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Wöchenüiche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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Nenuunddreißigster Kapitel.
Der alt« Bries.
„Sie bandelt ganz verkehrt", sagte Rese zu mir, als vir allein waren, „nud wird ihr lluglück selbst
das Abgeordnetenhaus gewählt, dem er als hervorragendes Mitglied der deutsch • konservativen Partei bis zum Abschluß der 16. Periode im Jahre 1888 an gehörte. Eine kurze Unterbrechung erlitt seine Zugehörigkeit zur Kammer durch seine Mandats niederlegung infolge der ihm zuteil gewordenen Ernennung zum Regierungspräsidenten in Frankfurt a. O. im Frühjahr 1881. Im September desselben Jahres wurde er bereits wieder gewählt. Zu den besonderen Beweisen Allerhöchsten Ver trauen-, durch welche er ausgezeichnet wurde, gehörte auch seine Berufung in den Staatsrat. — Freiherr v. LuciuS, der scheidende Minister, hat nahezu elf Jahre dem Kabinet angehört. 1835 zu Erfurt geboren, studierte er von 1854 bis 1858 in Heidelberg, BreSlau, Berlin, Paris und Edinburgh Medizin, widmete sich dann der Bewirtschaftung seiner bei feimr Vaterstadt gelegene» Güter Klein- und Groß-Ballhausen und Stödten, machte 1860 als Arz den spanischen Feldzug gegen Marokko unter O'Donnell, 1860—62 die preußische Expedition nach Ostasien unter des Grafen Eulenburg Leitung als Gesandtschaftsrat mit und legte namentlich die auf der letzteren Reise gesammelten wissenschaftlichen, insbesondere die geographischen und ethnologische» Erfahrungen auch schriftstellerisch nieder. An den Feldzügen 1864, 1866 und 1870 beteiligte er sich als Landwehr-Kavallerie-Osfizier. Nachdem er bereits im März 1870 in den Norddeutschen Reichstag gewählt worden war, sicherte ihm da» Vertrauen der Eingesesienen seines heimatlichen Wahlkreises im No- vember dieses Jahres auch ein Mandat zum Abgeordnetenhause, in dessen Besitz er noch jetzt ist. Dem Reich-parlamrnte gehörte er in den vier ersten Legislaturperioden als Mitglied der deutschen Reichspartei an, bei den Wahlen im Herbste 1881 unterlag er im 4. Erfurter Wahlkreise (Erfurt-Schleusingen, Ziegenrück) seinem chm von der liberalen Bereinigung entgegengestellten Mitbewerber, dem Profeffor Stengel. Nach Beendigung der Reichs- tags-Session 1878/79, während welcher er als Vizepräsident fungirt hatte, wurde er an Stelle deS gleichzeitig mit seinen Kollegen Dr. Falk und Hobrecht zurückgetretenen Dr. v. Friedenthal zum Minister der Landwirtschaft und Tomainen ernannt. Während dieser elf Jahre, da er dieses wichtige Staatsamt bekleidete, hatte er sich zu wiederholten Malen besonderer Auszeichnungen feiten, seiner kaiserlichen und königlichen Herrn zu erfteuen. — Der Reichskanzler v. Caprivi ließ für den 24. November Einladungen zu einem parlamentarischen Diner er-
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ich diesen Wunsch nm Annas willen unterdrücken. Ich habe ihr einst ans Deine Veranlassung hin die Unwahrheit gesagt und wich dadnrch für die Folgen ihrer Heirat mit verantwortlich gemacht, denn sicherlich würde sie Deine Hand nicht angenommen haben, wenn sie den wahren Sachverhalt geahnt hätte. Nun aber, da es geschehen ist — da sie Dich liebt und jeder Gedanke ihres Herzens Dir gehört, werde ich niemals, weder durch Wort noch durch Blick, zwischen Euch treten."
«lsiu richtete sich zn seiner vollen Höhe auf, nachdem ich gesprochen hatte, nud sah wir mit seinen schönen, dunkelgrauen Augen gerade ine Gesicht.
»Terme, Margarete", sagte et; „Du hast meine Freundschaft zuröckgewieseu, und ich bin nicht der Mann, sie Dir noch einmal anznbieten. Ich bedame Dich ausgesucht zu haben, denn ich habe nicht» Gute» damit erreicht."
verd'i^ti"freundlich 8“ 801,0 — ste hat es nm Dich
,.34 bin freundlich gegen sie", erwiderte er uu- geduldig, und nach einigen weiteren Worten verließ er mich.
* * ♦ 7
Am nächsten Tage fand sich die ganze Gesellschaft von Wittelsberg bei mir znm Mittageffen ein, nud nie vorher war wir Alwin so wohlauSseheud nnb heiter erschienen wie hente. Er widwete sich Rose in anffallender Weise, nnb biefe ließ sich seine Huldigungen nur zu gern gefallen. Ich sah, wie die arme Anna litt nnb wie sie ihre Unrnhe kaum roch zn beweistern vermochte, als Rose nnb Alwin in der «bendstnnde in den Park hinnntergingen.
„vomw nud sieh Dir meine Blumen an", sagte ich« ,.3ch hörte Rose Deinen Mann bitten, ihr ein >aar von nnfeten schönen Hiydorfer Rosen abzn- chneiden; wir wollen nnS anch einige holen."
Ich fühlte ihren Arm in dem meinen zittern, als wir uns dew Rosengarten näherten nnb die Stimmen >ei Betten zu uns drangen.
„Wie vielen schönen Franen hast Dn das schon
(Nachdruck verboten.)
Im Pa«« der Löge.
Erzählung von D. Russell.
(Fortsetzung.)
Wieviel hierzu die im Tone der Sympathie nnb K8 Bedauerns geäußerte Bemerkung über die „reigenbe «oft* beigetragen haben mochte, will ich nicht ergrünben. Die Vorgänge in unserem Innern stnb so wnuberbar, st verwebt mit Selbstliebe nnb Eitelkeit, welche nnS Alle *ehr ober weniger beherrschen, daß vir bei genauer ttd ehrlicher Prüfung säst die meisten unserer Hand- Eugen und Worte aus unreine Beweggründe zurück, siihr en könnten.
Ich sühtte mich härter nnb kälter ihm gegenüber, »dem ich erwog, wie wenig die Freundschaft, welche ir wir anbot, wert war, — wie unbedenklich er wich tob meine Liebe feinen weltlichen Interessen geopfert «te, und wie er jetzt anch bie Frau nnb bte ihm Io treu ergeben war, ohne Zögern verriet nnb sich licht scheute, mir zu sagen, daß feine Heirat ein Irrtum fttoefen war.
Deutsches Leich.
Berlin, 17. Nov. Am Berliner Hofe haben am Montag die Festlichkeiten aus Anlaß der diesen Mittwoch stattfindenden Vermählung der Prinzessin Viktoria mit dem Prinzen Adolph von Schaumburg-Lippe begonnen. Die Fürstlichkeiten, welche für die Zeremonie angemeldet waren, find sämtlich eingetroffen, und haben den kaiserlichen Majestäten im Schlosse, sowie der Kaiserin griebtid; Besuche abgestattet. — Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen am Montag Vormittag 8* 1 * * * * */* Uhr eine längere Spazierfahrt. Nach der Rückkehr von derselben empfing der Kaiser den neuernannten Land- vtrtschaftSminister v. Heyden, hörte den Vortrag des StaatSsetretärS v. Marschall und arbeitete bann längere Zeit mit beut Reichskanzler v. Caprivi. Aw Nachmittage stattete» die zu den Hochzertsfeierlich- keiten erschienene» Fürstlichkeiten Besuche ab. Abends «n 6 Uhr war große Galatasel, darnach fand Fest- Vorstellung in der Oper statt, welcher daS Brautpaar und alle Fürstlichkeiten beiwohnte». — Am 25. November reift der Kaiser zur Jagd nach kchlesien. — Der .Reichsanzeiger" publiziert die wf Ansuchen erfolgte Entlasiung des StaatSministerS ». LuciuS unter Belastung des Titels und Ranges eine» Staatsministers und unter Verleihung des KternS und Kreuze» der Großkomthure des Hohen- zollernschen HauSordenS, sowie die Ernennung des Kegierungkpiäfibenten v. Heyden zum Etaais- «inister und Minister für Landwirtschaft, Domänen mid Forsten. Der neue Minister, Wilhelm v. Heyden- kadow, wurde am 16. März 1839 zu Stettin geboren. Nach Absolvierung der Universitätsstudien in Heidelberg und Berlin arbeitete er vom Jahre 1861 «b bei den Kreisgerichten Berlin und Prenzlau, 1865 beim ÄppellationSgericht zu Stettin, unterzog sich dort dem dritten juristischen Examen teils im Frühjahr 1866, teils nach beendetem Feldzuge von 1866 im nächsten Frühjahr. Vom April desselben Jahres ab mit der kommiffarischen Verwaltung des LandratSamtS Demmin betraut, wurde er im Herbst 1868 zum Landrat gewählt. Seit 1864 Mitglied des Kreistag» Demmin, seit 1871 des Kommunal- landtagS und der Landstube von Alt-Pommer», des ProvinziallandtageS, sowie Mitglied und stellvertretender Borfitzender deS ProvinzialausschusteS von Pommern wurde er, nachdem inzwischen seine Er, vennung zum LaudeSdirektor von Pommern erfolgt Var, im zweiten Abschnitt der 13. LegiSlatmperiode »es Landtag- für den Kreis Demmin - Anklam in
.Ja', dachte ich rntt zuckenden Lippen, .er hat «neu Mißgriff begangen. Ich bin jetzt reicher als unna, und er könnte Besitzer von Heydorf sein, wenn « nur Geduld gehabt nnb ein wenig länger ge. tontet hätte.' Unter dem Einfluß btefer bitte« vettachtuugen klang meine Stimme vielleicht schärfer tob verletzeuber als ich selbst gewollt.
.Niemals toieber kann ich in dem Sinne wie Du 4 meinst. Deine Freunbiu fein", antwortete ich ih« “A "st nnb kalt. „Deine Verwandte bin ich natürlich Nb werde als solche auch in Verbiubnug rntt Euch Heiben, — aber Frennbe verraten eiuanber nicht, Me Tu mich betraten hast, nicht etwa eines Miß- NstäubniffeS wegen, soude« freiwillig; vergiß bas tohtl — Nett», laß mich westet reden, ich bin noch vcht zu Ende. Wenn — wenn ich wirklich Bet.
•. Argen trüge, Deinen Vorschlag anzuuehmeu und die Neu Beziehungen zwischen nnS zu erneue«, so würde
- amtes des Auswärtige» errichtet werde» soll, wirb 1 binnen kurzem zum ersten male einberusen werden. ! Wie eS heißt, würde er aus 30 bis 40 Mitgliedern t bestehe», deren Ernennung durch den Reichskanzler - erfolgt. Die nötigen Vorbereitungen zur Eröffnung deS Kslonialrates sind schon getroffen. — Nach den dem preußischen Abgeordnetenhause vorgelegten
> Steuereinschätzungslisten giebt es gegenwärtig in Preußen 458 Thaler-Millionäre und saft 4000 Mark-Millionäre. Aus Berlin entfallen davon
l 200 Thaler-Millionäre und 1073 Mark-Millionäre. — : Die Gesamtzahl der während der Monate April ' bis September 1890 bei den 16 der preußischen ' Kontingentsverwaltung angehörigen Armee - Korps von H i tz s ch l a g befallenen Mannschaften betrug 82. Von diesen Erkrankten starben 10. Auf die Zeit der Herbstübunge», die Monate August und September, entfielen 48 Erkrankungen mit 4 Tode»« fällen. SS muß, wie der ,R.-A.* schreibt, betont werden, daß eS bei ben ganz besonderen Witterung»« verhültniffen dieses Sommers, wo einer lange» kühlen regnerischen Zeit plötzlich Zeiträume mit auffallend hoher, ttockener Lustwärme folgten, nur der Aufbietung aller Borfichtsmaßregeln und der Anwendung schnellster sachgemäßer Hilfe zu verdanken ist, wenn die Zahl der Hitzschlag Todesfälle eine so verhältnismäßig beschränkte geblieben ist.
Tübingen, 17. Novbr. Zur Schulreform veröffentlichten 51, d. h. fast genau */# der Professoren und Privatdozenten der Universität Tübingen, folgende Erklärung: .Die unterzeichneten Lehrer der Universität Tübingen erklären hiermit: daß sie die Grundzüge deS Lehrplans unserer humanistischen Gymnasien, insbesondere die eingehende Beschäftigung mit griechischer Sprache und Litteratur, al- ein wertvolle» Gut unserer nationalen Bildung beibehalten zu sehe» wünschen, und daß nach ihrer Ansicht neben einem richtig gestalteten altsprachlichen Unterricht die jetzt so vielfach vermißte gute mathematische Schulung und Befähigung zu naturwiffenschaftlichen Studien ohne Ueberbürdung der Schüler erreichbar ist, wenn die Schule weder eine philologische, noch eine natur« wissenschaftliche Fachbildung, sondem eine wirklich humane, eine allseitige Menschenbildung zu geben sich bemüht."
Danzig, 17. Novbr. Vor dem Landgericht in Danzig begann am Montag der für mehrere Tage berechnete Prozeß gegen den früheren Landesdirektor von Westpreußen und Abgeordneten Dr. Wehr und den früheren Gutsbesitzer Holtz wegen Unterschlagung, Untreue, sowie Verleitung dazu und wegen passiver
herbeisühr«. Alwin ist sehr gut gegen ne; aber weil er sie nicht so leidenschaftlich liebt wie sie ihn, ist sie eifersüchtig ans jedes Wort, das er mit andere» Frauen spricht."
ES war in der That so wie Rose sagte. Anna liebte ihren Manu rntt so ausschließlicher Zärtlichkeit, daß sie tS nicht ertragen konnte, ihn wie andere Männer sich unterhalten zu sehen. Sie sprach von nichts Anderem als von ihm, verlangte, daß er mit jedem seiner Gedanke» bei ihr sein solle, nnd ermüdete Alwin durch das Uebermaß ihrer Liebe.
Vielleicht wäre Roses Hang zur Koketterie ohne chlimme Folgen geblieben, wenn nicht Suvas Eifer« acht nud Fräulein AltmanoS Haß und Rachsucht vor der Zeit die Katastrophe herbeigeführt hätte». Wie alles zugegaugeu, 'habe ich erst später erfahre», aber der Zusammeuhaug war ungefähr folgender:
Alwin hatte feiner Fran am Morgen nach dem Besuche in Hehdots, als er rntt ihr zusammen im Park weilte, Vorwürfe gemacht, nnb sie ihrerseits hatte daraus in schärfster Weise sein Benehmen gegen Rose gerügt Ein Wort hatte das andere gegeben, bis Alwin zornig aufgefprangen und aus dem (garten geeilt war.
Während Anna, bitterlich weinend, sich ihrem Schmerze hiugegeben, war Fräulein Sltmanu zu ihr leiteten und hatte, nachdem eS ihr gelungen war, den gründ ihre» Kummers zu erfahren, nach Kräften >aS Feuer geschürt und alles, wa» sie an Groll und
l Sitter leit gegen Rose gesammelt hatte, vor Anna»
Ohren auSgeschüttet
Vielleicht empfand sie auch für die warmherzige nnge Fran, die einzige, welche fteuudlich gegen sie leweseu war, ein Gefühl der Zuneigung und Dank«
Imrteti und hielt eS für ihre Pflicht, fie zn warnen.
„Wenn Sie sich die Liebe Ihres Mannes erhalte»
wollen", schloß fie ihren Bericht, „so entferne» Sie
ihn an» Wittelsberg — entziehen Sie ihn dem
Etvflufle der falschesten nnd herzlosesten F.an, die e» auf Erden giebt l"
gehen, an dem, tote verlautet, auch der Kaiser teilzunehmen beabfichttgt. — Fürst BiSmarck wird voraussichtlich in dieser Woche von Friedrichsruhe ■ nach Varzin übersiedeln und GrafMoltke, dessen
Befinden fortdauernd ein durchaus zufriedenstellendes ist, wird keinesfalls vor Weihnachten von Berlin nach Kreisau zurückkehren. Der greife Feldmarschall wird sich, wie alljährlich, in gewohnter Weise an den Arbeiten deS Reichstages, dessen Mitglied er ja ist, beteilige».
Berlin, 17. Nov. Der Antrag der bayerischen Regierung auf Aufhebung der Biehsperre hat noch eine erweiterte Begründung erfahren, die dem Bundesrate zugegangen ist. Das Münchener Ministerium führt aus, daß in letzter Zeit wohl in einigen Kleinstädten eine Milderung der Fleischpreise eingetreteu sei, im großen und ganzen beständen aber die hohen Preise fort und gäbt« zu weitreichende Unzufriedenheit Anlaß. Sollte der Antrag, de» am die Regierungen von Sachsen, Württemberg und Baden unterstützen, vom Bundesrat abgelehnt werden, so wird er tat Reichstage sofort nach Eröffnung deSfelben von neuem gestellt werde». — Die erste Sitzung des Reichstages ist nunmehr auf den 2. Dezember anberaumt. Der Termin ist soweit hinauSgefchoben, um dem preußischen Landtage Zeit zu laffen, die erste Beratung der große» Reform- gesetze zu beenden. WaS die Stimmung der Abgeordnetenkreise gegenüber diesen Vorlagen betrifft, so verlautet, daß ohne Abänderungen wohl kaum die Entwürfe angenommen werden dürften. Die Regierung wird übrigens sehr mit sich reden laffen. Am wenigsten Widerstand findet die vorgeschlagene Drklarationspflicht. Selbst daS Berliner Tageblatt schreibt: „Keinesfalls darf der Eigennutz der Begüterten die Klippe werde», an welcher die Reformen scheitern.' Aufgehoben soll durch die Reform bekanntlich auch die bisherige Steuerfreiheit der großen Standesherren werden. Man meint, diese notorisch sehr reichen Herren würden eS gar nicht auf eine Debatte hierüber ankommen laffen, sondern vorher bedingungslos auf ihr Vorrecht verzichten. — Für die Karl Peter».Stiftung sind bi» jetzt, wie die deutsche „Kolonialzeitung" mitteilt, 96 000 Mk. gezeichnet worden. — Die Ausgabe der Anleihe, welche die deutsche ostafrikanische Gesellschaft zur Förderung ihrer Zwecke aufnehmen will, soll in einigen Wochen erfolgen. — Der deutsche Kolonialrat, welcher nach einem kaiserlichen Erlasse vom 10. Oktober als sachverständiger Beirat für toloniale Angelegenheiten bei der Kolonialabteilung des Reichs
gesagt ?" hörten wir Rose halb ärgerlich, halb lachend sagen. Ich wartete Alwins Anttrort nicht ab.
.Rose, Rose!' rief ich, .raube mir nicht alle meine Blumen; Anna möchte auch welche haben I' Und bann erschien ihr hübsches Gesicht über der Weißdornhecke, welche diesen Tell des Garten» von dem Parke trennte. Ein Kran, von Rosen umgab ihre Stirn und ganze Büschel der zarten Blüten waren auf ihrem weißen Kleide verstreut
.Ich hoffe, Ihr bewundert mich', sagte sie näher- kommend mit herausforderndem Lächeln. .Alwin hat mich so herrlich geschmückt'
Anna sah blaß und zornig au« und sagte fast verächtlich: .Du bist sehr leicht zu awüstren.*
,3a*, erwiderte Rose, .nnb nichts macht mir mehr Spaß als bie Wahrnehmung kleiner weiblicher Schwächen. Alwin', fuhr sie fort, al» er jitzi, einen großen Strauß Rosen tragenb, in bie BartenthÜr trat, «bitte, gieb das Bouquet, das zn arrangireu Dir so viel Mühe gemacht hat» Deiner Fran.'
Alwin blickte rntt nnentschloflenem Ausdruck von Einer zur Andern und schritt dann zu Anna hinüber und reichte ihr den Sttauß. Aber ihr leideuschast. licheS Temperament gewann ben Sieg über Takt und Befonuenheit und fie stieß seinen Ar« so heftig zurück, daß die Blumen zur Erde fielen.
„Anna!" rief Alwin, auschetaeud aufs Höchste überrascht. .
„Gieb sie der Person, für welche Dn fie gepflückt I hast", sagte fie erzürnt, „ich brauche fie nicht l" Und ! ohne ein weiteres Wort eilte fie de« Hanse zu und ■ ließ Alwin mit nicht sehr geistvoller Miene zurück.
Er bückte fich jedoch und hob seine Rose» auf, nbem er mit drolligem Blick auf nur murmelte: i
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sür «e gch>^ten? f}eti» Mittwoch, 19. November 1890. ®io^0Sitatart <ÄMtaS^raTtoÄ.0S UV Jahrgang.
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