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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Illustriertes Sonntagsblatt.

Spedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

M 291.

Bl täglich «ch« an Wervatz» «ach Som», und Itn. On«tal->bonne»ent».Prrir bei der Lxpe- Rk., det de» Postämter» 2 «k. bO Pfg. (exv. Bestellgeld). JufertivnSgrbühr säe di« gehaltene 10 Pfg., Reklsmen für di» Zeil» 26 Pfg.

Marburg,

Frettag, 12. Dezember 1890.

Anzeige» nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, Kröte die Amumcen-Vureaux von Haaseustein und Vogler

Frankfurt<uM., Laffel, Magdeburg «. Wie»; Rudolf Roste tu Frankfurt a. SU, Berlin.München tu 1Mn:G. 2- Daube tu Co. in Frankfurt a. M>, Berlin, Hannover, Paris.

XXV. Jahrgang.

Unser Kaiser als Wortführer -er Vater.

Die hochbedeutsame Ansprache Sr. Majestät des ggtler8 an die Beritauenswänner, welche zur Be- Mng über die reformbedürftigen Punkte unsere- Heren Schulwesen- am Donnerstag zu Berlin Hwimengetreten find, läßt sich in kurzen Worten Ht behandeln, sie will vollständig und genau ge- Hu sein, toten anders man sich Len Gesichtspunkt Hat machen will, von welchem auS unser kaiserlicher hnr sich geäußert hat. Im Namen der Sätet hat tzt. Majestät daS Wort ergriffen; alsallgemeiner Lwdesvater' hat Er es aiS seine Pflicht erkannt, kn versammelten Sachverständigen gegenüber auch diesen Standpunkt, den Standpunkt der Eltern zu «treten. Für diesen Entschluß, der wied.-rum von ja Hochherzigkeit deS Kaisers und von der Fürsorge, «lche Er Seinem Volke widmet, Zeugnis ablegt, enb dos ganze Land, werden insbesondere die Bäter, «lche eine solch gewichtige Fürsprache ficheilich nicht «wartet hatten, dem geliebten Monarchen innig dmkbar sein.

Der Kaiser ltgt hohen Wert auf die pflege des deutschen im Gymnasium, auf die Erweiterung der Kenntnisse in der vaterländischen Geschichte, aus die kharakterbildung der Schuler und auf die strenge Veach tung der Hygiene. Mit der Anzahl der Lehr- ßunden soll herunttrgegangen, der lateinische Aufsatz soll abgeschafft, die Examina sollen vereinfacht werden. Die Berechtigung für den einjährig freiwilligen Dienst i soll fortan auf den Gymnasien nicht mehr einfach /rseffen" werden können, sondern von einer be- s sonderen Prüfung abhängig sein. DaS Realgym­nasium aber soll, weil eine Halbheit, abgeschafft »erden. Das find in Kürze die Hauptforderungen, tzelche Se. Majestät aushellte. Nun werden die kzn berufenen Fachmänner in objektiver Weise und wter Berücksichtigung der technischen Gesichtspunkte p prüfen haben, wie fich dieses landesväterliche Programm im Rohmen der bestehenden Grundlagen derwirklichen läßt. Denn, daß infolge der An «gangen Sr. Majestät eine radikale Umwälzung des Gymnasium- sich vollziehen soll, diese Absicht Hai km hohen Redner fern gelt gen.

Vielfach klang eS aus den Worten Sr. Majestät »ie ein den Gymnasien gemachter Borwurf heraus, « Umstand, der in Philologenkreisen recht schmerz ich berührt hat; dieser Borwurf verliert jedoch sofort jeden Stachel, wenn man in BUr^cht zieht,

I (Nachdruck verboten.)

itUitm» 11«.

So«a« Wu O ei#«.

(Schluß.)

»Weshalb dieser Seufzer ? fragte Arthur.

, L Eie sah ihn mit ihre» großen, sammetweichen «gen traurig an:

«Weil ich Dich verlaffe» mußt*

,Uba 81*

.Versteh mich nicht falsch verlaffen nur für «re Zeit, bis Du wich wieder hast, bis de» Priesters Db des Gesetzes Segen nus verbunden. Du bist, ku Göttern fei Dank, wieder stark nnd kräftig, Dn W meiner Pflege kanm noch nötig, deshalb ist es 3 Dicklich, daß ich gehe.»

Arthnr senkte nachdenklich dar Hanpt. Er konnte «cht widersprechen, er fühlte selbst, daß Uda recht 3 gte, und doch schmerzte eS ihn, daß er sie von fich Wen sollte. Fast fürchtete er einen neuen Unfall, «r neue Gefahr, welche ihm dir Geliebte wieder kttriß-.n könnte. Werden die Verwandten nicht alles Wbielen, das junge Mädchen wieder in ihre Gewalt K bekommen? Würde nicht der Major Mn»aa, der 5Wän Loscht von Nenem ihre Jntrignen spinnen? «st bedauerte er eS jetzt, daß er so ganz allein Mwd in der Welt; daß er keine treue Mutter mehr an deren Herzen er feine Brant betten konnte, * der Mutter Schutz empfehlend.

, »Ich muß Dich verlassen*, fuhr Uda fort und «t Stimme klang fast wie leiser klagender Gesang, muß Dich verlassen und weiß nicht, wohin mich £*ben. Ich bin das Vögelchen, welches dem schützeu- g® Käfig, go eine liebende Hand es pflegte, ent» 1 Men, hinaus in die goldene Freiheit, aber auch 1 ^»gegeben Wetter und Sturm. Sein warmes Mchen stöbet es bereitet für fich und der Sturm «er Nacht, der die Blätter und Blüten von Baum Busch reißt, wirft auch den armen Flüchtling zn

daß der Kaiser in der Einleitung Seine Absicht, nur daS System zu tressen, ausdrücklich betont hot.

Die große Rede unseres Kaisers ist nicht geeignet, in dem Kreise der königS- und Raats treuen Elemente Mißstimmung hervorzurufen; sie ist im Gegenteil ein Ansporn, mehr als je unserem kaiserlichen Herrn zu folgen auf dem von Ihm vorgezeichneten Wege. Se. Majestät der Kaiser hat auch hier wieder als von feinem Hauptziel, von der Bekämpfung der Sozialdemokratie, gesprochen; auch die Lehrer der höheren Anstalten sollen das Gefecht gegen die Umsturzpartei übernehmen und die Schüler derart instruieren, daß fte diesem gefährlichsten inneren Feinde gut gewappnet gegenüberstehen. Mögen die Worte unseres kaiserliche« Herrn allenthalben auch bei manchem konfusen Weltverbesserer gute Früchte tragen!

Aus dem Reichstage.

Ein Ereignis ist aus dem Reichstage zu ver­zeichnen! ES handelt sich aber nicht darum, daß ein neuer, besonder» wichtiger Gesetzentwurf einge» bracht worden ist, sondern gerade um daS Gegen­teil, nämlich daß eine feit Jahren regelmäßig ein­gebrachte Vorlage diesmal fehlt: Wir haben in diesem Winter keine Militärvorlage zu erwarten! Das ist eine nicht zu unterschätzende, sehr bedeutsame Thatsache, wenn man sich daran erinnert, daß seit einem Dezennium Jahr für Jahr nach dem Reichs haushalt dem Parlament noch eine Extravorlage unterbreitet wurde, in welcher zahlreiche Millionen für Militärzwecke gesordert wurden. Mochten die Reichsboten auch die Notwendigkeit der neuen For­derungen noch so bereitwillig anerkennen, wie z. B. bei der säst einstimmig genehmigten Zweihundert- Millionen-Forderung im Frühjahre 1887, S wurde doch allen unbehaglich zumute, sobald nur da» Wort Militärvorloge" von weitem erschallte. Und ein solche- Gefühl ist erklärlich; der Volksvertreter soll nicht nur auf die militärische, sondern auch auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit feines Lande- sehen, und e* grebt ja doch jeder zu, daß die Militärlast in allen europäischen Staaten eine reichlich hohe geworden ist, eine so hohe, daß manche recht be­gründete toirtschastlicke Ausgaben deshalb hoben zurückgestellt werden müssen. Auch wir in Deutsch­land könnten für gemeinnützige Zwecke recht gut noch Jahr für Johr zehn Millionen Mark gebrauchen, aber im Bundesrat zuckt man die Achseln, unter den Abgeordneten zuckt man die Achseln, e» geht

Boden; er stirbt nach einem kurzen Rausche de» Glocke» und der Freiheit.'

Arthur streichelte leise ihr dunkle» Haar und preßte ihre Wange sauft an sein «nie. .Fürchte Dich nicht, Du scheue» Vögelchen', flüsterte er dann zärtlich, .ich werde für Dich sorgen, .Niemand soll Dir etwa» zu Selbe thuu. Aus kurze Zeit nur trennen vir nnS, um daun für ewig bei einander zu fein.»

Die Abenddämmerung sank nieder. Heinrich erschien, um zu fragen, ob er die Lampen anzünden sollte. SIS er da» Zimmer wieder verließ, traf er den Oberstabsarzt, der eilig die Treppe heraus kam.

.Schnell, Heinrich', tief der Arzt,melden Sie mich bei Ihrem Herrn 1 Ich bringe wichtige Nachrichten.'

.Der Herr Leutnant ist anfgestanden und fitzt da drin mit Fräulein Prinzessin'

Der Arzt schob den Diener bei Seite und trat fast ohne anzuklopfeu in das Zimmer. Errötend sprang llda von ihrem Sitze empor, auch Arth« wollte fich erheben, doch der Doktor rief:

.Sitzen bleiben, liebster Sodenl Sind noch Patient und müssen fich noch schonen. Für Sie aber, gnädigste Prinzesfin, bringe ich wichttge Nachrichten.'

Uda erschrak.

.Von meinen Verwandten?'

.Da» nicht, aber von dem japanischen Gesandten und von unserem allerguädigsteu Kaiser. Sie brauchen nicht zu erschrecken, eS ist nicht» Böse», was ich Ihnen zu sagen habe.'

,O, so sprechen Sie sprechen Siel'

.Zuerst die Mitteilung, daß der Major Marqüi» Mc«ra von hier abberufen worden ist; er befindet fich schon aus der Rückreise nach Tokio, denn die Untersuchung wegen de» Mordanfalls gegen Eie, li-btzer Soden, hat ergeben, daß ein gewisser Kapitän NoM, einer der Begleiter de» Prinzen Banjo, bet U belthäter gewesen ist, ausgestachelt durch Major !DM)a.'

«Ich wußte ei', entgegnete Arthur. »Man soll den Feigling laufen lassen.'

nicht der allgemeinen Finarzverhältnisse wegen. Diesmal bleibt nun eine Militärvorlage aus. Em Gefühl der Erleichterung wird die ganze parlomen- tarische Welt beschleichen, und eS ist erfreulich, daß sich nun auch die Militärverwaltung nach der Decke zu strecken beginnt. Eine Schwalbe macht freilich keinen Sommer, aber wir wollen das jetzige Ereig­nis als gute» Vorzeigen annrhmeu, zumal auch innere Gründe vorliegen, welche zu dieser Anschau­ung berechtigen.

Deutsches Reich.

Berlin, 11. Dezbr. Kaiser Wilhelm hatte Mittwoch Vormittag eine längere Konferenz mit dem Staatssekretär Frhr. von Marschall und dem Chef deS ZivilkabinettS. Am Nachmittage waren zahl­reiche Fürstlichkeiten im Neuen Palais zur Tafel vereint. Freitag Nachmittag gedenkt der kaiserliche Hof von Potsdam nach Berlin überzufiedeln. DieHerabfetzung der d eutfchen landwirt­schaftlichen Zölle scheint beschlossene Sache bei der Reichsregierung zu sein, wie sich au» folgender Notiz der »Nordd. Allg. Ztg." ergiebt:AuS den umlaufenden Gerüchten über die Absichten der Re­gierung in Betreff der Wirtschaftspolitik wird uns eine nach Versicherung unseres Berichterstatters ver­bürgte Aeußerung eines höheren Staatsbeamten gegenüber einem hervorragenden Landwirt mitgeteilt, der zufolge die Regierung die bestimmte Absicht hege, eine RückwärtSrevidierung de- Zolltarifs dahin vorzu­nehmen, daß der 1887er Tarif im allgemeinen wieder zur Geltung gelangt.' AuS Wien kommen Meldungen, welche fich im gleichen Sinne auSsprechen. Bei einer Tafel, welche Kaiser Franz Joseph den Mitgliedern der Zollkonferenz gab, äußerte man fich schon dahin, eS werde auf dieser Grundlage ein neuer Handelsvertrag zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn zu Stande kommen. Dem Vernehmen nach ist dem Bundesrate eine kaiserliche Verordnung zugegangen, nach welcher auf Grund des Nahrungsmittelgesetzes die Herstellung, der Verkauf und daS Feilhalten von Maschinen zur Anfertigung künstlicher Kaffeebohnen verboten werden soll. Die Argelegenhett hat die Reichsbehörden bereits längere Zeit beschäftig'. Der preußische LandeSeisenbahnrat hat beschlossen, der Regierung eine Herabsetzung der Tarife für Kohlen und anderes Brennmaterial zu empfehlen. Der Vertreter der Eisenbahnverwaltung nahm hierzu einen entgegen­kommenden Standpunkt ein. Wie eS heißt, be-

,3st bestens besorgt', lachte der Arzt. .Aber man hat ihn sowohl, wie den säubern Marquis der besonderen Anfmerksamkett deS Kaiser» von Japan empfohlen; ich denke, die beiden Herren werden in Tokio gebührend empfangen werden.'

.Kehren fie nach dort zurück, dann ist ihr Leben verwirkt', sagte Uda schaudernd.

Nun", fuhr der Oberstabsarzt fort,beschäftigen wir uns nicht mehr mit ihnen, fie verdienen jedenfalls ihr Schicksal. Doch auch für Sie habe ich eine Nach­richt, Prinz-sfin I Der Kaiser giebt die Genehmigung zu der Vermählung seine» Leutnants Arthur v. Soden mit der Prinzesfin Uda--"

,O mein Gott l"--

Das junge Mädchen bedeckte das flammende Antlitz mit den Händen; Arthur aber hiett es nicht länger auf seinem Sitze, er sprang empor und schloß di; bebende Jungfrau in feine Arme, fie fest an fein Herz pressend.

Der Kaiser giebt feine Genehmigung", fuhr lächelnd der Arzt fo-t,aber er verlangt auch, daß Sie, Prinzesfin, sitzt Ihr Pflegerin»Amt niederlegen und zu ihren Berwaudtku, die noch in Wien weilen, znrückkehren."

Uda schrak empor.Niemals!" rief fie.Sie würden mich nicht empfangen--"

Was dos anbetrifft, so würde erst ein empfehlendes Wort Sr. Majestät den Zwist schlichten. Aber ich kann mir e» denken, tote peinlich eS für Sie sein müßte, jetzt zu Ihren Verwandten Mückznkehren; ich mache Ihnen deshalb einen anderen Vorschlag, da Sie nun doch einmal nicht länger hier bet unserem RekouvalcScenteu bleiben können. Kommen Sie zu mir, Prinzesfin meine Frau und meine Tochter werden es fich zur hohen Ehre anrechnen, wenn Sie unser Gast sein wollen, bis nun bis dieser Herr da bessere Rechte als jetzt ans Ihre Person geltend machen kann."

Einen Augenblick sah llda den alten Arzt groß an, dann jauchzte fie freudig auf nnd warf fich in leidenschaftlicher Dankbarkeit an die Brust des allen

geben fick die Professoren Koch und Pfuhl mit vierzehntägigem Urlaube nach Cannes, um an dem erkrankten Großherzoge von Mecklenburg - Schwerin da» neue Heilverfahren gegen Tuberkulose anzu- wenden. Der preußische Kultusminister hat Er­hebungen über Mittelschulen, Bürgerschulen und höhere Mädchenschulen angeordnet. Die Fragen be­ziehen sich auf alle Verhältnisse dieser Schulen. Die Beratungen der Schulkonserenz in Berlin dauern noch fort; irgendwelche Beschlüsse find aber noch nicht gefaßt worden. Die Einkommen- steuer-Kommission nahm unverändert §5 an, wonach die Steuerpflicht mit 900 Mk. Einkommen beginnt, ferner § 6 (steuerfreies Einkommen) unter Streichung der Steuerfreiheit deS dienstlichen Ein­kommen» der im AuSlande wohnenden Beamten und Offiziere, die §§ 7 und 8 im wesentlichen nach der Vorlage (Definierung de» Einkommens). Bei Be­ratung des Paragraphen 9 (Abzüge bei Berechnung de» Einkommens) wurde außer der vorgeschlagenen AbzugSfähigkeit der direkten vom Grundeigentum und Gewerbebettiebe zu entrichtenden Staatssteuern auch die AbzugSfähigkeit der Kommunalsteuern beschlossen. Die §§ 1 und 2 wurden angenommen, die Ent- scheidung über die Bestimmungen wegen der Be­steuerung der Aktiengesellschaften bleibt Vorbe­halten. Der bereits erwähnte Antrag de» Abg. Peter» wurde angenommen. § 3 wurde mit dem Anträge de» Abg. v. Jagow, 8 4 in der vom Abg. Bachem vor- geschlogenen Fassung angenommen, danach sind also die vormalS ReichSunmittelbaren zur Einkommensteuer heranzuziehen, sobald durch ein besonderes Gesetz die Entschädigung sür die aufzuhebende Befreiung geregelt ist. Sodann wurde die Bestimmung de» § 5:Die Steuerpflicht beginnt mit einem Ein­kommen von über 900 M." angenommen. Die Gewerbesteuer-Kommission nahm unver­ändert den 8 1 (Gegenstand der Befieuernng), den § 2 (Besteuerung inländischer Niederlassungen aus­ländischer Betriebe) mit einer geringen redaktionellen Aenderung und § 3 (Befreiungen) in der Fassung der Regierungsvorlage an. Die Archäologische Gesellschaft feierte gestern Abend in Gegenwart deS Erbprinzen von Meiningen und des Kultus­ministers von Goßler den Tag ihres fünszigjährigen Bestehens in Verbindung mit dem Winkelrnonn-Feste. Professor Curttu», als einziger noch lebender Mit­begründer der Gesellschaft, hielt die Festrede über die Entwickelung der Archäologie vom Mittelalter ab. Professor Mommsen sprach über die Untersuchung der Grenzlinie zwischen Deutschland und dem altrömischen

Herrn. Arthur aber ergriff die Rechte de» Arzte» und sprach tiefbetrübt:

Ich baute Ihnen ans vollem Herzen. Noch eben war ich in Sorge, wo ich da» entflohene Vögelchen bergen könnte und jetzt eröffu.t fich ihm ein schützende» Asyl! Ich danke Ihnen."

Meine Fcan und meine Tochter hab' ich gleich rnttgebracht, soll ich fie rufen?"

Lassen Sie un» zu ihnen eilen, daß ich ihnen auch meinen Dank abstatten kann", rief Uva und eilte zur Thür hinaus, hinunter zum Wagen, in dem die beiden Damen warteten.

Ein wilde», liebe» Ding! Ich wünsche Ihnen Glück, Soden, daß Sie diese» reizende Vögelchen erobert Sie verdienen e» kaum."

Ich weiß e» und danke dem Himmel täglich auf» Nene für da» unverhoffte und unverdiente Glück I"

Die helle Frühlingssonne goß ihren glänzenden Schimmer über Land und Meer, daß selbst die rauch­geschwärzten Häuser von Bremerhaven und Geeste­münde ein freundliche» Aussehen bekamen. Rege» Leben herrschte im Hafen und ans der Rhede. @tn großer, prächtiger Dampfer der ostafiatischen Linie de» Norddeutschen Lloyd rüstete sich zur weiten Fahrt. Schon stampfte und keuchte die Maschine, schon wehte der Wimpel im leichten FrühliugSwiude, schon knarrten die Räder, welche die schweren Anker au» der Tiefe hervorholten und j tzt erscholl ein kurze» Kommando, wort deS Kapitäns von der Somwaudoblücke herab, die Schraube fing an, fich zu drehen, rauschende Wellen auf werfend; die Steuerleute drehten da» Rad, und keuchend entstl ömte der Dampf dem hohen Schornstein und das mächtige Fahrzeug wandte fich langsam ab vom Lande hinaus in die offene See, hinaus in die ferne Welt. Nach kurzer Zett verlor fich der breite Strom in da» unendliche Steer; die W llen wurden länger und stäiker; im ruhigen, gleichmäßigen Atem hob und senkte fich die See, deren dnnk-lgrüue Flut blitzte und schimmerte nutet den Strahlen der Mai«