neusten Zollschraubereim für die Dauer doch nicht aufrccht erhalten tarn. Zwar soll die Aufhebunj nicht sofort erfolgen, aber die prinzipielle Ueber zeugung, daß eine Abänderung erfolgen muß, besteht bereit-, und das ist die Hauptsache.
ReichSkommifsar von Wißmann ist in Ostafrika eingetroffen und hat mit dem zu seinem Nachfolger auSersrhenrn Freiherrn von Soden dem Sultan von Zanzibar einen Besuch abgestattet. Zwischen beiden Männern werden an Ort und Stelle nun definitive Vereinbarungen über die Organisation deS deutschen Kolonialgebietes getroffen werden. Zum Frühjahr bricht Major von Wißmann dann nach den großen Seren auf, um dorthin die deutschen Dampfer zu bringen.
Der Parnell-Skandal in London hat jetzt seinen Abschluß damit gefunden, daß der Führer der Irländer sich zeitweise aus den politischm Leben zurückzieht. Sein ganzes Auftreten ist aber ein derartiges gewesen, daß die englischen Liberalen welche bisher Hand in Hand mit den Irländern gingen, auf das Aeußrrste verstimmt find. Die Freundschaft zwischen beiden Parteien dürfte einen unheilbaren Bruch er» halten. Wenn zwei sich streiten, freut felbstver- stävdlich sich der Dritte und daS ist in diesem Falle dir englische Regierung, deren Borlagen im Parlament so glatt durchgehen, wie nie zuvor. Daß Parnel moralisch von vornherein gerichtet war, wird durch den Umstand bewiesen, daß sich die gesamten irischen Bischöfe gegen ihn erklärt und ihn für unwürdig erachtet haben, noch länger der Führer der irischen Bewegung zu sein.
In Paris hat sich daS bisherige gute Verhältnis zwischen dem Ministerium und der Deputiertenkammer etwas getrübt. Eine erhebliche Mehrheit der Kammer kann den Finanzminister Rouvier nicht mehr auSstehen und will ihn von seinem Platze verdrängen. Zu diesem Zwecke sind ihm bei der Budgetberatung allerhand Schwierigkeiten gemacht worden, und nur das Eintreten deS ganzen KabinetS konnte bisher eine Finanzministerkrisis verhüten. Die französische Polizei sucht immer noch »ach dem Mörder des Generals Seliwerstow; e» heißt übrigen-, daß der Thäter gar kein Mann sei, sondern eine frühere Geliebte des General-, welche sich in Männerkleider gesteckt, und den Ruffen wegen erduldeter Mißhandlungen über den Haufen geschoffeu hat. In Italien bereitet man sich auf die nahe Öffnung der Kammersession vor. König Humbert wird dieselbe in Person vollziehen. Die Beisetzung de- Königs Wilhelm der Niederlande hat zu Delfft unter den
Wochenschau.
Der Reichstag hat seine Arbeiten wieder aufge- nitnmer. Damit hat denn auch die hohe Saison in der Politik begonnen, und die allgemeine Auf- mrkiamkeit wendet sich den Verhandlungen deS KeichSparlamenteS zu. Eine feierliche Eröffnung ter Sitzungen ist diesmal unterblieben, weil eS sich iui um eine Wiederaufnahme der vertagten Be «fangen, und nicht um den Anfang einer neuen Zession handelte. Präsident von Levetzow hat seinen Lollegen im Hohen Hause einige liebenswürdige Worte zugerusen, und dann trat der Reichstag sofort in sein Arbeitspensum ein. Der ersten Vorlage, lern Gesetzentwürfe betr. die Einverleibung Helgolands in das Deutsche Reich, war die allgemeine Stimmung sehr günstig; mit Ausnahme der Sozialdemokraten, die noch eine spezielle Prüfung des Lnlwurfes in einer Kommission fcrderten, stimmten die Parteien der Vorlage bedingungslos zu und «achten sich auch Über tie Kosten, welche dir Be, festigung von Helgoland noch erfordern wird, vorläufig keine Kopfschmerzen. Die Herren waren in ftoher Laune und mochten bei sich denken: „Es ist genug, daß jeder Tag seine eigene Sorge habe.' Die Kolonialverhandlungen, welche zur Abtretung Helgolands an das Deutsche Reich geführt haben, Maden gar nicht berührt; man wird hierauf später eingehen, wo sich noch Hinreichmd Gelegenheit bieten mrd. Sehr angenehm wurde da- HauS berührt dadurch, daß der Reichskanzler von Caprivi gleich in der ersten Sitzung auf feinem Platze am Bundet- ratstische anwesend war. In den folgenden Verhandlungen wurden zunächst Wahlprüsungen erledigt, die zu den üblichen Aussprachen über allerlei Wahl- wregrlmäßigkeiten Gelegenheit gaben, und dann die Novelle zum Patentgesetz und daS Gebrauchs- Muster- Ichntzgesetz beraten. Die große» Debatten werden erst in der nächsten Woche komme», in welcher die Beratung deS Reichshaushaltes ihren Anfang nimmt. Es war auch gerüchtweise erwähnt worden, dem Neichitage werde eine Militärvorlage im Betrage ton 45—50 Millionen zugehen; die Richtigkeit dieser Meldung wird jetzt aber bestritten. Jrn ganzen hmscht in der Reichsregierung, wie im Reichstage
eine ruhige und versöhnliche Stimmung, und eS läßt sich wohl annehmen, daß Parlament und Rr- lierung mit einander auSkommen werden.
Im preußischen Landtage ist die erste Beratung der großen Reformvorlagen bis auf daS neue Schul- kefetz beendet, mit dem man sich äugen cheinlich nicht
funken, ein stürmischer, dunkler, regnerischer Herbst, abend. Die Flammen der Laternen stack-rten im Winde, als wollten sie verlöschen. Der Regen ranschte in Strömen nieder; der Himmel wölbte sich in nn» durchdrtuglicher Finsternis über der Rtesmstadt, deren tausend und abertausend Flammen nud Lichter die Dunkelheit der Nacht nur roch greller hervortreten ließen. Ans der WllhelmSstraße, welche die beiden Japaner int flüsternden Gespräch entlang gingen, herrschte öde 6ttfle; die hohen Paläste nud Hotels lagen scheinbar still und tot da, die Läden ge- schloffen; nur hier und da hielt vor einem Portal eine Equipage, der Kutscher in den Mantel gehüllt unbeweglich ans seinem Sitze. Aber an der WUhelwS- straße vorbei, Unter den Linden und in dem Glanze der elektrischen Beleuchtuua der Leipziger Straße brandeten und lärmten die Wogen deS großstädttscheu Lebens, unbekümmert nm das Leid und die Freude eine» MenscheuherzenS, kalt und gefühllos gleich den Wogen des OceauS, die mitleidslos die Hütte deS Fischers auf eiusamer Insel hiuwegspülrn und in ihrer noff en Tiefe ^begraben. — *
Arthur von Soden lag*tu seinem Zimmer auf de« Sopha und schäme, in schwermütige Träumerei ver. funken, den blauen Dawpfwölkcheu seiner Zigarre nach. Er hatte fich bei dem Prinzen Saujo und seinen Vorgesetzten krank melden lassen; einesteils fühlte er sich in der That nicht mehr tm Staude, feinen Dienst bei dem Prinzen mtt der erforderlichen Aufmerkfamkett und Pünktlichkeit zu erfüllen, anderer. feitS wollte er sich nicht den Qualen einer getäuschten Liebe bei dem täglichen Anblick der reizenden Priuzesstu auSsetzeu, die jetzt die Verlobte deS Marquis Mcrw sein mußte. Der junge Offizier fürchtet« auch, daß er beim Anblick deS Brautpaares feint Ruhe nicht würde bewahren können, und so hielt er eS für das Beste, fich so lange gänzlich ptrückzuziehen, bis die priuzltche Familie Berlin wieder verlassen hatte. Dann würde er Vergessen finden in angestrengter
(Nachdruck verboten.)
prioxessi« Ad«.
Novelle von O Elster.
(Fortsetzung.)
,Lsth kamt Ihnen jedoch »och nähere Einzelheiten »tkser romantischen Liebe Mitteilen."
Aoschi war nahe an den Marqui» herangetteten. «tzt faßte dieser heftig den Arm de» Kapitäns, als 5 Zischte: „Sprechen Sie, Kapttän! Ich muß <8e8 wissen."
Unheimlich leuchteten die wilden Augen de» Apauers, seine hagere Gestatt durchlief ein Zittern, M knochigen Hände ballten fich zur Faust, als ihm ^Kapitän ins Ohr flüsterte: „SIS ich vorhin vor E® Prinzen und Ihnen die Treppe hinaufstieg und M jene Thür öffnete, erblickte ich Priuzesstu Uda « den Armen des Deutschen. Sie küßten fich zärtlich 2® die Priuzesstu hatte die Arme um den Nacken «•luugat Offiziers geschlungen. In ihrem Lieber» Mel gewahrten fie mich nicht! ich schloß leise die wieder, um dem Prinzen «utgegenzugeheu. SlS »«hierher kamen, war Herr von Soden allein. Der Me Schmetterling HMte fich geflüchtet."
»können Sie schwören, daß alles das Wahrheit ist?" der leuchtenden Sonne, zu der nufere Väter
«Kun denn — dieser Mann muß sterben!" »Marqui» —"
^»Sr muß sterben, Yofchil" keuchte Mertza und sichte mit beu Zähnen. „Dar einzige Weib, 7^4-8 ich jemals wahrhaft geliebt, in den Armen anderen Mannes zn sehen, erttage ich nicht!
25 Schimpf ist diese Zurückweisung für mich — ich ES Rache für die Schmach und der Deutsche soll «w» für seine Kühnheit, die Augen zu einer Prinzessin ÄPan8 erhoben zu haben! — Er stirbt!"
Die wilde, ursprüngliche Natur war bei dem Marquis ""»tt |nm Ausbruch gekommen. Der Fttniß einer
MechM Wifling
Wöchentliche Beilagen: KreisBlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt. Spedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
sehr beeilt, weil die Aussichten auf ein Zustandekommen mehr als schwach sind. Die übrigen Gesetze, selbst die neue Landgemeindeordnung, erscheinen gesichert, wenn auch bei der letzteren zahlreiche Wünsche aus Abänderung der Vorlage geltend gemacht wurden. Das Zusammentagen beider Parlamente in Berlin hat fich auch in diesem Jahre nicht vermeiden lassen, doch wird nunmehr der preußische Landtag hinter dem Reich-tage wieder zurücktreten. Bon einem nicht allzufernen Rücktritt des Kultusministers von Goßler ist die Rede. Derselbe wird aber nicht etwa mit dem ungünstigen Stande der Schulvorlage in Verbindung gebracht, sondern mit der angebliche» Absicht der Reichsregierung, das Jesuitengesetz auszuheben. Wenn auch der Termin der Aushebung dieses Gesetzes nicht abzusehen ist, so soll dieselbe doch im Prinzip beschloffene Sache sein. Wie daS Sozialistengesetz so soll auch daS Jesuitengesetz beseitigt werden.
In Gegenwart des Kaisers und der ganzen hohen Generalität hat in Berlin die Erinnerungsfeier an den Großen Kurfürsten stattgefunden. Die Feier war hauptsächlich militärischen Charatters, doch hat der Kaiser in seinen, bei dieser Gelegenheit ge halterien Ansprachen in seinem Ahnherrn nicht blos den Feldherr», soodern noch mehr, den Staatengründer, den weitaus schauenden Politiker und Organisator gefeiert. Welches Jntereffe der Monarch für die Schule hegt, beweist der Umstand, daß er die Konferenz, welche sich mit Reformen für das höhere Schulwesen beschäftigen soll, in Person eröffnet hat. In zwanglosem Gespräch mit den gelehrten Mitgliedern der Versammlung hat er dann noch seinen Anschauungen über die durchzusührende wichtige Reform Ausdruck gegeben.
Der heiße Strrtt um da- Schweine-Einfuhr- Verbot dürfte nun wohl zum vorläufigen Abschluß wenigstens kommen. Der Reichskanzler hat die Einfuhr russischen Schlachtviehes nach verschiedenen Städten gestattet, die Oeffnung der österreichischen Grenze stcht ebenfalls in Aussicht und da wird sich zweifellos bald eine Rückwirkung auf die Fleischpreise geltend machen. In Wien haben die Beratungen der deutschen und österreichisch-ungarischen Bevollmächtigten über den Abschluß eine? neuen, zeitentsprechenden Handelsvertrages ihren Anfang genommen. Man zweifelt an der Donau nicht groß daran, daß die Veihand- lungen schließlich zu einem, beide Teile befriedigenden Abschluß führen werde». Endlich kommt noch von jenseit» des Ozeans eine erfreuliche Nachricht. Die Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika hat fich bereits überzeugt, daß sie ihre bekannten künstlichen «nttnr fiel und der rachsüchtige, heimtückisch« Halbwild« kam znm Vorschein. SBie ein gefangener Panther stürmte der Japaner in dem Zimmer auf und ab; seine Augen gißten, seine Hände zitterten und wenn jetzt der junge Deutsche in das Zimmer getreten wäre, der Marquis hätte sich gleich einem wilden Tiere auf feinen Gegner gestürzt. Äofchi beobachtete feinen Freund mit heimlicher Genug, thuung; ein spöttisches Lächeln lag auf seinem fahlen Antlitz, aber in seinen kleinen Augen zuckie eine wllde Grausamkeit auf. Daun sprach er:
„Soll ich Herrn von Soden in Ihrem Namen zum Zweikampf fordern?"
M°«da blieb stehen und lachte hell auf.
„Zweikampf!? — Bist Du verrückt, Nascht? — Soll ich wich von diesem Riesen töten lassen? Siebt eS in Japan lein anderes Mittel, sich zu rächen?»
.Bedenken Sie, Marquis, mir find hier nicht in Japan."
.Einerlei. - Du bist schlau, Yoscht! Ich weiß, Du kannst einen Gegner niederstecheu, ohne daß ein Schrei seinen Lippen entfährt — er bricht zusammest, wie vom Blitz getroffen —• ' ' '
»Still, Marquis — wenn man uns hörte —• Der Kapttän schaute fich vorsichtig nm, aber die Mordlust lauerte in seinem tückische» Auge.
.Komm, Aoschi', sprach der Marquis, der jetzt gegen den Kapttän ganz und gar das Benehmen eines Herrn gegen feinen Sklaven angenommen hatte. .Ich werde Dir Deine Lerhaltttugsmaßregeln geben.'
«Aber, Marquis —'
.Zum Henker mit Deinem Marquis! Ist es das erste Mal, daß Du einen Feind niederstößt? Ich warn« Dich, Nascht I Du bist in meiner Gewalt. WetgereiDtch nicht, ober, so wahr ich lebe! ich überliefere Dich dem Henker!'
Ihrem"»" bL* &*** ü«h«u, Marquis! Ich bin zu zJch denke, Du bist»! So»«!'--- —
Draußen wat der Abend vollständig niederge»
üblichen Ehre» stattgefunden. Der Thronwechsel ist zu zahlreichen republikanischen Demonstrotionen in Holland benützt, die übrigen» herzlich wenig Eindruck gemacht haben.
Die österreichische Regierung hat den Prager Landtag vertagt, da infolge der Gehässigkeiten der Czechen ein Ausgleich doch nicht zu erwarten war. Die Deutschen haben sich für das Verhalten der Czechen dadurch gerächt, daß sie beschlossen haben, von der tm nächsten Jahre abzuhaltenden Landesausstellung in Prag demonstrativ fern zu bleiben. Da die bedeutendsten Industriellen in Böhmen Deutsche sind, wird also die Ausstellung mager genug auS- falle».
In den südamerikanischen Republiken drohen neue Schwierigkeiten. Diesmal ist eS Chile, welche- vor einer Revolution stehen soll. Auch in Brasilien steht nicht alle- so, tote e» wohl soll. In der Regierung möchte jeder Minister die erste Rolle spiele», und deshalb herrscht unter den Herren eine recht große Uneinigkeit. Im Moment ist sie vertuscht, aber die Thatsache, daß die Ausarbeitung der republikanischen Berfaffung gar nicht vom Fleck will, beweist, daß noch Manche- zu wünschen übrig bleibt.
Kaiser Wilhelm über die Schulreform.
Die Eröffnung der Konferenz über die Refolm deS höheren UnterrichtSwesenS in Berlin ist ein Ereignis, wie e» in dieser Art im deutschen Reiche noch nicht dagewesen ist. Bei solchen Akten wurden doch stets die Eröffnungsreden vorher auSgearbeitet und vom Monarchen oder dem Minister verlesen; diesmal ist davon abgewichen. Kaiser Wilhelm hat in sehr auSsührlicher, freiet Rede seine .eigenen Ansichten über die Schulreform, also ein recht schwieriges und vielumflritteneS Thema, mit einer Klarheit und Deutlichkeit entwickelt, wie es ein geschulter Redner nicht beffer hätte thun können. Diese Ansprache war überhaupt die umfangreichste, die der Kaiser je gehalten hat. Die Ausführungen haben nicht in allen Punkten vollste Zustimmung bei ben Fachleuten gefunden, und eS ist selbstverständlich, daß über ein so schwieriges Thema die Ansichten auseinandergehen; daS ist aber auch nicht die Hauptsache bei dem Vorgänge, und der Kaiser wird fich selbst kaum das Recht zusprechen, am wichtigsten über die Schulreform geredet zu haben, der Kernpunkt ist vielmehr, daß der Kaiser selbst mitarbeitet, ein tiefe», praktisches Verständnis für brennende Tagesfragen zeigt und nicht einfach nur
BerufSthättgkttt, tu feinen Studien und de« Verkehr mtt den Kameraden. Er wollte Idam« eiukommeu, wieder tm praktischen Dienst verwendet zu werden; ein Geschwader sollte ja ausgerüstet werden, nm »ach der Südfee zn gehen; bei dieser hoffte er eingestellt zu werden. Die angestrengte Thättgkett des praktischen Dienstes ans hoher See würde den Gleichmut seiner Seele gewiß wieder Herstellen. Aber den süßen Tran« seiner Liebe, jenen.Augenblick, wo die liebliche Blume ans der fernen Tropenwelt an feinem Herzen geruht, wo er ihre blühenden Lippen geküßt, wo fie die schlanken Arme nm seinen Nacken geschlungen, er würde ihn niemals vergeffen, niemals fein ganzes Leben lang! Wie der betäubende, süße Duft der Heliotropen umwallte seine Seele diese Eriuuemng und erfüllte sein Herz mit schmerzlicher und doch so heißer Sehnsucht. Der Name der Geliebten drängte fich auf seine Lippen, das Bild der schlanken Maid nm» gaukelte verführerisch, gleich einer schimmernden Libelle, feine Sinne und noch immer meinte er, den Duft ihrer schwarzen Locken zu verspüren, wenn er die Augen mit der Hand bedeckte, unfähig fich los» zuretßen von dieser Erinnerung. Er schalt fich selbst einen Schwächling, der fich von den Retzen eines falschen Weibes umstricken ließ! Denn falsch war fie, fie hatte doch wissen müssen, daß der Marquis ihr erkorener Verlobter war; fie hatte ja den Befehl des Kaisers gekannt, wie der Kapitän verraten, und doch hatte fie ein solch loses, leichtes Spiel mtt ihm getrieben! In wenigen Wochen weilte sie wieder dahet« in Tokio — was kümmerte es fie, daß er mtt ge« brochenem Herzen zurückblieb, daß er eine Wunde empfangen, die fein ganzes Leben hindurch bluten würde!
Aber dieser Kapttän? Wo biteben seine Zeugen? Sollte er die Beleidigung, die Arthur in der ersten Aufwallung deS Zorne» ihm entgegengeschlendert hatte, ruhig htunehmen? Drei Tage waren schon verflossen und noch immer hatte der Kapitän nichts von sich böten lassen. Der Ehren codex eine» japanischen Osstzter» mußte wohl ander» lauten, wie in Deutsch»
bei bet Expe» Marburg, svwtt^bieAmwneenÄwreaux vonH^senstttn unbBegta
ff ffit,tfSjJ" Sonntag, 7. Dezember 1890. Jahrgang.
1U Ktflwra fftt Mt Yen« » Psg- °__Daube ». Lo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris-