W
! ■
Per russische Zwieback.
wei-
>och-
er- riten biete ldige
rems sind l in
der iter- und
515. rügt Für >lu§= 000
sich nein enes
ück- men ung öer« an« t in :den bis- als
; zu Se- 000 Ein- Ma- !lus- den
zu chnet oird, an», ührt Ent« lasse um turll aben imen ulie-
eine aben Bor- mter Erst und- erzte Ite», -haft iesen heim chen rung bc» eine aber t die >rzu- von hung ichen und Nase und leten mrg.
Daß in Rußland lange nicht alles Gold ist, toal glänzt, ist eine bekannte Thatsache: So sollten die großen Manöver in Wolhynien, die größten, Selche in den letzten zwanzig Jahren in Europa überhaupt stattgefunden haben, die glänzende Schlag- stttigkeit der Armee deS Zaren beweisen, aber die Dinge find anders gekommen, es hat sich von neuem hrraukgestellt, daß die Mängel, welche im letzten Dürkenkriege sich in der russischen Armee zeigten, «ich heute noch bestehen: Rußland hat keine besonnenen und gehorsamen Generale und eS hat keine ehrlichen Lieferanten. Dazu kommt als drittes Moment die für die heutige Kriegführung ungemein Sichtige Thatsache, daß das russische Transportwesen
merkung, daß infolge der Verwendung deS rauchlosen Pulver» eine schärfere Beobachtung de» Feindes und des Geländes erforderlich wird. Hierzu werden mechanische Hilfsmittel, Feldstecher und dergleichen in erheblich verstärktem Maße herangezogen werden milff en, während gleichzeitig dem AusklärungSdimste immer wichtigere Arbeit zufällt. — Ueber die Sterblichkeitsverhältnisse der europäischen Heere veröffentlichen die „Archives de mSdecine militaire" eine sehr interessante Untersuchung, welche ergibt, daß daS deutsche Herr von allen am günstigsten gestellt ist. Die höchste Sterblichkeilsziffer weist da- spanische Heer auf mit 13,4 pro Mille, dann folgt Rußland mit 8,9, Italien mit 7,7, Oesterreich-Ungarn mit 6,9, Frankreich mit 6, England mit 5, Belgien mit 4,7, Deutschland schließlich mit 3,9 pro Mille. AuS diesen Thatsache» kann man sich wohl einen Rückschluß auf die Vorzüglichkeit der Sanitätseinrichtungen in den verschiedenen Heeren erlauben, wobei Deutschland unbestritten der erste Rang gebührt. Von Interesse ist ferner die Thatsache, daß an der so verheerenden Lungentuberkulose im deutschen Heere 3 pro Mille, im französischen eine geringere Anzahl 2,6 pro Mille, erkrankt, daß aber trotzdem die Sterblichkeitsziffer für diese Krankheit im französischen Heere eine größere ist, nämlich 1,1 pro Mille gegen 0,8 im deutschen Heere. — Die der Stadt Berlin erteilte Erlaubnis zur Einfuhr von lebendigen Schweinen aus den Mastanstalten Bielitz Biala und Steinbruch ist nunmehr auch auf die mit öffentlichen Schlachthäusern versehene» Städte Ostrow, Krotoschin, Bromberg, Jnowrazlaw, Schneidemühl, Thorn, Neustadt O.-S., Görlitz, Liegnitz, Torgau, Zeitz, Brandenburg a. H , Spandau, Prenzlau, KottbuS, Forst i. L., Sora», Hannover-Linden, Hlldesheim und Göttingen ausgedehnt worden. — Eine Pro bev eranlagung zur Gewerbesteuer nach Maßgabe der Miquel- schen Grundzüge ist auch für Bielefeld seitens der StaatSregierung angeordnet worden. Die Arbeiten werden von einer Kommission, bestehend au» Vertretern der königlichen Regierung zu Minden und eingeladenen Gewerbetreibenden, anSgeführt. — Betreffs der sog. geschlossenen oder außerordentlichen Armenpflege, d. h. der Fürsorge für solche Hilfsbedürftige, deren Pflege, wie die der Inen, Idioten, Taubstummen rc., sachgemäß nur in besonderen Anstalten erfolgen kann, wird als Absicht der Regierung berichtet, daß, insbesondere zur Vermeidung der Ueberlastung der Ortsarmenverbände, die Uebertragung diese» Zweiges der Armenpflege auf größere Verbände, in erster Linie auf die Kreise
de» gezierte» kokette», aber weltgewandte» Mode- pl'ppchev, mit denen er gesellschaftlich verkehrte und denen er die Conr schnitt. Noch viel weniger glich fie dell jungen Sängerinueu und Schauspielerinueu, die in der Mutter Hau» kamen. Am allerweuigsteu hatte sie mit jenen Mädchen etwa» gemein, die ihm am intertssantistill düukten, und die ihm heimlich zur Kurzweil dienten.
Al» Eberhard sei» BäScheu da» erste Mal erblickte, da kam fie ihm vor wie da» Selben Christi. So viel Studeutenstreiche und Späße er anch erzählte, fie blieb ernsthaft nud lachte nicht darüber, fie war völlig gleichgültig gegen th» und kam ihm garntcht — nein — garutcht entgegen, tote er e» von dem armen Schützling seiner Mutter wohl erwartet hatte. Das verdroß, das erboste ihn, denn er war eS gewohnt, mit allen jungen Mädchen sehr schnell auf kardialem Fuß zu stehen, nur Kari» ließ ihn unbeachtet. Trotzdem er sich bei jeder Gelegenheit über daS .dumme prüde Ding' lustig machte, so unterließ er eS dennoch nicht, oft verstohlen in ihre wundervollen braunen Rehaugen zu blicken nud tu ihnen zu forsche», den» fie erschiene» ihm bezavbernd schön — rein zum Verlieben. Auch daS goldig schimmernde Blondhaar, da» ihr seines Köpfchen umwallte, erregte seine Bewnndernng. Aber dem bleichen zarten Seficht fehlte jeder Ausdruck srohfinniger glücklicher Jugend, eS war für seinen Geschmack zn engelhaft, zu überirdisch, e» verriet zu deutlich et» still getragenes seelisches Leid. Dies und ihre au« besiegbare Kälte scheuchten den flotten Studenten zurück.
Vier Jahre waren verflossen. Eberhard hatte endlich fei» erstes juristisches Examen abgelegt und kam unu als R-fereudar in feine Vrterstadt zurück, um am dortigell Amtsgericht seine BesSästigunq zu finde». Er war eine schlanke hochgewachseue G strlt. Braunes wohlsrifirteS Haar lockte sich um sei» hübsches, aber etwas verlebtes G-sicht, aus dem eia paar dunkle Augen kcck nud leich:sinnig in die Welt blickten. Ein zierliches Schnurrbärtchen kräuselte sich
oder zu schreiben.--Tante Grete war Wiüwe.
Sie lebte in guten änßere» Verhältnissen von den Zinsen einer beträchtlichen Kapitals. Sie war feit dem Tode ihres Gatten an» dem M .... Stadt- theater ausgetreten, da ihre Stimme gelitten hatte. Sie unterhielt aber noch mit der größten Liebens« Würdigkeit den Verkehr mit ihren ehemaligen Kunst- genossen nud Genosfinnen. Ihre Hingabe und Be- geisterung für die Bühne nud namentlich für die Oper war ohne Grenzen. Mauch junge talentvolle Kuustaovize verdankte ihrer Teilnahme und Opfer- Willigkeit die Existenz.
Sie bewohnte die erste Etage einer freundlichen Villa der Vorstadt. Eine alte Dienerin, »die Barbe', führte den kleinen, aber höchst gemütttchen Haushalt, den» ihre Herrin kümmerte fitz nicht um wirtschaft- liche Angelegenheiten, Kinder waren nicht im Hanse. ,Der einzige Sohn studierte in Bonn die Jurisprudenz. Er war auch schon ein paar Semester in Göttingen nud Heidelberg gewesen, um an ver- schiedeuen Universitäten aus dem Born der Be- lehruog nud Weisheit da» göttliche Ins zu schöpfen, wie er feinet Mutter versicherte. In Wahrheit besuchte er Hörsäle und Kollegs sehr selten, desto häufiger aber die Kneipen und Fechtböden, denn er war ein wilder, zügelloser Mensch, ein Sausewind und Kueipzente, der aller Orten am liebsten die Bierverhättu.fie studierte. Wen» er sich mit gleich - gesinnten Kommilitonen za wüsten tobenden Gelagen oder überwütigeu Sketchen vereinte, wenn die vollen Gläser klänge», dann fühlte er sich wohl, dann war er in seinem Fahrwasser. — Aber die Mutter ent» schuldigte seine Fehler, fie war schwach gegen ihren Sohn, fie überschüttete ihn mit Geld und Zärtlichkeit. Er war ja ihr Einziger, ihr Abgott.
Kari» nahm vorn Vetter Eberhard, wenn er tu die Ferien nach Hause kam, wenig Notiz, nud auch er kümmerte sich nicht besonders viel nm das stille, langweilige Ding, die .dumme Triue', wie er sie heimlich nannte. Sie war so grundverschieden von
Das Transportwesen war so schlecht, daß ein Teil der Truppen nicht pünktlich seine Manöverstellungen zu erreichen vermochte. Und dieser Punkt ist bei einem Kriege für Rußland von der weitgehendsten Bedeutung. Gerade, weil daS Reich sich auf einen s» weiten Raum verteilt, muß die Verbindung wie am Schnürchen gehen. Welchen Zeittaum würde Rußland wohl gebrauchen, seine ganze Armee schlagfertig hinzustelle», wenn es heute mobilisiere» sollte? Nach den Erfahrungen dieses muftergittigen Manöver» würden Erscheinungen zutage treten', welche Europa ein Extra-Amüsement bereiten würden. Rußland hat eine gewaltige Armee, ausdauernde und unermüdliche Soldaten, energische Offiziere und Generale, aber es fehlt der Gehorsam, welcher erst der stärksten Armee die rechte Wucht verleiht, und eS fehlt auch die Uneigennützigkeit und Ehrlichkeit. Man spricht darum in Rußland nicht viel von den Muster- manövern und hat auch allen Grund, zu schweigen.
Deutsches Reich.
Berlin, 24. Sept. Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt nach Andeutungen beteiligter Reflortstellen die Meldung der .Kreuzzeitung' über den im nächsten Monate bevorstehenden Wechsel im Kriegsmini st e r i u m. — Ueber das neue rauchlose Pulver welche» bekanntlich bei den kombinirten Land- und Seemanövern in Schleswig-Holstein vielfach zur Verwendung gelangt ist, macht ein Berichterstatter der „National-Zeitung' eine Reihe von interessanten Mitteilungen, denen wir folgendes entnehmen. Eine bemerkenswerte Erscheinung ist, daß beim Jnfanterie- feuer selbst auf verhältnismäßig nahen Distanzen absolut kein Aufblitzen des Schusses zu sehen ist, während beim Geschützfeuer eine große, nach Art bengalischen Lichts matttot gefärbte große Flamme vor dem Rohre sichtbar wird. Inwiefern sich dies beim Scharfschießen, wo die Kartuschteile besser verbrennen, ändert, ließ sich hier natürlrch nicht erkennen. Weiter fällt für das Artilleriefeuer ber Umstand inS Gewicht, daß der Rauch in großer Zahl unverbrannte Bestandteile bezw. aus dem Rohre geschleuderte Pulverrückstände mit sich führt, die, wie grober Staub in die Augen fliegend, unter Umständen das Lehen der daS Feuer Leitenden beeinträchtigen können. Aber auch hier kann nur das Verhalten bei Pulvers beim Scharfschießen entscheibend sein. Im ganzen läßt sich feststellen, daß ba» neue Pulver, dessen für den Ernstfall am wesentlichste» maßgebende, ballistische Leistungen bekanntlich vorzüglich sind, sich vollständig bewährt hat. Der Berichterstatter macht die Be-
Bestellungea für das 4. Quartal auf die Dkrrheff. ZtitMg nebst Ums&fatt für die
Kreise Marburg und Kirchhain
und
Illustriertes Sonntagsbfatt werden schon jetzt von sämtlichen Postämtern und von unserer Expedition entgegengenommen.
In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Rindt Bestellungeu entgegen.
Mit dem beginnenden neuen Quartal werden wir eine Reihe Marburger Erinnerungen aus den Anfang dieses Jahrhunderts zum Abdruck bringen. Es sind diese- Originalaufzeichnungen von Zeitgenofsen, die für die Vergangenheit Marburgs von allgemeinstem Interesse sind. Auch kommen höchst spannende Romane neben größeren und kleineren Novellen und Humoresken zum Abdruck.
' Neu hinzutretende Abonnenten erhalten die bis zum Beginn des neuen Quartals erscheinenden Nummern gratis.
Die Exped. der Oberh. Zettg.
nicht genügt. Dem General Dragomirow gebührt bas Verbimst, diese Mängel ehrlich aufgebccft zu haben, unb ba biefer General eins ber beiden sich gegenübersteheuben Korps kommandierte, ist er gewiß als Autorität anzusehen. Es ist schon lange bekannt, daß die russischen Generale von zügellosem Ehrgeiz beseelt sind, daß jeder sich für ei« militärisches Genie hält und darum die Befehle dcS Oberkommandos wenig ober gar nicht respektiert Daher rühren bie schweren russischen Nieberlagen im letzten Türkenkriege, baher kommt es, baß bei biefem Manöver die Generale oft mit sehr derben Worten zur strickten Befolgung der OrdreS der Höchstkommandlerenden angehalten werden mußte», unb baß letztere ost gar nicht wußten, wo sich bie einzelnen Truppenteile eigentlich befanden. Wenn dies Manöver ein Ernstfall gewesen Ware, so hätte jede gut geführte feind liche Armee die Russen völlig über den Haufen geworfen.
Im letzten Türkenkriege erhielten die Russen im Lager vor Plewua lange Zeit ganz elendes Brod. Als die Sache gar zu arg wurde und untersucht werde» sollte, war das große Mehlmagazin so freundlich niederzubrennen. Einmal kamen int russischen Hauptquartier 100 000 Paar Soldatenstiefeln an, und als sie in Verwendung genommen wurden, hielten sie gerade einen Tag. Die Sohle» waren von Pappe. Das waren die ärgsten Fälle unter den Lieferantenstückchen damals, unb eS Ist seitdem von Petersburg auS wiederholt hoch und heilig beteuert, daß diese Betrügereien fortan unmöglich seien. Was sagt nun General Dragomirow über die letzten Manöver in dieser Beziehung? Das Futter für die Pferde war so schlecht, daß eS die Tiere nicht fressen wollten, und der den Soldaten gelieferte Zwieback war voller Würmer. Da» ist jetzt in FriedenSzeiten geschehen, wo noch einigermaßen genau kontrolliert wird; wie mögen im Ernstfälle die Dii ge sich ge ftalten, wenn alles brünier und blühet geht? Die gute Verproviantierung von Mann und Tier ist gerade von ungeheurer Wichtigkeit im Feldzüge. In Rußland ist die Hauptsache dabei freilich, den Staat um ein paar hunbcrltausenb Rubel zu beschwindeln. Hinterher ist niemand der schuldige Tell.
Daß es mit dem russischen Bahnwesen jammervoll bestellt ist, weiß Europa nicht erst seit der Eisenbahnkatastrophe von Borki, die fast dem Zaren und seiner ganzen Famllie daS Leben gekostet. Seitdem sollte es aber entschieden besser geworden sein, und besonder» ist im Westen des Reiches viel gearbeitet. Wa» sagt nun General Dragomirow?
lerne», was sie bisher nicht gelernt hatte. Eine Erzieherin wurde engaght, welche daS schlichte Natar- kiud mit eiserner Konsi quenz nach innen nnb außen dresstrte und ihm Gelehrsamkeit und feine Lebensformen beizubringen versuchte. Das war ein schwieriges Unternehmen. Karin verabscheute die Bücher, mit denen fie sich von früh bis spät plagen mußte, denn für den Segen geistiger Arbeit hatte fie kein Ver- stäudniS und für den Beruf einer Sängerin oder Schauspielerin weder Talent noch Neigung. Das wurde der Tante bald klar und es schnitt ihr tief ins Herz. Sie hätte Ihr Nichtcheu gar zu gern als gefeierte Künstlerin auf der Bühne gesehen, wo fie selbst einst so großartige Erfolge, so viel Ruhm und Ehre erworben unb geerntet hatte. Nun war ihr Plan gescheitert, und sie hielt ihr Liebeswerk nur für halb vollendet.
Karin besaß ein warmes, dankbares Gemüt, fie liebte unb verehrte ihre Wohltäterin, aber der Wechsel war zu groß unb unwiderstehlich zog es sie nach der Heimat hin. Eie sehnte sich nach ihren Schafen ans der grünen blumigen Trift, nach den kleinen zutrauliche» Lämmer», dem treue» struppigen Hunde, der niemals von ihrer Seite gewichen war nnb nach dem alten Hünengrabe kort oben hoch im Norden unter der großen Föhre, tn deren Schatten fie ihre süß'» Kinderträume geträumt hatte. Auch an Heinz, ihren Jngiudgkspielev, dachte fie viel und oft mit sehnsüchttger Treue. I» drei oder vier Jahre« — so hat er gesagt — kam er als Soldat tn die Stadt. Dann durste sie Ihn Wiedersehen. — Und diese Hoffnung hielt fie aufrecht, daran klammerte sie sich fest, wenn der Jammer deS Heimwehs si- übettoiltigen wollte. Mit der Zeit lernte sie sich in ihr Schicksal fügen, fie wurde ruhig, fast heiter, sogar ihr altS fröhliche» Kinderlachen stellte fich wieder ein. Nur wenn ein Brief vom Bielhof anlangte, war fie still und traurig. Aber diese Briefe kamen nur selten nnb waren von kürzester Fassung, denn der Haldebenohuer liebt e» nicht, viel Worte zu rede«
^Nachdruck »erboten.)
In der Haide.
Novellette von Johanna Berger.
(Fortsetzung.)
I Jeder drückte ihr die Hand und heftete fie. Aber « sprach kein Wort, langsam, mit modern, leerem «lick unb leichenblassem Gl fickt ging fie von Einem Nm Andern. Ihr ganze» Denke» kreiste fortwährend *6 einen Punkt: man stieß fie fort, fie mußte die Heimat, ihr Paradle» verlassen. Die Zukunft flößte V schreckliches, tätliches Grauen ein.
Als fie in den Wage» stieg, der fie von der Haide mtsühreu sollte, da brach plötzlich ein dumpfer Schrei W ihrer Brost tote von einer Ei stickenden. Sie jttmelte hin nnb her, denn die Füße versagten ihr k« Dienst.
Doch Taute Grete legte beide Arme sanft nm die Unkende Gestalt, bettete Karin» Kopf an ihre Schulter und redete ihr liebreich zu. Die Kleine lag Nnz still mit geschlofleue» Augen, fie atmete kaum, gn Laut fand mehr den Weg über die fest zu- Mmengepreßten Lippe». Wie ein kleiner Vogel, kr sich müde und matt geflattert hat, so gebrochen Ad todestraurig ergab sie fich tn ihr Schicksal. — *>«» sollte sie auch weiter thun? Sie hatte die ganze Arge Nacht zu Gott gebetet mit kindlichem Vertrauen.
hatte aber Gott ihr Gebet nicht erhört. Nun «te sie den Mut verloren. —
Wochen unb Monate entschwanden rasch im Strome 1 i kt Zeit. Sie dünkten Karin ein Martyrium, denn *- brachten ihr eine völlig veränderte, ihr wenig empathische Lebensweise. Die Tante war eine gute finge Fran, die fich Mühe gab, das Herz bei *Me zu gewinne». Sie ließ ihr schöne Kleider *«chen, und t» verging kein Tag, wo fie ihr nicht 2*0» schenkte, Schmncksacheu, Bänder und andern ?*tz und Tand, welcher ein junges Mädchenherz er« j^ue» konnte. Doch auch uach anderer Richtung ** erfüllte fie ihre Aufgabe. Karin mußte alles
Erscheint täglich außer an «ertragen nach Sonn- unb (IBawIUmma Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes,
Feiertagen. — Quartal-Abomremeuts-Preis bei der Expe- Zv» tl LU 111.(1» sowie die Annoncen-Bureaux von Haaseustein unb Bogle,
dition 2*/, i)tt, Bet ben Postämtern 2 Mk. 50 Psg. lexkl. •’ in Frankfurt a. M., Lastet, Magdeburg u Wien; Rudolf XXV
Bestellgeld). JnserttonSgebühr für bie gespaltene Zeile Freitag, 26. SeHteMbei 1890. Moffe in Frankfurt e. M., Berlin,München tu KÄ»; <8.2. AAV*
10 Psg., Reklamen für bie Zeile 2b Psg." y*v«**vv* »aube u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain
Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.