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Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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GrschetM täglich «ch« an Bttftagtn nach Sonn» und Feiertage». Onartal-Abonnenlentt-Preir bei der Lrpe- dttion 2*/t m,Wla Postämtern 2 PU 50 Psg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gefpaüene gell» 10 Psg., Reklamen für di» geile 25 Pfg.

Marburg,

Mittwoch 5. November 1890.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS Kwie die Annoneen-Bureanx von Haasenstein und Bogle»

Frankfurta.M., Saffel, Magdeburg ».Wien: Rudolf Stoffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln @. g. Daube u- So. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

XXV. Jahrgang.

sowie ischen

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Uhr, lng. tsteu- '2 Uhr, hier :reunb» [6968

Bestellungen für die Monate Novemb er mb Dezember auf die

HtzrrHrss.

nebst feeis6(att für die Streife Marburg und Kirchhain und

Moiriertes 8orint(i(|sbfatt «erden noch von sämtlichen Postämtern und ton unserer Expedition entgegen genommen.

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In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Rindt Bestellungen entgegen.

-er Lorrtrairtbruch der lStt-lichm Arbeiter.

Aus den Kreisen der Landwirtschaft sind im Saufe diese- Jahres so viele Klagen über Kontrakt» iruch der ländlichen Arbeiter, also plötzliches Ber- laffen der Arbeit vor Ablauf des Arbeitsvertrages laut geworden, daß sich die Reichsregierung mit tiefer Frage bereits beschäftigt. ES wird nicht leicht ftin, in dieser Bestimmung durch Gewalt-Maßnahmen «Hein Aenderung zu schaffen. Die Leute können allerdings behördlich zum Bleiben angehalten werden, -aber wer die ländlichen Verhältniffe kennt, der weiß «ich, was bei widerwilligem Arbeiten dort heraus­kommen würde, nur Aerger oder gar direkter Schaden. Wirksamer schon wäre es, wenn den Kontrakt- drüchigen an anderen Orten die Neuanstellung un- «öglich gemacht würde. Aber auch hier sind große Echwierigkeitrn zu überwinden. Nehmen wir an, ein Landwirt habe aus irgend einem Grunde Arbeiter Mig, die sich ihm gerade in kontraktbrüchigen Leuten Meten. Liegen für ihn zwingende Verhältniffe vor, so wird er sich auch nicht lange besinnen, ein Auge pidrücken und die Leute eine Zeit lang wenigstens ieschäftigen. Tas ist natürlich, und hieran würden gegenteilige Vorschriften kaum etwas ändern. Am testen ist es immer, mit Wort und That auf die ländlich en Arbeiter einzun irken, um sie von unüber- dgten Schritten abzuhalten. Es wird kein Land­wirt seinen Leuten verwehren, eine beffere Stelle wzunehmen, wenn diese ihnen geboten wird, sobald die ordnungsmäßige Kündigung vorliegt; er wird

(Nachdruck verboten.)

I« Katt« der Füge.

e. Erzählung von D. Russell.

(Fortsetzung.)

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O, Frau Rothel"

ES find jetzt gerade vierzehn Tage, daß eS zu» «ft geschah daß Esther» (Seist mir im Traume «schien."

Ja einem Traume?" wiederholte ich.

Ja, im Traume", fuhr Frau Rothe mtt ge» MmuiSvollem Flüster« fett.Ich hatte lauge ge. «et, bevor ich etuschliif uud tu der Nacht erschien it «tri Sie war in ihrem Grabgewaud. die arme Dir»', gerade, Vie wir ste iu den Sarg gelegt Utteu, uud die große Narbe war noch auf hrer Stirn. Aber ich sah sie ganz deutlich uud lärchtete mich nicht. Sie stand da und sah mich «; daun raug sie die Hände nnd begann leise nnb lat zu sprechen.Suche meinen Mörder unten in alten Brunnenschacht", sagte sie, uud nachdem sie die Worte gesprochen, schwand sie langsam hinweg."

Eine tätliche Furcht schlich mir io8 Herz und Ahmte meine Glieder. War wirklich die Tote aus wem Grabe erstanden, mn^'ie au Eduard zu nehmen ?

.Als ich erwachte', 1, ach Frau Rothe weiter, »überfiel mich eiu Zttte uud das Bett schien unter *ii zu schwanken; aber « zweifelte keinen Augenblick der Wahrheit meines Drana-eS. Ich hatte Esthers «ist gesehen, nud ich wnß:; daß ste gekommen war, N mir Antwort zu geben auf meine Gebete." r .Aber, Fran Rothe' begann ich.

.Warten Ste, Fräulein Margret, bis ich Ihnen Ees erzähll habe", vuterbrach fie mich; .daun {erben auch Sie nicht mehr zweifeln. Dies war die erste Nacht; zwei Tage darauf aber ist fie mir doch einmal nnd in der vorletzten Nacht zum dritten Mir erschienen. Immer mtt demselben Blicke nnb Melden ernsten Worten. Esther hat keine Ruhe in wem Grabe, dir wir ihren Befehl etffiUt haben;

selbst, wenn es irgend angeht, bereit sein, den Arbeitsvcrtrag zu lösen, wenn er dm um ersucht wird; aber wie der ländliche Arbeiter auch in Zeiten schlechter Ernte den vorher ausgemachten Lohn ohne Abzug verlangt, so muß auch der Landwirt darauf halten, daß der Arbeiter seine Verpflichtungen er» füllt, wenn Not am Mann ist.

Eine Arbeitseinstellung in bet Industrie bedeutet nicht entfernt dasselbe, wie eine solche in bet Land­wirtschaft. Wohl tritt ein schwerer Schaden ein, wohl können zahlreiche Familien dadurch in Ver­legenheit kommen, aber im ganzen ist der durch den Ausstand berührte KreiS doch ein begrenzter, die Waaren, die heute unvollendet liegen geblieben sind, können später sirtiggestellt und der Schaden io schließ­lich einigermaßen ausgeglichen werden. Ganz anders liegen aber die Dinge in der Landwirtschaft. Ein Kontraktbruch kann die Bestellung deS Bodens hindern, er kann die rechtzeitige Ernte vereiteln, und waS ergiebt sich daraus? Nicht bloS die Land­wirtschaft hat den Nachteil davon, für den eigenen Mundbedars kann schließlich jeder Besitzer noch an- baurn, er kann auch ohne große Baar-Einnahmen einmal fein Leben fristen, da die eigene Wirtschaft zahlreiche Lebensrnittel bietet, aber was wird aus der Bevölkerung der Städte, die auf die Produkte des Landbaues angewiesen sind? Eine große Teuerung wäre unvermeidbar, ein Kontraktbruch der ländlichen Arbeiter bedeutet also ganz entschieden einen Schlag gegen das allgemeine Wohl, und diesen Verhältnissen kann darum auch keine Landes-Regie» rung gleichglllig gegenüberpehen, um so weniger, da die Kontraktbrüche in recht vielen Fällen geradezu unüberlegte Handlungen sind, zu welchen die un­erfahrenen Leute von Agenten und sonstigen Persön­lichkeiten angestistet werden.

Der ländliche Arbeiter besitzt, wie das auch nicht anders fein kann, verhältnismäßig geringe Menschen­kenntnis. Aus seinem eigenen doch meist tteuherzigen und vertrauenden Charakter schließt er auf andere Leute, und glaubt darum oft leicht, was ihm vor- gefprochen wird. Nicht der ländliche Arbeiter ist meist der Schuldige beim Konttaktbruch, sondern der, welcher ihn dazu beredet, und diesem Punkt ist be­sondere Aufmerksamkeit zu widmen. Es ist ja nicht schwer, Jemandem, der lange Jahre in engen, be­grenzten Kreisen gelebt hat, allerlei vorzuschwatzen, während doch überall die Mark nur hundert Pfen­nige hat, der Wert von Lebensmitteln und Gebrauchs­artikeln aber doch unendlich verschieden ist. Wohl­wollende Belehrung und angemessene Stellung der

und deshalb bi« ich heute zu Jhueu gekommen, Fräulein Margret. Sie solle« Ihre« Bruder darum bitte«, daß er uns erlaubt, deu alten Brunnenschacht zn öffne« nnb das Geheimnis aus Licht zu bringen.'

.Aber liebe Fran Rothe", stammelte ich mühsam, das kann nicht geschehen. Es würde große Kosten vernrsachen, den Schacht wieder zu öffne«, nnb die Untersuchung würde sehr gefährlich sein."

Mein Mann hat einige hundert Thaler erspart", erwiderte Fran Rothe ruhig',die wird er gern opfern, nm feiner armen Dirn' zu zeigen, daß fie nicht vergessen ist. ES war alles für fie bestimmt, und nun fie tot ist, brauchen wirs nicht mehr. Wtt wollen nicht» von Herrn Eduard auuehmen", fügte fie in der ihr eigenen, stolzen Befcheideuhett hinzu, der kein gutes Wort für fie gehabt hat, als sie noch lebte, und kaum einige Monate nach ihrem Tode jener dreisten Dirne nachlänft, die fie so oft ge. kränkt hat."

Ich schwieg in dem bittern Bewußtsein, daß ich nichts zu seiner Verteidigung ansühren konnte.

.Glauben Sie nicht, daß ich irgend etwas Uu» ehrerbietiges gegen Ste sagen will, Fräulein Margret, wenn ich von diesen Dingen spreche. Aber Sie werden uns verstehen, nicht wahr? Ich will nicht selbst mit Herrn Eduard reden, weil ich th« gegen. Über heftig werden und Dinge sagen müßte, welche ihn ärgern nnb meiner armen Esther doch nichts mehr nützen würben. Wir wollen nichts weiter von ihm hoben als die Erlaubnis, den Schacht öffnen zv dürfe»; er soll ihn keinen Pfennig kosten.'

.Ednard ist nicht zn Hanfe', sagte ich, nm mit Mühe meine Gefühle verbergend. .In einigen Tagen erwarten wir ihn zurück, dann werde ich mit ihm sprechen.'

.Danke Ihnen, Fräulein Margret', antwortete Fra« Rothe und erhob sich zum Sehen. .Mein Manu würde Jhueu feine beste Empfehlung gesandt haben, wen« er jetzt nicht immer so zerstreut wäre.

ländlichen Arbeiter ist deshalb als das Haupimittel gegen den Kontraktbruch anzusehen, strengste Strafe aber für die Verleiter. Jedem ländlichen Arbeiter steht eS ja frei, vor Abschluß seines ArbeitsvertrageS seine Bedingungen zu stellen, er kann sich einen an- deren Arbeitsplatz suchen, wenn ihm die bisherige Stelle nicht zusagt. Aber wie er von dem Landwirt verlangt, daß jener an ihm als ehrlicher Man» han­delt, so muß auch er als ehrlicher Manu das er­füllen, wozu er sich verpflichtet hat. Das Recht uud die Pflicht sind nie auf einer Seite, sondern auf beiden, und nur der, welcher daran festhält, erfreut sich des Schutze- der Gesetze. Das ist zu bedenken! Der Kontraktbruch ist stets ein Wagnis. Manchem glückt es, die Meisten geraten dadurch in eine Not­lage. Und wer das böse Gespenst deS Hungers nie vor sich geschaut, der mag sich hüten, es in unüber­legtem Thun heraufzubeschwören. Ruhig und fach­lich haben wir die Verhältniffe erörtert, ruhig mögen auch die beteiligten Kreise darüber nachdenken.

Deutsches Reich.

Berlin, 4. Nov. Kaiser Wilhelm hatte am Montag Vormittag eine längere Konferenz mit dem Kultusminister d. Goßler. Nach derselben fuhr der Kaiser nach Jagdschloß Grünewald, um dort, znm ersten mal feit seiner Thronbesteigung, der Hubertusjagd beizuwohnen. 1 Nach Schluß der Jagd kam der Monarch kurze Zeit nach Berlin und kehrte am Abend nach Potsdam zurück, in deffen Um­gebung heute Dienstag eine Fasanenjagd abgehalten wird. Dem Bundesrat ist ein Gesetzentwurf betreffend die Einverleibung von Helgoland in den preußischen Staat zugegangen. In der Be­gründung wird ausgeführt, daß in dieser Lösung die beste Erledigung der Frage zu suchen ist. Helgo land soll in den deutschen Zollverband vorläufig noch nicht eintreten. Dann heißt eS wörtlich in der Be­gründung : »Die Insel bildet gleichsam einen vor geschobenen Posten und wird für den Kriegs- Besb achtungs- und KriegS-Signaldienst von besonderer Wichtigkeit fein, auch bietet sie den zum Vorposten dienst abgesandten Fahrzeugen einen Schutz- und Stützpunkt. Ein Uebergang in Feindeshand könnte die Aktionsfreihcit der Flotte deshalb wesentlich be­einträchtigen, weil die Insel (bann dem Feinde so­wohl für die Blokade, als für den Angriff auf die deutsche Nordseeküste sehr viele strategische Vorteile bieten würde. Es werden daher militärische Maß. nahmen zum Schutze der Insel gegen feindlichen Handstreich zu treffen sein. Welche Ausdehnung

Ec hat für nichts mehr Sinn, seitdem wir «ufere einzige Freude haben hingeben müssen.'

.Ich weiß eS', sagte ich traurig und drückte ihr teilnehmend die Hand, als fie mich verließ.

Der Kummer dieser beiden einfachen alten Leute war unaussprechlich rührend. Aber ich wie sollte ich »och länger diese beständige Aufregung ertragen? Die Mitwisseuschaft dieses entsetzlichen Geheimnisses drückte mich fast zu Boden. Durfte ich Eduard von diesem wunderbaren, so seltsam die Wahrhett ent­hüllenden Traume erzählen, von dieser über, irdischen Warnung, welche in den stillen Stunden der Nacht gekommen war, um den Schleier zu lüften, welcher vor der Welt nicht vor mir über Esthers schaurigem Ende lag?

Eduard wurde am nächsten Tage zmückerwartet. Eiu Bote brachte die Nachricht wenige Stunden nach Frau RotheS Weggange, und ich beschloß, so früh wie möglich nach dem allen Hause hiuaufzugeheu, um die erste z« sein, welche ihn bet seiner Aukaust empfing.

Ich wollte ihn anflehen, Hcydorf roch in derselben Stunde zu verlasse« und niemals wieder dahin zurück, znkehreu. Denn was konnte es ihm nützen, wenn et sich weigerte, den alten Schacht öffnen zu lassen? Pächter Rothe war ein Mann, der Ansehen und Einfluß im Dorfe genoß und dem es sicherlich früher oder später gelingen würde, von der Behörde die Erlaubnis zu einer Untersuchung zu erlangen. Seine Frau aber besaß einen entschlossenen Willen und schien mir tu der Liebe zu ihrem toten Kinde und unter der Einwirkung ihrer abergläubischen Vor­stellungen gefährlicher als der erfahrenste Kriminal­beamte. Ich wußte, fie würde «immer ruhen, bis sie der im Traume au fie ergangenen Aufforderung ge. folgt war.

Nach einer sorgenvollen, von unruhigem, oft unter­brochenem Schlummer begleiteten Nacht erwachte ich am nächsten Morgen mit dem Bewußtsein, daß eine schwere Ausgabe meiner wartete.

Eduard konnte erst gegen Abend ankommen; aber

diese Maßnahmen im Einzelnen nehmen werden, läßt sich noch nicht übersehen. Der Ein- und Ausfuhr­verkehr bet Insel ist auf 700 000 bis 800 000 Mark im Jahr zu veranschlagen. Die Gesamtein­nahmen beliefen sich 1889 auf 191542,45 Mark. Ein Grundbuch wird auf Helgoland nicht geführt, die Bewohner sind ausnahmslos lutherisch, unter ihnen befinden sich zehn wirklich Arme. Die Kommission zur Beratung einer Reform deS höheren Unterrichtswesens ist durch Zuschrift deS Ministers von Goßler auf den 4. Dezember nach Berlin berufen. Aus diesem Anlaß veröffentlichen eine Anzahl von Professoren in Leipzig eine Er­klärung, worin gesagt wird, daß die Vorbildung, welche die Studenten ans bett heutigen Gymnasien mitbringen, wenig geeignet sei, um als Grundlage für daS Studium der Naturwissenschaften und der Medizi» zu diene». Die Erlaubnis der Einfuhr von lebenden Schweinen aus den Mastanstalten Bielitz-Biela und Steinbruch ist nunmehr auch auf die Städte LandSberg a. W., Spremberg, Reichen­bach a. E , Strinau und Neurode ausgedehnt worden. Bayern, Württemberg, Baden und Sachsen be­antragen jetzt gemeinsam die Aufhebung der Vieh« sperre gegen Oesterreich im Bundesrat. Damit wird die schließliche Annahme de- Antrages ziemlich wahr- scheinlich. Entgegen der Petition deS Magistrat» und der Stadtverordneten von Königsberg beschloß, nach einem uns zugehenden Königsberger Telegramm, die Generalversammlung deS ostpreußischen landwirt­schaftlichen Zentralvereins, eine Petition an den Herr» Reichskanzler zu richten, dahingehend, daß das Vieheinfuhrverbot aufrechterhalten bleibe, weil der Landwirtschaft aus den gegenteiligen Bestrebungen der Städte und Jndustriebezirke Gefahr drohe. Der Weltpost - Kongreß tritt am 20. Mai 1891 in Wien zusammen. Die Reichsregierung hat durchgesetzt, daß die ameri­kanische Regierung ihren Konsul in Deutschland be­deutet hat, jene seien nicht befugt, von deutschen Geschäftsleuten bei der Deklaration von nach Nordamerika auszuführenden Waaren die Darlegung von Geschäftsgeheimnissen zu verlangen. DaS Ergebnis einer am letzten Donnerstag gepflogenen längeren Besprechung zwischen Sr. Maj. dem Kaiser, dem Geheimrat Dr. Kayser, Major v. Wißmann und Dr. Peters über Ostafrika ist, wie uns ge­meldet wird, das, daß Frhr. v. Sode» Gouverneur des beruhigten Teiles und Major v. Wißmann mit unbeschränkter Vollmacht für den noch nicht beruhigten Teil versehen wird. Die Schutzttuppe bleibt vorerst

ich würde gern zn einer früheren Nachmtttagsstnnde aufgebrochen fein, wenn ich nicht dnrch unerwartet eingetroffene Gäste verhindert gewesen wäre. Als ich endlich tn Begleitung nnferer Dienerin, welche ich ans Mamas Wunsch mituehmen mußte, ans dem Hanse ttat, war eS bereits dunkel geworden; nur erst schmal stand die Sichel des ersten Mondviertels am Himmel und beleuchtete die Gegend ringsumher mtt mattem Scheine.

Zwei Wege führten nach dem Gute hinauf. Der eine durchkreuzte jenes Feld, auf welchem Esther ermordet worden war und das ich seitdem mtt ängst, licher Scheu gemieden hatte, der andere lief nahe au dem Brunnenschächte vorüber.

Ich wählte deu letzteren. Aber ich schauderte, al» ich, von der Dienerin gefolgt, schnell dahinschritt, und warf furchtsame Blicke nach der Sette hin, wo eine knnstlose Umzäunung Vorübergehenden die gefährliche Stelle bezeichnete.

Wie viele glückliche Erinnerungen aus meiner Kindheit knüpften sich an diesen Platz! Wie oft waren wir, unter MawaS ängstlicher Warnung, nicht zu nahe an den Schacht zu treten, hierher gegangen, um uns Schlüsselblumen zu pflücken, welche hier tu Menge blüien! Und nun fettdem Eduards Ver. brechen feinen dunklen Schatten auf nufer Lebe« warf, fettdem der alle Brunnen die Beweise seiner furchtbaren Schuld umschloß, war auch dies ein Ort der Schreckens geworden!

,O, fort, nur fort!* dachte ich, meine Schritte beschleunigend, und sah unwillkürlich scheu zurück. Da ein gellender Schrei entfuhr meinen Lippen krampfhaft umklammerte ich des Mädchens Arm und deutete mit stummem Entsetzen auf eine vom Mond­licht geisterhaft beschienene Gestatt, welche sich langsam von dem Rande deS Brunnens löste.

Hanna schrie ans. ,O, Fräulein eS ist der Geist der jungen Frau Seldiug, ihr Geist! Sie sagen Alle, fie ginge um! Zu Hülse! Sie kommt auf «n» ,«! Zn Hülfe!' rief fie nnb fiel