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Wöchenlliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expediti»»: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

Erscheint täglich «ß« an Bcrltagtn nach Sonn- und ill) Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS,

M n«v Feiertagen. - Qnartal-AbonnementS-Preis bei der Arpe- ytrt CI T VtllTlI» sowie die Lnnoncen-Bureanx von Haasmstein und Boaler

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Bestellgeld). Jnfertioubgebühr für die gespaüene Zeil- SJHtttDOtf), 12« 9?Ot)Cttt6eT 1890. Moste inFranlfurt a.R.,Berlin,München u.«bi»:S.L V*

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Air Steuerreform in Preußen.

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Der Landtag der preußischen Monarchie, welcher te dieser Woche in Berlin gufammentreten wird, »ird sich vor allen Dingen mit der Durchführung der schon seit Jahren argekündigten, aber nie zu Stande gekommenen Reform der direkten Steuern zu beschäftigen haben. Drei Finanzminister haben j ihre Kraft daran versucht, die Herren von Scholz, Hobrecht m d Bitter, alle drei haben keinen definitiven Erfolg zu verzeichnen gehabt. Dr. Miquel tft nun berufen, das schwere, aber notwendige Gesetzeswerk durchzusühren. Tie Steuerreform in Preußen ist notwendig und zwar aus doppelten Gründen: Zu­nächst kommt bei der heutigen Veranlagung das hohe Einkommen verhältnismäßig weit günstiger fort als das geringe, während doch umgekehrt am meisten der lasten soll, der es am leichtesten kann. Tann ist ein zweiter Grund vorhanden: Die Reichssteuern treffen bekanntlich in der Mehrzahl Mafien Konsum- artikel, also die große Menge der Bevölkerung weit »ehr, als die „oberen Zehntausend." Das Ver­langen nach der Steuerreform ist darum auch eine Forderung der Gerechtigkeit. Wie Niemand zwei Herren dienen kann, so soll auch Niemand doppelt besteuert werden und diesem Mißverhältnis soll nun ein Ende gemacht werden. TaS Givndprinzip der Riquelschen Steuerreform ist also: gerechte Ver­teilung der direkten Steuern; das Einkommen soll »ach seiner Höhe das leisten, was es leisten kann ohne daß aber die gesunde Kapitalsbildung verhindert wird, die zum gedeihen von Handel und Wandel, Industrie und Gewerbe nun einmal erforderlich ist. Es handelt sich hier nicht um einen „Krug gegen die Reichen!" Was sollte aus der Industrie wohl derben, wenn die ganze Menschheit nur im Stande »>äre, Groschenartikel zu kaufen? Es handelt sich hier nur barum, Jedem die Lasten zuzuweisen, die chm nach seinem Verhältnis zukommen.

Mit der Stcuereinschätzung hat es in Preußen seit Jahr und Tag im Argen gelegen. Es hat nicht «st der Bochumer Steueren:hüllungen bedurft, um i« zeigen, daß die Einschätzung durch andere von sehr zweifelhaftem Werte ist, daß gerade die steuer- kräftigsten Kreise dabei am wenigsten richtig taxiert »erden können. Bei geringeren Einkommen bilden »eist Wohnung und Hausstand' die Grundlage der Einschätzung und da kann ziemlich sicher geurteilt »erden, wenn eben so geurteilt werden soll. Aber »rvn Jemand hunderttausend Thaler im Vermögen M, dann bietet die Wohnung nur einen sehr unge-

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(Nachdruck verboten.)

Im Kan« -er LSge.

Erzählung von D. Russell.

(Fortsetzung.)

Gr wünschte Mama noch einmal zn sehen, und *r fühlten ihn hinauf «ab betrachteten zusammen ihr friedliches Gesicht.

»Selig find die Toten, die in dem Herr» sterben", Btte ich ihn murmeln; .sie Haden die Leide» dieser «elt überwunden.'

RoseS Thräue» fiele» schnell.

„Wtfieu Sie, daß sie durch weine Schuld gefiorben ’S? — daß mein Etgeufinu deu Baron veranlaßt M, so laut von Eduards uuglücklicher That zu sprechen, mß sie eS höre» mußte?"

„Seine Worte würden ihr Ohr nicht erreicht haben", ivviderte G org Falk trösteud mit seiner klaren Stimme, Ueenn eS nicht der Wille einer weise» und gütigen «orsehuug geweseu wäre. Sie ist abgerufe» worden, che roch größerer Summer sie treffe» konnte." Er Mach roch eine Weile teilnehmend nud herzlich ton M Prüfungen, die wir in letzter Zeit erfahren» and »«ließ »uS da»».

Am Tage daraus ward u»sere teure Mutter It» «Mgt. Barou G org nud Werner folgten ihrem varge uud Georg Falk sprach die fitzten SegrvSuorte *> ihrem Grabe. ES war et» sehr einfache» Be- Vübuis, den» wir alle fühlte», daß es unter deu «Keheuden tramigeu Verhältnissen nicht anbei8 fein »Jttfte. Aber Mancher von deu alten Pächtern war »»gebeten gekommen, um ihr die letzte Ehie zu erweisen.

Als alles vorüber war, kamen die beiden Herren »»ch mit in unser HavS, um einige letzte Auordnuogeu K treffe».

$cr Baro» wünschte uns gleich mitznuehmeu, wir baten, »och eine Nacht bleibe» zu dürfen, Ad so aß Weruer alleiu mit ihm zu Mittag. Nach rott Rückkehr am Abend blieb er »och eine Stunde

rügenden Maßstab für die Höhe deS Einkommen-; es kann alles luxuriös sein und man braucht doch nicht gleich an hunderttausend Thaler zu denken, schon für die Hälfte läßt sich glänzend leben. Darum fordert die Steucrieform vor allem die Deklarations- Pflicht für höhere Einkommen, während eS bezüglich der geringen Einkommen beim alten bleiben soll. Wenn man aus den Bochumer Verhältnissen auf Deutschland schließen kann, so würde bei der De- klarationspflicht daS ganze Steueewesen ein anderes Bild bekommen, und mancher hohe Komrnunalzu- schlag Uürde erheblich finken. In der Deklaration- pflicht gesellt sich die Reform der Gewerbesteuer, die vor allem die großen Gesellschaften und Institute treffen wird, die bisher in der Steuergefitzgebung sehr bevorzugt, recht wohl mehr als bisher leisten können. Von einer Erschwerung der Industrie kann dabei keine Rede sein; die Steuerreform wird den Arbeitern viele Erleichterungen bringen, und das kann der Industrie nicht von Schaden, sondern nur von Nutzen sein, denn eS steigert Arbeitslust und Arbeitseifer. Freilich nicht jeder wird zufrieden sein, aber doch viele. Ein solcher Steuerdruck, der den Betrieb erschwert, wird in keinem Falle beschlofien werde», nur nach vorhandener Leistungskraft soll gezahlt werden, und diese Aenderung wird auch einen Dämpfer für daS mitunter tolle Spekulieren mit den Jndustriepopieren bilde», das in Wahrheit keinen Segen bringt. Den Beschluß der Steuerreform soll endlich eine Erschaftsstruer bilden, die bei Erb schäften von nahen Anverwandten sich in mäßigen Grenzen, einem Satze von einem halben Prozent, halte» soll. Tas macht sür eine Erbschaft ven tau send Mark fünf Mark, und diese Summe kann jeder zahle». Nur eine Spitze hat diese Steuer: Werst das Erbe auf, daß der Verstorbene während der Lebzeit sich selbst zu gering zur Steuer eingeschätzt hat, dann greift der Fiskus mit Strafen ein. Im ganzen ist aber die Steuerreform unbedingte Notsache.

Deutsches Reich.

Berlin, 10. Nov. Kaiser Wilhelm hat am Montag der Einladung des Herrn von Alvens- leben in Neugattersleben zur Jagd entsprochen. Irgend welcher Empfang fand auf dieser Reife nicht statt. Abends fihrie dir Monarch nach dem Neuen Palais bei Potsdam zurück. — Der Reichskanzler v. Caprivi trifft heute Nachmittag in Berlin ein. — Hosprediger Stöcker hat inzwischen, wie nach­träglich bekannt wird, ein zweites Schreiben an den Kaiser gerichtet, in dem er sich bereit

bet »uS »üb wir sprachen tos unserer Mutter, als weuu sie »och bet uns wäre.

DreinnddreißigsteS Kapitel.

Auf dem Schlöffe.

Met« Lebe« in Wittelsberg ge stattete sich nicht so ruhig wie ich gewünscht hätte; aber vielleicht war e» gnt für mich, daß ich von den trüben Gedanken an die Vergangenheit abgezogen wurde.

Gleich am ersten Tage nach unserer Ueberfiedelnug gab eS eine stürmische € eene zwischen dem Baron und Rose. L'tztere hatte die Erzieherin bet unserer An­kunft vollkommen ignoriert, sie weder begrüßt noch ihr geantir ortet, und diese hatte sich bei dem Baion bitter darüber beklagt.

»Sie hat mich beleidigt', rief Rose mit blitzenden Augen und hochgeröteten Wange», als ihr Mann sie zur Rede stillte, ,unb ich will ihr nicht vergeben I Ich kann es nickt hindern, daß sie hierbleibt, denn eS ist D ein HauS; aber Niemand wird mich zwinge», jemals wieder ein Wort an sie zu richten I' Und nachdem sie dies gesagt, eilte sie aus dem Zimmer und ließ den Baro» in größte« Zorne zurück.

ES gelang mir nm mit Mühe, ihn zu be» fchsichtigen und ihn dazu zu bewege«, daß' er Fräulein Sltmanu wenicstenS für einige Zeit ans dem Hause verbannte.

.Sie ist mit deu Mädchen auf einen Monat verreist', erzählte wir Rose am nächsten Morgen trinwphtrend; und sie zeigte sich so aufmerksam und liebenswürdig gegen ihre« Man«, daß er ganz wit ihr auSgesöhnt war.

ES schien ibn auch wit Leftiedigvng zn erfülle», daß alle seine Nachbar« nnb die alten Freunde der Eltern käme», um unS ihre Triluahme an dem Tod; »vserer Mutter auSzudrückeu; nur Eduard» ward hierbei niemals gedacht.

Die Sorge nm ihn, die Ungewißhett über sein Schicksal quälten wich Tag juud Nacht; Rose schlug

sommen und zwar: 120 Konservativen, 98 Zentrums- Milgliedern, 83 Nationalliberalen, 69 Freikonser- vativen, 27 Freisinnigen, 15 Polen und 13 Wilden. — Zum Beginn der Verhandlungen wird der »Köln. Ztg.' geschrieben, daß sicherem Verrehmen nach der Finanzminister Miquel im Akgeordneten- hause Anlaß nehmen wird, die Einbringung der Steuerresormgesetze mit einer ausführlichen Er­läuterung zu begleiten. Dagegen werden die Land- gemeindeordnung und daS Volksschulgesetz nur auf schriftlichem Wege an daS HauS gelangen und wahr­scheinlich schon am Tage der Eröffnung des Land­tages verteilt werden. ES gilt als fast zweifellos, daß das vorjährige Ministerium per Akklamation wieder gewählt wird.

Erfurt, 10. Novbr. Der Verein der Schuh- fabrikante» in Erfurt erläßt folgende Erklärung: .In einer hiesigen Schuhfabrik wurde siitens der Aufzwicker die Arbeit deshalb niedergelegt, weil einem Arbeiter, welcher vier Wochen in der betreffenden Fabrik gearbeitet hat, gekündigt ist. Die Arbeiter erklärten sich mit dem entlassenen Arbeiter solidarisch, «eil ihrer Ansicht nach kein Arbeitgeber das Recht hat, ohne Zustimmung seiner Arbeiter irgend einen .organisierten" Arbeiter zu entlaffen. Da die ver­einigte» Schuhfabrikanten sich diese Zumutung nicht gefallen lassen können und wollen, so haben sie be­schlofien, ihre Betriebe an einem Tage einzustellen.' Etwa 1500 Leute werden dadurch brotlos. In Pirmasens in der Pfalz ist ein allgemeiner Streik der Schuhmachergesellen ausgebrochen.

Meiningen, 10. Novbr. Im Herzogtum Mei­ningen hat der Landtag eine Vorlage angenommen, welche die Herstellung der Griffel für Staatsrechnung in Aussicht nimmt, fowett die Schieferbrüche Staats­eigentum sind. Ein Drittel der Schieferbrüche ist Piivatbefitz Die Vorlage wurde zu rechtfertigen gesucht im Jnterefie der Griffelarbeiter, welche gegen­wärtig sich in großer Notlage befänden.

Breme«, 10. Nov. Das neueste Panzerfahr­zeug der deutschen Marine ist am Sonnabend Nach­mittag auf der Werft der Aktien-Gesellschaft Weser bei Bremen glücklich von Stapel gelaufen. Da» Schiff zählt zur Siegfried-Klasse, deren Namens« träger aus der Germania-Werft in Gaarden bei Kiel hervor gegangen und ist nach Anordnung des Kaisers .Bcowulf' getauft und bei seinem Stapillauf durch Admiral Köster begrüßt worden.

erklärt, bis zum Amtsantritt eines Nachfolgers die seelsorgerischen Funktionen zu verrichten. Hof­prediger Schrader wird überhaupt erst im April nächsten Jahres aus dem Domamte scheiden, es wird sich auch kaum früher ein geeignetes anderes Amt sür ihn finden lassen. — Was den erkrankten Oberhosprediger Dr. Kögel betrifft, so leidet derselbe an einer empfindlichen Nervenstörung, zu der sich Gedächtnisschwäche gesellt hat. — Das preußische Landesökonomiekollegium ist am Montag in Berlin zusammengetreten. Ange­nommen wurde ein Antrag, welcher sich gegen eine erhebliche Ermäßigung der Fleisch- und Viehzölle und gegen die Oeffnung der russischen und öster­reichischen Grenze auSspricht, da die deutsche Land­wirtschaft baldigst in der Lage sein wird, dem Bedürfnis des Fleischmarktes zu entsprechen. Heute Dienstag erscheint der Kaiser im Kollegium. Thema: .Schutzmaßregeln bei landwirtschaftlichen Maschinen." — Die Ansiedlungskommission in Posen hat das dem Herrn von Grudzielski gehörige Gut im Kreise Wreschen mit einem Areal von 2000 Morgen für den Preis von 189 Mark pro Morgen käuflich erworben. — Die Veröffentlichung eines kaiserlchen Erlasses an daS preußische Staats- minifierium über daS UnterrichtSwesen steht, der .Nat.-Ztg.' zufolge, nahe bevor. Der Erlaß ist schon ältere» Dalums, bisher aber nicht bekannt geworden. "Das umfangreiche Schriftstück trifft sowohl den höheren, wie den Volksschulunterricht. Es finden sich manche Anklänge an den bekannten Erlaß über den Unterricht in den Kcdtttenanstalten darin, so namentlich das Verlangen, daß beim Re ligionsunterricht das Auswendiglernen eingeschränkt und aller Nachdruck auf die sittliche Seite deS Unter­richts gelegt werden soll. Für die höheren Schulen wird u. a. die Fortführung des Unterrichts in der Geschichte bis auf die neuste Zeit verlangt. Die Schüler sollen erfahren, daß die preußischen Könige immer sür die unterdrückten Klaffen gesorgt haben; wie am Anfänge deS Jahrhunderts durch die Be­freiung der Bauern, so im letzten Jahrzehnt durch die sozialpolitische Gesetzgebung. Tie Schule soll an der Bekämpfung der Sozialdemokratie Teil nehme», indem sie die zukünftigen Staatsbürger besähigt, die sozialistischen Irrlehren als solche zu erkennm. Zu diesem Zweck sollen auch die Volksschullehrer in den Seminarien mit den wichtigsten Lehren der Volks­wirtschaft bekannt gemacht werden. — DaS preußische Abgeordnetenhaus tritt bei seiner neue» Sefsion in einer Stärke von 425 Mitgliedern zu­

deshalb vor, daß wir zuerst Frau Doktor Kappmaun einen Besuch machen wollte», da vir sicher sein durfte», sie von Allem, was sich während der fitzte« Wochen ereignet hatte, «uterrichtet zu finden.

„Ah, Fra« Baronin nud Fräulein Margarete!' rief die gute Frau, sobald sie uns erblickte. „Wie freundlich von Ihne», mich aufznsucheu. Eie glauben nicht, wie oft ich Ihrer gedacht habe. Aber obwohl Niemand, wie ich schon dem Doktor sagte, tiefer für Sie ewpfinde» kann als ich । s thue, so hätte ich mich doch nimmermehr selbst tu Wittelsberg eingefühlt, — dazu kenne ich meine eiflhe Stellung zu gut Doch wenn Eie zu mir komme«, ist eS etwas ganz ändertS; da könne« wir einmal wieder ganz »ach alter Weife miteinander plaudern.'

„Ja, Eie müsie« uns alle Neuigkeiten erzählen, Fsau Doktor', sagte Rose lächelnd. „Und, ehe ich t s vergt ffe, ich habe Ihnen eine SnanaS mitgebracht.'

Diese ÄnsmerksawkeU rührte Fra« Doktor Kapp- manu z« Thräue».

„Ich weiß nicht, wie ich Ihne» danke« soll! Nicht daß ich diese Frucht so besonder» liebe — ich habe einen schwachen Magen und sie liegt sehr schwer —, aber e» ist die Freundlichkeit, die ich zu schätzen weiß. Sch, waS habe» Eie durchgemacht, Fräulein Margarete, seit die schreckliche Geschichte mtt Herr« Eduard be­kannt geworden ist!'

„Hoben Eie inzwischen irgend etwa» gehört?' fragte Rose.

.Nau, Eie wiffe», ich erfahre so Manches von meinem Manne und von Robert Kappmaun, nnb der letztere äußerte kürzlich, er glaube nicht, daß die Polizei Herr« Eduard finde« würde; er müffe bei Zeiten gewarnt »orten sei». Pächter Rothe soll alleS ansbieten und de« fitzte» Heller seine» Vermögens opfern wolle», nm ihn zu entdecken.'

„Nicht sehr versöhnlich', bemeikte Rose.

„Genau da» sagte ich auch. Denn schließlich kann er die arme Dirn' doch nicht wieder zum Leben erwecke». Und wa» auch Herr Eduard sein mag, — wir älteren

Ausland.

Rom, 10. Nov. Der König Humbert hat, um

Leute können niemals den freundlichen Herr», seine« Vater, vergessen. SS gab Seine«, der ihm gleist,tarn.'

„Und wo ist Pächter Rothe sitzt?' fragte ich.

„In London, so viel ich gehört habe. BiS dahin haben sie die Spur des atmen jungen Marins ver. folgt. Er war zuerst in Pari», und nun vermutet man, daß er von dort über das Waffet «ach London entflöhe» ist. Fran Rothe betet Tag und Nacht, daß sie ihn finden möchten, und hat gesagt, sie würde gern hundert Meilen weit wandern, nm seiner Hinrichtung beiwohnen zu könne«.'

,O, Frau Doktor!' riefe« Rose «ad ich entsetzt, wie ans einem Munde.

„Ach, du lieber Himmel, da ist meine Zunge wieder mit mir dntchgegangeu!' klagte die arme Fra« reuevoll. „Und daß ich das gerade heute sogen muß, eo Sie mir die Suaua» gebracht habe», Frau Brr oni» 1 Ich btu doch eine schreckliche Schwätzerinl Aber Sie dürfe« meine Worte nicht so schwer «ehmev; mein Man« denkt, daß der Verstand der alten Leute durch de» UuglückSfall gelitten hat.'

„Lassen Sie eS gut sein, Fran Doktor', sagte Rose seufzend. „Ich hoffe, Herr Kappmaun wird recht bebalten und da» Suchen jener Leute vergeblich sei». — Wie geht eS Fräulein Werueck, Ihrer Nichte?'

„Nicht besonders, fürchte ich', war die Erwiderung. „Im Vertrauen gesagt, ich weiß nicht recht, waS an» Elsa werden soll. Sie bittet immer nm mehr Selb, wa» vir ihr doch wirklich nicht geben können. Mein guter Manu arbeitet hart nnb angestrengt, und ver­dient ja auch ganz nett; aber er liebt einen guten Tisch und ist natürlich nicht gesonnen, sich um meiner Nichte willen Entbehrungen aufzuerlegen.'

„Ganz nach Art der Männer', sagte Rose lächelnd.

„Ja, nicht wahr? Sie werden daS herauSge- fnnben habe», seitdem Eie verheiratet sind. Nun, eS war ein Unglück für Elsa, daß sie sich mit Herrn Eduard eingelassen. Ich schrieb ihr, waS sich hier zugettage«, und sie antwortete, da» sei eS also ge«