Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
Marburg, Freitag, 3. Oktober 1890.
Intrigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstrin und Seglet in Frankfurt a. M., Laffel, Magdeburg u. Wien: Rudolf XXV. ^-abraaua. Moste in Frankfurt M., Berlin, München u. Mn:S. L ^yu^l-guug.
Daube u- Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
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Jtl dition 2* . Mk-, bei den Postämtern 2 Mk. bv Pfg. (exkl.
Bestellgeld). JufertionSgÄühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
— Nach einem aus Sansibar ein getroffenen telegraphischen Bericht deS Kaiserlichen General- Konsuls haben die Namen der in Witu Getöteten bis jetzt noch nicht genau festgestellt werden können. Die Geretteten sollen der Ingenieur Meuschel auS Kitzingen und der Holzschläger Heßler aus Bamberg fein. — Gegenüber den Nachrichten über die an gebliche Beschimpfung der deutschen Flagge durch den Engländer Thomson ist Folgendes amtlich festgestellt: Thomson, Agent der Britisch-ostafrika nischen Gesellschaft, hat vor einiger Zeit irrtümlich in dem der Deutsch- ostafrikanischen Gesellschaft gehörigen Gebiet bei Witu eine von deren Beamten aufgezogene deutsche Flagge eingezogen. Der Gouverneur der englischen Gesellschaft Sir Francis de Winton hat hierauf die Bestrafung deS Thomson eintreten lassen; sowohl er selbst als auch der englische General-Konsul in Sansibar haben über diesen Vorfall amtlich ihr Bedauern ausgesprochen. Seitens des deutschen General-Konsuls ist darauf im Einverständnis mit der Vertretung der Deutsch - ost- afrikanisscheu Gesellschaft in Sansibar der Zwischenfall als beigelegt erachtet worden. — Bei der bevorstehenden Schulenquete sollen, wie die »Zeitung für das höhere Unterrichtswesen- hört, namhafte Ji genieure, Vorsteher chemischer Laboratorien, Direktoren landwirtschaftlicher Anstalten und Besitzer großer Fabriken um ihre Meinungen angegangen werden. Der Kultusminister selbst wird den Beratungen in den Räumen seiner Ministeriums beiwohnen. Die Regierung stellt Vertreter, die fünf verschiedenen Verwaltungszweigen angehören. So wird auch daS Kriegs- uud Finanzministerium, daS Ministerium des Innern und der Landwirtschaft vertreten sein. — Wie die „31. Pr Z." vernimmt, hat der Minister des Innern, einem Wunsche der französischen Botschaft in Berlin entsprechend, die Landräte beauftragt, Ei Mittelungen darüber anzustellen, ob in Preußen Nachkommen deS früheren Obersten der französischen Armee, LouiS Urbain Brue, vorhanden sind. Der Genannte hat sich im Jahre 1807 zu Berlin mit Marie de la Feuille verheiratet; dieser Ehe sind drei Kinder entsprossen. — Die Zeichenlehrer an den höheren preußischen Lehranstalten beabsichtigen, der Kommission zur Beratung einer Aenderung des höheren UvterrichtswesenS ihre Wünsche für die fernere Gestaltung deS Zeichenunterrichts, sowie der Stellung der Zeichenlehrer zu unterbreiten. In betreff deS Zeichenunterrichts werden folgende Forderungen erhoben: Der Zeichenunterricht wird als Pflicht-Lehrgegenstand in sämtliche Klaffen sämt
licher höherer Lehranstalten eingeführt. Humanistische Ar stallen erhalten wenigstens zwei wöchentliche Lehrstunden für freies Zeichnen, und es ist den Schülern Gelegenheit zu geben, geometrisches Zeichnen freiwillig zu erlernen; Realanstalten haben mindestens drei wöchentliche Zeichenstunden, wovon zwei für freie- Zeichnen, eine für geometrische- Zeichnen; in höheren Bürgerschulen werden wöchentlich 4 Stunden Zeichenunterricht erteilt, in zweien wird freies Zeichnen, in zweien geometrisches Zeichnen gelehrt. Der Zeichenunterricht ist allen anderen Lehrfächern gleichberechtigt. Befreiungen vom Zeichenunterricht sind nicht gestattet. — Dem BundeSrate ist der Entwurf einer Verordnung, betreffend das Verfahren vor den auf Grund des Jnvaliditäts- und AltersverficherungS- gesetzeS errichteten Schiedsgerichten zugegangen. — Kaiser Wilhelm bestimmte für die Armen Wiens 3000 Mk. und für die freiwillige RettungSgesellschast 300 Fl. — Der Bundesrat hat seine Ferien beendet und hält morgen wieder die erste Plenarsitzung ab. Auf der Tagesordnung stehen Vorlagen von untergeordneter Bedeutung. Vorher berät der Ausschuß sür Rechnungswesen einige RechnungSvor- lagen. — Verschiedene Blätter sprechen sich wieder dafür auS, daß der preußische Landtag bereits im Herbst zusammentreten solle. Es ist nicht auSge- schloffen, daß die Regierung dies ermöglicht.
— Die Verfügung des Justizministers in Sachen der Kritik der Geschworenensprüche seitens der Schwurgerichtsvorsitzenden ist nunmehr ergangen. Dieselbe ist mit dem gleichen Wortlaute an die Ge- richte und an die Beamten der Staatsanwaltschast erlaffen. Es wird darin empsohlen, von einer Beurteilung der Geschworenensprüche im GerichtSsaale überhaupt Abstand zu nehmen, zu welcher da- Recht in der deutschen Strafprozeßordnung an keiner Stelle bestimmt verliehen sei, weder dem Vorsitzenden, noch viel weniger den Beamten der Staatsanwaltschaft. Die Stellung der letzteren zu den Geschworenen wird als eine vollend» jeder liebet« ordnung entbehrende hingestellt, während der Vorsitzende deS Gerichts in der ihm zur Pflicht gemachten RechtSbelehrung, welche dem Spruche der Geschworenen unmittelbar vorhergeht, stets nur die den Gegenstand der Verhandlung bildende Sache zu erörtern habe, ohne dem erwarteten Urteile vorzugreifen oder auf frühere Entscheidungen zurückzukommen. Dennoch stellt sich auch die Verfügung auf den Standpunkt, daß eS unter Umständen geboten und unvermeidlich sein wird, im Laufe der RechtSbelehrung auf einen Irrtum hinzuweisen,
welchem die Geschworenenbank in einer früheren Sache ganz unzweifelhaft verfallen ist; in diesem Ausnahmefalle soll aber die Hinweisung sich von sachlicher und gemäßigter Form nirgends entfernen. Selbstverständlich wird ein Gleiches vorgeschrieben für den im Gesetze selbst vorgesehenen Fall, da auf einen Mangel des Spruches in der Form oder in der Sache vom Vorsitzenden aufmerksam gemacht werden muß, damit die Geschworenen zur Abhilfe schreiten (§ 309 der Strafprozeßordnung.) De» Gebrauch, am Schluffe der Tagung den versammelten Geschworenen einen Rückblick über alle vom Schwurgerichte erledigten Sachen zu geben, in welchem die Vorsitzenden in der Regel auch den wohlverdienten Dank sür die treue, ausdauernde Arbeit auszusprechen pflegen, findet der Justizminister unbedenklich in der Voraussetzung, daß auch bei dieser Gelegenheit der Vorsitzende sich einer jeden Besprechung der abgegebenen Sprüche auf ihren Wert hin zu enthaften weiß.
Königsberg, 29. Septbr. Infolge einer Mi- nisterialverfügung wird das Prcgymnafium des hiesigen königlichen Waisenhauses in eine fünfklasfige Mittelschule umgewandelt werden. In derselben wird der französische Sprachunterricht verpflichtend, dagegen der lateinische freiwillig sein.
Detmold, 29. Septbr. Auf die demnächstige Thronfolge machen bekanntlich sowohl die gräflichen Nebenlinien des lippeschen HauseS, wie die regierende Bückeburger Linie Anspruch. Augenblicklich handelt eS sich aber noch nicht direkt um die SuccessionS- frage, sondern eS wird den am Donnerstag zusammentretenden Landständen, da der Bruder des regierenden Fürsten zur Lippe — der nächste Thronfolger — geisteskrank ist, lediglich ein Gesetz vorgelegt werden, welche» den Fürsten ermächtigt, aus den Agnaten des lippeschen Hauses im Voraus einen Regenten — für die Regierungszeit des geisteskranken Prinzen Alexander — zu bestimmen.
Hamburg, 1. Okibr. Heute früh ging mittels eines Wörmann'schen Dampfers die erste, aus acht Personen bestehende katholische Mission unter Führung des apostolischen Präfeften Bieter nach Kamerun ab.
Magdeburg, 1. Oft. Die Kosten der Schießversuche des GrusonwerkeS belaufen sich einschließlich der glänzenden Bewirtung der zahlreichen deutschen und fremden Offiziere auf 800000 Mark.
Wie» 1. Oft. Kaiser Wilhelm ist am Mittwoch
,,Weine nicht, Margarete", sagte Rose liebevoll; „wir können daran nichts ändern. Aber so viel steht fest, wenn er Herr von H-ydors werden sollte, daun gehe ich ans dem Hanse."
„Wir wollen das später überlege», Rose; für jetzt strette nur nicht mit ihm."
„Ich kann mir nicht helfe» I" tief sie. „Er steht immer so hämisch aoS und reizt mich fortwährend. Wir ist den» Werner vo» GarSthal?"
„Er ist ein stattlicher Manu und ein sehr angenehmer Gesellschafter; er würde Dir sicher gefallen. Bitte, komm mit herunter und begrüße ihu."
„Heute nicht", sagte Rose, indem sie vor den Spiegel ttat; .heute sehe ich zu schlecht auS, um wich einem Fremden zum erstell Male zu zeige». Morge» will ich ihu begrüße»."
So aß ich mit de» Beide» allein zu Mittag. AnfaugS war ich Sugstlich bemüht, ein unverfängliches Thema anzuschlagen; ich sprach von meiner Taute — WeruerS Mutter — uud von ihrem Wohu- fitze Gellenheim, den ich vor Kurzem kenue» gelernt, bis ich bemerkte, daß meine Besorgnis grundlos war. Werner war ein Manu der großen Welt und hatte fich vollkommen tu der Gewalt. ES gelang Ednard nie, ihn zu reize». Sprach er vernünftig, so aut- wertete er ihm freundlich und bereitwillig, aber feinen Ausfälle» fetzte er einen unerschütterlichen Gleichmut entgegen.
»Sei unbesorgt, liebe Margarete', sagte er lächelnd, als wir allein waren und ich ihn bat, Nachsicht mit Eduard zu habe». »Glaubst Du, daß ein junger Mensch wie dieser im Staude wäre, wich zu einem unbedachten Worte zu reizen? Ich habe in meinem Leben oft mit strettsüchttgeu, launischen Leuten zu thun gehabt — an solche verschwende ich keine Zett. Mit klugen Männern oder Frauen zu disputtreu, kaun ein Vergnügen sein; aber welchen Zweck hätte eS wohl, fich mit Jemand ans Argumente eiuzulaffeu, de» man im Grunde verachtet? Wir habe» keinen
Einfluß auf seine G:finnnugSweise, nnb er vermag niemals nuS zu überzeugen.'
»Arm« Eduard!' sagte ich; ,eS ist traurig.*
»Ja, eS ist traurig*, bestätigte Werner; .er hat seine guten Gaben vergeudet. Ein geborener Dnmm- kopf ist nur zu bemitleiden, aber weuu ein begabter Mensch sich selbst zu Grunde richtet, müsse» wir ihu verurteilen."
SlS mein Vettter so sprach, bettachtete ich ihu zum erste» Male genauer. Er war nicht schön. Seine Züge hatte», wohl in Folge der anstrengenden nnb gefahrvollen Lebensweise, welche er alS Marine, offizier geführt, etwcs Strenges, ja Hartes bekommen, nnb er war sehr bnnkel nnb toettergebrSnnt Aber feine stattliche Figur mit bem männlichen, ansdruckS. vollen Kopfe wachte ihu zu einer Erscheinung, bie nirgends übersehen werden konnte. Und wenn er sprach oder lächelte — nnb er hatte eine wohllönende, sympathische Stimme —, erhellte fich sein ernste- Gesicht in anziehenber Weise. Ich hatte in seiner Gegenwart bestänbig baS Gefühl, baß er für alles, was mich bewegte. Verstänbnis nnb Teilnahme habe, nnb baß er ein Charakter sei, auf ben man fich tu allen Lagen bei» Leben» verlaffen könne.
So ungefähr — wenn auch bamalS lauge uicht so bestimmt —war bet Eindruck, ben ich von meinem Vetter empfing; er weckte mich auS meinem Sinnen durch eine Frage nach meiner Schwester Rose.
»Morgen wirst Du sie sehen', erwiderte ich; »fie ist sehr hübsch.'
»Dar sagte wir schon meine Mutter. ES ist seltsam, deß wir nuS nicht gesehen haben, seit Ihr kleine Mädchen wäret. Aber ich war nenn Jahre lang mehr ans dem Meere alS ans dem Lande nnb konnte nur selten auf kurze Zeit nach Hanse komme»."
„Hub gefällt Dir dieses Leben?" fragte ich.
gebet Berns hat seine Vorzüge nnb seine Schatten- fetten", antwortete er rnhig. „Vor fünfz hn Iahten wat ich ein enthnfiaSwirter junget Seekadett, —
heute empfinde ich keiuetlei Begeisterung mehr; doch bin ich in Ganzen zufrieden."
„Und Du willst immer noch im Dienst bleiben?"
„Ja, denn wollte ich mich jetzt schon dauernd in Sellenheim uiedetlaffen, so würde das meinet Mutter uicht Heb fein, obwohl fie wich hiu und wieder sehr gern sieht. Jetzt regiert fie dort" — uud er lächelte!; »käme ich dahiu, so würden Zwei ihre» Willen gefteud machen.'
»llud Alwin?'
,O, Alwin ist der AdouiS der Fanttlie, der Damen- eroberet', lachte Werner. »Wirklich, er ist sehr hübsch und ein,guter Bursche.'
»Ist et Offizier?'
»Jawohl. Er hat fich auf der Srtillerteschnle sehr ausgezeichnet und ist jetzt wieder bei seine» Regiment etngetrete». Nimm Dein Herz in Acht, Margarete, wenn Dn nach Gelleuheim kommst, denn Alwin ist unwiderstehlich."
Ich lächelte and schüttelte den Kopf.
,Lch habe mich noch uicht aller Aufttäge entledigt, die mir meine Mutter gegeben", fuhr Werner fort; „manche» habe ich schon wieder vergessen; aber einer war der, Euch nnb Eure Mutter nach Gellenheim eiuznlabe». Ihr möchtet selbst bie Zett bestimmen, nnb meine Mutter hofft, daß ich bann auch zu Hause sein werde. Du stehst, Margarete, ich bin in bezug auf den Zeitpunkt Eures Besuches sehr iuteresfirt."
„Er hängt von mancherlei Dingen ob", sagte ich. „Wenn daS Testament nicht doch noch gefunden wird, werden wir heimatlos fein; denn Rose sagt, fie würde nie mit Eduard hier leben, und auch ich möchte eS nicht."
„Das könntet Ihr auch nicht, Margarete. Euer Bruder ist kein paffender Gefährte für Euch. Jedes feiner Worte trägt den Stempel eines verlorenen Lebens. Ich kenne die Wett. W-na er als Besitzer hier eiuzieht, so mußt Du mit Mutter und Schwester das Haus verlaffen."
Bestellungen für das 4. Quartal auf die
Hßrrh-ff. Z-iiimg
! nebst cflreisbhitt für die
Kreise Marburg und Kirchhain
und
Sffujtaertes SonntagsBfatt
| werden noch von sämtlichen Postämtern und Mit unserer Expedition entgegengenommen.
: In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder - Rindt Bestellungeu entgegen.
Die Sxped. der Oberh. Zettg.
Aerrtfches Reich.
Berlin, 1. Oft. Der „Norddeutschen Allgern. - Zeitung" zufolge bildete sich ein Komitee behufs Er- s richtung eines Denkmals für die verstorbene ; Kaiserin Augusta in Berlin. — Der „Reichsanzeiger veröffentlicht die Ernennung des Oberpräsidenten lon Wolff zu Magdeburg unter Verleihung des Charakters als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikate Exzellenz zum Chef der Oberrechnungs- imimer. — Neue Aenderungen stehen in den höheren Kommandostellen unserer Marine bevor. Der Staationschef Vize Admiral Paschen in Kiel wd Kontre-Admiral Schering, Direktor der dortigen Marine-Akademie, wollen ihre Posten ausgeben. — Die Ernennung des Generalleutnants von Kaltevborn- | Ltachau zum preußischen Kriegsminister ist von dem Seifer bereits vollzogen. Neuerdings ist auch von km Rücktritt deS Grafen Waldersee die Rede, der dach den kommandierenden General von Laszinski wS Altona ersetzt werden soll. — Bezüglich der künftigen Organisation von Deutsch-Ostasrika iß beschloffen, daß daS gesund gelegene Bagamojo Hauptstadt und Sitz aller Behörden werden soll. Bagamojo besitzt aber keinen Hafen, und soll darum Bit Dar - es - Salaam, welches einen vortrefflichen Hasen hat, durch eine Küstenbahn, die sich sehr gut ratieren würde, verbunden werden. Die Ent- ßruiwg zwischen beiden Orten beträgt nur 50 Kilo- Eier. — Im nächsten Reichstage soll auch eine Ausbesserung der Pension der Militär-Invaliden do« Feldwebel abwärts in Anregung gebracht werden.
(Nachdruck verboten.)
Im Katt« -er Löge.
Erzählung von D. Russell.
(Fortsetzung)
Ver hat ihn darum gebeten?" fragte Eduard
„Niemand; er war so freundlich, sich dazu zu •»ieteu. Er ist unser nächster männlicher Verwandter." „Ausgenommen Euer thenrer Bruder Eduard." „Er ist älter als Du, Eduard."
„Jawohl. Er bleibt wohl hier, nm zu sehe», ob Erbin von Heydorf wirst — nm Deine und feine «errssen wahrzuuehmeu?"
„Ich will Dir nicht antworten. Ich bitte Dich ta, Du mögest baren beulen, baß er unser Gast ist, ta daß wir heute unfern Vater zur letzten Ruhe be> tatet haben."
„Sei unbesorgt. Weshalb sollte ich mich mit bem xbeu Vetter streiten? Er hat mir nichts gethau; nur nnb Rose. Aber lassen wir bc8. Grete geh nnb
«fft mir trgenb ein Zimmer znrechtmacheu."
Dabei war eS geblieben. Ich hatte seinen Wunsch Mllen nnb bann bei Tische erscheinen müssen, benn K fürchtete mich, ihn mit Werner allein zu lasse». *fe hatte fich geweigert, herunlerznkommeu. Sie zu empört über Eduard, nm ihm mit Rahe be- tauen zu können, nnb befonb fich in großer Ans- Mng wegen deS Testaments.
, „Eduard hat eS gestohlen!" rief fie, als ich ihr Sste, eS fei nirgends gefunden norden. „Gewiß, targurete, er hat sich eingefchlicheu und hat eS gestohlen!" „Aber wie wäre daS möglich?" sagte ich. „Esther ta wir sogleich bie Schlüssel nnb ber Schrank ist taz unversehrt. Auch hat Papa an Herrn Kapp. Ml» geschrieben, er volle daS Testament inberu. ?ta, wenn Mama nuS nicht noch Auskunft geben tan, so glaube ich, baß es Papa vernichtet hat und
mehr Zeit fanb, ein neues zu machen. Ach, tarn doch Eduard ein anderer Mensch wäre 1*