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wie in so vielen Auslandsstaaten, wo die eine Partei die Behörden in den Himmel hebt, die andere sie grundschlecht macht. Die Verwaltung ist auch ehrlic; und sparsam, viel sparsamer, als z. B. in den großen Republiken Frankreich und Nordamerika, wo kein Fürst eine Zivilliste bezieht, aber die siegende Partei den ämtergierigen Anhängern durch die Einkünfte fetter Posten die Taschen füllt. Bei unS fehlt auch das entsetzliche Protektionswesen, wie eS in den meisten fremden Staaten sich breit macht, wer nichts leistet, der wird nie dauernd in Amt und Würden stehen. Das sind Thatsachen, die sich nicht fortleugnen lassen, die aber als so selbstverständlich angesehen werden, daß davon kaum die Rede ist. Um so greller werden aber die Schattenseiten in Deutschland hervorgrhoben, weil angeblich au- der Fremde viel Licht zu uns herüberblinkt. Mancher, der den heimischen Boden nicht schätzte, hat den Wanderstab ins Ausland gesetzt, hat dort eS schlimmer, nicht bester gesunden. Ein Staat-Wesen, in welchem ein jeder machen kann, was ihm beliebt, giebt eS auf der ganzen Erde nicht, »nb wird eS auch nie geben. Deutschland bietet heute allen Bürgern gleiche Rechte, eS hat seinen Bürgern schon Rechte verliehen, um die in anderen Staaten noch heftige Kämpfe bestehen. Nicht nach sind wir, sondern wir stehen mit voran.
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Bestellungen für die Monate November md Dezemb er auf die MrrH«ss. Z-itrmg nebst Areisökatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und
Mutiertes SonntagsBfatt »erden von sämtlichen Postämtern und von unserer Expedition entgegen genommen.
GEk* * Die Nr. 44 unseres „Illustrierten ConntagSblattes" enthält ein wohlgelungenes Bild des General Feldmarschall Graf von Moltke. Neuzugehende Abonnenten erhalten dieses soweit der Borrat reicht nachgeliefert.
In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Rindt Bestellungen entgegen.
Deutsches Recht.
Bei Gelegenheit der Aufhebung des Sozialisten- -esetzes ist auch vielfach erörtert worden, wie weit «u-gedehnt in den einzelnen großen Industriestaaten die Befugnisse der Polizei resp. der richterlichen Be
hörden gegenüber Ausschreitungen find. Es wird »ft gesagt, aber mit Unrecht, daß in Deutschland die Polizei die weitesten Befugnisse habe. Die Dinge siegen aber wesentlich anders, und in anderen ktaaten sind den Behörden ganz andere Befugnisse «och gegeben, als in Deutschland, und der einzige Unterschied ist höchsten- der, daß der Name ein «oberer ist. Ein sprechender Beweis dafür sind die Worte des Abg. Liebknecht bei feiner Rückkehr auS bru Bereinigten Staaten von Nordamerika, wo er täte Anzahl Vorträge hatte halten wollen: .Hier ist eS noch zehnmal schlimmer mit der Polizei wie in Europa!' ES wird immer gesagt, die Vereinigten Staaten seien daS Land der Freiheit, und in der khat wird der Einzelne auch so wenig wie möglich belästigt, so lange er hübsch .artig ist." Die ameri- bmischen Behörden haben aber allen Tumultonten -rgenüber so weitgehende Vollmachten, sie verstehen hie Beseitigung von allem, war ihnen nicht paßt, h gut, daß Liebknechts Worte wohl berechtigt waren.
(Nachdruck verboten.)
I« -arm der Lüge.
Erzählung von D. Russell- (Fortsetzung.)
Flüchtig war die Befürchtung in mir aufgetaucht 1k könne eine Ahnung von Eduards Verbrechen haben, *6ti ich hatte den Gedanken sogleich wieder verworfen; «e sicherlich würde ich die Erste gewesen sein, der sie ihre Betmtdnngen mitgeteilt hätte.
Sin Zufall sollte mir am nächsten Tage den «und ihres veränderten Wesens offenbaren. Eie M wie gewöhnlich am Fenster; ich beobachtete im stillen ihre Gesicht, das jetzt immer so blaß war, ttb sah, wie bei dem Klange der Glocke draußen Kötzlich ein lebhaftes Rot über ihre Wangen huschte.
»Da kommt unser würdiger Pfarrer', sagte sie Jrtt scheinbarer Gleichgültigkeit; .vielleicht wird uns He Ehre seines Besuches zu Teil. Das ist sein Klingeln l* Eie eilte an btt Thür, lauschte nnb trat •ttn vor den Spiegel, nm ihr schönes Helles Haar M orbuen.
Man hörte Stimmen unten ans de« Flur und leib daraus trat bas Mädchen ein.
»Sine Empfehlung vom Herrn Pfarrer nnb er M sich erkundigen, wie er Fräulein Margret geht', Mtlbtte sie.
e »Führe Herrn Falk in bi» Wohnzimmer', sagte «fr hastig, .nnb bitte ihn, einen Sngenblick ,u karten; ich werbe gleich unten sein.'
»Aber er ist schon wieder fort, Fräulein', er« •wette Hanna. »Er fragte nur nach Fräulein Rorgret, nnb als er hörte, daß Eie bei ihr wären, •eilte er nicht hereivkommeo.'
»VS ist gut. Schließe die Thüre!* rief Rose setf, und bann wandte sie sich um uud ich sah ooro, Schmerz und Enttäuschung auf ihrem Gesicht »schrieben.
- »War bedeutet das, Rose?' fragte ich; »hast Du Hch mit Herr» Falk gezankt?*
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. Die Zeitungen können zetern und schimpfen so viel sie wollen, werden aber gewisse Dinge zur praktischen Ausführung anscheinend gebracht, dann wird auch rücksichtslos dazwischen gefahren. In England liegen die Dinge ähnlich; das englische Gesetz giebt
1 dem Richter große Rechte, und die abfälligen Urteile, welche in Deutschland harmlos über manche richterliche Entscheidungen geäußert werden, würden in England ohne weiteres zu einer Verurteilung wegen »Mißachtung des Gerichte-' führen. Vieles ist nur rein äußerlich „freier', wie in Deutschland, hat man sich doch in England noch nicht einmal zum allgemeinen Wahlrecht aufgeschwungen, das in Deutschland rin Bierieljahrhundert besteht. Der Franzose, der so gern mit seiner republikanischen „Siberts" prahlt, ist in Wahrheit streng nach .polizeilichen Vorschriften' erzogen, und läßt sich von der Polizei ganz andere Dinge gefallen, wie der Deutsche. Die Pariser Polizei läßt .fünf eine gerade Zahl sein", so lange nicht die Macht der den Staat leitenden Kreise infrage kommt. In solchen Fällen nimmt sie aber auch nicht die mindeste Rücksicht, und um das geschriebene Gesetz bekümmert sie sich blutwenig. Die Bevormundung ist in Frankreich auch in der Verwaltung in einem sehr hohen Maße vertreten, und Wohlthaten und Vergünstigungen werden sorgsam abgewogen nach der politischen Ansicht, gerade wie in den Bereinigten Staaten von Nordamerika. Als das freieste Land Europas gilt die Schweiz Welches schreckliche Zopfwesen nodb in der Conlons- wirtschaft herrscht, davon läßt sich der Nichtschweizer nichts träumen, uud noch weniger davon, daß Aemtergier und Kastenstolz dort sich noch recht stark breit machen. Daß die belgische Verfassung eine solche für die reichen Leute ist, ist bekannt, und auch Oesterreich-Ungarn und Italien haben nicht so weitgehende Freiheiten, daß ihre Bewohner machen könnten, was sie wollten.
'Daß int deutschen Reiche alles mustergiltig und tadellos ist, das sagt niemand, aber wenn wir bessern wollen, haben wir keinen Anlaß, zu sagen, daß in anderen Ländern alles gut, bei uns alles schlecht ist. Die Dinge sehen von weitem ganz ander- sich an, als in der Nähe, und wer nicht weiß, wie die Tafel draußen besetzt ist, soll die heimische Kost nicht verachten. Im deutschen Reiche haben wir vor allen Dingen eine wahrhaft unparteiische Justiz, zu welcher jedem der Weg offen steht, der nicht durch allerlei Formenkram entsetzlich erschwert ist, wie z. B. in England. Die deutschen Verwaltungen sind nicht abhängig vom Haß oder der Gunst der Parteien,
Sie ging aufgeregt int Zimmer anf nnb ab nnb sagte ärgerlich:
»Er ist ein Starr 1 Ich bi» gang bereit, wünsche sogar sehr, tn Freundschaft, mit ihm zn leben, nnb nnn, weil ich ihm gesagt, vir seien Selbe zu arm, um einanber anzugehören, will er nichts mehr mit mir zu ihn» haben!' WM y***'*
»So hast Du ihn zurückgewiesen, Rose?" fragte ich vorwurfsvoll.
»34 wollte gar oicht, baß er mir einen Antrag «achte, nnb habe ihm bas hundertmal zu verstehen gegeben, aber er läßt mir unr die Wahl, entweder ein schönes Einkommen von einigen hundert Thaleru — ich weiß nicht mal, wie viel e8 ist — mit ihm z» teilen, ober der unschätzbaren Vorzuges feiner Frenubschast nnb Beachtung verlustig zu geben. .Ich bin kein Thor', sagte er mir, „nub meine eS zu ernst mit meiner Liebe, nm ein Spiel bamit zu treiben.* Und als ich ihn am nächsten Tage traf nnb ihn fragte, weshalb er nicht zu uns käme— denn er war wirklich sehr freundlich gewesen in jener schrecklichen Nacht, wo die arme Esther ermordet wurde —, erwiderte er anf meine artige Einladung: .Fräulein Rose, es wird besser für mich sein, Eie nicht wieder zu sehen. Ich will versuchen, den Frieden zurück,u. gewinnen, den Sie mir geraubt habe».* — Iß baS nicht lächerlich?'
»Du weißt, daß el bei nicht ist, Rose. O, ich habe immer gefürchtet, er könnte Dich lieb gewinnen! Sein Sinn ist viel zu ernst für Dich, die nnr darauf bedacht ist, sich zu amüfiren.*
»Wie kannst Du da» wissen?' sagte Rose ent. rüstet. »Mich amfiftren! ES ist recht dazu ange. than, sich zn amüfiren, wenn man so unfreundlich ^handelt wird, wie Herr Falk S mit mir gethan! Bber er hat nichts zu fürchten', fügte sie bittet hinzu. »Durch mich soll weder sein Seelenfrieden gestört, »och feine kärgliche Einnahme geschmälert werden. — Erinnerst Du Dich noch bei Freiherru von Witte», berg, Margarete?'
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Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
Marburg, BgSÄÄt.eÄUSS '"''»ÄMSh,?»* Sonnabend, 25. Oktober 1890. I»u» Jahrgang. 1U Pfg., ÄtnameÄ für Die Beile » Psg. '___________Daube u. io. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Haris.
Deutsches Reich.
Berlin, 23. Oktober. Am Mittwoch, dem Geburtstage der Kaiserin haben der Magistrat und die Stadtverordneten von Charlottenburg den schönen Platz an der Ecke des Zoologischen Garten-, der Hardenberg-Straße und des Kurfürsten- dammeS zum Bau der Kaiser Wilhelm Gedächt- nißkirche bestimmt. — Der Bundesrat stimmte in seiner heutigen Plenarsitzung dem Entwürfe einer Verordnung, betreffend die Konsulargerichtsbarkeit auf Samoa zu. — Die Zusammenkunft zwischen v. Caprivi und Crispi findet zwischen dem fünften und neunten November in Mailand statt. Auf der Reise dorthin wird v. Caprivi München be rühren. — Der „Reichsanzeiger" bringt einen längeren Artikel über die hervorragende Thäiigkeit der Staatsbahn-Verwaltung betreffs der Entwickelung des täglichen Verkehrs der Arbeiterbevölkerung zwischen ihren Wohnstätten und den großen Verkehr-centren. Es sind danach im Jahre 1889 für Arbeiter Tage-- und Wochen - Rückfahrtskarten für Berlin, Breslau, Frankfurt am Main, Hannover, Hamburg, Köln und anderen Hauptceniren, de-gleichen für die größeren industriellen Plätze de- Rheinisch.
.Gewiß', antwortete ich. „Seine Fran starb ge» rade zwei Monate vor Papa! Tobe, nnb fetibem ist er, glaube ich, immer abwesend. Wie kommst Du darauf?*
»Weil er nach feiner Rückkehr von England hier gewesen ist", entgegnete Rose mit lebhaftem Erröten. »Du hießest Dich damals in Gellenhäm anf, Mama war krank, nnb so mußte ich ihn empfangen."
»ES ist nnr natürlich, daß er Mama hier aufsuchte. Er kannte Papa so genau, und die Nachricht von seinem Tode wird ihn sehr erschreckt haben, aber, Rose", sagte ich lächelnd, „Du bist so sonderbar — was mag nnr diese feierliche Einleitung bezwecken? Baron Georg besitzt keinen Sohu — hat er etwa einen Neffen aus Wittelsberg mitgebracht ober einen jungen Freu b, bet Dir zum Opfer gefallen ist?'
* »Sprich nicht solchen Unsinn, Margarete! Nein, et hat keinen Sohn, nnr ein paar langwellige Töchter — ober fein jährliches Einkommen repräsentiert ein Vermögen.'
.Was hast Du ober bamit zu schaffen, Rose? Er ist ein alter Manu.'
»Et ist durchaus nicht alt*, sagte Rose ungeduldig, »vielleicht höchstens fünfzig Jahre. Was thnt das auch zur Sache? Wir können nicht Alle nng, hübsch und bezaubernd fein. Er ist reich, und ml ist die Hauptsache, meine Liebe. Es ist sein einziger wirklicher Vorzug; nur weiß er es nicht, ber tme Manu. Er ist eingebildet genug, zu glauben, baß ein Mädchen ihn ans Liebe heiraten könne, nnb venu er solch ein Thor ist, würde eS grausam sein, hu zu enttäuschen.'
.Rose", sagte ich sehr erschrocken, „Du kannst doch unmöglich im Ernst daran beulen, ihn heiraten i n vollen?"
„Gewiß Ihne ich das", erviberte sie, ben Kopf wegwenbeud; „keinen Augenblick werbe ich mich be, innen. Glaubst Du, baß ich btefe elende Lebens, weise — in einer Hütte mit einer einzigen Dienerin! — noch länger fortführeu möchte? Mr könnten ganz
Westfälischen, des Saarbrückener und deS Oberschlesischen und Waldenburger Kohlenreviers eingeführt worden. In dem genannten Jahre wurden auf die Arbeiterkarten 12 Millionen Fahrten — etwa 6*/i Prozent aller Fahrten auSgeführt, wovon auf Berlin allein 6V» Millionen entfallen. Sonach brauche die preußische Verwaltung auch auf diesem Gebiete den Vergleich mit anderen Ländern nicht zu scheuen. — Dasselbe Blatt schreibt: Nach der Statistik des Reich-gesundheit-amtS für das zweite Vierteljahr 1890 hatte die Maul- und Klauenseuche weiter zugenommen. Die größte räumliche Verbreitung erlangt: die Seuche in den Regierungsbezirken BreSlau, Posen, Liegnitz, Arnsberg und im Schwarzwaldkreise. Frei waren Ende Juni Pommern, Schleswig-Holstein, beide Mecklenburg, Oldenburg, Altenburg, Koburg-Gotha, Anhalt, beide Schwarzburg, Waldeck, beide Reuß, Schaumburg - Lippe, Lübeck, Bremen und Hamburg. — Den preußischen Eisenbahnräten soll eine wichtige Tarifmaßregel zur Begutachtung vorgelegt werden. ES handelt sich um Begutachtung der Frage, ob eS im öffentlichen Jntercfse liege, wenn die am 1. Januar eingeführten Ausnahme - Frachtsätze für Düngemittel, Rüben, Kartoffeln künftig auch auf Artikel des Bergbaues nämlich Stückkohlen, KokeS, Braunkohlen, Brennholz, Torf, Erze und Kalksteine ausgedehnt würden. Ferner wird die Frage zur Begutachtung vorgelegt werden, ob ein öffentliches BerkehrSbedürfniS dafür besteht, daß für Eisenerze Frachtermäßigungen gewährt werden, welche über die für Brennstoffe, Erze und Kalksteine in Aussicht genommenen allgemeinen Ermäßigungen hinausgehen. — Die vier geplanten Kohlen • Verkauf! - Bereinigungen für die Reviere Bochum, Gelsenkirchen, Esten a. d. R. und Mühlheim a. d. R. scheinen doch nicht zustande zu kon-pen. Die eifrigsten Beratungen und Beschlüsse der für die einzelnen Gründungen erwählten Ausschüsse unter sich und mit Beauftragten des schon bestehenden Dortmund» Kohlen- Verkaufs - Vereins scheitern immer wieder an dem Beharren einzelner Zechenverwaltungen bei dem Entschlüsse, daß sie niemals auf Befehl der Vereinigung, bezw. des für dieselben erwählten Vorstandes ihre Förderungen einschränken bezw. untre Umständen ganz einstellen würden. Hiernach scheint es also — und wir möchten eS wünschen —, daß die „Kohlen- Ringe' nur ein schöner Gedanke bleiben werden. Die Verbraucher hätten alle Ursache, mit dem Nichtzustandekommen der Kohlen Verkaufs-Vereine zufrieden zu fein. Denn daß die Begründung für die Bil-
anberS dastehen, wenn man nnS nicht nm nnfer Erbteil betrogen hätte. Wie bie Dinge mm einmal liegen, Hobe ich mein Bester gethan, biefen stattlichen Wittwer zn bezaubern, nnb ba er eine so gute Meinung von sich Hot, ist el mir nicht schwer geworben, ihn von meiner Neigung zu überzeugen."
„O, Rose, Stofe!"
„Bei nicht so schwerfällig, Margarete I Dutzende von Mädchen würben stolz darauf fein, dem Freiherr» Georg von Wittelsberg mit feinem großen Einkommen nnb schönen Park ihre Hand zu reichen, wenn sie auch biefe beiben dummen Mädchen mit in den Kans nehmen müßten. Demnächst hofft er onch, als Vertreter bei alten nnb befestigten Grunbdefitzel zum Herrenhaus präsentiert zu werben — was kam man mehr verlangen?"
»So hast Dn ihn bereits angenommen?"
„Noch hot er mich nicht gefragt, aber et wirb es hm. Die unglückliche Geschichte mit Esther kam bozwischen."
„Hub — boch liebst Dn Georg Folk?"
„Wer sagt eS, daß ich ihn liebe ?" rief Rose heftig. „Erwartet er, baß ich anf ben flnieen vor ihm liege? Ich bin keinl von Snern demütigen Laudmäbcheu. Zuweilen, früher — habe ich wohl gebucht —" Sie tockte.
,.O, Stofe, heirate Niemanben all ihn!" rief ich lehend. „Was soll aus Dir werben, wem Dn zu pät Deine wahren Gefühle entdeckst? Er ist gut; er meint eS ehrlich nnb liebt Dich wahr; ist das nicht viel mehr wert all eine glänzende Partie mit einem ungeliebten, vielleicht verhaßten Manne an Deiner Sette?"
„Meine beiden Georgi!" fagte Stofe in ihrer athrifchen Weise. «Liebste Margarete, ich bilde mir o gar nicht ein, daß ich wirklich Aussicht anf Einen von ihnen Hobe; Dn brauchst Dich also noch nicht zu beunruhigen." Und lachend verließ sie dar Zimmer md ging singend die Treppe hinab.
(Fortsetzung folgt)