MchM Leitung
Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchham. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Äug. Koch.
M 880.
Whm »•/» H, Irt btn PostLmtern » «k. bO Pfg. (exkl. Bestellgeld). JuftrttouSgebühr für di» gespaltene geil» 10 Pf^, Kt&cami für di, Zeil» 86 Pfg.
Marburg.
Sonnabend, 29. November 1890.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte- Gvie die Annoncen-Bureaux von Haaseustein und Bogle«
Frankfurta.M., Laffel, Magdeburg «.Wien: Rudolf Stoffe in Frankfurt a. St, Berlin.München u. ÄMn:G. L Daube u. Io. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari-.
» i ii —n mi■ .....t
XXV. Jahrgaug.
Bestellungen für den Monat Dezember auf die Dtzsttßstss. LstitWg nebst ßreisbfatt für die -reise Marburg und Kirchhain und
Illustriertes 8onntugsbkatt werben von sämtlichen Postämtern und von nuferer Expedition entgegen genommen.
In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Kindt Bestellungen entgegen.
Die Er-fchastssterrer-Aebatte.
Di» Novelle zum Erbschaftssteuergesktz vom 30. Mai 1873 steht in mehrfacher Beziehung zum Ent- smrf des Einkommensteuergesetzes. Durch dieselbe soll einmal mittelst Besteuerung beim bisher steuerfrei gelaffenen direkten Erbgange eine für notwendig nachtete Ergänzung zur Einkommensteuer geschaffen »erden, um daS fundierte Vermögen dadurch in Form einer Zuschlagtsteuer zu treffen. — andererseits M die Besteuerung der DeScendenten, AScendmten Md Ehegatten daS Mittel geben, die Berhältniffe der Einkommensteuerpflichtigen zu kontrollieren und somit der Neigung zu etwaigen Steuer-Hinterziehungen vorzubeugen, event. um letztere, sofern sie trotzdem Vorkommen, zu ermitteln und entsprechend zur Ahndung ziehen zu können.
Außerdem find in der Novelle eine Reihe von Bestimmungen enthalten, die dm bisherigen Text des Gesetzes vom 30. Mal 1873 da ändern sollen, tvo sich im Laufe der Zeit daS Bedürfnis hierfür lülgemein geltend gemacht hat.
Bri der gestrigen Generaldebatte kamen im tvefentlichrn diejenigen Gesichtspunkte zur Sprache, Welche bereits zu ernstm Brdmke» gegen den Schwer- puntt der Vorlage — die Besteuerung beim direkten Abgänge — geführt haben.
Eine solche Besteuerung würde zunächst den Bruch mit einem Prinzip bedeuten, dessen Aufrecht- nhallung ebenso aus ethischen, wie aus sozialpolitischen Gründen hochbedeutsam für den Staat ist — das Prinzip: „an der inneren Festigkeit der Familie
(Nachdruck verboten.)
Im -a«« -er Lüge.
Erzählung von D. Russell- (Fortsetzung.)
Ich war kaum im Stande, den Bericht der Manner ft Ende zu hören. Längst hatte ich die Glocke im Flur Vrogm, um die Dieuerfchaft herbeizurufen, und gab ft« schnelle Befehle, dem Kutscher zu folgen und dm «runglöckteu behutsam iuS HauS zu schaffe».
Die schmerzlichst« Gefühle bestürwtm mein Herz, Arend ich Mtuuteu lang tu bangem Harren vor der Arueu HavSthür staub, bis »äherkowmeude Stimmen Wir die Rückkehr der Leute verkündeten. Ich eilte •Nro über den Hof entgegen und nahm Alwins kalte, ublofe Haud tu die »eine. Er lag bewegungslos, «t gefchlosseueu Augen, und selbst in der durch die «lerne» nur matterhellten Dunkelheit konnte ich eine «affende Wunde an seiner Stirn bemerken; aber als tim in der Halle niederfetzten nnd ich die Hand w<f fein Herz legte, fühlte ich — o «ein Gott, wie Wfctte ich Dir in jenem Augenblicke 1 —, daß noch nicht «Ile Hoffnung verloren, daß »och Lebe» in ihm war.
Rose war zn nu» getreten, blaß und verstört, — W Wort gab Zenguiß von dem Jammer, der ihr werts erfüllte. Ich küßte fie Nnd flüsterte weinend:
ist nicht tot, Rose — Gott »ttd da» Schlimmste »«hüten.»
.Dann ließen wir ihn in eines der Besuchszimmer gingen und blieben bei ihm bis znr Ankunft des Aktors, zu de« sofort ein Lote adgeschtckt worden «r. Notz eine« teilnehmenden Blick auf RoseS färb. Ws Gesicht schritt Doktor Koppwauu zur Untersuchung 2® Krank.n. .Der arme junge Manu hat jedenfalls 2*« Gehirnerschütterung erlitten*, sagte er leise zn 5®; .aber ich glaube nicht, daß noch andere innere «erletzuugm stattgefunden haben. Soweit ich eSjtzt " »«urteilen vermag, wird sein Leben erhalten bleiben.* » 3ch teilte Rose diesen ttöftlichen AnSsprnch de»
wtt und bat sie, sich nun schlaf« zu legen,
nicht zu rütteln!* So gering auch der jetzt ge- plante Steuersatz ist, unzweifelhaft würde in Bälde von links her und speziell auch von der Sozialdemokratie der Ansturm erfolgm, mittelst allmählicher Erhöhungen desselben der Verwirklichung eine» Hauptteils ihres Programms, .möglichste Beseitigung d s Erbrechts und damit Auflösung de» Eigentum- Begriffs", näher zu kommen.
Da außerdem in breiten BolkSschichten — insbesondere auch in den mittleren — eine unwillkürliche und ausgesprochene Abneigung gegen diese Besteuerung beim Erbgang innerhalb deS engsten Familienkreises herrscht — der finanzielle Ertrag bei der Geringfügigkeit des SatzeS (V* Proz. bei DeScendenten und unter Ehegatten, 1 Proz. bei BScendenten) außerdem dem weiteren Zweck, einer besonderen Besteuerung des fundierten Vermögens nicht genügen wird — auch event. Steuerhinterziehungen beim mobilen Kapitals mittelst Schenkung unter Lebenden schwer zu hindern, dadurch also wieder einseitige Mehrbelastungen deS Grundbesitzes zu erwarten fein würden — so läßt sich schon jetzt, bei der Uebereinstimmung, die im allgemeinen unter den Parteien über diese Materie herrscht, daS Schicksal der Vorlage als besiegelt bezeichnen.
Dieselbe wird in der Kommission voraussichtlich eine Fassung erhalten, welche, unter Ausmerzung der sich auf den direkten Erbgang beziehenden Teile, dieselbe im übrigen ziemlich unverändert beläßt. Namentlich erfreuen sich die Bestimmungen allgemeiner Zustimmung, welche die Besteuerung der Ausländer auf im Inland» ererbte Grundstücke pp überhaupt und auf andere Vermögenstelle dann auSdehnen, sofern der Erblasser beim Ableben seinen Wohnsitz in Preußen hatte rc. Die Vermeidung von Doppelbesteuerungen hat man dabei besonders zu gewährleisten sich bestrebt, indem der Entwurf dem Finanzminister die Ermächtigung Vorbehalten hat, im gegebenen Falle Abweichungen von der betreffenden Vorschrift beS § 10 anzuordnen.
Die Stellung der königliche» Staatsregierung zu der nach vorstehendem veränderten Vorlage ist bereits durch die Erklärung deS Herrn Finanz- ministers am Montag erfreulicherweise dahin geklärt, daß, trenn die Aufgabe einer prozentual stärkeren Belastung deS fundierten Einkommens gegenüber dem Einkommen auS Arbeitsleistungen nicht in der Form einer Arbeitssteuer gelöst werden könne, man dieser Hauptfrage auf einer anderen Seite näher zu kommen suchen muffe.
Wesentlich bestimmend für diese- Entgegen-
Ste gehorchte widerstandslos, und ich benutzte die nächste Stunde dazu, meinen Avzug zu vollenden und zwei Telegramme — ein» an Alwin» Mutter und ein» an Werner — anfinhtrn.
Auch an Herrn von Witt ISberg schrieb ich einige Z ile», nm iyu von dem Vo gefallenen in Kenntnis zu fetze»; denn ich wußte wohl, daß die fchmähfüchtige Welt bemüht fein würde, dieses Ereignis z» RoseS Nachteil auSznbeute», und deshalb sollte er hören, daß Alwin ,« Abend abgereist und unterwegs Der» nnglfldt war.
Nachdem dies geschehen, kehrte ich z» Alwin zurück. Er lag noch genau so, wie ich ihn verlassen hatte — er sprach weder, noch bewegte er sich; nur von Zeit zu Zeit kam ei» leise» Stöhnen über seine Lippn.
Einmal ging ich auch zu Rose hinauf. Sie hatte nur wenig geschlafen und war ganz niebergebeugt durch die Erlebnisse diese» TageS.
„Armer Alwin!" sagte fie wiederholt. „Wenn ich mit ihm gegangen wäre, Margarete, hätte ich bei bem Unfall vielleicht mein Leben b rieten. Du rettetest' «ich!" Und fie drückte erfchauüernd ihr Haupt in die Kiffe».
3m Laufe de» Nachmittag» kam eine Depesche vo» Werver GarSthal und nm nenn Uhr abend» traf Werner selbst ein. Er ließ fich sogleich in da» Krankenzimmer führen und blickte lange und ängstlich auf Alwins blaffe», stille» Gesicht.
„Armer, armer Bruder V sagte er tiefbewegt. „Wie la« er dazu, bei solchem Unwetter abzureisen?"
Wie konnte ich ihm die ttaurige G-schichte erzählen? Ich schwieg, und dann fragte mich Werner nach einer kurzen Panse: „Hast Du feine Frau beuachrichttgt?"
Nein, ich hatte e» nicht gethan, denn ich fühtte, daß wir die Wahrhett schuldig waren, wenn fie kam, und doch durfte fie dieselbe nie erfahren.
„So will ich an fie schreibe», wenn Du e» erlaubst, Margarete."
„Da» ist sehr ftenndlich von Dir. «6er, Werner,
komme» war wohl vor allem der Umstand, daß der Regierung ein anderer Weg gezeigt wurde, auf dem der zweite durch die Erbschaftssteuer gewollte Hauptzweck — eine Kontrolle für die Einschätzungen der Einkommensteuerpflichtige» zu schaffen — erreicht werden kann.
Der Abg. v. Rauchhaupt führte bei seiner Erörterung gegen die Erbschaftssteuer aus, daß die Legung deS Inventar» beim direkten Erbgange da» Mittel einer wirksamen bezügl. Kontrolle böte, auch ohne daß danach eine Besteuerung erfolge. Sehr viele Zensiten würden sich scheuen, ihr Vermögen zu niedrig anzugebe», wenn sie wüßten, daß nach ihrem Tode Jnventarlegung gefordert und so ihre Hinterziehung bloSgelegt werde» kann. Eine solche Bestimmung würde auch zur ethischen Erziehung der Nation sühren. Schwierigkeiten würde die Durchführung einer solchen Maßregel — zu welcher die Befugnis dem Vorsitzenden der VeranlagungS Kommission beizulegen sei — nicht machen, wie denn derartige Jnventarlegungen ja bei Minorennen auch jetzt schon alle Tage vorkommen.
Der Finanzminister sprach fich, unter Betonung der Notwendigkeit scharfer Kontrollen, um eine gleichmäßige und gerechte Steuerveranlagung zu erhalte», dahin auS, daß der Vorschlag des Abg. von Rauchhaupt, an Stelle der Erbschaftssteuer eine generelle Jnventarifierung de» Erblaflers vorzunehmen, dir eingehendste Prüfung in der Kommssfion verdiene.
So ist denn zu hoffen, daß die Vorlage, wenngleich tat innersten Wesen verändert, doch in einer alle Faktoren befriedigenden Form zur Annahme gelangen und so ein lebendig wirksames und segensreich wirkendes Glied in der Reihe der großen Reformgesetze werden wird.
Deutsches Reich.
Berlin, 27. Rov. Kaiser Wilhelm hatam Donnerstag Nachmittag Groß - Strehlitz in Schlesien wieder verlassen, nachdem die dortigen Jagden ihr Ende erreicht haben, und sich nach Pleß begeben, wo der Monarch in dem festlich illuminierten Otte lehr enthusiastisch empfangen ist. Freitag und Sonnabend finden dort Jagden statt. Prinz und Prinzessin Adolph von Schaumburg-Lippe statteten am Donnerstag in Dttmold einen Besuch ab und wurden in üblicher Wesse empfangen. Am Abend kehtten dieselben nach Bückeburg zurück — Der Bundeörat überwies in seiner gestrigen Sitzung den Entwurf eine- Gesetzes sür Elsaß-Lothringen über die Errichtung von
ich habe Dir noch eine andere betrübende Mitteilung zu mache»: Rose hat fich «tt ihrem Manne entzweit und hat Schloß Wittelsberg verlassen.»
„Aus welche« Grunde?» fragte Werner scharf, und als ich »ögette, fügte er hinzu: „Doch nicht nm Alwins willen, Margarete?»
„Ich fürchte, es ist so. Ein Brief, ben Rose an Alwin geschrieben und in welchem fie leichtsinnig und unbedacht über ihre» Mann gesprochen hat, ist in deS BaronS Hände gelangt. Er kam in furchtbarer Aufregung hierher, Rose reizte ihn noch wehr, und das Ende war, daß er ihr für immer das Hans verbot.*
„Lieber Himmel l» rief Werner aufspringend. .Wie viel Elend doch durch die erbärmliche Eitelkeit mancher Männer heraufbeschworeu wird!• Und bann erinnerte er fich an Alwins Instand. „Armer Junge, — wir tonn« ihm jetzt keine Vorwürfe mache» — nnr Mitleid fühle». Aber meines Erachtens Muß fetae Frau jedenfalls höre», wie eS mtt ihm steht.»
So schrieb er an fie. Ich war gespannt, wie Anna diese Nachricht anfnehmen, ob fie Alwin ihre Liebe wieder schenken würde, w«u fie ihn so krank und hülfloS sähe. Rose hatte eS gethan, glaube ich — wenigstens hatte fie ihm vergeben und sprach zärtlich und «ttleidSvoll von ihm.
„Was hat er denn schließlich so Böse» gethan?' sagte fie. „Er hat Dich geliebt und ein untere», reicheres Mädchen geheiratet, weil er zu sehr ver. schuldet war. Hundette von Mänunn würden eb«so gehandelt haben, und ich, welche selbst »m deS Geldes miüen geheiratet, hohe am wenigsten Ursache, ihn hart zu beurteilen. Ohne Anna» Eifersucht könnte er heute noch glücklich mit ihr leben.»
„Er hat doch manche» Unrecht begang«», sagte ich ernst.
„Well er so schön »ar !» rief Rose, den Kopf erhebend und in ihrer alten, spöttischen Weise sprechend. „Wenn er eine Stuwpfnase und rote» Haar gehabt hätte, glaubst Du, daß irgend Jemand eifersüchtig ans ihn gewes« wäre? Ich sicher nicht!»
Grundbücher», sowie den Entwurf eine» Vertrages zwischen Deutschland und Dänemark über die Aufhebung de» Abschofles und Absahrt»gelde» an die zuständigen Ausschüffe und erteilte dem Anträge Preußens betreffend den Auftuf und die Einziehung der Note» der Magdeburger Privatbank und der Provinzial-Aktienbank de» Großherzogtums Posen die Zustimmung. — Anläßlich des zweihunderifänfzigstm Jahrestage» de» Regierungsantritte» des Große« Kurfürsten findet am 1. Dezember auf dem Opern- Hausplatze eine Parade statt. Die zur Feier de» Tage» angeordneten Schulferien werde» nicht nur Berlin, sonder» in allen Schulen der Provinz Brandenburg abgehalten. — 44 500 Petenten haben den Minister für öffentliche Arbeit« um eine Ermäßigung der Eisenbahn - Personentarife, dezw. eine gerechte Prüfung der Klag« gegen die bestehenden Tarife ersucht und dabei für dm Personen-Kilometer die Hälfte derjenigen Einheitssätze» vorgeschlagen, welchen Bayern nmerding» den deutschen Regierungen (für die dritte Wagenklafle) empfohlen hat, nämlich 1 Pfg. Bon den bayerische» Vorschlägen wird versichert, daß fie mit denen Preußen» und den übrigen Staaten mit Staatsbahnen an- nähernd übereinstimmen, und daß somit eine Verständigung auf dieser Grundlage jedmsall» zu erreichen sein werde, die erwähnte Petition weist darauf hin, daß viele inländische landwirtschaftliche und industrielle Produkte in dem einen Teile de» Lande» tat lleberflufle vorhanden sind, während andere Teile daran Mangel hab«; e» müsse also gegenseitiges Angebot stattfinde»; beim heutigen Personentaris beschränkten fich aber die Reis« auf einen Umkreis von 50—100 Kilometern, während die Bereisung von 100—500 Kilometern, als» die Reisen von Nord nach Süd und von Ost «ech West in Deutschland verhältnismäßig tomig gemacht werden, weil die» «egen der hohen Fahrpreise nicht rmtiert. — Nach einer der „Pol. Corr.* aus Rom zugehenden Meldung wird e» in vatikanischen Kreisen al» wahrscheinlich bezeichnet, daß die wiederholt angekündigte päpstliche Enzyklika über die Arbeiterfrage noch vor Ablauf dieses Jahres der Oeffentlichkeit übergeben werden wird. — Wie die „Nat.-Ztg." vernimmt, ist Stabsarzt vr. Pfuhl, der Schwiegersohn und Mitarbeiter KochS, zum Professor ernannt worden. — Gestern Vormittag besuchten Herzog Karl Theodor in Bayern und seine Gemahlin in Begleitung von Geh. Rat Prof. Dr. Koch Prof. KrauseS Klinik und verweilten dort, von den Herren Dr. Körnet und Prof. Krause geführt, l*/i Stunden.
„Dann wünschte ich, er hätte eine Stumpfnase nnd rote» Haar gehabt, Rose.*
„ES würde vermutlich besser gewesen sein. Aber— da wir eben von roten Haaren sprechen — hast Dn inzwischen etwas ans WtttelSberg gehört, Margarete?»
„Nicht ein Wort», antwortete ich; denn der Baron hatte keine Notiz von meinem Briefe genommen, und so hielt ich e» für besser, Rose gar nicht zn erzähle«, daß ich gisschriebm^hatte. *
Die Nacht verging, ohne daß eine Aendernng in AlwtaS Zustande eingetreten wäre, nnd früh am Morgen langte feine Mutter in H y^ors an.
Bei« Anblick der leblos hingetzreckten Gestatt schtte fie auf. „Ihr habt mich getänscht! Meta Sohu, mein Sohn, habe ich Dich verloren?" Und fie sank laut weinend neben dem Bette nieder.
Wir konnten fie kaum überzeug«, daß er noch lebte. Starr und thränenloS faß fie an feinem Lager, ihr Ange keinen Mom«t von seine« geliebten G ficht erhebend und eifersüchtig aus Leden, welcher sich ih« nahte.
Und al» der Tag weiter vorrückte, begannen fich schwache Lebenszeichen zu zeigen, und «blich öffnete er die Augen und schien seine Mutter ,n ertönen.
„Er kennt mich!» tief fie voll Freude.
Sein Blick wanderte zu mir. „Margarete!» murmelte er, und tch trat hinzu und nah« seine Hand.
„Lieber Alwin!» sagte ich, und ich sah, er erinnerte fich und wußte, daß ihm vergeb« war.
Achtnndvierzigste» Kapitel. - ' .
Verlorene Liebe.
So dursten wir Anna bei ihrem Eintreffen am folgenden Tage mtt der froh« Nachricht begrüßen, daß Alwin sein Bewußtsein wiedererlangt und bereit» mit un» gesprochen hatte. Er erkannte seine Fran, als fie ins Zimmer trat, und dankte ihr für ihr Ko«««.
Ich stand ein wenig im Hintergründe und beobachtete