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binkls Dr. von LucanuS. Heute Dienstag früh 5 1 Uhr reiste Se. Majestät nach Pasewalk zu den Ma- nöoern deS GardekorpS und von dort weiter nach kiel. — In Bezug auf Zölle und VerbrauchS- teuern steht, wie der .Reichsanzeiger" in einer tatistischen Betrachtung aussührt, Deutschland auch jetzt noch hinter England, Frankreich und den Vereinigten Staaten von Amerika weit zurück, obwohl seit 1870/71 die Einnahmen aus Zöllen und Verbrauchssteuern in Deutschland sich um nahezu 362 Millionen Mark (pro Kopf Mk. 6 28) erhöht haben. — lieber die Vorarbeiten für die Reform deS Unterrichtswesens wird gemeldet, daß dieBe- ratungen des besonderen AuSschusies von Fachmännern, welcher sich mit den Ergebnissen der angestelltcn Erhebungen beschäftigen soll, in der zweiten Hälfte des Oktober hier beginnen werden. Es sind zu Mitgliedern deS AusschusieS von feiten des Kultusministerium- etwa 70 namhafte Fachmänner berufen worden, Anhänger der humanistischen und realistischen Bildung, Vertreter der Einheitsschule, Männer des praktischen LebenS, sowie spezielle Vertrauenspersonen, wie Dr. Güßfeldt und Geheimrat Hinzpeter. Die Vorarbeiten find in der Hauptsache abgeschlosien und die der Kommisfion vorzulegenden Fragebogen zusammengestellt. Der ganze Geschäftsgang der Kom- miision soll sich dem Verfahren bei den Verhandlungen deS StaatSratS über die Arbeiterschutzvorlage möglichst anschließeu. Um einen analogen Geschäftsgang herzustellen, soll der Geheime Legationsrat Dr. Kayser, früher stellvertretender Sekretär deS Staats- rats, zum Leiter des AusschusieS berufen werden. — Der Bericht deS parlamentarischen AusschusieS deS Liverpooler GewerkvereinS - KongresieS enthält laut der „Voss. Zig." folgende Stelle über die Berliner Arbeiterschutz-Konferenz: „Wirsind nicht geneigt, dieser Konferenz zu große Bedeutung bcizulegen, aber sie ist unzweifelhaft ein entschiedener Vorwärtsschritt, und sie befähigte europäische Regierungen, mit der. verhältnismäßig vorgeschrittenen Stellung, welche die Arbeit in England einnimmt, bekannt zu werden. Wir glauben, daß einige fruchtbare Ergebnisse der Konferenz in der jüngsten Gesetzgebung in Deutschland, sowie in dem von europäischen Nationen in der Arbeitersrage und für die Loge der Arbeiter bekundeten größeren Jnteresie sichtbar sind.' — Aus Zanzibar erhält die „Nat.- Ztg." folgende auffallende, bisher nicht bekannt gewordene Nachricht: „Am 3. August hatte der Sultan durch Anschlag an seinem Palast bekannt gemacht, daß der Kauf und Verkauf von Sklaven auf dem
In Oesterreich - Ungarn, auch in England wird die Gefängnisstrafe sehr häufig durch den Richterspruch verschärft, Hungern und Zwangsarbeit sind dort die Mittel, um wilde Gemüter zur Raison zu bringen. Man braucht mit solchen Zuchtmitteln gerade keinen Sport zu treiben, aber wenn sie da angewendet werden, wo re am Platze, dann haben sie auch ihren Nutzen.
ist nicht abzusehen, warum ein Mensch, der einem Nebenmenschen am Leib und Leben geschädigt hat, in Seidenpapier eingewickelt w d mit Glacßhand- chnhen angefaßt werden soll. Die Strafe, die er erhält, soll er auch fühlen, nicht etwa blos feine Wochen abfitzen, und dann mit so und so viel er- partem Gelde daS Gefängnis wieder verlassen. Man sagt, man kann die Leute nicht zur fleißigen !lrbeit zwingen, oder nicht ohne Prügel. Nun, so mögen fie einmal 24 Stunden hungern. Die Ge- ängniffe müsien den Charakter von Besierungs- anstalten erhalten und nicht von Gratispensionen für so und so lange Zeit. Der Makel, im Gefängnis gesessen zu haben, wird in den Kreisen, von denen wir hier reden, gar nicht empfunden, und es ist eine Illusion, anzunehmen, daß dieser Schimpf nachhaltigen Eindruck machen wird. Darum muß gezeigt werden, daß die Gefangenenanstalt keine Staatspensiou mit einigen kleinen Unbequemlichkeiten ist, sondern ein HouS, in dem eS sich etwas weniger gut, wie in der Freiheit lebt. Solche Zuchtmirtel erregen vielleicht anfangs auch den Zorn und die Wut der Gefangenen, aber sie kurieren mit der Zeit gründlich. Auf der anderen Seite sollte denn aber auch die Gesellschaft sich der entlasienen Gefangenen, welche sich gut geführt, in erhöhtem Maße annehmen, damit die im Gefängnis gefaßten guten Vorsätze sich weiter entwickeln können. Strafen, wirklich strafen, bis die That gesühnt, dann aber auch vergesien und versuchen, der menschlichen Gesellschaft ein Mitglied zurückzugewinnen.
-re Bestraf««- «en Ausschreitungen, wie sie das deutsche Strafgesetzbuch heute fcstsctzt genügt nicht. Daß dem so ist, beweist die ungeheure Zahl von Excesien aller Art, die jährlich im deutschen Reiche Vorkommen, die Unmasse von Brutalitäten bei welchen Messer und Knüppel eine Bolle spielen. Die Rauflust liegt in gewissen Bezirken unsere- Vaterlandes im Volkscharak!er, aber fischen derben Prügeleien Mann gegen Mann und den hinterlistigen und gemeinen Ueberfallen, in welchen ost ohne ollen Grund losgestochen und los- geschlagen wird, ist noch ein himmelweiter Unterschied. In den letzten Jahren find vielfach, sehr betrübende Excesie vorgekommen, in welchen Personen die direkt dem Angreifer nicht das Mindeste zu uahegethan hatten, grmißhandelt, oft dauernd in ihrer Gesundheit geschädigt wurden. Warum? Häufig nur, weil sie sich als erste- Angriffsobjckt der blü den Wuth deS ThäterS darboten. Die blinde Leidenschaft verübt entsetzliches Unheil, aber es ist sehr verfehlt, sie al» mildernd hinzustellen. In wie viel Fällen sind denn die Exzedenten von ihren Opfern dermaßen gereizt, daß fie nicht wußten was sie thaten? Nur in recht wenigen, und blinde Wuth, Jähzorn oder Rausch bilden vor Gericht nur beliebte Aukreden. Wenn seststeht, daß der Trunk viele Verbrechen veranlaßt, so steht eben so fest, daß viele brutalePersonen sich mit der bestimmten Absicht betrinken, dadurch die richtige Courage zu erlangen. GehtS dann zum Urteil, dann wird Trunkenheit als Milderungsgrund geltend gemacht und oft auch angenommen, ohne daß ein wahrer Grund hierfür vorhanden wäre. Wie oft hört man auch die Worte von brutalen Menschen: „®tjn werde ich schon noch Ein- auswischen und wenn ich dafür auch ein paar Monate brummen soll!" Es mangelt eben an Furcht vor der Strafe, welche auf die Ausschreitungen gesetzt ist und hierin ist eine Aenderung dringend erwünscht. Wer gegen das Gesetz verstößt, muß auch die Folgen fühlen.
ES ist vorgeschlagen, im GesängniS mehr als bisher den Kantschuy anzuwevden. Aber das Mittel würde wohl einen momentanen, indesien keinen dauernden Erfolg haben. Je mehr geprügelt wird, um so größer die Verbisienheit, um so stärker die Rohheit. Zudem ist cs auch keine angenehme Geschichte, sich mit großen, starken Menschen Heruwzubalgen, sie festzuschnallen und nun loszuhauen. Die Prügelstrafe hat sich überlebt, und an ihre Stelle muß die straffe Zucht und die schwere Arbeit treten.
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Deutsches Reich.
Berlin, 2. Septbr. Kaiser Wilhelm hat Dr. Peters im Neuen Palais bei Potsdam empfangen. Derselbe hat dem Monarchen ausführlich über seine Expedition in Afrika berichten müssen. — Am Sonntag Nachmittag unternahm unser Kaiser mit seinen Söhnen eine längere Dampferfahrt au den Havrlsecen und benützte dann zum rrstenmale das ihm vom russischen Zaren verehrte Dreigespann Am Montag arbeitete der Kaiser mit dem Staatssekretär von Marschall und dem Chef des Zivilka
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Erste Liebe.
Novelle v-'n I- Belgien.
(Fortsetzung.)
Ansprüchen heiratet. Solch ein Freier kommt nicht jeden Tag und dies weiß auch die Matter. Sie soll dem armen Mädchen nämlich hart zugesetzt haben, bis fie Ja und Amen zu Allem sagte. Ma« spricht nämlich davon, daß die Margarete ihr Herz schon einem blutarmeu bürgerlichen LteuMlaat geschenkt und ganz andere Pläne im Kopfe hatte — na, wer kann» wissen — jedenfalls ist Frau von Günther ganz dazu gewacht, ihr dergleichen aus dem Kopfe zu treiben. Sie ist noch eben so stolz uud hochmütig wie früher, obgleich fie nicht die geringste Ursache dazu hat. Sie hält sich einmal für den Mittelpunkt der Welt, um den sich alles drehen muß. Andere Meufchen find überhaupt nur da, um fie auzustauneu, oder ihr ehrfurchtsvoll aus de« Wege zu gehen."
Die Fran Försterin hatte sich ganz in Eifer geredet uud hiev jetzt erschöpft iuoe.
Es eutstaud eine kleine Pause, daun sagte Leonore, während sich ihre Wangen mtt einem dunkeln Rot überzogen:
.Die arme Margaret, was wird fie za leiden haben! — Und Waller, ich meine den jungen Herrn Bon Günther.—Was ist aus ihm geworden, Tantchen?"'
Die Mattone wiegte das Haupt nachdenklich hin uud her. ,3a, was denn eigentlich? — Von dem läßt sich viel uud auch wiederum weutg sagen. Du weißt doch, Lore, daß er aus der Hochschule tu Bono damals Jura studierte. Na, Sonn war gerade dar rechte Pflaster für ihn. Was meinst Du wohl, war der junge, verwöhnte uud leichtfiunige Mensch dort that? Er stürzte sich wild ins Lrbeu hinein uud warf uufinuig das schöne Geld umher, welches fein Vater selig für Frau und Kinder hiuterlaffeu hatte. Aber was fragt solch ein junger Sausewind darnach. Er vergaß Studium uud KollegS, dafür paukte er sich 'lle Tage mit setuen Korpsstudenten, trieb sich deS NachlS bei deu lustigsten Kommersen in den Kneipen umher und hatte außerdem die tollsten Liebesabenteuer. Aber alles hat einmal ein Sude uud zuerst das Geld, besonders wen« solch ei« Bruder Leichtfia« es daraus
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aulegt, eS mit volle« Hände« zu verthun. Aber die gnädige Fra« war lauge Zeit die letzte, die dem tolle« TMbeu Walters Eiuhalt that. Er sollte ja nobel auftrete«, der voruehmsteu Vrrbiuduug aoge. höre« und den reichen Studenten herauSkehreu. Als das Geld knapp wurde, mußte «auch schöner Morgen Land verkauft »erben, um die Rteseusummen zu decken, die der leichtfiunige Meusch verschleuderte. Erst, alS fast das schöne Befitzthn« io fremden Hände» war, wagte fie, ihm endlich Vorstellungen über fehlen Lebenswandel zu machen. Da muß ihm doch etwas nüchtern zu Mute geworden fein, er verli-ß schleunigst das theme Loau, um fich tu uoserm Greifswald zu immatrikulieren, wo er den« auch et« biSche« solider wurde, auch die KollegS besuchte, ob aber mtt Fleiß uud Erfolg, weiß ich nicht zu sagen. Sei« Reserendarerrmeu hat er ja glückliä durchgebracht uud ist seit eia oder zwei Jahre» be dem Landgerichte in Stettin beschäftigt. Aber, weißt Du, Lore, die viele» Liebeleien mtt de» Mädels soll er «och immer »icht lasten könne». — Art läßt nicht von Art, der alte gnädige Herr lief so zu sagen anch jeder Schürze »ach und wie der Vater, so der Sohn. — Doch eben fällt mir ei», die Kathri» hat mir gar keine» Bescheid do» der Boteumarie gebracht, was der JohauaeS gesagt hat."--Sie erhob fich vom
Sophia uud giug, so schuell eS mit ihrem schmerzen, deu Fuß möglich war, zur Stube hinaus.
Die blaue» Auge» de» jungen Mädchens hatte» mit Spann»»« an der Erzählerin gehangen, jetzt senkte» fich aber die dunkel» Wimper» darüber. Sie war ganz bleich geworden und ei» paar schwere Thräue» tropfte» über die Wange» herab. Hastig schob fie die Taffe zurück, staub auf und ttat au das offene Fenster. Ueberall schimmerten Hecke», Bäume uud Felder im erste» Grün, dazwischen die dnnkel» Föhren nnb Kiefern. Sie erblickte in ber Ferne die grünen Woge» btt Ostsee. Diese brausten gegen die Düueu an, immer wechselnd uud »en, ei» Siuubtld der Größe nnb Ewigkeit GotteS. Unb fie sah seit»
Gebiete des Sultans verboten sei. Die Verordnung, welche vom englischen Generalkonsul mitunterzeichnet war, wurde jedoch von den Arabern entfernt. Als das Plakat am nächsten Tage erneuert wurde, forderten die Araber unter Drohungen, unterstützt von tumultuarischen Mastenansammlnngen Bewaffneter am Palaste des Sultans, die sofortige Entfernung de» Anschlags und die Aushebung der Verordnung. Der Sultan zog hierauf die Berordnung zurück Zu rgend welchen ernsten Krawallen ist es nicht gekommen." — Da- Organ des deutschen Apothekervereins, die Apotheker-Zeitung, schreibt: Durch die Tagesblätter geht eine Mitteilung, der zufolge der Bundesrat sich demnächst mit der Frage der einheitlichen Regelung des Apothekenwesens für das ganze deutsche Reich zu befasse« haben werde. Aus Grund von Erkundigungen, welche wir an den kompetenten Stellen im Reiche und in Preußen ringezogen haben, können wir versichern, daß die Mitteilung an sich ebenso falsch ist wie die daran geknüpfte Bemerkung, daß neuerdings Berichte und Gutachten eine- für diese Zwecke besonder- berufene» Ausschusses von Fachmännern vorlägen. Wahr an der ganzen Meldung ist weiter nicht- als die schon längst bekannte Thalsache, daß im preußischen Kultusministerium ein solcher Entwurf vorbereitet wird. Der letztere hat 6;§ zur Stunde noch gar nicht dem Kultusminister vorgelegen.
Q Berlin, 2. Sept. Im August - Hefte des »Rußki Wjästnik" (des Russischen Boten) liefert Herr Tatischtschew einen großen geschichtlichen Aufsatz, der an staatsrechtlicher Ungeheuerlichkeit ein Möglichstes leistet. Darin wird Rußland daS Recht zugesprochen, gegen Helgolands Erwerb, auf Grund der Wiener Schlußakte von 1815, Einspruch und Verwahrung zu erheben. Allerdings hat der Wiener Kongreß eine neue, für alle Staaten verbindliche europäische Rechts-Ordnung geschaffen; gebrochen aber ward solche schon 1830 gerade durch Rußland und Frankreich. Zur Sühne für die Teilungen Polens — aus welchen Vorgängen übrigens Preußen heute keine polnische Gebiete mehr besitzt — hatte man 1815 zu Wien ein neues, völlig eigenlebiges Königreich Polen (Kongreß-Polen) geschaffen, und dieses in persönlichen Verband mit Rußland gegeben; nach dem Verhältnisse von Schweden und Norwegen. Im Jahre 1830 stieß der Zar die von ihm beschworene polnische Verfassung um, und eroberte mit russischen Truppen das Königreich. In Polen, Baltien, Finland ist Rußland- Stellung eine europäisch durchaus rechtswidrige, und eine russische Berufu«g
wärtS das stille Dörfchen liege», mtt deu zur Pfiagst. feier reich mit Bttkeureiferu geschmückten kleine» Ftscherhiuferu, daS altersgraue Kirchlein, den schattigen Friedhof mit feinen Gedenksteinen und Holzkreuzen und alles überragend und beherrschend dort aus dem waldigeu Hügel im goldeueu Glanze der Morgeusonue, das halb verwitterte Herrenhaus.
Lore starrte hinüber. Einen Augenblick schien tS, als umflorte» fich vou Neuem die Auge», fie schauerte leicht zusammeu uud trat dauu vom Fenster zurück.
Gerade kam auch die Försterin wieder in» Zimmer nud hob mit triumphireudem Blick einen Brief in
; die Höhe.
,Vo» Johannes I — Hat ihn die Kathrin richttg in der Tasche behalten, da» vergeßliche Ding. — Willst ihn lesen, Lore?"
Das Mädchen schien za zögern.
,Na, lieg ihn nur, steht uichtS Geheimes drin, — im Gegenteil, ganz was Neues. Du wirst Dich auch darüber freuen." — Sie schob ihr deu Brief in die Hand uud stand lächelnd und srendestrahlend da, biS Lore das Schreibe» überflogen hatte. Diese faltete daraus dos Papier ruhig wieder zusammeu.
,Na, was sagst denn uuu dazu, daß der HauneS so schnell Rarrüre gemacht hat? Erst ben Doktor nnb bann baS glänzende Staats-xamen, nnb jetzt wirb er Arzt in Greifs valb. — Ach Lorchen, Lor- chcn, könnt ich boch habet fein, was gäbe ich barm», wenn er dorthin ko wrnt. O meine bnmme Gicht."--
,3a, eS ist schabe, sehr schade, Tantchen Sophie, daß Dn den Johannes »icht sehe» kannst", sagte Leonore ohne sichtliche Teilnahme.
.Nun, ich muß mich darin ergeben. Vielleicht kann er in ben nächsten Tagen hierher kommen. — Er läßt Dich anch schön grüße», Klub! — Hast Da »icht «tiefe» ?"
.Gewiß, Tantchen, ich danke—ber gute Johannes, so hat er hoch an mich gedacht."
.Jawohl, Lore, er that eS immer, obgleich D
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Der Fran Försterin schlag vor Frende das Herz, fie strich mit der welken feinen Hand liebkosend über die welligen Haare der Mädchens. .Lorchen", sagte fie, ,nnn bleibst Dn ganz bei mir nnd pflegst die alte kränkliche Tante Sophie, die Dich gar nicht mehr entbehren kann nnd später — ja später —"
Sie sprach nichts wettet. Leonore hatte fich zmückgelehnt und blickte wie »achfinnend zum offenen Fenster hinaus. Ein seltsamer Ausdruck war an ihrem Antlitz zu sehen, halb der Frende, halb der Wehmut. Sie wandte deu Kopf vou der Taute hinweg, als könne diese ihre Gedanken erraten und sagte mit leiser Stimme: .Und wie geht eS Günthers drüben im Hettenhause? Du erwähntest fie niemals tu Deinen Briesen. Was macht die gnädige Fran, Margarete und — Walter?"
,Na, wie solls dort gehen »ach all dem Sans und BrauS vou stützet. Sie leben jetzt still uud zurückgezogen und vou ben Gesellschaften ist nicht viel mehr mehr zu seheu nnb zu höre». Die Mouueteu »erben wohl nicht mehr bazu ba fein. So viel ich weiß, finb auch bie letzten paar Morgen Acker, bie Torsstechereie«, baS bischeu Wiesenland und waS sonst außer dem Hanse nnb Garten zum Gute gehörte, jetzt Eigentum beS Herr» vo» Hagen auf Ribberuow. Er hat alles für schweres- Geld von ber guäbigeo Fran ««gekauft, ba er schon lange ein Auge auf Fräulein Margarete hatte. Es ist ihm auch gelungen, ihr Jawort zu erlangen nnb nächstens soll ja auch schon Hochzeit fein. Natürlich wußte sie mtt beiben Händen »«greifen, denn der Baron ist eine glänzende Partie für fie. WaS blieb ihr auch weiter übrig, wenn fie nicht eine alte Jungfer werden will. Heut zn Tage bedenkt fich Mancher, ehe er ein Fräulein mit wenig Vermögen, aber desto größeren
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Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.
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