MWWe ZÄling
W Wöchenüiche Bellagm: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. -
M 888
chrcckte empor; am entgegengesetzten Sude deS Platze« tauchte eine dunkle Gestalt auf; der Strahl de« Monde« blitzte auf deu blaukeu Beschlägen de« Helme« eine« SchutzmauueS, der fich suchend uwschaute. Wie eine Schlange duckte fich der Mörder ,n Boden und der» schwand fast geräuschlos tu dem nahen Gebüsch.
Der Schutzmann nmschritt langsam u»d fich überall uwschaueud deu kletueu Teich. Jetzt hatte er die dunkle, leblos am Boden liegende Gestalt erblickt; er eilte daraus ,n; er war zu spät gekommen. Der junge Offizier gab kein Lebenszeichen wehr von fich. Ja der Brust, in der Nähe des Herzens steckte das Mord- Werkzeug, ein schmaler, scharf zugespitzter Dolch mit eltsaw geformtem, reich verziertem Griff. Der Mörder hatte keine Zeit mehr gesund m, deu.Dolch aus der Brust seines Opfers zu ziehen.
* * *
Sauz Berlin war iu Aufregung über den geheim, uisvolleu Mordaufall auf deu junge» Mariue.Offizier. Deu» glücklicherweise hatte der Mörder seine» Zweck nicht erreicht, der dicke Milttärpaletot hatte die Gewatt deS Stoßes gebrochen and die Dolchspitze hatte dicht vor dem Herze» Hall gemacht; etaeu halbe» Zoll Wetter »ud da« Herz wäre getroste», der Tod die uamittel. bare Folge des Stoßes gewesen. Aber auch so lag lrthur schwer leidend darnieder, die Aerzte hoffte» aum, ihm da« Lebe» erhallen zu könne»; die größte stutze war nötig, die geringste Aufreguug konnte einen uverliche» Bluterguß herbeiführeu, der deu gewissen Tod bedeutete. So lag deuu der juuge Offizier iu einem stillen Zimmer, beste» Feaster dnrch Vorhänge verdunkelt waren, eiu erprobter Krankenwärter wachte iets bei ihm, eine weibliche Haud, ihn zu pflege», aber fehlte, de»» Arthur stand gaoz allein da, seine Eltern waren berettS vor längeren Jahren gestorben. Da« einzige wirklich mitleidsvoll und betrübte Antlitz vor seinem Schmerzenslager war das seines ehrlichen »urscheu, eines biedere« Schiffers von der dtthmarsischen uste.
In der Stadt erschöpfte mau fich iu Lermutungeu
zu schematisieren. Das würde Ich im höchsten Grade bedauern. Die Hauptsache ist, daß der Geist der Sache erfaßt wird und nicht die bloße Form. Und da habe Ich Meinerseits einige Fragen aufgestellt — Jck> werde sie zirkulieren lasten —, von denen Ich hoffe, daß sie auch Berücksichtigung finde» werden.
Zunächst »Schulhygiene außer Turnen- — eine Sache, die sehr genau erwogen werden muß —; sodann „Verminderung des Lehrstoffs" (Erwägung deS Auszuscheidenden) ferner die „Lehrpläne für die einzelnen Fächer", sodann die „Lehrmethode für die Organisation" — eS sind bereits die Hauptpunkte vorgeschlagen worden —; sechstens: „Ist der Hauptballast aus dem Examina beseitigt" und siebentes „die Urberbürdung in Zukunft vermieden?" achtens: „Wie denkt man fich di« Kontrolle —, wenn das Werk zu Stande gekommen ist ?' neuntens: „regelmäßige und außerordentliche Revisionen durch verschiedene Oberbehördrn?"
Ich lege hier die Fragen auf den Tisch deS Hause«; wer sie fich anseheu will, kann fich darüber weiter informieren.
Die ganze Frage, meine Herren, hat fich allmählich vollkommen von selber entwickelt; Sie stehen hier einer Sache gegenüber, von der Ich fest überzeugt bin, daß Sie durch die Vollendung, die Sie ihr geben werden, durch die Form, die Sie ihr aufprägen totiben, dieselbe wie eine reife Frucht der Nation überreichen werden.
Dieser KabinettSordre, die der Herr Minister vorhin zu erwähne» die Güte hatte, hätte e« viel- leicht nicht bedurft, wenn die Schule auf dem Standpunkte gestanden hätte, «auf welchem sie hätte stehen muffen. — Ich möchte im Voraus bemerken, wenn Ich etwa« scharf werden sollte, so bezieht sich da» auf keinen Menschen persönlich, sondern auf daS System auf die ganze Lage. — Wenn die Schule das gc- rhan hätte, was von ihr zu verlangen ist, — und Ich kann zu Ihnen als Eingeweihter sprechen, denn Ich habe auch auf dem Gymnasium grsesten und weiß, wie es da zugeht — so hätte sie von vornherein von selber das Gefecht gegen die Sozialdemokratie übernehmen muffen. Die Lehrerkollegien hätten alle mit eiu an der die Sache fest ergreifen und die Heranwachsende Generation so instruiren muffen, daß diejenigen junge» Leute, die mit Mir etwa gleichaltrig ind, also von etwa 30 Jahren, von selbst bereits !)as Material bilden würden, mit dem Ich im Staate arbeiten könute, um der Bewegung schneller Herr zu werden. Da» ist aber nicht der Fall gewesen. Der letzte Monat, wo unsere Schule noch
über de» geheim»isvolleu Mordaufall. Nach eiueml Japan! Der untersuchende Krimioalkommiffar blnsall nicht an«; eher schien esIglaubte eine Spur gefunden zu habe». Hatte Leutnant Thal der Rache zu fein. Aber wie war er l vou Soden nicht Ordounauzdienste bei dem Priozeu möglich, daß der junge überall beliebte Offizier fich l Saujo gethao? Noch weilte der Prinz in Berlin er eine« solche- heimtückische« Todfeind gemacht hatte? konnte vielleicht Übei de« Dolch Auskunft g-bem- k* ”inn*tte deu Meuchelmord eines! Die priuzliche Familie war aus«Höchste erschreckt italienische» Bravi. „Die abeuteuerlichsteu Kombi.!und betrübt über da« fürchterliche Ereiaui« Jede» Dolchstoß nicht Tag sandte man nach der Wohnung Arthurs, um fich von weiblicher Haud geführt sein? Der Schutzmau«,.nach dessen Befinde» z« erkandige«. Besonders der den Berw»udeteo gef»adeo, behauptete allerdings,! Priuzesfin Uda mit ihre« leidenschaftliche« Herze» rille mävuliche Gestalt sei dem Offizier gefolgt, aber! zeigte fich vollkommen saffungslo«. Bald brach fie b<t Ma«n konnte fich irre«! Der Ort im Ttergartev, in hefttge«, leidenschaftliche» Weinen aus, bald saß
^ E ^dat geschehe«, vmde oft zu verliebte« Stell- fie st«ude«laug da in düsteres Schweige« »ud »icheiuS beuutzt, »ud auffallend war es doch jeden-l melancholische« Nachdenken nnb Grübeln versänke«. aH8, daß spät Abend, i« jeuem stürmischen! Sie ahnte, wer deu Dolchstoß geführt oder dm Wetter der juuge Offizier ohne allen Grund jeueu I Mörder gedungen! Sie hatte die Beschreibung der emsame« Platz de« Tiergartens aufgesucht habeu l That, die Schildernug der seltsaweu Waffe in den tiberito rh”lh br fbIuHflen ,J10^I§ittnn9en fieIefCD' erkannte, daß den Stoß keioes
sicherlich eiu Weib! Cherchex 1» femme, das ist eins Europäers Haud geführt. Auf solche feiae beim. W Eger Gruudsatz bei j-bem -»erklärliche» tückische Weise wird! i« Japan' «Lche MordL Ereignis! ! vollführt, auch hier haudette es fich nm die Thal
3« diesem Schluß kam die öffentliche Meinung, eines ihrer Landsleute. Sie wußte, wer der Mkstder während die Poltzei im Geheimeu ihre Nachforschnngen | war und durfte ihn doch nicht verraten!
fortsetzte. Sehr erschwerend hierbei war der Umstand, .Unmöglich", erwiderte die Priuzesfin Santo, daß nach AnSfage der Aerzte der Verwundete, wenn „unmöglich, Uda, Dn mnßt Dich irren! Sowett kau» er überhaupt mit de« Leben davon kommen sollte,!fich der Marquis nicht verirrt haben, freilich, er ist ttmerhalb mehrerer Wochen nicht vernehmungsfähig ein leidenschaftlicher Mensch nnb in Tokio hat ” It etner würde bereits einen Man» im Jähzorn »iedergestoßr», aber
)ie schlimmsten Folgen nach fich ziehe» tonnen nnb I hier in der Hauptstadt — ein Mord an einem deutschen
f“ax baal” f ?er Äiig« Gegen, l Offizier — nein, unmöglich! Ans Dir spricht die Liebe stand, ans dm fich die Untersuchung stützen konnte,! zu Arthur nnb die Abneigung gegen Ma»da." ®°f d» Dolch wit dern seltsam geformten Griff. .Abneigung", ries letdenschaMtch da« junge »ei allen Waffeuhändleru der Residenz wnrde äuge. Mädchen an«, .Abneigung sagst Du! Laß ist e« ragt, ob sie Dolche in letzter Zeit verkauft hätte»; bitterster Haß, wa« für Tn elenb?n gekltaa aHt erklärte», niemals im Besitz einer solche» Waffe fühle, der eS nicht wagte, feinem Gegner Augeiv jemefen zn fein, nnb ein Händler, der sich viel mitI Ange gegenüber zn treten, sondern ihm int Dnuk l d?« «». «vd Berkans anSländtscher Wessen be. der Nacht uachschlich nnb ihn überfiel wie die feige schäfttgte, behauptete mit großer Bestimmtheit, daß Pautherkatze ihr Opfer! Sollte er eS nochmals wage«, "e Dolch überhaupt k,io europäisches Fabrikat fei,!mir gegeuüber zu treten, wiederum nm meine Hand sondern aus China oder Japan stammen muffe. j zu bitten, dann werde ich ihm meinen Haß nud
^nze» vaterländisches Leben und für »ufere« Wenn Ich nun zurückgreise auf die Schulen Entwtckelung maßgebend gewesen ist, ist in den Jahren und speziell auf das Gymnasium selber, so weiß Ich gewesen Da warm die sehr wohl, daß in vielen Kreisen man Mich für preußische» Schulen, die Preußischen Lehrerkollegien einen fanatischen Gegner des Gymnasiums hält und Trager bei EuiheitsgedankenS, der überall gepredigt Mich auch zu Gunsten anderer Schulformen auSgr- wurde. Jeder Äbttunent, der aus der Schule «spielt hat. Meine Herren, daS ist nicht der Fall, herauskam und al« Einjähriger einttat oder in, Wer selber auf dem Gymnasium gewesen ist und Leben hmausging. Alle» war einig in dem einen hinter die Kuliffm gesehen hat, der weiß, wo eS da JKo deutsche Reich wird wieder aufgerichteifund fehlt. Und da fehlt eS vor Allem an der nationale» Elsaß-Lothringe» wtedergewonnen. Mit dem Jahre! Basis. Wir müssen als Grundlage für da, Gvm- 1871 hat die Sache aufgehört. DaS Reich ist ge-!nafium das Deutsche nehmen; wir sollen nationale Ä T,ei?en to°aten- und junge Deutsche erziehen und nicht junge Griechen und
dabei ist die Sache stehen geblieben. Jetzt mußte Römer. Wir müssen von der Bafis abgehen, die die Schule, von der neu gewonnenen Basis aus Jahrhunderte lang bestanden hat, von der alten gehend, die Jugend anfeuem und ihr klar machen, klösterlichen Erziehung deS Mittelalter«, wo das daß da» neue Staatswesen dazu da wäre, um er-1 Lateinische maßgebend war und ein bischen Griechisch Mten zu werden Davon ist Nicht, zu merken ge- dazu. DaS ist nicht mehr maßgebmd, wir müssen wesen, und ;etzt schon entwickeln fich in der kurzen «das Deutsche zur BafiS machen. Der deutsche Aus- Zeit, seit der daS Reich besteht, zentrifugale Ten-Isatz muß der Mittelpunkt fein, um dm fich Alles J“ntt ba8 Skwiß genau beurteilen, dreht. Wenn Einer im Abiturientenexamen einen weil Ich oben stehe und a« Mich alle solche Fragen tadellosen dmtschm Aufsatz liefert, so kann mm herantreten. Der Grund ist in der Erziehung der daraus da. Maß der GeisteSblldnng de, jungen Jugend zu suche»; wo fehlt eS da? Da fehlt eS Manne» erkmnen und beurteilen, ob er etwa, taugt allerdings m mmchm Stellm. Dm Hauptgrund oder nicht. — Nu» wird selbstverständlich Biele, ist, daß fett bem Jahre 1870 bie Philologen als! eingewendet unb gesagt, bet lateinische Aufsatz ist auch beati possidentes im Gymnasium gesessen haben etwa, sehr Wichtiges, bet lateinische Aussatz ist sehr gut, und hauptsächlich auf den Lernstoff, auf d°S Lernen um dm Mensche» in einer fremden Sprache zu bilde», und Wissen den Nachdruck gelegt habe», aber nicht und waS weiß Ich mehr. Ja, meine Herren, Ich auf die Bildung des Charakters und die Bedürfnisse! habe da, nun einmal selber mitgemachtz Wie ent- des irtzlgen Lebens. Sie, Hr. Geheim-Rat Hinzpeter! steht den» ein solcher lateinischer Aufsatz? Ich habe
Philologe eS sehr oft erlebt, baß ein junger Mensch im deutschm aber nichtsdestoweniger, bieSache ist Memer Ansicht Aufsatz —ich will einmal sagen, 44- im ganzenbe- blS zu einer Höhe gekommen, baß eS schließlich! sriedigmb, unb im lateinischen Aufsatz eine 2 hat. Der nicht mehr werter geht S1 ist weniger Nachdruck I Mensch verdiente Strafe statt Lob, denn baß er dm auf das Können, wie auf daS Kennen gelegt worbm; lateinische» Aufsatz nicht auf bem rechten Wege zu daS zeigt fich auch bet den Anforderungen, die in Stande gebracht hat, bas ist klar. Und von allen den Examen gestellt werden. Es wird von bem ben lateinischen Aufsätzen, die wir geschrieben habm, Grundsatz angegangen, daß der Schüler vor allen ist noch nicht einer unter zwölf, der richt mit solche» D'ng°n so viel wie möglich wissen müsse; ob da» Hilssmitteln zu Stande gekommen ist. Solche Auf- fur daS Leben paßt oder nicht, bas ist Nebensache, sätze würben als gut bezeichnet. DaS war der la- Wen» m°n sich mit einem der betreffenden Herren teinische Aufsatz. Aber wmn wir auf dem Gym- baiüber unterhält und ihm klar zu machen versucht, I nasium einen Aufsatz über „Minna von Barnhelm"
T9' b°$ einigermaßen praktisch schreiben sollten, bekamen wir kaum befriedigend,
ür das Leben unb seine Fragen vorgebilbet werben Deswegen sage Ich, weg mtt dem lateinschen Aussatz, solle, bann wirb immer gesagh da, sei nicht Aufgabe er stört unS, unb wir verlieren unsere Zeit für dar der Schule, Hauptsache sei die Gymnastik deS Geiste»,! Deutsche darüber.
und wenn diese Gymnastik de» Geistes ordentlich Ebenso möchte ich da« Nationale bei unS weiter ge- getrteben würde, so wäre der junge Mann im Stande fördert sehen in Fragen der Geschichte, Geographie Mit dieser Gymnastik alles fürs Leben Notwendige! und der Sage. Fangen wir erst einmal bei un» ju leiften. Ich glaube, daß nach diesem Standpunkt! zu Hause an. Erst wenn wir in ben verschiedenen ntty mehr verfahren werden kann. | Sammern und Stuben Bescheid wissen, bann können
Xrde Se. Majestät des Kaisers
gehalten bei Eröffnung der Schulstage-Konferenz.
„Meine Herren! Ich begrüße Sie von ganzem Herzen hier nnb Ich danke dem Herrn Minister, »aß er persönlich trotz des Ueberlabenfein» mit Arbeiten aller Art eS übernommen hat, ben Vorsitz in dieser Versammlung zu führen.
Ich bin ber festen Ueberzeugung, daß kein Mensch «ehr bazu angethan ist und geschickter dazu angelegt ist, eine solche Folge richtig zu leiten unb zu hnr Lösung beizutragen, wie unser Herr Kultus- »iaister, von dem Ich ganz bestimmt und ohne lleberhebung sagen kann, daß der deutsche Staat md das Königreich Preußen seit langen Jahren lnnen so tapferen, hingebenden und hervorrag-nden -ultusminister gehabt haben, wie ihn. Ich hcffe, daß e» gelingen wird, daS Weik mit Ihrer Hilfe »icht nur zu fördern, sondern auch zum Abschluß pl bringen."
Nach dem Eintritt in die Berhandlnngen er- piffen Se. Majestät nochmals da» Wort zu einer Engeren Rede, welche etwa folgenden Wortlaut hatte:
„Meine Herren! Ich habe Mir zuerst ausge- iettn, ein paar Worte zu Ihnen zu reden, weil tziir daran liegt, daß die Herren von vornherein »Wen, wie Ich über die Sache denke. Es wird «tfchieden sehr Vieles zur Diskuffion kommen, ohne entschieden werden zn können, und Ich glaube, daß wch manche Punkte nebelhaft im Dunkeln bleiben »erden; deshalb habe Ich eS für gut gehalten, die Herren nicht im Zweifel darüber zu lassen, welche» Meine Ansichten Darüber find.
Zunächst möchte Ich bemerken, daß eS fich hier der allen Dingen nicht um eine politische Schul- faö« handelt, sondern lediglich um technische und pädagogische Maßnahmen, die wir zu ergreifen haben, um unsere Heranwachsende Jugend den jetzigen Anforderungen, der Weltstellung unseres Vaterlandes «b auch unsere» Leben» entsprechenb heranznbilden. -unb ba möchte Ich gleich eines bemerken.
Ich würbe Mich sehr gefreut haben, wen» wir «irse Prüfungen, diese Verhandlungen nicht mit einem stmzöfische» Wort: „Schulenquvte", sondern mit deutschen Wort „Schulfrage" benannt hätte». »Frage" ist bas alte beutsche Wort für Borunter- Bhung, unb Ich muß sagen, baS ist auch mehr »*r weniger eine Voruntersuchung. Nennen wir die Sache doch kurzweg „Schulfrage".
Ich habe die 14 Punkte durchgelesen und finde, “ dieselben leicht dazu verführen kört ter, die Sache
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - _____________Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
K Dienstag, 9. Dezember 1890. Jahrgang
(Nachdruck verboten.)
»rjttzeMttU-a.
Novelle von O. Elster.
(Fortsetzung.)
Der Rege» hatte »achgelaffe«; dunkle Wolke« jagte« »i Himmelsgewölbe dahin, an dem einzelne Sterne «senchten Glanze schimmerten nnb fich i« dem dunklen «väffer des Teiches wiederfpiegelle». Arthnr ließ Bank nieder, hüllte fich fester in feinen Mel nnb ftbante ttänmerifch bem Blinke« nnb «mmraern ber Sterne auf bem dunklen Wasserspiegel in. ^unmännliche Schwäche, welche ihn vorhin in seinem »wer zu Überwältigen drohte, hatte er jetzt abge- Melt. Mochte er auch feine Liebe verloren haben, « blieb seine Thätigk-.it, feine Arbeit, feine Pflicht ftaifer, dem Vaterlande gegenüber, nnb dieser *ute er fortan allein leben!
j ®r wollte fich erheben, n« den Rückweg zur Mt anzntteten. Rauschte da nicht etwas im Ge. M hinter ihm, als ob Jemand fich dnrch die Büsche
i ÄL61 wandte fich nm, doch in demselben ■ Anblicke flog eine dunkle Gestatt mit mächttgem ttTr?? Brust. Der junge Offizier wankte; ?»ollte den Fremde» packen, aber da fühlte er einen
1 Wge« Schmerz in ber linken Brust, die Sinne Mauden ihm, mti bem Aufgebot ber letzten Kraft Estelle er fich von bem Angreifer, ber wie eine Pauther- Z* seinem Halse hing, bann sank er in die-Kuiee, rtooüte fich ansraffen, ihm fehlte bie Kraft nnb er
1 M zusammen mit tiefem Stöhnen. — I» biefem Mublick trat gerabe ber Monb hinter einer Wolken. £7 hervor nnb sandte feinen zitternden Sttahl auf fürchterliche Szene. — Da war eS Arthur, als erm bo8 höhnische, gelbltch-fahle Antlitz des Froners Aoschi über sich gebeugt — er wollte rufen, »5 nur ein gurgelnder Ton drang über seine Lippen, oll auf bie nasse Erde zurück, daS Bewußtsein schwand, «er Mörder beugte fich Über sein Opfer. Doch er