Einzelbild herunterladen
 

»«ter

(5897

I*

j Revolutionär in Frack und Glacehandschuhen, sondern

dt.

zarückzurufen. Gegen diese Forderung erhoben sich

!r.

r und

[5899

Ulf.

n nd

au

ege» Ritt

»ft miale« sieierS- mpfert Kndler (5898

e«

[5900

-schäft sowie

So saß Walter in stille« Träume« versunken lauge tu feinem Zimmer. Eine tiefe Gleichgültigkeit gegen alles hatte sich feiner ans einmal bemächtigt. Er wußte kaum noch, was ihn schmerzte er sehnte fich nach Ruhe und Vergesse«. Er wollte abreisen, sofort abreiseu uud iu angestrengter Thätigkeit die Gedanken an Lore überwinde«.

Er war ermattet rmd ei« dnmpfer betäubender Kopfschmerz verminte seine Gedavkeu.

Dte Thüre wnrde geöffnet und Fran von Günther trat herein, sie hatte einen offenen Brief in der Hand.

.Tante Mola hat geschrieben, sie bleibt mit ToSka noch drei oder vier Wochen in Wiesbaden und dann dürfen wir sie hier bei nnS erwarten. Doch war fehlt Dir, mein Sohu? Du siehst eleud ans, Deine Wangen brenne« wie im Fieber.-

,3a, ich fühle mich etwas abgespanut, Mama! Dar hat jedoch nichts zn bedeuten. Morgen werde ich ganz wohl sein nnb ich habe eS anch nötig, da ich wieder nach Stettin zurückretse« muß.'

.Abreisen I ist es möglich? In dieser Zeit, wo wir Besuch erwarten?-

.Taute Mala kommt erst in zwei Wochen. Auch vergißt Du wohl, Mama, daß mein Assessor'ramen vor der Thür steht. Ich muß fleißig seiu, denn die Arbeit bringt.*

.Das ist recht fatal, Walter, ich glaubte, Du würdest die ganzen Gerichtsserieu hier bei nuS in Günthers» dorf zubringen. Aber Du wirst wiederkommen, nicht wahr? Im Augnst oder September, wenn Du willst. Den» Du mußt ToSka feheu. Unsere Gäste bleiben bS zum Winter hier.'

»Ich habe keinen Grund, der Tante und meiner kleinen Koosiue aus dem Wege zu gehen. Ich werde wiederkowrnen, sobald es meine Zeit erlaubt.'

«Gut, Walter, ich werde Dich beim Wort behalten. Doch eS ist Zeit zum Diner. Willst Du mich begleiten?'

»Ich danke, Mama, ich habe keine« Appetit «nb bin müde. Ein wenig Ruhe wird mir gnt thuu.'

wurde entgegengehalten, daß der Staat stark genug sei, um jede» Angriff aus die Gesetze zu unterdrücken, und so wurde die Begnadigung beschloffen. In ver­schiedenen Abteilungen kehrten die Kommunisten zurück, zum Schluß die reinen .Petroleummänner' sogar, und sie spielten sich in Paris nach ihrer An­kunft derartig aus, als hätten sie die Regierung in Händen. An allerlei Helfershelfer fehlte es ihnen nicht und bald wurden Versammlungen abgehalten, gegen bereit Ton überhaupt nichts aufkam. Die »«rückte Louise Michel sprach jeden Abend von Blut und Brandstiftung, und die besorgten Leute in Paris sagten: «Nun habt Ihr die Bescheerung, da ist der Infang von neuen bürgerlichen Unruhen."

Man hatte die Kommunisten nun einmal in Pari-, konnte sie also nicht wieder fortjagen. Die Staatsanwaltschaft schritt aber sehr summarisch gegen alle Mord- und Brandredner ein, und die Gerichte »«urteilten sie kurzer Hand. Waren die Leute aus dem Gefängnis, so begann der Spektakel natürlich »ou neuem. Nicht lange dauerte es aber, da bil deten fich unter diesen .Roten" verschiedene Par- triev, und kaum fand eine Versammlung statt, in welcher die Gegner sich nicht die Köpfe blutig ge­schlagen hätten. So oft es zu offenen Krawallen

Tarten Konto» (5896

daß die Sammlung für den von ihm Nyanza-Dampfer bisher 80 000 Mark ergeben habe und dankte für dem Monarchen gespendeten 3000 Ueber die geplante Reform der

gewünschten im Ganzen die von Mark. Gewerbe­

innerhalb der Gewerbesteuerkommission vorgelegt worden sind, Geschäfte ober Institute, bie z. B. einen Gewinn von 2 Mill. Mark haben, künftig etwa 50,000 Mark Gewerbesteuer zu zahlen hätten. Die Gewährung persönlicher Zulagen an Volksschullehrer wird zur Zeit von der Regierung als nicht mehr erforderlich erachtet, zumal in Fällen besonderer Bedürftigkeit einzelner Lehrer die Regierungen in der Lage seien, auS den zu ihrer Verfügung gelangenden Summen zu außerordentlichen Unterstützungen und einmaligen Zuwendungen Hilfe zu gewähren. Der Kultusminister hat deshalb die königlichen Regierungen veranlaßt, von der Neube­willigung persönlicher Zulagen fortan Abstand zu nehmen, die bisher bewilligten Zulagen aber, insoweit sie durch eine aus Grund der Neuregulirung der staatlichen DienstalterSzulagen eintretende Erhöhung des Einkommens gedeckt werden, zurückzuziehen. Nach einer imReichsanzeiger' veröffentlichen Ueber- sicht über die Verbreitung der Maul- und Klauen­seuche in Preußen zu Ende des Monats August 1890 herrschte die Seuche in 99 Kreisen und 331 Gemeinde- bezw. Gutsbezirken. Die Krankheit hat demnach gegen den Vormonat (in 108 Kreisen und 410 Bezirken) nicht unerheblich abgenommen. Der Abg. Bebel hat eine Brochüre veröffentlicht, in welcher er die Verhältnisse im heutigen Bäckereibe­triebe in Grund und Boden kritisiert. Herr Bebel giebt sich aber gar nicht die Mühe, festzustellen, woher diese Verhältniffe, bie er noch vielfach ganz graulich schildert, kommen. Er sollte einmal seine Herren Parteigenossen fragen, ob sie auf frische Back- waare an Sonntagen und im Lause des Tages verzichten wollen, dann würde er schon eine deutliche > Antwort bekommen. UebrigenS ist Bebels Material sehr lückenhaft.

Breslau, 13. Sept. Der gestrige Zapfen­streich ist programmmäßig verlausen. Aus dem Schloßplatze sanden wiederholt enthusiastische Kund­gebungen statt.

Deutsch Lissa, 13. Sept. DaS kaiserliche Paar und die übrigen Fürstlichkeiten sind um 9/, Uhr hier eingetroffen. Kurz vorher war die Suite in einem besonderen Zuge hier eingetroffen. Der Kaiser trug den blauen Kürassierrock, flieg zu Pferde und ritt mit dem Gefolge in daS Manöver­terrain. Die Kaiserin folgte in sechsspännigem Wagen.

Saarlouis, 11. Sept. DaS Ober Hosmarschall- amt teilte Hrn. v. Stumm in Neunkirchen mit, daß der Kaiser voraussichtlich diesen Herbst nicht zum Besuch dorthin komme.

Li« Rückblick.

Die bevorstehende Aufhebung der Sozialisten­gesetzes im deutschen Reiche und die daraus sich her­schreibende Freigeburg der sozialdemokratischen Agi­tation hat in der allerneusten Geschichte schon eine

t Nachdruck verboten)

Erste Liebe.

Novelle von I. Belgien.

(Fortsetzung.)

Sie vergoldete a«ch die einsame, weißlich

Wvmerude Düne, welche sitzt ihre eilenden Füße «traten. Ringsum war feierliche Stille, kein «euscheulant zu hören, nur das Plätscher» und «urmrlu der See. Sie starrte sehnsuchtsvoll auf «S weite funkelnde Meer hinaus und dachte: .Wie »ohl würde Dir fein, wenn Du jetzt tief da unten «Sest auf dem kühleu stillen Grunde, wohin tone Abe und keine Verzweiflung driugeu kann. Die Wogen lockte«, winkten und kosten so schmeichelnd Ab süß: »Komm, komm, hier ist Frieden, hier ist «uhe und Vergessen.- Und Lore dachte kaum etwas «derer. Wie herrlich daS fein mußte da unten. M immer stiller und friedlicher wurde eS ihr «ms vuz. Eie fiel auf die Kuiee uieder und faltete die Wnbe zum Gebet. Noch ei« Vaterunser flüsterte sie Astig, bann stahl fich ein leiseS, inniges .Lebe wohl, Wolter! Lebe wohl, Tantchen Sophie!' über die «affen Lippen und nun trat fie mit fest geschloffenen «gen ganz dicht an das Ufer heran. Die Wellen «W» sich kühl und schmeichelnb nm ihre Füße A4 ein Sprung nnb bann war alles Erbenleid «bei. Lore brettete weit ihre Arme ans.--

.Fräulein Lorchen, Fräulein Lolchen!' schallte «1 und ängstlich der Ruf einer Mädcherstimme von «v Tüneuhügel h rab.

.Kathrin!' murmelte das junge Mädcheo, wie einem schweren Traum erwachend. Sie schauderte Mammen. Die eben noch so lockende Tiefe, die Welenben, kosenden Wellen erweckten plötzlich ein Mgliches Grausen in ihr nnb bie Welt nm si- «üm war boch so schön, so lickt nnb sie selbst Ach so jung, so jung... War fie denn wahn sinnig Meeftn ?...

»3m komme,-ich komme!' rief fie aus. Sie eilte

abgeschlossen fein dürsten. Die Etatsberatungen nehmen keine sehr große Zeit in Anspruch, da man in der Hauptsache sich schon vorher unter den ver­bündeten Regierungen verständigt hat. Soweit bis jetzt bekannt, werden die Abweichungen deS nächst­jährigen Etats von dem deS laufenden Rechnungs­jahres nur in wenigen Punkten von erheblicher Be­deutung sein. Die Abänderungen werden diesmal besonders den Etat deS Reichsamtes deS Innern betreffen. König Leopold von Belgien ge­denkt im Oktober den Besuch deS deutschen Kaisers in Ostende zu erwidern und für mehrere Tage nach Berlin zu kommen. v. Hahnke, Generalleut­nant und Vortragender General-Adjutant des Kaisers, Ches deS Militärkabinetts, ist zum General der Infanterie, vorläufig ohne Patent, befördert worden. Der .Reichsanzeiger' veröffentlicht zahlreiche Ordensverleihungen und andere Aus­zeichnungen anläßlich der Anwesenheit deS Kaisers in Schlesien; darunter außer den bereits bekannten: an den Fürstbischof Kopp den Roten Adlerorden zweiter Klasse mit dem Stern; an den Grafen Frankenberg-Tillowitz den Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe; an den Domprobst Kayser den Kronenorden zweiter Klaffe; an den Landrat v. Kardorff (Oels) und den Abgeordneten Dr. Ritter das Kreuz der Ritter des Hohenzollernordens. Dem Landesältesten Coester- Schönlankwitz und dem Rittergutsbefitzer Jordan (Bunan) wurde der erbliche Adel verliehen. Reichskommissar von Wißmann ist wieder in Berlin ein getroffen. Derselbe teilte, derBoss. Ztg.' zufolge, in einem Telegramm an de» Kaiser mit,

«WM «Mch außer an »etttagtn nach Sonn, und *.*,!.*** -

Marburg,

Dienstag, 16. September 1890,

kam, ging die Polizei rücksichtslos vor, und es wurde ohne weiteres mit der blanken Waffe dazwischen ge­schlagen. Darob ereiferten sich die Kommunisten in den nächsten Versammlungen dann nach Herzenslust, und die Polizei ließ sie reden. So ging die Sache ein paar Jahre, bis dann endlich de» meisten Ar­beitern bie Geschichte langweilig wurde. Stets die­selben Reden, häufig dieselbe Prügelei, und im übrige» blieb alles beim ölten. Man lachte bald über die Borttäge, trieb allerlei Unfug in den Ver­sammlungen und blieb endlich fort. Co ist eS denn dahin gekommen, daß heute in Paris die Sozialisten, Kommunisten und internationale Revolutionäre gar keine Bedeutung mehr habe». Boulanger versuchte diese Bewegung für fich auszunützen, aber was seinem Ruse und stimm Gelde folgte, war nur Gesindel, und heute zuckt man bie Achseln, wenn die Pariser Sozialisten und ihre Freunde eine Ver­sammlung ankündigen. Die Teilnahme an dem internationalen sozialistischen Arbeiterkongreß in Paris war nirgends so gering erwiesenermaßen, als in Frankreich selbst.

Der Deutsche ist von anderem Charakter als der Franzose, aber Leidenschaft, die sich Luft machen kann, ist wie Lohe, die zum Schornstein hinausfliegt, wenn eben dieser Ausdruck der Leidenschaft einer festgefügten Staatsmacht begegnet. Die deutsche Sozialdemokratie hat noch einen sehr prosaischen, aber trotzdem äußerst gefährlichen Feind und das ist der Geldbeutel der Arbeiter. Die Zahl der über- zeugungStteuen Sozialisten, die willig Opstr für die Parteizwecke bringt, verschwindet gegenüber der Masse derer, die wohl mitschreie», aber »icht mit­zahlen wollen. GehtS ans Geld, so hört daS Ver­gnügen auf. Je mehr die Sozialdemokratie mit voller Dampfkraft sich inS Zeug legt, um so mehr Geld braucht fie, um so mehr muß fie von den Parteigenossen sordern. WaS dann folgt, werden wir ja sehen. Aengstlich ist tie Sache nicht, und eS wird sich bald Herausstellen, daß eS leicht ist, durch große Worte Anhänger zu gewinnen, sehr schwer aber sie halten, wenn nichts gegeben sondern gefordert wird.

Deutsches Reich.

Berlin, 14. Sept. Der Bundesrat wird im ersten Drittell des Monat Oktober seine regel­mäßigen Arbeiten wieder aufnehme». Es werden ihn dann natürlich zunächst die für den Reichstag bestimmten Arbeiten beschäftigen, welche bis zum Beginn der neuen Reich!tagssesfion in der Hauptsache

schnell über de« weiche« Uferfanb «nb faßte den Arm der Dirne.

»O, Du mein gütiger Jesus, was machte» Sie denn da unten?' jammerte Kathrin. .ES sah beinahe aus, als wollte» Sie geradewegs mit ben Kleider» ins Wasser hineiu. Uud vollends dort, wo eS aleicb am Strande so tief ist!' 8 w

»Sei still, Kathrin! Ich bückte mich nur, um ein paar Muscheln zu fassen, welche die Welle» aus Ufer trieben.'

DaS Mädcheu blickte ihrer FtSulein forschend und verstohlen ton der Sette au Leouore sah doch heute gar zn zerstört uud seltsam ans.--

«IS der junge Herr von Günther mit den Worten: »Lebe wohl, Leonore!' sich von der ehemaligen Jugend- gespielt» abgewanbt hatte, fühlte er einen tiefen brennenden Schmer, in seinem Innern. ES war ihm zu Mute, wie dem Ertrinkende», welcher verzweiflnngs- voll und vergebens nach einem Halt sucht, an welchem er sich auklammeru kauu, um fein Leben zu retten Er hatte noch niemals solch einen Seelenschmer, en Pfunde», ein Gefühl, als wenn eS zum Sterben ging, hatte sich feiner bemächtigt, es war ihm, als hätte es einen verzweifelten Kampf nm fein Lebens­glück gekämpft, in welchem er unterlegen war. Ec wrßte kaum, was ihm fehlte, nnb doch fühlte er, baß er alles verloren hatte.

Starke Natnren können viel vertrage», viel über, winden, auch das Schlimmste, aber einmal kommt es doch über sie und bann finb fie wie znm Tobe ge­troffen. Der Gedanke, daß L-ouorr ihn abgemtefen baß er auf fie verzichte» müsse, peinigte ihu unendlich^ Wie ein reiner Engel hatte fie henie unter der alten Linde vor ihm gestanden, so hold, fo schön, so trunberbar schön nnb lieblich, aber ihre unschuldigen binnen Mädchenangen hatten fich scheu und ängstlich von ihm gewandt nnb ihre bitteren Worte hatten ihm deutlich gezeigt, daß fie ihn nicht liebe, sondern ihu verachte. Sie halte gewiß von Johannes genug ton feinem Lebenswandel erfahren. Ja, er war ein

steuer gehe» derB. B-Z." aus angeblich zu­verlässiger Quelle Mitteilungen zu, welche bestätigen, daß die Einschätzung in 4 Klassen nach dem Ein­kommen in den von selten deS Finanzministeriums auS- gegebenen Darlegungen, die sich gedruckt in ben Händen der betreffenden Deputirten der Gewerbesteuerkommisfion befinden, erfolgen soll. Ebenso trifft es zu, daß die unteren Klassen teils von der Gewerbesteuer ganz befreit, teils aber erheblich entlastet werden. In be­zug auf die Kontingentirung der Steuer ist nicht- vorgesehen, mindestens bis jetzt. Ein Anhalt, wie die höheren Klaffen besteuert toetben sollen, dürfte darin zu finden fein, daß nach den Berechnungen, die

verlorener Mensch, unwürdig der Liebe eines so reinen schuldlosen Wesen-. Wie hatte er nnr wagen könne«, die Haud nach ihr auszustrecke«. Wen« sie ihm ver- zeihe« konnte, bann wäre es freilich anders gekommen. Sie hätte ihn retten «nb zn einem andern Menschen machen können. Die wahre echte Liebe kann ja alles verzeihen, alles überwinden, auch eine g uze tolle Vergangenheit. Aber Lore liebte ihn ja nicht, mit Abscheu, in sichtbarer Angst vor ihm hatte sie ihr liebes Gesicht von ihm gewendet. Walter lachte laut nnb bitter auf. Und wenn eS anders gekommen war, wen« fie fein geworden wäre, was hatte er damit gewonnen? Konnte er fie jemals heiraten? Ec, mit feiner drückenden Schuldenlast! Nein, das war ja unmöglich, selbst bann nicht, wenn er fich von jetzt ab aufs »enßerste eiuschränkte, sein Reitpferd,'seine Doggen verkaufte und allen noblen Passionen ent­sagte. Wie schal, wie erbärmlich kam ihm auf einmal feine ganze Vergangenheit vor. Aber war er wirklich ein ganz verlorener Mensch, war denn sein LebenS- glück vollständig hoffnungslos vernichtet? Er dachte über seine Lage nach.

Viele junge Männer tobe« fich ans, um mtt einem Male ernst und gesetzt zu werden. Konnte Walter die- nicht auch thuu? Er war leichtfiunig gewesen, grenzenlos leicktsivnig, aber er hatte niemals einen schlechten Streich begangen und war im Gründe sein« Seele ein edler Mensch. Er konnte von nun an ein neues Leben anfangen, ein Leben der Entsagung, der redlichen Arbett. Da blieb aber immer wieder die Schuldenlast, diese entsetzliche drückende Schuldenlast, die er ans eigener Kraft niemals decken kirnte. Nein, es gab für ihn tone glückliche Zukunft mehr. AvSwandern, Totschießen oder die reiche ToSka heirate». Drei Auswege aus dem Chaos, aber alle drei schrecklich für ihn. Und Leonore, das schöne stolze Mädchen, der seine einzige, erste und wahre Liebe gehörte, die ihn nach langen Jrrthümeru wieder auf die rechte Bah» leiten konnte, war aus ewig verloren für ihn. Vorbei, für immer alle- vorbei!

bei ihrem ersten Lautwerden sehr zahlreiche Stimmen; man wieS darauf hin, daß die Verbannten, bereit Haß in den Jahren des Exil- noch gestiegen war, Weber, mm erst recht ihre wilde Agitation fortsetzen und neue Unruhen heraufbeschwören würbe». Dem

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatt«-, fowie die Annoneen-Bureaux von Haasenstein und Bogle« m Scantfurt a.M., Saffet Magdeburg u. Wien; Rudolf TXV Stoffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. «Kn: B. L Daube n. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari-.

Weber. erbitterte Schwärmer, denen nichts heilig war t. -4 wd die- auch durch die That schon bewiesen hatten.

I Als Mcc Mahon gestürzt und mit Jules Grevy die entschiedenen Republikaner zur Regierung ge-

I kommen waren, wurde auch die Forderung gestellt, | über den Kommune-Ausstand einen Strich zu machen, die verbannten Kommunisten zu begnadigen urb

Art von Vorbild gehabt. Bekanntlich wurden nach d« Niederwerfung deS Kommunisten - Aufstande- in Pari- im Frühling 1871, nachdem eine große An­zahl von Kommunisten standrechtlich erschossen war, noch mehrere hundert verbannt. Es befanden sich darunter nicht bloS Leute wie Henri Rochefort, der

NlieOM 3i'ilitiii|

Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Job. Aug. Koch.