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J Wöchenüiche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Mrchhain.

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Illustriertes Sonntagsblatt.

Expeditisn: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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BlWthti tttzttch e»B« » Bntiett* «ach Sonn- und Feiertagen- Q»«tnl-Lboune»«ntt-Pretr bei der Lxpe» dittonL'/, »t, bei d« Postämtera 1 RI 60 Pfg. (exll. »estÄlaeld) Iairrtioadgebühr für dir gespaltene geil' 10 R»- Rrfhwn für di» geil« Sb Pfg.

Marburg,

Freitag, 16. Januar 1891.

Inietgen nimmt rnr.eger. eie Expedition d. Blatte» sowie die Amumceu-Bureanx von Haasmstein und Bagler in Frankfurt a. M., Lasset, Magdeburg u. Men: Rudolf Moste in Franlfutt a. M-, Berlin, München u. Köln; B. L Daube u- io- in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

XXVI Jahrgang.

mmettt,

Offert, t unter d Bl [182|

Abrüstitua.

Seitdem Kaiser Wilhelm II. den deutschen keiserthron bestiegen hat, ist schon zu wiederholten Ptofcn daS Gerücht aukgctaucht, der Kaiser strebe !Äts Geringeres an, als eine Abrüstung in ganz diiopa. Daß eine solche All eil der Mühe wert

L eilt, ist selbstredend; daß dem Fürsten, welcher --- | verstände, die europäischen Nationen auf fried. 1 chem Wegh von der furchtbaren Last deS Mrlitär- ' * °37 iu>8 zu befreien, die Geschichte willig den Ehren­

des Großen" zuerkennen würde, nicht

«men .

, - Mer; aber man muß drch immer einen Unter «euelagk ma^en zwischen dem Möglichen und dem ni au,6 limöglichen. ES ist bemerkenswert, daß diese Ge- L' _tott «chte, welche den deutschen Kaiser als Bahnbrecher mer neuen Friedensära hinstcllen, ihren AuSgang ms iu8 der europäischen Metropole nehmen, in welcher v»ch vor drei Jahren der damalige Prinz Wilhelm i 81 orn Preußen al- Haupt der Militär- oder Kriegs

***' Mj in Berlin galt, au- Pari-. Und mehr noch,

------ «an glaubt an der Seine auch an diese Gerüchte, 8 bor zweifelt gar nicht daran, daß der hochstrebende Hl unt»mn des deutschen Kaisers darauf gerichtet ist, an ör aus ic Spitze des mitteleuropäischen Friedinsbundes u der- iik Abrüstung in Europa herbeizuführen, und damit

<30 ich einen hervorragenden Platz in der Weligeichichte

geräu-

ttrden. Die Franzosen fallen leicht aus einem

r mit größerem Eifer, als je zuvor, geführt, wird behauptet, Kaiser Wilhelm habe de» Kaiser nz Joseph von Oesterreich und den König bert von Italien gänzlich für feinen Plan ge «ntn und trage sich mit dem GedarkcN, einen «päische» Fürstenkongreß zu berufen, auf welchem Abrüstung beschlossen werden solle. Dieser Be­st solle dann Frankreich unterbreitet, und eS im n oder Schlimmen zur Annahme bewogen

rage der Abrüstung zur Sprache gebracht, und Ministerpräsidenten Freycinet dahin beantwortet, Frankreich auf absehbare Zeit nicht au eine inderung seiner Heeresmacht denken könne.

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dritte tu »ei'

esiche Spei w zu en.

(Nachdruck verboten-)

Aach dem Sturme.

f 17 sichern. Die Franzosen sind heute faktisch so BUK- *** gekommen, daß sie dem deutschen Kaiser alles miauen. Diese Annahme beherrscht nicht etwa blos rieche« ie unteren Klassen oder politisch wenig gebildete 1. ADrksonen. Selbst im Parlament ist wiederholt die

- ^tnm ins andere. Ganz selbstverständlich ist sür

a u Pariser Zeitungen natürlich, daß die französische

Lv iepublik niemals einen solchen Lctchluß annehmen

dieser Darlegungen dauern aber die Znttmgs- go ^öriii ungen über den Gegenstand fort, werden heute

chnhoft

Novelle von L. Ljollbrecht.

(Fortsetzung.)

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inlich hörend, n ent5.

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rrug verschaffen", riet die alte Gräfin, welche 168 Worte vernommen hatte.

»Isolde bat mich ausdrücklich, die» zu vermeiden', Wr Edith ab, .sie bedarf um der Ruhe." »Co sagt e8 Harald.'

»3ch w'll er doch selbst besorge»', entschied Enge», "'h-Ud.

-3hr verbergt mir etwa»', flüsterte die G'äfi».

8 betretene Miene bestätigte nur ihre Bermntuup.

- 1 trat Eugen? |s e fuh ihn »irgendS und be» [1 8 «str großer, seelischer Kraftaastrengaug, »m alle TjTt' ^freundlichen AbschiedSphraseu, die uun empfangen

tgebe [321 .. .

=trat'» Sdschi-doehwende Hinz». Wag.»

Wage» führe» vor, wurde» bestiege» u»d rollten

-sST «widert s-ta wollte», für etuige Zeit au Stelle i»aere» Erregung trete» zu loffen. Endlich trat ibU ErsehMe durch die Terraffenthür in de» Saal.

J Be'riedignug sah er fie neben der Ei ist» steheu.

[27»De wi, kte ihn mit einer leichten Kopfbeweguvg in M Nähe.

(7654 j. »Bo warst Du?' fragte fie, seinuaffeSHaar, ---- W8e feuchte Kleidung wahr nehmend.

. AvN- .Ich fnd)te Dich.'

ng mit Er war der einzige, der fie vermißt hatte. Nicht [32$ 2*®al die Großmutter schien ihre Abweseuhett be» b 9 ^tkt z» haben. Edllh fühlte, wie fie errötete.

a. »Siolbe ist unwohl', sagte fie, schnell ibreu nZi2c$nint Wieder findend. »Ich führte fie in Onkels thrke. Willst D» für ihr Nachhausekownun Engen?'

Raft meine« Sohn, vielleicht kau» et ihr Er.

chnunS [322

Das Gewitter hotte anSaetobt.

- Duich btn triefende» Puk führte Eage» eine ge, aseae Frau. AIS fie au» der beschränkten Seh.

werde, aber sie halten, und daS ist das Bemerkens­werte, es gor nicht sür ausgeschlossen, daß ein solche- Ansinnen einmal an Frankreich herantrrten könne, und sühleu sich in dem Glauben recht unbehaglich.

Wie die Dinge heute liegen, bedeutet sofortige Durchführung der Abrüstung sofortigen Krieg Darüber braucht man sich keiner Täuschung hinzu geben, und zwar würde und müßte dieser Krieg von vornherein ein europäischer Krieg sein. Seine Koste» an Menschenleben und Geld würden uner meßliche fein, so erhebliche, daß auch dem Sieger kein großer Nutzen erblühte. Da- weiß man in allen Hauptstädten, und da- ist ein besserer Schutz gegen den Krieg, als die undurchführbare Abrüstung. Im übrigen ist es vortrefflich, daß die Franzosen mehr und mehr sich daran gewöhnen, mit Respekt rach Berlm zu schauen. Vielleicht besänftigt auch dieser Respett nach und nach schon ihre Revanche wünsche, wenn allerdings an ihre gänzliche Be­seitigung nicht zu denken ist. Der wahre Hinter­gedanke der Meldungen über die Abrüstungkpläne deS deutschen Kaiser- ist selbstverständlich kein anderer, als den Haß gegen Deutschland neu zu schüren. Aber das Mittel ist etwas verfehlt, eS mehrt zugleich auch die Achtung vor der Person des deutschen Kaiser». Kaiser Wlhelms Wunsch wird eS sicherlich sein, eine Erleichterung der drückenden Finanzlage, die ihm ja recht wohl bekannt ist, eintreten zu loffen, aber der Kaiser steht zu sehr auf dem Boden praktischer Gedanken, als daß er ein Werk angreifen möchte, welches dem deutschen Reiche nicht den leisesten Vorteil bringen würde, sondern nur eine Verkennung der guten Absicht zur Folge hätte. Eine Abrüstung in Europa werden wir schwerlich so bald haben, aber voraussichtlich Frieden bis in» neue Jahr­hundert hinein!

Deutsches Kfldi.

Berlin, 14. Januar. Kaiser Wilhelm ist am Dienstag Abend von der Ostseefchrt, welche er am genannten Tage zur Besichtigung der Fahrwaffer- verhältnisse zwischen Swinewünde und Stettin unter normen hatte, wieder im Berliner Sch lasse emge- trofsin. Der Ausflug des Monarchen, über welchen sich derselbe recht besriedigt geäußert hatte, dürfte verschiedene praktische Veriraltung-maßnahmen zur Folge haben. Ter Reichskanzler von Caprivi hat in der Dienstagksitzung des Reichstages indirekt be­stätigt, daß in dem neuen Handelsverträge zwischen Deutschland und Oesterreich- Ungarn, deffen Zustandekommen nach den Worten

weite deS Schlaff.S waren, nahm er fie auf den Arm »nd ttug fir bis zum Herrenhaus. Dort übergab er sie Susannen, er kehrte »och einmal zurück. Als er bei dem Foisthause vorbetkam, sah er ein Fenster d 8 Unterstockes trüb erleuchtet. Er wußte, wer dort dem ewigen Erwache» evtgegevfchlies.

Mutzte eS so kommen? ...

Harald bestieg eben Datrliug, als sei» Bruder unter die Einfahrt deS SchlofleS trat

Er winkte ihm einen Gruß mit der Hand ent. gegen und sagte: .Habe mit Kameraden einen Morgen- ritt verabredet. Weide dazu eben recht komm n. Dairliug mnß in der Festung erst ei» paar Stunden rasten. Tschau.'

Mit graziösem Schritte tänzelte daS edle Pferd die Rampe hinab und verschwand mit seinem Reiter im Dunkel deS Abends.

XlV.

ES war noch früh' als Edith am andere» Morgen erwachte. Während fie ans Fenster trat und in den thaüfrtfcheu Park hinabsah, bretiete sich, gleich grauer Sa leiern, der Gedanke au daS Sestern zwischen fie nnb daS Dasein. Sie ließ sich schnell daS Haar ordnen, warf et» leichtes Morgengewaud über nnb trat ins Freie.

Alle» nm fie atmete Balsam, selbst der feuchte Saud unter ihren FLßr« ward znm Spender frischen OsemS. Wie schlecht paßte ihre Stimmung, an bei bte letzten Eindrücke gleich häßlichen Raupen nagten zwischen dieses Brillanten Meer, Vie e» die Sonn- mit den zttterudeu, perlende» Thauttrpse» zu Stande brachte.

Sie verlangte »ach Menschen, nach Aussprache. Die Gräfin schlief noch, als Edith aber die Seiten, front des Schlöffe» entlang ging, fab fie den Guts­herrn, zum AnSgeheu bereit, tu der Apoth-ke stehen. Dies fiberta«d)te fie nicht. Er war ein Frühanf. st-her nnb pflegte bte wenige» Kranke», welche bas Dorf, Dank feiner geringen Einwohnerzahl nnb

des Reichskanzler- ja zweifellos ist, eine Herabsetzung der brutschen Getreibezölle enthalten sein wird. Der eitenbe Staatsmann hat freilich erklärt, er könne über den Inhalt be» Beitrages noch nichts Genaues agen, aber er hat sich hinterher ausdrücklich nur gegen eine Aufhebung bet landwirtschaftlichen Zölle erklärt, einer ^Mäßigung hingegen mit keinem Worte widersprochen. DaS ist deutlich genug. Um wie viel die Zölle herabgesetzt werden sollen, bleibt ab­zuwarten. Neber die Stellung bei Reich-regierung zur Frage be» Jesuitengesetze» verlauten jetzt folgende sichere Angaben. Da- Gesetz, wie es Ijeute besteht, ist bekanntlich nicht im Reichstage von der Reichsregierung eingebracht, sondern vom Par­lament beschloffen und von den Verbündeten Regie­rungen genehmigt. Letztere überlaffen heute die Ent- cheidung abermals dem Reichstage. Wie dieser also ieschließen wird, so werden sich die Dinge in Zukunft gestalten. Der Kaiser sowohl, wie der Reichskanzler persönlich find der Ansicht, daß das ganze Gesetz keinen praktischen Wert hat, werden aber, wie gesagt, dem Reichstage da» Urteil in der Frage Überlaffen. Heber die Stellung Kaiser Wilhelm» zu den Getreidezöllen wird jetzt etwas Genaueres bekannt. Der Kaiser 'timmt einem Schutz der Landwirtschaft prinzipiell zu, ist also für landwirtschaftliche Zölle. Auf der anderen Seite ist er aber auch der Ansicht, daß der Schutz der Landwirtschaft nicht so weit gehen dürfe, daß dabei die allgemeine Lage der Bevölkerung völlig außer Acht gelaffen wird. Da thatsächlich eine miß­liche wirtschaftliche Lage für weite Kreise besteht, hält e- der Kaiser für angemeffen, eine Milderung durch Ermäßigung der Kornzölle herbeizuführen, in­dem er der Ansicht ist, daß ein etwaiger Schaden der Landwirtschaft nicht entfernt so erheblich sein wird, al- der Nachteil ist, welchen die große Menge der Bevölkerung von den hoh-n Lebensmittelpreisen schon gehabt hat, die auch der Industrie wesentliche Mehrlasten infolge der allgemeinen Lchnerhöhungen gebracht hat. Auf diesem Standpunkt steht auch der Reichskanzler, und eben deshalb ist im deutsch-öster­reichischen Handelsvertrag eine Ermäßigung der Se- treidezölle in Aussicht genommen. Der von der freisinnigen Partei im Reichstage eingebraedte Antrag auf Aufhebung deS im Jahre 1883 erlaffenen Ein- suhrverbots von amerikanischem Schweinefleisch, Würsten u. s. w. wirb, wie es heißt, die Zustim­mung dcS Bundesrates nicht finden, auch wenn er im Reichstage angenommen werden sollte. Für daS Nationaldenkmal, welches Kaiser Wilhelm I

Dank feiner gefnaben Lage anszuweisen hatte, noch oor dem gemeinschaftliche» Frühstück za besuchen. Sie rief einen Morgengrnß durch daS offene Fenster, der freundlich erwidert wurde und während fie »äh»r trat und den in Sonnenlicht getauchten große» Raum Überblickte, gewann der Gedanke an bte Schrecken des verwicheue» Abends in ihr vollkommen die Oberhand.

Der Graf beachtete die Anwesenheit seines Li b- lingB wenig. Er ging uußät in dem alle Bestand­teile feiner B-stimmung enthaltenden Gemach umher, blieb mit scharfem Her umblicken vor den polierten E stelle« stehe«, welche weiße glänzende Büchsen trugen, wendete sich bann musternd dem breiten Schranke zu, deffen anfgeschlagene Flügelthüren aus einer Seite zugeschobene Fächer, auf der andere» zahllose Fläschchen und Svachteln zeigte.

»Suchst Du etwas, Papa?' fragte Edllh, al» bet Graf wit unaufgeklärter Miene an beu großen TtsL trat, neben welchen gestern Jsolbe mit ihrer Obumacht -gekämpft hatte und auf welchem noch da» Tasche», tuch neben der Waffeiflasche lag, mit dem fi- ihr die Schläfe genetzt. Unweit davon stand bte mit Papier, schnitzeln gefüllte feine Kiste, in welcher bte Medikamente angelangt waren, die in verschiedene» Verhältnisse» noch deS AvsbewahrevS harrte». Edllh war, indem fie frug, eingetreten. Der ältliche Hru schien ihre Anwesenheit bergiffen zu habe».

»Ja, Sivd', rief er, ihre Gegenwart nun freund­lich bemerkend. .Der Hein' (btt8 war ber Name seines Pharmazeuten) .muß mir ein Narkotikum «liegt haben, von dem ich einiger T opfen für bte kranke Frau beS Lehrers höchst nötig bebatf. Ich habe faon nach ihm gefenbet, eS wnnbert mich nur, daß er gestern hier war, ba ich ihm Urlaub gegeben hatte.'

«Laß mich suchen helfe«, Papa. Lett van« der- miffest Du baS Fläschchen?'

,Es kam mit de« anbereu Medikamente»', erzählte ber Graf, auf dieselbe» htudentend und bau» in be»

in Berlin errichtet werden soll, soll jetzt endgültig ein neuer Entwurf des Professors BegaS auSersehm ein. Vom Baurat Ihne wirb bereits bie Umge- ialtung ber Schloßfreiheit festgestellt. Da» Jn- litut ber Fabrik-Inspektoren wird vom 1. April in Preuße» neu organisiert werben. Die biS- jerige Fabrikinspektion soll zu einer Gewerbe-In- pektion erweitert und den Inspektoren soll die gleiche amtliche Stellung gegeben werden, wie den übrigen technischen Räten der Regierungen. Aufgrund der Beschlüsse deS p r eußis chen Le h r er t a g e s. welcher zwischen Weihnachten und Neujahr in Magde- >urg abgehalten wurde, ist nunmehr vorn geschäftS- ührenden Ausschüsse de» LandeSverein» preußischer BolkSschullehrer ein Bittgesuch ausgearbeitet und an den Minister von Goßler und die beiden Häuser be» Landtage», sowie an jede- einzelne Mitglied befi­el ben gesandt worden. Dieses Bittgesuch enthält die Beschlüffe des Lehrertagefi mit kurzer Begrün­dung. Die Krisis in Argentinien hat schon wieder >en Bankerott eine» großen Londoner Bankhauses jerbeigeführt. Die Firma Clark hat sich fällst er­klären müssen, weil fie die in ihrem Besitz befind­lichen argentinischen Papiere nicht an den Mann bringe» konnte.

Die deutsche Schutztruppe in Do­rn ara land. Bo» > erschiedeven Seiten ist au» Südwestafrika gemeldet worden, daß die deutsche Schutztruppe und zwar die Offiziere derselben Handel trieben und sogar Branntwein, sowie Waffen und Munition an die Eingeborenen verkauften. Auf diese Behauptung, die von deutschen Kaufleuten er­hoben ist, ist b'sher keine Erwiderung erfolgt. Die Sache wird so erklärt, daß die Schutztruppe Lebens­mittel, also dort vor allem Vieh, erwerben muß, und daß alfi Gegenwert dafür hauptsächlich nur Waffen und Munition, sowie vielleicht auch Spiri­tuosen zu verwenden seien. Das hätte die dortigen Kaufleute aufgebracht, und diese hätten die Sache zu einer politischen aufgebauscht. In solchen Dingen, ramet tlich wenn sie wegen großer Entfernung nur langsam und schwierig zu pküfen sind, ist efi not­wendig, beide Parteien zu hören. ES ist aber ein sehr verschiedenes Ding, ob die kaiserliche Schutz­truppe Waffen und Munition in Zahlung giebr, oder ob die Händler solche gegen Vieh vertauschen; denn ein vollständiges Verbot des Verkaufs läßt sich nicht durchführen, und ist auch nirgend» beab­sichtigt. Die Händler aber, welche in dem dünn bevölkerten Lande nur Geschäfte von geringem Um­fange machen und noch dafür Lizenzgebühren ent*

Schrank kramend, .geftctn Nachmittag mit ber Post. Ich erinnere mich bestimmt, eS in ber Hand gehabt ,n haben nnb in ber Rechnung ist eS auch angeführt. Daun kam Hartwig und störte mich. IS ließ alles st heu, in ber Ueberz-ugnug, eS werde Niemand die Apotheke betreten. Aber Hein muß doch bagewefen fein. Nun?!' rief er bem eintreteuben Diener entgegen.

«Der Herr Apotheker Hein ist gestern Mittag wiikltch abgereist, gräfliche Snaben, feine Mutter erwartet ihn mit bem nächsten Zug zurück.'

.Dann muß doch emer von Euch hier geräumt haben, obgleich Ihr bie» nur in HeinS Gegenwart thnn sollt!' rief ber Graf zürnend nnb schnitt mit einem heftige«: .Frage nochmals unter ber Steuer» 'chatt nach', bte Beteuerung beS Salats: eS habe Niemand ba» Zimmer betreten, ab.

In Edith war ein plötzlicher Gedanke emporge- züugett. Sie trat neben den Grafen nnb erfaßte feine Hmb.

,Wa» war in bem Fläschchen?* fragte fie. Ihr schien, al» versage bte Zunge ihren Dienst.

Der Gras sah fie mit Befremden an. Ihre innere Aufregung prägte sich in Wort nnb Miene au». War daS Mädchen nervös?

.Sind, was hast Du?'

,W» war in bem Fläschchen?' wiederholte fie abermals.

.Nun Saubannm. Opium. Unb weil ick...' Er vermochte nicht Wetter zu sprechen. Edith» Hände umklammerten seinen Arm.

,Unb baS ist Gift!' rief fie fast schreiend. .Gift Papa an bem man sterben muß?!'

.San« nicht muß', erklärte ber Graf. Dabei bemächtigte fich seiner eine unwillkürliche B Hemmung. Er hatte baS verschwundene Narkotikum vermißt be er besten bedurfte und überhaupt jede llnregelmätztakett in ber Apotheke alS Pflichtverletzung betracht te. Eine Befürchtung, ber Gedanke nur an einen Mißbrauch desselben war ihm nicht in ben Sinn gekommen.