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Wöchenüiche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg uud Kirchham. - ____________Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
Anzeige» nimmt entgegen die Expedition d. Blattes
Jto 15 fön winrPlirm felvie die Annonce».Bmeanx von Haasenstein und Bogle»
L'LÄÄ" j* Sonntag, 18. Januar 1891. rrv, Jahrgang.
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Nutschen Baterlande einen Sturm der elfter una ornabg. »* ____ o/
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Bew eiche, daß »derer nachten, wabrtci greifen, ur.g und ifg. und an hüte MllM iker!“ elfte«
j» erneuern und zu übernehmen, und nachdem in der Verfassung bei deutschen Bur del die entsprechen^ den Bistimmungen vorgesehen sind, bekunden hiermit, daß Wir es als eine Pflicht gegen dal gemeinsame L-Ierlvnd betrachtet haben, diesem Rufe der bet- Mnbeten biutschen Fürsten mb Städte Folge zu leisten und bie deutsche KoiierwLrde onzunehmen. Demgemäß werben Wir und Unsere Nachfolger an der Krone Preußen den kaiserlichen Titel fortan in allen unseren Beziehungen und Angelegenheiten del deutschen Reiches führen und hoffen zu Gott, daß es der deutschen Nation gegeben sein werde, unter dem Wahrzeichen ihrer alten Herrlichkeit das Vaterland einer feget sreichen Zukunft entgegenzuführen Wir übernehmen die kaiserliche Würde in d-m Bewußtsein und der Pflicht, in deutscher Treue die Rechte des Reiches und seiner Glieder zu schützen,
Wilhelm."
Im Feldlager bei Krieges wurde das deutsche «iserreich proklamiert, aber all ein Reich des Friedens, all ein Träger der größten Kulturausgoben. ««r zwanzig Jahren erregten diese Wort? im ganzen
Der Tag -rr Laiserproklamatio» von Versailles,
der Geburtstag des deutschen Reiches, ist jetzt zum zwanzigsten male wiedergekeh't. Nachfolgende Proklamation wurde von König Wilhelm I von Preußen erlassen;
gt, eben fofienftei den Potz thaacki )Lntiüvk>
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»ene.
-An das deutsche Bo lki
Wir, Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen, nachdem die deutschen Fürsten und freien Etädte den einmütigen Ruf an Uni gerichtet haben, mit Herstellung des deuttchen Reiches die seit meh, denn sechszig Jahren ruhende deutsche Kaiserwürde
»Al den Frieden zu wahren, die Unabhängigkeit Deut'ch- IV Z lands, gestützt aus die geeinte Kraft seines Bolles, Blum« verteidigen. Wir nehmen fte an in der Hast me vS 8m9, daß dem deutschen Volke vergönnt sei« wird, Sie! dohn seiner heißen und opfermutigen Kämpfe !, Rostt ” dauerndem Frieden und innerhalb der Grenzen
(28 p genieß'n, welche dem Vaterlande die seit Jahr- Hunderten entbehrte Sicherung gegen erneute An griffe Frankreichs gewähren. Uns ober und Unseren ,UUV) Rachfolgern an der Kaiserkrone wolle Gott vrr- ßerstraj Wn, allezeit Mehrer des Reiches zu sein, nicht an ^^megerischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben des Friedens auf d m Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung.
Gegeben Hauptquartier Bersaillel, 17. Jan. 1871.
heute können wir stolz erhobenen Hauptes sagen: Wahr ist geworden, was Kai er Wilhelm I. gehofft ersüllt haben er und seine Nachfolger, was in der Kaiserproklamation heilig versprochen! Deutschland steht groß da unter den Staaten Europas, in den zwanzig Jahren seit der Neuerrichtung del deutschen Reichel ist nicht der leiseste Schatten auf seinen Ehrenschild gefallen. Sorgen wir dafür, daß el so bleibt, zeigen wir, daß die große, große Mehrzahl del Volkes würdigt, was große Männer und uver- ichütterliche Nationalkrast geschaffen, hallen wir in Ehre», was mit vielen kostbaren Menschenleben errungen. Dem ManneSalter schreitet daS deutsche Reich zu; wohlan, es gilt sich auch als Männer zu z-igen, die nicht zagen, den Kampf mit der Zeit auf- zurehwen, und mit biutschen Mut ihn zu beendigen miss n.
Wochenschau.
Der Reichstag hat seine Verhandlungen wieder ausgenommen und zwar mit einem Arbeitsthema, welche! heute alle Welt interessiert, mit den von der freisinnigen und sozialdimokratischen Partei eingebrachten Anträgen auf Ermäßigung resp. Aufhebung der Getreidezölle. Die verschiedenen Interessen von Stadt und Land platzten bei diesen Erörterungen ziemlich heftig aufeinander, und eS ist ja auch erklärlich, daß der Slätter richt niedrige Getreidepreise, der ländliche Grundbesitzer aber möglichst hohe wünscht. Von den verschiedenen Standpunkten au! betrachtet find diese Wünsche nur natürlich. Wie im Reichstage die Dinge liegen, ist heute dort eine M'h heit für gänzliche Aushebung der Getreide zölle nicht vorhanden; auch wenn die Reichsregierung eine solche Vorschlägen wollte, würde sie nicht damit durchdringen. Aul einer Erklärung, welche der Reichskanzler von Caprivi zum Beginn der Verhandlungen abgab, ergiebt sich, wenn diel auch nicht mit deutlichen Worten ausgesprochen wurde, daß die verbündeten Regierungen einen Mittelweg em= schlagen wollen. Herr v. Caprivi sagte, die ReichS- regierung erkenne ihre Pflicht, sür Erleichterung der Bolksernohrung zu sorgen, sie erkenne aber auch ihre andere Pflicht, auf die Landwirtschaft Rücksicht zu nehmen, deren Gedeihen für den Staat von außerordentlicher Wichtigkeit sei. Der Reichskanzler fugte hinzu, daß die schwebenden Handelsverlragsbrr- handlungen mit Oesterreich Ungarn einen guten Erfolg versprächen, doch sei. er noch nicht in der Lage, über den Inhalt bei Vertrages Mitteilung zu machen. Die ganze Rede läßt aber erkennen, was der neue
Handelsvertrag bringen wird: wertvolle Zugeständ- niffe Oesterreich-Ungarn! auf industriellem Gebiet und eine, sich in gewissen Grenzen haltende Herab setzung der deutschen Getreidezölle. Die vorliegenden Anträge verwarf die Reichltaglmehrheit, den späteren Handellvertrag genehmigt sie. Da! sind die Aussichten, auf welche mit großer Sicherheit in Zukunft gerechnet werden kann. Sehr eifrig bei der Arbeit sind auch dir Reichltagskommifsionen, so daß e! dem hohen Hause in den Wochen bis zum Osterfest an Arbeit in Hülle und Fülle nicht fehlen wird. Im preußischen Abgeordnetenhause, welche! in dieser Woche nur eine Sitzung abhielt, brachte Finanzminister Dr. Miquel den Staatshaushalt ein. Er bezeichnete die Finanzlage zwar als eine günstige, meinte aber, mit den Ueberschüffen werde e! vorläufig vorbei sein, denn nunmehr müsse ernstlü; mif bet Tilgung den Staatsschulden begonnen werden, die bereits über fünftausendachthundert Millionen betragen. In den Kommifsiemen des Abgeordnetenhauses ist die erste Lesung deS neuen Einkommen steuergesetze! beendet. In der Landgemeindeordnurgs- kommisfion sind die bekannten Differenzen zwischen der Staatsregierung und der konservativen Partei zunächst nicht weiter berührt. Zur Herstellung eine! Ausgleiches werden aber verschiedene Vorschläge bereits vertraulich erwogen.
Kaiser Wilhelm hat in dieser Woche eine kurze Ostseetour unternommen, um das Fahrwasser zwischen Swinemünde und Stettin zu besichtigen. Der Monarch hat weiter Einladung deS Finanzministers Dr Miquel urd de! Kriegsminister! von Kaltenborn zum Tiner entsprochen. Nächste Woche soll im Berliner Schlisse die Taufe des jüngsten Sohnes de» Kaiser! pattfinden, vorangehen dal Kapitel bei hohen Adlerorben! unb ba! Orbenlstst. Sehr viel die Rede war auch von allerlei bevorstehenden Aenderungen in den hohen Berliner Beamtenstellen, Es hat sich dabei ersichtlich so sehr um Vermutungen gehandelt, daß ein Eingehen hierauf nicht weiter lohnt. Auch eine längere Unterredung zwischen Reichskanzler von Caprivi und dem Abg. Windthorst wird viel be sprachen. Was die beiden Herren aber in Wahrheit einander erzählt haben, weiß ersichtlich Niemand genau.
Aus Deutschostafrika ist die Meldung gekommen, daß Emin Pascha nach Anlegung einer deutschen Station am Viktoria Nyanza den Rückmarsch zm Küste an getreten hat. Mit der Gesundheit des Reichskommissars von Wißmann, der bekanntlich fast den ganzen vorigen Soumer hindurch kra>k war, soll eS nicht gerade zum Besten stehen. Es
esehütztt
der Mittag verrann
tfluyzheisf
Hain
S)
G.rud-
« und bet Stimmung ton G.oßmutter und
sNachdruck verboten.)
Aach -em Starmr.
Novelle von C. B.ollbrecht.
(Fortsetzung.)
teschützfe
pitze |
«U IDer Tag schritt wett-t »o-, der Mittag verrann । «locke rief endlich zum Speisen. @iigen war rock: pm‘pm* »urückgekehit. Man nahm dal Mahl za Dr ti >ukim t* r1 — Dewotselle Noir weilte rock» bet d.r Starken. rSSBS.'E®“ Ebertl ge äuschvoller Schmerz sie vorlänfig den roB» Pst ge untauglich machte.
, J Edith hatte erwartet, 'S würd'» Papa und die Marbu* ^mutter Harald» Gatt» im Lause de! Zetel Mar67Ä hoch schien keine» derselbe» diese Sdstar
---ja eine solche herbe «leichgiltigk-it weinte ?uh an! den spärlichen Worten de! ttef verstimmter Igvit •Neu und feinet nicht minder in sich g k hitei Mutter herauSzasühlea, daß sie nicht wagte, mit ihrem ^»'U Wunsch, die Leidende zu besuchen, heivoizu I™ «'-rschüchteri, irre an fich selbst, nahm ste ei». lleH gSbatbeU vor, die fie bald weg warf, ergriff sie ein Sserck **4, dessen Seiten fie nwznblüttern vergoß.
, unter' Endlich, am weitvorgerückten Abend, erschien ^digkmMru — allein. Er hatte lange ans Haaldl Rück. -aoldet^N gewartet, derselbe war erst am spät-v Nachmittag i “ Kameraden von dem Distanzrttt zorückgtkehrt. * ,a926 *?tIin8 binkte zwar stark, aber hatte fich wieder ^wal sawol bewährt, Magnifiqiel Pf,d ....
G-UI .Eugen war evtlchloff-u und hielt fich dabei auch wkauftHL^aldl Zufiiwwvng sicher, dem Gttsh rru und d.ff-u an dai Letter die Umpäude, welche dal herbe Geschick zoeiei be y^u^Kb nfeelen herausbeschworen, gänzlich zu ve . rissiso» Der Forstadjunkt war tot, Isolde dem
o«®?1* ihrer Zöge nahe, wozu also u-ne Ankläger 1 Adrzitheo. E» war k-in Grund vorhanden, dos -1*» L^vilienoberhonpt in Mtt ctssen schalt zu ziehen not !. f6,c die Kranke einznuehmen. Mir 8 fremden nab
PWIlen nahm er daher bei seinem E ntritt an» den
Onkel wahr, daß diese bereit! etugeweiht waren. W-r hatte diel gethan? Mit stuwmem nod doch so beredtem Vorwurf traf fein umdüsterter Blick Edith. Ste errötete und schlug die Augen nieder, wie ein »uschnldigel Kind. Ohne daß ein Wort der Hin« deutnug gesprochen wurde, stiegen ihr beängstigende Zveiftl ans. Hatte fie Unrecht gethan? War Auf« .tchttgkeit, Wahrheitsliebe ihr nicht von jeher von ihrer Umgebung eingeprägt worden, und war es Eugen nicht vor Alleu, dessen schlichte Offenherzigkeit einen Grund,ag sein.» Charakter! bildete?... Und dennoch verstand fie in diesem Angenblick, in welchem st- den l tzten R st der Kinderschnhe abstreiste, daß die Pst'cht der Au'richttgkeit dort ihre Grenze erreicht, wo die D'ske'tiou beginnt, wo die Rücksicht für Andere gebietet
Wo! ihr bi! za dieser Stunde al! natürlich, al! f ldsto-i stündlich erschienen, ward ihr j tzt zur Schuld Mtt tiefgerötttem, b.küwwertew Antlitz zog fie fich tttll tu die Nische de! Eker fensterl zurück. Auw da! noch an diesem ttostloseu Abend eine! schreck, tichen Zagei, daß fie Enge» erzürnt hatte, vielleicht zum ersten Male in ihrem Lden...
Er hatte fich'schnell in den Sachverhalt zurecht gefunden, Edith war ein unbedachte! Kind.....und
'rzäblte nun: Ja — er sei ohne Harald zurückgek hrt. — (68 war doch gut, daß er nun offen sprechen inttte.) — Harald hatte in furchtbarer Erregung ge. aworeu, J'olde — fie möge .lebe» oder sterbe»'.
mal! wiederzukehen. — Edith o»wahrte an! ihrem Buß wirk I, wie Großmutter und Pflegevater beifällig mtt dem Kopfe nickten.
»Und doch ist er schuld an ihrem Zote", — riet ie entrüstet und plötzlich hervortretend.
Sie erschrak, al! fie im Bereich der Lampe und tu der Sehweite der drei Augenpaare stand, die ft. auf fich gerichtet fühlt-. Hilflo! und beschämt wnrzette ihr Blick auf dem Bode».
Erne Panse war eingetreten, die ihr »»endlich dünkte. Endlich erwiderte die alte Gräfin, während der Graf einige «»mnttge Worte murmelte: „Da!
oerüttft Da utat, Kind. El ist btffer, Da hörst »tchl alles, tra! hier gesprochen wird.' —
»Darf ich daun Nachsehen, wie Isolde fich fofi bet?" fragte dal junge Mädchen schüchtern. Eia Au», lehnen gegen den W'llen ihrer Borges, tzten lag so wenig in ihrer Natur.
„Ich glaube gar, Du willst gegen ns! Partei ergreifen", — rief der Graf übelgelaunt, während seine Mutter nachdenklich hioznsetzte: „Da! wird nicht augehen, Edith!"
Ma» hörte el der Stimme der alle» Fran an, daß die Berneiunug ihr schwer fiel.
„llad warum nicht — Großmutter?" — fragte Enge». Er sprach brtteud und doch leise bestimmend. — «Edith ist kein Kind wehr. Jstl nicht Pflicht, nach einer so nahe» Anverwandte» zu sehe»? 6‘- »icht gänzlich deu Händen Fremder zu überlasse»?.
«Sie hat ihre Mutter", — «arf der Gu'lherr empfindlich ein. Er la! in be» Worte» feint! N fflr ’etne» Borwurf gegen fich selbst.
»Aus diese aller Fassung beraubte, bedauern!, verte Frau wird wohl in keiner Werse zu rechn« sein", — erlaubte fich Eugen aberwal! kiuzawendeu.
„Nu» — und die Noir. — Dte Noir ist ja den ganz-» Zag schon kort." —
-Ach", — ttef Edith, welche durch Eugeul Hülfe
Mut wunderbar beflügelt fühlte uud warf dem V-tter einen dankbaren Blick zu, — „bie gute Not. könnte bann ein wenig ansrahen»"
Sie hatte btitenb bie Hände gefall-1. El wa- eigentlich kein Grund, hart za sein, dazu verlaugt >ie alte Gräfin nach ihrer Verkanten »ab derer Bericht. Sie warf einen sein Zagetzäudni! erwartende» Blick aas ihre» Soh» »ob entschied bann; ,So laß Dich von Deinem Kammermädchen begleiten.*
-Aber nur auf ku>z- Zett', rief ber Graf »er. br-eßl'ch, während et im Zimmer htu« unb hei schrill aib Eugen! weiteren Bericht erwartete. Dieser stockt- eine Wette. Er schien »och ans Edtthl leichte» Ztiti
ist daher nicht ausgeschlossen, daß er nur noch kurze Seit in Ostafllka bleibt Aul dem eh'mal! deutschen, nachher an die Engländer abgetretenen Witulande kommt die Mitteilung, daß der von den Briten wegen der Ermordung Küntzel! vertriebene Sultan Tumo Bakari von Witu gestorben ist. Ta ein Preis auf den Kopf des Sultan! gesetzt wat, läßt fich wohl anwhmen, daß der Tod nicht gerade ein natürlicher war. In D-utsch-Südwestafrika herrschen infolge der Kriege der Eingeborenen unter einander recht unerquickliche Zustände. Die Reichsregierung will ein Eingreifen fo lange ausschieben, bis eine in der Bildung begriffene neue Kolonialgesellschaft für dieses Gebiet ihre Thäligkeit begonnen hat.
In Oesterreich Ungarn haben bie Parlaments- Verhandlungen ebenfalls wieder ihren Anfang genommen, doch liegen wichtige Sachen bi» zur Stunde nicht vor. Die Erörterungen über den deutsch- czechischen Ausgleich in Prag ziehen sich mit endloser Einförmigkeit hin, mal aus der ganzen Sache noch werden wird, und ob etwal GescheidkS dabei heraus- kommen wird, läßt heute fich beim besten Willen nicht absehen. Kaiser Franz Josef, welcher erster Pathe bei dem jüngsten Sohne bei deutschen Kaisers ist, wirb auf der Taufe sich durch einen Erzherzog vertreten lassen. Im Vordergründe bei Interesses stehen in Wien die Handelsvertragsverhandlungen. Die mtt Deutschland nehmen, wie bekannt, einen günstigen Verlauf, doch sind aber auch mit anderen Staaten solche noch bevorstehend, und wie sich da die Dinge entwickeln werden, ist schwerer zu sagen. Besonders mit Italien drohen große handelspolitische Schwierigkeiten.
In Petersburg und den kleinen Hauptstädten der Balkan Halbinsel, deren Fürsten fich zur griechisch- katholischen Kirche bekennen, ist nun auch Neujahr gefeiert und unter den üblichen Gratulationen aber ohne alle forfügen Kundgebungen vorübergegangen. Der russische Finanzminister hat, wie üblich, zum Jahresbeginne das neue Budget bei Czarenreiches veröffentlicht, welches so ausgezeichnet ist, daß eigen!» ich alle europäischen Staaten den Czaren und fein Volk beneiden könnten. Indessen weiß die Welt auch, daß daS Papier in Rußland ganz extra geduldig ist, wogegen niemand weiß, ob nach dem schönen Budget nun auch wirklich gewirtschaftet wird. Tenn darüber schweigt später der Herr Finanz- minfter wohlweislich fich aus. Thnt auch Recht daran, der kann, da Schweigen bekanntlich Gold ist.
Die französischen Kammern sind ohne Zwischenfälle zusammengetreten und werden sich demnächst
w lauschen, ber Krantz?» verhallt'. Eine Frage feind Oüktts mutzte ihn tn die Ggeuwart zurückcufeu.
XVI.
Der Forstadjunkt wat am dritte» Zage nach keinem Zobe in jemm gemiedenen, verwilderten Kirch. CD*!wtnM begraben worben, wohin rin liebloser Brauch bie Selbpmö der verwies. El geschah unter auß-rorbentltchem Gefolge, welche! mihr auf Rechnung der N.»gi>r all auf Zeitnahme zuruckzuführe» mar.
J'olde»! Mittler stand am östliche» Eckfenster bei Herreuhausel, welche! einen Bl'ck »ach der Förster. a»ohn»»g gewährte. Al! die Fo stmäuuer in gifi». bebuschte» Hüten de» Sarg bt! junge» SOtannel auf» hob-», rannen Zhiänen über ihre Wangen.
El war eine tiefe B rinbernng mtt ihr borge» Zangen, fett fie erfah en mußte, wie ba! erträumte G ück ihrer Zöchtet sich gestalte habe. Enge» hatte hr be» wahre» Sa<vverhalt nicht »er ehlt. Dau» aren die Borwürfe bei von Schmerz überwältigte» Vater 1 ans ihre Seele gedranat and »ach bem ersten Zage, wo fie bord) Heftigel Klage», Weinen und E-zähle» ihrer Aufregung Saft zu mache» gesucht hatte, war fie i» fich gekehrt, verwandelt.
Ma» konnte ihr von die Pflege bet Krank:» über» lasse»; mit rührender G-dvld ertrug st« die Z-iche» heftiger Abueiguug, mitrmelche» j ne nicht zmückhielt.
W>e fnratbut hatte die schöne Isolde fich bet» wurdelil Estth hatte nicht geglaubt, b^b man in so Sirger Z it so entsetzlich abmagein könne. Sie lag t ll teilnahmslos mit meist geschloffenen Ange» tn ihrem Bitte unb beifoflte fast alle Nahrung. Ihre Kräfte b-rließ-u ft: zusehends.
Edith hatte bie 'ht erteilte Erlaubnis all ein ihr ein für allemal gewährte Zusage genommen nab ber» weilte täglich einige Stund n bei her Kranke». Sie rfuhr dagegen tm Schlosse k ine Einsprache. Groß» mutter Verfehlte sogar niemals, nach 3 olbenl Be» l 'den zu fragen, ste selbst aber fand nicht jene st lle Befriedigung, bie fie voranSgesrtzt. Hatte str fich in