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Lnzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, sowie die Lmwneen-Bnreanx von Haasenstein und Bögler in Frankfurt tu M., löffel, Magdeburg n. Men: Rudolf XXV. Iaüraana. Stoffe in Frankfurt e. M., Berlin.München u. «Än:G. L »
Laube u. So. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
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dition 2*/4 Mk., bei den Postämtern S ML SO Pfg. (exv. Bestellgeld). InsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Sffr, Reklamen für die geile to Pfg.
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Aber
zu er« sprach
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auf Esther, als wir diese Worte hörte«.
Esther!' rief Rose.
DaS Mädchen gab sich alle Mühe, rnhig scheine». Sie biß sich ans die Lippen und endlich, noch zitternd:
.Ich — ich hätte dits wohl nicht sage» de»» Sie können mich nicht verstehen.'
fleißige, aber schlichte Leute, die in Sprache und Sitten ihrer ländlichen Gewohnheit treu geblieben wäre».
Ich fand fir bekümmert und voll Sorge nm Esther, die sich schon seit längerer Zeit verändert gezeigt nnd am Abend vorher ganz verstört nach Hanse gekommen war. Sie hatte gestöhnt nnd geschluchzt tu der Nacht, ohue der Mutter deu Grund ihres Summers nennen zu wollen, uud nun »ar fie schon feit dem frühen Morgen fort.
Ich fühlte es, die armen Leute erwartete« Trost und womöglich etile Erklärung dieses seltsamen Be« nehmen» von mir, aber was konnte ich sagen? Sollte ich von dem Verdachte sprechen, der sich fett gestern in meiner Seele regte? ES schien mir unmöglich, und doch — wie oft habe ich später berent, nicht gesprochen zu haben! Diese einfache Fra« liebte ihr Sind innig, und der Rat und Beistand der Mutter hätte vielleicht von Nutzen sein können. So aber schwieg ich, und als der Abend hereinbrach and Esther immer noch nicht zurückgekehrt war, machte ich mich auf deu Heimweg.
.Vielleicht wartet fie im Dorfe auf Sie', mehlte Frau Rothe, uud da auch ich ditS für möglich hielt, ging ich eilig davou.
ES war schon Spätherbst; fahle Blätter bedeckten den Weg, auf dem ich entlang schritt. Ich liebe diese Jahreszeit und empfinde die Ruhe, die dann in der Natur herrscht, immer wohlthueud. Die Arbeit uud Hitze deS Sommers stud vorüber, die Früchte deS Feldes in Sicherheit gebracht und die müden Glieder können nun auSruheu.
Ich mußte an dem Gute vorbei uud staub einen Augenblick still, um wehmütig uach der Stätte zu blicke», wo ich geboren war und wo ich vor Kurzem so Schweres durchlebt hatte.
Plötzlich wurde die abendliche Stille durch das Schluchzen eint 8 Weibe» unterbrochen. Dann hörte ich Fußtritte jeusettS der hohe» Hecke, die de» Garten des Gutes von mir schied, und jetzt vernahm ich dentlich meines Bruders rauhe Stimme:
.Sie mag ihu heiraten wollen, aber fie wird eS niemals erreichen! Wie er auch fein nag, das kau« er nicht thuu!'
Sechstes Kapitel. Esther.
Rose und ich blickten mtt dem höchsten Erstaunen
Bestellungen für das 4. Quartal auf die
D-ilhrss. Zoitrmg
nebst jUreisBfatt für die
Steife Marburg und Kirchhain
und
Mutiertes Sonntngsbfatt werden noch von sämtlichen Postämtern und wn unserer Expedition entgegengenommen.
In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Rindt Bestellungen entgegen.
Die Exped. der Oberh. Zettg.
Wochenschau.
Unser Kaiser hat an der Seite des Kaiser» Franz Joseph seinen feierlichen Einzug in die österreichische Hauptstadt gehalten. Wenn der Besuch von Wien auch nur ein Gelegenheitsbesuch war, eine Station aus der Reise Kaiser Wilhelms zu den Hochwild jagden in Steiermark, so hat doch die Stadt alles wsgeboteu, um dem . befreundeten Herrscher einen glanzvollen Empfang zu bereiten. Kaiser Wilhelms «annhasteS Auftreten, seine kluge und entschiedene Legierung hat ihm auch im Auslande zahlreiche Bewunderer verschafft, und so begrüßten ihn denn die Wiener mit offenbarer Herzlichkeit. Der Aufent- hall dauerte nur einige wenige Stunden, während dessen der Kaiser den österreichischen Erzherzogen, de« Minister Grafen Kalnoky, dem deutschen Botschafter Prinzen Reuß und der stillen Kapuziner- zrust einen Besuch abstattete, um dort aus dem karge des Kronprinzen Rudolph einen Kranz nieder- plegen und knieend ein Gebet zu verrichten. Unter erneuten enthusiastischen Volkskundgebungen begab sich der Kaiser von Wien nach dem Lustschloffe Schönbrunn, von wo nach einem Jagddiner die Stift nach Schloß Mürzsteg in Steiermark angetreten wurde, wo achttägige Gemsenjagden stattfinden wnden. Zu gleicher Zeit mit dem Kaiser traf auch König Albert von Sachsen in Wien ein und wurde denselben fürstlichen Ehren empfangen. Die österreichischkn und ungarischen Zeitungen besprechen den Kaiserbesuch in sehr herzlichen Worten. Irgend welche »oliüsche Bedeutung hat derselbe natürlich nicht weiter.
Die Reichsregierung, wie die preußische StaatSregie- rung haben sich zur Ausgabe dreiprozentiger Anleihen entschlossen. Die Subskription daraus soll am 9. Oktober erfolgen.
AuS dem AuSlande ist in dieser Woche nur wenig zu melden. In Frankreich herrscht noch vollste politische Ruhe. Eine Art von Manifest de» Grasen von Paris, in welchem das Haupt der Familie Orleans offen eingesteht, mit Boulanger gemeinsame Sache gemacht zu haben, hat in Frankreich sehr schlichten Eindruck gemacht. Ein Prinz und ein solcher Schwindler Arm in Arm, da- bietet allerdings ein nicht sehr reizende- Bild. Eine große Anzahl monarchistischer Abgeordneter will deshalb zu den Republikanern übertreten. In Nancy hatte die Polizei wieder einmal einen deutschen Spion verhaftet, der ttiumphierend zmn Verhör geschleppt wurde. In demselben stellte sich bann die amüsante Thatsache heraus, daß der »preußische Spion" ein sranzöfischer Kavallerieoffizier in Zivil war. In England herrscht ebenfalls völlige Stille in der Politik. Die Prozeßverhandlungen gegen mehrere, wegen Aufreizung angeklagte irische Abgeordnete macht allein von fich reden, doch find die Einzelheiten lediglich für Engländer von größerem Jntereffe.
In Washington ist das neue Zollgesetz vollzogen worden und wird am 6. Oktober inkrast treten. Die europäischen Regierungen warten vorläufig die Wirkung ab. Die in voriger Woche sehr kritischen Verhältniffe in Portugal haben sich entschieden ge- beffert. In dem bisherigen Gesandten MartenS Ferrao hat der König endlich einen klugen und einsichtsvollen Mann gefunden, der befähigt ist, da» Staatsruder in der schwierigen Zeit zu ergreifen. Im ganzen Lande ist jetzt allgemeine Ruhe eingekehrt, und e» ist zu erwarten, daß die Verhältnisse sich nun für die Dauer bester» werden. König Wilhelm von Holland wurde in dieser Woche abermals für tot oder wenigstens totkrank gesagt. Die Aerzte erklären iudeflen aufgrund gewistenhaster Prüfung, daß keine unmittelbare Gefahr bestehe. In der Schweiz hat der Bundesrat befchloflen, den Autfall der Wahlen am 5. Oktober abzuwarten, bevor eine definitive Wiedereinsetzung der früheren Regierung erfolgt. Diese Borficht ist nur zu loben, denn eine sofortige Wiederherstellung der alten Regierung könnte bei den Wahlen leicht zu neuem Kampfe führen. Da der BundeSkommiffar feine» Amtes unparteiisch waltet, kann fich niemand beklagen.
Eifrige Beratungen, wie die StaatSauSgaben am besten vermindert werden können, werden gegenwärtig
(Nachdruck verboten.)
Im -arm -er Lüge.
Erzählung von D. Ruffell.
(Fortsetzung.)
Doktor Sappmauus großes, solid gebautes Haus N »»S gerade gegenüber, uud Eduard war »och Kme halbe Stunde bei ms, als die kleine Garten« mr fich öffnete uud wir eine weißgekleidete Gestalt Mckteu, welche aus dem engen Pfade zwischen unfern Ksteru und Nelken daher kam.
„Das dachte ich mit", sagte Rose, die am Fenster *B, achselzuckend. „Eduard, hier kommt unsere größte vorfschönh tt, um Dich sofort zu begrüße»."
„Sch, daS fehlte gerade!" rief er uud staub auf, ** dcm Besuche zu entfliehen. Aber die Thür ging Kch dem Flur, deu Elsa Werueck tu diesem Auge». §ck betrat, uud so war ihm der Rückzug abge. Witten. Gleich daraus trat Elsa in daS Zimmer 2® ging in ihrer graziösen Weise aus Mama zu, *vche aus einem Ruhebett lag.
. «Meine Taute schickt mich, um uach Ihrem Be« W'» zu fragen, Frau Selding", uud nach einige» ^nehmenden Bemerkungen wandte fie fich Sdnard %•„ Sicher las fie eben so deutlich wie ich in seinem JW, daß er vou ihrer Erscheinung überrascht uud Zaubert war.
Zu uuS Mädchen sprach fie kaum, aber desto mehr U Eduard. Sie sah ihu au uud gestand, wie trüb« rate und öde ihr Heydors bisher erschienen sei.
. „Meine Tante ist gewiß eine sehr gute Frau", }Mte fie lächelnd; „aber gute Frauen find oft so Wtoeilig. Ich hoffe, Herr Selding, daß Sie kein ^»stermensch find, denn ein solcher ist mir greulich." . Eduards Gesicht verduukette fich für einen Singen« „Wenn Sie allcs glauben, was man Ihnen wr über mich sagen wird, Fränleiu Werneck", sagte L --so »erden Eie finde», daß ich ein» der aller« '*oärzeste» Schafe bi»."
i» Rom gepflogen. Da die Einführung neuer Steuern in Italien unthunlich ist, sollen die Armee« und Marine - Ausgaben nach Möglichkeit ermäßigt werden.
.Nein, allerdings nicht', sagte Rose. „Esther, hat Ihne» Eduard etwa deu Hof gewacht? Er wäre dazu im Staude; aber mir sollte es leid thuu; deuu» verlaffen Sie fich darauf, es ist ihm nicht ernst gewesen, und jetzt gehört seine ganze Neigung Elsa Werneck.'
Wieder strömte Esther daS Blut in die Wangen, aber fie beherrschte sich mtt großer Anstrengung und brach die Unterhaltung ab, indem fie eine Frage »ach Mamas Befinden au mich richtete. Bald darauf verließ fie uuS.
Mas denkst Du hiervon?' fragte Rose. .Liefe kleine Närrin scheint ernstlich in Eduard verliebt zu sein.'
„DaS fürchte ich auch; fie war merkwürdig auf« geregt"
„Armes Ding!" sagte Rose halb mitleidig, halb verächUich. „Wie will fie mit ihrem gewöhnlichen Gesicht Eduard gewinnen, der doch nichts als eia gutes Aussehen an den Frauen schätzt."
Mir that das arme Mädchen leid, und am nächsten Tage ging ich zu ihren Ettern hinüber, nm uach ihr zn sehen, ttaf fie aber nicht zu Hause.
Pächter Rothe und feine Fran waren brave nnd
Marburg,
Sonntag, 5. Oktober 1890.
Deutsches Reich.
Berlin, 3. Okt. Der BundeSrat trat gestern unter dem Vorfitz des Vize-Präsidenten de» Staats« Ministeriums, Staatssekretär des Innern Dr. von Bötticher zu einer Plenarsitzung zusammen. . ES wurde über die in der Uebersicht der Reichs - Ausgaben und -Einnahmen für das EtatSjahr 1888/89 nachgewiesenen Etatsüberschreitungen und oußeretatS- mäßigen Ausgaben und die hierzu vom Reichstage gefaßten Befchlüffe Bericht erstattet; die bezeichneten Ausgaben wurden, vorbehaltlich der verfassungs- mäßigen Entlastung genehmigt. Ferner wurde bezüglich der Rechnungen der Kaffe der Königlich preußischen Ober-Rechnungskammer für 1887/88 und 1888/89, soweit dieselben den Rechnungshof deS Deutschen Reichs betreffen, die Entlastung erteilt. Für mehrere erledigte Stellen von Mitgliedern der Disziplinarkammern für elsaß-lothringische Beamte und Lehrer fanden die erforderlichen Er- gänzungswählen statt. An Stelle des au» dem Amt geschiedenen Finanz-MinisterS Dr. von Scholz ist von Sr. Majestät dem Kaiser der Königlich preußische Staats- und Finanz Minister Dr. Miquel zum Mitglied de- Kuratorium» der Reichsbank ernannt worden. Mit der bereits «folgten Ueber- Weisung folgender neu eingegangener Vorlagen, betreffend die zollfreie Ablaffung eisener Fischnetzbügel zur Ausrüstung von Hochseefischerei - Dampsschiffm, deS Entwurfs einer Verordnung wegen Ergänzung der Verordnung, betreffenb die Kautionen der bei der Militär- und Marineverwaltng angestellten Beamten, de» Entwurf» eines Gesetze» über dir Prüfung der Läufe und Berschlüffe der Handfeuerwaffen, deS Uebereinkommens zwischen Deutschland und Belgien zum Schutze verkuppelter weiblicher Personen, des Entwurf- einer Verordnung über das Verfahren vor den auf Grund deS JnvaliditätS- und Alters« versicherungSgesetze» errichteten Schiedsgerichten an die zuständigen Ausschüsse, erklärte sich die Versammlung einverstanden. Der Entwurf eines Gr« setzes, betreffend die Abänderung des Gesetze- über die Krankenversicherung der Arbeiter, wurde dm Aurschüffen für Handel und Verkehr und für Justiz- toefen zur Vorberatung überwiesen. Endlich machte der Vorsitzende Mitteilung über die durch Schiedsspruch deS Reichsgericht» «folgte Erledigung einer
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Das Sozialistengesetz hat mit dem 1. Oktober seine Giltigkeit im ganzen deutschen Reiche verloren, nachdem in der vorigen Reichstagssession der Gesetz eniwurf, welcher die Verlängerung des Ausnahme gesetze» in Vorschlag brachte, abgelehnt worden war. Die Sozialdemokratie wird jetzt ans allen Kräften agitieren, und eS ist eben Pflicht des Bürgertums, dcm nicht müßig zuzufehen.
Die Ernennung eines neuen preußischen Kriegs Ministers ist bereits erfolgt, der Generalleutnant von Kaltenborn-Stachau ist zum Nachfolger des bisherigen Ministers von Verdy du VernoiS bestimmt worden. Hingegen war e» nicht richtig, wenn e» hieß, auch der Generalstabschef Graf Waldersee wolle seinen Posten aufgeben und solle durch den kommandierenden General von LeSzinSky ersetzt werden.
Reichtkommiffar von Wißmann wird in nächster Zeit nach Ostafrika wieder zurückreisen und seinem Amte in gewohnter Weise bis zum 1. Aprll nächsten Jahres vorstehen. Alsdann scll eine Neuregelung der Verwaltung in unserem dortigen Schutzgebiet «folgen, und zwar wird voraussichtlich der bisherige Gouverneur von Kamerun, Freiherr von Soden, an die Spitze der Civllverwaltung treten, während Major von Wißmann oder ein anderer Osfizier das Kommando der Schutztruppe erhält. Vielfach wird angenommen, Major von Wißmann werde, ebenso wie Emin Pascha, an die Spitze einer großen Expedition in da» Innere ttetm. Die Untersuchung über die Ermordung der deutschen Expedition Küntzel im Witugebiet ist noch nicht abgeschloffen. Hingegen ist der Engländer Themson, welcher eigenmächtig eine von der deutschen ostafrikanischen Gesellschaft gehißte Flagge herabgenommen hatte, von dem englischen Generalkonsul in Zanzibar bestraft worden und zugleich hat letzterer dem deutschen Vertreter seine Entschuldigung wegen des bedauerlichen Vorfälle» ausgesprochen. Damit ist die Sache für beigelegt erachtet.
Die Vorarbeiten für den Reichstag und den preußischen Landtag werden an den betreffenden Stellen nach Möglichkeit gefördert. Der Reichstag wird bekanntlich in der zweiten Novemberhälfte seine Arbeiten wieder ausnehmen und der preußische Landtag möglicherweise schon zuM Beginn deS genannten Monat» jufammentreten, um die großen Resormgesetze in erster Lesung zu beraten. Am 1. Oktober ist auch da» neue Armeegesetz inkrast getreten und sind die in der letzten ReichStagssefsion genehmigten Truppenverstärkungen offiziell gebildet
„Unter be» unschuldigen kleine» Dorslämmern", warf fie verächtlich hin. „Nnn, ich träne ben Lämmern nicht unb ziehe bie schwarzen Schafe vor."
DaS war bentlich genug nnb ganz banach an« gethan, Ednarb zu gefallen. Unb nach Verlauf von kaum einer Stunde lag er schon gänzlich in ihren Banden, begleitete sie nach Hanse nnb schwärmte von ihr, als er zu uns znrückkehrte.
„Ich habe bis jetzt noch nie ei« solches Franeu- »immer gesehen!' rief er, unruhig im Zimmer ans und ab gehend. ,6te ist absolut schön. Für ein so reizendes Wesen wäre man im Staude, alles zu opfern, ja alles! Ich bebaute fast, fie gesehen zu haben. Aber — welche Thorheitl Weshalb sollte ich fie nicht sehe« unb bewnubem können?'
Am nächsten Morgen ging er au ihrer Sette, burch dos Dors. Eduard mochte wohl einen Brief zur Post tragen wollen, nnb fie hatte c» möglich gemacht, ihm zu begegnen.
»Sie will ihn heiraten nnb wirb ihren Willen bnrchsetzen', sagte Rose. „Aber was schadet e»? Er würde loch Sine vou ihrem Schlage gewählt habe», und we» fie bekommt, ist auch egal. Gefiele fie »ns bester, hätte fie mehr Gemüt, so müßten wir fie be« klagen; so aber glaube ich eher, daß Eduard noch den Tag bereuen wird, da er fie zuerst sah.'
Sm Nachmittag kam Esther zu uns nnb Rose nahm sogleich dasselbe Thema wieder ans.
.Unfer thenrer Bruder Eduard hat sich vnliebt! Was sagen Sie dazu, Esther?'
.Wovon sprechen Sie?' fragte diese hastig nnb ihr Gesicht nnb Hals wurden bnnlelrot.
.Er hat Elsa Werneck kennen gelernt', sagte Rose geringschätzig, .und ist ganz Feuer und Flamme. Sie hat ihn in der fingen Zeit vollständig erobert*
Ich blickte Esther an, als Rose so sprach, und sah, wie ihr Geficht einen mUIeiberregenben Ausdruck auuahm. Sie wurde aschfahl und ihre Züge verzogen fich krampfhaft. Dann sprang fie plötzlich auf und rief leidenschaftlich:
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.