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mbeüW"^ beraten worden, und beide Parlamente find Dum fitzt schon in die Weihnachtsferien gegangen, Wz erhiblich zeitiger also, als ursprünglich ange- Wwmtn wurde. Dieser frühe Abschluß der Be« ptungen ist im Wesentlichen durch die sachlichen rathö Natten ermöglicht, welche bei allen Vorlagen Platz
Der Reichstag hat ven Gesetzentwurf betreffend die Vereinigung der Isiel Helgoland mit dem deutschen Reiche ohne Abändelungen angenommen. Die Zu stiwmung mar eine fast allgemeine, nur Een Sozialdemokraten paßte die spätere Einverleibung der Insel in Preußen nicht, fie wollten fie mit Hamburg verbunden sehen. Dieser Vorschlag fand aber nirgends Beifall. Außerdem find die Gesetzentwürfe wegen Abänderung deS Patentgesetzes und deS Krankenkassen gesetzes und das Gebrauchs-Musterschutzgesetz Kommissionen überwiesen. Dann folgte die erste Beratung deS Reichs Haushaltes pro 1891/92. Von dem Etat selbst war eigentlich in den Debatten nur wenig die Rede, alle Parteien bekundeten ihren Willen, die strengste Sparsamkeit walten zu laffen, umsomehr aber wurde über die Wirtschaftspolitik gesprochen, und über die schwebende Frage der Ermäßigung der Kornzölle. Der Reichskanzler von Caprivi, der zu wiederholten Malen zu kurzen Ausführungen daS Wort ergriff, gab über diesen Punkt keine bestimmte Erklärung ab, doch scheint es that- sächlich, alS sei sür den neuen Handelsvertrag mit Oesterreich-Ungarn eine gewiffe Ermäßigung der Kornzölle in Aussicht genommen, wenn die österreichische Regierung entsprechende Gegenleistung bietet. Die Parteien, welche die Getreidezölle beschloffcn haben, scheinen freilich nicht geneigt, auf den Wechsel in der Wirtschaftspolitik einzugehen, besonder- betonte Herr Wmdthorst wiederholt und mit sehr großem Nachdruck, daß die Getreidezölle sehr nötig seien und er sich nicht entschließen könne, fie fallen zu lassen. Unter diesen Umständen läßt fich schwer absehen, wie die Dinge sich gestalten werden. Die Beratung der im Reichstage eingebrachten Anträge, auch derjenigen auf Aushebung des Jesuitengesetzes, ist bis inS neue Jahr verschoben worden. Im preußischen Abgeordaetenhause sind alle Reformgesetze Kommissionen überwiesen. Die zuletzt erörterte Schulvorlage hat nach dem Gange der Beratung thal- sächlich recht schwache Aussichten.
Kaiser Wilhelm's Programmrede bei der Eröffnung der Schulkonferenz in Berlin ist noch immer viel besprochen worden. Daß der Kaiser in sehr vielen Punkten seiner Ausstellungen durchaus Recht hat, wird allgemein anerkannt, noch mehr Aufsehen aber hat dieses Herdortreten des Monarchen auf einem Gebiete gemacht, das zwar zu den wichtigsten des öffentlichen Lebens gehört, aber doch von fürstlichen Personen nur selten im vollen Umfange beherrscht wird. Ganz besonders lebhafte Anerkennung finden Kaiser Wilhelm's Worte in Frankreich. Die fran
zösischen Zeitungen stimmen vielfach ganz vorbe- haltlos den kaiserlichen Forderungen zu und verlangen eine gleiche Reform auch in Frankreich. Die Schulkonferenz selbst ist über die allgemeine Diskussion der ihr unterbreiteten Fragen noch nicht hinauSge- kommen, bestimmte Beschlüsse find bisher nicht gefaßt worden. Von einem bevorstehenden Rücktritt deS Kultus- und UnterrichtSminifterS von Goßler ist mehrfach gesprochen, doch wird sich dieser Minister wechsel wohl kaum so bald vollziehen. Wie sehr der Kaiser bemüht ist, allen Grund zu Zwistigkeiten auS der Bevölkerung fernzuhalten, zeigt sich auch bei der Neubesetzung des ErzbischofSstuhleS in Posen, für welchen wieder ein Geistlicher polnischer Nationalität in Aussicht genommen ist, der von der polnischen Bevölkerung in Posen dringend gewünscht wurde.
Die vielfachen Befürchtungen wegen neuer großer Militärforderungen an den Reichstag, die in den letzten Wochen verbreitet waren, haben durch die entschiedene Erklärung' deS Reichskanzlers v. Caprivi, daß solche nicht kommen würden, ein Ende gefunden.
ist dies um so ersreulicher, als auch zu gleicher Zeit verlautet, für die Zukunft solle überhaupt int Militärwesen möglichste Sparsamkeit beobachtet werden. Dies wird um so eher möglich sein, als auch andere Staaten sich von den starken Militärausgaben der letzten Jahre etwas zu erholen gedenken. WaS die Kolonialpolitck anbetrifft, so ist au« Ostafrika gemeldet worden, Major von Wißmann werde sofort rü e neue Expedition inl Innere an treten, um einen unruhigen Negerhäuplling zur Raison zu bringen. Emin Pascha führt seine Umreiswig deS Viktoria Nyanza ohne Störung durch. Er hat an den Ufern des gewaltigen SeeeS bereits eine Reihe deutscher Stationen angelegt.
Der neue Grvßherzog von Luxemburg, der bis hcrige Herzog Adolph von Naffau, ist zum Beginn dieser Woche in Luxemburg eingetroffen, ist herzlich empfangen und hat de» Eid als Großherzog (geleistet. In den bei diesen Gelegenheiten gehaltenen Reden sind alle besonderen Anspielungen sorgsam vermieden, dagegen hat das Luxemburger Volk eS sich nicht nehmen laffen, den neuen LandeSvater mit einem schönen Liede zu begrüßen, deflen Reftain lautet: .Wir wollen keine Preußen sein!" In einigen Köpfen spukt eben noch der thörichte Gedanke, das deutsche Reich könnte mal gelegentlich Luxemburg in die Tasche sticken. Deutschland und Frankreich haben bereits Gesandte für den Luxemburger Hof ernannt. Im Haag leistete die Königin Emma von Holland
Wochenschau.
Die dringendsten Vorlagen sind im Deutschen tichstage, wie im Preußischen Landtage in erster
den Etd als Regentin und Vormünderin ihrer Tochter, der Königin Wilhelmine.
Die deutsch-österreichische Zollkonferenz, welche in Wien tagt, bildet doit den Hauptgegenstand bei TageSinteresseS. Wenn auch einige Hitzköpfe daS Zustandekommen des neuen Handelsvertroges stören möchten, so besteht doch im allgemeinen die Hoffnung auf eine schließliche Bereinbarurg. Auch Kaiser Franz Joseph hat diese Ansicht bei einem Gastrnohl vertreten, welches er den Mitgliedern der Konferenz gab. Die Verhandlungen deS kürzlich eröffneten österreichischen Reichsrates verlaufen still und nehmen die weitere Aufmerksamkeit nicht in Anspruch.
König Humbert hat die neugewählte italienische Volksvertretung am Mittwoch mit einer Thronrede eröffnet, deren Inhalt bei den versammelten Abgeordneten lauten Beifall gefunden hat. Hervorgehoben wird darin mit besonderem Nachdruck der unerschütterliche Fortbestand deS großen FriedentbundeS, und die Zuverficht auf eine dauernde Erhaltung deS europäischen Friedens ausgesprochen. Die Darlegungen über die inneren italienischen Verhältniffe klingen sehr günstig, vielleicht zu günstig. ES sollen umfangreiche wirtschaftliche und soziale Reformen durchgeführt werden, das geht aber nicht so leicht in einem Lande, wie Italien, daS noch in der Ent- Wickelung begriffen ist. Sehr angenehm würde den italienischen Steuerzahlern die bündige Verfichcrung klingen, daß keine neue Steuern erforderlich find, um die lausenden Staatsschulden zu decken. Durch Anwendung allergrößter Sparsamkeit ist eS gelungen, daS Budget im Defizit zu beseitigen. Nach dem tiefen Eindruck, den die Thronrede gemacht hat, wird es den Gegnern des Ministerpräsidenten CriSPi nicht leicht werden, diesem in der Deputiertenkammer erneute Schwierigkeiten zu bereiten.
In Frankreich ist die für einige Tage recht drohend in die Erscheinung getretene MinisterkrifiS wieder beseitigt. DaS Kabinet hat der Kammer in den Budgetfragen sehr weitgehende Konzesfionen gemacht, und daraufhin ist der Friede geschloffen. Das englische Parlament ist bereits bis Ende Januar vertagt, nachdem e« die für die außerordentliche Herbstsession bestimmte Aufgabe — Dank dem Par- nellspuk — fehl schnell erledigt hat. Der Parnell- skandal hat seinen Abschluß mit einer Spaltung der irischen Partei gefunden. 50 Abgeordnete haben fich von ihrem bisherigen Führer losgesagt, 30 find ihm treu geblieben Und nun reisen die feindlichen Brüder in Irland herum und laffen einander kein gutes Haar auf dem Kopfe.
Missen. Selbst solche Redner, welche durch ihre l in Dchärse bekannt find, schlugen einen weit ruhigeren r™ an, als früher. Die Enschiedenheit der An- 7^70 Wien >st überall wohl dieselbe geblieben, aber diese Msichten find in eine Form gekleidet, welche keine Wgen Erörterungen hervorrust, auf die sachliche ede folgt die gleiche Gegenrede. Einige seltene iale schien es wohl, als wollte der Redestrom sich i neues Bett oussuchen, aber es schien auch nur t iknn bald war alles wieder im gleichen Geleise.
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Rach dem Dänischen des Sarit E t l a r. (Fortsetzung)
^»Endlich kaufte ich ihm ein großer Gut und hatte suche ^Freude, zu sehen, daß er daS schöne Anwesen in 790Z “J?« Jahren zu Grunde richtete. Ich habe sür.
Ur garz besondere Ursache, diesen Eohn meiner le ffitgen Schwester warm in mein Herz eiuzuschlikßeu! —' ^weihalb erwähnst Du seiner in diesem Augen- Er ist doch nach Sftika abgereist, nm sich mit Foebninen herumzuschlagen, gewiß daS Geschenteste, F1« in feiner Lage beginnen konnte!' f »Rach Afrika?'
rani k »Nau, ja! Er schrieb mir dieses Frühjahr seinen und bat mich nm Reisegeld.'
^Trotzdem ist er nicht völlig so wett gekommen', *®Mete lächelnd der Arzt. «Augenblicklich — und S ist die Hauptsache — fitzt er im hiefigen R'thanS- ™8«i8, wett er fich vorgestern auf offener Sttatze K® «uftrn Polizeimeister vergriffen hat, in der W, einen Deserteur, welcher in seine Garnison- T transportiert werden sollte, za befreien. Ich diesen ganzen Abend darüber nachgedacht, wie Maugen sei, ihm die goldene Freihett wieder ^schaffen; es könnte ihm schlimm ergehen, wem, über ihn gefällt würde. Da erscheinst Dn ? der Bildfläche und dringst wir Licht in die Servis, tz» hängt von Dir ab, ihn von hier St. Erschaffen; Da mußt fein Ritter fetal'
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tfo a'$8' Du! Franz ist die verkörperte, frische Jugend, l|V gesunder Gedanken, die allerdings mit den krank 907 Ideen Deiner verhätschelten Tochter nichts haben. Gerade einer solchen Menschen be- r 1 2, Du aber. Gr wird der rechte Arzt sür Dein L Kind fein, er wird fie ans ihrem Schlaf auf- * ist«, das erloschene Seelenlämpcheu wieder an-
**ta und ihre Lebenslust aufs neue wachrnfeu.
Warum stehst Du mich so verwundert an? Franz hat zwar viele thörichte Streiche begangen, aber niemals einen schlechten. Er ist noch jung, beflernngsfähig und besitzt ein aufrichtiges, edles Herz. Zerstreuungen, Abenteuer und Gefahren nmschwirren ihn wie die Fliegen da» Roß,, aber wo er weilt, herrscht Froh, ian und Heiterkett. UeberdieS besitzt er die eine Eigenschaft, die bei Kavalieren feiten anzutreffen ist and die in Deinen Augen als ein ganz besonderer Vorzug angesehen werden dürfte: er ist Damen durch, ans nicht gefährlich!' w”f“Ä aw" "'°^
«Erinnere fie daran, daß er ihr nächster Der. wandter sei, versprich ihr in seiner Gesellschaft Zerstreuung, erweise Dich erfinderisch, betone, daß sie eine gute Handlung begebe, daß fie dadurch eine Seele vom Untergang errette! Dergleichen schmeichelt tagend, licheu Herzen."
«Ich werde Deinen Vorschlag in Erwägung ziehen, muß aber selbstredend zuvor mit Gazela sprechen."
„Nein, retten vir ihn zuerst; später kannst Du >ie Angelegenheit mit Deiner Tochter bereden; eine ölche Sache muß mtt einem Trumpf genommen werden. Durch Dein beliebtes Parlamentieren Der. gendest Du nur unnütz die Zett. Wie ist es, wenn wir gleich gehen und versuchen, war fich thnn läßt?'
Dem General stand wohl in Gedanken eine nicht gerade angenehme Scene vor, wenn er ohne seiner verwöhnten Tochter vorherige Einwilligung so eigen, mächtig handelte und unter diesem Einfluß versuchte er noch einige Einwendungen zu erheben, aber der Oberstabsarzt wußte mtt einer solchen Beredtsamkett alle seine Bedenken zu widerlegen, daß er schli ßlich nicht ander» konnte, als kleinlaut nachgeben und fich nach kaum zehn Minuten bereits an der Seite des Arztes auf dem Wege nach dem Rathaus befand, wo Derjenige, von dem die beiden Männer in dieser Stunde so viel gesprochen Hattens, in enger Haftzelle eingekerkert saß, ahnungslos, in welch unverhoffter
W-ise von gänzlich unerwarteter Sette Über seine Zukunft entschieden worden war, über seine Zukunft und Über die eine» Mädchen», welche», wenn er ihrer überhaupt gedachte, einzig al» ein eigenfianige», Der. hätschelte» Kind, da» schon al» ein solche» Don der Dienerschaft „Komtesse Gazela" genannt worden war, in seiner Erinnerung lebte.
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Eine halbe Stunde später, nachdem fie die Woh. nung de» Doktor» verlassen, klopften der Gneral nur der Oberstabsarzt an eine Thür im Erdgeschoß de» RathauSgebändes, wo der Gefängniswärter seine Wohnung hatte.
Eine Frau öffaete ihnen die schwere, eichene Thür, führte die Bintretenben in eine dunkle Stube nnb nickte bann dem Arzte freundlich zu, al» fie ihn beim Aufflackern einer schnell angetanbeten Kerze erkannte.
.Nun, wie geht eS, Else, kein Fieber mehr? Wo st Ihr Mann?'
«Er schläft im Alkoven', antwortete die Fran. „Er wird heute für seinen Bruder Nachtwächter spielen und ich riet ihm deshalb, fich zuvor ein paar Stunden Schlaf zu gönnen."
„Wer spricht da, Else?" kam in demselben Moment au» dem Alkoven hervor ein männlicher Kopf zum Vorschein, der bi» über die Ohren von einer roten Nichtmütze bedeckt war. „Macht der verwünschte Patron wieder Lärm?"
In diesem Augenblick gewahrte er erst die beiden Fremden und mit Blitzesschnelle sprang er auf, nm ich in der nächsten Minute den Besuchern zu »räseuttereu.
ES war ein magerer, ziemlich unansehnlicher Mann mtt eingefallenem Antlitz.
,Von wem sprachen Sie da, Schweeu?" fragte der Arzt, nachdem der also Angeredete fich entschuldigt und genügend verbeugt hatte.
„Nnu, von wem wohl ander», al» von dem Spektakel- macher, dem Grafen Hardenberg, der sich seit einigen
Tagen hier befindet", lautete die Antwort. „Seitdem derselbe hier etagezogeu ist, haben wir keine ruhige Stunde mehr gehabt. Er zeigt fich gar zu desperat!"
Else fand die letzte Andeutung wahrscheinlich ehrenrührig, denn fie ries drohend au»:
„Schween!"
Der Gefangeuwärter mllderte sogleich feine Stimme und fuhr ruhiger fort:
,Er eiftant alle» Erdenkliche und läßt mich den ganzen Tag nicht zu mir selbst kommen. Heute stütz trommelte er mich schon Morgen» nm fünf Uhr an» dem Schlummer, nur nm mir mitzuteileu, daß er gut geschlafen habe. Am Vormittag wünschte er da» alle Posthorn, welche» er bei mir gesehen hatte, ans seinen Wert zu prüfen; wenn er da» Instrument bekäme, würde er fich auch mäuschenstill verhallen; doch kau» hatte er das Horn, als er fich dicht an die eisernen Stangen seines Fensters lehnte und, sowie ein weib- ttche» Wesen an dem Gefängnis vorübergtag, mtt aller Anstrengung feiner Lunge zu blasen begann, >aß die ganze Sttaße viederhallte. Da» Schlimmste kam indeß uoch, denn al» der Bürgermeister mit dem GerichtSfthreiver gegen Mittag zu einer Vergleich», ko «Mission im Rathanse anlangte, da gab e» eine Musik, al» gelte e», die Toten zu erwecken. Der Bürgermeister ließ mich zu fich rufen, erteilte mir für meine Willfährigkeit gegen den Gefangenen einen beiden Verweis nnb befahl mir, ihm da» Instrument wohl ober Übel wieder abzuuehmeu, eine Prozedur, die nur mit großer Schwierigkeit gelang."
„Ihr könntet Euch wahrhaftig freuen, venu Ihr ihn lo» wäret", warf der Arzt hin.
«Da» ist auch unser einziger Wunsch", verficherte »er Gefängniswärter, «doch wird fich das noch be- devklich in die Länge ziehen. Als ich gestern dem Polizeiweister meine Not klagte, tröstete dieser mich, daß der Gefangene in höchstens z oei Monaten schon Geiegenhett bekommen solle, mtt eisernen Schellen im Wtborger Zuchthaus umher zu spazieren!'
Die beiden Herren wechselten einen raschen Blick.