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Margarete ist trän! gewesen', entgegnete Rose
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(Nachdruck verboten.)
I« Ka«« -er Löge.
Erzählung von D. Russell.
(Fortsetzung.)
Doch diefZeit ritte dahin. Rose kehrte mtt ihrem ne zurück.
. Eine Woche später trafen Alwin nnd seine Fran 2» und am Morgen nach ihrer Ankunft erhielt ich 2 Bittet von Rose, worin sie mich znm Mittag. Gen einlnd.
Ich hatte grvnßt, daß eS kommen müsse, hatte «ch all die Tage darans vorbereitet, nnd doch zitterten mr die Hände vor Aufregung so sehr, daß ich weinen «zng nicht allein vollenden konnte nnd Fanry Horton * Hülfe rufen wußte.
Sie erschrak über mein Aussehen nnd «rollte «ich ucht fahren lasten, aber ich schüttelte den Kopf nnd We wich, als sie fertig war, still in den Wagen.
Schattenhaft zogen die Bänme der bretten Allee «r WUteUberg an wir vorüber, nnd wie im Tranme K ich mich bald darans in einem Zimmer acht bis ichn Personen gegenüber, fühlte, wie Rose meine Hand Frist nnd, indem ste mich einem Herrn entgegen.' «hrte, heitern Tones sagte:
»Unser Vetter Alwin, Margarete!'
des Internationalen Medizinischen KongresteS und der medizinischen Wistenschaft überhaupt zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Göttingen, 14. Nov. Geh. Medizinalrat Prof. Schmidt-Rimpler, der jetzige Leiter der hiesigen Augenklinik, hat auf Ersuchen des Herr» Kultusministers folgende Vorschläge zur Bekämpfung der Kurzsichtigkeit bei Schulkindern gemacht. 1. Die Lehrer haben sich eine gewisse Kenntnis der Schulhygiene zu erwerbe». 2. Ein Arzt (Schularzt) hat in hygienischer Hinsicht Schüler und Schule zu beaufsichtigen. 3. Den Eltern ist eine gedruckte Belehrung über gesundheit-mäßigen Sitz und Haltung der Kinder beim Arbeiten zu geben. 4. Freigabe der Nachmittage so weit eS irgend angeht, um dm Schülern Zeit zum Aufenthalte im Freien und zu körperlichen Bewegungen zu geben. 5. Verringerung der häuslichen Arbeiten und besonder- der schriftlichen. 6. Verhütung einer übermäßigen Ausdehnung der zur Absolvierung der höheren Lehranstalten erforderlichen Zeit.
Glatz, 15. Nov. Der Krieg-Minister hat die Niederrrißung der Zugbrücke und deS innerm Franken- steiner Thore-, also die Entfestigung angeordnet.
Leipzig, 16. Nov. Unlängst wurde mitgeteilt, daß sieben Profestoren der hiesigen Universität an die deutschen Universitäten eine Erllärung zur Unterzeichnung durch die Profestoren versandt hattm, welche sich gegen den heutigen Gymnasialunterricht wandte. Heute liegt au- Leipzig eine von nicht wmiger al- 122 Profestoren und Docenten unter» zeichnete Erklärung zur Veröffentlichung vor, welche entschiedm für da- humanistische Gymnasium eintritt. Dieselbe lautet: .Die unterzeichneten Profestoren und Dozmten der Universität Leipzig erklären hiermit, daß sie in jeder Unterricht-resorm, welche die Grundzüge des Lehrplans unserer humanistischen Gymnasien, insbesondere die Beschäftigung mit griechischer Sprache und Litteratur, beseitigen oder wesentlich beeinträchtige» würde, nur eine schwere Gefährdung der Güter unserer nationalen Bildung erblicke» könntm Zugleich sprechen die Unterzeichnetm eS als ihre Ueberzeugung aus, daß sie die Aenderungm, deren der Unterricht in einzelnen Gebieten bedürftig sein mag, mit der Erhaltung der humanistische» Grundlagen unserer Gymnasialbildmig für vollkommm vereinbar halte».
Karlsruhe, 16. Nov. AuS Ueberlingen am Bodensee wird geschrieben: Bon welcher Bedeutung und Rentabilität die Viehzucht in unserm oberbadischen Bezttken ist, geht unter anderem aus dem
Deutsches Leich.
Berlin, 16. Nov. In der Audienz, welche der Leiser den Präsidenten des preußischen Landtages gewährte, berührte derselbe auch die auswärtige Politik und bezeichnete die Situation als Hervorragmd friedlich, indem er auch von seinen Reisen mb deren Zweck, zur Stärkung des Friedens bei- »uttagen, sprach. Ferner äußerte der Kaiser seine Amide über da- Aufblühen unserer Marine. Die Laiserin erkundigte sich nach den Familienverhältnisten
»s frei» ath. scheuch«» etzer- itteS 21. Uhr it.
amüfirt durch ihre Att, gab ihr Lächeln übermütig zurück.
AchttmddreißigsteS Kapitel.
Eifersucht.
Anna kam am uächstm Morgen nach Heydorf herüber und verlebte den ganzen Tag «U mtt. Stt sprach fast unausgesetzt vou Alwin nnd zuwetten, doch nicht sehr freundlich, vou Rose.
»Sie läßt sich gar zu gern bewundern', sagte sie. »Aber ich denke, eine rechte Frau sollte nur danach streben, chrem Manne zu gefallen. Meinst Du nicht auch, Margarete?' Und dann erzählte sie wieder von Alwtu, und ans jedem ihrer Worte ging hervor, wie sehr sie ihn liebte nud wie recht Rose hatte mit der Behauptung, daß Anna wett ttrfer für ihren Mau« empfinde als er für fie.
Eie verließ mich gegen Abend, well mau in Wittelsberg Gäste erwartete, nnd ich aß mit Famiy Horton allein. Aber er litt mich nicht lauge im Zimmer, und nach beendeter Mahlzett ging ich hinunter in den Garten und wandelte ruhelos und zerstreut zwischeu deu Setten auf und ab, unzufrieden mit mir selbst und der ganzen Welt.
Schon sank leise die Dämmerung hernieder und einzelne Sterne tauchten am Himmel auf, als ich plötzlich schnelle Fnßttitte hinter mir hätte und, mich uwweudeud, Alwin von GarStbal gegenüberstand. Ich erblaßte nnb eine seltsame Augst schnürte mir daS Herz zusammen.
In seiner alten bezaubernden Seife hielt er mtt die Hand hin und sagte: »Verzeihe, Margarete, daß ich Dtt ungehorsam bin, — aber ich nmßtt Dich allein sehen — mußte Dir erllären —•
Mit einer hastigen Bewegung unterbrach ich ihn.
»Ich brauche nichts zu hören!' rief ich. »Ich wünsche nicht, dtt Vergangenheit zurückzurufeu —“
»Aber ich, Margarete, finde nicht eher Ruhe, bis ich wenigstens einen Teil Deiner guten Meinung
Provinzen größere Mittel flüssig zu machen seien. DaS Kollegium sprach sich sodann dahin aus, von der Einführung de» Schenkendorff'schen Knaben- HandarbeitSunierrichiS auf dem Lande vorerst abzu sehen und erklärte eine staat-seitige Errichtung von Schäfer-Lehranstalten al» ein dringendes Bedürfnis. Die Versammlung sprach schließlich dem Vorsitzenden Mareard ihren Dank für die umsichtige GeschästS- leitung aus und bat, dem Minister den Dank deS Kollegiums für die stetige Wahrung der Interessen der Landwirtschaft zu übermitteln. — Ter geschäftsführende Ausschuß des Lander- verein» preußischer BolkSschullehrer hat an den Reichskanzler, den Kultusminister und den Kriegsminister je eine gleichlautende Petition abgesandt, in welcher gebeten wird, den Seminar-Abiturienten die Berechtigung zum Einjährig-Freiwilligen- dienst zu erteilen. Da nach amtliche» Berichten Beratungen über eine Neuregelung bei Einjährig-Frei- willigenwesens gepflogen werden, so glaubt der geschäftsführende Ausschuß diesen Zeitpunkt nicht vorübergehen laffen zu dürfen, die bezüglichen Wünsche der preußischen Lehrerschaft zum Ausdrucke zu bringen. — In 32 Städten, au» denen die Schlachtergeb nisse vorliegen, sind, wie die »Allgemeine Flkischerztg." mitteill, innerhalb sechs Monaten diese» Jahre» 93,085 Tiere weniger geschlachtet worden, als im Vorjahre. In Berlin wurden vom 1. April bi» 30. September 1889 598,702 Tiere geschlachtet gegen 559,360 in dem entsprechenden Zeitraum dieses Jahres, b. h. 39,342 weniger. Im Monat Oktober dieses Jahres wurden in Berlin 7378 Tiere weniger geschlachtet, als im gleichen Monate vorigen Jahres. — Professor Koch laßt sein Mittel durch die hiesige Neander-Apotheke ordinieren; er nennt dasselbe Paratoloidin. — Die Arbeiter- schutz-Kommisfion genehmigte die §8 121 und 123 nach der Vorlage (Verhältnisie der Gesellen und Gehülsen), § 122 mit einem Abänderungsantrage Bebel», wonach die Kündigungsfrist für beide Teile gleich sein müßte. § 124 wurde mit einer Erweiterung Gutfleischs angenommen, daß schon der Versuch einer Verleitung zu gesetzwidrigen und un- sitttichen Handlungen durch den Arbeitgeber dazu berechtigen soll, die Arbeit ohne Kündigung zu ver- laffen. —Die Berliner Medizinische Gesellschaft hat in ihrer gestrigen Sitzung auf Antrag der Professoren B. Fränkel und Virchow den Kultusminister v. Goßler, den Generalstabsarzt Dr. v. Coler und den Dr. med. Karl Theodor Herzog in Baiern wegen ihrer Verdienste um die Förderung
blühender denn je, unserem Platze näherte. Sie ttug Diamanten int Haar und ein Kleid vou schwarzem Sammet, da» in anmutigen Falten ihre schlanke Gestatt umfloß. Ich fürchte, Rose fand Vergnügen daran, andere Frauen zu quälen, und weidete sich au der Eifersucht Anna», die beständig au den Augen ihres Mannes hing und unruhig wurde, sobald er sich nicht mit ihr beschäftigte.
Aber ans mich war fie nicht eisersüchttg, wie fie mtt anverttaute.
»Wann dürfen wtt Dich besuchen, Margarete?' fragte fie. »Vielleicht morgen früh? Ich möchte Dich so gern in Deiner Häuslichkeit sehen.'
Ich sah auf und begegnete Alwins Blicken. Dachte er an die Zeit, da wir gehofft hatten, zusammen ein Heim zu gründen, — an die Liebe, von welcher ich geglaubt hatte, daß fie niemals aufhöreu könne?
Mit einem kurzen, scharfen Seufzer wandte er sich ab, nnb Anna staub sogleich ans nnb legte ben Arm nm seinen Hals.
»Was fehlt Dir, Lieber?* fragte fie besorgt. »Fühlst Du Dich nicht wohl — host Du Kopf, schmerz?' Unb dann schrak fie zusammen, als Rose ein leises, belustigtes Lachen hören ließ.
,O, ber liebe, kleine Mann, hat er Kopfschmerz?' ahmte fie ber armen Anna sarkastisch nach. »Würbe ihm ein Zncketplötzchen gut sein? Wie Du ihn ber. wöhnst, Anna!' fügte fie hinzu.
»Ja, was soll ber Unsinn!' rief Alwin nnb schob ben Arm feiner Fran mit einer nngebnlbigtn Bewegung hinweg.
Ein schnelles Rot huschte Über Annas zartes Geficht, als er bie8 that, nnb eine scharfe Erwiderung schien sich auf ihre Lippen drängen zu wollen. Aber fie beherrschte sich und schwieg.
»Wenn mein Mann Kopfschmerzen hat', fuhr Rose in ihrer sorglosen Weise fort, »so habe ich gefunden, daß eS am besten ist, ihn allein zu laffen, — doch dann — doch bann —• Lächelnd und kokett schaute ste Alwin an, nnb er, augenscheinlich sehr
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Illustriertes Sonntagsblatt. Expeditton: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
Wird sich schon heute Montag von seinen Beamten verabschieden. BiS zum Amtsantritt seines Nach- stlgers führt der Unterstaatssekretär von Matcard die Geschäfte. — Zum Bau der Eisenbahn von Sagamojo nach Dar-esSalaam in Ostafrika Hai k sich ein Komitee gebildet, welche- über fünf Millionen ■fktfügt. Die Unterhandlungen mit technischen Kräften d schon eingeleitet. Die Bauzeit wird auf ein hr veranschlagt. ES ist beabsichtigt, die Bahn 'chst nur al» Feldbahn zu bauen, später soll sie llbahn werden. — Dem BundeSrat ist nun auch ftt] daS Etatsgesetz zugegangen. Der Etat balanciert »it 1134 491942 Mk. und zwar betrage» die fortdauernden Ausgaben 941678 766 Mk., die «»maligen Ausgaben belaufen sich auf 91761183 ---*■ Aark im ordentlichen und auf 101 051 933 Mk.
* außerordentlichen Etat. Mit wenigen AuS- i whmen find alle Berwalttmgszweige bei der
Rung der Ausgaben beteiligt. Tie fortdauernden «haben erhöhen sich um 80 985 395 Mk., die «ttrnaligen Ausgaben de» ordentlichen Etats behagen 332 879 Mk. weniger als im laufenden Etat. Melden Ausgaben im außerordentlichen Etat
fcttctat täglich meß» an WarSag« »ach Sonn- nud .**♦!**♦*♦ * Injeige» nimmt entgegen dtt Expedition b. Blatte»,
HW" ZVlUTVIlOV s'wtt dttAnnomen-Bureaux vonHaasenstein unbSeglet „ „ ä ,
ditton 2*/» UL, M den Postämtern 2 BH 60 Pfg. (exkl. ■' In Frankfurt a. M., llassel, Magdeburg u. {Bien * Rnbolk YVV Ofabrnnna
Dienstag, 18. November 1890. Mo^wFrank^rta^.,iiAwMünchen S n*' Jahrgang. 10 Big., mtnamen für die otitt » Pfg.______________________________________________ Daube u. Co. in Frankfurt a. R., Berlin, Hannover, Paris.
216 034 351 Mk. weniger als im vorjährigen Etat und die Gesamtsumme der einmaligen außerordentlichen Ausgaben verringert sich um 135 381 835 Mk., die Matrikularbeiträge erhöhen sich, wie nunmehr feststeht, um 22 035 508 Mk. Dem BundeSrat ist ferner zugegangen ein Gesetzentwurf betreffend die Ausnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltungen de» Reichsheeres, der Marine, der Reich-eisenbahn und der Post und Telegraphen, und zwar auf Höhe von 64 831963 Mk. Im Umfange diese» Be träges soll die Summe, wozu der Reichskanzler ermächtigt wird, im Wege des Credit» flüssig gemacht, eine verzinsliche Anleihe ausgenommen unb die Au»> gäbe von Schatzanweisungen bewirkt werden. — Ta die Entwürfe zum preußischen Einkommen- und Erbschaftssteuergesetz die Verwendung der zu erwartenden Mehrerträge zur Ueberweisung von Grund- und Gebäudesteuern an kommunale Verbände in Aussicht nehmen, war eine Abänderung des Verwendungsgesetzes (lex Huene) sicher zu erwarten. Ein darauf zielender Gesetzentwurf ist denn auch nachträglich dem Abgeordmienhause zugegangen. Derselbe beschränkt sich zunächst darauf, für daS Etatsjahr 1890—91 unb 1891—92 die Renten an die Kommunalverbände um je 10 Mill. Mark zu kürzen. Der Betrag von 20 Millionen Mark wird dem UnterrichtSmlnister zur Unterstützung der Gerne' m bei VolkSschu'bauten zur Verfügung gestellt. im 1. April 1892 ab tritt nach dem Entwurf M Jolksschulgesetzes eine dauernde Kürzung jener Renten um 71/» Millionen Mk. zur Deckung der erhöhten StaatsauSgaben für Volksschulwesen ein. — Nach dem dem Bundesrat zugegangenen neuen Zuckersteuergesetzentwurf soll eine Verbrauchssteuer von 22 Mk. für 100 Kilo Angeführt werden. Die Steuer soll erhoben werden beim Uebergange deS Zuckers in ben freien Verkehr. — DaS Landesökonomiekollegium setzte die Beratung deS Gesetze» über ben Unterstützung». Wohnsitz fort unb beschloß eine Reihe weiterer Aende- rungen. E» beantragte insbesondere, daß die Unterstützungspflicht in Betteff sämtlicher in ständiger Arbeit stehender Lohnarbeiter, Gesellen, Lehrlinge und Dienstboten eintrete und die Pflicht der Ausent- haltSgemeinde zur armenrechüichen Unterstützung von sechs auf zwölf Wochen ausgedehnt werde. Ferner sprach sich da» Kollegium, einem Anträge deS land- forstwiffeufchastlichen Vereins für Nassau entsprechend für Einrichtung von ländlichen Fortbildungsschulen, und für möglichste Ausdehnung des Systems ber Winterschulen au-, wozu vom Staat und von den
»Ach ja; verpihel' sagte Anna unb errötete tief im Gebavke» an Eduards Tob. »Komm, setze Dich zu mtt unb laß nur von Gellenheim plaudern.' Und fie zog mich mit sich fort
Aber zu meiner unaussprechlichen Erleichterung erschien ber Diener, nm das Essen anznkündigen. Baron Georg kam unb bot Anna seinen Arm, unb Alwin mußte mich zu Tische führen. Wir saßen über zwei Sinnben nebeneinander und sprachen zusammen wie Fremde über gleichgültige Dinge. Erst kurz bevor wir uns erhoben, beugte sich Alwin zu mir nnb fragte leise:
»Kann ich Dich morgen allein sprechen, Margarete ?' »Nein', antit ortete ich scharf und kalt, nnb mtt einer leichten V-rbengung verließ ich ihn nnb ging in baS Nebenzimmer. Ich hatte mich kaum gesetzt, als Anna berbeieilte nnb in ihrer anschmiegeudeu Weise ben Krpf an meine Schulter legte.
»Du gehörst zu meinen Lieblingen", flüstertt fie: „ich mag Dich viel lieber als Deine Schwester."
»Damit beweisest Du aber keinen guten Geschmack', ertoiberte ich lächelnd. '
»DaS kann sein, aber es ist bie Wahrheit", sagte fie, nnb streichelte meine Hand. Alwin trat herein, nnb fobalb er uns bemerkte, kam er herüber unb setzte sich an meine Seite.
.Hier finde td> Euch?" fragte er. „Erneuert Ihr Leibe Erne alte Freundschaft?"
„Sie ist ans meiner Seite niemals erkaltet", ver- sicherte Anna. „Ich bin sehr schreibfaul — nach meinen Briefen bürst ihr also nicht urteilen, — aber gesprochen habe ich oft von Dir, Margarete, unb immer gesagt, daß ich Dich viel angenehmer fäube als Rose, ton bereu Schönheit bie Männer so ent> M sind. Du findest fie auch sehr hübsch, nicht wahr, Alwin?"
„Unbebtngt gehöre ich zu ihren Lewnnbereru", war seine neckische Entgegnung.
Anna schien unangenehm berührt unb blickte ge- spannt zu Rose hinüber, welche sich, schöner unb
der einzelnen Herren nnb sprach mit mütterlichem 6t»lze von ihren Söhnen. Dem Präsidenten deS Herrenhauses gegenüber streifte der Kaiser die Politik nur leicht und betonte vor allen Dingen, daß eS sich nicht anders habe machen laffen, als die großen Reformgesetze zuerst dem Abgeordnetenhause dorzulegen. — Der von seinem Amte zurücktretende LmdwirtschaftSminister v o n L u c i u s hat den Stern wd da» Kreuz der Großkomthure deS Hohenzollern- ■1 An Hausorden» verliehen erhalten. Zu seinem Nachfolger ist nicht der Abgeordnete von Hüne, sondern, der .Post" zufolge, der Regierungspräsident wn Hayden in Frankfurt a. d. O. ernannt. Herr von Hayden gehörte al» Abgeordneter der konser- ttüven Partei an, steht also Wohl auf demselben wirtschaftlichen Standtpunkt wie sei» Vorgänger. Offizielles fehlt noch. — Der Minister von Lucius
Sine bekannte Stimme sprach leise einige Worte Begrüßung, eine Hand streckte sich mir entgegen, * bie ich willenlos bie meine legte; aber ich glaube, 9 wäre ohnmächtig geworden, wenn in diesem Angen. pcke nicht Anna Bardow, Anna, nun sein Weib, Ntangetreteu und mich herzlich und lebhaft in ihre ; ’twe geschloffen hätte.
>nt* »Wie froh bin ich, Dich zu sehen!' rief fie und rrr»; M Mich zärtlich auf den Mund. »Aber wtt kommt t mit A Liebe', fügte fie gleich darauf mit einem Blicke ’ mein Gesicht hinzu, »daß Du so hager und blaß FF Morden bist?'