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EinnudbreißigsteS Kapitel.
Verfolgt.
WLHreud ich diese Besuche empfing und das Netz ich immer fester um Eduard zusammenzog, lag Mama !rauk au eiuem jener gefährlichen Anfälle, die jte seit PapaS'Tode öfters heimgesucht hatten.
Ich zitterte beständig für fie, denn ich wußte, daß >ie geringste SenutuiS von Eduards schrecklicher Lage ihren Tod zur Folge habe« konnte. Aber dieser Tag ging ohne Gefahr vorüber.
Sm Morgen erhielt ich einige Zelle« von Werner, tu denen er mir mittellte, deß et meinen Wunsch erfüllt habe und mich in Kurzem zu seheu hoffe; und einen Tag später übersandte er mtt eine Depesche an» Paris, die nichts weiter enthielt als das eine Wort
Robert «appmanu, der Advokat, kam, um mich zu warueu, und erzählte mir uuter mauuigfacheu Ver- sicheruugeu seiner Freundschaft uud Teilnahme dieselbe traurige Geschichte, welche ich bereit» am Vormittag vernommen.
.Und nun, Fräulein Margarete', sagte er, die Stimme fivkeu laffeud, „vollen Sie eiuem alten Freunde erlaubeu, Jhueu einen Rat zu erteilen? Schreiben Sie nicht von hier aus au Zhreu unglückliche» Bruder; geben Sie mir den Brief mü, wenn ich morgen nach Hamburg reife, »ud ich will ihn weiter befördern. Es heißt, er sei in Paris — er ist dort keinen Tag ficher l Ein Berliner Kriminal, beamtet reist noch heute abeud zu feiner Verhaftung »ach Paris, nnb die französische Polizei versteht ihre Sache aus dem Grunde. Nein, et muß Wetter fort, nach Südamerika oder Australieu, wo Niemand wieder etwas vou ihm hört.'
Ich nahm feine Hand und brach in Thräuen aus. .Gott segne Sie für Ihre Frenndlichkett, Herr Kapp, wann', sagte ich. .Ich danke Ihnen von Herzen! Ednard ist berettS gewarnt — ein Brief ist ans dem Wege zn ihm.'
.Ich bin froh, das gn hören', erwiderte er; .es ist keine Zett zn verlieren. Sagte ich Ihnen, daß auch Uhr nnb Börse gefunden worden find? Die Beweise ber Schuld Ihres Bruders nnb bie Gründe zn feiner Thal liegen so klar am Tage, daß es kanm noch einer Untersuchung bedarf. Für mich unterliegt eS keinem Zweifel mehr, baß er nnb Esther bei ber Entwenbnng des Testaments ihre Hänbe im Spiele gehabt, baß bie arme junge Fran, als er fie schlecht Gehandelte, vielleicht mit Verrat gedroht, uud et fie dafür aus dem Wege geschafft hat.'.
Ich schwieg. Weuu der Advokat so deutlich die Sachlage durchschaute, ahnte et wohl auch, daß Esther mich in ihr Vertrauen gezogen hatte.
«Ich wünsche nicht, daß Sie mir jetzt etwas erzählen', fuhr er fort; .ich bin «nr gekommen, um Sie zu warueu. Schoo tauchen Bermutnage» in
welche der Soldat har, eine heilige. Da- weiß der Soldat, das weiß das Volk, und darum hat die deutsche Nation ihre Reichs-Armee unendlich tief in ihr Herz geschlossen. Die allgemeine Wehrpflicht hat eS bewirkt, daß bie Armee das Volk in Waffen bildet, die Schutzwehr des Vaterlandes. Der Dienst ist ernst, der Dienst ist streng, und auch in der ReichSarmee find Fälle vorgekommen, welche allgemein als zu weitgehende bezeichnet sind. Doch das alles find nur Ausnahmen, heute erfreut sich jeder deutsche Soldat im Dienste, wie außerhalb des Dienstes der Achtung, die er verdient. Kaiser Wilhelm II hat wiederholt mit großer Bestimmtheit darauf hingewiesen, daß jeder Soldat als solcher mit Ernst, aber auch mit Nachsicht und Geduld, mit Freundlichkeit und Teilnahme ausgebildet und behandelt werden soll, und wir haben ganz außerordentlich zahlreiche Beispiele, wo Offiziere der deutschen Armee für ihre Mannschaften weit mehr gethan haben, als sie verpflichtet waren, auch nach der aktiven Dienstzeit bemüht gewesen sind, ihr Fortkommen zu fördern.
Die Reichs-Armee bildet eine große Kamerad- schäft, an deren Spitze der Kaiser selbst steht, eine Kameradschaft, deren höchste Richtschnur die Ehre, Treue gegen Kaiser und Reich ist. Nicht bie Menge macht allein eine Armee furchtbar, sondern die Gesinnung der Armee ist eS, welcher dieser die rechte Kraft, die volle Weihe giebt. Es ist Thatsache, und mit Stolz können wir dessen uns rühmen, keine Armee in Europa steht geistig so hoch wie die Deutsche, in keiner ist Pflicht- und Ehrgefühl in dem Maße vertreten, wie bei uns. In der deutschen Armee herrscht kein lautes Renommieren, kein prahlerischer Ton, der General weiß, daß er auf die Mannschaften int Ernstfälle mit Sicherheit rechnen kann, die Mannschaften wissen, daß sie der Besonnenheit der Führer vertrauen können. So umschlingt ein festes, ehernes Band alle Glieder bet Reichsarmee, das zu sprengen wohl versucht ist, bas zu sprengen aber nie gelingen wird. Und auch die jungen Leute im Rekrutenrock werden gar bald einsehen, daß nicht der bunte Rock allein es ist, auf den es onkommt, daß mehr geschehen ist, als ein einfacher Kleiderwechsel. In der großen Komeradschast kommen neue, andere, höhere Gedanken, der Kopf wird höher getragen und Kraftgefühl erfüllt die Brust, Soldatenehre lentt alles Thun und Handeln. Das ist der deutsche Soldat heute, und so wird er hoffentlich bleiben in alle Zukunft.
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(Nachdruck verboten.)
Im Ka«« -er Lüge.
Erzählung von D. Russell.
(Fortsetzung.)
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Deutsches Reich.
Berlin, 6. Nov. Unser Kaiser hatte am Dom erstag im Neuen PalaiS bei Potsdam eine längere Konferenz mit dem Kriegsminister v. Kalten- born-Stachau. Am Nachmittag reiste der Kaiser mit der Stettiner Bahn nach Liebenberg, um der Einladung des Grafen Philipp Eulenburg zur Jagd zu entsprechen. Irgend welcher Empfang findet au dieser Reise nicht statt. Am Sonnabend Abend erfolgt die Rückkehr nach Potsdam. — Der Bundesrat des deutschen Reiches hielt am Donnerstag eine längere Sitzung ab. Mehrere Vorlagen, darunter der Gesetzentwurf betr. die Vereinigung Helgolands mit dem deutschen Reiche, wurden den zuständigen AuSschüffen überwiesen. Der baierische Antrag betr. die Rindvieh - Einfuhr aus Oesterreich- Ungarn hat im Prinzipe die Zustimmung der Körperschaft gefunden, eS sollen aber die Resultate der Erhebungen über den Stand der Viehseuchen in Oesterreich - Ungarn ahgewartet werden. — Die ReichSfinanzeu stellen sich nach dem neuen Budget erheblich günstiger als im vorigen Jahre, in welchem noch ein Defizit von 20 Millionen zu decken war. In diesem Jahre ist daS nicht der Fall, außerdem werden die Einnahmen noch um rund 42 Millionen höher veranschlagt, macht also im Ganzen eine Ausbesserung von 62 Millionen gegen das Vorjahr, der nun allerdings Mehrausgaben gegenüberstehen. Es könnte aber ernstlich versucht werden, neue Anleihen zu verhüten und den Bedarf des Reiches aus den laufenden Einnahmen zu decken. Mllitär- und Marine-Etat dürften im Ganzen Mehrforderungen von etwa 40 Millionen aufweisen, bie der Marine find nur Folgen der schon früher beschlossenen Flottenverstärkung. Im Militäretat spielt die Ausbildung mit dem neuen Gewehr und das rauchlose Pulver wieder eine wichtige Rolle. — Gutem Vernehmen nach ist an Stelle deS von seinem Kommando entbundenen Generals v. Heuduck der Gouverneur von Straßburg, General Lewinski, zum kommandierenden General des fünfzehnten Armeekorps, der Kommandeur der ersten Garde-Jnfanterie-Division Generalleutnant S 0 b b e zum Gouverneur von Straßburg uno der Oberquartiermeister Generalleutnant v. Holleben zum Kommandeur der ersten Garde-Jnfanterie-Division ernannt worden. — Der »Reichsanzeiger' kann gegenüber dem Gerücht, daß die englische Regierung durch Nichtzulaffung des schleswig - holsteinschen Viehs zur Einfuhr ihr
Die Rekruten.
Gegenwärtig erfolgt die Einziehung der jungen Männer, welche für den Heeresdienst ausgehoben sind, zur Fahne, an der Fahne haben sie den Eid der Treue und deS Gehorsams zu leisten. Daß mancher nicht gerade mit übergroßem Eifer den Eoldatenrock anzieht, ist erklärlich, der stramme und mste Soldatendienst ist freilich recht verschieden von dem behaglichen Leben, welches häufig vorher ge- sthtt worden ist, aber wie viele find es, die nach beendeter Dienstzeit nicht gern die Erinnerungen aut chrem Soldatenleben austauschen, die eingestehen, daß sie in dieser Zeit doch zu ganz anderen Männern geworden sind, zu Männern, die an Strapazen ge- »öhnt und der Gefahr kaltblütig ins Auge sehen? Mau kann sich darüber streiten, wie lange jemand dienen soll, man kann auch über die Art der Aus-
Es ist begreiflich, daß die modernen Umsturz- Meien gerade der Armee feindlich gegenüberstehen
Mger Mann kann mit sehr merkwürdigen An- chten den bunten Rock angezogen haben, er merkt it Lause seiner Dienstzeit doch bald, daß nicht der M allein den rechten Soldaten ausmacht, daß in 0 Armee noch ein anderer Gedanke vorherrscht, em sich schwer jemand entziehen kann, und der »ßt: Soldatenehre! Das Recht des Waffentragens ^ein großes, die Pflicht der Vaterlandsverteidigung,
. »Sage» Sie mir alles", bat ich leise. „Wie hat *8 es entdeckt?"
M '.Ich will es Dir erzähle«; aber vergiß nicht, daß JJtfa Unrecht damit begehe, welches ich kaum bet» ^dorten kau«: Nachdem das Wasser herauSgeschöpst >»ldeu war, stiegen Pächter Rothe und der Brvnneu- nster, dem er bie Arbeit überttagen, in beu Schacht »ab. Als wenige Minuten baranf das Zeichen ge- ^e« wnrbe, beu Fahrstuhl wieber heraufzuziehe«, Me Pächter Rothe befiuuuugSloS tu beu Arme» M MauueS, mit feiner Hand krampfhaft einen gieren Stock umklammernd, den fie auf dem Gründe r» Schachtes gefunden hatten. Beim Scheine einer «rrne, die fie mtt hinnntergenommeu, hatte ber 'luuenmeister beu auf bem Stocke befindlichen frtt« gelesen, nnb beim Auhören besselbru war ber *? Manu mtt einem lauten Schrei ohnmächtig "vamengebrochen.'
»Unb — nnb —• stammelte ich atemlos.
»Dieser Stock', fuhr ber Baron aufgeregt fort, «fett beu unumstößlichen Beweis, baß Dein elenber •®®«r bet Mürber feine» unglücklichen Weibes ist! * kennst seine Abteffe — sorge bafflr, daß er verschwindet. Welch eine Schmach für Eure
* »eine Familie, wem» er ergriffen nnb hier ver.
ber Frenndschast willen, welche mich mit Vater berbanb, nnb nm Deiner Mutter nnb Schande zu ersparen, bin ich im Begriff, "pl haubelu, wie ich eS unter gewöhnlichen Umfttaben «mal» vermöchte, wett eS beinahe schon gegen Ehre ^Pflicht verstößt. Ich will Dir einen Wink geben, — mehr noch — Dir bie Mitteilung machen, Dein »ruber de» Morde» angeklagt nnb gestern Hab ein Verhaftsbefehl gegen ihn erlassen worben V! Verstehst Du mich uuu?"
urteilt würbe! Weuu er Selb braucht zu feiner Flucht, nimm bie», benn von feinem eigenen Vermögen wirb er jetzt nichts mehr bekommen können!'
Ich nahm baS Gelb, ba» er mir anbot — e» waren süufhuubeit Thalet — schrieb nur bie wenigen Worte: „Flieh', alle» ist entbeckt!' auf einen Zettel — nnb schloß es in ein Konvert, das ich mit feiner Adresse versah und in einen, an Werner SarSthal in Kiel gerichteten Brief mit einlegte. „Ich vertraue Dir ganz, Werner', schrieb ich an meinen Vetter, »und bitte Dich, dieses Schreiben sogleich ans die Post zu geben. Bald sollst Du Näheres hierüber erfahren.'
Ich wußte, Eduard würde das Geld erhalten, ehe ber Verhaftsbefehl auSgefertigt nnb irgend ein Schritt gegen ihn unternommen war. Ich ergriff beS Barons Hanb — ich hätte ihn küssen mögen in meiner Dankbarkeit — aber er schob mich kalt zurück.
. sagte er, „ich schäme mich vor mir
selbst, daß ich meiner Pflicht untren geworben bin, aber nm Deines Vaters willen —'
Nicht nm feiner selbst willen! Selbst in diesem Augenblicke vermochte er nicht wahr gegen sich zu fein. Er überredete sich nnb uns, daß er nur ans Rückficht für unfern Vater seine Hülfe gewährte, währenb eS doch in Wahrheit geschah, weil er fürchtete, ter Name beS Mörbers könne öffentlich mit bem einen in Verbinbnng gebracht werden.
Als jedoch Rose später zn mir kam nnb sogleich benfelben Gedanken äußerte, fühlte ich, baß wir Selbe undankbar gegen den Baron handelten.
„Er befindet fich in einem schrecklichen Zustande wegen dieser Geschichte', sagte Rose, „nnb hat mir gestern deutlich zu verstehe« gegeben, daß er wünschte, mich niemals geheiratet zu haben.'
„Aber er gab mir Geld', sagte ich flüsternd, denn ch hatte beständig ein Gefühl, als ob wir beobachtet würde«, und sand diese Vermutung auch öfters im Laufe des Tages bestätigt.
8m Abend erhielt ich noch einen Besuch. Herr
Bildung verschiedener Ansicht sein, aber daß bie allgemeine Wehrpflicht moralisch unb physisch die lereS besten Erfolge hat, bas bestreuet man heute in V- lewem einzigen modernen Staate. Die Disziplin
ver- *n der Folge zu der Selbstbeherrschung, die
647 Mannes würdig, die allgemeine Dienstpflicht,
velche alle Klassen, alle Stände kameradschaftlich «ebene inanderftellt, schafft auch für das bürgerliche 1 »ben eine ruhige Zuversicht. Das Werbesystem, ie Soldatenspielerei, taugt nichts, es nützt nichts M Einzelnen, sondern schadet, wie die zahlreichen alle von Disziplinwidrigkeiten und Rohheiten 6e- leifen, die gerade in der englischen Armee zu Hause ad. Unb bezeichnenb ist eS, daß unter den großen ulturstaaten am letzten in England die PrÜgel- rafe für die Armee abgeschafft ist. In der deutschen ttchsarwee weiß jeder Rekrut, daß es seine Pflicht , ein tüchtiger Soldat zu werden; aller Anfang t schwer, auch bas Soldatenleben beweist dar, »r das Soldatenleben bietet doch auch schöne Stauben, die später, wenn daS Schwere beS Dienstes Hessen, in dauernder Erinnerung gehegt und gesiegt werden.
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Höne W sser- ver« 218
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
Mißfallen darüber auizudrücken beabsichtige, daß Schleswig-Holstein deutsch geworden sei, auf Grund amtlicher Informationen in London konstatieren, daß für die fragliche Entschließung der englischen Regierung keinerlei derartige politischen Motive, sondern lediglich veterinäre Rücksichten bestimmend waren. — Die „Kreuzztg." meldet, daß infolge der Berufung des Konsistorialrats Dryander zur Stellvertretung des erkrankten OberhofpredigerS D. Kögel als Schloßpfarrer Hofprediger Stöcker, ebenso aber auch Hof« Prediger Schrader seinen Abschied angeboten habe. — Reichskommissar von Wißmann hat die Reise nach Marseille angetreten, von wo derselbe fich nach Ostafrika einschiffen wird. — Dem Vernehmen nach soll dem Abgeordnetenhause im Lause der Session eine Vorlage über die Erbauung eines besonderen Instituts für die Forschungen Professor Kochs zugehen. Dieselben haben noch nicht einen derartigen Abschluß erreicht, daß die bezügliche Gelbforderung bereits in den Etat ausgenommen werben konnnte; im Laufe ber Session aber bürste es möglich sein, fie öffentlich zu begründen. — Der Kaiser schenkt, wie wir erfahren, denKochschen bakteriologischen Untersuchungen die größjeAufmerksamkeit unb hat sich über dieselben schon mehrfach Bericht erstatten lassen. Es verlautet nun, daß Herr Professor Dr. Koch den Wunsch ausgesprochen hat, es möchten auf dem freien Platz der Charitee Baracken errichtet werden, in welchen Gelegenheit geboten würde, das gesamte Gebiet der Infektionskrankheiten studieren zu können. Was speziell die Hellung der Tuberkulose brttifft, so wird uns gemeldet, daß bereits eine geraume Zeit hindurch das Kochsche Verfahren an Kranken gehandhabt und daß die Tuberkulose durch dasselbe in ihren Anfängen ganz sicher bekämpft wird. Im weiteren Prozesse der Krankheit, wenn bereits Hohlräume sich in den Lungen geblldet haben, wird nach der Einleitng de» Verfahrens ein Verkümmern und Verschwinden der Bazillen beobachtet Prosessor Dr. Koch hat bereits die Erklärung abgegeben, daß er nicht gesonnen sei, irgend welche materiellen Vorteile für sich aus der Entdeckung zu ziehen, daß er dieselbe vielmehr zum Allgemeingut machen werde. Es ist, wie in Aerzte- kreisen verlautet, nicht ausgeschlossen, daß der neuerdings dem Kaiser über die ganze Angelegenheit erstattete Bericht mit ber Absicht ber Gewährung einer Ehrendotation an Dr. Koch seitens des preußischen Staates zusammenhängt.
— Zur Einführung des Zonentarifs für den Eisenbahn - Personen - Verkehr ist in Preußen
jener Richtung hin auf; man spricht davon, weshalb Ihr Brnder Esther Rothe heiratete. Aber was Sie auch wisse« mögen, sage« Sie nichts von bem Inhalte Ihres Gesprächs mit ber jungen Fran; bleiben Sie bei ber Aussage, bie Sie zuerst gemacht, sonst könnte« Sie möglicherweise fich selbst gesährbe«. Sie fauben fie tot — ber Pächter fanb Sie Beibe — baS t# genug. Die TistameutSgeschichte kann später zur Sprache gebracht werben, wenn die größte Gefahr für Ihren Brnber beseitigt ist.'
„Ich — ich banke Ihnen', sagte ich zitternb.
Herr Kappmann erhob fich. „Ich muß gehen, Fräulei« Margarete', sagte er; „eS würde nicht gut fein, wenn Jemand erführe, daß ich hier gewesen bin. Halten Sie fich fern von mir, wenn eS geht; kann ich Ihnen aber helfen, so rechnen Eie ans mich. Ich habe nicht vergessen, welch ein edler nnb vortrefflicher Herr Ihr Vater gewesen, nnb fühle bie aufrichtigste Teilnahme für Sie. Gute Nacht, gute Nacht, meine Liebe! Beiläufig— wenn Sie Geld für den Flüchtling »rauchen, wenden Sie fich an mich. Er muß fort — ür immer, das ist das Beste, was geschehen kann! Unb bann ftnb Sie bie unbestrittene Erbin von Heybors!
Frtnti^en.^QuarUtt-AbmmementS-PreiS^bei der Expe» Marburg, sowie die Annoneen-Bureanx von Haasenst^n unbSeglei
ewio)Bfa”KB1e?S EStK“ Sonnabend, 8. November 1890. M°^°taF?anAt °TBNMünchmmÄln^B.°r! UV. Jahrgang.
W, Wtnamtn für dir Zrile 26 Pfg. ____________________ '_________________________ Daube u. Co. in Frankfurt e. M., Berlin, Hannover, Paris.