M 155.
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. —
Illustriertes Sonntagsblatt.
Spedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
Erscheint tägllch «a|tr an Werkt as» nach Sonn« und Ariertagen. — Quartal»Abonnemeutr-Preir bei der Lrpe- KtiouS'/. SIL, Btt den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JniertionSgebühr für die gehaltene Zell- 10 Psg.» Reklamen für die Zeil« 25 Psg.
Marburg,
Donnerstag, 30. Oktober 1890.
Intrigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie die Annoneen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurta.M., Saffel, Magdeburg «.Men: Rudolf Moffe in Frankfurt a. M., Berlin.München u. Köln-®.g. Daube u. Lo. in Frankfurt <u SR., Berlin, Hannover, Paris.
XXV. Jahrgang.
Bestellungen für die Monate November md Dezember auf die Htztrßtss. ItitWg
nebst Kreisbkatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und
3ffu|triedes Sonntagsbfntf
werden von sämtlichen Postämtern und von unserer Expedition entgegen genommen.
In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Rindt Bestellungen entgegen.
Die Achtung vor -er Staatsgervatt
P eine der Grundbedingungen für die gedeihliche Entwicklung eines jeden Staatswesens, nie und nimmer wird ein Volk zur Blüte kommen, das nicht der Gewalt, welche an feiner Spitze steht, Achtung «tgegenbringt. Nicht der Gehorsam allein ist es, welcher ein Reich groß macht; wir haben in Rußland und in der Türkei beispielsweise einen unbedingten Gehorsam der Bürger gegen die Staats getoalt zu verzeichnen, und doch wird heute niemand lagen, daß jene Staaten die ersten in Europa sind. t6 gehört also mehr dazu, und das ist die aus der Erkenntnis der öffentlichen Verhältnisse entspringende Achtung, aus welcher sich wieder eine rege Teilnahme am öffentlichen Leben ergiebt. Weder Monarchie, noch Republik kann ohne diese Achtung Bestehen, die Republiken find sogar nach eifriger «lS die meisten Monarchieen, darauf bedacht, dieser Achtung den Charakter des Respekts zu geben, der intei allen Umständen aufrecht zu erhalten ist. Die llrfache hierfür ist einfach die, daß die Monarchie fast regelmäßig mit dem Volke verwachsen ist, mit dem ganzen Volke, daß sie über den Parteien steht, »ährend die republikanische Regierung fast stets Parteiregierung ist und dies ihrer ganzen Natur Ach auch sein muß. Der Achtung vor der Staats- zewalt gegenüber steht die Achtung der Volksrechte Barch die Staatsgewalt. Da» gute Einvernehmen zwischen dem Staate und seinen Bürgern fußt also ttf der gegenseitigen Achtung ihrer gesetzlich gewährleisteten Rechte, und wer sich über diese Rechte
(Nachdruck verboten.)
Im Ka«« -er Lüge.
Erzählung von D. Russell-
(Fortsetzung)
„eie würde unglücklich werden, Eduard; sie ist Ü jung für ihn, und ich fürchte, der Freiherr ist Ma guter Manu."
„Rein guter Manu I" lachte er höhnisch. „Nein, weine Liebe, er ist kein guter Mauu; aber um so Bester ist er dazu geeignet, in unsere hochachtbare Kamille elvzntretev. Laß Rose Ihn ruhig heiraten ttb sorge Dich dann nicht weiter um ihre Zukunft. TaS Dich selbst aubetrifft, so bin ich bereit, das Au« ttbieten, das ich Dir vor einiger Zeit gemacht, auf« recht zu erhalten; aber jede Einmischung in weine persönlichen Angelegenheiten mnß ich mir ganz entschieden »erbitten l*
»W;S ich Dir damals geantwortet habe', sagte >ch fest, .gilt auch heute noch! Ich werde nie etwas Bau Dir annehmen, nnd deshalb steht eS mir frei, dich, wie Du es nennst, in Deine Angelegenheiten Mznrnischen — Dich zu bitten, nein, von Dir' zu s»rdern, daß Du niemals wieder, weder Elsa Werneck dich ein anderes Mädchen, heiratest, denn Dein «den, das weißt Du, ist de« Gesetz verfallen!'
Einige Minuten lang stand Eduard schweigend Bi; dann begann er mit einem seltsamen Beben in seiner Stimme:
.Erinnerst Du Dich des Abends, Margarete, wo B Elsa Werneck znm ersten Male sah? Ich war Bereits an Esther gebunden und hatte sie bis dahin Mmer noch so ziemlich gern gehabt, — aber von **« Stande an habe ich sie gehaßt, weil fie zwischen Mr nnd dem einzigen Weibe stand, das ich jemals Beliebt! — Slanbst Du, daß ich mich über den Marafter dieser Mädchens täusche?' fuhr er nach «zer Pause fort. .Ich weiß, daß fie leichtsinnig Mb schlecht ist; eS giebt Augenblicke, wo ich sie ver- Bchte und verabscheue; und dennoch muß ich fie
hinwegsetzen will, der ist der strengsten Strafe schuldig, mag er nun an der Spitze des Staates stehen oder im Staube seine Straße ziehen. Doch wie die Dinge in unserer modernen Zeit liegen, hüten beide Teile sich weislich, außerhalb ter ihnen durch das Gesetz gezogenen Schranken hinauszutreten, die klare Einsicht sagt allen Teilen, daß nur zusammen Große- geleistet werden kann, während getrennt alle guten Vorsätze eben Vorsätze bleiben. In Deutschland wurzelt der monarchische Gedanke am festesten in ganz Europa, Deutschland hat auch keine Ursache, andere Staatsformen zu beneiden, denn wir sehen, daß es nirgends so ideal zugeht, wie sich manche Leute träumen lassen. Die deutsche Staat-- gemalt hat die Macht und die Kraft, jeden Verächter schonungslos zu vernichten, bewahrt sie Ruhe und Mäßigung, so geschieht das im Vollgefühl ihrer Kraft, in dem Bewußtsein, daß manches Wort, welches gesprochen wird, unüberlegt und ohne recht empfunden zu werden, über die Lippen hinausgeht. Die deutsche Reichsgewalt stützt sich auf das Recht, das gilt für den Kaiser, wie für den Bettler, da- keine Willkür zuläßt. Aber die Achtung ihrer selbst muß sie fordern, die muß auch das demsche Volk fordern, denn es zeugt von niedrigem Geiste, wenn Jemand die Macht nicht einmal achtet, deren Stärke ihm überhaupt erst gestattet, den Kopf hoch zu tragen, ein laute», vernehmbares Wort nach anderen Ländern zu sprechen. Kein Staat auf der Welt läßt an dieser Achtung rütteln, und nicht immer leitet im Au-lande das strenge, geschriebene Recht die Handlungsweise derer, welche die Macht in Händen haben, sehr häufig ist daS Verfahren weit summarischer, al- bei nnS. Pflicht der Nation ist es, darauf hinzuwirken, daß diese Achtung nicht erlischt, sondern sorgsam gehegt wird; denn wie kann eine Nation verlangen, daß die eigenen Volksrechte geachtet werden, wenn gegen fremde Rechte sich Widerspruch erhebt? Was dem einen Recht, soll dem anderen billig fein, so heißt es, und daran halten wir fest, gerade im Vollgefühl unseres Rechtes. Bis heute hat die Geschichte nicht bewiesen, kein Land hat es gezeigt, daß ein Staat durch Streit zwischen der Spitze nnd der Nation groß wurde, alle sind kläglich zu Grunde gegangen, in denen die Eintracht fehlte. Mißachtung der bestehenden Rechte führt nicht zur rechten Freiheit, sie führt zur Unterdrückung. Beweise hierfür brauchen wir nicht erst anzuführen, die Geschichte aller Zeiten bietet fie in Fülle.
Heben; — leidenschaftlich, wahnstnnig, zn meinem eigenen Verderben mnß ich fie lieben!'
Die ganze Tiefe seiner Leidenschaft sprach ans diesen wenigen geflüsterten Worten. Ich sah eS, ich hatte keine Macht über ihn; Elsa Werneck hatte ibn bezaubert und hielt ihn rettungslos in ihren Netzen ft ft.
.Und doch würde fie stch nicht um Dich kümmern, wenn Du arm und unbekannt wärest!' sagte ich hart.
.Du meinst, fie verlangt nach Hcydorf, nicht nach mir?' erwiderte er mit dem alten höhnischen Zug um die Lippen; .ich glaube, Du hast Recht! Aber ich verlange nach Ihr! Ich würde fie tot zu meinen Füßen ntederstrecken, wenn fie einem Andern äuge» hören wollte! Aber nein — nein! Mein erster Mord lastet schon schwer genug auf mir, als daß Ich noch einen zweiten begehen würde!'
Ein schmerzliches Stöhnen entrang sich seiner Brust. ,O, daß ich fie ungeschehen machen könnte, jene That des WahvstnnS und der Trunkenheit! Daß ich mich am Morgen erheben und am Abend zur Ruhe legen könnte, ohne jenes bleiche Geficht und die anklagenden Blicke bet alten Leute zu sehen! Jene Scene steht vor mir, Nacht für Nacht — Tag für Tag! Ich wünschte, Gott hätte mich sterben laffen, ehe Glück und Friede für immer an- meinem Leben schieden!'
.Eduard, mein armer Bruder!' flüsterte ich und legte zum ersten Male fett Esthers Tode meine Hand tu die seine.
.Du stehst, Grete', sagte er mit bitterrn Lachen, .daß Du mich um Hcydorf nicht zu beneiden brauchst. Ich habe eS theuer genug bezahlen müffeu! Ja, wenn ich die Erinnerung au die letzten Monate gleich einem schrecklichen Traume auS meinem Gedächtnis löschen und jene spukhaften Bilder, die mich ängstigen, von meinem Geiste verbannen könnte, so würde ich eS bester genießen können! Ich würde Elsa heiraten, würde ein neues Leben beginnen und ein guter Mensch fein. Was meinst Du dazu, Grete? Wenn ich die Eoguacflafche und alle anderen Tenfelsge.
Deutsches Reich.
Berlin, 28. Ottbr. König Leopold von Belgien ift am Dienstag Abend zum Besuche de- deutschen KaiserpaareS in Potsdam eingetroffen und im dortigen Stadtschloffe abgestiegen. Der Kaiser war auf dem Bahnhofe mit allen Prinzen anwesend, außerdem waren die Behörden und die Generalität zum Empfange zugegen. Die Begrüßung der beiden Monarchen war die herzlichste, nach Abschreiten der ausgestellten Ehrenkompagnien und Vorstellung des Gefolges erfolgte die Fahrt zum Schlöffe, wo die Kaiserin den Gast begrüßte. Kavallerie e-kortirte den Wagen der beiden Majestäten. Darauf fand im neuen Palais Galadiner und großer Zapfenstreich statt. Auch der Großfürst und die Großfürstin Wladimir von Rußland sind in Potsdam angekommen. Bei der Tafel brachte der Kaiser die Gesundheit seines hohen GasteS, der preußische Uniform trug, auS. König Leopold bleibt bis Donnerstag Abend in Potsdam. — Im Verlaufe des Tages hatte der Kaiser mit dem Kriegsminister, dem Chef der Admiralität und anderen militärischen Autoritäten konferiert und den Besuch des Großfürsten und der Großfürstin Wladimir von Rußland empfange». — Im Reichsamte deS Innern wurde vor kurzem eine Sachverständigen-Konferenz abgehalten zur Beratung über die Stellungnahme des Reichs zu den auf den internationalen Schutz von Patenten, Mustern und Marken bezüglichen Fragen. Durch die Konferenz ist die Au-sicht auf den Anschluß Deutschlands an die Union zum Schutze des gewerblichen Eigentums wesentlich gefördert worden. Bei den Verhandlungen wurden zwar mehrfach Be- derken gegen eine Reihe von Bestimmungen in dem Union-Verträge geäußert, von allen Seiten kam man aber, wie verlautet, zu dem Schlußergebniffe, daß eS im Interesse der deutschen Industrie wünschens- wert sei, der Union betzutretrn. Die hervorgetretenen Bedenken werden nun im Reichsamte des Innern weiteren Erwägungen unterzogen und die weiteren Schritte zum etwaigen Anschlüsse j an die Union bann vom Auswärtigen Amte eingeleitet werden. — Der vom „Reichsanzeiger' mitgeteilte Bericht des Generalkonsuls Michahelles über die Morde in Witu stützt sich auf die als Anlagen beigegebenen Aussagen des geretteten August Meuschel, des von dem englischen Konsularagenten in Lamu vernommenen Kurt Töppen und ferner auf die Uebersetzung eines Briefes deS Sultans von Witu an Herrn Pigott. Es ergiebt sich daraus nichts wesentlich Neues. Fest
schichten über Bord werfen könnte? Aber eS ist zu spät! Esthers Gestalt verfolgt mich, wohin ich gehe, nnd nm im Trünke und in der Liebe allein giebt es Vergesse» für mich!'
Ich ergriff noch einmal seine Hand und versuchte, ihn zn trösten, indem ich von GotteS Güte und seinem Ec barmen mit den Sündern sprach; aber die Worte erstorben ans meinen Lippen.
.Predige nicht!' sagte er rauh, ,Dn, die mich der einzigen Freude berauben will, welche mir daS Leben noch bietet, damit Du einst au meine Stelle treten und wiedererlaugen kannst, was Du Deine Rechte nennst!*
.Um RoseS willen —• begann ich.
«Nein, nm Margaretes willen!' unterbrach mich Ednmd. .Sprich die Wahrhett, meine Hebe Grete, dem Teufel zum Trotz! Diese ganze lange Unter« rednng ist in Fräulein Margarete SeldtngS eigenem Interesse gewesen. Sie, düse liebevolle Schwester, benlt, daß mich Trunksucht und Gewissensangst in kürzester Zeit zu Grunde richten werden, nnd wünscht natürlich nicht, daß ich neue süße Baude knüpfe und dadurch ihre Aussichten für die Zukunft zerstöre.'
„Sei eS so", sagte ich. „Ich werde jetzt gehen und Dich Deinem eigenen Gewissen überlassen. Du weißt so gut wie ich eS weiß, daß Du aus zweifachem Grunde nicht heiraten darfst; aber ich will nichts mehr darüber sagen." Und ich wandte mich, am ihn zu verlassen.
„ßebe wohl deuu!" sagte Eduard spöttisch, vergiß indessen nicht, daß ich jetzt noch nicht verheiratet bin. Du weißt doch: . Zwischen Lipp' und KelcheSrand—" und so Wetter; höchstwahrscheinlich werde ich mtr die Sache ganz au» dem Sinne schlagen!" Lachend ging er davon, »ad ich kehrte nach Hanse zmück mit dem eutmntigende» Gefühl, daß ich nichts erreicht hatte nab daß eine stärkere Macht als die «eine Sdnards Willen in Bande« hielt.
steht, baß Küntzel toiber Willen des Sultan- an bie Errichtung einer Sagemühle ging, baß sodann der Sultan die dort beschäftigten Deutschen nach Witu führen und entwaffnen ließ, und baß, als Küntzel selbst erschien» um bie Freilassung seiner Gefährten zu erreichen, er unvorsichtigerweise sehr h ftig und laut gewesen ist. Bei dem von Küntzel angeführten Fluchtversuch haben die Deutschen erst gefeuert, nachdem die verfolgenden Askari des Sultans damit den Anfang gemacht. Der Sultan selbst behauptet, er habe keine Blutthat gewollt, aber seine Leute, erbittert über den Tod ihrer erschossenen Kameraden, seien nicht mehr zu halten gewesen. Die fanatisierte Volksmenge wandte sich dann mordend und brennend gegen alle europäischen Niederlassungen, die sie erreichen konnte. Auf dem ganzen Festlande an der Mandabucht herrscht zur Zeit wie der Bericht sagt, offene Feindseligkeit gegen alle- Europäische.
— Zu den hohen Fleischpreisen schreibt der „Reichsanzeiger: .Notorisch war das Ergebnis der Ernte in Süddeutschland im Jahre 1888, in Nord» beutschland im Jahre 1889 ein recht bürstiges, insbesondere bezüglich der Futtermittel. Die notwendige Folge trat darin zur Erscheinung, daß die Landwirte ihre Viehbestände verringern mußten. DaS Angebot von Schlachttieren wuchs daher auf ben Märkten und drückte die Fleischpreise bis Mitte des vorigen Jahres herunter. Dann kam der Rückschlag. AuS den reduzierten Viehbeständen konnte Schlachtvieh nicht mehr in dem bisherigen Maße abgegeben werden, und machte sich dies bezüglich der Schweinezufuhr um so mehr bemerklich, als die Schweinebestände in den beiden letzten Jahren durch die Rotlaufseuche in vielen Gegenden außerordentlich starke Verluste erlitten hatten. Als nun im laufenden Jahre die Ernte einen reichen Ertrag in Aussicht stellte und auch brachte, suchten die Landwirte ihre Viehbestände zur Verwertung der in außergewöhnlichen Mengen gewonnenen Futtermittel zu erhalten und zu vermehren. Daraus erklärt sich der bisher zunehmende Mangel an Angebot von Schlachtware, wie andererseits auch notwendig daraus gefolgert werden muß, daß da» Angebot sich stark vermehren und einen Rückgang der Fleischpreise herbeiführen wird, sobald die ausgestellten Masttiere, Rinder, Schweine und Schafe die Mastreife erreicht haben werden. In den Deutschland benachbarten Ländern haben übrigens ähnliche Verhältniffe im lausenden Jahre gleichfalls sehr erhebliche Preissteigerungen hervorgebracht und somit die Zufuhr von ausländischer Schlachtware und ausländischem Fleisch
Eiunndzwanzigste» Kapitel.
3m Geheime«.
ES war bald Im ganze« Dorfe bekannt, daß der Freiherr von Wittelsberg sich nm Rose bewarb, und schon am nächsten Tage nach meiner Unterrednug mtt Eduard kam Fran Doktor Sappmann zu uuS herüber, um im Voraus ihren Glückwunsch avzubriugeu.
»Ich bin sehr erfreut, Fräulein Margarete', begann fie sogleich, .daß stch Ihrer Schwester so gute Aussichten biete«. Weuu et« älterer Mann einem junge« Mädchen solche Aufmerksamkeiten erweist, hat er sicherlich ernste Absichten; ich wußte sogleich Bescheid, als ich sah, daß setu Pferd eine volle Stunde vor Ihrem Hause aus und ab geführt würbe.'
.Aber, Hebe Fra« Doktor', erwiderte ich, .er ist ein alter Freund unseres Vaters, — wie natürlich, daß er ans besucht.'
.Nein, nein, meine Liebe, bas ist es nicht allein! Wir Alle wissen, daß der Baron sich nach einer Fran vmfieht, weil er einen Erden braucht, nnd er ist klng genug, ein hübsches Mädchen zu wählen. Allerdings erzählt man sich einige schlimme Geschichten von ihm, noch anS der Zeit der atmen Fran von Wittelsberg, aber daran mnß man jetzt nicht rühren. ES ist jedenfalls eine großartige Partie für Fräulein Rose, und ich könnte eS ihr gar nicht verdenken, wenn fie ihre« Kopf sehr hoch ttüge.'
«Er ist viel zn alt für Rose', wehrte ich «och einmal ab.
.Alt genug, um ihr Vater ,n fein', erwiderte Frau Sappmann. ,3a, meine Liebe, baS ist wahr; aber ein Mädchen, baS kein Verwögen hat, darf nicht zn wählerisch sein. Da ist Elsa, sehen Vie, welche ttotz ihre» hübschen Gesichts noch immer vergeblich wartet; and Sie selbst» Fräulein Margarete. 3ch hatte gehofft, Ihr Letter, Werner von GarSthal, würde Sie heimführe«, — aber eS scheint, als würde «ich» daran» werde«?'
.Nein, daran» wirb «icht»', bestätigte ich ruhig.