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Urftei« täglich« ea Werktage» «ach Sonn, und Feiertagen. Quartal-Abonnements« Preis bei der Erpe- dition 2'/, DU, Bet tat Postämtern 2 ML bO Pfg. (erfL Bestellgeld). J«ferttou»gÄühr für die gefpaltene Zeil» 10 Pfg., Reklame» für dir Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Dienstag, 7. Oktober 1890.

Lnjeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haafenstein und Bögler in Frankfmt a. M., U^el, Magdeburg u. Wien; Rudolf XIV ^aKraaUL Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Mn;L ^ui^guun.

Laube u. Lo. in Frankfurt <u M., Berlin, Hannover, Paris.

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Bestellungen für das 4. Quartal auf die

nebst UreisBfatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und

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Mu^triertes Sonntagsbfatt »erden noch von sämtlichen Postämtern und »on unserer Expedition entgegengenommen.

In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Rindt Befiellungeu entgegen.

(Die Exped der Oberh. Zettg.

Crispin Versuch««g.

In den fianzösischen Politikern regte sich jetzt ernstlich der Gedanke, die Isolierung Frankreichs, durch die Gründung des großen Friedens-

>es herbrigeführt ist, zu beseitigen. Noch nie so viele verliebte Blicke von Paris nach Peters- geworfen, wie in diesem Jahre, noch nie sind Zaren so viele Schmeicheleien gesagt, und jeder e, der sich in Frankreich nur sehen läßt, wird Behörden und Bevölkerung gefeiert, als ob er Fürst wäre Aber alle Wünsche, alle Bitten, versteckten Anspielungen haben nicht das Mindest« Isen; der autokratische Zar will Frankreich wohl günstigen Moment benutzen, aber mit den Re- lkanern an der Seine ein Bündnis zu schließen, sällt ihm nicht ein: Alexander HL läßt die zoscn ruhig winseln und schmeicheln und wartet Diese Zurückhaltung hat die Franzosen arg nkt, aber da sie die Thatsache nicht ändern iröntn, würgen sie die bitteren Gefühle tapfer hinab, lobhudeln weiter und sehen sich mittlerweile um, «b sie nicht sonst wo einen guten Freund zu er- ßattern vermögen. Einen Augenblick hat man an Ugland gedacht, aber mit John Bull ist nichts Mzufangrn. Die britische Okkupation von Egypten >irgt den Herren in Paris noch immer wie Blei im Magen, und in London geschieht nichts, die Magen- Mschwerden zu beseitigen. Es ist also mit Groß tritannien nichts anzufangen. Bleibt noch Italien! Erdings hat sich dis von Frankreichbefreite" «and gegen seinenedelmütigen Wohllhäter' so

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(Nachdruck verboten.)

176

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ndung:

adieu» ia.

so.

Juli** (IS»

Se­er-

Im Pa«« -er Lüge.

K Erzählung von D. Russell-

(Fortsetzung)

Siebentes Kapitel.

Auf dem Gutshofe.

Schließlich ließ ich mich dennoch bestimme», bei * WerneckS Besuch ans dem Gute die Ehreudame 1 Mele». Eduard wandte sich mtt seinem Anliegen 1 Mama und sie überredete mich.

^Versuche doch, ihm freundlich zu begegnen, lieber sagte fie.Manchmal will eS mir scheine», 8 hätte Dei» Vater seine allzu große Strenge bei *t traurige» Gelegeohett, wo Edvard aus dem d^e wußte, bereut."

«bet Elsa Werueck gefällt mir gar nicht, Mama', ich.

Eduard scheint ste aber zu lirbeu. Vielleicht heiratet sie, uud bann müssen auch wir uv» bemühe», fie ® r» gewinne»', sagte Mama sauft.ES wäre huschens wert, wem» er eiu geordneter Leben So ging ich dem» hin alleiu, den» Rose es abgelehnt, mich zu begleite». Bor Licht T* 1 Zeit war eiu junger, gut auSsrheuder Pfarrer «S Dorf gekommen, und Rose hatte zu meiner

Belustigung plötzlich ei» lebhafter Jatenffe 1 wemeiudeaagelegeuhetteu bekomme».

8a Nachmittag deS Tages, wo ich auf dar Gut wollte fie tu seiner Begleüuug einige Kranke«.

"fte im Dorfe mache».

?FalS Gesellschaft ist well besser als Elsa Werueck', J* ste. .Ich bemitleide Dich, arme Margarete, ? auch nicht genug, »m DK einen Tansch auzu- **> Nein, so langweilig wie eine Fran kann doch '«an» nie sei», ich gehe mtt Herrn Falk." . «ett unserem Umzuge war ich nicht wieder tu dem

Hanse gewesen, und eiu seltsame» Gefühl be.

undonkbar, wie nur möglich benommen, es hat nicht nur einen Zollkrieg mit Frankreich geführt, sondern auch, das war daS Schlimmste, mit Deutschland ein Bündnis geschlossen. Das war alles schrecklich. Aber dem reuigen Sünder, so sagt man heute in Paris, kann Gnade für Recht geschehen, Frankreich will alles vergessen, wenn Italien von dem schnöden FriedenSbunde zurücktritt, und mit seinem alten Freunde durch Tick und Dünn geht. Daß Worte wohlfeil find und Italien nicht verlocken werden, mit seiner bisherigen Politik zu brechen, weiß man aber auch in Paris, und so geht man denn etwa- weiter. Dem Ministerpräsidenten Erispi, der sonst den ftanzöfischen Zeitungen noch velhaßter war, als Fürst Bismarck, wird jetzt im süßen Tone ansge- führt, wie schön eS doch sein werde, wenn Frank- reich und Italien int mittelländischen Meere reine Bahn mochten und die Engländer zum Tempel hinaustrieben. Beide Staaten gemeinsam könnten alles vollbringen, und wenn Italien mit einem Freundschaftsbeweis gedient sei, nun, da sei Tripolis! Wenn Italien zugreife, unter gewissen Voraussetzungen natürlich, so werde Frankreich keine Silbe sagen. So wurden die schönsten Pläne entworfen, daneben mächtig auf den Dreibund geschimpft, in welchem Italien nur eine Hausknechtsrolle spiele, von der es sich emanzipieren müsse. Alles war im besten Zug, die optimistischen Diplomaten in Paris zweifelten schon gar nicht mehr daran, daß Herr Erispi ihren Verlockungen nachkommen werde, daint schönsten Moment, war der Traum auch zu End'." Herr Erispi sagte einem Pariser Interviewer, der auf den Busch klopfen wollte, höflich, aber deutlich, man möge sich in Paris keine Mühe geben, ihn zum Verlassen des bisherigen Weges zu bewegen, auch sei er für gute Ratschläge etwas zu alt. Er wünsche Frankreich daS Schönste und Beste, im übrigen aber werde Italien selbst für seine Interessen sorgen. DaS war der langen Rede kurzer Sinn, eS war also mal wieder nichts. Achtundvierzig Stunden waren die Pariser Zeitungen perplex; eine solche bündige Absage? DaS hatte man nicht erwartet. Nun ist aber der erste Eindruck überwunden, und Herr Erispi wird für den verruchtesten aller Europäer mit einem so helligen Zorn erklärt, daß eS wirklich wahr sein muß. Auch die Hetze gegen die ganze italienische Politik beginnt von Neuem und frisch und froh wird behauptet, daß Italien der Türkei Tripolis sortnehmen wolle, und Deutschland er­muntere eS dazu. In diesem Tone geht es weiter. Diese Komödie mit ernstem Hintergrund beweist nicht

schlich wich, als ich es jetzt betrat Dasselbe »nd doch nicht dasselbe I Ich sah die alten Möbel, den Tisch, an dem mein guter Vater so ost gesesse», und da» Schreibzeug darauf, daS er stets benutzte. Uud doch schien mir alles ander» die Stuben sahen so öde nnd düster an»! Ich setzte mich nieder, stützte den Kopf in die Hand and hing ttüben Gedanken »ach, btS mich laute Stimmen auf dem Flur aus meinem Stauen weckte» und gleich darauf Frau Kappmauo, gefolgt vou meinem Bruder und Elsa, tu da» Zimmer ttateu.

Die DoktorSftau war von ihrer schöne» Nichte himmelweit verschiede».te war klein nud stark, mit glänzend roten Wangen nnd runden binnen Augen. Sie kleidete sich auch »tcht geschmackvoll uud mau konnte kaum glaube», daß die elegante Elsa Werueck ihre Versandte sei. »et alledem war fie eine gut­mütige und wohlwollende Frau, wenn fie auch leider bet Bethätiguug ihrts gute» Willens nicht viel Takt zeigte.

Nachdem ich die Dame» begrüßt hatte uud uu» mtt ihne» einen Ruudgaug durch die Räume de» Hause» machte, welche besouder» interessant oder sehenswert vareu, flüsterte Eduard mir bet der erste» sich ihm bieteude» Gelegenheit zu: .Die alle Kapp, mauu hat mich gezwungen, fie mit einznladea, darum thue mir deu Gefallen, Grete, und halte mir btefe schreckliche Person möglichst fern.'

Ich war ganz erschrocken; doch ehe ich zu einer Entgegnung Zett sand, wandte sich Frau Soppmauv nach mtt um.

.Ach, mein liebe» Fräulein Margarete", rief fie teilnehmend, .wie schrecklich muß e» Ihnen hier sei«! Solche VeränderungI Ach, du meine Zettl mir ist fast, al» sähe ich Ihren Herrn Vater uoch da fitzen.'

Elsa Werueck machte eiu unbehagliche» Geficht.

.Wir haben torhiu Ihre» Herrn Bruders Weiu. ttaubeu geplündert', sagte fie lächelud, mtt dem Bemühen, ihre Taute ans andere Gedanken zu bringe».

.3a, aber auch die Trauben müssen Fräulein

blos die unerschütterliche Festigkeit des Frieden»- bundes, sondern mehr noch, die Verlegenheit der Franzosen angesichts der allgemeinen politischen Lage in Europa. Mit dem Klingebeutel geht man umher, um Bündnisse einzusammeln, aber nirgends findet sich ein guter Freund. Alle Welt weiß, wer daS europäischeKarnickel' ist, und hat keine Lust, sich der französischen Tollheit zu opfern. Denn darum handelt es sich doch.

Dextsches Reich.

Berlin, 5. Okt. Man erwartet in diesen Tagen, wie diePost" schreibt, die Genehmigung der Ab- schiedS-Gesuche der Get.erale der Kavallerie v. Alvensleben und v. Heuduck. Als Nachfolger deS Generals v. Alvensleben im General-Kommando des königlich württembergischen XIII. Armee - Korps nennt man den General-Leutnant v. Sobbe, Kom­mandeur der 1. Garde-Infanterie-Division, als Nach­folger deS Generals v. Heuduck im General Kommando des XV. Armee-Korps General der Infanterie v. LewiuSki II., Gouverneur von Straßburg, der in seiner jetzigen Stellung durch G. - Lt. v. Werder Kommandeur der 1. Division, ersetzt werden soll. Als Nachfolger des Generals der Infanterie v. Berdy du Vernois wird jetzt ziemlich allgemein der Kom­mandeur der 2. Garde-Infanterie-Division, General- Leutnant v. Kaltenborn-Stachau, vermutet. General- Leutnant von Scherff, Kommandeur der 13. Division soll um seinen Abschied eingekommen sein. Gegen­wärtig weilt, denB. P. N." zufolge, der Sttaats- sekretär de» Reichspostamt» Dr. v. Stephan auf Helgoland, um die daselbst getroffenen Post- und Trlegrapheneinrichtungen in Augenschein zn nehmen. Vor einigen Tagen hatte auch der Chef de» General­stabes Graf v. Waldersee unserer neuerworbenen Nordsee-Insel einen Besuch abgestattet. Neuer­dings sind der National - Zeitung zufolge vom Handelsminister gemeinnützige Vereine, die sich die Schaffung billiger Wohnungen zur Aufgabe gestellt haben, in größerer Zahl zur schleurigen Einsendung ihrer Jahresberichte aufge­fordert worden, da voraussichtlich unmittelbar nach der Rückkehr deS Kaisers etwaige Vorschläge zur Vorlage kommen dürsten. Wir haben seiner Zeit Mittellung davon gemacht, daß es im Plane sei, dem General-Feldmarschall Grafen Moltke zu seinem 90. Geburtstage eine gemeinschaftliche Adresse aller Städte Deutschlands zu überreichen. Demnächst wurde auch der Wortlaut der Adresse noch der .Kreuzzeitung', die ihn zuerst veröffentlichte, von

Margarete an ihren armen Vater erinnern', fuhr Fra» Kappmann mitleidig fort .Ach ja, e» war ein großer Verlust für Sie, nnd ich weiß nicht, e» sieht jetzt alles anders aus ohne Ihnen, Herr Ednard, zn nahe treten zn wolle» als zu feinet Zett.'

Eduard erwiderte achselzuckend:

.ES thut mir leid, Frau Doktor. Vielleicht werden Ihnen die Sachen nach dem Frühstück, wen» Sie einige Glas Champagner getarnten haben, in günstigerem Lichte erscheinen."

Nun, ich weiß nicht Der alle Herr Seldiug war solch ein liebenswürdiger Herr es giebt nicht viele solche. Herr Ednard wird sehr stark", fügte fie zu mir gewendet leiser htuz», jedoch laut genug, daß Eduard eS hören mußte, der wütend war, wenn man ihn dick fand.Früher war er so schlank nnd hübsch. Ja, ja, wir verändern uns Alle."

Eduard eilte auf fie zu.Erlaube» Sie, Frau Doktor, daß ich Sie in das Eßzimmer führe", fegte er mit verhaltenem Grimm und ging im Sturmschritt mit ihr davon.

Elsa schloß fich mir an und sagte, indem fie ihren Arm vertraulich nutet den meinen schob:

Ich bi» Ihnen so dankbar, daß Sie heute ge- komme» find! Herr Eduard sagte mir, Sie hätten es erst nicht thun wollen, uud ich kauu Ihre Empfindung sehr wohl begreife». Aber »uu wäre» Sie doch so freundlich. Wie verschiede» Sie doch vo» Ihrer Schwester find so rückfichtrvoll uud sauft; ich weiß, daß wir Beide in uicht zu langer Zett sehr gute Freundinnen fein werden." Uud fie drückte zärtlich meinen Arm.

Ich fühlte mich peinlich berührt Sie redete, als ob fie ihrer Sache ganz sicher nud betettS im Begriff sei, in nufere Familie ekzutreteu. Uud in der Thal gelangte ich im Laufe des Tage» mehr nud mehr zu dem Glaube», daß Eduard fich mit ihr verlobe» würde. Seine Angen wichen nicht von ihr, nud kaum wat daS Frühstück vorüber, al» fie fich miter irgend einem

UN» mitgeteitt. Es hieß, daß sich zur Betreibung der Angelegenheit ein Ausschuß gebildet habe, welchem Männer mit klangvollen Namen auS allen Lebens­stellungen angehörten. Jetzt wird in derBossischen Zeitung" behauptet, daß mit diesen Namen ein arger Mißbrauch getrieben sei. Je peinlicher eine solche Enthüllung mit Rücksicht sowohl auf die Person wie die Sache, um welche es sich handelt, berühren muß, um so dringender ist zu wünschen, daß eine Ausllärung nicht lange auf fich warten lasse. Einer Meldung aus Schweidnitz zufolge kommt der Kaiser nicht zum 90. Geburtstage Moltke'» nach Creisau, sondern hat de» Feldmatschall eingeladen, seinen Geburtstag in Berlin zu feiern. Der Verein deutscher Studenten zu Berlin ladet in einem Aufruf die gesammte deutsche Studentenschaft zu einem großen Moltke-Festkommers in der Phil­harmonie ein. Die Unterhandlungen zwischen dem Auswärtigen Amte und dem SultanvonSansibar über die Abtretung des Küstenstreifens, find, wie verlautet, beendet. Der Sultan wird für die Cession vier Millionen Mark empfange». ES schweben noch Verhandlungen über die Auszahlung dieser Summe und über die Art ihrer Aufbringung. Diese Millionen sind nicht etwa von der Reichsregierung, wie leicht vermutet werden könnte, ssndern von der Ostafrikanischen Gesellschaft aufzubringe». In Ostafrika selbst hält man den Betrag von vier Millionen derPost' zufolge für mäßig, da die Zolleinnahmen jährlich auf P/i Millionen Mark geschätzt werden. Der deutsche Generalkonsul in Zanzibar hat, einer Weisung deS Auswärtigen Amtes entsprechend, den deutschen Reichsangehörigen Meuschel, dem eS bei den jüngsten Vorgängen in Witu gelang, zu entrinnen, einvernommen. Nach telegraphischer Mitteilung deS Generalkonsuls hat Meuschel im wesentlichen folgendes ausgesagt: Seiten» deS Sultans ist vor Erteilung der Erlaubnis zur Ansiedlung von Künzel verlangt worden, daß er ein Schreibe» des englischen Konsuls in Lamu borlege. Da Künzel diesem Verlangen nicht nachkam, sondern ohne weiteres mit den Arbeiten begann, ließ der Sultan die Deutschen nach Witu führen und dort unterbringen. Als Künzel und Genossen am zweiten Tage den Versuch unternahmen, gewaltsam aus Witu auszubrechen, wurde ein Teil derselben innerhalb, die übrigen außerhalb der Stadt getötet. Darüber, wer mit der Anwendung von Waffen begonnen, ver­mochte Meuschel keine Auskunft zu geben. Der Sul­tan ließ Herrn Töppen herbeirufen, der aber erst nach dem Blutbad in Witu eintraf. Der neue

Vorwande zusammen entfernten nnd Fran Kappmami nnd mich nn» selbst überließen.

Ich weiß nicht, ma» ich dazu fegen soll", meinte diese nach ihrem Weggänge.Herr Ednard ist sehr aufmerksam gegen meine Nichte. E» wird ja wohl allerhand Schlimme» von ihm gesagt und, nm die Wahrheit zn gestehe», mein Mann hat auch keine gute Meinung von ihm. Aber, sehen Sie, Elsa hat weder Vermögen »och eine Heimat, nnd für ein arme» Mädchen ist e» heutzutage uicht so leicht einen Manu zu finden."

So schwatzte Fran Kappmaun noch eine Weile fort, bi» fie fich müde in da» Sopha zurücklehnte und die Augen schloß. Nnr zn froh, erlöst zn sei», eilte ich au» dem Zimmer. Ich fühlte, e» mar meine Pflicht, Eduard uud Elsa aufzusuchen. Zuvor aber

hatte ich das Betlaugeu, mich in Batet» Stube ein halbes Stündchen zu etholeu uud zu sammeln.

Al» ich mich endlich wieder anfraffte »nd die Treppe hiunuter ging, fand ich zu meiner lieber- rafchuug die beiden Damen schon znm Aufbruch bereü uud bemerkte mit Erstaune« eine finstere gälte auf Elsas schöner Stirn.

.Wo haben Sie den» gesteckt?" fragte ste michh wir habe» Sie überall gesucht"

»Sollte« Sie mich wirklich vermißt haben?' erwiderte ich lächelnd.

.Jawohl, ich vetfichere Sie. Herr Selding nnd ich wnrdeu einander etwa» überdrüssig, »nd da wünschten wir Sie herbet'

Ich sah Eduard an. Et sah verlegen und ärger­lich an». Und dann sagte er in einem gewissen unter­würfigen Tone, de» ich «och Hie vou ihm gehört:

.DaS sollte« Sie uicht sage«, Fräaleiu Werueck. Sie köuue« vielleicht meiuer überdrüssig gewordea fei», aber ich niemals Ihrer.'

Elsa zuckte die Achseln.

.Ich ermüde leicht', sagte fie.Saite, bist Du fertig? Dann Adle», Fräulein!' «nd fie reichte mir kalt die Hand.