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Oesterreich steht vor einem neuen Ab­

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hung' kJ®« Försterin nahm den Kopf der jungen Mädchens tf4en ihre zitternden Hände und küßte die bleiche

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Die slavische Bewegung ist in Oesterreich so mächtig geworden, daß wir heute zweierlei getrost behaupten können: Nie war das Deutschtum in Oesterreich, welches sich in ewigem Kampfe mit dem Claventum zum Segen des Staates und der Ge-

«twortlich find. So viel ist gewiß, daß die poli­tische Sühne sich aus dem Schoße der Tschechen, mu derentwillen all die traurigen Versuche an dem isterreichischen Staatswesen vorgenommen wurden, hervorbringen wird.

Und wenn wir Zeitgenoffen oft mit geschloffenen «ugen vorübergehen an dem großen Strome der Zeit und dem Gange folgenschwerer Geschehnisse, so < sich doch jedermann nunmehr heute so weit

Dem Schönhengstler Gau gingen verloren: Neudorf bei Lauterbach, Hammergrund, Neu-Rohosna, Gewitsch, Lohsen, Unrutz, Mitterdorf, Wolssdorf u. a. Orte. Die Wachtler Sprachinsel büßte ein: Klaradorf, Ainsersdorf, Krschemenetz, Fröhlichsdorf, Zawadllka, Sternheim und Rosendorf.

Dort also, wo zu unserer Väter Zeiten nur deutsche Worte erschallten, wird jetzt nur tschechisch gesprochen; der Boden, den vor 100 Jahren noch deutsche Bauern bebaut, ist heute in tschechischen Händen; überall zeigt sich klar und deutlich, daß die Tschechen immer weiter Vordringen.

Zwanzig Jahre, nachdem das deutsche Reich in Todesnöten sich verjüngt, ist dies für unS eine tief» traurige Thatsache. Vor zwanzig Jahren ist das deutsche Schwert geschmiedet worden in Feuer und Blut und seine Siege habm sich für uns nutzlos erwiesen, denn seit dieser Zeit sind die meisten deutschen Volksglieder in Oesterreich verloren ge*

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Vor -er Entscheidung-

Die Früchte der Politik der letzten zehn Jahre reifen in Oesterreich erschreckend üppig empor. Bon dem Durchbruche der Elbe bis dorthin, wo die Donau das Reich verläßt, bemerkt das Auge nichts als Haß und Zerklüftung. Die Gesellschaft ist zer­setzt und zerrüttet und von einem beispiellosen Klaffen- und Racenhaß angefreffen. Der öffentliche Seift ist gettübt und int Sinken begriffen, denn die Triebe ungezähmter Leidenschaften und der Bildungs- seindschaft pflanzen die Banner auf.

Das ist aus Oesterreich in den letzten zehn Jahren geworden, kraft der inneren Naturgesetze eines Systems, welches seinen eigenen Gedanken nicht zu verwirklichen vermag und daher von Fall zu Fall, von Schritt zu Schritt mit fremden Ge-

schnitte. Noch einmal tritt die Entscheidung heran, ob das Reich deutschen Blutes und Gutes, dessen Dynastie Deutschland dreizehn Kaiser gegeben hat, endgiltig und auf immer sich entfernt vor seinem deutschen Ursprünge und auf immer seiner Be­stimmung sich entsremdet . . .

Und an die Deutschen in Oesterreich tritt noch einmal der Mahnruf heran, zu beweise«, daß sie trotz ihres schwerfälligen Wesens ein Thatenvolk sind. WaS ein Volk oder ein Teil desselben als Partei durchsetze» kann, wenn sie hochgradig national und dabei freiheitsliebend ist, das mögen uns die Erfolge der Jungtschechen erweisen.

jRachdruck verboten.)

Erste -rede.

Novelle von I. Berglen.

(Fortsetzung.)

»Kind«, sagte sie lächelnd, »ich habe Dir hier etwas 0 geben, was Dir wieder rote Backe» mache» wird.«

Lore gab leise Alltwort. Sie war au der Thüre «he» geblieben nnb knüpfte sich das leichte Schleier. Abe los, welches sie über ihr Haar geworfen hatte, «agsam trat sie näher nnb nahm mit niedergeschlagenen «gen den Bries ans den Händen der Matrone. . ,Nnn lies doch, Mädchen eS steht was GnteS Um.Siehst Dn denn nicht, daß er von Johannes

Da daS Deutschtum in Oesterreich von der herrschenden Regierungspolitik fortgesetzt verleugnet wwde und die Deutschen jeder Einflußnahme au die Geschicke deS Staate- unter der Regierung des Eraftn Taaffe verlustig waren, müssen wir selbst­verständlich die Verantwortung für die Zukunft der " Monarchie jenen überlassen, welche eben dafür ver-

. Das junge Mädchen legte den Brief unerbrochen «s den Tisch nnb sah bie Tante flehend au.

,Närrisches Diug«, sagte diese. »Ich weiß ja Wst um Deiu Geheimnis Und wir mich dar freut, ,Z> uun doch alles so gekommen ist, wie er kommen Me. Ich habe Dich ja immer so lieb gehabt, wie eigene Tochter nnb nnn wirst Du mir wirklich M Tochter sei». Mir that daS Her, weh, als ich Mso still nnb traurig nmhergehen sah nnb da ^ttnite ich mich Deiner nnb schrieb be» Hannes, die Glocke geschlagen hat.«

*Seonore sah bie alte Dame mit wettgeöffueteu Mm ganz entsetzt an. Jetzt hatte sie mtt einem ihre Worte begriffen. Sie schluchzte laut auf, M in bie Knie nnb verbarg ihre« Kopf in ben ofe der Tante.

a, »Lore, Lore, »ein Liebling, so Überwältigt Dich ffötenbe. Na, lieS nur erst mal, was er Dir ^»ribt, der gute Junge. Er muß nnn aber auch

tonten unterhandeln mußte. Endlich sind wir in der Entwicklung der Dinge dort angelangt, daß jedem die Frage sich aufdrängen muß:Was fol

1 daraus noch werden?«

klar sein, daß die Weltgeschichte in unseren Tagen Oesterreich gestellt hat vor die Entscheidung: Sla- visch oder deutsch!

i Es wird die Frage beantwortet werden müssen, ob Oesterreich die Spuren feiner ruhmreichen beut» 1 scheu Vergangenheit nach langen Kämpfen und Krämpfen wiederfinden soll oder nicht. ES wird beweisen müssen, daß die Prophezeiung:Vielerlei : Unterthan ist Oesterreichs Unglück" ihre Kraft ver- : wirkt bat, wenn man sich entschließt, dem Reiche in der einzuränmeuden überwiegenden Machtstellung des germanischen Volkes einen unerschöpflichen und unversiegbaren Born der Kraft zu eröffnen. Ent­schließt man sich in Oesterreich zu dieser Umkehr nicht, dann sind die Quellen seiner Gesundung für immer verschlammt und verschüttet.

Welche große Verluste die Deutschen in ihrem rationalen Besitzstände seit einem Menschenalter, als politisches Ereignis fällt die- mit dem Erwachen des VersassungslebeuS zusammen, erlitten, geht daraus hervor, daß wir heute in Böhmen eigentlich nicht mehr um die in der Geschichte begründete Führer- schäft deS deutschen Volkes in Oesterreich, sondern, da unS der Boden immer mehr unter den Füßen schwindet, einzig und allein um die Erhaltung und Rettung unseres VolkstumS kämpfen. Und wenn wir Deutschnationale uns heute auf den Standpunkt der Trennung und Zweiteilung des Landes stellen, so ist dies im Grunde genommen nur ein Geständ­nis unserer nationalen Schwäche, die sich nimmer die nationale Eigenkraft zutraut, den ehemals reichs­deutschen Boden, Insoweit er heute völlig von Tschechen besiedelt ist, unserem Volkstume wieder- zugewinnm.

Abgesehen von Böhmen aber, wird auch in den Provinzen Mähren und Schlesien der Kreis immer Keiner, welchen Deutsche bewohnen. Und die Zu­sammenstellung der tschechischen Blätter, welche da­abbröckelnde Deutschtum mit der Eisscholle tm ver­sengenden Sonnenbrände vergleiche», hat vollauf seine Berechtigung.

Betrachten wir beispielsweise die Verhältnisse in Mähren.

DaS Sprachgebiet von Mähren und Schlesien zerfällt in einen deutschen Süden, einen deutschen Norden und eine tschechische Mitte, welche von deut­schen Sprachinseln durchbrochen wird, die die Ver­bindung der Deutschen im Norden und Süden her­zustellen bestimmt scheinen. DaS deutsche Südmähren bildet ein geschlossenes, wenn auch langgestrecktes und schmales, deutsches Sprachgebiet, das an dem

Sttr» desselben. Dir Thräue» rannte» ihr ans ben Ange».

«Nimm nnn ben ersten Kuß von Deiner Schwieger­mutter wie komisch das klingt, Lorcheu nnb meinen besten Segen dazu. Aber nun stehe auf nnb lies mir ben Brief vor.« 1

Aber dos Mädchen erhob sich nicht von deu Knieeu. Ihr Gesicht war von Thräneu überflutet und ihre bebende» Arme »mschlange» krampfhaft be» Leib bei ölten Frau. M.

»Taute, ach Taute«, schluchzte sie, »ich kann Johannes Frau nicht werden.«

»Aber Kind, Kind, was soll das heißen? 36 verstehe Dich nicht.« «B

Ohne es zu wolle», ohne recht z» wissen, was ste that, schrie Lore auf: .Weil ich einen Andere» liebe, ihn ewig liebe» muß, »»geachtet seiner Fehler, seiner Ver­gehe». Ich kann iHv nicht vergesse», eher sterbe ich

.Walter?« rief bie alte Dame, erschrocken fragend.

Leonore nickte stumm mtt dem Kopse.

.Barmherziger Gott, stehe »ns bei. Das ist eine traurige Geschichte. Aber Lore, es ist ja gar nicht möglich l«

.Tante Sophie«, erwiderte das Mädchen, indem es wie beteuernd die Hände aufs Herz legte, ,eS ist wahr, ich kann nicht anders, »ei», ich kau» nicht anders. Ich habe Walter lieb, ttotz ollede» glaube es mir. Aber ich habe die Kraft gehabt, ihn grausam von mir zu stoßen, als er* wieder schluchzte sie auf und ihr Antlitz färbte sich dunkelrot. .Ich weiß nicht war ich thue, daß ich alles sage, aber

«Du brauchst es nicht anszusprecheu, Lore, ich weiß jetzt alles. Also der schlechte Mensch hat eS gewagt, Dir mtt schönen Redensarten nahe zu kommen. Mau weiß schon, wie es die Art solcher Windbeutel ist und nun hat er Dir de» Kops verdreht. Ach, mein guter Johannes I*

Lore meinte, als wen» ihr das Herz breche» sollte.

.Die Sache muß ich Dir aus de» Kopfe rede», Lorche»', fuhr die Mattoue fort. .Wie tonnt*, ft Du

Deutschtum Niederösterreichs einen festen Rückhalt besitzt. ES zählt gegen 121000 Deutsche, 7500 Tschechen und 800 einem anderen Volks stamme An­gehörige, so daß also die Deutschen 94 Percent der Bevölkerung bilden. Ein Vergleich mtt der Sprach­grenze von früher aber zeigt, daß daS deutsche Sprachgebiet im Süden Mährens in ben letzten 30 bis 40 Jahren großartige Verluste erlitten hat. Es gingen bent Deutschen verloren bie ganz deutschen Orte Klupitz, Lißnitz, Deutsch - Känitz und EibiS, ferner bie sprachlich gemischten Orte Waintz, Kanitz, Groß - Sarlowitz, MohleiS, Ober- unb Unter» Themenau.

DaS deutsche Sprachgebiet SüdwestmährenS um­faßt 22 000 Deutsche und 1654 Tschechen. Seit einem Menschenalter gingen hier dem Deutschtum verloren die gemischten Orte Neuhof, Böttau, Wiso- kain und Höslowitz und die deutschen Dörfer Neu­welk, Pullitz, Markwarez uud Bauiowitz. Noch früher wurden die deutschen Dörfer Walterschlag, Kirchwidern, Friedrichsdorf, Rothenburg, EtmannS- dorf und Rabstein tschechisiert. Spuren dieses ver­lorenen Deutschtums finden sich »och mancherlei.

Nicht weit entfernt von dem deutschen Sprach­gebiete im Süden und Südwesten Mähren-, finden sich die deutschen Sprachinseln von Brünn-Maxdorf, Wischau und Jglau. Am meisten ist die Wischauer Sprachinsel zusammengeschrumpft; von 30 deutschen Orten find nur 8 übrig geblieben, denen jeder deutsche Mittelpunkt fehlt. Die Sprachinsel von Brünn-Maxdorf zählte 1880 gegen 56 000 Deutsche, 34 000 Tschechen und 225 AnderSsprechende in der Landeshauptstadt Brünn und 12 umliegenden Dörfern. Zwei Orte der Sprachinsel, Poppowitz und Rosen­berg, wurden seitdem vollständig slavifiert. Stark abgemagert ist die Sprachinsel von Jglau, die gegen 50 Orte an bie Tschechen verloren hat und heute außer bet Stadt Jglau nur noch 80 Dörfer und Märkte umfaßt. Seit 1855 wurden z. B. noch die Orte Saibendorf, Eisenborek, Matzerau, Frauenthaler- Höser», Schenkelhof, TermeShof, Klein- und Groß- Beranau, Scheibelsdorf und Handelsdorf tschechisiert.

Auch im deutschen Sprachgebiete Nordmährens und Schlesiens find dem Deutschtum viele Orte verloren gegangen, z. B.: Schreibendorf bei Schild­berg, LomingSdors bei Schönberg, Neuhof bei Littau, Heiligenberg, Groß - Wisternitz, Bleich, Hodolein, Krenau und Rollsberg bei Olmütz, Schlock bei Leipnik, Laudmer und Sponau unweit der Oder, ferner Freiberg und Stauding, Königsberg, LaubiaS, Zeiske, Schlatten, Lippi», Berghof und Lodnitz.

einen Man» lieben, der Deiner so wenig würdig ist. Behüte Gott, das kannst Du nicht, Du weißt ja, daß er ein greuliches Leben geführt hat. Ich, als Deine Tante, Deine zweite Mutter, darf das garuicht zu- gebe», daß Du ihm Deine Liebe schenkst. Und wenn er Dir wirklich unnütze Worte gesagt hat, so mußt Du dieselben nicht für Ernst nehmen, Kind. Walter war ein paar Wochen hier und langweilte sich, da hat er Dich wiedergesehen nnb glaubte ein leichtes Spiel mit Dir zu haben. Es war ganz recht von Dir, baß Du 'ben sauberen Herrn abblitzen ließest. Wenn er acht Tage fort ist, hat er alle» vergesse». Ma» kennt das schon. Du bist boch sonst so klug, Lore, unb mußt selbst einsehen, baß es thöricht nnb »urecht von Dir ist, an einen Menschen zu beule», der alle vier Wochen ander« gesinnt ist. Du barsst nur einen Man» lieben, bet so groß, so edel und brav ist, wie mein Johannes, unb er wirb Dich nur allein wahrhaft glücklich mache». Nun denke nicht mehr an Walter, liebt 8 Sind, damit ich nicht irre an Dir werde.«

Leonore richtete sich von ihre» Änieen auf und blickte bie Taute wehmutsvoll und ttaurig au, bann sagte sie mtt brechender Stimme: .Du hast vollkommen recht und ich habe mir alles, was Du meinst, schon unzählige Male selbst gesagt, aber dennoch kann ich Walter nicht vergessen oder aushöreu ihn zu liebe», nein, eS ist unmöglich! Tantchen, bestes Tantchen, labe Mitleid mit mir nnb schreibe Johannes, daß ich nicht die Seine werden kann.« Flehend hob sie beide ?8»be empor. Die Frau Försterin wußte sich keine» rat mehr. Sie hatte sich müde geredet, aber es hals n nichts, daS Mädchen ließ sich nicht belehre». Sie vnnte Lore gar nicht begreife». Ihr eigenes Lebe» war so ruhig und saust dahiugefloffe». Keine türmische Leidenschaft hatte es jemals bewegt. Sie bunte sich kaum eine richtige Vorstellung von einer unglücklichen Liebe mache». Und nun that ihr Lore, die sonst so verständige besonnene Lore, so etwas a», machte ihr das Lebe» dadurch so sauer was würde

Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

Inttfibto Urich.

Berlin, 15. Sept. Die Kaiser tage in Breslau verlaufen, wenn auch der Himmel nicht immer daS freundlichste Gesicht machte, doch in glanzvoller Weise. Die Parade über das schlesische Armeekorps fand am Freitag Vormittag bei Regen statt, gelang aber vollkommen, und der Kaiser gab seinem Danke für diese Leistung bei dem am Nach­mittage stattfindenden Parade-Diner Ausdruck. Am Abend fand Zapfenstreich statt, welcher von 20 Musik - Trompeteikorps, sowie von den Tambours und Spielleuten von 8 Infanterie-Regimentern aus- gesührt wurde. Die kaiserlichen Majestäten erschie­nen während desselbeu atz einem Fenster des Bres­lauer Schlosses und wurden vom stürmischen Jubel der Menge begrüßt. Am Sonnabend fand in der Umgebung von Deutsch - Liffa Korpsmanöver gegen nur Johannes dazu jagen wie würde er dies ver­schmerzen? Der zweite Brief an ihn kostete der guten Frau doppelt so viel Mühe wie der erste, den» ste schrieb ihn mit schwerem Herze». Sie teilte ihm iu zärtlichen, beruhigenden Worten alle? mit, was geschehen war und soviel sie selbst davon wußte, und bat ihn, sich die Sache nicht zu Herze» zu nehme« und sich zu trösten.

Und der junge Gelehrte tröstete sich. Er ging allerdings nach Empfang des Briefes ein paar Tage ganz trübselig umher, aber er erhob sich auch bald wieder. Er war ein echter Philosoph und suchte Trost und Vergessen in den Büchern, ans welchen er die Weisheit und die Kraft geschöpft hatte, in allen Lagen deS Lebens gefaßt nnb als ganzer Mann ben Schicksalsschlägen die Stirn zu bieten, und das Un­vermeidliche ruhig zu ertrugen.

Das Menschenherz kann viel Überwinde» nnb still nnb müde dabei werden, und auch Leonore wurde ruhig. Sie hoffte nichts mehr für sich, denn ste glaubte, alles verloren zu haben. Ei» wehmüttger Frieden war über sie gekommen. Die Anftegnug und der heftige Kummer, der sie wochenlang gepeinigt hatte, verfolgte sie nicht mehr. Sie fÜHÜe fich zu neuem Leben erwachen nnb für Andere zu sorge», Ür Andere zu denke», war ihr eine Freude, die Tante iahm jetzt auch ben größten Teil ihrer Zeit in Au- pruch, denn dieselbe war wieder arg von Gicht- chrnerzeu geplagt und mußte häufig das Bett hüte». Vom Herreuhause hörte Lore nicht viel, ste hatte keine Zett zu Besuchen und Lilli langweilte fich in dem rillen Wtttwenhäurcheu bei der alten kränklichen Fra», üb und zu huschte ste zwar einmal hinein, um bald wieder zu verschwinden, dabei erfuhr Leonore, daß »er angekündigte Besuch von Tante Mala und Soufine ToSka bis Ende August, wo eS au ber See am chönsteu ist, anfgeschobeu war, unb daß jedenfalls auch Walter brau nach Günthersdorf kommen würde.

Der Sommer mit feinen heißen Tagen war vorüber nnb der August neigte fich feinem Ende zu. Die

Lrfcheint täglich «cher an tteeftagen nach>onn» und fww« .

Feiertagen. Quart al-Abonnements-Preis bei der Lrpe- ZvlUrvllrUi

dition S'/. Mk., bet Den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (?rfL ^ **** «V

eefktt9io »?nMÄX «eile Mittwoch, 17. September 1890.

iu Psg., otenamen für die Neue zo Pfg. H '

Anzeigen nimmt entgegen bie Expedition b. Blatte- sowie bie Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Boaler in Frankfurt a.JDl., Lasset, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXV Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München tu Köln; ®. g. 44 'M »wwll« Baude tu Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

lamttultur de- Reiche- auf dem Boden der ehe­maligen deutschen Reichslande immer noch reich uni) kräftig entwickelt hatte, so in Gefahr, wie heute. Und zweitens, niemals war Oesterreich so nahe daran, dem Slavismus anheimzufallen, wie heute. Webet. 5)08 Aufbäumen und das jähe Emporlodern des Slavismus in Oesterreich bedroht heute die Wurzeln des Fortbestandes des Staates m gleicher Weise wie die des Deutschtums.

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Weber.