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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. —
Illustriertes Sonntagsblatt.
Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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•Metal tieft* ach« en Werltes» nach Sonn, und Feiertagen. — Qn-rtLt'Ldvuneuieutt«Preis bei der Lrpe- dition 2'/. SU, 6tt des Postämter» 1 Stt bO Pfg. (exkl. Veftellgeld). Jnferttonegebühr für die gespaltene Zeil» 10 •fr, Äeöewtn «ür di, Zeih 86 Pfg.
Marburg.
Donnerstag, 18. Dezember 1890.
Rnzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlalteS sowie die Lmumeen-Bureenx von Haasenstein und Bögler ___ In Frankfurt cu M., Löffel, Magdeburg u. Wien: Rudolf XXV. Mraana. Mvffe in Frankfurt e. M., Berlin.München u. Köln;«, g.
Daube u. to-in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Baris.
ßl«ferr Verehrte« Abonnente« bei der Post ersuchen wir freundlichst, die Kestellungen für das erste Quartal 1891 auf die
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mit ihren Gratisbeilagen
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fir dir Kreist Marburg «ud Kirchbai«
und
Mustrierte« Sonntagsblatt
baldigst machen zu wollen.
Der Nr. 1 wird ein schöner Wand- Md Notizkalender für 1891 gratis Kigefügt.
Im erzählenden Teile kommen spannende Romane und Novellen zum Abdruck.
Bestellungen in hiesiger Stadt werden len der Expedition (Markt 21) und in Kirchhain von unserer Agentur Herrn Buch- iiuder B. Rindt entgegen genommen.
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In -e« Reichstagsferien.
Wenige Sitzungen hat der deutsche Reichstag tot abgehalten, seitdem er zum Beginn d. M. zur tlusnahme seiner Arbeiten wieder zusammengetreten »ar. Es lag noch kein Grund vor, so frühzeitig schon in die Weihnachtkferien zu gehen, denn, wenn wch die von der Rrichsrrgierung unterbreiteten Gesetzentwürfe in erster Lesung beraten und Kom Missionen überwiesen worden waren, so waren doch «och recht wichtige Anträge au» der Mitte des Hauses vorhanden, die mindestens für sechs bis acht Sitzungen Debatienmalerial gegeben hätten. Diese Ariräge betreffen die Einführung der zweijährigen
Dienstzeit für die Infanterie, dir Ermäßigung und Aushebung der Getreidezölle und endlich die Aushebung deS Jesuitengcsetzes. Alle diese wichtigen Fragen konnte man vor Weihnachten roch erörtern, wenn man eS eben gewollt hätte, aber im Reichk- tage wiegt der Wunsch nach Ruhe und Frieden ebenfalls vor, und so ist denn die sehr ftühe Vertagung beschlosien worden. Tritt nach Neujahr dann der Reichstag wieder zusammen, so liegen dir Dinge erheblich anders. Dann wird sowohl bezüglich der Getreidezollsragen, wie auch in Sachen deS Jesuitengesetzes von vornherein vom Bundes ratStische auS bestimmte Auskunft gegeben werden können, und man weiß auch im Reichstage dann sofort, woran man ist. WaS die sofortige Einführung der zweijährigen Dienstzeit betrifft, fo ist davon jetzt nicht gesprochen und wird auch wohl im Neuen Johre nicht sobald gesprochen werden. Die heute wichtigste Frage ist unstreitig die der Getreidezölle. WaS in dieser Beziehung geschehen soll, das hängt ab vom Wortlaut deS neuen Handelsvertrages mit Oesterreich - Ungarn. Ein Aufheben der Zölle ist in keinem Falle zu erwarten; selbst, wenn die ReichSregierung dies wollte, was nach ter bekannten Erklärung im „Deutschen Reichs anzeiger' ja aber nicht der Fall- ist, so würde doch der Reichstag nicht zustimmen. Herr Windthorft hat sein Wort für die Schutzzölle mit vollem Nachdruck 'm Namen seiner ganzen Partei in die Wagschale geworfen, und mit diesem Faktum ist als ausschlaggebend zu rechnen. Möglich ist eine gewiffe Ermäßigung, wenn Oesterreich-Ungar» entsprechend hohe Gegenleistungen bietet; erfolgen letztere aber nicht, so bleibe Alles beim Alten, und es hat keinen Zweck sich über ein Gegenteil Illusionen zu Mächen, welches doch nicht eintreten wird. Daß eine mäßige Geir eidezollherabsetzung einen völligen Umschwung auf dem Getreidemarkte herbrisühren wird, ist ganz selbstverständlich aukgeschloffen; es ist überhaupt ganz müßig, zu sogen, ob die Folgen große oder geringe sein werden. Wir müflen die praktischen Erfahrungen haben, darnach erst läßt sich rechnen. Deutschland hat allen Anlaß, gerade in wirtschast- licher Beziehung vorsichtig zu sein. Wir haben im AuSlande recht scharfe Konkurrenten, die nicht etwa in Lhränen zerfließen, wenn wir sie umarmen wollten, sondern die unS bei der Umarmung kaltblütig das Portemonnaie auS der Tasche eSkamotieren, mit anderen Worten, unS ein Schnippchen schlügen und den Verdienst fortnähmen. Auf dem Weltmarkt herrscht heute eine sehr große Konkurrenz,
und in GrschäftSangelegenheiten girbt es keine Völkerfreundschaft, das haben wir zu bedenken, darnach unS zu richten. Deutschland hat gegenüber dem AuSlande gute handelspolitische Trümphe in der Hand; sollen wir unsere Karten aufdecken und daS Spiel verloren geben? Die Gutmütigkeit ginge zu weit, man würde uns einfach auSlachen. Nächst Oesterreich-Ungarn kommen für uns in dieser Hinsicht jetzt am meisten Rußland, Nordamerika und Frankreich in Betracht. In den Bereinigten Staaten ist der letzten Zollschrauberei bekanntlich schon ein gute- Stück Erkenntnis gefolgt, und auch Frankreich, das so sehr auf den Export angewiesen ist, wird üble Erfahrungen machen, wenn eS sich von den excentrischen Schutzzöllnern durch Dick und Dünn ziehen läßt. Rußland hat weniger eine regelrechte Zollpolitik als vielmehr eine Finanzpolitik, deren Hauptziel ist, um jeden Preis die Staatskaffe zu süllen. Ja, wenn wir unS mit allen Industriestaaten von vornherein einigen könnten. Aber daran ist absolut nicht zu denken. In allen Industriestaaten herrscht eine Krisis, die ihre Wirkung nicht versehlen wird. Die ReichSregierung muß daraus achten, im rechten Moment zuzugreise». Aber von vornherein der ausländischen Konkurrenz um den HalS zu fallen, das geht nicht. Recht gefühlvoll wag daS fei», aber die deutsche Naiion lebt nicht vom Gesühl, sondern von ihrer Hände Arbeit.
Li« Wort r« Gunsten nn lerer pensionierten Beamte«.
Man ist jetzt auf allen Seiten lebhaft dadurch in Anspruch genommen, daß man den „berechtigten Kern' der Sozialdemokratie zu ergründen sucht, um nach Ausschälung desselben der Umsturzpariei den Wind aus den Segeln zu nehmen und selber die bessernde Hand an die entdeckten Schäden zu legen. Zum Teil geht man von vielen Seiten bei diesem Unternehmen von der Ansicht aus, daß Sozialdemokratie und Arbeiterschaft Begriffe seien, die einander decke», zum Teil aber hat man überhanpl nur Augen für die Mängel, unter denen die Arbeiter leiden. So kommt r» denn, daß andere Klaffen unserer Bevölkerung sich zurückgesetzt fühlen, daß sie meinen, sie seien Stiefkinder der Gesellschaft. Eine Zeitlang waren ks die Beamten im großen und ganzen, die in diesem Sinne sich bescheiden äußerlen; nun aber ist die Gehalisaufbefferung im Reich und in Preußen in Fluß gekommen, nicht ohne daß — wie dies in solch n Fällen immer zu geschehen pflegt
— Sozialdemokratie und Teutschfreifinn sich breitspurig ausstellen, um den Dank hierfür einzuheimsen. Die genannten Parteien stellen es so dar, als ob sie die Gehaltsaufbesserung allein veranlaßt hätten, während doch die Fürsorge der gemäßigten Parteien für die Beamtenschaft im Widerspruch zu de» demokratischen Parteim schon sprichwörtlich war, ehe diese, um Anhänger zu gewinnen, sich entschloffen, auch ihrerseits die Beiträge für die Erhöhung der Ge- hälter auS den unter ihrem Widerspruche bereit gestellten Mitteln zu bewillige». Nunmehr aber harrt noch eine ganze nicht besonders gut situierte Klasse auf die Verbefferung ihrer Lage, daS ist die Klaffe der pensionierten Beamten. Wir brauchen wohl nicht erst daran zu erinnern, daß die Ruhegehälter dieser Männer mit altpreußisch knapper Sparsamkeit bemeffen, zur Zeit in demselben Maße unzureichend geworden sind, als die Bramtengehälter und daß den Pensionären gegenüber dieselben Gründe sür eine Aufbefferung ihre- Einkommens maßgebend sind, wie sie sür die Aufbesserung der Beamtm- einkornmen vorgeführt wurden. ES ist ja unzweifelhaft richtig, daß, bevor neue Ausgaben in Erwägung gezogen werden können, erst die gesamte finanzielle Lage in Betracht genommen werden muß und aul diesem Grunde wird erst die Feststellung des Etats abzuwarten sein; immerhin aber dürste eS sich empfehlen, jetzt schon eine Berücksichtigung der Pensionäre, die bescheidend wartend im Hintergründe stehen und die doch ihre Arbeitskrast für daS Vaterland verbraucht habe», inS Auge zu fassen.
Derrtsches Leich.
Berlin» 16. Dezbr. Kaiser Wilhelm, König Albert und Prinz Georg von Sachsen, sowie zahlreiche andere Fürstlichkeiten wohnten am Dienstag den Jagden bei König»-Wusterhausen, einige Meilen von Berlin, bei. Abends um 6 Uhr fand der Ausflug mit einem Diner im Wusterhausen Jagdschlösse seinen Abschluß, worauf die fürstlichen Herrschaften nach Berlin zurückkehrten. Der König und der Prinz Georg von Sachsen find sofort nach Dresden weiter- gereist. — Der Bundesrat wird am nächsten Sonnabend die Beratung der Aussührnnglbestim- mungen zum AlterS- und Invalidengesetz beenden und dann in die WeihnachtSferien gehen. — Die Einkommensteuer - Kommission »ahm ferner dir §§ 18 und 19 (Ermäßigung der Steuersätze) mit den Anträgen Christophersrn an, wonach bei drei oder mehr Familienmitgliedern unter 14
Ihr Ideal.
Der Roman eines Mädchenherzens.
Rach dem Dänischen de» C a r i t E t l a r.
lFortsetznng.)
»Warum hielt Hardenveig mir übrigen» vorhin m langwellige Moralpredigt? 34 möchte wisse», deshalo ich demütig sein sollte, t»m« ich zwischen «klüft-teu B-rgeu umher spaziere!'
Graf Povttz besann fich auf eine zutreffende Aut- *wt, allein e» bedurfte einer solchen nicht mehr, 3>a «Pla unter ihrer I tztru Frage in fünften Schlummer Pallen zu sein schien. Während deS Gespräch» war Ar ein Buch entsunken, weshalb der Graf fich zu ihr Mschlich, um e» aufzuhedeu uud ihr tu deu Schooß «leg-». Sie schlug ihre Auge» nicht ans, während ® <8 that, sondern lächelte nur, nickte ihm zu uud diamte wellet. —
Eroa acht Tage zuvor hatte der General, als la unterwegs tu einen Wagen stieg, einen hohen, tumben Herrn bemerkt, der einige Schritte von ihnen ®tfei8t wie eine Bildsäule stand, ein großis, goldener «rgnou vor» Ange gekaiffen, da» er »»verwandt auf •* junge Dame richtete. Obgleich eine solche Auf- *nksawkett für Graf Povttz nicht» Nene» war, ja, immer Gazela fich zeigte, znr Tagesordnung ge- mte, lag doch in der in solcher Weise znr Schau Kdrachteu Bewnndernug dieses Fremden etwas ganz ^sonders Auffällige». Mütag» und Abends hatte *9 derselbe wieder eiugefundeu, doch hielt er fich stets J fo gemessener Entfernung von ihnen, daß seine *sd'seuhell in keiner Weise lästig erscheine» konnte. .Er bezog dasselbe Hotel, welches der General zu "etm zeitweiligen Aufenthalt erwählte. Im Fremde». Me stand er unter dem Namen .Hamilton' äuge "tot; eine eugli'che Familie, mit welcher et im Hotel Wammentraf, hatte ihn mehrere Male .Mylord' toniitti. Do» war alles, weS man von ihm wußte . Mehrere Tage hinter einander wurde Gazela unv "ton Morgen ein ausgezeichnet schönes Borqaet
kleiner, weißer Rosen zugeschickt, jedoch stets ans eine so sinnreiche »ud schlaue W.ise, daß der G 6er nicht zu erraten war. Der Diener und ,bte Kammerzofe erhielten strenge Befehle, die Rosen nicht anzunehmen. Daraus brachte der aufwarteude Kellner sie ans einem Präsentierteller. Sm nächsten Tage lag daS Bouquet zwischen dem Theeserv'ce. Am darauf folgende» Morgen prangten die Blumen auf dem Sitz in dem Konpee, welches ein Siseubahnbeamter ih-en öffnete; zum Uebei fluß war auch der ganze Fnßteppich au diesem Tage mtt zarte», weißen Rosen bestreut.
Die bnftenben Blumen von unbekannter Hand waren daS elfte, was Gaz-las Augen jeden Morgen erblickte», und eben so regelmäßig wurden sie täglich von ihr im Hotel oder im Wagen achtlos zurück- gelassen.
Sie gab durch keine Aeutzerung zu erkeuueu, datz sie zu der bewundernden Huldigung des Fremder, irgend welche Stellung »ahm, «s sei denn, datz sie Hardenberg ersuchte, ein S parat - Konpee zu lösen, so zwar, datz eS jedem Fremden verwehrt würde, In ihre Gesellschaft zu gelangen. Diese BorfichtSmatz regel wat tobt6 unnötig; der Engländer dachte ntttt tm entferntesten daran, eine solche Gelegenhett, sich ihr zn nähern, zu erlangen. Et schien eben so scheu, wie zurückhaltend zu sein uud suchte fich so rar ihre» Blicken zn entziehe». Hardenberg lenkte daS G spräck mehrfach aus ihn, "Bein Gazela hörte ihn rnhtg an, lächelte geheimnisvoll, zuckte die Achsel» und — hüllte sich iu ei» unnahbares Schweige».
VI.
Der Flügel d'S Hotel», dessen Bel. Etage der General in Svigvou bewohnte, lt.tz ans einen großen Garten blicken, der vom Rhouefluß begrenzt wurde, welcher st» hier tu einer so ansehnlichen Breite auS- dehvte, datz derselbe mit Fahrzeugen von geringerem Tiefgänge, Kähnen und Löte» bedeckt mar. Es herrschte demnach in der nächsten Umgebung des Hotels ein sehr rege» Lebe», da die Schiffe un-
mutdbar neben demselben ihre Ladungen löschten oder eiuuahluen.
AlS eint» Abend» da» goldene Licht der unter- gehenden Sonne noch die Wolken rötete, die fernen Berge färbte und wie mit Feuergarben auf den kleinen, grünen Fensterscheibe» der Kathedralkirche zitterte, kam eine lärmende Schaar jugendlicher Studenten in den Gurten bei Hotel» beretngestürmt. Au ben Tisch'n geiabe unterhalb Gazela» Altan nahmen sie Platz, lachte» nnb fangen, hielten Reden uud fetzte» die ganze Kellnerfchast in öemeanng. Es war eine Scene voller Jabel unv Ausgelassenheit.
In einiger Entfernung von diesem Schauplatz, im schützenden Schatte» hoher My tenttarne, stand eine schoeigsame, »nbeweglicbe Gestalt, der »»bekannte Eagltader, welcher einen auffälligen Gg-nsatz zn der lästigen Sludentenschaar bildete. Da» Lorgnon vorm Auge, sah er unablässig zu Gazela» F öfter empor.
Da» srisede Lachen der jungen Barschen nnb der entstandene Lärm lockte Gazela weiter auf ben Atta» hinaus, von wo an» sich ihrem Blick die lebhafte Gruppe tm Gart n zeigte. Ja der rosigen Beleuchtung otr Abendsonne bot das liebreizeude Mädchen mir ihren ttamerifäen Augen und ihrer fast feenhaften G statt, au der j de Linie vollendet und syumettisch war und um welche der gewohnte Reichihum von Atlas und Spitzen einen herrlichen Rahmen wob, ein Bild voller malerischem Zauber.
Sämtliche Blicke richteten fich wie mit einem Schlage ans den Alta». Gazela lehnte fich auf die Brüstung, lanstte ben fremden M-lobten und staub mit ihrem gewohnten, fi greiche» Lächeln fo ruhig nnb unentwegt ba, als wenn all bie huldigende Bewunderung gar nicht ihr gegolten hätte.
Da kam eine Blnwenveikäufeiiu in den Garte»; die Studenten bemächtigten fich deS Korbes und Borqaet Über Lonqiet flog nun nach dem Attav hiuanf. Die Blume» fLlen neben Gazela nieder, fi- lagen vor ihren Fbtzeu, auf der Brüstung; fi- ließ sie uubelührt, sandte ein bezaubernde» Lächeln zu
ben Untenstehenden hinab nnb vervetz bann graziös ben Altan.
Mylorb war Zeuge der ganzen Szene gewesen; mtt offenem Munde nnb starren Augen verfolgte er ben Vorgang.
Aber bie ©tubenfen hatten einen neuen Einfall. In unsäglich kurz-r Zett war unter ihren Htaben ein geschmackvolles Ries-nbouqaet entstauben, mit welche« nun Derjenige, welcher btefe Idee zuerst in Anregung gebracht hatte, wie ein Sieger in bas Hotel eilte.
Balb darauf meldete der Diener dem General einen fremden Namen.
.Herr General', äußerte der etnhetenbe Student, welcher beim Anblick GazelaS sichtlich befangen wurde, .gestatten Sie mir, Ihrer Tochter diese geringe Gabe als Zeichen unserer Hochachtung und Verehrung au» zubieten?*
Der General verbeugte fich und Gazela fich zu- wendend, fuhr der Sprecher fort:
.Reizendste, schönste Fee, die meine Augen je sahen, lassen Sie fich herab, diese Blumen als ein Symbol unserer ttefsteu Huldigung entgegenznuehmen, und versagen Sie uns die Gnade nicht, zu Ihre« Füßen unsere Lieder fingen zu dürfen 1*
MU Berwnnderuug vernahm der General die wenigen Worte, welche Gazela al8 E widernug ans diesen poetischen Gruß sprach «nd welche auffallend gleichgültig klangen. Welche Erklärnng ließ sich dafür finden?
Unten in einem Wink-l de» Garten» saßen zwei Damen an einem Tssche, Beide fang. Beide hübsch and überaus anziehend, wenigstens von fern betrachtet. Vor ihnen stand ein Herr, mit dem sie fich eifrig unterhielten. Wer war derselbe? Franz Hardenberg, so ritterlich anfmerksam, so ehrerbiriig, wie er Grzrla «och nie gegenüber gestanden hatte. Die eine Dame iah lächelnd zu ihm empor, wie wenn fie besorgt wäre, raß ihr eto» feiner Worte entgeh;u könnte. Sie verlor ehren Soaneuschirm, Hardenberg nahm ihn ans; fie streckte zögernd die Hand nach demselben aus und