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Marburg,
Sonnabend, 15. November 1890.
Anzeiger nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Lunoneen-Bttreaux von Haasenstein und Bögler m Frankfurt a. M., Laffe!, Magdeburg u-SBien; Rudolf XYV Qiftbrrtmtft. Mofie in Frankfurt a. M., Berlin München u. Mn: B. L Laube u. Lv. in Frankfurt n M>, Berlin, Hannover, Paris.
Ittgeadliche Verbrecher.
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In letzter Zeit find wieder außergewöhnlich zahlreiche Fälle von Veistößen gegen das Strafgesctz- tuch bekannt geworden, die von jungen Burschen, fckbst Kindern unter fünfzehn Jahren, verübt worden ßrd. Naturgemäß entfällt die Mehrzahl solcher trauriger Borkommnifie auf die Großstädte, aber «ch außerhalb derselben machen sich genug Erfchei- «ngen geltend, welche beweisen, daß sich eines Teile» der Jugend eine Roheit bemächtigt, der in späteren
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Zähren nur üble Früchte «sprießen können. Es $ eine bekannte Thatsache, daß die meisten Personen, velche mit dem Strafgesetzbuche durch ein gröberes «der leichteres Vergehen in Konflikt gerieten, nicht Kirch irgend welche plötzliche Eingebung zu Ver- dkchern wurden; der Hang zu Gesetzesübertretungen liegt im Charakter, der in der Erziehung nicht so gebildet ist, wie eS der Fall sein sollte; au» der Leichtfertigkeit geht die Roheit der Worte und Ge- derden hervor, au» der Roheit der Worte die Bru-
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ttiität und von der Gewaltthat ist eS nicht wett «ehr bi» zu schlimmeren. Elter» und Schule zeigen doch in der Regel das vollste Bestreben, schädliche Lncherpflauzen im KindeSgemüt auszurotten und irotzdem gelingt da» nicht. Es müsien also Tinge wrhanden sein, die schädlich wirken und über welche täte minder genaue Kontrolle geübt wird. Und t diese sind vorhanden: vor allem ist da genau der Umgang der Kinder zu kontrollieren. Nicht, daß »an ein Kind schon zu frühreifem Selbstbewußtsein
md unkindlicher Üeberhebung erziehen soll, das wäre vhrr da» verkehrteste. Nicht von der geringeren oder defferen Kleidung ist der Charakter abhängig, sondern Ws daS Herz, welches unter dieser Kleidung schlägt, dmmt e» an. Ein Kind ist leicht zu leiten, wenn
.Sie ist ganz erschöpft", bemerkte der Doktor in tfrtn Mitleidigem Tone. „Nimm die», mein Sind", und 111" * füllte ein GlaS mit Wein nnb zwang sie, eS zn Anken.
££ . .,»3ch kann nicht» «ehr thnn", fnhr er mit einem «ick auf Ednard fort; „das Leben wird erlöschen, **''■ ehe der Tag anbricht." Und mit einer Lerbengnng l mich verließ er, von Werner begleitet, das
M genau auf seine Eigenheiten geachtet wird, ran sehlt eS aber. Gerade beim Spiel, wenn Kinder sich unbeobachtet glauben, wird eine berwachung, wenigstens von Zeit zu Zeit, gut Hun, dann erfahren Eltern und Erzieher erst die wlle Wahrheit über die kindlichen Neigungen und Gedanken. Das häßliche Wort, welches unter Kin- tern von Kinderlippen ausgesprochen wird, gleicht emern Schmutzfleck, welcher das reine Kinderbewußt- i-in trübt. Auf die Entfernung solcher Flecken muß sehr genau Bedacht genommen werden, der Eindruck I häufig ein weit tieferer als man annimmt So- Nm ist aber auch von Seiten der Eltern und Er- ^eher streng darauf zu achten, daß niemand im Hause vor Kinderohren Aeußerungen thut, welche
(Nachdruck verboten.)
I« Ka«« -er Löge.
Erzählung von D. Russell.
(Fortsetzung.)
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Er hatte recht. Nachdem der Kranke stundenlang ’ einer Art Betäubung gelegen hatte, ging gegen borgen eine Veränderung mit ihm vor, — die Augen Lby Neben starrer, der Atem schwer nnd röchelnd.
L Werner wünschte mich zn entfernen, sobald er msen Wechsel gewahr wnrde; aber ich schüttelte ’ i N Kops nnb umschloß Eduard» Hand fest wtt bet ■einen.
--" .Und al» der erste Tagesschimmer dmch die kleinen Aden Scheiben fiel, erlosch der schwache LebenSfnukeu ■» seine Seele floh hinweg der ewigen Heimat zu, : *i wie ich inbrünstig hoffte, ein milder Richter seiner ... Niete.
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J Sein Gesicht war rnhtg, seine Hände ans der 5 wst gefallet, nnd Bett nnb Zimmer, so gut wir Allen, für ben stillen Gast, der bei nuS eingekehrt | N, hergerichtet, al» wir ein sonderbares Geräusch * Hanse hörten.
.Es war noch sehr früh nnb wir batten keinen •r Gand von außen herbeigernsen. Werner war kFgegangen, banrtt wir ben Tobten ungestört bie schuhkMtzeu Dienste erweisen konnten, nnb er hatte wtt zu. ^enroSiNflüftert, daß er nicht lange sortbleiben würde.
[66Aber e» war nicht fein Schritt, ben wir auf bet Weppe hörten. Fremde Stimmen, darunter die eine»
für dieselben nicht paffen. Gerade hier wird viel gefehlt, manche Sonderbarkeit im Kindescharakter schreibt sich auS solchen unbedachten Aeußerungen her, die begierig auf gefangen werden und zum Nachdenken mit Dingen Anlaß geben, mit welchen sich ein Kind nicht beschäftigen soll. Auch auf die Lektüre ist Bedacht zu nebmen. Tageszeitungen, die ein Spiegel bild der Zeit geben müssen, nicht, wie sie sein sollte, sondern wie sie ist, find häufig nicht für Kinder. Jedenfalls müssen die Eltern vorher dieselbe durch- sehen, bevor sie die Blätter den Kindern auShäu- digen. Zu untersagen ist auch die aufregende Lektüre von Romanen, welche für Erwachsene bestimmt find; wir haben so viele und so billige Jugendschriften, daß selbst mäßig bemittelte Leute bann und wann ihren Kindern ein Geschenk damit machen können. Außerdem bietet die Schulbibliothek geeignete Unterhaltung. Endlich ist e» noch von großer Wichtigkeit, Kinder von Vergnügen fern zu halten, die für sie nicht paffen. Moderne Theaterstücke gehören nicht vor Kinderohren, Tanzfestlichkeiten und ähnliche Amüsements können die jungen Leute noch genug beschäftigen, wenn eS Zeit dazu ist. Ob solch ein Kinderball reizend ist oder nicht, da» ist sehr gleich gültig, Vorteil kommt bei aller Kunstfertigkeit und Graziösität für Kinder dabei nicht heraus. Die Kinder sollen Kinder fein, so lange sie es den Jahren nach sind. DaS ist die größte Forderung, die an Eltern und Erzieher zu stellen ist. Wie es im Leben wirklich auSsieht, erfahren sie doch noch früh genug.
Deutsches Reich.
Berlin, 13. Nov. Nach dem Inhalt der Einkommensteuer-Vorlage hört die Steuerfteiheit der vormals unmittelbaren deutschen Reichsftände gegen eine zu gewährende Entschädigung vom 1. April 1894 ab auf. Die allgemeine Steuerpflicht beginnt bei den Einkommen von mehr als 900 Mk. mit 6 Mk. jährlich und steigt in 25 Stufen bis 10,500 Mk. Einkommen. Die Einkommensteuer soll betragen: von 900 bi» 1050 Mk. 6 Mk., bis 1200 9, bis 1350 12, 1500 16, 1650 21, 1800 26, 2100 31, 2400 36, 2700 45, 3000 54, 3300 66, 3600 78, 3900 92, 4200 106, 4500 120, 5000 135, 5500 150, 6000 165, 6500 180, 7000 195, 7500 210, 8000 226, 8500 242, 9000 258, 9500 276. Bei einem Einkommen über 9500 bis einschließlich 10 500 Mk. beträgt die Steuer 300 Mark. Sie steigt dann bei einem höheren Einkommen bis einschließlich 100 500 Mk. in Stufen von je 1000 Mk. um je 30 Mk., von da ab in Stufen
WeibeS, redeten eifrig mitetnanber, nnb bie Tritte vieler Männer kamen Über ben Flur. Ich eilte hin, nm ihnen den Eintritt zu wehren, als lant nnb gebieterisch Einlaß begehrt nnb gleich barans die Thür anfgeriffen wurde.
Drei oder vier Männer drangen ungestüm in das Zimmer. Zwei derselben waten Polizeibeamte; aber hinter ihnen fiel mein Auge auf ein bekanntes Gesicht. Diese gebeugte Gestalt in der heimischen Tracht, dieses müde, verhärmte Gesicht — ich kannte e» wohl! Ja, er hatte ihn nun gefunden, den er so lange verfolgt und gesucht, denn es war Herr Rothe, Esthers Vater, der mit gegenüber stand.
Unsere Blicke begegneten sich nnb ein jähe» Er- schrecken burchzucktt ihn.
»Fräulein Margret 1* rief er, ben Hat abnehmend, aufs Aeußnste erstaunt.
Unterdessen hatten sich bie anbereu Männer bem Bett genähert nnb sahen neugierig uub sichtbar ent» täuscht auf bie stille Gestalt, bie dort ruhte.
»Hm', sagte bet Eine, »wtt komme» zu spät, wtt eS scheint.'
Pächter Rothe schritt,« ihnen hinüber, al» sie sprachen. Er staub bewegungslos uub schaute un, verwandt in bas Antlitz Eduards, das nach dem Tobe mehr von seinem früheren Ausdruck zurückge- wouueu hotte und auf welche» jetzt gedämpft ein matter Sonnen strahl fiel.
Was in der Seele des eiten Mannes vorging — ich weiß es nicht; aber ich werde nttmals fein Gesicht vergessen, als er, zn mit aufblickeud, leise nnb ge* dankenvoll sagte:
„34 dachte nicht, baß ich ihn so wttbersehen würde, Ftänlein Margret; aber — aber e» ist Gottes Wille, obgleich es nuS settsam erscheint. Viele, viele Tage lang habe ich ihn gesucht", fuhr er fort, mit seiner rauhen Hand aus ben Tobten bentenb, „nnb nun ich ihn gefunden habe, bin ich doch zu spät gekommen. Mag fein, daß unser junget Pfarrer
von je 5000 Mk. um je 150 Mk. jährlich. Bei Einkommen bis zu 6000 Mk. können die Leistungsfähigkeiten der Steuerpflichttgen beeinttächtigende wirtschaftliche Verhältnisse in gewifsem Maße berücksichtigt werden. Jeder Steuerpflichtige mit einem Einkommen von mehr als 3000 Mk. ist alljährlich zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet mit der Versicherung, daß seine Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht find. Die Ak.iengesell- schäften, Kommanditgesellschaften, Berggewerkschaften und Genofsenfchaften find verpflichtet, ihre Geschäftsberichte und Jahresabschlüsse dem Vorsitzenden der VeranlagungSkommisfion alljährlich einzureichen. — Es verlautet, die gesamten Steuervorlagen würden einer und derselben Kommission überwiesen werden. — Nach der Volksschulgesetzvorlage bestimmt die Schulaufsichtsbehörde den Lehrplan und die innere Einrichtung der Volksschule. Bei der Einrichtung von Volksschulen find die konfessionellen Bkrhältnisse möglichst zu berücksichtigen. Grundsätzlich soll fein Kind ohne ben Religionsunterricht seiner Bekenntnisses bleiben. Sind Kinder verschiedener Religionsgesellschaften in einer Schule vereinigt, so ist für die Angehörigen einer jeden, wenn deren Zahl nicht unter fünfzehn beträgt, ein besonderer Religionsunterricht einzmichten. Den Religionsunterricht leiten die betreffenden ReligionSgesellschaften, deren Organen die Mitwirkung zustehl bei der Einführung neuer Lehrpläne und Schulbücher für den Religionsunterricht. Die Delegierten der Religionsgesellschaften sind berechtigt, dem Religionsunterrichte beizuwohnen, Fragen zu stellen und die Lehrer nach Schluß des Unterrichtes sachlich zu berichtigen. Für den evangelischen und ben katholischen Religionsunterricht gilt der Pfarrer als der gesetzlich Beauf- ttagte. Eine Zurückweisung des Beauftragten ist nur zulässig, wenn derselbe die Ordnungen der Schule gestört hat. Träger der Rechtsverhältnisse der Volksschulen find die bürgerlichen Gemeinden, selbständigen Gutsbezirke und Schulverbände, welchen auch die Aufbringung der Kosten für die Errichtung und Unterhaltung der Volksschulen obliegt und die Verwaltung der äußeren Angelegenheiten zusteht. — Die Landtagsthronrede findet in ben hiesigen Zei tungen eine überwiegend ruhige und sachgemäße Besprechung, daß Schwierigkeiten in großer Zahl vorhanden find, wird allgemein anerkannt, und fast übereinstimmend betont, daß der Kernpunkt der Verhandlungen die Verwendung der erhöhten Steuereinnahmen bilden werden. Auch das wird zugegeben, daß in der Vorlage manche Vorurteile zu besiegen
daheim bie Wahrheit redet, weuu er sagt: Der Herr allein kauu sprechen: .Die Rache ist mein'!"
SechSuudbteißigsteS Kapitel. Ein neue» Lebe».
Eduatb würbe auf einem ber große» städtischen Friedhöfe eingefenft Nur sei» Namenszug nnb das Datnm seine» Todes waren ans bem einfachen Steine, ber bie Stätte bezeichnete, angegeben, nnb nnt brei Trauernde umstanden ben Hügel: Werner, ich selbst nnb Fanny Western, mit ber nnS das Leben so settsam znsammengeführt hatte.
„Nnn ist alle» vorüber, sagte btt Letztere mti schwerem Seufzer. „Noch einige Tage, bann werden anch Sie gehen uub ich bleibe allein mit meinen Erinnerungen." Uub sie sah mich mti traurigem Blicke an.
Am Sbenb vorher hatte ich mit Werner über bie Zukunft dcs atmen Mädchens beraten und ihm meinen Wunsch mitgeteilt, sie mit rntt nach Hcydorf zn nehmen, damit sie dort unter anderem Name» ein neue» Leben beginnen nnb ein besseres Wesen werden könne.
Werner hatte, als ich diesen Plan entwickette, erstaunt die Augenbrauen in bie Höhe gezogen nnb ungläubig ausgerufen:
„Meine liebe Margarete, Du bist viel zu juug, um ein derartiges Experiment zu unternehmen 1"
Ich lächelte und streckte ihm die Hand hin. „Sei mir nicht böse", sagte ich; „aber, Werner, wenn sich uns eine Gelegenheit bietet, Gutes zu thuu, müssen wtt sie nicht ergreifen? Soll ich warten, bis ich alt und gtan bin, ehe ich die Seele einer armen Gefallenen zu retten suche?"
Er schwieg einen Moment nnb fragte bann plötzlich: „WaS wird bie Welt dazu sagen, Margarete?" „Die Wett kann sagen, wa» ihr beliebt", erwiderte ich, froh, das Spiel halb gewonnen zn habe». „Die Leute brauche» a»ch nicht bie ganze Geschichte zu
sein werden. Doch wird auch daraus hingewiese», daß eS bei den Parteien an gutem Willen nicht fehle, und sich also eine schließliche Einigung über die schwierigen Fragen ergeben werde.
Anstand.
Wien, 13. Nov. Auch in Oesterreich beschäftigen sich die Blätter mit der Thronrede. Die Wiener „Presse' hebtihrenhoffnnngskräftigenEindruckhervor. DieThai- sache der Vorlage so hochbedeuisamer Gesetzentwürfe fei eine überzeugende Bürgschaft für die vollkommene Friedenszuversicht, mit welcher man in den höchsten Berliner Kreisen den Ereignissen der kommenden Winterzeit entgegenfieht. — DaS „Fremdenblatt' weist darauf hin, daß Kaiser Wilhelm selbst ein bedeutende» Verdienst an der Schaffung der friedlichen Lage zukomme. Keiner der angekündigten Gesetzentwürfe würde einer so erheblichen Opposition begegnen, um seine Verwirklichung zu verhindern. ES werde sich zeigen, daß der Standpunkt der Regierung die richtige Mitte einhalte. — Die „Neue Freie Presse' bespricht die in der Thronrede angekündigten Vorlagen und sagt, dieselben zeigten, daß der Kaiser nicht länger hinauSschieben wolle, wo» er als erforderlich erkannt habe.
Newyork, 13. Nov. Eine Börsenkrisis ist in Amerika au-gebrochen, gleichfalls eine Folge de» sich allenthalben bemerkbar machenden Geldmangel». Der Telegraph meldet, daß auf der Newyorker Börse wegen des Bankerotts zweier großer Bankfirmen eine starke Panik eintiat. Die Kurse fielen durchgängig um 1 bis 4 Prozent. Mit vieler Mühe gelang schließlich die Begleichung eine» Teiles der Forderungen, doch haben drei größere und viele kleine Firmen ihre Zahlungen einstellen müssen.
Neste«-Nassau.
Marburg, 14. Nov. Nachdem die am Sonntag in Universitätsangelegenheiten hiereinge- troffenen drei Kommissare der kgl. Ministerien für geistliche rc. Angelegenheiten, Finanzen und öffentliche Arbeiten Marburg nunmehr wieder verlaffe» haben, können wir im Anschluß an unsere i» Nr. 263 d. Bl. enthaltene Notiz aus bester Quelle mitteilen, daß nach den stattgehabten kommissarischen Verhandlungen Hoffnung vorhanden ist, daß den Bedürfniffen der chirurgischen Klinik, der Bibliothek, des anatomischen Instituts, der Entbindungsanstalt und deS botanischen Instituts im Lause der nächsten Jahre eine befriedigende Abhilfe zuteil »erben wird.
erfahre»; nnb Fanny will ich vorläufig nur sagen, daß sie für bie nächste Zett mit mir gehen soll. Später, wenn wtt sie näher kennen gelernt haben, können wir immer noch anbere Beschlüsse fassen. Ich bringe mir eine Gefährtin, eine Gesellschafterin mit nub habe Niernaubem barfiber Rechenschaft adzulege». Bedenke, baß ich keinen Baron Georg habe, ber rntt Befehle erteilen bürste."
Werner lachte. „Nun, Dn bist eine eigenffnnige junge Dame, nnb eS ist sehr zn bedauern, baß kein Baron ba ist. Dich in Ordouug zu hatten. Jedoch, wie Dn sagst, Margarete, hat Niemand daS Recht, Dich in Deinem Thuu nnb Lassen zn beschränke», und so kann ich »ar hoffe», daß Da Seine« Entschluß nie zu bereuen haben wirst."
So enbete unser Gespräch. Und al» nun Fanny Westeru so ernst nnb traurig von bem nahen Abschiede sprach, nahm ich ihre Hand nnb sagte:
„Weshalb sollten wir un» trennen? Wollen Sie mit rntt in meine Heimat gehen nnb mein ruhiges Leben teilen?"
Ihr Gesicht errötete tief nub ihre Stimme zitterte vor innerer Bewegung, als sie antwortete:
„Ich kann e» nicht annehmeu — ich verdiene Ihre Frenndlichketi nicht. Aber Sie find bie erste gute Frau, welche ohne Widerwillen ans mich blickt nnb gütig mti mir spricht. Ich will es niemals vergessen, nnb ich benke, eS wirb einst mehr bei Gott für Sie sprechen als viele Gebete, daß Sie versuchen wollte«, ein armes Mädche« zu retten."
»Nicht nur versuchen — ich hoffe, ich werbe Sie wirklich retten nnd wir werben Freunde fein könne», Fanny. Wir habe» zusammen für Eduarb gebetet, nnd bas bilbet ein Baud zwischen uu», welches niemals zerreißen kau».'
Zu diesem Augenblicke hat Werner, welcher einige geschäftliche Angelegenheiten erledigt hatte, zu uns herein, und schnell, mit ängstlicher, fast demütiger Geberde wandte ste sich an ihn mit ber Frage:
»Was sage» Sie bazn, mein Herr? Sie fiub mit