da» Panzerschiff „Baden*, bifim Maschinen 5600 Pferdekräfte anzeigen, versuchen, die Eisberge zu durchbrechen. I» Folge be» gänzlich« Stock«» der Schifffahrt ist bie Notlage unter dey Hafenarbette« groß.

=5===**=========—■■■■■ Mpluttfr.

Genf, 19. Januar. Der hiesige Has«.ist fett gestern in seinem ganzen Umfange zugesoren.

Paris, 19 Januar. Au» Buenos-Ayres wird gemeldet: Der Gesetzentwurf betreffend bte zwei- prozentige Steuer ans da» Guthab« in Privatbanken ist von beiden Kammern g«ehmigt worden. — Nach­richten au» Chile zufolge dehnt fich dort die auf­ständische Bewegung au».

Brüssel, 19. Ja». Für die Demonstration zu Gunsten de» allgemeinen Wahlrechte», die heute statt- fi> bet, ist da» ganze Milttär unter die Waffen ge­rufen und die Bürgerwehr mit Marschordre versehe». Voraussichtlich wird ober nichts passiere».

London, 19. Januar. Der ^Times" wird ou» Sansibar gemeldet, daß der Bruder Fumo Bakari» zum Sultan von Witu proklamiert worbe» ist. Der­selbe war bi» zur Verjagung Fumo Bakaris durch bie Engländer von diesem eingekerkert geholt« worden. Die Deutsch« hatten Machemha» Ver­schanzungen in einem dicht« Dschungel ohne Erfolg

oo» tauen d,fl ff-u schien niemals das Feld zu räumen, sobald eS firn nm den Zruber von Ediths ®eaeneart bandelte. Eugen hatte die Rolle des rücksichtsvoll Zurückweichenden gävzlich aafg,geben. Eine innere Jnspiratto» schi« fein Selbstbewußtsei» zu erhöhen und Harald stand nicht an, mit bet Z ave ficht be» künftig« Siegel S freilich, den Bruder al» seinen Nebenbuhler gn betrachten. Dies gab Anlaß zu manchem gereizten Wort, denn der Dragouerlemnanl war fich bewußt, „die kleine Konfine sitzt ganz furchtbar' zu lieben.

.Das muß ein Ende nehmen*, rief er eines Tages in feiner heißblütigen Stimmung dem Bruder zu. al» er tu dessen Arbeitszimmer fein« Nachmittagskaffee einuahnr.

,Wa»?' fragte Eng« lakonisch.

»Du fragst, und weißt genau, was ich meine.* .Vielleicht komme ich der Wahrheit nahe, doch würde ich eine Aussprache Deiner Wünsch« vorzieh«.*

.Nun denn — ich Ü be Edith.'

Bugen wechselte die Farbe.

,Jch wußte e8', rief er mit dem Bestreb«, feine Ruhe zu bewahr«.

.Non — und — host Du etwas dagegen etazu- oe»b<n?' — fragte Harald. Sein Antlitz nahm eine dunklere Fä'buug an nnb feine Stimme ward zur Verräterin feiner inneren Erregung.

. Emznwendeu ?* entgegnete Eng«, fich beherrschend. .Du trogst foaberbar.'

.Daß ich nicht wüßte. Elfcheint e$ Dir merk ofitbig, Edith z« lieben?* fragte der O fizier mit Schärfe, eine Naiv.fit heuchelnd, bie ihm fern lag.

.G miß nicht, doch meine ich an Deiner anhaftend üblen Stimmung zu bemerken, daß Du einen tiefen Blick in mein Inneres gethau.*

.Und ich in Dir den Gegenstand meiner Eifer, sacht zu betrachten hätte!' rief Harald mit spöttischem Lächeln.

engen war anfgeftanben nnb an bos Fenster ge. treten. Da» Thema, welche» der Bruder angeregt,

berührte ihn peinlich, aber e» mußte zu E-de geführt »erb«. Harald hatte sich in einen Schankelstuhl geworfen nnb war beschäftigt, sich eine neue Zigarre anzuzünden. Sein SiegeSbewnßtsein war nicht einen Augenblick von ihm gewichen.

.Schon bie B rstordene pflegte mir anzndenten, baß ich Edith nickt gleichgttttg fei*, fahr er gleich­mütigere» Tone» fort — nnb daß der Binder btefc Thatsache durch Neigen de» Kopfe» bestätigte, verlieh seinem Selbstgefühl gewaftigen Nachdruck. Er setzt«

den Stuhl in wiegende Bewegung, während in Eugen» Seele banger Z oeifel einzog. — .Ich legte damal» » nig Gewicht auf diese Mitteilung. Der T«sel mag wissen, wie lange man oft mit Blindheit ge- Ichlagen ist; heute ist mir Kar, welch allerliebste» Wesen bte kleine Edith ist.*

Sieber bie zustimmende B'Wegnng be» Andern. .Heute* — vollendete bet Offizier, iud-m er mit »iederkehrenber Aufwallung feinen Sitz verließ und neben feinen Bruder trat — .stehen bie Dinge fo daß ich Dich bitte, Ertth nicht ferner d« Hof zu machen, sondern in ihr meine künftige G mahftu zu betracht«. De» OukelS Einwilligung halte ich mich

sicher.*

(Sagen war bleich geworden. Eine Ponse trat ein.

.Sprich mit Edtth*, bedeutete er, seinem Gei. rechttgk'ttsstnn folgend, seinem Bruder, .fie mag cutscheideu.*

.So sei e»*, rief Harald besänftigt. .Wie aber finde ich bie Gelegenheit dazu? Sie geht jedem Zusammentrrffe» mit mir in mädchenhafter Schüchteru- h-tt au» dem Wege.

Engen so den Sprechenden nachdenklich an. Ihm ging e» eigentlich ebenso. Er hatte Edith fett feiner Rückkehr noch nicht ein einzige» Mal allein gesprochen.

Schon der nächste Morg« aber zeigte fich Harald»

Wünsche» günstig.

(Schlitz folgt)