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Wöchentliche Bellagm: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expediti-n: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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WrtHetxt täglich gg Werktagen nach Soznt» mtb Keiertaaen. — Qnartal»Abonnement».Preis bei der Lrpe- ditton L'/. Utt, Iti den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnirrtivuSgebühr für die gespaltene geil» 10 Pfg., Rrklinaen für die Zeile 2b Pfg.
Marburg, Frettag, 28. November 1890.
Anzeige« nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie die Nimoncen-Bureaux von Haasenstein und Bogle» in Frankfurta.M., Laffel, Magdeburg «.Wien: Rudolf Stoffe in Frankfurt «. M., Berlin.München tu KÄn• ®. g. Daube tu So. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Pari».
XXV. Jahrgang
Bestellungen für dm Monat Dezember auf die
D-rrHiss. Zritimg
nebst Areisbkatt für die
Kreise Marburg und Kirchhain
und
Illustrierte« SonntugsMatt ■erben von sämüichen Postämtern und von «feier Expedition entgegen genommen.
In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Kindt Bestellungen entgegen.
Dos LeluUal der Itruerdebatte iw preußischen Abgeordnetenhause läßt sich sehr klar Mille»: die Reform der Einkommensteuer wird so, wie sie von der Regierung vorgeschlagen ist, allerding» nicht angenommen werden, daß sie ober «uf Grund einer in der Kommission sestzusteller den Vereinbarung angenommen wird, darüber besteht kein großer Zweifel. Es ist auch möglich, daß die Arbeiten in dieser Session »och nicht zum Abschluß kommen, weil die Beratung der übrigen Refoim- gesltze die Erledigung hinausschieben karn, aber im Sande verlaufen wird diesmal die Steuerreform- grsetzgebung in keinem Falle. Daß die Verhältnisse des direkten Steuerwrsrns der Abhilfe dringend bedürftig sind, ist allgemein anerkannt. Da» Ein- schätzungSverfahren entspricht rbeusowrnig den Anforderungen der Gerechtigkeit, wie die Steuersätze dir- thun, ausnahmslos alle Redner haben als ihre Ueberzevgurg ausgesprochen, daß die großen Einkommen zu leicht, die kleinen zu schwer belastet find, und daraus rrgiebt sich die Notwendigkeit einer Abänderung von selbst. Herr Eugen Richter hat «l» Vorbedingung sür eine Steuerreform in Preußen dir Aushebung der LrbenSmittelzölle im Reiche ge- soldert, aber mit diesem Grundsatz hat der stri- sinnige Führer bei vielen Zeitungen der eigenen Partei keine Zustimmung gefunden. Man kann entschiedenster Gegner der Lebensmittrlzölle sein, aber sollen diese erst aufgehoben werden, damit schreiende Ungerechtigkeiten auf einem anderen Gebiete beseitigt Arrden können? Bei der preußiscten Steucrresorm
(Nachdruck verboten.)
Im Pa«« -er Füge.
Erzählung von D. Russell-
(Fortsetzung.)
„Habe ich «8 wicht gesagt?" rief Rose, zu Alwin »wendet, mit bitteim Lache». „Die ganze kleine «elt hier herum wird uuu die Geschichte erfahren."
„ES kann uns gleich sein, wcS sie reden, Rose, so lange Du bei wir tu unserem alte» Hause bist", «d ich legte zärtlich weiue Hard auf ihre Schulter.
Doch sie wich mit einer Art Schauder zurück.
„Alwin hat aus Dich gewartet, um Dir Lebewohl S sagen, Margarete. Er will roch iu der Nacht mit
» Eilznge abreisen."
„Aber Du wirst doch zuvor hier effeu, Alwin?" ^„Neiv, tanke; ich will mich nicht länger ausholter.
habe roch eiuigeS zu orduen, b.vor ich diesen Teil der Welt verlasse; und so lebe denn wohl, MargareteI" Ich versuchte nicht, ihn anfznhatteu. Ich sühlte, «ß (8 b'sier war, wenn er ging, uvd «ah« an, daß ^ vielleicht im Gatzhanse t<8 Torsi» zv Abend esse» «d dadurch am besten da» Gerücht, vtlche8 über Rose knbieitet worden, entkräftee» würde.
Elch8mlddierzigstl8 Scpitel.
Sine stürmische Nacht.
Alwin war fort. Rose hatte ihm da8 Geleit ge- k»«, und ich hörte, daß sie vor der Dhür noch ^lsterud einige Worte spreche». Douu ko« Rose §rkck vud erwähnte iw Verlaufe de8 Abend8 SlwirS «iw,, nicht wehr.
Aber fie war seltsam uvrrhig »ud stand härfig SJ >«b schaute in die dvr kle Nacht hinan». Der «tud heulte tun Abend stäi ker um ta8 Han8 und
Regen schlug prasselnd au die Fenster.
. ».Welch ein schrecklicher Stmw l" sagte Rose. „Gr »nd doch kein Unglück anrichte», Margarete?"
«Ich denke nicht, Lüde", antwortete ich.
handelt es sich nicht um Belastung der unteren, sondern der oberen Klassen, und ob das Fünfzig- Pfennigbrot ein halbes Kilo mehr oder weniger wiegt, ist sür diese nicht so sehr bedeutsam. Außerdem kommt »och in Betracht, daß im Reichstage eine Mehrheit sür die Beseitigung der Getreidezölle nicht zu haben ist. Die Aeußerungen, welche in dieser Beziehung Herr von Rauchhaupt, Herr von Hüne und andere Abgeordnete gethan habe», laste» daran keinen Zweifel. Die Getreidezölle werden also nicht aufgehoben, und soll nun in Preußen alle- bleiben, wie eS ist? Davon kann doch nicht die Rede sein. Die Besitzer der großen Einkommen hätten den Nutzen, die Besitzer der mittleren und Üeineren Einkommen den Schaden. Daß die Dinge so liegen, wird selbst in Zeitungen, wie in der Frankfurter, anerkannt, die doch gewiß alle neuen Steuern bi» auf» Mester bekämpft. Da» Blatt sagt: .Wir müssen gestehen, daß zu wünschen gewesen wäre, Richter hätte dem Finanzminister Miquel weniger Recht zu dem Borwurfe gegeben, daß er sich in ter Kritik von Einzelheiten erschöpfe und keinen höheren Standpunkt gewinnen könne. Alle Kalkulationen, alle politischen Besürchtungen von einem neuen Anziehen der Steuerschraube können doch die Thatsache nicht aus der Welt schaffen, daß daS bestehende Steuersystem, namrnüich bei der Einkommensteuer, ein durchaus ungerechte» ist und durch beffere technische Einrichtungen ersetzt werdm muß. Und die Finanzen mögen sich gestalten, wie fie wollen, da» Eine ist doch sicher: e» ist besser, der künstige Bedarf wird von einer gerecht veranlagten und mit Selbfidellaration und progressivem Taris versehenen Einkommensteuer erhoben, al» von dem elendesten aÖet bisherigen Steuersysteme."
E» find drei Punkte, welche bei der Einkcmmen- steuerreform vor allem in Betracht kommen. Zuerst die Selbsteinschätzurg, daß ohne diese neue Art der Veranlagung keine genaue Einschätzung zu erzielen ist, ist fast allgemein zugegeben. Die Leute, die wegen zu niedriger Einschätzung sich heute freiwillig erbieten, mehr Steuern zu zahlen, find doch wahrlch weiße Raben. Und nicht minder wahr ist die Thatsache, daß mindestens die Hälfte aller Steuerzahler heute zu niedrig zur Steuer veranlagt ist, daß hierin die Ursache des hohen Kommunalzuschlags für viele Gemeinden zu suchen ist. Natürlich soll die Selbstdeklaration keine hochnotpeinliche Untersuchung sein: man überlaffe den betreffenden Steuerzahlern die Selbsteinschätzung unter Bekanntgabe der Strasbestimmungen für die unrichtige Einschätzung.
„Vielleicht läßt da» Rauschen der Bäume daS Unwetter schlimmer erscheinen al» e» ist. Wie es heult!"
Wir blieben nicht lange auf. Um elf Uhr wurde da» Hans für die Nacht geschloffen »nd Rose nnb ich zogen »«8 in unsere Schlafzimmer zurück.
Aber obnohl ich mich müde und angegriffen fühlte, kam doch kein Schlaf in meine Auge». Die Ereig. uiffe de» Tage» zöge« in bunter Reihenfolge an meinem Geiste vorüber, und so oft «ich ein leichter Schlummer umfange» wollte, wurde ich durch das Tobeu de» Sturmes wieder daraus erweckt.
Plötzlich war «s mir, al» vernähme ich inmitten de» Lärme» dranßeu ein Geräusch auf dem Korridor — eS klang wie des Oe ffneu und Schließe« einet Thür. Sollte Rose etwas geschehen sei« — oder war ein Fremder im House? In meiner überreizte« Phantasie stiege« plötzlich schreckliche Bilder auf; ich sprang hastig von «einem Lager auf, warf einige Kleidung», stülle über und hat mit der brennende» Kerze in der Hard klopfenden Herzens a»f den Flur hinan».
Gin Lichtschimmer huschte vor mir her über die Treppenstufe», nnb al» ich leise näher schritt und wich über bi 8 Geländer lehnte, hätte ich beinahe einen Rrf de» Schreckend auSgestrße».
War (8 ein Tronw, wcS ich sah? Täuschte« »ich «eine Auge« oder stark dort wirklich Rose, «eine Schwester, in Reist Neidern, bemüht, mit zitternden, nnsichere« Hände» die Haukthür zv öffne«?
I» Todesangst flog ich die Treppe hinunter, stürzte auf fie zu und umklammerte ihren Ar«.
»Rose! Ros«! «o» wachst Tn — wa8 willst Dn ihn» ?* Sie wandte sich «ach «it »« «nb ihre Hönde sanken schloff hernieder. Halb trotzig, halb beschiwt gab fie gnt Antwort:
.68 wäre vergeblich, Dich ntm roch täuschen zu tonen, Margarete — ich gehe mit Alwin."
»Mit Alwin!" wiederholte ich entsetzt. »Rose, kannst Tu so schlecht sein?"
»Wa8 bleibt mir ander» übrig?" antwortete fie bitter. »Glaulst Du, ich könne hirrbleibr» nnb »ich
Dann werden weitaus die allermeisten Steuerzahler sich so ziemlich an die Wahrheit halten, hier aus Ehrgefühl, dort aus Furcht vor Strafe. Versicherungen an Eidesstatt find unnötig. Wer die Strafe nicht scheut, riskiert auch einen Meineid Wenn durch die Selbsteinschätzung viele Steuerzahler in eine höhere Steuer stufe kommen werden, so empfiehlt sich auch eine Ermäßigung der Steuersätze in durchgreifender Form, bis zu den sogenannten großen Einkommen, bei welchen ein paar hundert Mark Steuern pro Jahr mehr oder weniger nicht ins Gewicht fallen. Die neuen Berhältnifle bedeuten dann keine Verschlimmerung, sondern eine Besserung, denn bei den Kommunalsteuern wird man Wunder erleben, und eine Ermäßigung derselben um mindestens 25 Prozent kann wohl in den meiste« Gemeinden al» sicher angenommen werdm. Und damit kommen wir auf den dritten Punkt, der eine weitere Entlastung der Gemeinden sichert, beim alle Mehreinnahmen au» der Einkommensteuer sollen dazu verwendet werdm, die Ueberweisung der halben Grund- und Gebäudesteuer an die Gemeinden herbei- zusührm. Es ist nicht schwer, bei gutem Willen wenigstens nicht, die richtige Fassung für diese drei Pnnkle zu finden, die ein vernünftiges und gerechtes Steuersystem sichern, deffenNotwendigkeit Thatsache ist.
DeutlNrs KtiA.
Berlin, 26. Nov. Der ReichShanShalt»- etat pro 1891/92 bilanziert in Einnahme und Ausgabe mit 1130 645 888 Mark, darunter 941135 067 Mk. dauernde, 90 720 452 Mk. einmalige ordentliche sowie 98790 369 Mark einmalige außerordentliche Ausgaben. Ter aus dem Erhage der Zölle und Tabaksteuer der ReichSkaffe verbleibende Brhag Hat sich von 130 000 000 Mk. auf 140 242 500 Mark erhöht. Die Einnahmen aus Zöllen und Verbrauchssteuern sind mit 41 354 500 Mark mehr als im Vorjahre veranschlagt. Die Einnahmen bei dem Titel »Post und Telegraphen" ergeben 17188 895 Mark mehr, die Ausgaben 16110 369 Mk. wehr. Der Mehrbedarf de» Reichs- Heere» beträgt 25 754 707 Mark, wovon ein beträchtlicher Teil auf die durch die letzte Militärvorlage bedingte Vermehrung der Präsenzstärke entfällt. Bei einmaligen AuSgabm im Marineetat find mehr erforderlich 9 221130 Mk. Neu gebaut werden sollen drei Panzer, ein Kreuzer, ein Aviso und acht Torpedoboote. Die Einnahme auS Ma- trikularbeitrcgrn beläuft fich auf 322 623505 Mk., gegen da» Vorjahr mehr 20451078 Mk. Zur
von ben guten Leute» bedauern und verhöhnen lasten? Nein — Alwin wartet — laß mich zn ihm gehen, Margarete — nnb vergiß mich, wenn Du kannst."
Sie machte von Neuem bm Versuch, da» Schloß zu öffne», aber ich sank vor bet HanSthür nieder nnb schlang die Arme nm ihre Kuiee, entschloflm, ihr ben Ausgang zu wehren.
.Rose, thue «8 nicht — bleibe hier!" bat ich fleheub; »verlaß Dein Geburtshaus nicht im Dunkel der Nacht — zu Deinem eigenen Berberbeu! Denke au uuseru Vater, au unsere gute Mutter — willst Du ihre» Name» für immer mit Schaube btbeäen ?•
Eie zögerte, fie schwankte, uud ich sprang schnell auf weine Füße.
„Ist Alwin branßeu?" fragte ich; '„wenn ja, so laß ihn hereivkowweu und fich mir gegenüber stelle», wir, deren Herz er beinahe gebrochen hat »ud der er jetzt auch das Tbeverste raube» will, das fie »och anf Eiden besitzt!"
„Dir, Margarete ? Du hast doch sicherlich nie etwas mit Alwin gehabt?"
Ich ertferute »it zitternder Hast die Kette und schob den schweren Riegel zurück. Die Thür sprang auf — »ud da, kau« drei Schritte von btt Schwelle entfernt, stand Alwin im strömenden Rege».
Et wich zurück, a!8 er mich sah, aber ich ergriff seine Hand nnb zog ihn anf den Flur. ,Iowm herein, Alwin, und sprich jetzt endlich einmal die Wahrheit l"
,Wo8 soll bieB alle»?" sagte er, erst Stofe, dann mich ansehend. „Rose, wie kowmt (8, daß ich Margarete hier finde?"
„Du sollst i» erfahre» 1" erwiderte ich, mit ihnen in da» Eßzimmer tretend. Hier stellte ich baB Licht anf den Tisch nnb »anbte »ich zu ihm.
„Ist kB wahr, Alwin? Wolltest Du Rose der- leiten, in bet Nacht mit Dir zu entfliehen?"
„Du weißt, wa» heute Moigeu geschehe» ist", ant» »ortete er. „Rose hat nn« tetiie eigentliche Heimat wehr — hat fie dntch »eine Schulb verloren — und deshalb, wen» fie die «eine teile« will —"
Verteilung an die Bundesregierungen sind 331353 000 Mark vorgesehen. — Den Mitgliedern der Kommission von Fachmännern zur Borberatung der allgemeinen Reform de» Schulwesen» find jetzt die Frage« unterbreitet worden, über welche die Regierung gutachtliche Aeußerungen der Fachmänner erwartet. Außerdem ist den Herren auch die Geschäftsordnung für die Beratung zugegangen. Scho« vorher war einer Anzahl von Mitglieder«, von welchen wohl ein Referat über einzelne Teile de» BeratungSstoffe» erwartet wird, Fragematerial zuge- gongen. lieber alle diese Dinge, ja sogar über die Namen der Einberufenen sollte Stillschweigen beobachtet werde«. Wie weit die» bezüglich der Mitgliederliste durchzuführen war, beweist der Umstand, daß bis auf wenige Ausnahme« sämtliche Berufungen bekannt geworden find. Wie man hört, will eine Gruppe der Mitglieder dahin wirken, daß wenigsten» die Ergebnisse der Beratungen der Oeffent- lichkeit nicht vor enthalte« bleiben. — Ans Deutch- Ostasrika find jetzt beglaubigte Meldungen von Emin Pascha eingegangen. Derselbe ist am 1. September im besten Gesundheitszustände zu Usonga eingetroffen. Er befand fich ober nicht auf dem Wege zur Küste, fondern auf dem Wege zum Viktoria-Nyanza See, wo er ebenfalls eine Station anlegen soll. — Aus Witu wird mitgeteilt, daß die Gerüchte von einer Verhaftung des ehemalige« deutschen Vertreters Töppen unter der Anklage, er habe zum Untergänge der Expeditton Küvtzel beigetragen, unbegründet sind. — Im preußischen Abgeordnetenhause geht die allgemeine Ansicht jetzt dahin, daß die Steuerreformgesetze noch in dieser Session, freilich mit mehrfachen Abänderungen, zur Annahme gelangen würden, hingegen die Schulgesetzgebung und die Landgemeindeordnung vertagt werden, resp. in» Wasser fallen. Die Neigung, diese Vorlagen anzunehmen, ist im Herrenhause mehr als gering, und im Abgeordnetenhause nicht besonders groß. Es wird wohl noch längerer Erörterungen bedürfen, bevor über die Grundprinzipien dieser Gesetzgebung erst eine Einigung erzielt ist. Die WeihnachtSserien für den preußischen Landtag sollen den 19. Dezember beginnen. — Der .Reichsanzeiger" publizirt eine kaiserliche Verordnung, wodurch daS JnvaliditStS« und Altersversicherungsgesetz vom 1. Januar 1891 in seinem vollen Umfange inkraft gesetzt wird. — Wie die .Köln. Ztg." mitteilt, hat Dr. Levy in Berlin, welchem von Professor Koch verschiedene Flaschen seines Heilmittels zur Verfügung gestellt sind, von
„Und waS wird aus Seiner Frau?" fragte ich zornig, „der Frau, welche Du um ihres BermögeuS willen geheiratet «ud bann fo grausam vernachlässigt hast?"
„Metue Fra« hat «ich verlasse« —"
„Und Rose» guter Name?" fuhr ich iu gebrochenen Santen fort. „Deine junge Äonfine, welche Du schützen nnb schirmen solltest, willst Du iu Schmach uud lln- ehre bringe«?"
„Margarete, weshalb machst D« diese Sce«e?" sagte Alwin. „Du, Du selbst host un» erzählt, wa» bereit» iu der Nachbarschaft gesprochen wird. Rose hat «icht» mehr zu verliere« —•
»AuSgerommeu ihre Seele !* ries ich leidenschaftlich. »Rose, höre nicht auf ihn, glaube ihm »icht — wie ich e» rillst gethau Hobe! Steh, er hat weiue Liebe zu gewinueu gewußt, hat fich heimlich mtt mir verlobt uud mir Treue geschu ore», um mich uach kurzer Zett schon zu verlassen nvd Anna Bardo» zn heiraten! Verstehst Dn nnn? 8» waren nicht Deine Briefe, welche Anna an jenem Tage gelesen hat, sonder« die, welche ich einst an ihn geschrieben hatte, — al» ich ihn roch über alle» liebte!"
Ich brach ab — von meiner Bewegung übermannt — und Rose nahm da» Wort. ,Jst da» wahr?" fragte fie in scharfe«, völlig verändertem Tone, mü einem eifige», durchbohrenden Blick auf Almi».
„Ja, Stofe, 8 ist wahr; aber —•
„Uud während dieser ga»z°u Zett hast Du mich getäuscht — hast vorgegeben, Suva sei aus wich eifersüchtig «ud habe Dich um meinetwillen verlassen?"
„Ist e» nicht die Wahrheit gewesen? Ihre Eifer- sucht auf Dich hatte fie veranlaßt, nach Briefen z« suchen, sonst hätte fie jene anderen nimmer gefunden. Ich leugne nicht, daß ich unrecht gegen Margarete gehandelt habe, aber die Verhältnisse zwangen »ich dazu — ich war mit Schulden überhäuft."
„Und Du heiratetest Auna Bardo», «m sie zu bezahle,?" sagte Rose verächttich. „Daun hättest Du