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niederer SubscriptionspreiS treffen den Kernpunkt nicht, dieser ist ein anderer. Es ist bekannt, wir heute viele Staaten immer höhere Zölle einführrn, um fremde Fabrikate aus ihrem Gebiete auSzu- fchließen. Dadurch hat auch unser Absatz nach dem Auslande eine Schmälerung erfahren, und wir muffen, deshaK darnach trachten, ihn wieder zu erhöhen. Unter mancherlei Opfern ist auch die Anknüpfung verschiedener neuer Geschäftsverbindungen nach dem AuSlaud« hin gelungen, aber rS kann doch noch viel mehr gethan werden, und dazu bieten die fremden Anleihen gute Gelegenheit, Mit China, das soeben wieder auf der Suche nach weiteren Millionen ist, ist schon der Anfang gemacht. Eine neue Anleihe ist gewährt, aber unter der Bedingung, daß China daS gesamte Material für eine neue Eisenbahn und andere große Bauten auS Deutschland bezieht. DaS ist eine richtige und zeitgemäße Förderung deutscher Interesse» im Auslande, welche vollen Beifall verdient. Nunmehr kann Deutschland sagen, daß eine Hand die andere wäscht: Sollen wir Geld geben, so mögen die Darleiher Aufträge geben, welche von der deutschen Industrie sicher gut auSge- führt werden. Ist es nicht eine sehr bemerkenswerte Thatfache, wie sich in immer mehr überseeischen Staaten, so in Siam, China, Chile, Ecuador, Bo- livia, Japan u. s. w. deutsche Techniker festsetztrn, die englischen und amerikanischen Ingenieure aus dem Felde schlagen und den Bezug deutscher Fabrikate vermitteln? Deutschland liefert also tüchtige Beamten und gute Maare. In einem Bericht eines britischen Generalkonsuls in Ostafien ist ziemlich deutlich der Grund dieser Erscheinung gesagt. Der Konsul klagt laut, daß die höflichen Deutschen die anspruchsvollen Engländer verdränge». Diese Charakterzeichnung ist übrigens nicht neu, die großen Londoner Häuser beschäftig« n viel lieber deutsche Kommis als englische. Deutsche Jntereffen im Auslande find gerade in den überseeischen Staate» in großer Zahl vorhanden, ihr Schutz bringt auch der Industrie großen Vorteil, nur muß auch die Gelegenheit wahrgenommen werden. Wir brauchen nicht äugstlich zu sein wegen englischer und französischer Konkurrenz, jene Konkurrenten scheeren ihr Schäfchen noch ganz ander-, als die Deutschen. Auch in Europa noch läßt sich manches erzielen. Die Raubstaaten im Balkan bieten noch ein recht gutes Absatzgebiet, wir müssen nur auf die Sicherung derselben bestehe». Der deutsche Geldmarkt steht heute bester da alS der französische und englische, warum soll er nicht einmal die führende Rolle bekommen?"
: e» Werkt atz rs »ach Sonn- und Äbvnnemrnts-Preir bei der Lxpe-
(Nachdruck Verbote».)
Prinzessin Ada.
Novelle von O. Elster.
(Fortsetzung.)
Der Poste» vor dem Palate der Priozesfin Friedrich «vl hatte sich iu fei» Schilderhaus zurückgezogen und «J die Sperlinge lärmten und zwitscherten in den Mnbten Kronen der Bäume, ein ödes Herbstbild «Großstadt! Leicht seuszeud waudte sich Arthur M Neuster ab, doch ein freudiger Schreck durchzuckte J* Herz, die leuchteude Pracht der Trope» leuchtete *uer vor feinen Augen ans, denn lächelnd und leicht ««eud stand in der Thür, welche zu den inneren Fächern führte, Prinzessin Uba! Ihre zierliche Mauke Rehgestalt umhüllte eia loses japanisches Mvaud au» kostbarem Goldbrocatstoff, das ein
voch Zeit uud Gelegeuhett geboten wäre, den» Mr zu bald werde» wir Berlin verlassen.'
.Bedauern Sie wirklich, Berlin verlaffeu zu müssen? Sehen Sie doch nur, wie öde Md häßlich die Straßen Md Plätze jetzt find! Und wenn erst der Mntersturm dmch die «affen tobt, bonn wird es Ihnen ficherlich garuicht mehr gefalle» »ud Sie werde» Heimweh bekomme» »ach Ihrer schöne», fonnigea Heimat.'
e, ist nicht bie Stadt«, sprach Priuzefst» Uda leise Md errötend, .welche ich so nngmr verlaffe--*
»Nicht die Stadt!' erwiderte lebhaft Arthur Md eiue selige Hoffumg stieg in seinem Her«» empor. .Nicht die Stadt? So haben Sie Menschen hier ge- suudeu, die Ihnen lieb Md tener find Md die ,u verlassen Ihnen Schmerz bereitet?' 8
»O Herr von Soden, Sie können noch fragen ?'__
.Uba!' rief ar$nr sich selbst vergessend MS nnd ergriff die Hand der Priuzesfin. .Udo, verzeihen Sie mir — »eine tenre Uda'---
War es Wirklichkeit — war es etn entzückender Traum — hatte fie an seinem Herzen geruht? Hatte» feine Lippen ihre duftigen Haare berührt? Hatte er de» Druck ihrer fchlaukeu, weiche» Arme um feine» Nackt» gefühlt »»d de» heiße» Kuß ihrer Lipp'u? Er strich fich mit der Haud über Stirn nab Augen nnb schaute fich uw, wie aus tiefem Traum erwacheub Sie war verschwuubeu, allein staub er in betn großen Prunkgemach nnb draußen vor den Fenstern riefelte eintönig nnb melancholisch ber seine Herbstregen nieber. Jetzt rollte eine Equipage vor das Portal; Stimmen wurden laut; Diener eilten die Treppe hinab, Prtu, Saujo mit seiner Gemahlin kehrte heim.
Tief auf seufzte Arthur und wandte sich zur Thür, um dem Prinzen entgegen zu gehen, da öffnete fich edoch bereits die Thür und ber Prinz »nb bie Prinzessin traten ein, begleitet von bem Marquis Mc*da nnb bem Kapitän Noschi, bem Ordonnanzoffizier des Prinzen.
Mener Gürtel nm bie schlanke Taille zusammen, «t. Das nachischwarze Haar war am Hinterkopf Meinem Knoten emporgewuuben, ben ein golbeuer M durchbohrte. Doch bas schelmisch lächelube Mtz ber junge» Prinzess!» verbarg fich stets hinter leichten, bunten Fächer aus filberuen Mb M«»en Fäben gewebt.
«rthnr trat einen Schritt näher.
Prinzessin', rief er hingerissen MS, .wie ent» «end schön finb Siel'
. Anmutig verneigte fich Uda nnb lächelte ben Wb Manu schelmisch an.
t»3d) danke für Ihre Worte, Herr von Soden', Wtch fie dann, sich der deutschen Sprache bedienend, «inen wundersamen, melodischen Klang auf ihreu M«u hatte, .ich danke Ihnen, aber ich wollte meta sprechen erfüllen, mich Ihnen in demselben Ge- ysoe zu zeigen, in dem ich Ihnen zuerst in dem ywlenschlößchen begegnete. Meta Schwager nnd W Schwester find noch nicht zurück von ihreu Be. Mngeu, uud da benutzte ich die freie Zeit — wer fo fetzte fie leise seufzend hinzu, .ob mir sonst
Deutsche Interessen im Anstande.
Es ist bekannt, daß Deutschland der Bankier für zahlreiche AuSlandstaaten geworden ist, daß Berlin heute ernstlich als Geldmarkt mit London und Paris dnkurriert. Es wird kaum eine einzige größere «»leihe abgeschlossen, bei welcher nicht deutsches lkapital betelligt ist, nnb eS ist nicht zu verkennen, daß fich bie fremde» Staaten sogar mit Borliebe noch Deutschland wenden, wo sie koulanter behandelt «erden, als in Paris und London So find Milliarden deutschen Geldes im AuSlMde angelegt. Sun sagt man allerdings, und nicht ganz mit Unrecht, daß eS im Auslände auch unsichere Kantonisten liebt und die Anlage deS Geldes deshalb eine Wiche Sache ist, wenn nicht unbedingte Sicherheit iesteht. ES sind allerdings kleine Kapitalisten ent- schüden zu warne», chre Thaler in überseeische Papiere zu stecken, wenn fie sich nicht die Dir ge ruhig mit ansehen können. Der gewaltige Kurssturz, den beispielsweise bie argentinische Anleihe in letzter M gehabt hat, ist für Seine Kapitalisten ein schwerer Schlag. Man hat auch um so weniger uötig, in der Ferne zu suche», als auch in Deutschland selbst die Zeit des wohlfeilen GelbeS vorüber ist. Nun haben wir aber auch viel flüssige«, spekulativen Zwecken dienende- Kapital in Deutschland, und toenn solches zur Hebung der deutschen Interessen im Auslände, in entsprechenden Summen selbstverständlich angelegt wird, so ist das nicht von Schade», sondern von Nutze». Es kommt bei dem Absatz der Jndustrieartikel nach ftemdrn Ländern «st nicht allein bloS auf Güte und Billigkeit der Baute, sondern noch auf mehr an. Und in dieser Ansicht ist eine UnterstützMg geldarmer oder nicht Micher Staaten ein sehr erhebliches Mittel zur Mrderung bet deutschen Ausfuhr. Es ist Thatfache, daß nach allen Staaten, welche in Deutschland Geld »sgenomme» habe», auch die deutsche Jndustrie- «Sfuhr ganz erheblich zugenommen hat. Eine Hand VSscht eben wirklich die andere.
Der deutsche Geldmarkt war bisher sehr liberal i» seinen Anlethebedingunge», und daS hatte zur folge, daß er mit Leih-Anträgen etwas gar zu sehr Derhäuft worden ist. Zu gleicher Zeit ist auch be- bwnüich das Geld teurer geworden, und dies ist ttt geeignete Moment, dem AuSlande ben Geldkorb höher zu hängen und die Gewährung neuer Kittel von zeitgemäßen Bedingungen abhängig zu ^chen. Welche Bedingungen find nun zeitgemäß? *iv halbes Prozent mehr Zinsen oder aber ein I
Deutsches Leich.
Berlin, 3. Dezbr. Der K a i s e r ist von Berlin, nachdem er dort den Gedenkfeiern an die Thronbesteigung des Großen Kurfürsten und an die Gründung des Französischen Gymnasium- beigewohnt hat, nach Potsdam zurückgekehrt, wo die Kaiserliche Familie bi- kurz vor dem Weihnacht-feste verbleiben wird. Heute Donnerstag kommt ber Monarch au kurze Zeit »ach Berlin, um der Eröffnung der Konferenz zur Beratung von Reformen für das höhere Schulwesen beizuwohnen. Am Freitag und Sonnabend sind Hosjagden in der Göhnde. — Die kirchlichen Fürbitten für die glückliche Entbindung der Kaiserin nehmen allerhöchster Bestimmung zufolge am 7. Dezember ihren Anfang. — Der preußische Kultusminister von Goßler soll sich mit RücktrittSgedanken trage», „weil an maßgebender Stelle da» Einverständnis mit der Aufhebung des Jesuitengesetzes ausgesprochen ist. ES ist nicht anzunehmen, daß der Rücktritt fich in einigen Wochen vollzieht, immerhin scheint eS aber richtig zu sein, daß in Berlin die bestimmte Absicht besteht, mit dem Jesustengesetze ftüher oder später ebenso ein Ende zu machen, wie mit dem Sozialistengesetz." Der Hauptgrund dafür ist, daß daS Verbot des Aufenthaltes von Jesuiten im Deutschen Reiche eigentlich nur noch auf dem Papier besteht. Gehören doch zahlreiche höhere und niedere katholische Geistliche im Deutschen Reiche thatsächlich heute schon dem Jesuitenorden ober verwandten Orden an, und ist eS doch absolut unmöglich, den Geistlichen ben Eintritt in den Orden zu verbiete». — Die auswärtigen Mitglieder der Jmmediatkommission für bie Ab. änderung de- MilitärstrafrechtS finb zu er- neuten Berattmgen hier eingetroffen. — Der heutigen Grundsteinlegung für die katholische S e b a st i a n n S- kirch e auf dem Gartenplatze wohnten iu Vertretung des Kaiser» Geveraladjutant von Wittich, für die Kaiserin der Hofmarschall Frhr. v. Mirbach, ferner Kultusminister v. Goßler, Polizeipräsident v. Richt- Hosen und zahlreiche Vertteter der staatlichen, städtischen und kirchlichen Behörden bei. Fürstbischof Kopp von Breslau hielt die Weiherede und besprengte ben Grundstein mit Weihwasser. Nach den üblichen Hammerschlägen seitens der Vertteter des Kaisers und der Kaiserin, sowie durch die kirchlichen und staatlichen Würdenträger schloß eine nochmalige Ansprache und Segenerteilung des FürstbifchosS die Feier. — Den »Berliner politischen Nachrichten" zufolge ist beabsichtigt, unter Abstandnahme von
,AH, Eie hier, Herr von Sode»', rief ber Prinz freundlich, .ich muß Sie eine» Augenblick um Entschuldigung bitten, ich habe mti dem Marquis eine wichtige Angelegenheit zu bespreche». Nachher spei en wir anfammen. Auf Wiedersehen! — Komme» fie, Marquis!'
Mit fteundlichem Wink der Hmd verabschiedete fich der Prinz; auch die Prtazesfiu lächelte dem jungen Offizier freundlich zu Md trat am Arm ihres Gemahls in die inneren Gemächer. Der Marquis warf jedoch einen mißttauifcheu, feindseligen Blick auf Arthur, ehe er dem priuzlicheu Paare folgte. Kapstäu Nascht blieb zurück und lachte leise vor fich hin.
Der Kapttä» war eine kleine, hagere, vertrocknete Gestalt mit einem gelblich-grauen, schlauen Chinesen- geficht Md kleinen tückisch blinzelnden Ange». Nichts erinnerte bei ihm an die sanfte Schönheit der vor- nehmen Japaner, Chtaeseublnt schien in feinen Adern zu rollen, und in der Thai stammte er nicht aus Japan selbst, sondern vom afiatischeu Festland. Wer eine Ettern gewesen, wußte man nicht, er war als gewöhnlicher Matrose in die japanische Flotte eiuge« treten, hatte fich aber durch Fleiß und Eifer empor, learbettet und fein großes Sprachtalent — er be. herrschte fast alle Sprachen der europäischen Wett — hatten ihm zu dem Posten eines ReisebegletterS Md Ordonnanzoffiziers des Prinzen SMjo verhalfen. Der Prinz bediente fich der Kenntnisse des Kapitäns im übrigen herrschte jedoch eine förmliche Abneigung zwischen den Beiden und der Prinz hatte Stthnr ogar einmal vor dem Kapitän gewarnt. .Es ist mir immer, als hätten vir einen Spion nm uns" hatte der Prinz gesagt. Im Gegensatz zu diesem unsympathischen Verhältnis zwischen dem Prinzen nnb dem Kapitän war zwischen bem letzteren nnb bem Marquis Ma»da ein eugeS Freundschaftsbündnis entstauben, nnb Arthur glaubte bemerkt zu habe», raß der Kapitän dem Marquis über alles, was in der Umgebung des Prinzen vorfiel, geheimen Bericht erstattete.
weitergehenden Plänen de» Bauplan de» hiesigen Dome- auf eine würdige Predigtkirche !ür die Domgemetade zu beschränken. — Die Arbeiterschutz-Kommission nahm die von den Pflichten der Arbeitgeber zur AuftechthattMg des AnstandeS, sowie die von dem Schutze gegen Gefahren handelnden Paragraphen wesentlich nach den Kompromißanttägen an, dagegen unverändert nach der ersten Lesung die beiden ersten Paragraphen, betteffend die Verhältnisse der Gesellen und Gehilsen. — Der „Reichsanzeiger" bestätigt die Versetzung der Regierungspräsidenten von Putt» kamer (Coblenz) nach Frankfurt a. b. Oder und von Heppe (Danzig) noch Trier. — Dem „Reichsanzeiger" zufolge find bie Angaben einer Antwerpener Korrespondenz ber »Frankfurter Zeitung" über Mißstände, besonders über Ueberfüllung, auf dem AuS» wanderschiffe »Baltimore", thatsächlich un- richttg. Der Vorwmf einer unzulässigen Duldung seitens deS ReichSkommiffarS für das Auswanderung-» wese» ist unberechtigt. Die »Baltimore" hatte nach amtlicher Ermittelung bei dem Verlassen des deutsche» AuSgMgShafen- eine geringere Passagier» zahl al- gesetzlich zulässig ist, der Vorwmf einer pflichtwidrigen Duldung., nnb polizeiwidrigen Ueberfüllung ist daher Mbegründet. — Die Weigerung des Dr. Koch, für seine Entdeckung eine Reichs-Dotatton anzunehmen, entspringt, wie jetzt auS ärztliche» Kreisen mitgeteilt wirb, seiner Ueberzeugung, baß baS von ihm ersonnene Heil» versahreu bisher »och nicht Ergebniffe aufzuweifen habe, bie ben Erfolg absolut verbürgen. Dr. Koch hätte, wenn eS nach ihm allein gegangen wäre, von seinen Forschungen unb Findungen noch bis jetzt nicht- in die Oeffentlichkeit gebracht; in seiner großen Gewissenhaftigkeit, bie ihn von Anfang an geleitet hat, sieht er alles, waS bi-her in ber Sache ge» ihan ist, als etwa- Unfertiges an, wenngleich er fich überzeugt hält, daß der von ihm eingeschlagene Weg sicher zum Ziele führen wird. Bei seinem selbstlosen Handel» und seiner persönliche» Bedürfnislosigkeit hat jede Dotation, geschweige eine Millionenschenkung, Beängstigende- für ihn. Er besorgt auch, äußerer Besitz über ben Bebarf hinaus könne leicht Zerstreuungen mit fich bringen und daS Augenmerk von Arbeiten ablenken, bereu so viele auf Ihn warten, daß kaum Jahrzehnte au-reichen, um ihn zu lösen. Da- Leben in der Wissenschaft unb die Beschäftigung mit großen Problemen hat für chu so große Reize, baß ber Wunsch nach zeitweiligem Ablenke» vom Ziel gar nicht in ihm aufkommt. — Die dankbare Mit-
Der Kapitän warf einen spöttischen Settenblick auf Arthur nnb trat an eines ber Fenster, heraus» schauenb in bas trübe Wetter Md mit feinen hageren getten Finger» an dem langen, dünnen, schwamm Schnurrbart zerrend.
.Ein ttÜbseligeS Wetter hier bei Jhnm in Deutsch, land', fing er bann baS Gespräch an, .da bin ich nur froh, daß wir wahrscheinlich schon tu nächster Woche die Heimreise antreten. Ich sehne mich nach dem goldenen SoMeuscheiu Tokios.'
.Ist der Termin der Abreise in der Thal schon so nahe?' fragte «rthm. .Der Prta, sagte mit noch nichts davon.'
.ES soll nur »och das wichttge Geschäft mit bem Marquis Wtaiba abgewickelt werben', entgegnete bet Kapitän unb lachte leise unb spöttisch auf, als be. lustige ihn ein ©ebante.
»Ist eS indiskret, nach bem Gegeustanb bieseS wichtigen Geschäfts zu fragen?'
,O, burchauS nicht', lachte Noschi anf. .Alle Welt wird eS doch in ben nächsten Tagen erfahren unb für Sie, Herr von Sobeu, wirb es von be» bnberem Interesse sein. Ss hanbett sich nm eine Verlobung; soeben hält ber MarqniS nm bie Hand >er reizenden Prinzessin Uba, biefer schönsten Perle Japaus, an**
Arthurs Herzschlag stockte. DaS sollte daS Enbe eines befdigenben Traumes sein? Unmöglich! Priuzesfin Uda würbe ben Heinen, häßlichen, schon tat reifen ManueSalter stehenbeu Marquis nicht an» nehmen. ES konnte ja nicht sein nach bem seligen Augenblick, ben er vor Kurzem hier in bemfelben Zimmer verlebte!
»Sie sprechen so zuverfichllich', entgegnete er bem Japaner mit etwas verschleierter, unsicherer Stimme, »al- ob bie Verlobung schon Thalsache sei. Hat denn Prinzessin Uba bereits ihre Einwilligung gegeben ?'
.Nun, so weit finb wir in ber europäischen Kultur noch nicht vorgeschritten, baß man bie jungen Mädchen bei ihrer Verheiratung nm ihre Einwilligung frägt.
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchham
Illustriertes Sonntagsblatt. Spedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Äug. Koch.
Marburg, Sek8bU lbainittn%nnt>Mn Augstein
Freitag, 5. Dezember 1890. M'ÄÄÄ ™- Jahrgang