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Wöchenüiche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain - Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
^^M^.^u^^Mon^E.Pr^be^d^rr'p^ nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS,
Mtimt 2*/t Mk., bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. UUVlp unb d-gl«- ___ Ä ,
Dienstag, 23. September 1890. «ÄÄvtkSÄÄS XXV. Jahrgang.
______ mauve u. tto. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
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Erste Liebe.
Novelle von I. Bergien.
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Berlin, 21. Sept. Englische Blatter krtreiten die Nachricht, daß die Häuptlinge der Mepis eine Deputation an den englischen Gouverneur p Akra gesandt hätten, um gegen die Abtretung tzt nurpreS Landes an Deutschland zu protestieren. Die Mwohner hätten sich der Besetzung dieses Gebiets Wach die Deutschen widersetzt, sodaß die Deutschen WWungen gewesen wären, sich mit mehreren Ber- Mvdeten zurückzuziehen. In hiesigen amtlichen p«r>sen ist hiervon nichts bekannt. — Tie „Nordd.
Zig * bespricht die bereits amtlich widerlegten «schuldigungen der englischen Press. betreffs des geblichen ErlaffeS über den Sklavenhandel ^ch^die deutschen Behörden in Ostafrika und sagt:
.In Deutschland besteht der feste Wunsch, mit dem «ausschließlich mit den Jntereflen und Einflüssen der s Innung, die Musikmeister--In nuna und die ^nnuna
Nachbar Msens be8 Kanals m Freundschaft zu- Arbeitgeber identifiziert." Es wurden sogar damals der Zahnkünstler BezügUch bet Arbeitszeit der
sammenzugehen. W-r wissen auch, daß dieser Wunsch seitens dir Regierung di. Mittel zu einer Weber- Anbetternn.n^
Englands geteilt wird, affoziation bewilligt. Die Lektüre des Wortlautes schieden- Fragen7orgelea? w°^
Aber diese Freundschaft setzt bte beiderseitige An- der Briefe an die betreffenden Behörden gewährt indessen nurvonden Kürschnern' Schneibern und
erkennung, Gleichberechtigung und gegenseitige Achtung einen überraschenden Einblick in die unerschrockene Schuhmachern Beantwortung gefunden und »war Rückb i'ck a^dk° » in «nem Thatkraft, die auch auf diesem Gebiete den damaligen lauten di? betreff^nd 7Lcht?k7m Le7e ne! zu
Ruckbickaufdie schlesischen Ka.sertage: „ES Ministerpräsidenten v. Bismarck charakterisiert. - stimmend. - Zwischen Sansibar inerstttt und Ba
Ä ?e die Auf- Zu der Meldung b« .Kreuzzettun^ der Bundesrat gamoyoezw. Da 7 S-Salaam an d OstkM
"2°mknt mid Sorge des Ka.serS stets den ge- werde die Initiative zur Aushebung des JdentitätS- von Afrika andererseits ist eine teleVrap&if*? famlen Ausgaben seines Herrscherberufs zugewendetlnachweiseS für die Getreideausfuhr ergreifen be-!Kabelverbinduna teraetent unh in «»nnnmntln mit b., W.ffrnaufm.rtf.mto „.,tm bi „Bat P-l. R-chr.-, M*16’ S W Xtemta’etaffiü WtS wattigen Beziehungen zu verbinden weiß. Bon nicht zutreffend; der Bundesrat sei mit der Beschluß- die Eröffnung ?iner gleichen Verkehrs-Anstalt in den einem militärisch politischen Besuch im Norden zurück-I fassung in der Sache vielmehr noch nicht befaßt. I nächsten Ta^n ersolgem ^Ett^r§'8lnftQlt ben 'tto,° Ä* gewinnende Persönlichkeit für die l DaS aber sei richtig, daß die Frage den Gegenstand I — In den Mitteilungen des ReichS-Anreiaers" Wohlfahit des Reiches und den Frieden Europasleingehender Erörterungen in Regierungskreisen ge-lzur Reform der Gewerbesteuer war bemerkt ihre Fruchte getragen hat, konnte der Kaiser mit «bildet hat und wohl noch bildet. Es bestehe an Iworden, selbst bei der Annahme eine- Steuersatzes einem emzigen Drucke der von dem Kaiser von maßgebender Stelle die Absicht, di. Frag-nicht von 1'»(B
#6? Sebote"en Freundeshand aller Welt weiter mit einem „non liquet“ in der Schwebe zu Ueberlastung der Großbetriebe^kaum die Rede fein
nh 1”' 7 e beui^en He^Zens I erhalten, sondern sie in der einen oder anderen Weise! Die „Kons. Korresp." erklärt, diese Ansicht zu teilen
über alle möglichen Anfechtungen erhaben bleibe, endgültig zu einem AuStrage zu bringen. Seien,!denn in der That wäre bisher das Kleingewerbe Meiln^nS^S r^be5 “*? beftlitkn toerben f0“/ bie Aussichten für gegenüber den Großbetrieben stark im Nachteil^ Daß
ArbeüerwohlS, welche sich an alle ohne Unterschied eine positive Lösung derselben in letzter Zett gestiegen, die konservative Partei aber jedem Bestreben welches
d e ftlsche Vorstelluna kdinl ck^« damit doch noch keineswegs der Ausgang fest, zur Entlastung deS Kleingewerbes und des Hand^
o e fatsche Borstellung zurück, als ob lediglich em Em etwaiger Antrag Preußens auf Aufhebung des I Werks führt, wohlwollend aeaenüberstebt und bie
®“?9e^n«nbea7t^7t(. fei/ um die Identitätsnachweises würde im Bundesrate ohne Hand dazu bieten wird, die wohlhabenderen Klassen
S ?e“; 1813, wo Zweifel dem «östlichsten Widerstände begegnen. - Ld das Großkapital u GunstL d«L?ig?r be"
snb °ffc,k-° n« Jb mera ße te eS ®Iei($ anderen Verbänden und einzelnen Gewerken! mittelten Staatsbürger stärker zur Bestreitung der SL'wartig wiederum die höchsten Güter zu vn- ist auchder Berliner JnnungSausschuß vom|St°ats°usg°ben heranzuzi?hen, L s7bere«S durch hnt?.9r n,haf'°5U hte S.l * tDir un9, “Ctr "^dnungs- und Polizeipräsidium aufgrund der bereits erwähnten das Verhalten der Fraktion in den Landtagssessionen
InS aufgeboten werden muffe Ministerialverordnung zu einem Gutachten üb« ein- seit 1883 und früher dargethan. Damals ergriff
Mrge7ausgeichlosst7 sei"^ Was ^'d« Kaller TXT B-stlmmungen der zur Beratung stehenden Ge- die konservativ. Fraktion hi°s?chtlich der Steuerreform
sei klar unbhnhL h„6 hns b ' werb.ordnungSnov.ll. aufgesordert worden. JnSbe- die Initiative und in der Session von 1887 brachte
Serr cher beistebe mr Etre Ä.,r7"7?°^oI7"' 1°"™ ?u6,^u6 übcr '«ne Meinung sie folgenden Antrag ein: „Das Haus der Abge-
Erreichurg von Absichten, I bezüglich der über dre Regierungsvorlage hinaus' I ordneten wolle beschließen: I ^n Erwäouna daß richtet sind. -—* SYnt Reichetane tnivh vnip pa 1 fiAiTtrii I besiegende ^lassew und klassifizirte Einkommen-
btrV,16«7b3?.. 4SlI».; ».». ^'d'' Die KommilslonIstellte b« S-Ulldstd-N -m-r »ilichm-iigen tmb I-.
777°’Jt ” b L . schlesischen Weber zur hat sich bekanntlich für mindestens 30 Stunden Ar- rechten Besteuerung nicht entspricht; II in Erwäamia Sprach- ^bracht werden. Da derselbe überhaupt beitsruhe für jeden Sonn- und Feiertag, für 60 daß die Ungleichheit der Besteueruna des Grunds
7e7em^ntercll.^Ä7?7?78' «« bon nDgeJ SiunbeR für bie drei hohen Feiertage und für 48 fitzes gegenüber dem mobilen Kapital die Einführung
BiÄn^r^schon ^imb^abie^Ägä^einen s-b^m^^ Stunden für zwei sonst nacheinand« folgende Sonn- ein« Kapitalrentensteuer notwendig erscheinen läßt; Cismar- Ntzonim^ahre 1864 einen sehr umfang- und Feiertage gegenüber den in der Regierungs-IIII in fernerer Erwäauna daü im Einblick mtf ff®£5S?Ä?ifdr7(°he in S'n^menen 24, 48 und 36 ben Rückgang des KleingewerbeS^die Bchimmungm LMdrat Olearius eia ns £11 « " ^gesprochenen und mit diesen Beschlüssen der Gewerbesteuer vom stehenden Gewerbe einer der
kommen fdire™t Äeinen%"I,n9*" M einverstanden wirtschaftlichen Entwickelung entsprechenden Reform d°k « ' bTJnwZJT Gericht sehr tadelnd, erklärt. Im Sinne der Regierungsvorlage äußerten dringend bedürfen, die königliche StaatSregierung zu
Änbi^ SS* b» Maler und Schornsteinfeger; dagegen ersuchen, im Anschlüsse m. bk bereits vom Haufe
n '^a»^LLL °n»-f°ßt wünschen folgende Innungen, daß ihnen die Sonn- der Abgeordneten in der Session pro 1883/84 ge-
H“ ?- fr"9e9c?en to«be: Die Schlächt«-, die machten Vorarbeiten, einen Gesetzentwurf in bet
__ to b f ’ nt^f einmmmt, sondern sich \ Backer-, bte Konditoren-, die Perrücken- und Friseur- nächsten Session vorzulegen, welcher den zu I.—II.
bitten nAttKta Sdt”«ftmbm4 *fit hftj'r®' lB| £?%»?•?' "* itößist mich Ittch, mtht stattte« Kötpte in tebtlene t&oänbtr. 61. strich ihr
mein trautes Lieb! Der Abend wird kübl ®i
Deine nassen Kleider ableaen und in hn ? nicV8 "ehr zu vnzeihen — aller«wußte im ersten heftigen Schreck nicht recht, war ste
damit Dn nicht kravk wirst.. ’ »ehe«, ist verAeffeu und vergeben I' beginnen sollte. Mit thräueuden Angen saß ste neben
.O, ich kann ja aebeo^Walter! i* m« 5^ tai 0cIitPte/ ewzige, süße Leonore! Nnn will der Kranken, st. konnte sich aber nicht zusamm.nreimen,
habe mich wieder erholt!.' antwortet?W u“ «»derer, besserer Mensch! was eigentlich geschehen war, aber ste zürnte Walter, lieblichen Lächeln 1 e*nem | !e ? Du sollst mit mir zusriedeu fein und ich I auf ben sie all. Schuld wälzte, sie zürnte ihm bitter,
.Nein, süße Lore Dn f°M ra andern und keinen größeren Wunsch mehr! und wenn ihr gnt.S Herz überhaupt einer solchen
noch zn schwach, ich trage Dich!» " b an^6 *r* »^lich zu sehen.« Regung fähig war, so quoll eiu Gefühl tiefen Haffes
Sin ick Dir nbr nnA I Mädchen schmiegte sich jetzt noch fester au! jetzt gegen ihn ans. Daun sah ste, wir plötzlich
^Echlin?« Deinen Arm fest u I «116 ®Bf einmal wieder! wieder Leben in das erschöpfte Mädchen kam, wie ihre
erwiderte er. Wl* tta ftra »iji ai ihr Körper schauderte blauen Augen stch west öffneten und wie sucheub durch
Eie schmiegte sich zärtlich rutraulick ei„k | Ficberftost zusammeu und ihr Blick hing das Zimmer flogen. Dann fühlte sie ihre Hände
glei^au ihn und er hatte fie"in fl-h-»d auseiuem Gesicht, ergreifen nud mit Küssen bedecken.
" Moment in I „Walter I. schrie ste auf, nud daun sank ihr „Ich bin so glücklich, Tantchen Sophie«, flüsterte ?eFed« bob « ffe em?°rÄ. ?a Ä®"' Wie Söpfchen matt unb kraftlos zur Sette. Sie «ar von Lore, „ich habe nun alles überwunbenl.
S“' Ä; U"d so schritt er mit ihr Neuem ohnmächtig geworden. SS waren nur wenig, tiusach. Wort., aber er
aaua auf btt”mrfe $b et fte^Än J“ I ,®“Uer h^ett st. fest in seinen Armen. Halb ver-l lag ein. solche Wrichhett und Jnnigkett in dem Ton, Bo e e« nÄ" Agenblick zweifelt und zitternd vor Augst trug er ste im mit welchem sie gesprochen, daß Tante Sophie to
ietztumsato»»^ .?b" auch schllkllsteu Lauf, übet die Wese In daS Wittven- rnhigt wurde und ihr Zorn verschwand. Was foHte
SitIhinein. ste auch jetzt noch thnn? Die Gewall der «Sen Siebe
»r“fc 3” starren Schrecken blickte die Fran Försterin hatte hi« all. Bedenken, alle Rücksichten und alle k« w sehnsuchtsvoll üb« das auf, als der junge Herr von Günther nngeKi« und Schranken durchbroch«,.
« IS ro!?; , i» sichtbarer Aufregung mit Lore auf ben Armen in Unb jetzt trat auch Walt« wirb« in» Zimm«,
riefte M« ba8^6 2l?rJ/l<6r n‘te® Wohnzimmer stürzte. Ec kniete vor bem Sopha nieder nnb küßt, bie Heinen
Iritee a^' Ä n J8* oluirot bie I ,O, Dn mein gütig« Jesus 1' schrie st. jamm«nd Hände, bi* drmHen Haare Leonores. Er nannte sie
- und auf. „Was ist geschehen. Da, Klub - die Lore-srin. geliebte Brant, sein alle,.-- B
tau« K? - Z^b, ste ist tot?- Unb da« kranke Mädchen lag M nnb ruhia da
M.te!L?8&e-U,lbi?^rt drüben I „Sie ist nur ohnmächtig, schaffen Sie schnell HÄft!»I in bie Kissen geschmiegt nnb dar hold. bleicheAutlitz t« ioxten Nebelduft die weiße Düne, ring, um nnljfeflte Watt« und ging au ihr vorbei, nm dal Mädchen! trug ein seligeS Lächttu um ben Beinen $nnk
(Fortsetzung statt Schluß.)
^Und wieder beugte er sich über das bleich. Mädchen und forschte, ob das Herz noch schlage, und «er das leise Klopsen desselben vernahm, stieß et "vu lauten Freudeuruf aus.
.Lore, weine Geliebte, mein aller, mein Weib«, r. wL -?'di lass, ich Dich nicht wieder von mit 3* "'st mir teurer wie alles, alles ans bet Welt- ^.niemals darfst Dn von meinem Herzen fort!« 6, ” richtete sich auf und setzte sich auf dl. Bonk. f5»g btn «starrten Körper auf seine Knie nnb £«te ihr Haupt sauft au feine Brust. Er trocknete ^feit dem Taschentuch das bleiche Antlitz und to *k es mit seinen Küssen.
^>Dn darfst nicht sterben, meine süße Lore, Du "•Bt lefcen bleiben, mein einziger Glück I« flüsterte “bei vor sich hin.
«ber Leonore lag noch immer wie tot in seinen Tte lockigen Haare fielen in einzelnen bei» ^"-Eirähnen üb« die Stirne und den Nacken herab, umfingen verzweiflungsvoll das bleich. Oval des süßen, lieblichen Gesichtchens •u ®en dunkeln Brauen, unter denen die langen __Wimpern die sanften blauen Augen deckten.
farblosen Lippen lag ein Zug von neunen» - Bu® Weh. SS schien ihm, al» würde beim Anblick 1^, »»schuldigen Wesens fein ganzes Denken nüd Sj^^beu Haier nnb reiner, als ginge jeder Wunsch d^i« Selbstsucht unter in der heißen Sehnsucht: Bll „"och gut, edel und aufopfernd zu fein.
jjkb endlich schlug ste unter feinen Bemühungen ^r die Augen auf. Langsam, noch in Halberve.
siel, ihr »lick auf Walter. Offenbar begriff ^^.,wiefie in dies, seltsame Lag. gekommen t,*, P ötzlich Überflog eine Purpnrröte die noch nLL° blaffen Wangen und sie blickt, ängstlich in dar
” «er sie gebeugte, «rrgtt schöne Miunnarttlitz.
Bestellungen für das 4. Quartal aus die
nebst ßreisBfatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und
Iffuffriertes §onntag§6fatt werden schon jetzt von sämtlichen Postämtern und von unserer Expedition entgegengenommen.
In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Rindt Bestellungen entgegen.
Mit dem beginnenden neuen Quartal werden wir eine Reihe Marburger Erinnerungen aus den Anfang dieses Jahrhunderts zum Abdruck bringen. Es sind diese- Originalaufzeichnungen von Zeitgenossen, die für die Vergangenheit Marburgs von allgemeinstem Interesse sind. Auch kommen höchst spannende Romane neben größeren und kleineren Novellen und Humoresken zum Abdruck.
Neu hinzutretende Abonnenten erhalten die bis zum Beginn des neuen Quartals erscheinenden Nummern gratis.
Die Exped. der Oberh. Zettg.
Deittfches Reich.