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Wöchentliche Bellagen: Kreis BIatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Ueberall wechselte» lichtgrüue Wiese»
davklere» Koruselder» ab. Die Kirsche»
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gekehrt. Das Wetter ist leichte Brise aus Nordwest.
prächtig. Et weht eine Die See ist kaum bewegt.
Jubel der Spalier bildenden Bevölkerung nach dem Schlosse. Die Manöver flotte ist noch nicht zurück-
ta Turmspitze des Herrenhauses zeigte die flatterude sahne an, daß heute Hochzeit gefeiert wurde. ES war ei» Tag voller Aufregung für Alle. DaS ganze Dorf «ar in Bewegung; solch ein großartige» Fest
Auge gefaßt; die Lehrer halten Versuche gemacht, die übliche Verbindung des Kirchkndienstcs mit dem Lehramt zu beseitigen, indeflen sind diese Gesuche »om Kultusministerium zurückgewiesen. — Belang reiche Veränderungen in der Eisen b ahnv er- waltung stehen bevor und der Minister der öffentlichen Arbeiten von Maybach steht im Begriffe, dieselben einzuleiten. Derselbe hat nach seiner Rück- khr vom Urlaube die Geschäfte wieder übernommen
Zollvorlage hat der Senat ein Amendement angenommen, welches für Zinnerze und Zinn bis zum 1. Januar 1892 zollfreien Eingang bewilligt.
Capstadt, 6. Sept. Das Bureau Reuter meldet: Das Baroisevolk nahm das Protektorat England» an, welches die Britisch - südafrikanische Gesellschaft ausüben soll. Die Barotse willigten auch in die Abschaffung der Sklaverei.
engerer Wettbewerb veranstaltet worden. — Vor der Verwendung von Saccharin warnt der Handel-Minister die Brauer, indem er in einem Schreiben an den deutschen Brauerbund darauf hinweist, daß die Fabrikanten de» Saccharins sich be- »Lhen, diesem in den Kreisen der Bierbrauer Eln- Mg zu verschaffen, indem sie einen Zusatz dieses Stoffes zum Biere empfehlen, um einerseits minderwertigem Biere den Schein einer befferen Beschaffenheit zu geben, anderseits bei verdorbenem, insbeson- d«e bei sauer gewordenem Bier die eingetretene
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Berlin, 7. Sept Tie „B. Pol. Nachr." ver fichern, daß die Regierung daran sesthält, die drei großen Vorlagen, betr. den Erlaß einer Landgemeinde Ordnung, eine- Schuldotationsgesetzes, sowie der Reform der direkten Steuern dem Landtage sofort bei seinem Zusammentritte zu unterbreiten, auch seien die Arbeiten hinreichend gefördert, um selbst, wenn für die Eröffnung der Session deS preußischen Landtages ein früherer Termin als dec nächste Januarmonat platzgreifrn sollte, was wenig Wahrscheinlichkeit für sich hat, die Vorlagen ohne irgend welchen Zeitverlust an die parlamentarische Instanz bringen zu können. — Der Kultusminister hat eine Erhöhung der Lehrergehälter für
i^7ii Wieder wäre» ei» paar Woche» verflösse». Das «avd prangte im farbenreichste» Schmuck des ^ersten tohf Sommermonats, Jvy1 wogende» di
qO waren reif, das erste GraS geschnitten; eS lag als ÄO duftendes Heu in der Sonne zum Trocknen da. Auf
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Hesse«-Rass««.
Marburg, 8. Sept. Der .Re ichsanzeiger" bringt in seiner neuesten Nr. folgende«: „Se. Maj. der König haben Allergnädigst geruht den bisherige» Privatdozenten an der Friedrich-WühelmS Universität zu Berlin Dr. Wilhelm Uhthoff zum ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Universität Marburg zu ernennen."
Marburg, 8. Sept. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht den Major im Generalstabe des XVI. Armee-CorpS Gottlob Georg Heinrich Reinhard Scheffer (aus Marburg) in den Adelstand zu erheben.
Marburg, 8. Sept. In einer am Samstag stattgehabten Sitzung des Kreistages wurde u. a. beschlösse», dem Kreis-Ausschusse einen Kapitalbestand von 50 000 Mark zwecks Gewährung von verzinslichen Darlehen an die hagelbeschädigten Einwohner deS Ebsdorfer Grunde- zur Verfügung zu stellen. Als Beitrag zu den Kosten der Unterhaltung ländlicher Fortbildungsschulen wurden ferner auS Kreismittrln 500 Mark bewilligt, und weiter beschlossen, zugunsten deS jetzigen Landratsamls - Verwesers, Herrn Landrat Lodemann, von einem Personalvorschlage zur definitiven Bestellung eineS Kreislandrates Abstand zu nehmen.
Marburg, 8. Sept. Mit dem um 9 Uhr 24 Min. von Frankfurt hier eintreffenden Schnellzug passierte am Sonnabend abend Fürst BiSmarck die hiesige Station. Im Nu hatte sich eine ansehnliche Menschenmenge vor dem fürstlichen Salonwagen angesammelt, die in begeisterte Hochrufe auS- brach als der Fürst Pfeife rauchend im offenen Wagenfenster erfchien und durch mehrmaliges Verneigen die Menge begrüßte. Doch nur wenige Minuten konnte sich letztere deS Anblickes erfreuen, dann eilte das Dampfroß in der Richtung nach Cassel weiter. DaS Aussehen deS Fürsten machte den besten Eindruck, doch gewahrte man während der herzlichen Ovation deuüich einen Zug der Rührung in dessen Antlitz.
in btt ' ichhandl.
Jtttr erbt,
I (Nachdruck verboten.)
Erste Liebe.
Novelle von I. Belgien.
(Fortsetzung.)
.Vorbei, vorbei 1' murmelte sie, trocknete fich die Thräue» von den Sngen, schloß das Fenster und Sing znr Ruhe.--
Sie lag plötzlich am Halse der Freundin und küßte dieselbe mit inniger Zärtlichkeit.
Schluchzend erwiderte Leonore den Kuß und dann gingen Beide Haud in Hand, ohne noch weitere Worte zu wechseln, die breite Treppe zu dem Gesell- schaftSzimmer hinab.
Vor dem Herrenhause hatte sich eine große Menge von nengierigen Leute» versammelt, nm die ankommenden Gäste und später den Brautzug auseheu zu köuueu.
DaS Gewühl wurde immer dichter: Eine Anzahl Männer hatten kleine Fähnchen io den Händen, Kinder mit Blumeusträoßeu drängten fich nach vorn, um dem Brautpaar die dustruden HochzeitSspeudeu auf den Weg zu streue» und Frauen hielte» weiße Tücher, fast so groß wie ein Segel breit, nm sie zur geeigneten Zeit in die Luft flattern zu lassen.
Auf dem großen runden Balkon vor dem Staats- zimmer hatte fich eine Anzahl junger Damen versammelt, fcm den Bräutigam Vorfahren zu sehe», unter ihnen Lilli int blauen Seidenkleide und einem Maiblumen- kränz in den reichen blonden Haaren. Ihr Gi sicht sah vor Freude und Entzücken ungemein belebt und frisch aus. Aber auch tzt in ihrer Aufregung fand sie dennoch Zett, nach der obere» Etage zu blicken und Leonore freundlich zuzulächel», welche dort halb verborge» hinter der Gardine au einem offenen Fenster stand. Die Frau Försterin hatte fich mit Hilfe ihrer Nichte auf einen Stuhl gestellt und ihre behäbige Gestalt drängte sich tu den Fensterrahmen hinein, nm alles ordentlich sehen zu könne».
Und jetzt tönte ans der Ferne ein Schuß, Musik schallte von unten herauf und laute Hurras ver- kündeten, daß der Bränttgarn «»gefahren kam. Bald daraus hielt der elegante Wagen mit den beiden Herren vor dem Portal. Mannhaft und gewiunend sah daS hübsche frische Gesicht des Bräutigams aus. Er war nicht mehr ganz jung, dieser Herr von Hagen, sondern ein gereifter Manu und Besitzer großer Rittergüter. Auch stammte er avS einem alten, adeligen Hause, kein Schwiegersohn konnte der stolzen Frau
... 1 die mit Kirchen dienst verbundenen Stellen ins sendet ~
f 2te war bei alleu diesen Fällen so nneutbehrlich wie - Seelsorger und Staudesbuchführer und es verstand , sich ganz von selbst, daß die Gutsherrin von Günther PK* schlichte einfache Frau Elwitz um ihre» Beistand «suchte, deu dieselbe bereitwilligst znsagte und zur «nrführuug brachte.
Ju der GuiSherriu großem Staatszimmer war kereilS eine vornehme Gesellschaft versammelt. Ein Deil des pommerscheu Landadels mtt seinen Damen
mangelhafte Beschaffenheit zu verdecken. Eine derartige, dem Abnehmer deS Bieres verheimlichte Verwendung des Saccharins würde unzweifelhaft unter die Bestimmungen im § 10 des Nahrungsmittel- Gesetzes vom 14. Mai 1879 falle» und damit die Brauer oder Gastwirte, welche eS zu den angegebenen Zwecken benutzen, sich der Bestrafung auS- setzen. — Die Handelskammer zu Halberstadt flieht in ihrem letzten Jahresbericht interessante Mitteilungen über den Absatz von Kainit zu landwirtschaftlichen Zwecken. Danach betrug dieser Absatz im Jahre 1889 2 634 507 Meterzentner, gegen 1888 2472973 Meterzentner und entfällt davon: auf das Jnlaüd 1503 417 Meterzentner, gegen 1888 1 052 368 Meterzentner; auf das Ausland 1 131 089 Meterzentner, gegen 1888 1420 605 Meterzentner. Die zunehmende Würdigung der großen Vortelle einer rationell durchgeführten künstlichen Düngung hat bei den deutschen Landwirte» bereits gute und lohnende Erfolge gezeitigt und findet immer mehr Nachahmung in den benachbarten Staaten, von denen Schweden, Belgien und Frankreich in erster Reihe für den Bezug von Kali stehen. Der Verbrauch an Kainit bezwse. Sylvinit (rohe Berxprodukte) und von Chlorkalium, sowie schwefelsauren Kaliprodukten nimmt von Jahr zu Jahr an Ausdehnung zu. Die von Seiten der Eisenbahn- Verwaltungen in zweckmäßiger Weise begünstigten Tarife für billigere Beförderung der Ware wirken erleichternd aus den Verkehr.
Gravenstem, 6. Sept. Die in der Richtung auf Sonderburg abgedampfte Manövcrflotte wendete sich, in See angekommen, südlich. Se. Majestät der Kaiser, an Bord des Panzerschiffes „Baden", setzte fich an die Spitze. General Feldmarschall Graf Moltke begab sich mit einem Boot von der Aacht „Hohenzollern" ebenfalls an Bord der „Baden", und blieb während des Manövers neben Sr. Majestät auf der Kommandobrücke. Die Nacht „Hohenzollern" mit Ihrer Majestät der Kaiserin und den Fürstlichkeiten folgte. Die Manöverflotte machte verschiedene Evolutionen und hielt Schießübungen ab. Die „Hohenzcllern" kehrte früher zurück als daS Geschwader. Die Mannschaften der Schulschiffe und des österreichischen Geschwaders paradierten wie bei Ausfahrt der Flotte auch jetzt vor der Standarte der Kaiserin in den Raaen. Die Schiffe gaben den üblichen Kaisersalut. Ihre Majestät die Kaiserin sowie die Fürstlichkeiten landeten um 4 Uhr 10 Minuten an der Gravensteiner Schiffbrücke und begaben sich im offenen Wagen unter dem brausenden
in spitzenbesetzten seidenen Kleidern nnb Offiziere der nächsten Garnisonen in glänzenden Uniformen. Sie alle erwarteten den Bräutigam, welcher mit dem Sohne des Hauses jede Minnte ankommen mußte. 3n einem großen «rmstuhl saß Frau von Günther prächtig gekleidet, stolzer, nunahbarer denn jemals. Sie trug ein bordeauxrotes Seidenkleid mit Samrnt von derselben Farbe garnirt und kremefarbige Federn in den Haaren. Der Anzug kleidete die noch immer schöne Frau vortrefflich.
Oben in ihrem Mädchenzimmer stand die Brant im weißen AtlaSkleide und Leonore Bauer befestigte in stiller Andacht Kranz und Schleier anf den blonden Flechten des jungen Mädchens. Dabei konnte sie nicht verhindern, daß fich ein paar große Thränen in ihre Augen drängten; doch sie bückte sich schnell, um die lange Schleppe des Brautkleides zu ordueu. Jetzt war auch dies geschehen. Sie reichte ihr nun die Handschuhe und den Sttauß von Orangeblüteu und Myrten. Margarete war totenbleich, aber ruhig und gefaßt; fie sprach in ihrer gewöhnlichen Weise, aber sie zitterte dabei.
»Friert es Dich, Gretchen?' fragte Lore sanft.
»Ja, eS ist so kalt heute. — Findest Du eS nicht auch?'
Leonore ergriff die Hände der Brant, fie waren kalt wie Eis.
»ES ist die Aufregung — eS wird fich geben, wenn alles vorüber ist', tröstete fie.
»Ja, wenn alles vorüber ist' — flüsterte Margarete. „Ich wünschte, es wäre erst so weit nnb überstanden. Lothar ist ein edler guter Mensch und ich vergette ihm seine Liebe so wenig. Ich bin ein nndarkbareS schlechtes Mädchen. — Doch in Zukunft soll alles besser fein. Laß mich jetzt Abschied von Dir nehmen, liebste Lore, denn später werden wir nicht mehr allein sein können. Lebe wohl, Thenre, Gute! — Besuche mich bald in Ribbernow. Ich hoffe, Dich recht, recht oft bei mir zu sehe».'
ll unter» des Reichstages ist bekanntlich Sr. Majestät dem «n, «ar Kaiser die Entscheidung über den Platz, auf welchem daS Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm in Berlin errichtet werden soll, über die Gestaltung mg I. ^5 Denkmals und über deu auszuschreibenden engeren Wettbewerb anheimgegeben worden. Diese [5744 Allerhöchsten Entschließungen sind, wie wir bereits --kurz mitteilen konnten, nunmehr getroffen und ein
i«Uhr jjofe der : dahier, jährig« de auf [5745
Hamburg, 6. Sept. Nach hier eingegangenen Nachrichten auS Zanzibar sitzt der deutsche Reichspostdampfer „Reichstag" unbeschädigt auf sandigem Grunde. Bon Zansibar sind Lichterschiffe behufs teilweiser Löschung der Ladung requiriert. Der Kommandant deS Kreuzers „Schwalbe" hofft frühestens am Mittwoch das Schiff abzubringen.
Bochum, 5. Sept. Auf höhere Veranlassung ist, wie der „F Z " mitgeteilt wird, in Sachen der hiesigen Steuereinschätzungsverhältnisse gutem Vernehmen nach eine amtliche Untersuchung angeordnet worden. Ein Regierungskommiflar soll bereits hier eingetroffen sein.
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Wien, 6. Sept. Der land- und forstwirtschaftliche Kongreß ist heute Mittag geschlossen worden. Clarke (London) dankte namens der fremdländischen Teilnehmer für die gastliche Aufnahme. Der Vorsitzende des Kongresses Graf Kinsky sprach in einer Schlußrede dem Erzherzog Carl Ludwig den Dank für den festlichen Empfang der Kongreßmitglieder aus, hob mit anerkennenden Worten die Beteiligung hervorragender Capacitäten hervor und schloß mit einem begeistert ausgenommenen Hoch auf den Kaiser Franz Joseph.
Paris, 6. Sept. Der boulangistische Abgeordnete Mermeix ist von Labruyöre, Laurent und Castelin gefordert worden. ES verlautet, er habe seinerseits Milleroye, Fouquier-Ranc und Aröne gefordert. — Der englische Premierminister Lord Salisbury ist mit Familie hier eingetroffen. — Nach Meldungen hätte der Senegal im französischen Sudan in Folge plötzlicher Ueberschwemmung große Vorräte an Waaren, Lebensrnitteln und Munition vernichtet; zahlreiche Personen seien ertrunken. Die projektirte militärische Sudanexpedition sei hierdurch verzögert worden.
Liverpool, 6. Sept. Der TradeS-UnionS-Kon- greß ist heute geschlossen worden. John Burns wurde zum Mitgliede der parlamentarischen Kommission gewählt, an Stelle von Britwistle, welcher zurücktrat, weil er mit der vom Kongreß beschlossenen Resolution zu Gunsten einer Feststellung deS Achtstunden Tages im Wege der Gesetzgebung nicht einverstanden ist.
Washington, 6. Sept. Bei der Beratung der
I »vranit $ot Iaut ber „Kreuz-Ztg." bis zum 1. Febr. 1891 unbflütf *Ultau£> erhalten. — Der Dichter Gustav zu ohnhcws Putlitz ist gestern aus seinem Gute Retzin gestorben. — Durch Beschluß des BundeSrats und
von Günther willkommener sei». Die schöne, hohe, königliche Gestalt neben ihm, mit den dunklen, leicht gelockten Haaren, de» unergründlich tiefen Augen und dem kleine» milttärisch gedrehte» Schllurrbärtche» über deu frische» Lippe», war der junge Herr von Günther. Ueberrascht blickten die beiden Ankommenden anf die fröhlich wogende Schar um fich her. Sie hatten einen so festlichen Empfang von den Dorflenten augenscheinlich nicht erwartet. Herr von Hagen sprang au8 dem Wagen und dankte den biederen Fischern mtt freundlichen Worten und einem gewinnenden Lächeln, während Walter fich einem Fürsten gleich, stolz vor der begeisterten Menge verneigte — dann einen schnellen Blick nach dem Balkon werfend, fich tief und respektvoll vor den mtt ihren Tüchern wehenden Damen verbeugend, mtt festem Schritt und mit der Eleganz eines vornehmen Kavaliers über die Schwelle deS HochzeitShanseS trat.
Die Frau Försterin beugte fich immer noch weit ans dem Fenster nnb ihr gespannter Blick hing an den Ankommenden. Das Taschentuch flatterte ihr in der Hand und fie hörte nicht den sausten Ruf Leonores, welche fie bat, jetzt herabzukommen, um sich den Hochzeitsgäste» auzuschließen. Leonore war kaum hinter dem Vorhänge hervorgetreteu, nur einen einzigen Blick hatte fie nach unten geworfen und das Taschentuch weit ivs Zimmer geschlendert, nm nicht in Versuchung zu kommen, es wehen zu lassen. Aber dennoch hatte fie Walter gesehen und erkannt und in ihrem Ohr ertönte plötzlich eine wundersame Melodie, zn welcher ihr ruhig klopfendes Herz leise den Tast schlug.
»Komm jetzt, Kind, sie find im Hause', sagte endlich Tante Sophie, während sie behutsam vom Stuhle stieg. »Wir können hinabgeheu.'
DeS Mädchens Hand löste sich von dem krampf- haft gefaßte» Fensterlahmen, der Kopf sank ihr auf die Brust und über ihre plötzlich erbleichten Wangen rollte eine Thräne herab.
(Fortsetzung folgt.)
mdbuld nichts deutet aus seinen Rücktritt in absehbarer Zeit. — Der Reichsgerichtspräsident Dr. v. Sirnson
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Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
strscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes,
Feiertagen. — Ouartal-AbonnementS-PreiS bei der Expo- ZvlU|.vUru, sowie die Annoneen-Bureaux von Haafenstein und Bögler
dition 2*4 DH., bei ben Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (extt. in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg n. Wien; Rudolf XXV. Havraaua.
Bestellgeld). Jnsertimwgebühr für die gespaltene Zette DieNstatt, 9. SeVtkMber 1890. Moste in Frankfurt «. M., Berlin,München n. «vln; ®. L. ’
_______10 Pfg-, Reklamen für die Zeile Sb Pfg.__________________ T Daube u. to. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
wut ui «rmrguug, loup em großartig» tfeji e i tor hier lange nicht gefeiert worden. Die Kirchen- 7 i Pocken läuteten dm ganzen Tag hindurch und man I »rach allgemein von dem wichtige» Ereignisse. Die I »tnlabnngen waren im großen Umfange anSgegeben weben und fast alle adligen Familien der Umgegend .rWten dieselben angenommen. Baron ton Hagen 1 'Mte eine Anzahl Dekoratenere, Köche nnb Steuer« ! Mast auS Stettin kommen laffen und dos Geld zu •en Vorbereitungen zur Hochzeit mit vollen Händen 4rans gabt. Auch die gute Frau Försterin war in t Anspruch genommen worden, denn feit undenklichen b litte» gab es keine Hochzeit, Kindtans ober TobeSfall ** 1 Dorfe, wobei fie nicht zu Rate gezogen würbe.