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öchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt. Expeditisn: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

Erscheint tttzlich «« an «erkta-rn «ach 8mm- und LHU) Lnzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Mattes,

-ea am» Feiertage». Qn,rtal.«bonnenlentr.Preir bei der kxpe- sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler

610 toionli*/. Btt-, Irt den Postämter» 1 Btt 50 Psg. (exkl. In Frankfurt eu M., Laffel, Magdeburg n. Wien: Rudolf UV

»r»rllgeld). J«f«timagebühr für die g-fpattene Zell' Freitag, 21. NoVeMbkl 1890. Moste in Frankfurt a. M., Berlin München u. «Än:L AAV*\JaVI9O,,8*

10 Pfa, «eklame» für dir Zeil. 85 Pfg.° Daube u. ko. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Haris.

Die mternatlormle KeldkriNs, welche seit diesem Sommer hereingebrochen ist, hat sich in den letzten Wochen ganz erheblich verschärft, und auch der deutsche Geldmarkt ist davon in Mit­leidenschaft gezogen. Ein Blick auf die Kursberichte da Börsen zeigt ein unaufhaltsames Sinken der Kurse saft aller Wertpapiere, auch die deutschen EtaatSpapiere testen das allgemeine Schicksal, und tf ist noch keine Besserung abzusehen. Dadurch kommen natürlich alle die, welche vor Jahr und Tag, als das Geld in reicher Fülle vorhanden war und jedem Staate und Gemeinwesen ein reicher Kre­dit gewährt wurde, ihi e Kapitalien zu Kursen, welche den heutigen nicht entsprechen, in Wertpapieren an­legten, in Schaden, falls fie genötigt sind, heule zu verkaufen. Abgesehen hiervon liegt kein Grund zur Beunruhigung vor, voraussichtlich wird sogar die jetzige Krisis eine heilsame Besserung der gesamten Eeldverhältnisse herbeiführen. Bi» vor etwa einem Jahre war die Nachfrage nach StaatSpapicren eine starke; daS trieb trotz des GeldüberfluffeS die Kurfe in die Höhe und ermäßigte die Zinsen. Aber man hat augenschewlich den Kapitalbesitz auf der ganzen Srde doch gar zu hoch geschätzt, heute fehlt daS flüssige Geld, fehlt die Nachfrage, während dos An­gebot steigt, und die Kurse fallen darum ununter­brochen. ES ist viel Geld auf der Erde, aber be­denken wir die Milliarden über Milliarde», die im letzten Jahrzehnt von allen Staaten in Anleihen ausgenommen sind, denken wir daran, daß in Folge verschiedener Verhältnisse die Bildung neuer Kapi­talien sehr erschwert wurde in letzter Zeit, dann haben wir die Erklärung für die heutige KrisiS. Man braucht heute baar Geld, während eS früher angr- boten wurde. Damals schriebe» dir Finanzminister die Zinsen vor, heute hat daS Publikum daS Hest in der Hand. Der bekannte Versuch mit den drei­prozentigen Anleihen deS Reiches und Preußen» ist ja nicht mißglückt gerade, aber von einem großen Erfolge kann erst recht nicht die Rede fei». Eine allgemeine Erhöhung deS Zinsfüße» hat im Privat­verkehr längst stattgefunden und auch die Finanz­minister können sich der Erkenntnis, daß das Geld teuer wird, nicht verfchließen.

Zur Verschärfung der heutigen KrisiS hat dir übergroße Vertrauensseligkeit beigrtragen, mit welcher auch solchen Staaten, die nicht zu den unbedingt sicheren Kunden gehöre», während der Zeit des Geld­übelflusses ein ausgedehnter Kredit gewährt wurde. Rußland hat Millionen über Millionen geschluckt,

(Nachdruck verboten.)

' Im Kimn -er LSge.

Erzählung von D. Russell- (Fortsetzung.)

Alwin", sagte ich, mich zu ihm weudeud, mit vor Erregung zitternder Stimme,diese Fran hat soeben Rose gröblich beleidigt und Dein Verhalte» hat ihm die Handhabe dazu gegeben."

_Was in aller Welt kannst D» meinen?" fragte Alwin.

«Ich Wille» Dir erklären. Du weißt, daß Sona, als fie in thörichter Eifersucht Deine Papiere durch, forschte, jeue Briese entdeckt hat, welche ich früher au Dich geschrieben, und Du weiht auch, welche Ge. schichte diese Blätter erzähle», v»d Du kannst Dir derke», wes Aoua beim Lese» derselben rmpfvudru habe» muß. ES war schrecklich, ihre Verzweiflung «>d ihre» Kummer mit avzuseheu. Sie war außer sich fie hat mir die bitterste» Vorwürfe gemacht ti> ist trotz meiner dringende» Bitte, erst mit Dir N> sprechen, »och i» derselbe» Stunde abgereist, oräulei» Allmauu kennt aber de» Zusammenhang dicht vnd ist der feste» Ueberzeuguug, daß Anna Briese do»Rose gesunde» und Dich deshalb verlaffe» hat. «erstehst D» nun, was ich meine?"

GaruichtS verstehe ich als daß Anna fich schwach, doll benommen hat!" ries Alwin leidenschaftlich. *6toe Frau, die im Stande ist, de» verschlossenen Arieskastr» ihres Mauve» zu öffne» uud Briefe zu *fe», die uur für de» Empfänger bestimmt gewesen, M, meiner Ansicht »ach, zu Allem fähig! Sie hat Eich verlassen uud soll, sowett eS von wir abhängt, «rwals zurückkehren!"

,Aber willst Du deuu nicht sehe», Alwin", wandte flehend ein,wie diese» Fräulein Altmaun da»

*"'» zu Rose» Nachteil aoSbeuteu kau» und wird?" Was habe ich mit der Person zu schaffen?" »tgeguete er zornig.

Sie besitzt leider großen Einfluß auf de« Baron,

die Raubstaaten im Balkan, die amerikanischen Re­publiken haben ungezählte Summen geliehen. Die Sache konnte nicht dauernd so weitcrgehen, plötzlich sind die Kurse gefallen, alle Aussicht, sie in nächster Zeit emporzubringen, fehlt, und darin liegt die Ursache der schweren Verlegenheiten vieler großer Geldhäuser, in London und Newyork vor allem. Niemand hat es für möglich gehalten, daß ein Haus, wie die Londoner Weltfirma Gebrüder Baring, die auf der ganzen Erde Verbindungen besitzt und über ein Grundkapital von fast einer Milliarde verfügt, in die Lage kommen könnte, seine Zahlungsunfähig­keit einzugestehen. Und doch ist dem so! Mit äußerster Mühe ist es gelungen, die streng reelle Firma über Wasser zu halten, aber eS herrscht die nicht unberechtigte Besorgnis, daß ei» großer Krach nicht zu verhüten sein wird für die Dauer. Diese peinliche Lage wirkt, wie gesagt, auf alle großen Plätze in Europa zurück, aber trotz aller Angebote von Werten fehlt die Nachfrage, denn das Geld liegt meist fest, und mit Verlust zu verkaufen, um neue Werte zu erwerben, das kann man Niemandem zumuten. Dabei werden auch von der Industrie, von Gewerbtreibenden höhere Summen al» früher für den eigenen Betrieb gebraucht und hierdurch vermindert sich die Summe des für den internationalen Mark verfügbaren Gelbe» ganz von selbst.

So wirken verschiedene Umstände zusammen, um eine so verzwickte Lage auf dem internationalen Geldmärkte zu schaffen, wie sie seit langen Jahren nicht bestanden hat. Die Krisis wird überwunden werden und die gute Lehre zur Folge haben, künftig daran zu denken, daß auf fette Jahre auch magere folgen können, daß es unüberlegt ist, daS Geld mit dollen Händen darzuleihen, ohne die absolute Gewiß­heit zu haben, daß der eigene Bedarf nie Mangel leidet. Auch das Börsentteiben, jene Spekulation, die mit fremden Geld häufig operierte, wird einen heilsamen Denkzettel bekommen. Deutschland ist zu sicher fundiert, als daß es Nachteil von Belang aus der heutigen Krisis haben könnte. Man muß ruhig die Entfaltung der Dinge abwarten und r» ver­meiden, sich von der an anderen Plätzen herrschenden Panik beeinflussen zu lassen. Dann gehen die Schwierigkeiten schon vorüber. Die Spekulanten braucht man nicht groß zu bemitleiden; wer spielt, muß mit dem Verlieren rechnen.

Deutsches Reich.

Berlin, 19. Nov. Die Vermählung der Prinzessin Viktoria von Preußen mit

»nd da fie vo» unserer frühere» Verlobung uicht» weiß uud uur zu sehr geneigt ist, das Schlimmste von Rose zu denke», so wird fie ihm »ach seiner Rückkehr die Geschichte nnzweiselhast in ihrer Weise erzählen, wenn Ihr Beide nicht jede» wettere» Anlaß z»r Miß. dentung beseitigt.*

Und was wünschest D» das ich thnn soll?" fragte Alwin und sah mich au.

Ich bitte Dich, Wittelsberg zu verlaffeu. Folge Deinem warmherzigen, unbesonnenen, aber liebevollen Weibe, mit dem Du durch jede» Baud der Ehre, der Pflicht und der Dankbarkeit verbunden bist. Ich gebe zv, daß es nicht recht von ihr war, Deine Briese zu lesen; aber schließlich hat fie weit mehr zu verzeihen als Du."

Alwin war langsam im Zimmer aus und ab ge. gongen uud blieb jetzt vor mir stehe».

Margarete", sagte er,ich bi» lein Heiliger, wie Dv weißt, aber al» ich An»a heiratete, geschah e» mit dem Vorsätze, ihr ei» guter Manu zu feto, uud ich würde diesen Vorsatz dnrchgeführt haben, Beim fie mir meine Aufgabe nicht durch ihre Unvernunft uud Abgeschmacktheit zu sehr erschwert hätte. Eie ist eifersüchtig auf jede Frau, wie Rose ganz richtig sagt, und ans jede hübsche noch ganz besonder». Da» kann kein Mann auf die Dauer ertragen. Ich weuigsten» bin der Sache nachgerade überdrüssig und, offen ge­standen, recht froh darüber, daß sie derselben ein Ende gemacht hat."

Du weinst doch nicht, daß Dn Dich von ihr kennen willst? Wa» würde die Welt dozn sagen?"

Die Wett! Meine liebe Margarete, wa» die sagt, ist mir vollkommen gleichgülttg. Uebrigen» hat sich meine Fran von mir getrennt, nicht umgekehrt.*

.Aber Du wirst sofort abreisen, nicht wahr? Dn wirst sicherlich Rose nicht länger nngerechten Ver­dächtigungen aussktzen wollen?*

»Wenn iS ihr Wille ist, werde ich abreiseu.*

.Weiß fie denn überhaupt die Wahrheit, Alwin? Hast Du ihr erzähtt, worüber Anna so unglücklich ist?*

dem Prinzen Adolph von Schaumburg-Lippe hat am Mittwoch Nachmittag 5 Uhr im Berliner Schlosse «stattgefunden. E» fand große Galaauffahrt der Fürst­lichkeiten und geladenen Gäste statt und ein zahl­reiches Publikum war deshalb in der Umgegend de» Schlosses erschienen, aber bei dem herrschenden dichten Nebel war fast nichts zu erkennen. Eine Ausnahme machte nur der sechsspännige Brautwage», in welchem die Kaiserin Friedrich mit ihrer Tochter unter einer Eskorde von Gardedragonern mit gezogenem Säbel in daS Schloß fuhr. Um 4 Uhr nachmittags hatte im Palais der Kaiserin Friedrich in Gegenwart der nächsten Angehörigen die Zivütrauung deS hohen Paares durch den HauSmintster Wedell - PieSdorf stattgefunden, uud darauf fuhr die Braut im reichen bräutlichen Schmuck unter Voranrttt von Spitzreitern und begleitet von Fackelträgern in da» Schloß. Dir Volksmenge begrüßte die Prinzessin und ihre Mutter mit lebhaften Hochrufen. Im Schlosse empfing der Kaiser seine Schwester, worauf derselben die Prin- zeffinnen-Kron« auf da» Haupt gesetzt wurde. In glänzendem Zuge bewegte» sich alsdann die fürstlichen Herrschaften mit ihrem Gefolge zur Schloßkapelle, in welcher dir geladenen Gäste bereits anwesend waren, und hier fand die Trauung durch den Schloß­pfarrer Dryander in üblicher Weise statt. Beim Wechsel der Ringe gab eine im Lustgarten aufgestellte Batterie Salutschüsse ab. Die Hochzeitsfeier war wohl eine der glänzendsten, die je in der Berliner Schloßkapelle stattgefunden habe», es war eine außer­ordentliche Pracht entwickelt und der Glanz der Toiletten repräsentierte zweifellos eine» Wert von Hunderttausenden. Die Berliner Industrie kann diesen Tag rot im Kalender anstreichen. Nach der Gratulation de» jungen Ehepaares fand im Weißen Saale uud den angrenzenden Räumen, die im blendend­sten elektrische» Lichte strahlten, da» Hochzeitsmahl statt, bei welchen der Kaiser mit kurzen Worten auf da» Wohl des jungen Paares trank. Nachdem fich die hohen Herrschaften dann noch längere Zeit mit den Gästen unterhalten, fuhren der Prinz und die Prinzessin im Galawagen und unter EhreneSkorte zum Potsdamer Bahnhof und von dort nach Pots­dam, wo dieselben zunächst im dortigen Schlosse Wohnung nehmen. Der Empfang in Potsdam *toai ein sehr herzlicher, die dem Schlosse gegenüber­liegenden Hügel waren begalisch beleuchtet. Am Freitag wird im Potsdamer Stadtschlosse der Ge­burtstag der Kaiserin Friedrich begangen, de« die schwergeprüfte Frau in diesem Jahre zum ersten- male wieder in froherer Stimmung begeht.

.Ihr da» erzählen, hieße unehrenhaft gegen Dich handeln. Niemand ahnt etwa» davon woz» die alle Geschichte wieder ansrühren?*

.Ich hätte nicht» dagegen, wenn e» zu Roses Recht- fertignng in Fräulein Altmanns Augen beitrfige.*

»Aber Rose würde e» natürlich betrüben, zn sehen, daß Dn so lange ein Geheimnis vor ihr gehabt hast nnb es ihr jetzt nur notgedrungen mitteilst. Ich finde e» entschieden besser, daß fie nie etwas davon erfährt. Mr wollen ein Abkommen treffen, Margarete: ich werde Wittelsberg verlassen nnb D» wirst unser alles Geheimnis wahren.*

.Gut*, antwortete ich kur, nnb wanbte mich kalt von ihm ob. Niemals war mir Alwin so klein en schienen wie in diesem Augenblicke. Seine Eitelkeit ließ e» nicht z», daß von seiner Liebe zn mtt ge­sprochen würde, well er vor Rose als ein Held nnb Märtyrer baznstehen wünschte.

StonnbvierzigsteS Sapttel.

Schatte».

Auf dem Heimwege begegnete ich Rose, die eS müde geworden war, ans mich zn warten. Ich bat sie, mit mir zurückpikehren, aber sie lehnte er ab, nnb so stiegen wir ans nnb wandellen einige Minuten ans nnb ab.

.Alwin wirb abreisen, Rose", sagte ich leise;laß ihn gehen."

Aber da» ist schlimm, Margarete", sagte Rose mit enttänschter Miene.Ich habe heute morgen an Georg geschrieben nnb ihm erzählt, daß Anna zu einet kranken Verwandten getnfen worben sei, Alwin aber bis zn seiner Rückkehr hierbleiben würbe."

Wozu da», Rose? Du hättest ba» nicht thnn sollen bte Wahrheit ist immer da» Beste, wenn fie auch noch so peinlich ist. Niemand vermag e» zu sagen, wa» an» einer Lüge entstehen kann. Ich habe einmal die Unwahthett gesprochen imb eS nachher aufs bitterste berent*

Bei Gelegenheit der letzten Etatsberatung wurde vom Herrenhaufe folgende Entschließung an­genommen:Auf Grund der vom Herrn Kultus­minister konstatierten Thatsache, daß bei preußischen öffentlichen höheren Lehranstalten wegen der Ueber» zahl jüdischer Schüler an den jüdischen Sabbathe» und Festtagen der Unterrichtsplan hat verändert werden müssen, die Königliche Staatsregierung um Erwägung von Maßregeln zur Beseitigung der hieraus erwachsenden Uebelstande zu ersuchen." Darauf ist folgende Antwort der Regierung er­gangen:Die Stärke des jüdischen Schülerelemente» in de» höhere» Lehranstalten wird in den die»seitigen statistischen Erhebungen fortgesetzt beobachtet und bildet auch in den VerwaliungSberichten der Provinzial­behörden einen Gegenstand der Besprechung. Spezielle Maßnahmen in der Richtung des Beschlusses des Herrenhauses hat die StaatSregierung bisher nicht für angezeigt erachtet.* Darf man aus den Er­örterungen der preußischen Reformvorlagen in der Presse einen Schluß auf die nunmehr be­ginnenden Verhandlungen im Abgeordnetenhause ziehen, so ist es sehr zu bezweifel», ob die Vor­lagen in der gegenwärtigen Tagung sämtlich erledigt werden können, wie dies dem Wunsche der Regierung entspricht. Schon die Besprechungen der Steuer­gesetze und de» Volksschulgesetzes die der Land­gemeindeordnung sind noch nicht in Fluß ge­kommen zeigen, daß bedenkliche Schwierig­keiten zu überwinden fein werden. In den Steuer­fragen ist e»der linke Flügel der Freisinnige», welcher sich rundweg ablehnend verhält, in der Schulfrage da» Zentrum, das hierbei wiederum von den Radikalen, welche den BureaukratiSmu» des Ent­wurfs bekämpfen, unterstützt wird. Dazu tritt dann noch der Widerspruch gegen eine lange Reihe von einzelnen Bestimmungen. Man hofft nun zwar, daß die erste Beratung in acht Tagen vom Abgeordneten­hause bewältigt werden könne, allein e» ist mehr wie zweifelhaft, ob damit schon eine Klärung der Ansichten erreicht sein wird. Der Schwerpunkt der Verhand­lungen liegt vorerst in den Kommissionen, welchen eine schwere Arbeitslast aufgebürdet wird. Hernach erst wird sich übersehen lassen, wie fich die Parteien zu den einzelnen Vorlagen stelle», und inwieweit die Hoffnungen der Regierung auf deren gänzliche Erledigung Aussicht haben, fich zu verwirklichen. Sollte hierzu keine Möglichkeit sich zeigen, so wird vermutlich die Land­gemeindeordnung vorläufig zurückgestellt werden. Hinsichtlich der neuen Erbschaftssteuer stellt sich schon jetzt heraus, daß dieselbe im Abgeordneten-

Rose lachte. .Ich wünschte, ich hätte nicht mehr als eine Lüge ans dem Gewissen! In diesem Falle konnte ich »»möglich die ganze Wahrhett sage». Oder hätte ich etwa schreiben solle», die thörichte Anna ist eifersüchttg aas Deine hübsche Fra»? Sollte ich da» wirklich?*

«Du hättest eS ihm we»igste»s sage» könne».*

.Liebste Margarete, da» ist alles sehr hübsch, wen» Da Deiuea Maua liebst aad Dich von ihm verstaadea weißt Doch möchte ich wohl wisse», wie Georg eine derartige Eröffnung aufuehmeu würde. Sch, e» ist doch schwerer al» ich gedacht, immer alleiu za feto! Ich glaube, ich habe wirklich, am die tanere Leere auSzusülleu, ein wenig mtt Alwin koketttert nnb bin jetzt betrübt, baß er fortgeht; aber ich wieder- hole eS nochmals allen Ernste», Margarete e» ist niemals ein Wort gesprochen oder geschrieben worbe», ba» Georg nicht wissen bürste.*

So sei nun vorstchtiger, meine Hebe Rose; es wäre doch zu kantig, wen» Alwin fich nicht wieber mit feiner Fran versöhnte. Ich muß Dir mm Lebe­wohl sagen willst D» komme» »ab mtt mir esse», sobald er fort ist?"

Vielleicht", war ihre Erwiderung, nnb bann kennten wir nn».

Ich war kaum in ben Hof gefahren, als Fanny Horton, bie ängstlich nach mir anSgesehen hatte, eilig die Treppe herabkam nnb mir entgegeneilte.

,Zch bin so stoh, baß Sie ba stob, Fräulein Margarete", sagte fie.Der arme Herr Rothe ist hier, nnb er ist so to Sorge nm seine Frau, bte ba» Fieber hat Typhus, glaube ich. Er kanu keine Pflegerin für fie finde» nnb wollte Sie nun bitten, ihm bte Abreste einer Krankenwärterin in bet Stadt zu geben. Aber ich habe einen anbern Vorschlag za machen bars ich gehen nnb fie pflegen?"

,.O, Fanny, ich weiß nicht" rief ich erschrocken.

Eie sah mich flehenb an.Ich möchte so gern etwa» thnn ich habe sät meine Vergangenheit so sehr viel gut zu mache»", sprach fie leise.