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*Mcta* täglich «x|n a» Btrtieeei »ach Sonn» und Feiertagen. Qaaetol-AbonuementS-PreiS bei der Erve» dition S>/. ML, bet d« Postämter» 8 ML SO Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jniertimbgrbühr für die gespaltene Am» 10 Bis-. Ätflawtn für di, 8»Ue » Pfg.

Marburg,

Mittwoch, 3. Dezember 1890.

Anzeige» nimmt entgegen die Expedition d. Blatte»

Emir die Amwncen-Bureanx von Haasenstein und Legler ______ _

Frankfurt <u M., Taffel, Magdebnrg n. Wien: Rudolf XXV. ^abraauL.

Stoffe in Frankfurt «. M-, Berlin,München «. JUHn: ®. 8.

Daube u- So. in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover, Paris.

t

mann ein Urteil bilden kann, was ec von der Zurückberufung der Jesuiten zu erwarten, und was a in Bezug auf dieselbe zu thuu habe, halte« wir ü sür Pflicht, da- Wesen und die Ziele deS Jesuiten- Ordens in einer kurzen Ueberflcht darzulegen.

Dieser Orden verfolgt die Aufgabe alle Völker der Erde der Herrschaft des unfehlbaren Papstes wterwürfig zu machen. Zu dem Ende sendet er seire Glieder als Misfionare in die Länder der Heiden und Muhamedaner, zu dem Ende sucht er ta katholischen Ländern die Erziehung der Jugend den tonangebenden Ständen sowie die Beicht- W* und Kanzeln an einflußreichen Orten in seine

(Rachdruck verboten.)

Im Kann -er -Sge.

Erzählung von D. Russell.

(Schluß.)

.Aber el thut mir leid, mich von ihm Kennen zu «neu. Sr ist so hübsch nnb amüsant, und es wird I» schrecklich langweilig hier ohne ihn sein «ud, «oeubei, er hat so viel nm meinetwillen gelitten.'

»Ach bin sehr froh, daß er fort ist."

.Warum?" fragte Rose empfindlich.

JBefl schon zu viel über Euch Beide gesprochen «rd" antwortete ich.Dn kannst, da Dn getrennt ,0B Deinem Manne lebst, nicht vorstchtig genug sein."

Rose zuckte die Achsel»; aber ste wußte, daß ich Mt hake. Alwin war so uuvorfichtig gewesen, dem «stillou an jenem Abend zu sage», er wöge vor dem Zvkthore ans ihu warten, da er noch eiae Dame ®We» wolle. Diese Nachricht war wie ein Lanf. uuer durch da» Torf gegangen; Jeder hatte feine Waea Berwatnngea darüber, wer die Dame gewesen möchte; und in der ganzen Gegend war die «»ficht verbrellet, daß Herr von Wittelsberg gnten «und gehabt, seiner jnngen Fran die Rückkehr in Han» zn bet bitten.

Wir hörte», bei Baron sei in ber Stadt bei ben «aea Advokaten gewesen, nm ihren Rat eiuzuholeo, aber ben Bescheib erhalle», baß keine genügen» A Beweise vorhavbe» seien, nm eine gerichtliche ^cheidnug zn btanllagen. Sr ließ deshalb Rose Mch seinen Rechtsanwalt eine jährliche Summe ar- K« Doch Rose war feit ft reich genug; ste lehnte «JJ Anerbieten ab nnb behielt sich lediglich ihr eigener ^Brägen vor, womit der Baron sich einvetstanden

.DitS alle» wurde kur, uach Tante» Abreise fest- chicksalenb 8 sicher Zeit entschied fich auch wein

Als ich eine» Tage» von einem Besuche b ei Frau

Bestellungen für den Monat Dezember auf die

Hßrrßrss.

nebst ÄreisBfatt für die

-reise Marburg und Kirchhain

und

Mutierte« SonntagsMaft »erden von sämtlichen Postämtern und von «feier Expedition entgegen genommen.

In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Kindt Bestellungen entgegen.

M Abwehr gegen Neichsfein-e.

In der Stadt Köln hat vor einiger Zeit eine Versammlung von Gliedern der römischen Kirche beschlossen, eine Eingabe um Aufhebung des die Jesuiten vom deutschen Boden verbannenden GesitzeS w den deutschen Reichstag zu richten. Dabei soll die Aeußerung vorgekommen sein, daß jeder Katholik, welcher der Eingabe feine Unterschrift versage, auS der Kirchengemeinschaft auSgestoßeu werden wüste. Auch auf der kürzlich zu Ulm abgehaltenen Katholiken­versammlung ist eine gleiche Sehnsucht nach der «ückkehr der Jesuiten geäußert worden, sodaß fich vermuten läßt, e8 werde auch von dort aus eine ähnliche Eingabe an den Reichstag ergehen.

Ob fich diese Jesnitenfreuude Var gemacht haben, welches Geschenk sie mit ihrem Verlangen unserem Volk machen wollen? Wir wissen es nicht. Aber damit wenigsten» in den hiesigen Kreisen fich jeder-

Hand zu bekommen, zu dem Ende strebt er drittens und ganz besonders in Ländern, wo die Einwohner fich sämtlich oder teilweise einer anderen al» der katholischen Kirche zugewandt haben, mit allen ihm zu Gebot stehenden Mitteln die Abtrünnigen in ben Schooß der alleinseligmachenden Kirche zurückzuführen.

Lessen wir die beiden zurrst genannten Arten seiner Thätigkeit zur Seite und betrachten nur die dritte Art, für welche fich ihm bei un» ein weite» Feld darbieten würde! Was haben also wir Deutsche zunächst auf religiösem Gebiet von der Rückkehr der Jesuiten zu erwarten? Da sie sich verpflichtet haben jede Kirchengemeinschaft, welche dem Papst Gehorsam und Unterthänigkeit verweigert, mit Aufbietung aller Kräfte zu bekämpfe«, so können sie nicht anders al» die ihnen gegenüberstehende ReligivnSpartei zu befehden, zu schwächen, ja im günstigsten Fall aufzulösen und zu vernichten. Dem­gemäß werden fie den Frieden und die Eintracht zwischen katholstchen und evangelischen Christen, so­weit sie e» nur vermögen, untergraben, immer schärfere Trennungen zwischen beiden im politischen, geselligen und wirtschaftlichen Leben herbeiführen und die bereits wegen Taufe, Eheschließung und Kindererziehung vorkommenden Mißhelligkeiten steigern und für ihre Zwecke au»beuteu. Kurz, sie würden nicht al» Friedensstifter, sondern als Friedensstörer über unsere Grenzen kommen. Denn die bei uns gesetzliche Gleichberechttgung der evangelischen Reichk- bürger mit den katholischen würden sie auf keinem Gebiet, am wenigsten aber auf religiösem Gebiet anerkennen.

Aehnlich wird auch da» Verhalten der Jesuiten auf poliüschem Gebiet sein. Werden doch in der von den Häuptern deS Jesuiten-Ordens zn Rom verfaßten Zusammenstellung von 80 Irrtümern («yllabus 80 errorum), vor welchen als vor der abscheuungSwürdigen Dingen Papst Pius IX. durch Ausschreiben vom 8. Dezember 1864 gewarnt hat, Gewissensfreiheit, Religionsfreiheit, Preßfreiheit und ähnliche Freiheiten verurteilt, während zugleich das Hoheitsrecht de» Papstes über alle Könige und Fürsten auf Erden in Anspruch genommen wird. Muß da nicht dem Jesuiten, der zu unbedingtem und unweigerlichem Gehorsam verpflichtet ist, »wie der Stock in der Hand deS Treiber»', muß ihm nicht ein evangelischer Kaiser, der also dem Papst nicht unterthänig sein will, und muß ihm nicht mancher Abschnitt unserer Verfassung als ein Greuel erscheinen, gegen welchen er wenigstens im Sttllen ankämpfen wird? Diese feindselige Stimmung wird

Rothe zurückkehrte, begegnete ich rntterweg» dem alte» Pächter.

Ah, Fräuletu Margret", sagte er,ich freue mich, Sie z» sehe»! Sie wäre» wohl bei meiner Frau? Und ber Herr Werner ist also anch Bieber hier?"

Mein Vetter hier?" fragte ich erstaunt.Haben Sie ihn gesehen?"

Traf ihn eben auf bet Station, wo ich einiges Korn ansgegeben habe. Er kam ganz herzlich ans mich zn nnb schüttelte mir freundlich die Hand. '« ist ein angenehmer Herr, Fräulein Margret, und ein guter Manu, ben Sie fich nicht sollten entgehe» lasse». Hören Sie aus bas Wort eiueS alten MauueS I"

Ich lachte, verabschiebete mich bann von Herrn Rothe nnb schlug erregt nnb eilig beu Weg müh Haufe ei».

AIS ich in bie Allee einbog, fanb ich Werner meiner wartend. Ich muß wohl sehr ft»h auSge. sehe» habe», denn er lächelte nnb brückte mir innig bie Hanb.

Bin ich willkommen?"

3a, sehr willkommen!"

Anch wenn ich Dich bitte, mich noch mehr zu lieben als Alwin mehr als irgenb Jemand ans ber Welt?" fragte Werner lächelnb.

Ja, auch bann", antwortete ich sanft nnb lehnte glücklich nnb dankbar mein Haupt an seine Brust.

Rose wat seht eifrent, al» fie ton unserer Ver­lobung hörte, nnb erzählte Werner zu seiner großen Bestürzung, daß ste boS ganze Gespräch Wischen ihm und seiner Mutter belauscht habe.

Abgeschmackt! Ist denn alle Welt in Alwin ber» liebt?" tief Rose aufspringend nnb Taute Sophie» Worte nnb Bewegungen nachahmend.Diese eitle, einfältige Rose gewiß, aber Margarete ist viel zu vernünftig, nm noch länger an einen Mann zu denken, ber bereit» aebnubeu ist. Nein, fie wünscht zn heiraten, unb zwar Dich!"

aber dadurch noch gesteigert, daß der Jesuit bei Ablegung de» Gelübdes sich von der natürlichen Verbindung mit Eltern und Geschwistern, sowie mit seinen Volksgenossen loSsagt. Er dars nicht mehr Vaterlandsliebe, nur noch Orden-liebe empfinden. Gehe» wir da wohl zu weit, wenn wir einen Deutschen, welcher als Jesuit in unser Land käme, nicht mehr als Landsmann und Freund, sondern als Fremdling und Reichsfeind betrachten?

Endlich wollen wir noch mit wenig Worten auf ein drittes Gebiet Hinweisen, auf welchem un» die Jesuiten bedrohen. Es ist da» Gebiet der Wissen­schaft und der geistigen Bildung überhaupt. Aller­dings haben auch die Jesuiten die Wissenschaften gepflegt, und rS sind aus ihrem Orden viele ge­lehrte Männer hervorgegangen. Ja auch heutzutage wird fich wohl mancher tüchtige Gelehrte unter ihnen befinden. Aber die von ihnen gebilligte und von ihnen bettiebene Wissenschaft und Geistesbildung leidet an einem schweren Mangel. Es fehlt ihr das, was den geistigen Schöpfungen erst Lust und Leben giebt, es fehlt ihr bie Freiheit. Nach jesuitischer Ordensregel muß fich nämlich jede» wissenschaftliche oder künstlerische Erzeugnis unter die Botmäßigkeit der päpstlichen Censur beugen. Sobald unser Volk dahin gebracht wäre, fich diesem Richterstuhl zu unterwerfen, so würden die Werke ber edelsten deutschen Geister, unserer großen Denker und Dichter, zum Untergang und zur Verwesung verurteilt werden, und ähnliche Werke würden nimmer wieder erstehen.

DaS sind also die Gaben, welche die Zurück­berufung der Jesuiten uns in Aussicht stellt. Wie könnte einer solchen Bescheerung gegenüber ein Deutscher, der fein Vaterland liebt, ber dem Kaiser und Reich treu ergeben ist, mag er ber katholischen ober ber evangelischen Kirche angehoren, wie könnte er int Zweifel darüber sein, waS er zu thun habe. Er wttd nicht nur an dem, was bie Kölner Ver­sammlung herbeiwünscht, keinen Teil haben wollen. Nein, er wird auch seine Stimme erheben, um sein Vaterland vor dergleichen Ueberraschungen zu be­wahren. Mr hoffen deshalb, daß auch unsere Mit­bürger, wenn sie fich überzeugt hoben, um waS es fich bei der Kölner Eingabe handelt, nicht unthätig bleiben und dadurch den Vorwurf, als seien sie gleich­gültig gegen solche Dinge, auf sich locken werden.

Gutem Vernehmen nach werden fie, gleichviel ob sie kathollsch oder evangelisch find, noch in dieser Woche zur Unterzeichnung einer Bittschrift aufge» fordert werden, in welcher der Reichstag um Zurück­weisung der Kölner Eingabe gebeten wird. Wir ver-

Weruer wußte nicht, ob er ärgerlich sei» oder lache» sollte, aber al» Rose auf ihu htuzeigeod mit drolligem Pathos die letzte» Worte wiederholte, lachte er laut auf.

Bravo! Rose, Du würdest eine prächttge Echan» spielerin abgeben!"

Sie verbeugte fich dankend und fragte, ob fie die Erste sein dürfte, die Taute Sophie von dem frohen Ereignis in Kenntnis setzte. Aber da» ließ Werner fich nicht nehme».

Wir waren nicht lange verlobt, und unmittelbar nach nuferer Verheiratung nahm Werner feinen Abschied, und wir leben nun fast beständig iu Heybors.

Ich bin sehr glücklich; doch kau» ich nicht leugnen, daß ich auch einige Unruhen unb Sorgen Hobe, bie befonbers durch Rose hervorgerufen werden.

Sie lebt bei nuS; aber fie ist ruhelos nnb launisch unb leibet barunter, daß ste in Gesellschaft vielfach gemieden nnb geringgeschätzt wird. Arme Rose! Sie ist hübsch fie ist reich, nnb doch kann ihr bas alle» nicht wahre Befrtebtgnng gewähren!

Auch von Alwin haben wir keine guten Nachrichten. Er hat wirklich halb nach unserer Hochzeit bieMo» uomischer Gründe halber" erbetene Versetzung nach einer ostprenßischen Garnison, und zwar nach Königs­berg erhalten. Die Beffernng seines Befindens aber, bie er von bem ruhigen, regelmäßigen Lebe» unb ber Mftigenben frischen Luft erhoffte, hat er nicht ge> fnnbea. E» war sein eigener Entschluß gewesen, dorthin geviffermaßen zur Buße nnb in bie Ver­bannung zu gehen nnb auf eigenen Füßen zu stehen; ober sür seine Gesundheit ist die scharfe, schneidende Kälte de» dortigen Winters so ungünstig wie nur möglich. Seine Briese verraten eine verzagte, un. glückliche Stimmung und ich fürchte, er denkt jetzt mit Reue und Sehnsucht an die zärtliche junge Gattin zurück, bereu Liebe keinen Wert für ihn gehabt, so lange er fie besessen.

Anna wohnt nach wie vor mit ihrer Tonte, Fräulein Golbitz, zusammen nnb hat einen literarischen

trauen bem reichstreuen Sinn unserer Mitbürger, daß fie nicht säumen werden, dieser Bittschrift ihre NamenS-Unterschrift beizufügen.

Deutsches Reich.

Berlin, 1. Dez. DerReichsanzeiger' gedenkt deS heutigen 250. Jahrestages der Thronbesteigung der Großen Kurfürsten und betont bei diesem Anlaffe folgende-: Drei Gedanken durchziehen die Politik deS Großen Kurfürsten. Er wollte den Staat militärisch stark und kräftig machen, ihn von den ftemden Gewalten befreien, die Unterthanen mit dem Bewußtsein eines einheitlichen Staate» durchdringen und die Staatsgewalt im Sinne einer ausgleichenden Gerechtigkeit handhaben. Auf dm Wahrspruch de» Großen Kurfürsten:Ich werde die Fürstengewalt so führen, daß ich weiß, sie ist nicht meine Privatsache, sondern Volkssache', «beiteten unsere Könige und Kaiser weiter bi» heute, wo daS damals begonnene Werk blühend, glänzend, ge­sund und kräftig als eine Bürgschaft des Friedens im Innern und nach außen dasteht. Der Kaiser gab heute an dem Denkmale des Großen Kurfürsten den Gefühlen der Dankbarkeit, Ehrfurcht und Be­wunderung vor dem Geiste Ausdruck, welcher Preuße» geschaffen und erhalten hat. Mit dem Kaiser schlagen alle Preußenherzen höher und geloben, sestzuhalten an den Grundlagen, welche der Große Kurfürst geschaffen hat, und auf ihnen weiterzubauen. Die heutige militärische Denkfeier der Thronbesteigung deS Großen Kurfürsten nahm einen glänzenden Verlauf. Der Kaiser hatte schon am Morgen einen prachtvollen großen Lorbeerkranz, dessen AtlaSschleife den Namenszug des Kaisers und die Krone trug, vor dem Standbilde de» Kurfürsten niederlegen taffen. Ueber dem Standbilde war ein mit Fahnen geschmückter Baldachin errichtet. Am Denk» male hielten zwei Leib - Kürassiere, ein Garde- Kürassier und ein Grenadier des 2. Garde-Regiment» zu Fuß Ehrenwache. Nachdem die zur Teilnahme an der Feier befohlenen hiesigen Truppen und Depu­tationen auswärtiger Regimenter mit ihren Fahnen und Standarten in der Nähe deS Standbildes Auf­stellung genommen hatten, trat der Kaiser in der Uniform deS Leib-Kürassier-Regiment»Großer Kur­fürst' punkt 11 Uhr, begleitet vom Kronprinzen- von Griechenland, den Prinzen Leopold, Albrecht und Alexander, gefolgt von zahlreichm anderen Fürstlich­keiten und einer glänzenden Suite, ans dem Schloß- portale. Die Truppen präseniiertm. Der Kaiser hielt eine kurze, auf die Feier bezug habende Ansprache

Kreis nm fich versammelt!, den» fie ist unter bie Schriftstellerttmeu gegangen. Ich fanb fie sehr wohl nnb hübsch aussehend, al» ich ste kürzlich aus ber Durchreise in Berlin besuchte.

ES war bei Gelegenheit einer Reise noch London, wohin mich Werner auf meinen Wunsch führte, weil ich so gern noch einmal ben Ort Wiedersehen wollte, wo Eduard in seinem unbekannten Grabe fern von der Heimat schlummerte.

Al» ich vor dem kleinen Hügel stand und in ernste Gedanken vertieft ans den schmucklosen Stein schaute, ber allein ihn mir kenntlich machte, nahm mich Werner zärtlich in seine Arme nnb küßte mich sanft ans bie Wange, nnb ich fühlte mit Dank gegen Bott, daß ich au blefem treuen Herzen in allen Stürmen beS Lebens wohlgeborgeu war!

(Nachdruck verboten.)

-rittzeffitt Ada.

Novelle von O. Elster.

Eine seltsame, trotz ber modernen europäischen Kleidung, fremdartig anmutenbe Gesellschaft hatte sich an bem fonnigen, Milben Septembernachmittage aus bem breiten Perron des Anhalter Bahnhof» in Berlin zusammeugefuudeu. Ganz Japan Berlin» war ver­trete» I Da sah man bie würbevolle, etwa» korpulente Gestatt be» kaiserlich japauefische» Gesandten, Vicomte Sinagawa, in ber goldgestickten dunkelblauen Uniform, mti bem Stern be» Souuenorden» auf ber Brust; ferner ber Marquis Mesda, ber al» Major zur Berliner Kriegsakademie fommanbiert war nnb besten Verwandtschaft mit bem kaiserlichen Hause ber blitzende Stern auf feiner Brust anzeigte; sodann mehrere Offiziere nnb GesandtschastSattach äs in golb» nnb stlbergestickten Uniformen nnb endlich bie kleinen zierlichen Figuren ber japam fischen Damen in eleganten Herbsttoiletteu, in ben Häubchen riesige Bouquet» au» kostbaren Blume». An diese glävzenbe erste Gesellschaft schloffen fich in bnntlen Zivil-