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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnement-«Preis bei der Expe­dition 2% Mk-, bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene «eil« 10 Pfg., Reklamen für die geile 25 Pfg.

Marburg,

Freitag, 19. September 1890.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», Ernt« die Annonren-Bureanx von Haasenstein und Bogle, Frankfurt a. M., Saffel, Magdeburg u-Wien; Rudolf

Moste in Frankfutt a. M., Berlin, München u. Köln; B. g. Baude u- So. in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover, Pari».

XXV. Jahrgang.

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Bestellungen für das 4. Quartal auf die

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orm. 0«, >ends 52, 6.80 460.

nebst Mreisökatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und

3ffu|trierfes Sonntagsbfatt

werden schon jetzt von sämtlichen Postämtern tob von unserer Expedition entgegengenommen. In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Rindt Bestellungen entgegen.

Im neuen Quartal kommen höchst spannende Romane neben größeren und kleineren Novellen »nb Humoresken zum Abdruck.

Neu hinzutretende Abonnenten erhalten die bis zum Beginn des neuen Quartals erscheinenden Nummern gratis.

Die Exped. der Oberh. Zeitg.

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Nshnftock.

Aus Petersburg ist dieser Tage berichtet worden, der Trinkspruch, welche» Zar Alexander am Geburtstage des österreichischen Kaiser» auf denselben « Narwa ausgebracht hatte, von den russischen Tischgäste» mit tiefem Stillschweigen ausgenommen torde. Der Vorfall zeigt die wahre Gesinnung ber russischen Generale und Hofkreise gegen Oester- mch-Ungarn, eine Gesinnung, die von den zahl­reichen panslawistischen Zeitungen auch dem russischen Bolke einzuflößen versucht ist, und zwar nicht ohne Erfolg. Anders werden die Dinge sich gestalten, wenn Kaiser Wilhelm in dem schlesischen Schlosse Aohnstock, wo er gegenwärtig mit dem österreichischen Monarchen zusammengetroffen ist, daS Hoch auf seinen Gast ausbringt. Kaiser Franz Joseph ist im öwtschen Reiche sehr populär; rin herzlicher Will- wmm gilt dem befreundeten Fürsten, warme Teil­nahme dem edlen Monarchen, der es so herb em- psanden^ hat, daß auf stolzen Thronen nicht immer bas Glück wohnt. Und zu beiden Kaisern gesellt sch der beiden befreundete König Albert von Sachsen »nd eine Fürstenzusammenkunft wird somit geschaffen,

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l Nachdruck verboten.)

Erste -lebe.

Novelle von I. Belgien.

(Fortsetzung.)

Zwei große Thräneu raunen jetzt langsam au «res bleichen Wangen herab, sie hob plötzlich die «iw empor und schlang fie n« der Mattoue Hals, flüsterte: .Ich bin ja ruhig, Tantchen Sophie, schlimmer kann e» uv» nicht »ehr kommen nnd ich «to auch beten.*

Festplatz klang die Musik in sanften ge. Mfteu Lauten durch da» offene Fenster »ud man wjte den Gesang Kathrin», welche in der warmen **ben Sommernacht noch vor der Hansthär saß.

Und hat Dir Gott ein Lieb' bescheert, So halte sie recht treu und wert, die Deine Es wird wohl wenig Zeit um (ein, Tann läßt sie Dich so ganz allein dann weine.

. Zm tzerreuhaufe von GuutherSdorf war gegen Me August wirklich der erwartete Besuch vou Taute Ma und ToSka eiugettoffen. Kurze Zett darauf M auch Waller ein. Tante Mala war die jüngere Mester der Landrüttu und au einen General vou ZMbeu in Berlin verheiratet gewesen. ToSka war M Stieftochter. Sie war eine gute Frau und ftei V allem Hochmut und Stolz. Sie hatte da» größte Meid mtt Krankheit und Armut und gab wtt volle» Mden vou dem Reichthum, den sie besaß. Obgleich Mka nicht ihr eigene» Kind war, ding sie doch mit Mottischer Liebe an dem reizenden Mädchen, erfüllte An kühnste Wünsche und ergab sich freilich ost schwerem Herzen in alle tolle» Laune» de» Mra verzogene» Mädchens. ToSka war als kleines z®6 schwächlich nnd von beunruhigender Zartheit dfwese», mau ließ ihr deshalb alle» Wille», um sie Ut aufzurege», und verhätschelte fie iu jeder Weise. £' entwickelte sich aber später zu einer vnuderbar be- ?>ckeudeu Mädcheoblüte »vd gall iu den aristokratische» Ekttseu Berlin» al» große Schönheit und glänzende

die freudige Genugthuung in jeder deutschen Brust hervortust. Bie beiden Kaiser, deren festes Bünd­nis den europäischen Frieden sichert, der treu zum Reiche stehende König, den, nach unseres Kaisers eigenen Worten, Kaiser Friedrich gebeten, nach seinem Tode seinem Nachfolger zur Seite zu stehen! Be seinem offiziellen Besuche in Dresden hat Kaiser Wilhelm II. in seinem Trinkspruch auf den König Albert lltzterem dafür gedankt, daß er alle Zeit wie ein Vater mit Rat und That ihm nahe gewesen sei. So können wir mit vollem Recht sagen, daß die Fürstenbegegnung in Rohnstock eine solche ist, welche auf echter, wahrer Freundschaft beruht, deren Festig­keit in trüben Tagen mehr als einmal geprüft ist.

Die Kaiserbegegnung hat unzweifelhaft auch ihre hohe politische Bedeutung, denn beide Monarchen werden von ihren leitenden Ministern begleitet. Zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn ist ja alles hell und klar, da giebt es nichts mehr zu vereinbaren oder zu erwägen. Ueber zehn Jahre besteht der Friedensbund, und wenn auch in diesen Jahren die Männer am Steuer gewechselt haben, die Grundlagen des Bundes sind dieselben geblieben. Was beiden Reichen aber nahe geht, das ist das Verhältnis zu Rußland, und wir glauben nicht, daß Kaiser Wilhelm und Herr v. Caprivi so ganz um­sonst in Narwa und Peterhof geweilt haben. Es ist ja dummes Zeug, wenn von russischen Zeitungen angekündigt ist, der deutsche Kaiser werde den öster­reichischen Monarchen bewegen, der russischen Orienl- polittk zuzustimmen. Das hat Fürst Bismarck nie gethan, nnd unser Kaiser und Herr v. Caprivi werden eS ebensowenig thun, und zwar schon des­halb nicht, weil sie wissen, daß es ihnen nichts helfen würde. Die orientalischen Angelegenheiten können uns, an und für sich gleichgiltig sein; sie sind aber für Oesterreich-Ungarn schon angesichts der geographischen Lage deS Staates von großer Wichtigkeit, und Aufgabe der deutschen Politik kann und wird eS niemals sein, den Verbündeten Staat zu zwingen, seine eigenen Jntereffrn zu mißachten. Deutschlands Aufgabe kann eS allein sein, einen Ausgleich zwischen Rußland und Oester­reich-Ungarn herbeizuführen und daran hat es großes Interesse, schon darum, weil ein russisch-österreichischer Krieg auch uns in Mitleidenschaft zieht. Der Wort­laut de» deutsch-österreichischen Bündnisses läßt hierüber keine Zweifel. Wenn Rußland und Oesterreich-Ungarn wieder in wirklich gute Be­ziehungen zu einander treten sollen, so müssen beide Teile nachgeben; einen anderen Weg giebt es nichj.

Partie. Obgleich fie schon, trotz ihrer Jngeud, einige kleine zarte LiebeSinttigue» gesponnen hatte, dachte fie nicht daran, den einen oder anderen ihrer Anbeter zu begünstige», den» fie hatte e» sich in de» Kopf gesetzt, ihre» schöne» Vetter Waller z» heirate». Er war zwar wild u»d leichtsinaig, aber dennoch waren die schönste» Mädchen gerade lächerlich in ihn ver­narrt. Seine viele» Fehler, welche vor dem makellos leinen »nschnldtge» Gemüt Leonore BanerS als Sünde erschienen waren, machten ihn der wllden ToSka n»t nm so interessanter nnd begehrenswerter. Er hatte ihr gefalle», fie fanb ihn schön, pikant »nd distingntrt, kein Wunder, wenn sie schon als Sackfisch für ihn schwärmte nnd der nachfichttgen Mama er­klärte, keinem anderen ihre Hand zn reichen, als ihrem entzückenden Vetter Waller. Und die allezeit güttge Senerali» hatte fast keinen anderen Wnnsch. Obgleich

innerlich da» tolle Treiben ihre» Neffen verab- £"2*' «1° M.eU,fte desselben doch für eine paffende

ffitJEoala. Leichtsinnige Männer werden die besten Ehegatten mit diesem AnSspruche schenchte ie etwaige Bedenken, welche dennoch bet ihr anf- tanchen wollten, fort, nnd fie begann wtt ihrer Schwester eine kleine geheimnisvolle Korrespondenz Iber die interessante Angelegenheit z» führen. Nicht» l'onnte Fran von Günther erwünschter sei», al» eine Heirat zwischen Waller »nd ToSka, da dieselbe ihren Sohn sofort an» allen Verlegenheiten riß, in welche er sich durch seine» LebevSwandel gestürzt hatte. Sowett war die Sache gediehe». Tavte Mala war mit ToSka »ach Günthersdorf gekommen und die >eti>en schönen jungen Leute waren täglich iw zwang- osesteu Verkehr mtt einander, eS konnte ja gar nicht ehleu, daß die Liebe in Hellen Flammen bei ihnen emporloderte und dann waren ja alle Wünsche nnd Hoffunngen erfflüt.

Walter» Gedanken wanderten wie tranmbefangen tter die letzten Ereignisse vor seiner Abreise »ach Stettin hi». Er war dort fleißig gewesen nnd hatte sich mtt einer Art von Verzweiflung iu seine Arbeiten

Niemals wird man in Wien alle russischen Forde­rungen bewilligen, wenn der Zar nicht ebenfalls Entgegenkommen zeigt. Zu diesem Entgegenkommen wären die Dinge vielleicht schon gediehen, wenn die panslawistische Klique in Rußland nicht immer wieder den Zaren in ihrem Sinne beeinflußte. Ob ttatij der Kaiserbegegnung von Rohnstock ein Wechsel in den russisch-österreichischen Beziehungen eintritt, bleibt abzuwarten; man weiß ja noch nicht einmal über das Resultat der russischen Reise drs deutschen Kaisers e:was Genaue». Man muß da sich eben gedulden, und darauf bauen, daß der gute Wille, die Orient­schwierigkeiten aus der Welt zu bringen, in Berlin und Wien besteht, bleibt in Petersburg der Eigen­sinn Herrscher, nun, so geht auch darum die Welt nicht unter.

Britisches Reich.

Berlin, 17. Sept. DerReichsanzeiger* sagt in seinem nichtamtlichen Teile: Heute trifft Kaiser Franz Josef zum Besuche deS Kaiser- Wil h e I m in Rohnstock ein. Ist der Besuch auch nur den militärischen Uebungen gewidmet, welche sich vor den Augen der Majestäten abspielen werden, so darf doch die Thatsache der Begegnung der beiden Majestäten als ein neues Unterpfand der, wie sich Kaiser Wilhelm am 5. September bei dem Fest­mahle in Gravenstein ausdrückte, engen Beziehungen innigster Freundschaft und festester Waffenbrüderschaft gelten, welche zwischen beiden Monarchen bestehen. Das deutsche Volk ruft dem erhabenen Freunde unseres Kaisers bei dem Betreten deS deutschen BodenS ein herzliches Willkommen zu, womit eS den Wunsch verbindet, daß auch diese Begegnung sich den hohen Zielen, welche beide Majestäten für das Wohl ihrer Völker beseelen, förderlich erweisen möge. Die Militär-Luftschiffer-Abteilung hat Befehl erhalten, sich ungesäumt von Berlin nach Wilhelmshaven zu begeben und sich am 18. bezwse. bat folgenden Tagen an Bord des Artillerieschulschiffes Mars* behufs Abhaltung einer Uebung, die vor­aussichtlich in der Jademündung stattfinben wird, einzuschiffen. Diese Uebung soll gewissermaßen die erste Etappe auf dem Wege der Einrichtung einer selbständigen Marine-Luftschiffer-Abteilung sein. DerReichsanzeiger* schreibt: Sofort nach dem Er­scheinen deS Artikels derTimes* vom 15. Sept., demzufolge der stellvertretende deutsche Reichs­kommissar in Ostafrika mittelst einer Proklamation den Sklavenhandel für erlaubt erklärt haben sollte, demzufolge ferner unter amtlicher Mitwirkung

gestürzt, nm seiner trübe» Stimmung Herr z» werden. Vergnügen nnb Zerstreuungen widerten ihn an. Au Leonore dachte er jetzt mit Ruhe, ohne Groll, ohne Hoffnung, fast ohne Sehnsucht. A» dem Tage, wo er sich nach vergeblichem Flehen nm ihre Liebe traurig und an Allem verzweifelnd von ihr abgewaudt hatte, wo er ihr Lebewohl gesagt an demselben Tage hatte er ihr auch entsagt. Sie stand vor seiner Seele als das stolze, herbe Mädchen, welche» auf feine 6er» zweifelten Bitten nur mit einem kühlen .nein* geant­wortet hatte. Sie wollte nichts vou ihm wissen, sie jatie ihm zu deutlich ihre Verachtung gezeigt. Sie liebte ihn nicht nnb würde ihn niemals lieben können, denn wenn ein einziges Fünkchen davon in ihrem Herzen gewesen wäre, dann hätte fie ihn nicht so grausam von fich stoßen können.

Aber daran ließ sich nichts mehr Luder». Walter ühlte die» lebhafter denn je, aber er wußte auch, » mit Lore alle» verschwunden war, wa» da» Leben ihm noch wert machen konnte. Ihr holde» BUd stand vor seinen Augen wie eine hehre Licht gestatt, nach der er vergeben» die Arme »»»breitete. Aber sie war verloren für ihn, hoffnungslos verloren. Er hatte einen ganzen Mannesstolz zn Hülfe gerufen, um fein Geschick mtt Würde zu tragen, und e» war ihm nach langem Ringen gelungen. Au die Zukuuft dachte er wenig, da» Heute war ihm fast ebenso gleichgiltig wie das, was morgen kam. Er fand eine unbewußte Befriedignug darin, von einem Tage znm andern ohne Wnnsch, ohne Begehren, ohne besonderes Inter» esse bahinznleben.

Arbeit war da» einzige, wa» ihm vefriebignng verschaffte. In dieser Seeleustimmnng sah er Tante Mala nnd die kleine ToSka wieder, die er znm letzten Male vor drei Jahren in Berlin besucht hatte. Er war frappiert, fast geblendet von der eigenartigen innberückendeu Schönheit diese» Mädchen», aber er verliebte fich dennoch nicht in fie. Sein Herz hatte die Fähigkeit dazu verloren. .Der Schmetterling muß fliegen* hatte er damals im kühlen Spott

eine öffentliche Sklavenauktion in Bagamoyo statt» gefunden haben sollte, forderte das Auswärtige Amt einen telegraphischen Bericht deS gedachten Beamten über das Sachverhältnis ein. In einem heute ein­gegangenen Telegramme berichtet der Beamte aus Zanzibar, daß er eine solche Proklamation nicht erlassen habe, daß vielmehr wahrscheinlich der Unfug eine» Araber» der Nachricht der englischen Blätter zugrunde liege. Eine Untersuchung werde sofort eingeleitet werden. Daß in Bagamoyo eine Sklaven­auktion unter amtlicher Mitwirkung abgehalten worden fei, sei undenkbar. Dr. Schmidt wird sich ungesäumt nach Bagamoyo begeben und von dort weitere Berichte senden. Der stellvertretende Reichskommissar für Ostafrika, Dr. Schmidt, hat den nördlichen Teil des Schutzgebietes definitiv in sechs Stationsbezirke eingeteilt. ES sind dieS Tonga, Pangani, Saadani, Bagamoyo, Dar-eS-Salam und An der Rufidji - Mündung*.

Danzig, 17. Sept. Die Regierung verhandelt zur Zeit mit de» Behörden von Städten, in welchen eine staatliche Polizeiverwaltung besteht, wegen der Uebertragmig der Markt-, Gesinde-, Schul-, Feld- und Jagdpolizei zur selbstständigen Verwaltung. Kürzlich ist auch der Magistrat in Danzig zur Steu­erung darüber aufgefordert worden, ob er bereit sei, diese Zweige der Polizeiverwaltung zu übernehmen.

Breslan, 17. Sept. Kaiser Franz Josef ist heute mittags 1 Uhr hier eingetroffen und wurde am Bahnhofe von dem Generalfeldmarschall Grafen Moltke und dem Oberpräsidenten von Sehdewitz empfangen. Unter dem Jubel der Bevölkerung fuhr der Kaiser nach dem Schlosse, wo er von der Kaiserin auf da» herzlichste begrüßt wurde. Der Kaiser nahm daS Diner mit der Kaiserin ein und fuhr sodann um 3 Uhr nach Schloß Rohnstock. Die Kaiserin hat um 4 Uhr die Rückreise nach Potsdam angetreten und wurde beim Abschiede von einer dichtgescharten Menge mit ungeheurem Jubel begrüßt.

Essen, 17. Sept. Laut Meldung derRhei­nisch-Westfälischen Zeitung* wurde heute in Bochum, entsprechend den Beschlüssen der letzten Versammlung der westfälischen KokeS-Produzenten, eine Aktien-Ge­sellschaft unter dem NamenWestfälisches KokeS- Syndikat in Bochum* errichtet. Die erste ordent­liche Generalversammlung, in welcher die Zuteilung der von den Gründern sämtlich gezeichneten Aktien an einzelne Bergwerke nach Maßgabe ihrer För­derung, sowie die Wahl der definitiven Verwaltungs­organe vorgenommen werden soll, findet am 22. September statt.

gesprochen ach, dem armen Schmetterling waren dnrch die zwingende Macht der ersten wahre« Liebe für immer die Schwingen gelähmt. Die sprudelnde Lebhaftigkeit ToSka», ihr feurige» Naturell und ihre fortwährende unverwüstliche Heiterkeit stieß ihn in einer jetzigen Stimmung eher ab, al» daß e» ihn mzog. Ihr silberhelle» tolle» Lachen, tu welche» fie »ei der geringsten Veranlassung auSbrechen konnte, bereitete ihm Kopfweh nnb machte ihn nervös. Ihre nachtdnukelu feurigen Augen waren ihm ost uner­träglich, er konnte ihre Blicke nicht ertragen, diese glutvollen Blicke, unter denen er die fettigen zu Boden richten mußte, welche ihn zuweilen wie mit einem Zauber aulockten und umstrickten, so daß er be» Nacht» sogar von ihnen träumen mußte.

Aber allmälig gewöhnte er fich an da» tolle Lachen und an die schwarzen lockenden Augen und an die ganze schöne, übermütige, wilde ToSka. Er hörte fie mit Vergnügen Klavier spielen und ihre Operuarieu »azu trällern, er war ihr dankbar für die fichttiche Aufmerksamkeit, mtt der fie fich bemühte, alle seine Wünsche zu erMeu. Er ritt täglich mit ihr au». Sie war eine gewandte Reiterin und hatte fich ihr Pferdchen mit nach Günthersdorf gebracht. Sie machte» weite Spaziergänge zusammen oder ließen ich an schönen Tagen in einem kleinen Fischernachen ans de» grüne» Welle» der Ostsee schaukel». Matter jatie das Mädchen gern, e» fehlte ihm etwa», wenn ie nicht in fetter Nähe war, aber dennoch liebte *r ie nicht. Er konnte mit ihr lachen, scherze», aber >o» einem tieferen Gefühl war gar kette Rede bei ihm. Er fühlte fich »»zufrieden nnb einsam, der Verkehr mit seiner schönen Konstue hatte etwa» Zer» trenenbe» für ihn, daß eine Gefahr darin für ihn legen konnte, ahnte er nicht, nnb wenn auch, e» war a einerlei für ihn, ob er fie heiratete ober nicht. Die Sine, die ihm wirklich baS Glück bringen konnte, bie hm da» Leben znm Paradies machen würbe, war ja verlöre», ewig verlöre» für ihu. Er ahnte nicht, daß er jetzt »nr ein Wort zu sprechen hatte, um fie, die